BBSC Berlin kehrt mit drei Punkten aus Sachsen zurück

Immerhin mit einem Sieg beim VC Olympia Dresden kehrten die Berlinerinnen von ihrem Sachsen Wochenende in Grimma und Dresden zurück.

Grimma Volleys – BBSC Berlin   3:1          (-19,21, 11, 19)

Der 1. Satz begann mit einer deutlichen 7:3 Führung für die Gastgeberinnen, doch der BBSC ließ sich nicht beirren, und holte sich noch einen sicheren Satzerfolg, dieser sollte eigentlich Sicherheit bringen. Ein völlig anderes Bild ergab sich jedoch ab Satz 2: Berlin lag fast durchgängig zurück und konnte sich gegen die Sächsinnen nicht durchsetzen. Immer wieder scheiterten die Angriffe der Berlinerinnen an der Grimmaer Klasse-Abwehr, im 3. Satz funktionierte auch die Berliner Abwehr in Block und Feld viel zu selten. Erst im 4. Satz kam der BBSC wieder etwas mehr in den Rhythmus, ohne Grimma jedoch gefährden zu können. Die MVP-Medaille ging an Annalena Grätz. Also traurige Gesichter auf Berliner Seite – hier hatte man sich ein besseres Ergebnis vorgestellt- und traurige Gesichter bei beiden Mannschaften, denn die langjährige Berliner Spielerin Marie Dreblow – jetzt im Grimmaer Mittelblock – verletzte sich im 4. Satz schwer am Sprunggelenk. Auch von Seite des BBSC gehen die allerbesten Genesungswünsche an Marie in Sachsen.

VC Olympia Dresden – BBSC Berlin         1:3 (-20, 22, -20, -16)

Trainer Tietböhl hatte mit Roxana Vogel eine andere Zuspielerin und damit in Details eine etwas andere Spielgestaltung auf das Feld gebracht. Auch am Sonntag ging der 1. Satz nach Berlin, während der 2. Satz zugunsten der Gastgeberinnen ausging. Ab dem 3. Satz jedoch ein völlig anderes Bild im Vergleich zum Samstag: Dresden hatte nicht die Mittel, den BBSC so wie noch im Erstrundenspiel in Berlin unter Druck zu setzen: Hauptpunktesammlerin Teresa Ziegenbalg ist in Dresden in das Aufgebot des Erstligisten aufgerückt und spielt aktuell nicht mehr in der VCO Mannschaft. Während sich die jungen Talente Dresdens trotzdem bestens, mit hoher Einsatzbereitschaft (aber auch ein paar Fehlern zu viel) verkauften, kam bei den Berlinerinnen langsam wieder die Sicherheit. Roxana Vogel findet zudem nach dem USA-Aufenthalt langsam wieder zu der Bindung zum Spiel der Mannschaft, wie man es im Zuspiel eines Teams braucht. Erfolgreichste Punktesammlerin wurde Deborah Scholz, die mit ihren 19 Treffern auch die MVP Medaille des Nachmittags erhielt.

Jens Tietböhl war am Ende des Wochenendes froh, „im großen Aufgebot doch verschiedene Varianten nutzen zu können, variabel aufzutreten und weniger ausrechenbar zu sein. Der Sieg vom Sonntag bringt uns Sicherheit für die nächsten Spiele.“

Das nächste Auswärtsspiel am kommenden Wochenende absolviert der BBSC in Flacht nahe Stuttgart, ehe am 15. Februar 2025 um 18:00 Uhr in der Hämmerlinghalle gegen Köln angepfiffen wird.

Am Wochenende für den BBSC im Einsatz: Sarah Nur Kayadibi, Noelani Kleiner, Angelina Meyer, Helena Schmidt, Anne Roebel, Annalena Grätz, Annika Völker, Jovana Dordevic, Antonia Lutz, Alina Gottlebe-Fröhlich, Daniela Ligacheva, Deborah Scholz, Emely Radügge, Roxana Vogel

Quelle: Burkhard Kroll/BBSC Berlin

Eisbären gewinnen ein schweres Spiel

Deutsche Eishockey Liga DEL

43. Spieltag 02.02.2025 19:15 Uhr Uber-Arena Berlin

EHC Eisbären Berlin – Nürnberg Ice Tigers 2:1(1:0/1:1/0:0)

Geplant war ein Heimspielwochenende. Es können Dinge dazwischen kommen, die ein Eishockeyspiel unwichtig werden lassen. Tief erschüttert müssen die Eisbären den Tod ihres Mannschaftskameraden Tobias Eder verarbeiten. Am Freitag, 31.01.2025 wurde das gegen Düsseldorf angesetzte Spiel abgesetzt. Die Fans der Eisbären hatten eine spontane Trauerfeier an der Arena organisiert.

Am Sonntag, 2.2.2025 folgte Spiel Eins nach der erschütternden Nachricht. Das Leben muss, so schwer es auch ist, weitergehen. Vor dem Spiel gedachten die in der Arena anwesenden Fans mit einer Schweigeminute dem viel zu früh Verstorbenen. Zuvor gab es bewegende Worte von Uwe Schumann und auf dem Videowürfel Bilder zum Abschied. Wie schwer war es anschließend für die Spieler beider Mannschaften sich in den Tunnel zu begeben und das Ziel, am Ende siegreich zu sein, mit aller Konsequenz und Härte zu verfolgen?

Das erste Tor fiel bereits nach 36 Sekunden. Ty Ronning zog aus zentraler Position ab und der Puck schlug knapp unter der Torlatte ein. Statt der üblichen Torhymne erklangen Takte den Coldplay Songs „Viva la Vida“. Es war das Lieblingslied von Tobi Eder. Viel mehr passierte in diesem Drittel nicht. Nürnberg hatte einen Lattentreffer, der auf seine Torhaltigkeit überprüft wurde. Die Entscheidung auf dem Eis „kein Tor“ hatte nach Sichtung der Videobilder weiter Bestand. In den beiden letzten Spielminuten vor der ersten Sirene hatten die Eisbären eine Überzahl, die keinen Erfolg hatte. Es war für Ty Ronning der 100. Assistpunkt in der DEL.

In der 22. Spielminute gab es eine Choreo der Hartmut Nickel Kurve, passend zu seiner Rückennummer. Nochmals wurde Tobi Eder in Sprechchören gedacht. In den Pausen hatten die Eisbärenfans die Möglichkeit, sich digital in ein Kondolenzbuch einzuschreiben.

Die Gäste nutzten ihr erstes Powerplay und glichen aus. Das Tor fiel in der 27. Minute durch Cole Maier. Kai Wissmann traf in der 31. Minute zur erneuten Führung. Die direkte Vorlage kam von Ty Ronning. Der seinem Punktekonto einen weiteren Zähler hinzufügte. Mehr Treffer fielen im Mittelabschnitt nicht mehr. Die Eisbären mussten drei Unterzahlsituationen meistern.

Im Schlussabschnitt verstärkten die Gäste ihre Angriffsbemühungen. Mit leeren Händen wollten sie nicht in die Frankenmetropole zurückkehren. Bis zur 48. Minute durfte sich Jonas Stettmer mehrfach auszeichnen. Bis zur Schlussphase hielt der knappe Vorsprung, mehrfach war Stettmer gefragt. Entlastungsangriffe der Eisbären waren nur wenige. Die Nürnberger nahmen 89 Sekunden vor der Schlusssirene eine Auszeit und den Goalie vom Eis. Die Eisbären gewannen zwar das Anspiel. Die Scheibe blieb in ihrem Drittel. Sie retteten sich über die Zeit und drei Punkte blieben in Berlin. Nach dem shake hand mit dem Gegner gingen Tobi Eder Sprechchöre durch die Arena. Auf eine Ehrenrunde wurde verzichtet. Ein Extralob durfte sich Jonas Stettmer abholen. Er hielt am Schluss den Sieg fest.

Nach dem Spiel ergriff Eisbären-Geschäftsführer das Wort und verlas eine Nachricht des Vaters von Tobias Eder. Ein schweres Spiel ging zu Ende.

Hans-Peter Becker

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Foto: © Hans-Peter Becker

Spieldaten

Aufstellungen
Eisbären Berlin: Stettmer (Hildebrand) – Müller, Wissmann (C); Niemeläinen, Mik; Geibel, Galipeau; Panocha – Tiffels (A), Pföderl, Ronning; Veilleux, Kirk, Noebels (A); Hördler, Byron, Bergmann; Schneider, Leden, Schäfer – Trainer: Serge Aubin            

Nürnberg Ice Tigers: Hungerecker (Treutle) – Karrer, Headrick; Braun, Haiskanen; Böttner, Shaw – Barratt, Graber, McKenna; Heigl, Stoa, Ustorf; Kechter, Maier, Gerard; Ribarik, Eham, Alanov – Trainer: Mitch O‘Keefe

Tore
1:0 – 00:36 – Ronning (Wissmann, Müller) – EQ
1:1 – 26:50 – Maier (Barratt, McKenna) – PP1
2:1 – 30:46 – Wissmann (Tiffels, Pföderl) – EQ

Strafen
Eisbären Berlin: 8 (0, 8, 0) Minuten – Nürnberg Ice Tigers: 4 (2, 2, 0) Minuten 

Schiedsrichter

Christopher Schadewaldt, David Cespiva (Tobias Treitl, Marcus Höfer)

Zuschauer
14.200

Licht und Schatten – Berliner Profifußball am Wochenende

Es war insgesamt kein erfolgreiches Wochenende für den Berliner Profifußball. Lediglich der Köpenicker Bundesligist erkämpfte einen Punkt, immerhin. Gegen die besonders „beliebten“ Rasenballer aus Leipzig reichte es für ein Unentschieden. Der inzwischen völlig sinnbefreite Protest einiger Anhänger am Anfang des Spiels passt nicht mehr. Das dazugehörige Spruchband soll verstehen, wer will.

Der Teilnehmer an der Champions League ringt weiter mit seiner Form und konnte auch in der Wuhlheide wenig spielerischen Glanz verbreiten. Reif für die Champions League war lediglich die Abwehr, die sämtliche Angriffsversuche der Eisernen entschärfen konnte. Am Schluss fehlte das Matchglück, als ein Fehler des Leipziger Schlussmanns nicht bestraft werden konnte. Der mögliche knappe Sieg wäre nicht unverdient gewesen. Bekanntermaßen geht es darum im Fußball nicht. Das, was die Unioner auf den Rasen brachten, ist zu loben, allerdings mit der wesentlichen Einschränkung, dass das Ziel eines jeden Fußballspiels verfehlt wurde. Erneut blieben sie torlos. Und gemessen an den erzielten Toren verfügt die Baumgart-Elf jetzt über den schwächsten Angriff der Liga.

Das Spiel erschöpfte sich weitgehend in Duellen im Mittelfeld. Nur zu selten wurde ein Raunen des Publikums wegen einer verpassten Torgelegenheit evoziert. Die beiden Torhüter mussten nie ihr ganzes Können zeigen. Es reichte auf beiden Seiten, die üblichen Routinen abrufen. Baumgart bot eine Viererkette mit zwei klassischen Innenverteidigern auf. Davor spielte ein Mittelfeld mit Rani Khedira und Yanik Haberer als Doppelsechs und erstmals, über die komplette Spieldauer, Lazslo Benes als klassischer Zehner. Phasenweise mutierte die Aufstellung vom 4-2-3-1 zu einem 4-3-3. Es fehlte das Tor. Das gelang den Leipzigern, glücklicherweise wurde auf Abseits entschieden. Hätten sie doch nur einen Torjäger. Vielleicht hilft Marin Ljubicic ja weiter? Der Kroate spielte zuletzt für Linz in der österreichischen Bundesliga. Seine Bilanz, in 16 Spielen vier Tore, na ja eine Torjägerstatistik sollte sich anders lesen, letztlich ist es wohl auch eine Geldfrage und da soll die Schatulle recht leer sein.

Noch weniger dürfte sich in der Schatulle des Ortsrivalen befinden. Genauso leer präsentierten sich die Profis in Regensburg. Beim Tabellenletzten setzte es eine unerwartete 0:2 Niederlage. Mit einer konsequenten Manndeckung wurde dem Favoriten aus Berlin der Zahn gezogen. Der Beobachter kann sich nicht erinnern, ein Spiel im Profifußball gesehen zu haben, wo diese etwas altertümliche Spielweise angeboten wurde. Gallige Zweikampfführung und immer wieder Nadelstiche bei Kontergelegenheiten machten der Alten Dame den Garaus. Das eh nur zarte Pflänzchen der Aufstiegshoffnung wurde zertrampelt. Ein bisschen müssen sie jetzt sogar nach unten schauen.

Wie ist dieser Leistungsabfall innerhalb einer Woche zu erklären? Gegen den HSV wurde der Auftritt gelobt. Spielerisch passte viel zusammen, wenn auch das Ergebnis nicht stimmte. In Regensburg war Hertha zwar feldüberlegen (63 % Ballbesitz/Passquote 82 %) daraus resultierte aber brotlose Kunst. Zwei späte Gegentore (jeweils am Halbzeitende) besiegelten Herthas Schicksal. Es wird ungemütlich in Westend. Christian Fiel, wurde mit Armin Reutershahn ein weiterer Co-Trainer zur Seite gestellt. Er war bis Ende des Jahres 2023 Co. Trainer in Dortmund.

Hans-Peter Becker

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BR Volleys siegen vor starker Kulisse in Dessau

Das BR Volleys Team hält sich in der Volleyball-Bundesliga weiter schadlos. Auch am 19. Spieltag gaben sich die Berliner keine Blöße und gewannen beim VC Bitterfeld-Wolfen mit 3:0 (25:20, 25:18, 25:20). Für das Match waren die Gastgeber extra in die Anhalt Arena Dessau umgezogen und freuten sich über den Besuch von 2.013 Zuschauern. MVP wurde an diesem Tag Topscorer Daniel Malescha, der bei seinem 17 Punkten auch vier Asse zum ungefährdeten Auswärtssieg beisteuerte.

In der sehr gut gefüllten Anhalt Arena von Dessau stand ein einmal komplett umgekrempeltes BR Volleys Team auf der Platte. Jan Fornal, Simon Plaskie, Daniel Malescha, Djifa Amedegnato, Nehemiah Mote, Florian Krage und Libero Adam Kowalski durften gegen den Tabellenvorletzten beginnen. Berlins Zuspieler Amedegnato setzte mit Mote direkt den ersten Doppelblock und mit Plaskie am Service kamen die Hauptstädter sehr gut ins Match (9:2). Zur Freude des Heimpublikums wurden die Gastgeber anschließend besser und konnten den Rückstand nach Aufschlägen von Breitenbach verkürzen (13:9). Fornal setzte den Block zum 18:11 und nun zogen die BR Volleys das Tempo an. Erst bei Satzball Berlin wurde man noch einmal fahrig und ließ gleich fünf Gelegenheiten aus, ehe Fornal seine Chance verwertete (25:20). 

Den Schwung ihres guten Endspurts nahmen die „BiWos“ mit in den Folgedurchgang und gestalteten die Anfangsphase ausgeglichen (6:6). Erst mit Malescha an der Aufschlaglinie kam wieder Druck ins Spiel des Deutschen Meisters. Das Ass des 30-Jährigen bedeutete das 11:7 und auch Amedegnato beschenkte die mitgereisten Fans mit einem Servicewinner (15:10). Rund 100 lautstarke Berliner machten sich auf den Weg nach Dessau und sahen, wie auch die Rally des Tages an die BR Volleys ging (18:13). Plaskie ließ sofort ein Ass folgen (19:13) und der zweite Außenangreifer Fornal sorgte für die nächsten Satzbälle (24:17). Diesmal fand Plaskie im zweiten Anlauf die Finger des Bitterfelder Blocks (25:18). Das Spiel sollte keine Wendung mehr bekommen. Krage setzte seinen vierten Block zum 4:3 im dritten und letzten Satz, in dem die Männer in Orange aber insgesamt mit ihrem Spiel haderten. Die Fehler häuften sich und Bitterfeld-Wolfen legte vor (6:9). Es brauchte einen nun aufdrehenden Malescha, um den Rückstand aufzuholen (14:14). Zur Crunchtime war der Tabellenführer wieder vorn und Malescha sorgte mit zwei Assen für die Vorentscheidung (23:18). Dazu setzte Mote noch den Block des Tages (24:18), bevor Malescha für den Schlusspunkt sorgte (25:20).

Stimmen zum Spiel
Djifa Amedegnato: „Das war ein super Erlebnis heute. Es hat sehr viel Spaß gemacht, mit der Mannschaft auf dem Feld zu stehen, und wir haben ein ordentliches Spiel gemacht. Vor allem haben wir gut ins Match gefunden und die Stimmung hier war klasse. Dazu haben auch unsere Auswärtsfans beigetragen, die bei jedem Punkt zu hören waren. Jetzt freue ich mich sehr auf das Derby in der Max-Schmeling-Halle gegen meinen alten Verein nächste Woche. Duelle mit ehemaligen Teamkollegen sind immer besonders.“

Daniel Malescha: „Ich bin zufrieden mit unserem Auftritt. Im dritten Satz mussten wir uns ein bisschen quälen, aber insgesamt haben wir als zweite Garde wieder unseren Job gemacht. Wir haben sie mit dem Aufschlag bewegt und unsere Vorgaben ordentlich umgesetzt. Dieses Event hier hat echt Spaß gemacht. Das war von Bitterfeld toll organisiert, Kompliment!“

BR Volleys Formation
Jan Fornal + Simon Plaskie (AA), Nehemiah Mote + Florian Krage  (MB), Djifa Amedegnato (Z), Daniel Malescha (D) und Adam Kowalski (L) 

Bestwerte
Malescha 17 Punkte, 4 Asse | Fornal 9 Punkte, 2 Blocks | Mote 8 Punkte, 4 Blocks

Quelle: Christof Bernier/BR Volleys

Pressefoto: ©Andreas Gora

Erfolgloses Hamburger Wochenende

Die beiden Berliner Proficlubs bekamen es mit ihren jeweiligen Ligakollegen aus Hamburg zu tun. Sämtliche Punkte blieben bei den Hamburgern. Im Abendspiel der 2. Bundesliga sorgte das Duell zwischen Hertha und dem HSV für ein ausverkauftes Olympiastadion. Es passierten 71.500 Zuschauer die Stadiontore, darunter 20.000 Fans des HSV. Das war es dann auch mit dem Positiven aus Sicht der gastgebenden „Alten Dame“.

Hertha und Heimspiele, das passt in dieser Saison so gar nicht. Neun Heimspiele, nur zwei Siege, ein Unentschieden und eben sechs Niederlagen, das Torverhältnis von 12 zu 17 ist ein mieser Wert. In der inoffiziellen Heimtabelle belegt Hertha den vorletzten Platz. Dagegen steht man, würden nur die Auswärtsspiele zählen, auf dem Relegationsplatz für den Aufstieg, mit fünf Siegen und drei Unentschieden. Das ist kurios und wohl nicht so leicht zu erklären.

Im Spiel gegen den HSV kann Herthanern wenigstens ein kleines Lob für die kämpferische Leistung ausgesprochen werden. Ja, wenn man die Buden nicht macht, dann schlägt halt der Gegner zu. Der Sportverein aus der Hansestadt war gnadenlos effektiv und lag zwischenzeitlich mit 2:0 in Führung. Das 1:0 erzielte Davie Selke, ein Ex-Herthaner, der etwas später, nach einem unglücklichen Zusammenprall, verletzt ausscheiden musste. Ihm ist gute Besserung zu wünschen, nach der Diagnose Jochbeinbruch. Das 2:0 fiel durch Ransford-Yeboah Königsdörffer, gebürtiger Berliner, er spielte von 2014 bis 2019 im Hertha-Nachwuchs.

Innerhalb von acht Minuten gelang den Blau – Weißen der Ausgleich. Es sollte nicht sollen sein. Der HSV setzte noch einen Konter und Hertha stand mit leeren Händen da. Jetzt wird es schwer, wahrscheinlich zu schwer, um weiter ernsthaft in den Aufstiegskampf eingreifen zu können.

Einen Tag später kann das, was der Hertha attestiert werden konnte, über den 1. FC Union schwerlich berichten werden. Beim Auftritt der Eisernen im Stadion am Millerntor stimmte fast nichts. Es war eher Fußball zum Abgewöhnen. Das Erzielen von Toren gehört nicht zu den Kernkompetenzen beider Mannschaften. Der 1. Union war mit der Bilanz von 16 Toren in 18 Spielen nach Hamburg gereist. Kein Einziges kam hinzu, jetzt haben die Wuhlheider die geringste Trefferzahl aller Bundesliga-Teams zu verzeichnen. Sie gestatteten den St. Pauli Kickern drei Torerfolge. Sie zogen damit nach Punkten mit dem 1. FC Union gleich.

Es wartet eine Menge Arbeit und die nächsten Aufgaben machen es nicht einfacher. Zum bevorstehenden 20. Spieltag kommt RB Leipzig in die Wuhlheide. Vielleicht gelingt ja eine Überraschung. So vier bis fünf Siege sollten bis zum Saisonende geholt werden, um das Abstiegsgespenst zu vertreiben. Die Zielstellung vor der Saison war mal eine ganz andere.

Hans-Peter Becker

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Volleyball 2. Bundesliga Pro Damen: BBSC mit Arbeitssieg trotz personeller Schwächung

BBSC Berlin – SSC Freisen            3:1          (15, -20, 23, 18)

Der BBSC Berlin setzte sich am Samstagabend, 25.01.2025 gegen die Gäste vom SSC Freisen mit 3:1 in einem kämpferisch betonten Spiel mit einem Arbeitssieg durch. Die derzeitige Grippewelle hatte den Berliner Außenangriff geschwächt.

Den 1. Satz begann die Berlinerinnen wie die Feuerwehr, führten zeitig und holten sich mit 10 Punkten Vorsprung den Satzgewinn. In den folgenden 2 Sätzen standen sich zwei Teams gegenüber, die nahezu gleich stark auftraten. Die Gäste hatten nach 750 km Anreise ins Spiel gefunden, zwangen die Berlinerinnen mit einer Klasse-Abwehrarbeit in lange Ballwechsel. „Freisen hat das sehr gut gemacht“, lobte Berlins Trainer Jens Tietböhl, „sie haben um jeden Ball gekämpft und für uns das Spiel sehr schwer gemacht.“ Zuspielerin Leonie Dewes versorgte insbesondere Außenspielerin Doreen Werth immer wieder mit genauen Bällen – die beiden spielen seit der Jugend in ihrem Heimatverein und haben die Aufstiege der vormals sehr durch Einsatz von Eigengewächsen gekennzeichneten Mannschaft von Verbandsliga bis in die 2. Liga Pro mitgemacht. Mittlerweile setzt der Verein auch auf den Einsatz von fünf Spielerinnen mit ausländischem Pass, da ein Großteil der letztjährigen Mannschaft mit personell regionalem Bezug den Aufwand in der 2. Bundesliga Pro nicht mehr auf sich nehmen wollte. Jedenfalls konnte auch der BBSC zur Kenntnis nehmen, welche Fähigkeiten die Gäste bei ihren Punkterfolgen gegen die Ligakrösusse aus Borken und Straubing präsentiert haben.

Der BBSC arbeitete hart, um die notwendigen Punkte zu erreichen. Dabei wirkte sich ungünstig aus, dass auf der Außenposition mit Dordevic und Grätz nur zwei Spielerinnen zur Verfügung standen – die drei Alternativen im Aufgebot waren sämtlich durch die Grippewelle außer Gefecht gesetzt. An keiner Stelle enttäuschte das Team, kämpfte von der ersten bis zur letzten Minute, aber in so manchen Aktionen hätte man sich ein entschlosseneres Zupacken gewünscht. Co Trainerin Katharina Kummer sprach von einem „letztendlich Arbeitssieg ohne Schönheitspreis“. Freisen holte sich den 2. Satz und führte selbst im 3. Satz noch mit 23:22, ehe die Berlinerinnen Nerven bewiesen und wieder aufdrehten. Der 4. Satz ging dann nach zeitiger Führung der Berlinerinnen wieder deutlich an den Hauptstadtverein. Großer Jubel beim Schlusspfiff und eine ganze Ladung Wackersteine fiel von den Berliner Damen.

Auch Trainer Tietböhl schnaufte nach dem Spiel ordentlich durch: „Hauptsache die drei Punkte geholt, wir haben uns als Favorit zeitweise ganz schön schwergetan.“

Die MVP-Medaillen des Abends gingen an Leonie Dewes (Zuspielerin Freisen) sowie die Berliner Libera Annika Völker.

Das Berliner Publikum kann die Mannschaft erst wieder am 15. Februar 2025,Bur 18:00 Uhr in der Hämmerlinghalle gegen Köln bewundern. Bis dahin muss das Team drei Auswärtsspiele in Grimma, Dresden und Flacht absolvieren.

Am Samstag, 25.01.2025 für den BBSC im Einsatz: Sarah Nur Kayadibi, Noelani Kleiner, Anne Roebel, Annalena Grätz, Annika Völker, Stephanie Utz, Jovana Dordevic, Antonia Lutz, Sophie Schilling, Deborah Scholz, Emely Radügge, Roxana Vogel

Quelle: Burkhard Kroll/BBSC Berlin

Don Jackson erst geehrt und dann zwei Punkte entführt

DEL Deutsche Eishockey Liga

39. Spieltag

23.01.2025 19:30 Uhr Uber-Arena Berlin

EHC Eisbären Berlin – EHC Red Bull München 2:3 n.P (1:0/0:1/1:1/0:0/0:1)

Vor dem Spiel, das war lange geplant, wurde der langjährige Eisbären-Trainer Don Jackson geehrt. Dass er anschließend hinter die Bande ging, um den Gegner am 39. Spieltag zu coachen, war Zufall. Der bisherige Münchner Trainer hatte um eine Auszeit gebeten und Don Jackson war gerade in Deutschland und unterbrach den Ruhestand. Zukünftig hängt sein Banner unter dem Hallendach in Berlin. In seine Amtszeit fallen allein fünf Meistertitel.

Mit einer kleinen Verspätung ging es los mit dem ersten Spiel unter dem neuen Banner. Viel Glück wurde Don Jackson gewünscht, allerdings nicht für die kommenden 60 Minuten. Das erste Drittel begann verhalten und war geprägt von einigen Ungenauigkeiten im Spielaufbau. Beide hatten jeweils eine Chance im Powerplay. Die Eisbären waren in dieser Disziplin etwas besser, was Zählbares sprang auf beiden Seiten dabei nicht heraus. Es sah nach einem torlosen Anfangsdrittel aus. In der 19. Minute sorgte ein beherzter Antritt von Frederik Tiffels für den ersten Treffer der Partie. Im zweiten Nachfassen landete der Puck im Tor.

Im Mittelabschnitt bot sich das gleiche Bild. Die Eisbären waren das aktivere Team, überstanden eine Überzahl und hatten Pech als sie selbst eine Überzahlchance hatten. Sie kassierten einen Gegentreffer bei eigener Überzahl. In der 37. Minute brachte Maximilian Daubner den Puck für München im Tor unter. Die Eisbären hatten kein Glück im Abschluss. So ging das 2. Drittel knapp an das Team von Don Jackson.

Der Schlussabschnitt endete Unentschieden. Zunächst ging die Führung an die Bullen (43. Spielminute Yasin Ehliz). Die Eisbären glichen aus durch Ty Ronning in der 49. Minute. Chancenwucher auf beiden Seiten, bis zum Penaltyschiessen und das gewannen die Gäste. Christopher Desousa war der einzige, der treffen konnte und so nahmen die Gäste 2 Punkte mit nach München.

Jonas Stettmer in Aktion – hielt die Eisbären im Spiel Foto:© Hans-Peter Becker

Der Geehrte stand in der Pressekonferenz Rede und Antwort und sagte kurz und knapp sein Statement auf Deutsch „Ich bin mit meiner Mannschaft zufrieden.“ Auf Nachfrage, ob ihm der Wechsel nach der Ehrung in das Spiel etwas schwerfiel, äußerte er, dass er schon in den ersten Minuten noch in Gedanken bei seiner zuvor gehaltenen Rede war und der Auftakt war auch nicht so günstig für seine Mannschaft.

Hans-Peter Becker

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Aufstellungen
Eisbären Berlin: Stettmer (Hildebrand) – Mik, Wissmann (C); Panocha, Müller; Niemeläinen, Geibel; Galipeau – Ronning, Kirk, Pföderl; Schneider, Byron, Noebels (A); Hördler, Veilleux, Tiffels; Schäfer, Wiederer, Bergmann – Trainer: Serge Aubin           

EHC Red Bull München: Niederberger (Wolf) – Butcher, Blum; Johansson, Bittner; Abeltshauser, Weber – Hirose, DeSousa, Ehliz; Oswald, Heigl, Eisenschmid; Varejcka, Kastner, Krämmer; Daubner, Hager, Eder – Trainer: Don Jackson

Tore
1:0 – 18:21 – Tiffels (Panocha, Noebels) – EQ
1:1 – 36:31 – Daubner (Krämmer, Kastner) – SH1
1:2 – 42:38 – Ehliz (Hirose, DeSousa) – EQ
2:2 – 48:18 – Ronning (Pföderl, Veilleux) – EQ
2:3 – 65:00 – DeSousa – PS

Strafen
Eisbären Berlin: 6 (2, 2, 2, 0, 0) Minuten – EHC Red Bull München: 6 (2, 4, 0, 0, 0) Minuten 

Schiedsrichter

Roman Gofman, Lukas Kohlmüller (Maksim Cepik, Kenneth Englisch)

Zuschauer

14.022

Handball WM 2025 im TV – neuer Moderator beim ZDF

Die deutsche Handball-Nationalmannschaft kämpft aktuell um Siege bei der WM in Dänemark. Von den Füchsen Berlin ist Nils Lichtlein auf der Platte dabei. Ein anderer, sogar waschechter Berliner berichtet für das ZDF von den Spielen des DHB-Teams aus Dänemark.

Florian Zschiedrich ist neu im stark verjüngten Team. Er ersetzt Yorck Polus, der zuletzt bei der EM im Januar 2024 im Einsatz war und sich jetzt auf seinen Job als ZDF-Sportchef konzentriert. Zusammen mit Kommentator Martin Schneider sowie dem Experten und Co-Kommentator Sven-Sören Christophersen berichtet Zschiedrich als Moderator im Wechsel mit der ARD. Wie das online Portal www.handball-world.news berichtet, verdiente er sich seine ersten Sporen in der Sendung TV-Sport in Berlin, die einst von seinem Vater Christian Zschiedrich ins Leben gerufen wurde. Von der lokalen Sportberichterstattung in die weite Welt des Sports, so darf sein bisheriger Werdegang beschrieben werden.

Seit 2010, nach Abschluss seines Politikstudiums, ist er als Reporter und Moderator für die Deutsche Welle und das ZDF im Einsatz. Größere Bekanntheit erlangte er unter anderem als Live-Reporter wie der UEFA EURO 2016, die FIFA Frauen-WM 2019, sowie die Übertragungen von „ZDF SPORTextra“ bei Wintersportereignissen, Rad- und Beachvolleyball-WM.

Florian Zschiedrich im Einsatz © Foto: Zschiedrich/Sportick

Seine nächsten Einsätze in der Jyske Bank Boxen in Herning in Dänemark wären:

⁠Donnerstag, 23.01.2025 ab 17.40 Uhr gegen Italien (Anwurf ist um 18 Uhr)

Samstag, 25.01.2025 ab 20 Uhr gegen Tunesien (Anwurf ist um 20:15)

Das ZDF würde nach einem erfolgreichen Viertelfinale, mit Moderator Florian Zschiedrich, wieder zum Einsatz kommen. Die Halbfinal-Spiele sind für den 30. und 31. Januar in Zagreb und Oslo angesetzt.

Hans-Peter Becker

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Fotos: © Sportick

Zwei zu eins-Sonntag für den Berliner Profifußball

Sowohl die „Alte Dame“ und die Eisernen konnte ihr Ligaspiel gewinnen. Hertha musste zum ersten Punktspiel im neuen Jahr beim SC Paderborn antreten. Das Spiel begann denkbar schlecht für die Hertha. Kaum auf dem Platz zappelte der Ball im Tornetz, glücklicherweise gibt es die imaginäre Linie und es war hauchdünn abseits. In der 16. Minute brachte ein Schuss am frühen Sonntagnachmittag von Derry Scherhant die Führung, die Hertha bis zur Halbzeitpause geschickt verteidigte. In Halbzeit zwei versuchten sich die Paderborner vergeblich am Ausgleich. Ein Foulelfmeter in der 69. Minute stellte die Weichen in Richtung Sieg. In der Nachspielzeit musste gezittert werden. In der vierten Minute der Nachspielzeit traf Sven Michel zum Anschluss. Nach einer umstrittenen Szene knapp zwei Minuten später, ein Luftzweikampf zwischen Zeefuik und Michel, wurde vehement ein Elfmeter gefordert. Es gab sogar eine rote Karte für einen Paderborner Verantwortlichen.

Ärger bekommen wird Paderborns Trainer Lukas Kwasniok. Er konnte sich selbst bei der Pressekonferenz nach dem Spiel nicht beruhigen. Unmittelbar nach dem Spiel machte er seinen Ärger vor der TV-Kamera gehörig Luft. Wenn der Schiedsrichter das nicht richtig sieht, hätte der VAR eingreifen müssen. „Wir müssen gucken, dass alle bei der Sache sind und sich nicht nebenbei die Wiederholung der ‚Lindenstraße‘ anschauen“, so spottete er über Katrin Rafalski, die wohl Siesta gemacht habe. In der Pressekonferenz äußerte er sein Unverständnis über die Ansetzung von Schiedsrichter Florian Heft. Er stammt aus Osnabrück, dem Erzrivalen der Paderborner, „da kann man nicht völlig neutral sein.“ Die Entscheidung, keinen Elfer zu geben, war vertretbar. Für die Hertha ein gelungener Start in die zweite Halbserie, jetzt kommt der HSV ins Olympiastadion. Der aktuelle Spitzenreiter ist nur sechs Punkte entfernt.

Weiter entfernt von der Tabellenspitze, eine Liga höher, ist der 1. FC Union. Der neue Trainer Steffen Baumgart hat den Abstiegskampf ausgerufen. Um mehr als den Klassenerhalt dürfte es in dieser Saison nicht mehr, oder? Das Spiel optimal in der Wuhlheide. Einen katastrophalen Fehler in der Mainzer Verteidigung nutzte Bendict Hollerbach für den ersten Treffer im Spiel. Mainz konnte mit einem Elfer nur wenig später noch ausgleichen. Die Führung der Gastgeber fiel dann auch durch einen Elfer. Das Endergebnis stand bereits zur Halbzeitpause fest. Es war ordentlich, was da geboten wurde. Mainz bleibt ein Lieblingsgegner, in Berlin konnten sie letztmalig 2002, damals in der 2. Liga gewinnen.

Trainer Baumgart nahm, zumindest in diesem Spiel, Abschied von seiner geplanten generellen Taktikumstellung. Er gewann wohl das Spiel, weil er die Mannschaft Baumgart untypisch spielen ließ und von der 4er-Abwehrkette Abstand nahm. Es war ein flexibles 3-4-1-2 System. Es wurde zudem nicht ganz so hoch verteidigt. Die Sicherheit wurde großgeschrieben, dabei kam den Eisernen entgegen, dass sie bereits ab der 24. Minute in Führung lagen und die Mainzer nicht ihren besten Tag erwischten. Schmerzlich vermisst wurde Kapitän und Torjäger Jonathan Burkardt, der wegen einer Oberschenkelverletzung ausfiel.

Union bekommt es am kommenden Spieltag mit dem FC St. Pauli im Millerntor-Stadion zu tun. Zweimal Hamburg für den Berliner Profifußball.

Hans-Peter Becker

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Etwas indisponierte Eisbären verlieren gegen Bremerhaven

DEL Deutsche Eishockey Liga

38. Spieltag

19.01.2025 14:00 Uhr Uber-Arena Berlin

EHC Eisbären Berlin – Fischtown Pinguins Bremerhaven 3:4 (1:1/0:2/2:1)

Es war nicht der Tag der Eisbären, lediglich das erste Drittel war aus Sicht der Heimmannschaft in Ordnung. In der bereits zum vierzehnten Mal ausverkauften Uber-Arena brachte Korbinian Geibel in der 6. Minute die Hausherren in Führung. Sein Schuss fand den Weg über die Schulter von Goalie Maximilian Franzreb ins Tor. Ein ähnlicher Treffer gelang dem Verteidiger bereits am Freitag zuvor im Spiel gegen die Straubing Tigers. Den Treffer verkündete nicht die vertraute Stimme von Hallensprecher Uwe Schumann, er wurde vor dem Spiel für 1.000 Einsätze geehrt. Das Spiel verfolgte er aus der Eisbärenloge. Seinen Platz am Mikrofon des Kampfgerichts nahm sein Sohn ein, der mit ähnlich sonorer Stimme die üblichen Ansagen machte.

Fast wäre den Gästen postwendend der Ausgleich gelungen. Ex-Eisbär Nino Kinder scheiterte mit seinem Alleingang an Jake Hildebrand. Beide Goalies bekamen bis zur ersten Drittelpause einiges zu tun. Der Ausgleich gelang den Gästen aus dem Norden in der 16. Minute durch Markus Vikinstad. Kurz vor der Pause musste Zach Boychuk nach einem Check das Eis verlassen und konnte nicht mehr weiterspielen.

Der Mittelabschnitt ging an Fischtown. In der 27. Minute gelang ihnen die Führung. Begünstigt durch einen katastrophalen Wechsel der Eisbären, gab Goalie Franzreb eine Torvorlage für Nino Kinder, der mit einem Schuss unter die Torlatte Hildebrand überwinden konnte. Eine spielentscheidende Szene folgte in 37. Minute. Ein Check von Markus Niemeläinen wurde mit einer großen Strafe geahndet. Fünf Minuten Unterzahl und ein Verteidiger weniger waren die Folge. Jan Urbas traf in der 36. Minute im Powerplay. Die restlichen Minuten in Unterzahl überstanden die Eisbären schadlos.

Im Schlussabschnitt stemmten sich die Eisbären gegen die drohende Niederlage. Hoffnung gab ein Treffer in der 49. Minute. Es mussten gleich zwei Pinguine auf die Strafbank und in der doppelten Überzahl traf Liam Kirk zum 2:3. Die Hoffnungen auf eine Wende im Spiel machte Bremerhavens Neuzugang Ludwig Byström in der 57. Minute zunichte. Er traf zum 4:2 aus Sicht der Gäste. Es war noch nicht ganz Schluss, 83 Sekunden vor dem Ende brachte Yannick Veilleux die Eisbären in Reichweite eines Punktgewinns. Serge Aubin nahm eine Auszeit, der Goalie blieb auf der Bank. Es nutzte nichts mehr. Der Sieg und drei Punkte gingen an die Mannschaft von der Nordseeküste.

Dringend verbessert werden muss, seitens der Eisbären, das Bullyspiel. Insgesamt gab es in diesem Spiel 65 Anspiele, davon konnten die Eisbären lediglich 19 für sich kontrollieren. Vor dem Bremerhavener Tor, im Angriffsdrittel, konnte kein einziges Anspiel gewonnen werden.

Hans-Peter Becker

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Spieldaten

Aufstellungen
Eisbären Berlin: Hildebrand (Stettmer) – Müller, Wissmann (C); Niemeläinen, Mik; Geibel, Galipeau; Panocha – Tiffels, Kirk, Wiederer; Ronning, Boychuk (A), Pföderl; Hördler, Byron, Noebels (A); Veilleux, Fontaine, Bergmann – Trainer: Serge Aubin           

Fischtown Pinguins Bremerhaven: Franzreb (Gudlevskis) – Grönlund, Rausch; Abt, Bruggisser; Byström, Eminger; Bettahar – Urbas, Jeglic, Verlic; Mauermann, Vikingstad, Görtz; Uher, Friesen, Herrmann; Schiemenz, Wejse, Kinder – Trainer: Alexander Sulzer

Tore
1:0 – 05:22 – Geibel (Tiffels, Kirk) – EQ
1:1 – 15:07 – Viginkstad (Herrmann, Uher) – EQ
1:2 – 26:51 – Kinder (Franzreb, Wejse) – EQ
1:3 – 35:48 – Urbas (Verlic, Wejse) – PP1
2:3 – 48:34 – Kirk (Pföderl, Wissmann) – PP2
2:4 – 56:51 – Byström (Herrmann, Friesen) – EQ
3:4 – 58:35 – Veilleux (Pföderl, Wissmann) – 6-4

Strafen
Eisbären Berlin: 29 (2, 25, 2) Minuten – Fischtown Pinguins Bremerhaven: 10 (0, 0, 10) Minuten 

Schiedsrichter

Andris Ansons, Aleksander Polaczek (Wayne Gerth, Maksim Cepik)

Zuschauer
14.200