Die Mission ist erfüllt! In einem unfassbar dramatischen Spiel haben die Berlin Recycling Volleys ihre vierte Meisterschaft in Folge und den insgesamt zehnten Meistertitel der Vereinsgeschichte gewonnen. Mit einem 3:2-Tiebreaksieg (25:17, 25:21, 19:25, 23:25, 16:14) in der Friedrichshafener ZF Arena bekam die turbulente Jubiläumssaison ihr perfektes Ende. 10 Jahre. 10 Highlights. 10 Titel.
In absolut würdiger Finalatmosphäre vor ausverkauftem Haus begannen
Sergey Grankin, Benjamin Patch, Jeffrey Jendryk, Georg Klein, Moritz
Reichert, Samuel Tuia und Nicolas Rossard für den Titelverteidiger – und
der erwischte einen Blitzstart! 4:0 führten die Gäste nach Aufschlägen
von Klein, da kam VfB-Mittelblocker Takvam, offenbar angeschlagen, erst
die Treppe aus dem VIP-Bereich herunter. Als Klein dann zum Monsterblock
gegen Günthör ansetzte und Reichert kurz darauf ein Ass nachlegte,
brachte Vital Heynen den Norweger ins Spiel (11:5). Auch er konnte
nichts daran ändern, dass die Berliner am Drücker blieben (16:10).
In der Abwehr waren die BR Volleys extrem agil und machten den Häflern
das Punkten richtig schwer. Dazu punktete Patch aus schier unmöglichen
Lagen (20:13) und auch der Block stand weiterhin (23:16). Jendryk
beendete einen nahezu perfekten Auftaktsatz (25:17).
Nun waren die Hausherren natürlich gefordert und
meldeten sich, angeführt von Sossenheimer, im Spiel an (5:8). Wieder
waren es ein Reichert-Ass und ein Jendryk-Block, welche den BR Volleys
wichtige Breakpunkte bescherten (9:9). Grankin patzte anschließend zwar
im Zuspiel, blockte danach aber krachend gegen Sossenheimer (14:13).
Wieder wurde Kleins Aufschlagserie zum Schlüssel, weil Jendryk & Co
es vorn am Netz für den Gegner dunkel werden ließen (20:16). Grankins
nächster Block brachte die Vorentscheidung in Satz zwei (23:18) und den
dritten Satzball nutzte Reichert für seine Farben (25:21).
Ob Boladz oder Malescha, die Hauptstädter hatten die
Hauptangreifer in Blau bis zu diesem Zeitpunkt gut im Griff und waren so
auch in Satz drei ebenbürtig. Wieder konnte man vorlegen (8:6), aber
Friedrichshafen entschied in der Folge die langen Rallys für sich
(10:11). Zwar blockte Grankin zum Ausgleich (13:13), doch die Häfler
waren trotzdem oben auf (15:18). Adam White war im Spiel und Enard griff
zum Doppelwechsel mit Kyle Russell und Sebastian Kühner.
Friedrichshafen machte aber nun jeden wichtigen Punkt (18:22) und konnte
auf 2:1 verkürzen (19:25).
Die Hausherren und ihr Publikum machten nun mächtig
Alarm, aber wie die mitgereisten Fans der BR Volleys, er waren rund 100,
stemmte sich auch Berlins Volleyballteam Nr. 1 dagegen (4:6). Es war
das Nervenspiel, das zuvor erwartet wurde, und Nicolas Le Goff und
abermals White sollten frischen Wind bringen (8:12, 13:16). Der VfB war
auch dieses Mal gegen Satzende fokussierter und erspielte sich drei
Satzbälle (21:24). Ein Aufschlagfehler von Grankin trieb diese
Finalserie auf die absolute Spitze (23:25).
Tiebreak also und in diesem servierte Patch früh einen
Servicewinner mit der Netzkante und verbuchte direkt einen weiteren
Breakpunkt für sich (4:2). Mit 8:5 wurden die Seiten gewechselt und der
orange Fanblock war in Ekstase. Berlin ließ nach starkem Aufschlag des
eingewechselten Egor Bogachev die Chance auf das 12:8 liegen und
stattdessen legte Takvam sein Service genau ins Eck (11:10). Alles stand
spitz auf Knopf (13:13) und dann machte Patch zweimal die ganz
wichtigen Punkte (15:14). Reichert ging zum Aufschlag und die Bank erhob
sich, als wüsste sie, was kommt: Der Nationalspieler verwandelte den
zweiten Match- und Championship-Point für die
BR Volleys, den alten und neuen Deutschen Meister (16:14).
Benjamin Patch, mit 29 Punkten überragender Angreifer
seiner Mannschaft, brachte es auf den Punkt: „Hier ging ein Traum in
Erfüllung. Wie unser Team nach dieser Saison dieses Spiel gezogen hat,
war überragend.“ Kapitän Sebastian Kühner, der sich den sechsten
Meistertitel mit den BR Volleys sicherte, sprach von einem „Riesenspiel
von beiden Mannschaften, bei dem am Ende zwei Punkte den Unterschied
ausmachten.“ Kühner war sichtlich ergriffen: „Es war mental extrem
anstrengend und einfach der perfekte Abschluss einer für den Volleyball
großartigen Serie. Friedrichshafen hat nach dem 0:2 unglaublich
gefightet, aber es war stark, wie wir als Team im Tiebreak losgelegt
haben. Wir dürfen stolz sein, denn wir sind einfach wieder Deutscher
Meister!“
Quelle: Christof Bernier/BR Volleys