In Schlagzeilen geraten: Al-Dersimspor in der 7. Liga

Kommentare zu Streitfällen sollten objektiv sein. Schon deshalb betone ich im Fall Dersimspor nicht vor Ort selbst Zeuge der Vorfälle am Lilli-Henoch-Sportplatz, Anhalter Bahnhof, gewesen zu sein. Dennoch darf und sollte man sich seine Meinung als sogenannter Außenstehender bilden. Mit Bedacht habe ich meinen Liga-Bericht nicht mit der negativen  Schlagzeile von den Vorfällen beim Spiel Al-Dersimspor – Frohnauer SC, 2:4, betitelt, wohl aber mir nach Nennung der vier Platzverweise, alle gegen Dersimspor (ungewöhnlich gegen nur eine Mannschaft), erlaubt de facto zu äußern, über die Strafen gespannt zu sein, vor allem zu fragen, was wohl die Sportgerichtsverhandlung ergeben mag.  Hatte das laut Deresimspor nicht provozierenden Charakter? Musste das der Regel entsprechend sein? Ja, sagt der Referee vom BSC Rehberge mit seinen Assistenten.

Fakt ist auch, dass der Berliner Fußball-Verband gegen die zunehmende Gewalt etwas unternehmen muss und vielleicht sogar in dem Falle Dersimspor ein Exempel statuiert. Gewalt auf Sportplätzen geht einfach nicht. Bild Berlin titelte am Montag, „Dersimspor vor dem Aus?“ Jetzt werden natürlich alle Sünden in der Vergangenheit hochgekocht. Für den sündigen Verein spricht, dass laut Fußball-Woche Vorstandsmitglieder den Referee in die Kabine begleiteten und ihn vor eventuellen Angriffen beschützten.  Daraus ergibt sich zwangsläufig die Frage, wurde der Schiedsrichter angegriffen oder hatte er Angst davor und veranlasste, die Polizei zu rufen? Beides wäre denkbar. Musste das sein?

Vorbehalte gegen SR Steffen Paffrath bestanden ja seitens Dersimspor mit Äußerungen   „angestauter Frust“ und früheren Platzverweisen gegen Dersimspor… Nun die Sportgerichtsverhandlung ist mit Urteilen frühestens am 11.Oktober soweit. Der Schiedsrichterausschuss tagte sofort am Montag und verhängte bis zur Sportgerichtsverhandlung drastische Strafen. Oberflächlich betrachtet werden Viele sagen: Richtig so!  Der Vorsitzende Jörg Wehling sieht den Schutz der Schiedsrichter (oberste Priorität) bei Dersimspor momentan  nicht mehr gewährleistet, deshalb wohl trifft die Entscheidung bis zum Sportgerichtsurteil alle Männermannschaften von Dersimspor: Ab sofort keine Schiedsrichter mehr zu den Spielen, ob heim- oder auswärts, anzusetzen!

Was bedeutet das für einen Verein? Da scheint Bild-Berlin mit seinem „Aus“ für Dersimspor wohl Recht zu behalten. Welcher Berliner Club könnte das verkraften? Und mal ehrlich, bei vier Platzverweisen gegen den einheimischen Verein, würden da nicht auch die Emotionen hochkochen… Die Platzverweise nun richtig einzuordnen, ist fast nicht möglich. Waren infolge der Meckereien von außen und innen gegen die SR-Entscheidungen eventuell verärgerte Überreaktionen des Unparteiischen mit im Spiel. Musste das sein? Das gibt es eeinfach nicht, sagt garantiert der Schiedsrichterausschuss.

Die zunächst drei abgesagten Pflichtspiele könnten sogar in der Sportgerichtsverhandlung mit 0:6 Toren gegen Dersimspor gewertet , sie könnten aber auch neu in Nachholspielen hinten angesetzt werden. Wird dem Verein überhaupt eine weitere Teilnahme am Spielbetrieb erlaubt? Der sportliche Leiter von Dersimspor Erdal Güncü  ist über die Tatsache, dass alle Mannschaften seines Vereins bestraft wurden, ohne zu den Vorfällen Stellung nehmen zu können, sehr enttäuscht. Der beschuldigte Spieler wurde sofort seitens des Vereins suspendiert.

Christian Zschiedrich  

Füchse feiern Auswärtssieg in Lemgo

Die Füchse Berlin fahren beim TBV Lemgo Lippe ihren dritten Sieg in Serie ein und zeigen sich dabei überzeugend fokussiert. Am Ende steht ein deutliches 31:26 (16:9) für den Hauptstadtklub auf der Anzeigetafel. Den Grundstein für den Erfolg legte das Team von Velimir Petkovic bereits im ersten Spielabschnitt.

Guter Start für die Berliner beim TBV Lemgo Lippe. In der vierten Spielminute erzielte Mijajlo Marsenic vom Kreis das 2:0 für den Hauptstadtklub. Daraufhin parierte Dejan Milosavljev einen Siebenmeter gegen Ex-Fuchs Bjarki Elisson und Simon Ernst, und Tim Matthes konnten auf 4:0 Stellen. Nach dem 6:1 durch Paul Drux zog Lemgo nach elf Minuten die erste Auszeit. Die Füchse blieben trotz Unterzahl konzentriert und führten nach 16 Minuten mit 9:4.

Die Berliner dominierten weiterhin das Geschehen auf dem Spielfeld. In der 20. Spielminute traf Torhüter Dejan Milosavljev zum 11:5 ins verwaiste Tor der Gastgeber. Die Hausherren vom TBV Lemgo Lippe konnten in den folgenden Minuten etwas verkürzen und somit ging es beim Stand von 13:9 in die letzten vier Minuten der ersten Hälfte. Daraufhin entschärfte Milosavljev zwei weitere Siebenmeter und die Füchse gingen mit einer 16:9-Führung in die Pause.

Im zweiten Abschnitt hatten die Berliner kurze Anlaufschwierigkeiten und daher konnten die Hausherren auf 17:12 verkürzen. Doch der Hauptstadtklub schlug zurück und erhöhte durch Michael Müller wieder auf 20:12. Im Anschluss kamen die Hausherren auf und Trainer Velimir Petkovic legte in der 43. Spielminute beim Stand von 21:17 eine Auszeit. Daraufhin war prompt Simon Ernst erfolgreich und sorgte erneut für einen Unterschied von fünf Treffern.

Der TBV ließ sich nun nicht mehr abschütteln und somit ging es beim 25:21 für die Füchse in die letzten zehn Minuten der Begegnung. Dann waren die Füchse wieder auf der Höhe des Geschehens und erhöhten auf 28:21. Am Ende gewinnen die Füchse mit 31:26 beim TBV Lemgo Lippe und fahren somit ihren dritten Sieg in Serie ein.

Milosavljev 1, Heinevetter, Ernst 4, Wiede 2, Holm 4, Struck, Mandalinic, Gojun, Lindberg 8/5, Simak, Müller 1, Matthes 3, Koch 1, Marsenic 4, Drux 3.

Quelle: Füchse Berlin Handball

Baseball: Berlin Flamingos gelingt Wieder-Aufstieg in die 1. Bundesliga

Nach einer sensationellen Saison mit 29 Siegen aus 30 Spielen können sich die Baseballer aus dem Märkischen Viertel nicht nur Meister der 2. Bundesliga Nordost nennen, sondern sich zudem als Wieder-Aufsteiger in die deutsche Baseball-Bundesliga feiern lassen. Vor 700 Zuschauer setzten sich die Flamingos um Team Kapitän Tim Wägner und Headcoach Don Freeman mit zwei hart erkämpften Siegen (7:3 und 9:5) am Samstag gegen die Dortmund Wanderers 89 durch.

Reinickendorfs Bezirksbürgermeister Frank Balzer: „Der Wieder-Aufstieg der Flamingos ist nicht nur ein besonderes Aushängeschild für unseren Bezirk Reinickendorf, er zeigt auch, dass die Investition in eine Flutlichtanlage für den Flamingo-Park gerechtfertigt war.“ Der Bezirk Reinickendorf wird noch in diesem Jahr mit der Errichtung der Anlage beginnen. 

Sportstadtrat Tobias Dollase freut sich mit dem Verein: „Die Flamingos haben wirklich alles gegeben und bewiesen, dass sie das Zeug für die Erstklassigkeit haben.“

Bezirksbürgermeister Frank Balzer und Sportstadtrat Tobias Dollase  überbrachten die Glückwünsche des Bezirkamtes und gratulierten den Berlin Flamingos zum souveränen Wieder-Aufstieg in die 1. Baseball-Bundesliga.

 Quelle: Pressestelle Jasmina Jovanović

Sparta Lichtenberg holt TuS Makkabi mit 5:1 vom Thron

An der  Tabellenspitze gab es einen gewaltigen Wechsel. Jetzt führt Stern 1900 (16 Punkte), 2:1-Gewinner bei den Spandauer Kickers. Das Team von Wolfgang Sandhowe, TuS Makkabi, verliert in ungeahnter Höhe 1:5 bei Sparta Lichtenberg, 13 Punkte Tabellenvierter. Nur einen Punkt weniger, nämlich deren 15 hat Eintracht Mahlsdorf. Das Team von Daniel Volbert, letzte Woche noch in der Kritik, holte sich beim 3:1-Auswärts-Sieg gegen Berlin Türkspor (jetzt 15.) drei Punkte vom Heckerdamm.

Allgemein gesehen gab es viele überraschende Ergebnisse: Der Frohnauer SC, siehe da, ist mit 14 Punkten Tabellendritter. 4:2 wurde bei BSV Al-Dersimspor gewonnen. Allgegenwärtig ist, wie hoch her es am Anhalter Bahnhof ging. Der Grund: Mit einigen angeblich seltsamen Entscheidungen des Referees Stefan Paffrath waren die Kreuzberger nun gar nicht einverstanden. Die Folge der Meckerei von innen und außen, ungewöhnlich vier(4) Platzverweise gegen Al-Dersimspor. Nach genau einer Stunde Gelb-Rot gegen Häberle, in der 85. Die Rote gegen Yildiz und zweimal Rot in der Nachspielzeit gegen die Gebrüder M. Aktürk und O. Aktürk. Die Emotionen kochten so hoch, dass Vorstandsmitglieder von Al-Dersimspor sich schützend vor Stefan Paffrath (BSC Rehberge) zu stellen veranlasst sahen, bis die Polizei auftauchte.  Sportdirektor Erdal Güncü sprach von „angestautem Frust“. Paffrath habe bisher in jedem Spiel zumindest einen Al-Dersimspor-Spieler mit Rot vom Platz verwiesen. Da bin ich auf die Sportgerichtsverhandlung und Strafen gespannt.

So hoch wie auch  der Frohnauer SC gewann, die Reinickendorfer Füchse verloren auswärts sogar noch mit einem Tor 2:5 höher. Es sei ein seltsames Spiel um zwei Tore zu hoch für Berlin United (nunmehr 12 Punktenach 6 Spielen) gewesen. Die Füchse stehen mit 10 Punkten jetzt auf Platz 8. Den höchsten Sieg, 5:1, fuhr der TSV Rudow auswärts bei Hilalspor . Der SD Croatia, in letzter Woche noch verteufelt, erholte sich prompt und gewann 3:1 bei Brandenburg 03. Erwähnenswert zwei deutliche Siege mit drei Toren Unterschied: Der Berliner SC gewinnt 4:1 bei Fortuna Biesdorf und SV Empor kam zu Hause mit 0:3 gegen Türkiyemspor unter die Räder. Jetzt stehen sie auf Platz 11 und 12 dicht nebeneinander.

Zum 7.Spieltag wage ich einmal eine „gekonnte“, nicht alltägliche Vorhersage: Neun Heimsiege in der Berlin-Liga!

Christian Zschiedrich

NOFV Oberliga Nord: Das wird noch ungeheuerlich

Selbst beim Tabellenführer Tennis Borussia könnte es sogar aus zwei Gründen sehr interessant werden. Im  3:0 gewonnenen Derby gegen Blau-Weiß 90 lag ein Regelverstoß beim 2:0 vor. Minute 72, es steht 1:0 für TeBe (64. FE Matt), Kahraman drosch von der Mittelinie einen Schiedsrichterball über den verdutzten Torwart Hinz zum 2:0 ins Netz. Darf denn mit einem SR-Ball direkt ein Tor erzielt werden? Die Regel sagt Nein – es fehlte also die zweite Berührung. Blau-Weiß 90 könnte also gegen die Wertung des Spiels Einspruch erheben. Ich würde als Richter nicht für eine Neuansetzung plädieren, nur dann, wenn es z.B. ein Ausgleichstreffer nicht regelkonform gewesen wäre. Aber meine Meinung zählt natürlich nicht, ist vielleicht (wie immer) zu logisch beheimatet. Nicht logisch wäre eine Neuansetzung ab der 72.Minute dann beim Stande von 1:0. Man darf gespannt sein.

Der zweite Grund ist allerdings hausbacken tiefgreifender. Die TeBe-Spieler, bis auf Kapitän Matt, verneigten sich nach dem 3:0-Sieg nicht vor den Fans, sondern auf der gegenüberliegenden Seite, wo der frühere Vorstandsvorsitzende Jens Redlich auf der Tribüne saß. Die Zerrissenheit könnte nicht besser demonstriert werden. Der Verein, der seine Fans ignoriert, sorgt für die Fortsetzung und kein Ende des Streites zwischen den gespalteten Lagern. Kann das gutgehen? Am Sonntag steht die Partie 1.FC Lok Stendal – Tennis Borussia im Spieltag (7.)-Programm.

In Berlin, Volkspark Mariendorf, steht am Samstag das nächste  Derby Blau-Weiß 90 – FC Hertha 03 an. Das Team von Markus Schatte ist in dieser Saison vielversprechend erstarkt.  Die Zehlendorfer sind sogar auf Tabellenplatz 2 in Lauerstellung. Gleich drei Clubs haben 13 Punkte. Hinter Zehlendorf 03 der Greifswalder FC und die TSG Neustrelitz. Zu letzterem muss am Sonntag der zweite Charlottenburger Verein, der Tabellenletzte CFC Hertha 06. Für die 06er ist das in dieser Saison der nächste tragische Fall. Aus zuverlässiger Quelle erfuhren wir, dass der sonst in Trainerfragen schnell handelnde Vorsitzende Ergün Cakir seinem Trainer Tuurjahai Zazai den Rücken stärkt: „Er ist unser Trainer und sitzt natürlich auch im Neustrelitzer Parkstadion auf der Bank“! Nach solchen Bekundungen, mal sehen wie’s ausgeht, kennen wir plötzlich ganz andere Reaktionen.  

Bei der Fülle des Geschehens bei den Berliner Clubs geht der SC Staaken diesmal ganz „unter“. Er kassierte eine bittere Niederlage 2:3 in Greifswald , hat bisher lediglich 6 Punkte auf Platz 11, empfängt am Sonntag, 14.00 Uhr, im Sportpark Staaken Aufsteiger MSV Pampow (6. mit 9 Punkten, zuletzt 2:0-Sieger über Hansa Rostock II. Da Aufsteiger SV Tasmania ebenfalls und sogar auch zu Hause 1:2 gegen FC Strausberg, dem Tabellenvorletzten verlor, ist Tas mit nur 3 Punkten auf Platz 14 sehr gefährdet. Heißt: Es geht nicht nur oben haarig her, unten ist es genauso intererssant.

Christian Zschiedrich

Regionalliga 9.Spieltag, jetzt trennt sich die Spreu vom Weizen

Der 1.FC Lok Leipzig ist zwar die einzige noch ungeschlagene Mannschaft, doch zwei Berliner Vereine stehen besser da: VSG Altglienicke gewinnt 4:0 in Babelsberg vor 2068 Zuschauern und hat aufgrund des besseren Torverhältnisses den dritten Tabellenplatz vor Lok Leipzig inne. In neun Spielen erzielten sie beachtliche 23 Tore. Die zweithöchste Quote. Mehr hat nur der Tabellenführer und der heißt Hertha BSC II: 21 Punkte und 28:10 Tore. Die neunte Partie bei Chemie in Leipzig wurde vor 3045 3:1 gewonnen. Und warum konnte der 1.FC Lok nicht mithalten? Der BFC Dynamo hatte im Jahnstadion etwas dagegen, blieb  gegen Lok auch im sechsten Spiel sieglos. 1744 Zuschauer sahen kein einziges Tor. Die Leipziger versteinerten wieder im Jahnstadion. Der letzte Auswärtssieg über Dynamo datiert aus dem Jahr 2000. Auch gegen die VSG Altglienicke konnten die Leipziger im Jahnstadion nicht gewinnen. Fußballer sollen ja abergläubisch sein.

Was Herthas Zweite unter Zecke Neuendorf abliefert ist mehr als beachtlich. Doch das Spiel auf besonderem hohen Level und dazu mit spektakulärsten Aktionen fand vor 1122 Zuschauern im Poststadion statt. Es endete zwischen dem Berliner AK und Energie Cottbus 2:2. Beide Clubs drängen, wollen zur Spitze. Neun Punkte liegt der BAK mit Dirk Kunert jetzt bereits hinter Spitzenreiter Hertha BSC. Da helfen im Grunde nur noch Siege. Die Moabiter standen auch kurz davor, führten bis zur 92.Minute 2:1 und kassierten in der Nachspielzeit durch Taz den Ausgleich. Die Cottbusser haben jetzt nach schwachem Start eine bärenstarke Mannschaft und das Treffen hatte in der Tat Top-Niveau.  Ziel ist der Aufstieg. Der 6.Tabellenplatz mit 14 Punkten lässt noch einiges erwarten.

Torlos endete die Partie im Lichterfelder Stadion vor nur 276 Zuschauern gegen den Beinahe-Absteiger Optik Rathenow. Dennoch 12 Punkte und Tabellenplatz Sieben für den FC Viktoria 89, aufgrund des besseren Torverhältnisses ein Platz besser als BAK 07 und punktgleich mit dem BFC Dynamo (9.), das lässt sich sehen. Nur ein Berliner Club verlor diesmal. Etwas abgefallen ist Aufsteiger Lichtenberg 47. Tabellenplatz 11 mit 11 Punkten. Beim Bischofswerdaer FV setzte es eine 0:2-Niederlage. Insgesamt gesehen stehen die Berliner Vereine keineswegs schlecht da, mit Recht sogar voller Zuversicht.

Christian Zschiedrich

Niederlage bei Bayer 04 Leverkusen

Am 5. Spieltag der Bundesliga muss sich der 1. FC Union Berlin mit 0:2 bei Bayer 04 Leverkusen geschlagen geben. Nach einer ruhigen Anfangsphase schoss Kevin Volland die Werkself nach 20 Minuten in Führung, fünf Minuten später erhöhte Lucas Alario auf 2:0 für die Hausherren. Nach dem Seitenwechsel musste der eingewechselte Sebastian Polter nach einem Foulspiel an Julian Baumgartlinger mit Rot vom Platz, Union muss die Partie in Unterzahl zu Ende bringen. Zuschauer: 27 430, Tore: 1:0 Volland (20.), 2:0 Alario (25.).

Mit zwei personellen Veränderungen nach der Partie gegen Bremen startete der 1. FC Union Berlin ins Auswärtsspiel bei Bayer 04 Leverkusen. Der gesperrte Neven Subotic wurde in der Innenverteidigung durch Keven Schlotterbeck ersetzt, für Anthony Ujah rückte Marcus Ingvartsen in die erste Elf. Auf dem Rasen übernahmen die Hausherren von Beginn an die Spielkontrolle, ließen den Ball sicher laufen und verwalteten das Geschehen ohne offensiv Akzente zu setzten. Die Eisernen agierten gegen den Ball, eigene Ballbesitzphasen blieben jedoch Mangelware. Nachdem Bayer das spielerische Übergewicht zunächst kaum nutzen konnte, zappelte der Ball gleich beim ersten Abschlussversuch der Werkself im Kasten. Lucas Alario hatte den Ball im Tor der Eisernen untergebracht, Kevin Volland hatte jedoch in Abseitsposition Rafal Gikiewicz die Sicht genommen, sodass das Schiedsrichtergespann den Videobeweis zu Rate zog und dem Treffer zu Recht die Anerkennung verweigerte (16.). Nur wenige Zeigerumdrehungen später jubelte die Werkself erneut, diesmal gab es jedoch keine Zweifel, dass der Treffer zählte. Den ersten Schuss von Kevin Volland hatte Trimmel gerade noch abgeblockt, den Nachschuss nagelte der schnelle Stürmer jedoch zur 1:0-Führung ins Tor. Der Treffer zeigte Wirkung, Union agierte verunsichert und musste in der 25. Spielminute den zweiten Gegentreffer hinnehmen. Nach einem einfachen Ballverlust an der Strafraumgrenze schloss Alario ab, der leicht abgefälschte Schuss schlug im unteren Eck des Tores ein. Mit der klaren Führung im Rücken nahmen die Hausherren etwas den Fuß vom Gas und boten den Köpenickern mehr Räume. Gefährliche Torraumszenen wollten der Union-Elf dennoch nicht gelingen, sodass sie mit dem 0:2-Rückstand in die Pause ging.

Nach dem Seitenwechsel brachte Union-Coach Urs Fischer Akaki Gogia für den glücklosen Sheraldo Becker in die Partie und nur wenige Momente später musste der Schweizer ein zweites Mal wechseln. Christopher Lenz musste den Platz verletzt verlassen, für ihn übernahm Ken Reichel die Position des linken Verteidigers. Union zeigte sich nun etwas offensiver und traute sich im Angriffsspiel mehr zu. Leverkusen verwaltete das Ergebnis und profitierte erneut von einem Fehler der Eisernen. Der nur wenige Minuten zuvor eingewechselte Sebastian Polter traf Julian Baumgartliner im Mittelfeld im Zweikampf von hinten in die Beine. Nach Ansicht der Videobilder änderte Schiedsrichter Hartmann die zuvor gezeigte Karte von Gelb auf Rot und schickte den Stürmer vom Platz (66.). In Überzahl rissen die Hausherren das Geschehen nun wieder an sich, ohne jedoch das Tempo entscheidend zu erhöhen. Der Elf von Peter Bosz waren die schwindenden Kräfte nach dem Spiel in der Champions League am Mittwoch nun anzumerken. Mitchell Weiser verzog einen Schuss deutlich neben den Kasten (73.), Kai Havertz hatte die beste Möglichkeit zum 3:0, nagelte die Kugel jedoch aus 15 Metern an die Querlatte (82.). Union tauchte noch einmal in Person von Sebastian Andersson im Strafraum der Hausherren auf, Weiser verteidigte jedoch sicher gegen den Schweden.

„Glückwunsch an Peter und seine Jungs zum verdienten Sieg, über 90 Minuten war das eine klare Angelegenheit. In den ersten 25 Minuten war ich enttäuscht von unserem Auftritt, wir haben alles vermissen lassen was uns bisher ausgemacht hat. Wir waren schläfrig und nicht wach genug. Aus meiner Sicht legen wir die Bälle bei den Gegentoren auf, Leverkusen hat das eiskalt ausgenutzt. In der zweiten Hälfte haben wir uns mehr ausgerechnet, das 2:0 ist ein gefährliches Ergebnis, ein Anschlusstreffer kann da viel Auslösen. Wir schwächen uns dann aber im fünften Spiel zum dritten Mal mit einer roten Karte. Wenn wir unsere Ziele erreichen wollen, müssen wir aus solchen Situationen lernen. Das war heute ein enttäuschender Auftritt, das müssen wir akzeptieren, den Mund abwischen und gegen Frankfurt versuchen es besser zu machen“, äußerte sich Urs Fischer auf der Pressekonferenz.

Bereits am kommenden Freitag, dem 27.09.2019, steht für den 1. FC Union Berlin die nächste Bundesligapartie auf dem Programm. Im ausverkauften Stadion An der Alten Försterei trifft die Elf von Urs Fischer auf die SG Eintracht Frankfurt. Der Anpfiff gegen die Hessen erfolgt um 20:30 Uhr.

Quelle: 1.FC Union

Bayer 04 Leverkusen:
Hradecky – Dragovic, S. Bender, Wendell – Aranguiz, Baumgartlinger (70. Demirbay) – L. Bender (66. Weiser), Havertz, Amiri (83. Paulinho), Volland – Alario

1. FC Union Berlin:
Gikiewicz – Trimmel, Friedrich, Schlotterbeck, Lenz (49. Reichel) – Gentner, Andrich – Becker (46. Gogia), Ingvartsen (61. Polter), Bülter – Andersson

Sieg im Tiebreak nach dem 8:8-Zwischenstand

Mit einem hart erkämpften 3:2 Sieg (-18, 25, -9, 17, 9) kehrt der BBSC aus Borken nahe der holländischen Grenze in die Hauptstadt zurück. Drei gewonnene Sätze, in denen die Berliner Mannschaft jeweils 100 % abgerufen hat, brachten den letztjährigen Staffelmeister zur ersten Niederlage in einem Ligaheimspiel seit 3. März 2018.

Beide Mannschaften spielten zeitweise auf hohem Niveau, hatten zunächst aber auch ihre Phasen, in denen die Fehlerquote dem Gegner Tür und Tor öffnete. Die Münsterländer gestalteten zwei Sätze erfolgreich, doch gelang es dem BBSC, den Schalter umzulegen und Borken konstant das eigene Spiel aufzuzwingen. So ging der 4. Satz schon klar an die Gäste.

Der Ligameister zeigte auch im Tiebreak nach dem 8:8-Zwischenstand und angesichts heftiger Berliner Gegenwehr Nerven und ließ viele Eigenfehler zu. Der BBSC nutzte dies mustergültig mit viel Konzentration und Abgeklärtheit aus. Dank der Aufschlagserie von Annalena Grätz und konstantem Block-Abwehr-Spiel gewannen die Berlinerinnen den entscheidenden Tiebreak mit 15:9 und durften nach Abpfiff den ersten Saisonsieg bejubeln.

MVP wurden Josephine Suhr und auf Gegnerseite die 2009er Juniorinnen-Weltmeisterin Sina Kostorz.

Kapitänin Katharina Kummer war nach dem Spiel mehr als glücklich über den Sieg gegen Borken: „Dass was uns letztes Wochenende gegen RPB noch etwas an Konsequenz gefehlt hatte, konnten wir heute gegen Borken mehr aufs Parkett bringen und verdient die 2 Punkte mit nach Berlin nehmen.“

Trainer Robert Hinz bemerkte: „Ich bin stolz, dass wir uns trotz der mehrmaligen Rückstände immer wieder zurück ins Spiel gekämpft haben. Nun gilt es diese Leistung am kommenden Wochenende in Stralsund zu bestätigen.“ Nächsten Samstag, den 28.09.2019 um 17.00 Uhr spielt das Team in einer Reihe von insgesamt 5 Auswärtsspielen in der Diesterweg-Halle bei den Stralsunder Wildcats.

Für den BBSC im Einsatz: Marie Dreblow, Josephine Suhr, Katharina Kummer, Roxana Vogel, Juliane Stapel, Annalena Grätz, Annika Kummer, Mercedes Zach, Antonia Lutz, Alina Gottlebe-Fröhlich

Burkhard Kroll

Hertha BSC: Ein unwahrscheinlich wichtiger Sieg

Kellerduell Letzter gegen Vorletzter: Hertha gewinnt 2:1 und gibt die Rote Laterne an Paderborn ab. Man stelle sich lieber nicht vor, Hertha hätte zu Hause gegen den Aufsteiger nicht gewonnen. So bescheinige ich Ante Covic und dem Team gern, diesmal effektiven Konterfußball gespielt zu haben und als Berliner muss man wohl zufrieden sein, egal wie, Hertha hat gewonnen. Nur, ob das „Egal Wie“ den Ansprüchen genügt, sei auf Dauer dahingestellt.

Wenn Hertha zum Erhalt der drei Punkte auch noch so gespielt hätte, wie Paderborn, dann wären alle Anhänger optimistisch aus dem Olympiastadion mit der Freude aufs nächste Spiel nach Hause gegangen. Hertha hat aber wirklich nicht gut gespielt und auch nicht gezeigt, wer Herr im Hause ist.

Nur Dilrosun glänzte.  Ante Covic nahm nach der dritten Niederlage in Folge, dem 1:2 in Mainz zwei Veränderungen an seiner Startformation vor. Für Torunarigha und Lukebakio (beide Bank) starteten Klünter und Dilrosun. Der frühe Führungstreffer (10.) resultierte aus einer Einzelaktion von Dilrosun mit starkem Dribbling um fünf Paderborner und mit energischem Abschluss. Ansonsten viele Zweikämpfe und Fehlpässe, keine Spielstruktur, wenig Verständnis, wenig Torschüsse, kein vielversprechendes Angriffsspiel der Hertha, die sich so garantiert keine Freunde schaffen wird. zum nächsten Spieltag geht es zum nächsten Aufsteiger, dem 1.FC Köln.

Die Berliner haben vier Punkte – beide Berliner. Der 1.FC Union ist Tabellen-14., Hertha 15. Die Köpenicker verloren bei Bayer Leverkusen 0:2. Es kommt eben immer auf das Wie an. Im zweiten Durchgang wollte Union mutiger, d.h. offensiver werden, allerdings in der 64. Minute sorgte der drei Minuten zuvor eingewechselte Polter in einem Zweikampf (ungeschickt) von hinten für Aufregung. SR Hartmann entschied zunächst nur auf Gelbe Karte – nach Video-Studium an der Seitenlinie korrigierte er sich, Platzverweis für den Union-Stürmer (66.). Zu zehnt sind andere Mannschaften in Leverkusen auch schon eingegangen, Union hielt das 2:0. Der gelb-gesperrte Subotic fehlte, wird jedoch am Freitag, 20.30 Uhr, Alte Försterei, gegen Eintracht Frankfurt wieder einsatzfähig sein.

Christian Zschiedrich

Auswärtsaufgabe gegen Lemgo Lippe

Am Sonntagnachmittag um 16:00 Uhr sind die Füchse Berlin beim TBV Lemgo Lippe im Einsatz. Nach den beiden Siegen in Göppingen und zu Hause gegen den TVB Stuttgart möchte das Team von Velimir Petkovic am Sonntag die Siegesserie auf drei ausbauen. Mit einem Sieg könnte man sich im erweiterten Verfolgerfeld der Liga festsetzen.

Die Berliner haben in den letzten Spielen gezeigt, dass sie starke Leistungen abrufen können. In dem enorm wichtigen Spiel in Göppingen hatte sich der Hauptstadtklub nach einer Schwächephase zu Beginn der zweiten Halbzeit berappelt und konnte die Punkte einfahren. Im vergangenen Heimspiel gegen den TVB Stuttgart spielte man sich mit einer hochkonzentrierten Angriffsleistung souverän zum Sieg.

Am Sonntag wartet nun das Auswärtsspiel beim TBV Lemgo Lippe. „Lemgo ist eine starke Mannschaft und mit dem gewonnenen Punkt aus Erlangen wird es für uns noch schwerer, da das natürlich Anreiz gibt, um gegen uns doppelt zu Punkten.“ Doch die Berliner können aus den vergangenen Spielen ihr Selbstvertrauen ziehen. Zudem möchten die Füchse auch ihren letzten Auftritt in Lemgo vergessen machen.

In der vergangenen Saison unterlagen die Berliner beim TBV mit 30:34. Doch aktuell hat der Hauptstadtklub die bessere Form und geht beim 14. Der LIQUI MOLY HBL deshalb als Favorit ins Rennen. „Wir wollen den positiven Schwung der letzten Spiele mitnehmen und auch in Lemgo einen weiteren Schritt nach vorne machen“, so Velimir Petkovic zur Zielstellung. Wenn die Füchse beim TBV doppelt punkten, dann haben die Berliner trotz des ernüchternden Saisonstarts vorerst einen Platz in der erweiterten Verfolgergruppe der Liga sicher.

Quelle: Füchse Berlin Handball