In Schlagzeilen geraten: Al-Dersimspor in der 7. Liga

Kommentare zu Streitfällen sollten objektiv sein. Schon deshalb betone ich im Fall Dersimspor nicht vor Ort selbst Zeuge der Vorfälle am Lilli-Henoch-Sportplatz, Anhalter Bahnhof, gewesen zu sein. Dennoch darf und sollte man sich seine Meinung als sogenannter Außenstehender bilden. Mit Bedacht habe ich meinen Liga-Bericht nicht mit der negativen  Schlagzeile von den Vorfällen beim Spiel Al-Dersimspor – Frohnauer SC, 2:4, betitelt, wohl aber mir nach Nennung der vier Platzverweise, alle gegen Dersimspor (ungewöhnlich gegen nur eine Mannschaft), erlaubt de facto zu äußern, über die Strafen gespannt zu sein, vor allem zu fragen, was wohl die Sportgerichtsverhandlung ergeben mag.  Hatte das laut Deresimspor nicht provozierenden Charakter? Musste das der Regel entsprechend sein? Ja, sagt der Referee vom BSC Rehberge mit seinen Assistenten.

Fakt ist auch, dass der Berliner Fußball-Verband gegen die zunehmende Gewalt etwas unternehmen muss und vielleicht sogar in dem Falle Dersimspor ein Exempel statuiert. Gewalt auf Sportplätzen geht einfach nicht. Bild Berlin titelte am Montag, „Dersimspor vor dem Aus?“ Jetzt werden natürlich alle Sünden in der Vergangenheit hochgekocht. Für den sündigen Verein spricht, dass laut Fußball-Woche Vorstandsmitglieder den Referee in die Kabine begleiteten und ihn vor eventuellen Angriffen beschützten.  Daraus ergibt sich zwangsläufig die Frage, wurde der Schiedsrichter angegriffen oder hatte er Angst davor und veranlasste, die Polizei zu rufen? Beides wäre denkbar. Musste das sein?

Vorbehalte gegen SR Steffen Paffrath bestanden ja seitens Dersimspor mit Äußerungen   „angestauter Frust“ und früheren Platzverweisen gegen Dersimspor… Nun die Sportgerichtsverhandlung ist mit Urteilen frühestens am 11.Oktober soweit. Der Schiedsrichterausschuss tagte sofort am Montag und verhängte bis zur Sportgerichtsverhandlung drastische Strafen. Oberflächlich betrachtet werden Viele sagen: Richtig so!  Der Vorsitzende Jörg Wehling sieht den Schutz der Schiedsrichter (oberste Priorität) bei Dersimspor momentan  nicht mehr gewährleistet, deshalb wohl trifft die Entscheidung bis zum Sportgerichtsurteil alle Männermannschaften von Dersimspor: Ab sofort keine Schiedsrichter mehr zu den Spielen, ob heim- oder auswärts, anzusetzen!

Was bedeutet das für einen Verein? Da scheint Bild-Berlin mit seinem „Aus“ für Dersimspor wohl Recht zu behalten. Welcher Berliner Club könnte das verkraften? Und mal ehrlich, bei vier Platzverweisen gegen den einheimischen Verein, würden da nicht auch die Emotionen hochkochen… Die Platzverweise nun richtig einzuordnen, ist fast nicht möglich. Waren infolge der Meckereien von außen und innen gegen die SR-Entscheidungen eventuell verärgerte Überreaktionen des Unparteiischen mit im Spiel. Musste das sein? Das gibt es eeinfach nicht, sagt garantiert der Schiedsrichterausschuss.

Die zunächst drei abgesagten Pflichtspiele könnten sogar in der Sportgerichtsverhandlung mit 0:6 Toren gegen Dersimspor gewertet , sie könnten aber auch neu in Nachholspielen hinten angesetzt werden. Wird dem Verein überhaupt eine weitere Teilnahme am Spielbetrieb erlaubt? Der sportliche Leiter von Dersimspor Erdal Güncü  ist über die Tatsache, dass alle Mannschaften seines Vereins bestraft wurden, ohne zu den Vorfällen Stellung nehmen zu können, sehr enttäuscht. Der beschuldigte Spieler wurde sofort seitens des Vereins suspendiert.

Christian Zschiedrich  

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Christian Zschiedrich

Er kann von sich mit Fug und Recht behaupten, immer ein Leben für und durch den Sport geführt zu haben. Er spielte Fußball, nicht mal untalentiert, brachte es dabei zu einigen Ehren, studierte Sport in Leipzig, arbeitete als Sportlehrer und trainierte Fußballmannschaften. Zwischendurch erwarb er beim DFB seine Trainerlizenz. Nach und nach entdeckte er dabei sein Herz für den Sportjournalismus, schrieb Artikel für verschiedene Zeitungen und hob in Berlin eine eigene Sportsendung im Lokal-TV aus der Taufe. Über 2.000 Sendungen wurden unter seiner Leitung produziert. An`s Aufhören verschwendet er keinen Gedanken, schließlich bietet das Internet viele neue Möglichkeiten.

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