Berliner Vereine in der Regionalliga

Die Regionalliga Nordost hat bereits vier Spieltage absolviert. Die Vereine haben eine englische Woche hinter sich Unter der Woche gab es ein Berlin-Derby. Der FC Viktoria empfing in Lichterfelde den Berliner AK und am Ende waren die Schützlinge von Jeffrey Seitz, den ersten Punkt der Saison erobert zu haben. Für den BAK war es ja erst das zweite Spiel der Saison, die Partie des 2. Spieltages gegen Hertha II wurde verlegt. Am vierten Spieltag setzte im Heimspiel gegen Rot-Weiß Erfurt im Poststadion eine deutliche 0:4 Niederlage, trotzdem sieht Trainer Seitz seine Mannschaft auf dem richtigen Weg.

Am Dienstagabend, 15.08.2023, sorgte Herthas Zweite für eine Überraschung. Unter Flutlicht wurde im Stadion am Wurfplatz, auch bekannt als Amateur-Stadion, vor der dort eher seltenen Kulisse von 1.680 Zuschauern der Drittligaabsteiger FSV Zwickau in einem turbulenten Spiel mit 4:3 geschlagen. Erst mit 2:0 geführt, Ausgleich 2:2, wieder geführt mit 3:2, als sich das 3:3 als Endergebnis andeutete, schlug Gustav Christensen zu und machte in der 88. Minute den Sieg perfekt. Offenbar beflügelt von diesem Erfolg, wurde am Freitag, 18.08. im Jahnsportpark die VSG Altglienicke regelrecht vernascht. Die Hertha-Bubis führten bereits mit 5:0, ehe Altglienicke zum ersten Treffer kam. Beim Abpfiff stand ein 6:2 für die Nachwuchsprofis der Hertha auf der Anzeigetafel. Überragend im Hertha-Dress war Sturmjuwel Derry Scherhant, zwei Tore erzielt und eins vorbereitet. Die Volkssportler von Trainer Karsten Heyne schwächeln, im Berliner Pokal nach Elfmeterschießen gegen Lichtenberg 47 raus, allerdings gewannen sie anschließend ihr Punktspiel in Luckenwalde mit 4:1, sechs Punkte aus vier Spielen sind nicht die allerschlechteste Ausbeute und die Saison ist noch lang.

Am 4. Spieltag wiederholte Viktoria das Ergebnis vom Spieltag zuvor. Nach 90 Minuten plus Nachspielzeit hieß es 1:1. In einem ausgeglichenen Spiel gingen die Westsachsen in der 83. Minute in Führung, Fatih Baca konnte in der vierten Minute der Nachspielzeit noch ausgleichen.

Etwas holprig verläuft die Startphase für den BFC Dynamo. Am 3. Spieltag reichte es unter Woche nur zu einem 1:1 gegen den ZFC Meuselwitz und am 4. Spieltag taten sie sich schwer mit dem Pflichtsieg beim Aufsteiger Eilenburg. Sie gestatteten dem FC Eilenburg zunächst in Führung zu gehen, der BFC hat Rufat Dadashov. Er drehte mit seinen Treffern in der 44. und 74. Spielminute die Begegnung anschließend drückte der Aufsteiger vehement auf den erneuten Ausgleich. In der Nachspielzeit machte Erlind Zogjani alles klar und stellte auf das Endergebnis von 3:1.

Eine optimale Punkteausbeute von 12 Zählern kann kein Team vorweisen. An der Tabellenspitze rangieren mit je 10 Punkten der FC Rot-Weiß Erfurt und der Greifswalder FC, ungeschlagen sind noch drei Mannschaften, zu den beiden Spitzenreitern gesellt sich Herthas Zweite, allerdings erst mit drei ausgetragenen Spielen. Energie Cottbus hat sieben Zähler und Babelsberg hat deren neun.

Am 5. Spieltag gibt es gleich am Freitagabend, in Lichterfelde das Berlin-Derby Viktoria gegen Altglienicke und zeitgleich steigt im Sportforum ein kleiner Krisengipfel, der BFC Dynamo empfängt Carl Zeiss Jena, am 25. August 2023 beginnen beide Spiele um 19:00 Uhr. Hertha II spielt am Sonntag in Meuselwitz und der BAK muss im Ostsee-Stadion gegen Hansa Rostock II bestehen.

Hans-Peter Becker

Hertha Krise spitzt sich zu – Union mit Traumstart in die Saison

Berliner Profifußball im Überblick

Seit dem Abstieg der Alten Dame ist der Berliner Profifußball zweigeteilt und die weitere Entwicklung scheint genauso auseinanderzulaufen, wie einst zwischen Ost- und Westberlin.

Am 3. Spieltag der 2. Liga mühte sich Hertha in Hamburg beim einst ruhmreichen HSV ab. Nahtlos setzten sie ihre Bilanz des Schreckens fort, die Null steht weiterhin. Keine Punkte und nach drei Spielen lediglich Tore kassiert und selbst kein einziges erzielt. War es gegen Wehen-Wiesbaden unglücklich, in Hamburg hatten sie keine Chance und verließen als klare 0:3 Verlierer den Platz. Dabei reifte im Vorfeld etwas Optimismus, in der ersten Pokalrunde wurde Jena klar dominiert und unter Woche, nach Aussagen von Trainer Pal Dardai, gut trainiert. Es reichte trotzdem nicht annähernd. Stand jetzt, muss man und von mir aus auch Frau sich ernsthaft Sorgen machen. Es fehlt an Geld und als Konsequenz daraus fehlt es dann an Qualität. In Hamburg gelang es nicht einmal, sich eine verheißungsvolle Chance zu erarbeiten. Die Statistik verzeichnete 11 Torschüsse für die Hertha und die waren keine ernsthafte Gefahr.

Das Transferfenster ist noch bis zum 1. September 2023 geöffnet, für ein Problem. Erst dann steht endgültige Kader. Es fehlt das Geld, Spielerverkäufe, die die Kasse füllen könnten, Herthas Not ist bekannt, werden erst im letzten Augenblick getätigt werden. Diego Demme würde gerne kommen, für relativ kleines Geld, nicht einmal das kann sofort gezahlt werden. Jammern hilft nicht, weitermachen und auf ein bisschen Glück hoffen. Der HSV war eine Nummer zu groß.

Ganz anders stellt sich die Situation beim 1. FC Union dar, der Club, der eher das ist, was Hertha werden wollte. Der unaufhaltsame Aufstieg seit dem historischen Datum 27.05.2023 scheint immer weiterzugehen. Die Saisoneröffnung ist mehr als geglückt. Als Gegner hatte sich der FSV Mainz 05 in die „Alte Försterei“ bemüht. Der Mainzer Trainer Bo Svensson schien im Vorfeld eine böse Ahnung zu haben, er wurde zitiert mit den Worten, die Alte Försterei ist „das vielleicht schwierigste Stadion im Moment“. In der Bundesliga gab für seine Mannschaft bisher nichts zu holen. Da bleib auch so, am Sonntagnachmittag, 20. August 2023 wurde seine Mannschaft regelrecht versenkt. Kaum auf dem Platz lagen sie bereits hinten, bereits mit dem ersten Angriff waren die Eisernen erfolgreich. Kevin Behrens machte es per Kopf vor dem Gästeblock und nur acht Minuten später, erneut per Kopf, Behrens mit dem 2:0. Mainz war bemüht, viel Aufwand, aber kein Ertrag.

Die Eisernen hatten auch in der zweiten Halbzeit alles im Griff. Etwas Spannung hätte in der 61. Minute aufkommen können. Unions Neuzugang Diego Leite foulte im Strafraum und der Mainzer Mittelstürmer Ludovic Ajorque muss vor der Waldseite gegen Frederik Rönnow zum Elfer antreten. Es hat sich ganz geklappt mit der Verlade des Torhüters. Den ganz schwach getretenen Elfer kann Rönnow sogar festhalten, die Höchststrafe für den Schützen. So etwas kann dem besten Profi passieren, zumal es sein französischer Landsmann und Verteidiger Anthony Caci in der 64. Minute besser machte und einen abgewehrten Ball volley zurück auf das Tor schickte und Rönnow keine Chance der Abwehr ließ. Bei Eisernen stand Behrens auf dem Platz und der machte es zum dritten Mal nach dem Muster, Flanke, Kopfball Behrens und Tor. Die Mainzer hoben resignierend die Hände. In der 88. Minute trat Ajorque erneut zum Elfer an, hätte er besser nicht tun sollen, erneuter Versuch den Torwart zu verladen, diesmal in die andere Ecke und Rönnow hält wieder den Ball fest. Was war das denn? So mancher Amateur aus der Kreislage hätte das besser gekonnt. In der Nachspielzeit erhöhte Milos Pantovic auf 4:1 und erhöhte so weiter das Mainzer Frustlevel.

Stimmen nach dem Spiel des 1. FC Union

“Das war Wahnsinn und auch das erste Mal, dass ich in der Bundesliga überhaupt einen Elfmeter gehalten habe. Ich bin froh, dass ich der Mannschaft mit meinen Paraden helfen konnte. Am Ende haben wir drei Punkte und das ist das Wichtigste”, freut sich Frederik Rönnow über zwei parierte Strafstöße.

„Es war heute überragend. Ich versuche immer, Vollgas zu geben und der Mannschaft zu helfen. Das ist mir heute ganz gut gelungen. In der vergangenen Woche haben wir uns im Pokal ein bisschen schwergetan, aber heute sind wir von Anfang an super ins Spiel reingekommen. Am Ende war es ein hochverdienter Sieg für uns“, sagt Dreifach-Torschütze Kevin Behrens.

“In einer Phase, in der wir nicht gut waren, hält uns Freddy im Spiel. Das war wichtig. Auch der Rest war heute größtenteils sehr gut, ich denke da zum Beispiel daran, wie wir die Tore vorbereitet haben. Unsere Flanken kamen perfekt und dann hat Kevin einfach das Gespür für die Situationen. Wir wussten vor dem Spiel nicht genau, wo wir stehen. Vieles haben wir heute schon sehr gut gemacht, aber ich habe auch Dinge gesehen, die noch besser gehen”, lobt Cheftrainer Urs Fischer seine Mannschaft nach der Partie.

Hans-Peter Becker/1. FC Union Berlin

Eisbären Testspiel in Weißwasser

Die Eisbären Berlin haben ihr erstes Testspiel im Rahmen der Vorbereitung auf die Saison in der Deutschen Eishockey Liga erfolgreich bestritten. In Weißwasser, beim Kooperationspartner Lausitzer Füchse, hieß es am Ende 5:1 für die Eisbären. Draußen herrschten tropische Temperaturen, 2.732 Zuschauer waren in die 2012 errichtete „Eisarena“ gekommen. Die Lausitzer Füchse, die hier zu Hause sind, spielen in der DEL2 und sind der Kooperationspartner der Eisbären. So liefen Nikita Quapp, Rio Kaiser, Rayan Bettahar und Eric Hördler im Trikot der Füchse auf.

Nach dem ersten Drittel stand es 1:0 für die Eisbären, Yannik Veilleux überwand Nikita Quapp in der 10. Spielminute. Im Mittelabschnitt bauten die Eisbären ihren Vorsprung auf eine 4Tore-Führung aus. Sie benötigten dafür nur knapp vier Minuten. In der 35. Spielminute nutzten die Hausherren ein Überzahl für den Ehrentreffer. Den Endstand besorgte Michael Bartuli. Der Stürmer-Neuzugang vom EC Bad Nauheim feierte am Tag zuvor seinen 21. Geburtstag.

Stimmen zum Spiel

Serge Aubin (Trainer Eisbären Berlin): „Ich freue mich über den Sieg. Es ist immer schön zu gewinnen. Wir haben strukturiert gespielt und auf die Details geachtet. Ich habe alle Spieler genau beobachtet. Auch unsere Eisbären-Profis, die heute für Weißwasser gespielt haben. Wir haben einen tiefen Kader, den wir für die bevorstehende Saison brauchen werden. Alle Spieler haben mir gefallen. Die Atmosphäre im Stadion war herausragend.“


Tobias Eder (Stürmer Eisbären Berlin): „Im Großen und Ganzen können wir mit dem Spiel zufrieden sein. Wir hatten uns vorgenommen, in unserem System zu spielen. Zudem wollten wir bereits heute so viel wie möglich von dem umsetzen, was wir in den vergangenen zwei Wochen trainiert haben. Das ist uns über weite Strecken der Partie gut gelungen. Wir haben schöne Treffer erzielt und solide verteidigt. Das Zusammenspiel mit Yannick Veilleux und Michael Bartuli hat gut funktioniert. Ich freue mich über mein erstes Tor für die Eisbären. Unser Sieg ist mir aber wichtiger. Die Stimmung im Stadion war fantastisch.“

20.08.2023 Eisarena Weißwasser Eishockey Testspiel

Lausitzer Füchse – Eisbären Berlin 1:5 (0:1, 1:4, 0:0)

Aufstellungen
Lausitzer Füchse: Quapp (ab 41. Spielminute: Steffen) – Bettahar, Blumenschein; Wäser, Ruopp; Braun, Zauner; Kaiser, Fleischmann – Breitkreuz, Dove-McFalls, Scheidl; Anders, Valentin, Kiefersauer; Järveläinen, Coughler, Mäkitalo; Visner, Valasek, Hördler; Ziesche – Trainer: Petteri Väkiparta

Eisbären Berlin: Hildebrand (ab 29. Minute: Stettmer) – Müller, Wissmann (C); Melchiori, Finkelstein; Mik, Ellis (A); Geibel, Nowak – Noebels (A), Byron, Pföderl; Tiffels, Boychuk, Ronning; Veilleux, Eder, Bartuli; Heim, Wiederer, Bergmann – Trainer: Serge Aubin

Tore
0:1 – 09:16 – Veilleux (Bartuli) – EQ
0:2 – 27:37 – Noebels (Pföderl, Ellis) – EQ
0:3 – 29:30 – Eder (Veilleux, Bartuli) – EQ
0:4 – 31:20 – Boychuk (Ronning, Tiffels) – EQ
1:4 – 34:28 – Blumenschein (Järveläinen, Coughler) – PP1
1:5 – 37:48 – Bartuli (Eder, Veilleux) – EQ

Strafen
Lausitzer Füchse: 6 (2, 2, 2) Minuten – Eisbären Berlin: 8 (0, 6, 2) Minuten

Schiedsrichter

Seedo Janssen, Lukas Pfriem (Kenneth Englisch, Bruce Becker)

Zuschauer
2.732

Hans-Peter Becker/Eisbären Berlin

TuS Makkabi im DFB-Pokal

Am 3. Juni 2023 gelang ihnen historisches, gemeint ist der TuS Makkabi mit Trainer Wolfgang Sandhowe. Sein Wunsch nach dem Sieg im Berliner Pokal, gegen Union oder Hertha antreten zu dürfen, erfüllte die Wunschfee leider nicht, immerhin wurde es ein Bundesligist.

Gut anderthalb Monate später dürfen seine Männer aus der Oberliga gegen den Bundesligisten VfL Wolfsburg ran. Für das Spiel am Sonntag, 13. August 2023 im altehrwürdigen Mommsen-Stadion, am selben Ort ihres Triumphs, werden rund 5.000 Zuschauer erwartet. Ein freudiges Wiedersehen dürfte es für den Makkabi Trainer mit den Kovacs Brüdern geben. Einst ebnete er für Robert Kovac (heute Co.-Trainer seines Bruders beim VfL Wolfsburg) den Weg in den Profifußball. Er holte Robert Kovac (damals 22 Jahre alt) von Hertha 03 Zehlendorf zum Zweitligisten 1.FC Nürnberg. Als Trainer der Reinickendorfer Füchse wollte er Nico Kovac verpflichten, der sich allerdings damals für Hertha BSC entschied. Egal, wie das Spiel am Sonntag ausgehen wird, anschließend werden die Kovacs Brüder und der Fußball-Lehrer sicherlich noch einige alte Geschichten aufwärmen.

Wolfgang Sandhowe nach dem Berliner Pokalsieg © 2023 Foto: Hans-Peter Becker

Was das bevorstehende Spiel betrifft, der Fünftligist ist der krasse Außenseiter. Der Trainer selbst äußerte in einem Interview: „Trotzdem wollen wir die klitzekleine Chance, die wir haben, ergreifen. Ich fasse unsere Hoffnungen mal so zusammen: Ich wünsche mir als Trainer für dieses Spiel einen Scheißplatz, der uneben ist und holprig. Wir haben vielleicht sogar das Glück, dass einen Tag vorher ein American-Football-Spiel im Mommsenstadion stattfindet. Ich hoffe somit, dass der Rasen fast unbespielbar ist und dass es dazu auch noch regnet wie Sau. Und ich hoffe, dass alle denken: Wer ist Makkabi? Die hauen wir mit links weg! Wir wollen als Amateurverein so auftreten, dass alle sagen: Mensch, es war doch gar nicht so einfach, gegen uns zu spielen! Wir wollen alles in die Waagschale werfen und mit Herz agieren, ….“ Die „Generalprobe“ ging knapp daneben. Am 1. Spieltag der Oberliga unterlagen die Sandhowe Schützlinge beim Regionalliga-Absteiger Lichtenberg 47 mit 1:2.

Die beiden Berliner Profi-Mannschaften haben aufgrund ihrer Ligazugehörigkeit automatisch ein Startrecht für die 1. Runde. Das Los bestimmte für Hertha und die Eisernen jeweils einen Regionalligisten. Die Rot-Weißen reisen zum FC Astoria Walldorf aus der Regionalliga Süd West und nicht ganz so weit, hat es Zweitligist Hertha BSC. In Jena wartet der FC Carl-Zeiss auf die Berliner und wird versuchen, wie im letzten Jahr, als der VfL Wolfsburg nur mit großer Mühe weiterkam, dem Höherklassigen ein Bein zu stellen.

Der DFB schüttet, mit insgesamt 69 Millionen Euro, soviel Prämien aus, wie noch nie in der Pokalgeschichte. So dürfen sich selbst die Verlierer der 1. Runde über 215.600 EUR Zuwachs für die Vereinskasse freuen.

Hans-Peter Becker

Trainingsauftakt der Eisbären

Sie reckten ihre Schläger zum Gruß in die Höhe, eine Stunde lang hatten sich gut eintausend Anhänger im Welli in Hohenschönhausen eingefunden, sie wollten die erste Trainingseinheit ihrer Lieblinge sehen. Als erster betrat kurz nach 18 Uhr am Montag, 7. August 2023 der Cheftrainer Serge Aubin das Eis, ihm folgten 26 Profis des aktuellen Kaders. Aktuell haben die Eisbären bisher 28 Spieler unter Vertrag, drei Torhüter, elf Verteidiger und 14 Stürmer. Krankheitsbedingt fehlten nur Rayan Bettahar und Nachwuchsspieler Norwin Panocha.

Mit dabei waren auch die Vize-Weltmeister aus den Reihen der Eisbären. Neben Jonas Müller, Nordamerika-Rückkehrer Kai Wissmann, Manuel Wiederer und Marcel Noebels, galt die Aufmerksamkeit natürlich dem Neuzugang Frederik Tiffels, der vom amtierenden Meister RB München nach Berlin wechselte. Er wurde ja auch Vize-Weltmeister 2023, mit seinem Tor in der Overtime im Halbfinale gegen die USA schoss er Deutschland ins Finale. Jetzt hoffen die Fans in Berlin auf möglichst viele Tiffels-Tore für die Eisbären. Berlin ist eine große Stadt und einen Lieblingsbezirk hat er bisher noch nicht ausmachen können. Zudem ist ja erst kurz in Berlin. Sein Vertrag bei den Eisbären läuft langfristig, die Rede ist von vier Jahren, genug Zeit für den gebürtigen Kölner Berlin zu erkunden. In einigen Berliner Eishallen hat er bereits als Nachwuchsspieler Erfahrungen sammeln können.

Froh, wieder in Berlin zu sein, ist Kai Wissmann. Mit der Nationalmannschaft fand die letzte Saison zu guter Letzt einen versöhnlichen Abschluss. Sein Jahr in Nordamerika sieht er als wichtige Erfahrung, wenn auch nicht alle Wünsche in Erfüllung gingen. Beim NHL-Team der Boston Bruins kam er nicht zum Einsatz, dafür absolvierte er 31 Spiele in der American Hockey League für das Farmteam.

Es war das erste Training, Fragen, wie die bevorstehende Saison ablaufen könnte, lassen sich noch nicht beantworten. Die bisher feststehende Kaderliste verspricht einiges und Serge Aubin gab sich optimistisch. Alle sind gesund und fit aus dem Urlaub gekommen. Nach den ersten Eindrücken aus dem Training stellte er bereits fest: „Wir sind schneller geworden.“ Jetzt stehen harte Wochen der Vorbereitung an, bevor es am 15. September mit dem ersten Heimspiel gegen den ERC Ingolstadt wieder um Punkte geht.

Für Vorbereitungsphase haben die Eisbären insgesamt sechs Spiele vereinbart. Bereits am 20. August steht der erste Test bei den Lausitzer Füchsen. In Berlin wird nur einen Test geben, am 27. August empfangen die Eisbären in der heimischen Arena Sparta Prag. Weitere Testspiele wurden mit dem HC Hradec Kralove aus der tschechischen Extra-Liga und aus der DEL mit den Grizzlys Wolfsburg sowie den Fischtown Pinguins vereinbart.

Hans-Peter Becker

Blick in die Regionalliga – BFC Dynamo hadert mit dem Schiedsrichter

Im Spitzenspiel der Regionalliga Nordost ließ Favorit Energie Cottbus erneut Federn. Gegen Rot-Weiß reichte es im heimischen Stadion der Freundschaft nur zu einem Punktgewinn, man trennte 1:1. Pele Wollitz führte die Startschwierigkeiten seiner Truppe auf die kurze Vorbereitungszeit zurück. Zudem hätte das lange Warten auf die Relegation zur Folge gehabt, dass die Spieler nur zwei Wochen Urlaub machen konnten.

Einen Tag später empfing die VSG Altglienicke den BFC Dynamo im Jahnsportpark. Bei lausigem Sommerwetter hatten sich immerhin 1.296 Zahlende, größtenteils Fans der Weinroten, eingefunden. Altglienicke hat trotz einiger Widrigkeiten eine schlagkräftige Mannschaft zusammenbekommen. Unter Woche wurde noch Akaki Gogia verpflichtet. Er war 2017 der erste Millionen Transfer des 1. FC Union und 2022 wurde er Meister in der Schweiz mit dem FC Zürich. Kurz vor Halbzeitpause wurde er, für Ali Abu-Alfa, einem anderen Neuzugang, kam von Energie Cottbus, eingewechselt.

Da führten die Dynamos noch mit 1:0. Die Halbzeit mussten sie mit lediglich acht Feldspielern beenden. Im Brennpunkt des Geschehens stand Schiedsrichter Henry Müller, der Polizeibeamte aus Cottbus zeigt in der 26. Minute glatt rot für David Kamm Al-Azzawe, eine harte, aber vertretbare Entscheidung, mit etwas Fingerspitzengefühl hätte es eine gelbe auch getan. Geahndet wurde eine Notbremse an der Strafraumgrenze, allerdings befand sich ein weiterer BFC-Verteidiger auf gleicher Höhe und Vorsatz war ebenso nicht zu erkennen. Trotz Unterzahl ging der BFC in Führung durch, wie konnte es anders sein, Rufat Dadashov. Neuzugang Mc Moordy King Hüther (kam von Hertha II) stieg vor Freude auf den Zaun vor den BFC-Fans, verbotener Jubel und die Konsequenz war gelb und dann rot vom Schiri aus Cottbus. Mal ganz ehrlich, Herr Müller, in dieser Situation darf man mal wegschauen.

Zahlenmäßig so stark dezimiert, war der BFC in Halbzeit Zwei chancenlos. Sie wehrten sich, so gut es ging. Gogia in der 52. Minute erzielte den Ausgleich und Anthony Roczen, Neuzugang aus der Oberliga, spielte für den RSV Stahnsdorf, sowie der vom FC Bayern München ausgeliehene Nachwuchsmann Yousef Qashi sorgten für den 3:1 Sieg der Schützlinge von Trainer Karsten Heine. Der wusste natürlich das Ganze richtig einzuordnen, den Sieg nahmen sie trotzdem gerne mit. Insgesamt war es schade, dass der Schiedsrichter so im Mittelpunkt stand. Es wäre spannend gewesen, wie das Spiel sich weiter mit voller Mannschaftsstärke des BFC-Dynamo entwickelt hätte.

Zeitgleich wurde in Leipzig bei der BSG Chemie das Spiel gegen den FC Viktoria angepfiffen. Vor fast 4.000 Zuschauern im altehrwürdigen Alfred-Kunze Sportpark fehlte den Himmelblauen das Glück vor dem Tor. Der Treffer von Timo Mauer wurde zum goldenen Tor und so fuhren die Keskin Schützlingen mit leeren Händen zurück nach Berlin.

Mehr Glück hatten die Babelsberger, sie gewannen in Eilenburg mit 1:0.

Am nächsten Wochenende müssen Berlins Regionalligisten im Berlin-Pokal ran. Wir erinnern uns, der BFC und Viktoria waren ja im Halbfinale gescheitert, so dass dem Oberligisten TuS Makkabi, mit Trainer Wolfgang Sandhowe die Ehre zuteilwird, die Hauptstadt im DFB-Pokal zu vertreten.

In der ersten Runde des Berliner Pokals triff der BFC auf den Oberligisten Hertha 06, Viktoria bekommt es mit einem Berlin-Ligisten, dem Spandauer SC Teutonia 99 zu tun und Altglienicke muss gegen Regionalligaabsteiger Lichtenberg 47 im Zoschke ran. Hertha II tritt nicht im Pokal an, während der BAK gegen den Bezirksligisten Fortuna Pankow bestehen muss.

Hans-Peter Becker

Mein bitterböser Kommentar

Hertha, mit null Punkten nach zwei Spielen in die Saison gestartet, steht besser da als die Frauen-Nationalmannschaft, mit zwei Niederlagen und ausgeschieden in der WM Vorrunde. Hertha darf weiter in der 2. Liga mitspielen und musste am Saisonanfang zum Glück noch keine Ko-Spiele bestreiten. Nun vergleicht der Zschiedrich Hertha BSC größenwahnsinnig schon mit der Frauen-Nationalmannschaft, höre ich die Kritiker sagen. Bloß nicht, ich vergleiche lediglich die Ursachen und Wirkung, da präsentierte sich Hertha wesentlich besser, als das Nationalteam.

Die Niederlage der Frauen gegen Kolumbien endete in Selbstherrlichkeit. Meinem Sohn gegenüber und in meinem sportbegeisterten Umfeld betonte ich, dass es nun klarer Signale bedarf, am besten zwei Spielerinnen nach Hause zu schicken, von denen, die anscheinend gar nicht wussten, worum es ging und was es bedarf, Weltmeister zu werden – nämlich, stets einer geschlossenen, konzentrierten Mannschaftsleistung. Wie kann man bei der allerletzten Gelegenheit, bei einem Eckball für den Gegner, träumerisch lustwandeln und jede Zuordnung vergessen. Das ist Größenwahn und kein Anfängerverhalten.

Chefredakteur
Christian Zschiedrich © Foto Sportick

Die letzte Chance, mit einem Sieg im Spiel gegen Südkorea, doch noch das Achtelfinale zu erreichen, musste ganz anders angegangen werden. Ich hätte Torschussübungen über Torschussübungen trainieren lassen und das Team ins Match geschickt, wirklich aus allen Lagen zu schießen, auch mal mutig aus der zweiten Reihe, um mögliche Abpraller zu verwerten. Bedeutet bei sogenannten zweiten Bällen musste schnell schaltend hinterhergegangen werden. Habt ihr, liebe Fußballfreunde mal beobachtet, wie die Deutschen umgeschaltet haben und wer den Angriffen hinterhergegangen ist, sich etwa geschlossen im Spiel nach vorn eingeschaltet hat?

Für mich jedenfalls ganz auffällig, wie geschlossen die Koreanerinnen gemeinsam den Spielaufbau der Deutschen verhindert haben, ebenso die eigenen Angriffsaktionen alle unterstützt und sofort alle im Spurt umgeschaltet haben, um bei Ballverlust, die Deutschen schon in ihrer Hälfte oder noch früher zu stören. Sie stellten sich nicht etwa hinten rein und ließen etwa die behäbigen Deutschen kommen. Das müssen die Schützlinge von der sonst imponierenden Trainerin Voss-Tecklenburg erwartet haben. Südkorea hätte sogar mit dem ersten Angriffsball in Führung gehen müssen und dann beim 1:0 schlief die keineswegs aufmerksame oder gar deckungstreue Mannschaft, sodass die Gästeführung zwangsläufig kommen musste.

Ich fragte mich, wie „menschlich“ hätte ich an der Seitenlinie reagiert? Bei der großartigen Reaktion von Torsteherin Ann-Katrin Berger, den Ball gerade noch an den Pfosten gelenkt, wäre ich wohl draußen bereits „geplatzt“. Hätte getobt und geschrien „Alle aufwachen“! Der Reihe nach hätte sie mindestens fünf Namen rufen müssen. Voss-Tecklenburg zeigte gewiss eine enttäuschte Miene, ansonsten sah es so aus, als hätte sie in dem Moment ihre Spielerinnen am liebsten in den Arm genommen. So eine Situation muss sie wohl noch nie erlebt haben.

Und nun zur Hertha: Wesentlich besser plädierte ich ja bereits eingangs. Erfahrungsgemäß gehen solche Spiele immer mal wieder verloren. Nicht nur mir gefiel, mit welcher Einstellung der Absteiger gegen den Aufsteiger zu Werke ging. Ein zurückgenommener Elfer, ein Lattenschuss und knapp ihr Ziel verfehlende Abschlüsse kamen hinzu. In völliger Übereinstimmung verweise ich auf den Bericht hier auf unserem Portal von Hans Peter Becker. Wehen wird im Verlaufe der Saison so manchem das Fürchten lehren. Meine Meinung über Hertha: Die Berliner werden trotz des Fehlstarts keineswegs durchgereicht. Ganz wichtig sogar, das Spiel der Hertha ist wieder sehenswert, echt gut anzuschauen, auch wenn etliches noch ineinandergreifen muss.

Der Aufsteiger, kein großes Zugpferd, verteidigte nicht nur und wann sah man denn Hertha so voller Willen in letzter Zeit mal angreifen? Ein Spiel, das für gut 40.000 Besuchern vom Verlauf her, mit guten statistischen Werten, spannend dargeboten wurde. Gegen „größere“ Mannschaften werden es hoffentlich bald mehr Zuschauer im Olympiastadion sein. Natürlich sind die nächsten Begegnungen, natürlich auch das Pokalspiel in Jena beim Drittligisten, von Bedeutung. Das ZDF beorderte meinen Sohn übrigens nach Jena. So unglücklich wie gegen Wehen wird es, mit einem Tor in der Nachspielzeit, garantiert nicht immer ausgehen. Allerdings, Pokalspiele sind Ko-Spiele! Wir stöbern deshalb nicht erst großartig in Erinnerung. Schau’n wa mal…

Christian Zschiedrich

Hertha weiter ohne Punkte

Angenehme Temperaturen und die Aussicht auf die ersten Punkte der Saison hatten über 40.000 Zuschauer in Oly gelockt. Ein Absteiger empfing den Aufsteiger. Das Spiel war eine äußerst zähe Angelegenheit. Hertha mühte sich vergebens, trotz imposanter statistischer Werte ging das Spiel durch ein Kacktor in der Nachspielzeit verloren. Sie liefen fast 5 km mehr als der Gegner, hatten mehr Torschüsse und eine bessere Passquote. Wehen-Wiesbaden setzte eine konzentrierte Abwehrleistung dagegen und die wenigen Konter mündeten in verheißungsvollen Torchancen. Hertha war bemüht um Tempo und Präzision in den Angriffshandlungen. Es blieb erfolglos. Zudem war einigen Akteuren anzusehen, dass sie auf ihren Nebenpositionen spielen mussten. Es fehlt ein Sechser. Pal Dardai versucht dieses Problem aktuell mit einer sogenannten Doppelsechs in einem 4-2-3-1 bei eigenem Ballbesitz zu lösen. Wie schon in Düsseldorf beorderte der Trainer Marton Dardai und Pascal Klemens ins defensive Mittelfeld. Beide sind gelernte Innenverteidiger und Anpassungsprobleme nicht zu übersehen.

Was trotzdem lange nach einer klassischen Nullnummer aussah, bescherte dem Aufsteiger den ersten Saisonsieg. Sie konnten ihr Glück kaum fassen. Aus dem Hintergrund zog der eingewechselte Abwehrspieler Lasse Günther ab und vom linken Pfosten zunächst abgeprallt, springt der Ball rüber zum rechten Pfosten und überquert die Linie.

Schlusspfiff und großes Kopfschütteln im Lager der Herthaner. Im Großen und Ganzen gibt es wenig am Auftritt der „Alten Dame“ rumzumäkeln. Einsatzfreude und große Laufbereitschaft sind zu konstatieren, es zählen nun einmal nur die Tore und wer keins erzielt, läuft halt Gefahr zu verlieren.

Kurz vor der Halbzeitpause musste Florian Niederlechner angeschlagen vom Platz, so bekam Neuzugang Haris Tabakovic seine Einsatzchance und hätte fast in der 56. Minute einen Einstand nach Maß gefeiert. Sein Volleyschuss nach einem langen Einwurf von Fabian Reese traf leider nur die Latte. Ab der 70. Spielminute brachte Pal Dardai Bence Dardai und Smail Prevljak für Marco Richter und Pascal Klemens, die Ausrichtung wurde noch offensiver. Bleibt als Fazit, erst hat man kein Glück und dann kommt auch noch Pech dazu.

Der nächste Gegner ist ein Regionalligist. Im DFB-Pokal wartet der FC Carl-Zeiss Jena, vielleicht genau der richtige Zeitpunkt, für ein Erfolgserlebnis. Ansonsten ist die Mannschaft eine Baustelle, der Start ist misslungen und angesichts der zu bewältigenden Probleme, sportlich und was das Umfeld betrifft, ist der Ausblick nicht rosig.

Die Fans im Stadion wussten trotzdem, die Leistung zu honorieren. Zu Recht gab es keine Unmutsäußerungen. Die Ostkurve zeigte ein Transparent „gegen Investoren“. Bei ihrem Verein geht es nicht mehr anders. Ohne Investorengelder wäre Hertha aktuell nur noch ein Regionalligist und selbst dort braucht es Geld.

Hans-Peter Becker

Erster Spieltag in Regionalliga Nordost

Für die fünf Teilnehmer aus Berlin gab drei Siege und zwei Niederlagen. Am Freitag, 28. Juli 2023 schlugen die Hertha Bubis mit ihrem neuen Trainer Stephan Schmidt (bisher verantwortlich für Herthas U-17 Mannschaft) Chemie Leipzig mit 3:0. Erwähnenswert, Neuzugang Smail Prevljak stand für eine Halbzeit in der Startelf, erzielte in der 27. Minute das 2:0 und saß einen Tag später in Düsseldorf bei den Großen auf der Bank. Nicht so erfolgreich mit ihrem Leipziger Konkurrenten war die VSG Altglienicke, die neu formierte Truppe von Trainer Karsten Heine unterlag im Bruno Plache-Stadion in Leipzig Probstheida dem 1. FC Lok mit 1:2. Zur Halbzeitpause lagen die Volkssportler mit 1:0 in Front, bevor die „Loksche“, trainiert von Almedin Civa, das Spiel noch drehen konnte. Altglienicke startete so mit einer 1:2 Niederlage in die neue Saison und erwartet am nächsten Spieltag im Jahn-Sportpark den BFC Dynamo.

Die Dynamos gehen nicht nur mit einem runderneuerten Kader in die neue Saison, sie haben auch ihr altes Vereinslogo zurück. Einst hatte ja das Unikum Pepe Mager die Rechte an dem Logo erworben, jetzt darf der BFC wieder darüber verfügen. Mit diesem Logo wurden die Weinroten 10 Mal (von 1979 -1988) Meister der DDR. Jetzt heißt das Ziel Meister der Regionalliga Nordost werden und ein ganz kleiner Schritt dazu wurde getan. Vor 2.826 Zuschauern im Sportforum Hohenschönhausen wurde der Drittligaabsteiger FSV Zwickau mit 3:0 geschlagen. Bereits nach neun Minuten brachte Rückkehrer Rufat Dadashov den BFC in Führung, in der 2. Halbzeit baute Neuzugang Tobias Stockinger die Führung aus und in der 75. Minute traf Amar Suljic zum 3:0 Endstand.

Einen Tag später strauchelte Meisterschaftfavorit und Titelverteidiger Energie Cottbus in Berlin Lichterfelde beim FC Viktoria. Die Himmelblauen lagen bereits mit 2:0 in Front, ehe den Cottbusern in der 78. Minute per Elfmeter der Anschluss gelang. Die verbleibende Spielzeit reichte nicht mehr, um wenigstens einen Punkt zu retten. Im Stadion Lichterfelde hatten sich 2.381 Zuschauer eingefunden, darunter ein großer Anteil Schlachtenbummler aus der Lausitz, die enttäuscht die Heimreise antreten mussten. Im nächsten Spiel empfängt Cottbus den FC Rot-Weiß Erfurt, während Viktoria nach Leipzig-Leutzsch zur BSG Chemie reisen muss.

Arg unter die Räder kam der BAK 07, ein Horroreinstand für den neuen Trainer Jeffrey Seitz, vom SC Staaken gekommen, seine Mannschaft ging beim FSV Luckenwalde mit 0:6 unter. Das war erst einmal gar nichts. Vielleicht hilft es, dass die nächste Partie gegen Hertha II auf den 23. August 2023 verlegt wurde. Ernst wird es, für den BAK wieder am 15. August, dann müssen sie bei den Himmelblauen in Lichterfelde antreten.

Der SV Babelsberg schlug den ZFC Meuselwitz im Karli mit 2:1. Die Babelsberger reisen am 2. Spieltag zum Aufsteiger FC Eilenburg ins Sächsische.

Hans-Peter Becker

Hertha startet mit einer Niederlage

In Düsseldorf unterlag Hertha der Fortuna mit 0:1. Ein Punkt war möglich, ein Sieg wäre anderseits ähnlich glücklich ausgefallen. In einem typischen Saisoneröffnungsspiel, geprägt von Zweikämpfen vor allem im Mittelfeld, schenkten sich beide nichts.

Im Gegensatz zum letzten Bundesligaspiel gab es sieben Veränderungen in der Aufstellung. Wer davon nach Transferschluss noch dabei sein wird, bleibt abzuwarten. In den ersten 90 Zweitligaminuten zeigten sich die Schwächen aus den letzten Vorbereitungsspielen. Die Abwehr wirkt stabil, alles andere ist verbesserungsbedürftig. Der Konterfußball muss perfektioniert werden, spielerisch wird man kaum ein Gegner beherrschen können. Ein kreativer, zentraler Mittelfeldspieler ist nicht in Sicht. Der Stürmer, Florian Niederlechner hing in der Luft und die beiden offensiven Außenspieler, Fabian Reese, Marten Winkler und ab der 29. Minute Palko Dardai rieben sich in Zweikämpfen auf. Das lag auch an dem schwachen Marco Richter, dem neuen Hertha Kapitän.

Bitter ist, dass sich gleich zwei wichtige Spieler verletzt haben. In der Abwehr auf der rechten Außenbahn spielte Deyovaisio Zeefuik überragend, fällt leider bis auf Weiteres aus. Im offensiven Mittelfeld ruhen große Hoffnungen auf Marten Winkler. In Düsseldorf musste er bereits in der ersten Halbzeit wegen einer Bänderverletzung vom Platz.

Die Niederlage bringt die „Alte Dame“ gleich unter Zugzwang. Am 2. Spieltag spielt ein Absteiger gegen einen Aufsteiger, Wehen Wiesbaden kommt in das Olympiastadion. Eine erneute Niederlage wäre vor dem Auswärtsspiel beim HSV problematisch.

Es war, trotz der Niederlage, besser als erwartet. Aus Sicht der Hertha schnell abhaken und nach vorn schauen. Das Spiel hielt einen historischen Moment bereit. Neben dem Trainer-Vater standen zum Schlusspfiff drei Dardais auf Feld.

Hans-Peter Becker