Eisbären verlieren nach Penalty

Champions Hockey League

4. Spieltag

07.09.2025 19:00 Berlin Wellblechpalast Hohenschönhausen

EHC Eisbären Berlin – Grenoble 4:5 n.P. (2:0/2:3/0:1/0:0)

Meisterduell am 4. Spieltag in der Eishockey Champions League. Der Deutsche Meister empfing den Titelträger aus Frankreich. Die Wölfe aus den französischen Alpen kamen mit der Empfehlung eines Auswärtssieges, am 3. Spieltag in Bremerhaven, in den Welli. Das Spiel in Bremerhaven war reich an Toren, acht an der Zahl, konnten die Wölfe erzielen. Sie waren entsprechend gewarnt, die Eisbären und sie legten gleich los wie die sprichwörtliche Feuerwehr. Eine Blitzstrafe, bereits nach 5 Sekunden hob sich der Arm des Referees, bescherte den Eisbären gleich ein Überzahlspiel. Die zweite Powerplay Formation sorgte für die 1:0 Führung nach 62 Sekunden. Der Torschütze war Liam Kirk nach einer Vorarbeit von Mitchell Reinke. Das 2:0 in der 8. Spielminute war erneut das Nutzen einer Gelegenheit im Powerplay. Der erfolgreiche Abschluss gelang Marcel Noebels, das entscheidende Zuspiel kam von Liam Kirk. In der 10. Minute scheiterte Lean Bergmann nach einem Alleingang am französischen Goalie. Die Eisbären blieben bis zur ersten Drittelpause Herren des Geschehens. Ein weiteres Tor fiel nicht im Anfangsdrittel.

Den Mittelabschnitt mussten die Gäste in Unterzahl beginnen und sofort schlugen die Eisbären zu. Die 21. Spielminute war noch nicht ganz beendet und da musste Matija Pintaric im Tor der Wölfe aus Grenoble wieder den Puck aus dem Tor holen. Das dritte Tor nach der dritten Überzahl, mehr geht kaum, selbst wenn das Powerplay in der CHL nach einem Treffer nicht beendet ist. Die 100 % Quote endete mit der vierten Strafzeit für die Gäste. Einen hohen Stock von Grenobles Nummer 16 werteten die Referees mit einer 2 plus 2-Minuten-Strafe und diese vier Minuten überstanden die Gäste ohne Gegentreffer.

Das gleiche Schicksal ereilte die Eisbären in der 33. Spielminute. Kapitän Jonas Müller musste wegen eines hohen Stocks, nach Videobeweis für 4 Minuten in die Kühlbox und diese Überzahl nutzten die Gäste für drei Tore. (33., 34. und 36. Minute). Das war echt verrückt, kurz vor dem Anschlusstreffer zum 1:3 scheiterte erneut Bergmann mit einem Alleingang.

In der 39. Minute kassierten die Gäste eine Bankstrafe wegen zuvielen Spielern auf dem Eis und wie konnte es anders sein? Die Eisbären holten sich kurz vor der Drittelsirene die Führung zurück. Das Tor erzielte Blaine Byron, der einen Schuss Reinke abfälschte. Auf der Anzeigetafel stand der Zwischenstand von 4:3 und alle Tore waren Powerplay Treffer. Das war ein verrücktes Spieldrittel.

Die Gäste waren wieder dran, nach einem 0:3 Rückstand. Das Schlussdrittel durften sie in Überzahl beginnen. Das Spiel wogte hin und her, eine Entscheidung zeichnete sich lange nicht ab. Beide Goalies hatten viel zu tun. Das Spiel war nicht ganz ausverkauft, offiziell waren es 3.543 Zahlende am Sonntagabend im Welli.

Beim letzten Powerbreak, 8 Minuten vor dem regulären Spielende, hielt der knappe Vorsprung. Die letzten Kräfte wurden mobilisiert und in der 54. Minute landete ein schräges Ding im Eisbärentor. Erstaunlich, das Tor fiel ohne einen Anwesenden auf der Strafbank.

In der 58. Minute rückte Grenobles Nummer 16, Alexis Binner, wieder auf die Strafbank ein, zum dritten Mal in der Partie. Es blieb bei dem Unentschieden nach den regulären 60 Minuten. In der Verlängerung hatten beide im 3 gegen 3 beste Gelegenheiten, erst das Penaltyschießen brachte die Entscheidung. Für die Eisbären traf nur Ty Ronning, während die Gäste drei Duelle gegen den Torhüter für sich entscheiden konnten.

Hans-Peter Becker

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Foto: Stephan Wenske

Spieldaten

Aufstellungen
Eisbären Berlin: Hildebrand (Stettmer) – Geibel, Mik; Müller (C), Reinke; Panocha, Smith – Hördler, Byron, Bergmann; Kirk, Pföderl, Ronning; Tiffels (A), Vikingstad, Veilleux (A); Noebels (A), Eder, Wiederer – Trainer: Serge Aubin       

Brûleurs de Loups de Grenoble: Pintaric (Stepánek) – Binner, Englund; Rautanen, Andersen; Prissaint, Crinon; Fertin – Mallet, Beauchemin, Boivin; Treille, Weigel, Dair; Raveaud, Bachelet, Leclerc; Grossetete, Gueurif, De Smitt – Trainer: Per Hanberg

Tore
1:0 – 01:58 – Kirk (Reinke, Noebels) – PP1
2:0 – 07:16 – Noebels (Kirk) – PP1  
3:0 – 20:46 – Ronning (Müller, Pföderl) – PP1
3:1 – 32:53 – Treille (Boivin) – PP1
3:2 – 33:36 – Beauchemin (Binner, Treille) – PP1
3:3 – 35:20 – Treille (Mallet) – PP1
4:3 – 38:22 – Byron (Reinke, Noebels) – PP1
4:4 – 53:55 – Grossetete – EQ
4:5 – 65:00 – Sacha Treille – PS

Strafen
Eisbären Berlin: 8 (2, 6, 0, 0, 0) Minuten – Brûleurs de Loups de Grenoble: 14 (6, 6, 2, 0, 0) Minuten 

Schiedsrichter

Christopher Schadewaldt, Cyril Debuche (Vincent Brüggemann, Kai Jürgens)

Zuschauer
3.543

Serge Aubin (Trainer Eisbären Berlin): „Wir sind natürlich enttäuscht, dass wir die 3:0-Führung noch aus der Hand gegeben haben. Wir sind gut ins Spiel gestartet und wirkten im ersten Spielabschnitt sehr frisch. Die Special Teams haben heute eine entscheidende Rolle eingenommen. Wir konnten vier eigene Treffer in Überzahl erzielen. Grenobles drei Überzahltore haben aber das Momentum auf die Seite der Franzosen wechseln lassen.“     


Jonas Müller (Verteidiger Eisbären Berlin): „Wir hätten heute gewinnen müssen. Im Fünf-gegen-Fünf war es von uns heute ein besseres Spiel als am Freitag. Matija Pintaric hat für Grenoble sehr gut gehalten. Bei beiden Teams hat das Powerplay gut funktioniert. Wir müssen uns jetzt direkt auf das kommende Spiel am Dienstag gegen Dresden fokussieren. Das wird eine schwere Partie.“

Debakel für die Füchse

Handball-Bundesliga

3. Spieltag

06.09.2025 15:40 Uhr Max-Schmeling-Halle Berlin

Füchse Berlin – SC Magdeburg 32:39 (13:22)

Bereits der 3. Spieltag bescherte dem Fuchsbau in Berlin das Aufeinandertreffen des amtierenden Meisters gegen den Vizemeister, das ewig junge Duell SC Magdeburg versus Füchse Berlin. Der Blick auf die Trainerbank der Füchse ergab ungewohntes Bild. Seit der Saison 2020/21 war Jaron Siewert der Trainer, zwei Tage vor dem Spiel wurde er zusammen mit Sportvorstand Stefan Kretzschmar freigestellt. Etwas überraschend, nach zwei Siegen zum Auftakt der neuen Spielzeit. Mit der Empfehlung von zwei Auftaktsiegen reisten auch die Magdeburger nach Berlin.

In der 15. Spielminute nahm ein Videobeweis einige Zeit in Anspruch. Es ging um ein eventuelles Foulspiel, verübt an Mathias Gidsel. Es war mehr ein unglücklicher Zusammenstoß, das Ergebnis war eine zwei Minutenstrafe gegen Magdeburgs Magnus Saugstrup. Zu diesem Zeitpunkt hatten sich die Gäste einen Vorsprung von vier Toren erspielt. Ihnen gehörte die Anfangsviertelstunde.

Die erste Auszeit im Spiel nahm Füchse-Trainer Nicolej Krickau, der bei dieser Gelegenheit den Torwart wechselte. Dank der Paraden von Lasse Ludwig kämpften sich die Füchse bis auf zwei Tore Rückstand wieder heran. Anschließend drehten die Magdeburger wieder auf, unterstützt von Torwart Sergey Hernandez Ferrer, der unglaubliche Szenen hatte. Den Treffer Nummer 20 für erzielte er selbst ins leere Füchse-Tor, zum Zwischenstand von 11:20. Gidsel bekam zwei Minuten für einen angeblichen Kopftreffer, der keiner war. Der Ball sprang von der Schulter an den Kopf, das wurde vom Schiedsrichter-Duo Ramesh und Suresh Thiyagarajah nicht per Video überprüft. Der Halbzeitstand von 22:13 für die Magdeburger war ernüchternd für die Füchse. Bob Hanning resümierte in der Halbzeit, in der Abwehr bekamen wir keinen Zugriff und Hernandez zeigte neun Paraden, da ging nichts für uns.

In der zweiten Halbzeit spielte die Mannschaft von Bennet Wiegert routiniert, ausgestattet mit einem beruhigenden Vorsprung im meist zweistelligen Bereich, die Partie herunter. Der Zwischenstand nach 40 Spielminuten 17:28, das Ding war gelaufen. Bob Hanning ahnte es bereits in der Halbzeitpause im TV. Mehr als Schadensbegrenzung ging für die Füchse nicht mehr. Der SCM blieb kompromisslos bis zum Schluss, die 38 Tore Marke hatten sie in 56. Minute erreicht, der Endstand lautete 32:39.

„Wir sind hier hergekommen, wo es an allen Ecken gebrannt hat und wir haben unseren Job gemacht.“ Bennet Wiegert Magdeburgs-Trainer

Die Diskussionen in Berlin werden weiter gehen. Die Mannschaft kann dies nur mit besseren Leistungen in den nächsten Spielen beantworten. Bereits am kommenden Donnerstag, 11. September 2025 geht es in Nantes in Frankreich in der Vorrunde der Champions League für die Füchse weiter.

Hans-Peter Becker

Bittere Niederlage bei bester Welli Kulisse

Champions Hockey League CHL

EHC Eisbären Berlin – Lukko Rauma 2:6 (1:2/0:3/1:1)

Dritter Spieltag in Champions Hockey League und das erste Heim-Wettkampfspiel der neuen Saison. Der gute, alte Welli ist durch die internationale Teilnahme der Eisbären wiederbelebt. Trainingsstätte und Spielort für den Nachwuchs ist er ja immer geblieben. Das Spiel gegen den finnischen Vertreter Lukko Rauma erinnerte an alte, glanzvolle Zeiten und so mancher Eisbärenfan von den älteren Semestern dürfte am Freitag, 5. September 2025 Tränen in den Augen gehabt haben.

In der 20. Minute hob dann auch das Dach wieder ein paar Zentimeter ab, es fiel ein Tor für die Eisbären. In Überzahl traf Ty Ronning zum 1:2 für die Eisbären. Bereits in der 5. und 13. Minute hatte die Gäste, die in der Anfangsphase deutliche Schnelligkeitsvorteile hatten, einen Vorsprung erzielt.

Im Mittelabschnitt zogen die Gäste auf 4:1 davon, zwei Tore fielen ohne eine Assistenz, Eric Gelinas und Antoine Morand, zwei Landsleute von Eisbären-Trainer Serge Aubin aus dem Mutterland des Eishockeys, überwanden Jonas Stettmer mit Schüssen aus dem Hinterhalt. Sein Kollege aus Finnland, Anti Raanta, 277 NHL Einsätze, machte gute Eisbären-Chancen zunichte.

Als in der 34. Minute Anton Olsson das 5:1 für die Finnen erzielte, hatte Aubin ein Einsehen und wechselte den Torwart. Jake Hildebrand übernahm und konnte bis zur letzten Drittelpause seinen Kasten sauber halten. Es war nicht der Abend der Eisbären, die Gäste effektiv und die Eisbären? Wenigstens die Stimmung im Welli stimmte, das war immer so, bereits zu den Zeiten, als die Eisbären der Konkurrenz meist unterlegen waren.

Der Schlussabschnitt begann wie die anderen zuvor, mit einem schnellen Tor für die Gäste. Allerdings wurde es drei Minuten nach dem 1:6 gleich ein bisschen erträglicher. Ein Konter, eingeleitet von Yannick Veilleux, gleich von der Strafbanktür aus und Andreas Eder vollendete. Dass es jetzt losgeht, blieb ein frommer Wunsch, dafür waren die Gäste ein bisschen zu groß. Der Welli war ausverkauft und gefeiert wurde trotzdem. Sie schraubten kräftig an ihrem dritten Treffer. Eine Überzahl in den letzten beiden Spielminuten half nicht. Wenigstens ein Drittel konnten die Eisbären nach Toren ausgeglichen gestalten.

Lange brauchen die Eisbären nicht über diese Niederlage zu grübeln, in knapp 48 Stunden wartet, wieder im Welli, der französische Meister aus Grenoble auf die Eisbären.

Hans-Peter Becker

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Fotos: © Stephan Wenske

Spieldaten

Aufstellungen
Eisbären Berlin: Stettmer (ab 34. Spielminute: Hildebrand) – Müller (C), Mik; Geibel, Reinke; Panocha, Smith – Tiffels (A), Pföderl, Ronning; Kirk, Byron, Veilleux (A); Hördler, Vikingstad, Eder; Noebels (A), Wiederer, Bergmann – Trainer: Serge Aubin       

Lukko Rauma: Raanta (Salonen) – Almari, Stenqvist; Välilä, Gélinas; Peters, Ervasti; Olsson, Viitasalo –Haapanen, Morand, Beaucage; Hämäläinen, Intonen, Tuuva; Jandric, Krannila, Westerholm; Ikonen, Joki, Saarela – Trainer: Tomi Lämsä

Tore
0:1 – 04:34 – Jandric (Westerholm) – EQ
0:2 – 12:32 – Gélinas – EQ
1:2 – 19:19 – Ronning (Tiffels, Pföderl) – PP1
1:3 – 21:21 – Morand – EQ
1:4 – 24:38 – Beaucage (Morand) – PP1
1:5 – 33:42 – Olsson (Hämäläinen) – EQ
1:6 – 40:31 – Stenqvist (Haapanen, Beaucage) – EQ
2:6 – 43:16 – Eder (Noebels, Veilleux) – EQ

Strafen
Eisbären Berlin: 8 (2, 4, 2) Minuten – Lukko Rauma: 10 (4, 4, 2) Minuten 

Schiedsrichter

Marian Rohatsch, Kilian Hinterdobler (Yannik Koziol, Kenneth Englisch)

Zuschauer
4.227

EHC Eisbären – Pressekonferenz zur Saisoneröffnung

Die Ziele sind wieder hochgesteckt beim amtierenden Meister. Alles andere als einen zweiten Titelhattrick anzustreben wäre tiefgestapelt. Es ist fast schon eine Tradition geworden, zur Saisoneröffnung die Presse in den Sitz der GASAG auf dem EUREF-Campus in der Nähe zum Südkreuz einzuladen. In diesem Jahr war der Ort besonders passend, die Partnerschaft des Berliner Energieversorgers mit den Eisbären hat 30-jähriges Jubiläum. So gebührten die ersten Worte dem Vorstandsvorsitzenden. Er verwies auf die wahrscheinlich längste Partnerschaft im Profisport. War es einst Billy Flynn oder ein Beschluss des Senats, egal, was 1995 im Welli begann, führte zum ersten Meistertitel 2005 in der DEL und es kamen 10 weitere dazu. Was das Titelsammeln anbetrifft, im Berliner Profisport sind nur die BR Volleys und die Wasserfreunde Spandau ähnlich erfolgreich  

30 Jahre Sponsoring – ein Sondertrikot als Geschenk für GASG Vorstand Georg Friedrichs

Diese Erfolge sind mit ein Grund dafür, dass Eisbären-Geschäftsführer Thomas Bothstede stolz verkünden konnte, der Dauerkartenverkauf musste bei 6.500 gestoppt werden. Ein neuer Rekord, für stimmungsvolle Eishockeyspiele ist vorgesorgt.

Große Veränderungen im Kader hat es, im Gegensatz zu vielen anderen Teams in der DEL, nicht gegeben. Der für die Kaderplanung verantwortliche Stephane Richer betonte, dass wenig Abgänge zu verzeichnen sind. Die Mannschaft weist zudem einen starken deutschen Kern aus. Nachwuchsstürmer Maxim Schäfer, der in der vergangenen Saison in 37 Spielen zum Einsatz kam, wechselte kurzfristig nach Nordamerika. „Maxim ist ein sehr talentierter Stürmer, der in seinem ersten Jahr als Profi direkt überzeugen konnte. Wir hatten ihn für die neue Saison in unserem Kader eingeplant. Maxims Berater und Chicoutimi haben sich aber kürzlich bei uns nach der Möglichkeit erkundigt, ob Maxim in der QMJHL auflaufen kann. Auch Maxim selbst hat den Wunsch geäußert, in Kanada zu spielen. Uns wurden die Möglichkeiten aufgezeigt, die sich ihm in einer der besten Nachwuchsligen der Welt bieten. Da diese für seine Entwicklung förderlich sind, sind wir dem Wunsch nachgekommen“, erklärte Richer in einer vorangegangenen Pressemitteilung.

Auf dem Podium, als Kapitän der Mannschaft, Platz genommen hatte Jonas Müller. Leider hat sich sein Verteidigerkollege und Kapitän Kai Wissmann verletzt und wird länger ausfallen. Ein kurzfristiger Ersatz ist nicht geplant. Allerdings laborieren die Verteidiger Markus Niemeläinen und Marco Nowak weiter an ihren Verletzungen. Die beiden bereits absolvierten Spiele in der Champions Hockey League (ein Sieg und eine Niederlage) wurden mit nur sechs Verteidigern absolviert. Schwerstarbeit bisher für den Kapitän Jonas Müller, mit einer durchschnittlichen Eiszeit von fast 25 Minuten.

Trainer Serge Aubin zeigte sich sehr zufrieden mit dem Kader und den Leistungen in der Vorbereitung. Die Mannschaft arbeitet hart im Training und die Spieler sind mit guter Fitness aus der Sommerpause gekommen. Auch dass der Saisonauftakt nach dem Eröffnungsspiel gegen Aufsteiger Dresdner Eislöwen im Anschluss gleich drei schwere Auswärtspartien (Köln, Mannheim, Bremerhaven) bereithält, wird nicht als Problem angesehen. In der vergangenen Saison mussten die Eisbären zuerst zwei Auswärtsspiele absolvieren, die gewonnen werden konnten. Trotzdem bleibt ein guter Saisonstart wichtig.

Die bevorstehende Saison wird vom 28. Januar bis 24. Februar 2026 unterbrochen, Grund sind die Olympischen Spiele. Bis dahin werden 44 Spiele in der DEL absolviert sein, mit bis dahin hoffentlich reicher Ausbeute an Punkten.

Hans-Peter Becker

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Fotos: © Hans-Peter Becker/Sportick

Erfolgloses Wochenende für Berlins Profifußball

Das Wochenende vor der Länderspielpause war für den Berliner Profifußball mit Nullpunkten gesegnet. Am Freitagabend, 31.08.2025 wollte Hertha seinen Aufwärtstrend, nach dem Auftritt in Darmstadt, fortsetzen. So war das Vorhaben, fast 40.000 Zahlende wollten das live im Stadion verfolgen. Es ging genau in die andere Richtung. Ein Pfeifkonzert begleitet die Hertha Profis zum Gang in die Kabine. Was war das für eine unterirdische Leistung? So ein Gegentor, bereits in der 5. Spielminute, das kann passieren, es bleibt genug Zeit zur Korrektur. Allerdings nicht, wenn man so auftritt wie die Hertha-Akteure in der verbleibenden Spielzeit. Das war ein erfolgloses Wochenende für Berlins Profifußballvereine, bei der Hertha ein kompletter Systemausfall. Die Mannschaft wirkte wie ein mittelmäßiger Drittligist, dem der Absturz in die Regionalliga droht. Ja, es wird nicht vergessen, dass neun Verletzte, zurzeit nicht einsatzfähige Profis, die Mannschaftsaufstellung für den Trainer nicht zur Qual der Wahl machten. Kurzfristig fiel noch Dawid Kownacki wegen muskulärer Problemen aus, auch das noch.

Wie ein Schatten ihrer selbst schlichen die Herthaner über den Platz. Der Gegner aus dem Saarland, Verlust des Trainers und der halben Mannschaft, neun Abgänge, wurde vor der Saison als Abstiegskandidat gehandelt. Klar strukturiert im 4-2-3-1 lieferten die Elversberger einen überzeugenden Auftritt im Olympiastadion ab. Das System, die Spielidee funktionierten und so wurden alle Punkte mitgenommen.

In der zweiten Halbzeit stellte Stefan Leitl das System um und versuchte, die taktische Aufstellung der Gäste zu spiegeln. In der Pressekonferenz vor dem Spiel hatte er noch erklärt, eine Viererkette funktioniert nur, wenn davor die Sechserposition gut besetzt ist und da haben wir aktuell ein Problem. Hat die Mannschaft etwa selbst entschieden, es in der zweiten Halbzeit mit der Viererkette zu versuchen? Es wurde optisch etwas besser. Allerdings kassierte auch die Viererkette ein Gegentor. Die beiden Innenverteidiger standen nicht auf der gleichen Höhe, um den Stürmer ins Abseits zu stellen und es war passiert. Ob Hertha in der zweiten Pokalrunde, die Auslösung bescherte ein weiteres Heimspiel und der Gegner heißt Elversberg, Revanche nehmen kann, steht in den Sternen.

Vom Aufstieg sind sie aktuell Mondwelten entfernt, der Auftritt gegen Elversberg ähnelte dem eines Abstiegskandidaten. Die Saison ist noch lang und die Länderspielpause kommt gerade richtig. Allerdings müssen sie am nächsten Spieltag nach Hannover, die einzige Mannschaft der Liga, die bisher nur gesiegt hat. Wunder gibt immer wieder oder nicht!

Einen Systemausfall hatten sie nicht, die Eisernen, allerdings trotzdem keine Chance etwas Zählbares aus Dortmund mitzunehmen. Das war insgesamt zu wenig, die bleiben und bleiben immer in Dortmund. Zu groß war die individuelle Klasse des Champions League Teilnehmers. Die Baumgart-Schützlinge investierten viel, es reichte trotzdem nicht. Mit ein bisschen Matchglück wäre ein Ehrentreffer drin gewesen. So feierte Dortmund einen standesgemäßen Sieg. Manchmal muss man eben anerkennen, dass das eigene Potenzial, trotz allem Einsatz, nicht ausreicht. Das Ziel heißt Klassenerhalt und da zählt vor allem die Heimstärke und Auswärtsspiele gegen Kontrahenten auf Augenhöhe.

Hans-Peter Becker

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Zum souveränen Sieg geholpert


Füchse Berlin – Bergischer HC 39:27 (20:17)


Auf den ersten Blick scheint das Bild klar: Ein Sieg mit 12 Treffern plus, erster Tabellenführer in der Bundesliga, fast 40 Tore geworfen, ein Viertel von Mathias Gidsel erzielt. Fazit: Der Meister startete souverän in die neue Saison. Ein zweiter Blick auf den Spielverlauf offenbart jedoch, Phasen souveränen Spiels wechselten mit erstaunlichen Durststrecken ab, wie auch Trainer Jaron Siewert im Nachgang bilanzierte: „Wir wissen aber, dass wir noch viele Baustellen haben.“


Dem ersten Berliner Tor der Saison, erzielt von Rechtsaußen Hakun West – der 23-jährige Färinger geht jetzt in seine dritte Saison bei den Füchsen – folgten weitere aus dem schnellen Tempospiel resultierende Treffer zu einer vier Tore Führung – 8:4/10. Minuten. Der Aufsteiger aus dem Bergischen Land, der den Füchsen in der vorletzten Saison die letzte Heimniederlage zugefügt hatte, versteckte sich jedoch danach keineswegs. Das jüngste Team der Bundesliga setzte auf eine kompromisslose Abwehrarbeit und variables Angriffsspiel und blieb den Füchsen auf den Fersen. Nach 20 Minuten hatte der BHC den Rückstand auf zwei Tore verkürzt – 14:12/20. Auch die Rote Karte gegen ihren rechten Rückraumspieler Johannes Wasilewski steckten die Gäste weg.


Selbst nach dem Wechsel gelang es den Gastgebern zunächst nicht, sich entscheidend abzusetzen. Ein erneuter vier Tore-Vorsprung schmolz dahin wie Eis in der Sonne. Nach 37 Minuten lag der BHC beim 23:22 erst- und einmalig im Spiel sogar in Führung. Im Meisterteam wechselten wohl bei jedem Spieler – Ausnahme Torhüter Lasse Ludwig (15 Paraden) – Licht und Schatten häufig einander ab. Auch Mathias Gidsel verwarf viele Bälle, ebenso hatte Spielmacher Nils Lichtlein nicht den besten Tag erwischt. Sportvorstand Stefan Kretzschmar konnte diesem Geschehen sogar etwas Positives abgewinnen. „Ich bin dankbar für die ersten 40 Minuten, weil es endgültig zeigt, dass es wieder von vorne losgeht und gar nichts selbstverständlich ist in dieser Liga. Das sind brutale Herausforderungen, die jetzt wieder auf uns warten“. In den letzten 20 Minuten gewannen die Gastgeber zunehmend die Kontrolle über das Spiel zurück und setzen sich mit einem 5:1-Lauf auf 31:25/47 ab. Die beste Füchse-Phase ging einher mit dem spürbaren Nachlassen des Aufsteigers. Bei den Hausherren gaben die beiden Sommer-Verpflichtungen Tobias Grondahl (2 Tore) und Aitor Arino (1) ihren Punktspieleinstand und trugen damit ihren Anteil zum 39:27-Sieg bei.


Da auch das Frauenteam am Samstag, 30.8.2025 in der 2. Bundesliga gegen den BHC erfolgreich war, konnten die Füchse unterm Strich ein gelungenes Wochenende feiern. Bereits am Mittwoch,3.9.2025 geht es für die Männer mit dem Auswärtsspiel in Göppingen weiter, bevor am nächsten Samstag, 6.9.2025 das Duell mit Champions-League Sieger SC Magdeburg folgt.


Für die Füchse erfolgreich: Wiede (1), Darj, Prantner (1), Andersson (5), Ariño (1), Grøndahl (2), Lichtlein (3), Gidsel (10), Freihöfer (8/2), Langhoff, Herburger (1), av Teigum (3), Marsenić (4).

Herbert Schalling

Foto: © Füchse Berlin

Berliner Profifußball – Glücklicher Sieg und anständige Nullnummer

Nach dem Pokal-Wochenende hat nun die Beletage des deutschen Profifußballs wieder den Spielbetrieb aufgenommen. Endlich ist für die Fans der 18 Teilnehmer die jetzt kommende Lebenszeit wieder exakt getaktet. Heimspiel, Auswärtsspiel und dazwischen freuen oder hoffen und bangen.

Aus Berliner Sicht erfreulich, der 1. FC Union ist, trotz mieser Resultate aus der Vorbereitung, mit einem Sieg in die Saison 2025/26 gestartet. Der VfB Stuttgart wurde mit viel Glück und Ekeligkeit mit null Punkten zurück ins Schwabenländle geschickt. Da ist es egal, wenn es spielerisch dünn blieb. Der jetzt hauptamtlich agierende Präsident hatte just zum Spiel seinen Geburtstag und der Fußballgott eigens dafür ein Union-Trikot angezogen. In der 6. Minute der Nachspielzeit wäre das Geschenk fast zerbrochen. Nick Woltemade hatte das 2:2 erzielt, stand allerdings beim Zuspiel klar im Abseits, so blieb es beim knappen 2:1 Sieg. 

Die beiden Tore für die Köpenicker erzielte Neuzugang Ilyas Ansah, der einen Traumeinstand feierte. Es ging phasenweise hart zur Sache. Schiedsrichter Robert Hartmann zückte insgesamt 8-mal die gelbe Karte wegen zu harten Einsteigens. Der VfB Stuttgart war in den entscheidenden Szenen zu behäbig, nicht handlungsschnell genug, so konnten sich die Eisernen ins Ziel retten und ihrem Präsidenten ein zusätzliches Geschenk bereiten. Bis zum nächsten Sonntag haben die Baumgart-Schützlinge jetzt Zeit sich auf das nächste Spiel vorzubereiten. Am letzten Augusttag des Jahres 2025 erwartet die Dortmunder Borussia die Eisernen und da sind die Tugenden aus der Schlosserei erneut gefragt.

Einen Tag nach der Saisonpremiere in Köpenick mussten die Herthaner in Darmstadt ran. Am Ende wurde es ein gerechter Auswärtspunkt. Ein 0:0 von der besseren Sorte sagt man wohl dazu. Spielerisch war eine deutliche Steigerung zu erkennen. Das 3-5-2 System wurde leicht verändert, Fabian Reese wurden vorn mehr Freiheiten eingeräumt. Die Doppelspitze wurde abgesetzt, Maurice Krattenmacher und Jon Dagur Thorsteinsson agierten mehr als echte Außenstürmer. Leider verpasste Krattenmacher in der 14. Minute die sichere Führung nach einem mustergültigen Konter über Reese. Ja, wäre das die 1:0 Führung gewesen… In der 8. Minute der Nachspielzeit hätte Reese den Lucky Punch setzen können, er verzog, der Ball ging knapp am Tor vorbei. Da musste er kräftig die Luft durch die Zähne ziehen, Sieg als Gastgeschenk in Hessen gelassen. Insgesamt war das Ergebnis dem Spielverlauf entsprechend korrekt. Für Hertha geht es bereits am Freitagabend, 29. August 2025 weiter. Im Olympiastadion können sie, hoffentlich, ihre Formkurve weiter nach oben biegen.

Hans-Peter Becker

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Hertha stolpert weiter

Wie kann diese Leistung am 2. Spieltag bewertet werden? Fast 60.000 Zuschauer waren ins Oly gepilgert, um das Duell gegen die Freunde aus Karlsruhe zu sehen, zu genießen oder was sonst noch geht. Selbst das Wetter tat sein Bestes, waren am Samstag zuvor die Temperaturen in Berlin ein paar Grade zu hoch zum Fußballspielen, herrschte zur Mittagszeit das sprichwörtliche Kaiserwetter. Was gab es da schöneres, als im Stadion die Daumen zu drücken! 

Es war die gleiche taktische Formation, wie zuvor auf Schalke, allerdings mit drei personellen Wechseln. Getauscht wurden beide Schienenspieler und es musste verletzungsbedingt ein neuer Sechser aufgeboten werden. So spielte Leon Jensen, letzte Saison noch in Karlsruhe tätig, für den verletzten Diego Demme und auf den Außenbahnen bekamen rechts Deyovaisio Zeefuik und links Marten Winkler ihre Aufgabe. Linus Gechter rückte für Zeefuik in die Innenverteidigung.

Ganz optimistisch betrachtet war es einen Tick besser als der Schalkeauftritt, allerdings noch ein weites Stück von den eigenen Ansprüchen entfernt. Fußball ist manchmal auch ein merkwürdiges Spiel. Hätte in der 15. Minute Fabian Reese den Ball richtig getroffen und zum 1:0 eingenetzt, hätte das Spiel anders verlaufen können. Ja, ja hätte, hätte die berühmte Fahrradkette, so wurde es immer verkrampfter. Karlsruhe traf die Torlatte, sonst war nicht viel. Das Stadion konnte fröhlich die Fanfreundschaft feiern.

Die ersten 20 Minuten der zweiten Halbzeit gehörten der Hertha. Sich versuchten über erhöhten kämpferischen Einsatz ins Spiel zu kommen. Da waren gute Ansätze erkennbar, das Talent der Mannschaft schaute mal vorsichtig um die Ecke. Es fehlte mal wieder an der letzten klaren Aktion. In der Schlussphase hatte Hertha Glück, dass die Freunde aus Karlsruhe beste Chancen ausließen. In der Statistik gibt den Wert der xGoals (ein Wert für die Wahrscheinlich eines Tores aus den Angriffsaktionen). Dieser Wert lag 1,40 beim KSC und Hertha brachte es auf 0,66. Ein guter Wert beginnt etwa bei 1.

Die beide Stürmer Fabian Reese und Dawid Kownacki hingen weitgehend in der Luft, bekamen wieder kaum verwertbare Zuspiele. Ein Lichtblick war Maurice Krattenmacher, der einige gute Szenen hatte und der auffälligste Herthaner war. Es wurde wenigstens der erste Punkt der Saison in die Scheune gebracht und 32 Spiele stehen noch an.

Dass das Spiel vielleicht nicht so schnell in Vergessenheit gerät, dafür sorgte die Einwechselung von Kennet Eichhorn. Er feierte erst vor kurzem, am 27.09.2025 seinen 16. Geburtstag und gilt als ein Riesentalent auf dem Berliner Weg.

Hans-Peter Becker

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Altglienicke im Exil mit bestem Saisonstart der Berliner Regionalligisten

Der 3. Spieltag in der Regionalliga Nordost wurde von der VSG Altglienicke und Hertha II am Freitagabend, 8. August 2025 eröffnet. Beide konnten einen Sieg einfahren. In Berlin, im Amateurstadion überrannten die Hertha-Bubis den FC Eilenburg mit 5:2. Vor 582 Zuschauern stand es zur Halbzeit 1:0, nach der Pause brachen alle Dämme und das Team von Rejhan Hasanovic zog bis zur 62. Minute auf 4:0 davon. Die Messe war gesungen, der Treffer zum 2:4 fiel erst in der 89. Minute.

Ein Heimspiel hatte ebenso die VSG aus Berlin-Altglienicke. Die Heimspiele werden bekanntermaßen im Brandenburgischen Fürstenwalde ausgetragen. Je nachdem welchen Fahrweg man wählt, zwischen dem heimischen Trainingsgelände am Alten Schönefelder Weg und der Spree-Arena an der Hangelsberger Chaussee ist eine Entfernung von 45 bis 50 Kilometer zu überwinden. Gegner war der FC Carl-Zeiss Jena und es hatten sich fast doppelt so viele Zuschauer eingefunden, als zur selben Zeit in Berlin. Es wurde gute Regionalligakost geboten. Mit Altglienicke ist in dieser Saison zu rechnen. Der vom HFC aussortierte Jonas Nietfeld brachte die VSG in der 50. Minute in Führung und ein anderer Ex-Hallenser, Manassé Eshele, glich für Jena aus. Für Eshele war es ein Wiedersehen mit einer alten Wirkungsstätte. Er spielte hier in der Saison 2021/22 für Union Fürstenwalde, 6 Tore in 35 Spielen, konnte allerdings den Abstieg nicht mit verhindern helfen. Aktuell als Spieler in Jena, sah es lange danach aus, als könnte sein Treffer einen Punktgewinn bedeuten. Mit der letzten Aktion im Spiel machte der aus Greifswald zurückgeholte Johannes Manske die Hoffnungen der Zeiss-Städter zunichte. Er kam irgendwie mit dem Kopf an einen von Patrick Kapp getretenen Flankenball heran und zum Entsetzen der Gäste landete der Ball im Tor. Der Start ist für die Mannschaft von Trainer Ersan Parlatan mit sechs Punkten geglückt. Hertha II hat ja erst zwei Spiele ausgetragen, nach der knappen Niederlage in Jena konnte der erste Sieg eingefahren werden.

Altglienicke mit gutem Saisonstart und ähnliches kann dem Aufsteiger BFC Preussen attestiert werden. Unzufriedenheit herrscht dagegen beim BFC Dynamo, die neu formierte Truppe muss sich erst noch finden. Zwei Auftaktniederlagen und am 3. Spieltag ging es auswärts zum BFC-Duell, Preussen gegen Dynamo an die Malteserstraße. Ein neu errichteter Gästeblock war mit geschätzten vier- bis fünfhundert Dynamo-Fans gefüllt, insgesamt errichteten 1.096 Zuschauer ihr Eintrittsgeld. Vielleicht hatten sich die Preussen da etwas mehr erhofft. Das Spiel hatte eine gute erste Halbzeit, der BFC aus Hohenschönhausen lieferte bis zur Pause seine bisher beste Saisonleistung ab. Zwei Neuzugänge brachten den weinroten BFC in Führung, Leandro Putaro in der 17. und Jan Shcherbakovski in der 37. Minute. Der schwarz-weiße BFC antwortete noch in derselben Minute durch Stephan Brehmer mit dem 1:2 Anschluss. In der zweiten Halbzeit waren vor allem die Defensivqualitäten der Dynamos gefragt. Ein weiteres Tor gelang beiden Teams nicht. Am Ende jubelte der BFC Dynamo über den ersten Saisonsieg.

Es war eine Hitzeschlacht an der Malteserstraße, wohl mit ein Grund, dass die Partie in der zweiten Halbzeit verflachte. Mit den Temperaturen musste sich in Halle Hertha 03 anfreunden. Sie waren dort chancenlos und gingen mit 1:5 unter. Das war doppelt bitter. Die Mannschaft aus Halle wird trainiert von Robert Schröder, einst Spieler und langjähriger Trainer bei der kleinen Hertha, realisierte Aufstieg und Klassenerhalt. Sein Weggang lief nicht ganz ohne Nebengeräsche ab und nun das. Für Hertha 03 war es die dritte Niederlage im dritten Spiel, null Punkte und bereits neun Gegentore. So sollte es nicht weitergehen.

Der nächste Spieltag wird erst am Wochenende 22.08. bis 24.08.2025 ausgetragen. Für die Regionalligisten steht am kommenden Wochenende die 2. Runde im Berliner Pokal an. Ausnahme ist hier der amtierende Berliner Pokalsieger BFC Dynamo. Sie empfangen im Sportforum Bundesligaabsteiger VfL Bochum im DFB-Pokal.

Hans-Peter Becker

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Herthas mauer Auftritt auf Schalke

Der erste Auftritt zur neuen Saison von Hertha auf Schalke macht den Beobachter etwas sprach- und vor allem ratlos. Was um Himmelswillen war das denn? Der Aufstiegsaspirant wirkte im stimmungsvollen, ausverkauften Stadion wie gelähmt. Die Alte Dame konnte vom Glück reden, dass es zur Halbzeitpause nur 0:2 stand. Der Zwischenstand hätte auch höher ausfallen können. Der Trainer wirkte einigermaßen ratlos. Diese Leistung, vor allem in der ersten Halbzeit, konnte er auch nicht erklären.

Dass es in der Abwehr wacklig werden könnte, es fehlen verletzungsbedingt zwei etatmäßige Innenverteidiger. Von den Aufgebotenen erwischte Marton Dardai einen rabenschwarzen Tag und war wohl auch leicht angeschlagen ins Spiel gegangen. Er wurde zur Halbzeit ausgewechselt, so kam Neuzugang Niklas Kolbe zu seinem ersten Pflichtspieleinsatz im Hertha-Trikot.

Stefan Leitl hatte sich für ein 3-5-2 System entschieden. Setzte auf zwei Spitzen mit Fabian Reese und Neuzugang Dawid Kownacki. Beide blieben blass, was daran lag, dass sie so gut wie keine brauchbaren Anspiele bekamen. Dafür zuständig waren Maurice Krattenmacher und Michael Cuisance, die zusammen einen Totalausfall hatten. So konnte in der Reihe dahinter Diego Demme machen, was er wollte, im offensiven Mittelfeld ging es nicht so richtig weiter.

In einem 3-5-2 System werden die sogenannten Schienenspieler immer wichtiger, offensiv eingestellte Außenverteidiger, die die Linie beackern. Gegen Schalke wurden Michal Karbownik und Julian Eitschberger dafür aufgeboten. Von Karbownik kam nichts und von Eitschberger wenig. Auf der rechten Seite rückte Innenverteidiger Deyovaisio Zeefuik (bester Herthaner) einige Male mit nach vorn, was dann dazu führte, dass Eitschberger einen viel zu großen Raum verteidigen musste.

Schalkes neuer Trainer, der Österreicher Miron Muslic, stellte gegen Hertha in einem 3-4-2-1 System auf. Hinter dem einzigen Mittelstürmer rückten zwei Zehner auf. So wurde Hertha bereits in der eigenen Hälfte im Spielaufbau gestört und Herthas Innenverteidiger herausgelockt. In der Pressekonferenz nach dem erläuterte Muslic diesen taktischen Einfall. Es ging darum, Toni Leistner zu beschäftigen. Seine Tempodefizite sollten wohl ausgenutzt werden.

Am Schluss wurde es fast noch dramatisch. Aus dem Nichts kam Hertha zum Anschlusstreffer. In der 89. Minute traf der eingewechselte Sebastian Grönning zum 1:2. Ein kleines Happy End hatte Reese auf dem Fuß. In der Nachspielzeit jagte er einen Freistoß aus aussichtsreicher Position unter das Stadiondach.

Das Fazit ist ernüchternd. Der FC Schalke bot alles andere als Hochglanz-Fußball, war als Mannschaft kompakt, mit hoher Laufbereitschaft. Das reichte, leider, um Hertha frustriert nach Hause zu schicken. Es war erst das erste Spiel, 33 folgen noch. Bleibt als kleiner Trost, in der Saison 2012/13, Hertha abgestiegen und ging als Favorit in die Saison. Der erste Saisonsieg gelang erst am 3. Spieltag, 2:1 gegen Jahn Regensburg. Es endete mit Meisterschaft und Aufstieg. Der kommende Spieltag hält die Begegnung gegen die Freunde vom Karlsruher SC bereit. Karlsruhe ist mit einem Sieg in die Saison gestartet.

Hans-Peter Becker

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