BR Volleys – Beginn der Kür

Nachdem der VfB Friedrichshafen am Wochenende das Verfolgerduell gegen die Hypo Tirol AlpenVolleys Haching mit 3:1 für sich entschied, haben die BR Volleys Gewissheit: Der DVV-Pokalsieger geht schon vor dem Match bei den SWD powervolleys Düren (25. Feb um 18.30 Uhr) als Tabellenerster in die Playoffs 2020. Damit werden die verbleibenden vier Spiele in der Normalrunde zur Kür, was dem Siegeswillen der Berliner allerdings keinen Abbruch tut.

Die spielfreien BR Volleys – das Match gegen Düren wurde aufgrund der SPORT1 Free-TV-Übertragung auf Dienstag verlegt – konnten am Samstagabend von der Couch aus beobachten, wie die AlpenVolleys als bis dahin ärgste Verfolger das Topspiel des 18. Spieltags am Bodensee verloren. Damit sind die Berliner nun nicht mehr von der Tabellenspitze zu verdrängen. Zwar könnten die drei punktgleichen Teams aus Frankfurt, Haching und Friedrichshafen (alle 38 Zähler) noch mit dem Hauptstadtclub (50) gleichziehen, doch dann wird als nächstes Kriterium die Anzahl der Siege gewertet und hierbei liegen die ungeschlagenen Spitzenreiter mit 18 Erfolgen uneinholbar vorn.

Damit verfügen die BR Volleys jetzt garantiert über ein hohes Gut, welches ihnen in den letzten drei Jahren verwehrt blieb: Den Heimvorteil in den Playoffs. Zuletzt hatte nach der Hauptrunde dreimal in Folge der VfB unter Trainer Vital Heynen die Nase vorn. „In dieser Saison haben wir uns diese Ausgangsposition mit unseren Leistungen redlich verdient. Dass uns das schon jetzt keiner mehr nehmen kann, fühlt sich gut an. Wir können ohne Druck spielen, wollen aber unsere Siegesserie weiter aufrechterhalten“, sagt Mittelblocker Jeffrey Jendryk und lässt vor dem schnellen Wiedersehen mit Düren kein Gefühl von Spannungsabfall aufkommen.

Der 24-jährige US-Amerikaner weiß, dass die Powervolleys in ihrer Arena nach dem deutlichen Ergebnis im Pokalfinale ein anderes Gesicht zeigen wollen: „Düren wird darauf brennen, sich zu revanchieren, aber wir werden diese Challenge annehmen. Auswärts wird es sicher schwieriger, doch in unserem Spiel passt aktuell vieles und das wollen wir bestätigen.“ So war es auch im Endspiel von Mannheim, als man zwei Sätze eindrucksvoll aufspielte und die Rheinländer auch in Durchgang drei noch abschütteln konnte (25:12, 25:18, 25:22). Die Gastgeber werden im Rennen um die Playoff-Plätze nun vor ihrem Publikum garantiert um jeden Ball kämpfen, denn nach dem Sieg der Netzhoppers gegen Lüneburg am Wochenende ist Düren nur noch Achter und benötigt dringend Punkte, um die Playoff-Runde zur erreichen.

Cheftrainer Cedric Enard weiß das und macht für das Match klare Vorgaben: „Ich möchte von meiner Mannschaft wieder mehr taktische Disziplin sehen, so wie wir es im Pokalfinale umgesetzt haben. Das hat mir zuletzt gegen Kemerovo gefehlt. Wir haben nun nicht mehr diesen engen Spielrhythmus, also wird es in den kommenden Begegnungen die größte Herausforderung, die Spannung bis zum Playoff-Start hochzuhalten.“ Erschwerend kommt hinzu, dass die Berliner in der Arena Kreis Düren auf zwei Spieler verzichten müssen. Pierre Pujol fällt mit einem Knochenmarködem im linken Sprunggelenk voraussichtlich für zwei Wochen aus und Kyle Ensing konnte aus dringenden privaten Gründen nicht mit der Mannschaft ins Rheinland reisen. Doch auch der Gegenseite geht es nicht besser. Coach Stefan Falter fehlen mit Blair Bann, Lukas Maase und Niklas Seppänen wichtige Akteure. Dennoch dürfen sich die SPORT1-Zuschauer auf ein attraktives Spiel vor schöner Kulisse freuen, denn die Gastgeber werden ihre Arena mit einer besonderen Charity-T-Shirt-Aktion in ihre Vereinsfarben hüllen.

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Union gewinnt in Frankfurt – nachträgliches Geburtagsgeschenk für Urs Fischer

Die Ultras der Eintracht waren dem Spiel ferngeblieben, die Berliner ließen es sich nicht nehmen und füllten den Gästeblock im Frankfurter Stadion bis auf den letzten Platz. Die Heimfahrt am Rosenmontagabend war um so freudiger, den ihre Mannschaft hatte, nicht unbedingt erwartet, mit 2:1 den nunmehr dritten Auswärtssieg der Saison geholt. Für Urs Fischer, Unions Trainer feierte am 20. Februar seinen 54. Geburtstag, war es ein willkommenes nachträgliches Geschenk. Der Punktestand ist jetzt nach 23 Saisonspielen auf beachtliche 29 Zähler angewachsen, da müsste es doch mit dem Teufel zu gehen, wenn am Ende der Saison nicht der Klassenerhalt stehen sollte.

Beim Warmachen schallte der Hit von den Boom Town Rats „I Don’t Like Mondays“ über das Stadion. Für die Frankfurter Eintracht wurde es zu einem bösen Omen. Sie hatten Mühe in das Spiel zu kommen und verteilten zwei großzügige Geschenke an die Berliner. Die erste Hälfte endete torlos. In der 49. Minute leistete sich die Frankfurter Abwehr eine Slapstick-Einlage, frei nach dem Motto: „Nimm du ihn, ich hab ihn auch nicht“, konnte Sebastian Andersson ins verwaiste Tor schiessen. Es kam noch besser, ein durch Andersson erzwungenes Eigentor brachte in der 67. Minute die Eisernen mit 2:0 in Front. Der Unglücksrabe für Frankfurt war Abwehrspieler Evan Ndicka, zuvor hatte Torwart Kevin Trapp eine flache Hereingabe zu kurz abgewehrt.

Die Eisernen waren bis dahin wacher und lauffreudiger. Ein Spiel das mit enormen Kraftaufwand betrieben wurde. Die Unioner liefen über fünf Kilometer mehr als die Eintracht. Erneut war es ein Eigentor, diesmal auf der anderen Seite, dass die Frankfurter ins Spiel zurück brachte. Florian Hübner hatte Pech, das seine Rettungstat im eigenen Tor endete. Es wäre in der Schlussphase, Schiedrichter Deniz Aytekin ließ fünf Minuten nachspielen, fast schiefgegangen mit dem Auswärtsdreier. Mit Glück und Geschick überstanden die Eisernen die brenzligen Situationen und konnten am Ende jubeln und sich von ihren Fans feieren lassen. In der Tabelle haben die Eisernen Frankfurt überholt und sind – erstaunlich, erstaunlich – fast einstellig.

Hans-Peter Becker

SG Eintracht Frankfurt: Trapp – Ndicka (71. Rode), Hinteregger, Abraham, Chandler – Kohr, Hasebe – Kostic, Kamada, Durm (66. Silva) – Pacencia (4-2-3-1)

1. FC Union Berlin: Gikiewicz –Friedrich, Hübner, Subotic– Ryerson, Andrich, Gentner (77. Prömel), Lenz – Malli (63. Ingvartsen), Andersson, Bülter (90. Kroos) 3-4-3

Tore: 0:1 Andersson (49.), 0:2 N´Dicka (67. ET), 1:2 Silva (79.)

Zuschauer: 46 500

Champions League Intermezzo gegen Kasan als Stimmungsmacher

Das nationale Wasserballgeschehen wird aktuell von der Vorbereitung des Nationalkaders auf das Olympiaqualifikationsturnier in Rotterdam Ende März beeinflusst. Das bringt für die Vereine, die in in Pokal und Meisterschaft aktiv sind, ungewohnte Termine mit sich.

Spandau 04 ist mit mehr als einem halben Dutzend deutschen Auswahlakteuren und weiteren internationalen Akteuren (Pjesivac/Montenegro, Negrean/Rumänien, Saudadier/Frankreich, Kholod/Russland) ausgestattet, die mit ihren Nationalteams in Rotterdam ums Tokio-Ticket spielen. Am 9. Februar war für die Wasserfreunde bei den White Sharks Hannover die letzte Vereinsaufgabe zu absolvieren (19:7). Nun folgt am kommenden Samstag (22.2.2020) die Nächste.

Am Samstag empfangen die Wasserfreunde am 9. der 14 Spieltage der Champions-League-Hauptrunde in der Schwimmhalle Schöneberg die Russen von Sintez Kasan. Gruppen-Sechster gegen den Letzten, das hört sich machbar an. „Aber dennoch dürfen wir den Gegner nicht unterschätzen“, sagt der Trainer Petar Kovacevic. „Wir wollen auf den Erfolg gegen Szolnok (8:7-Auswärtserfolg beim 2017-CL-Gewinner) den nächsten Sieg folgen lassen.“

Aktuell ist Spandau mit acht Zählern vier Punkte entfernt vierten Gruppenplatz, der die Qualifikation für das Final 8 bedeuten würde. Jeder Sieg in der Champions League wird mit drei Punkten honoriert. Das Hinspiel in Kasan haben die Berliner knapp mit 12:11 gewonnen, dabei nach dem ersten Viertel 6:2 geführt, den Vorsprung aber verspielt und sogar zweimal mit einem Tor hinten gelegen. Am Ende brachten die Gäste den verdienten Erfolg aber doch nach Hause. „Eine solche Fieberkurve darf uns nicht wieder passieren. Ich denke, wir haben daraus gelernt“, so Kovacevic.

Zwei Tage nach der CL-Partie geht die Auswahlvorbereitung auf Rotterdam mit einem Ein-Wochen-Lehrgang weiter, dann folgt am 4. März (Schwimmhalle Schöneberg, 19 Uhr) ein weiteres CL-Intermezzo gegen Olympiacos Piräus, einem der Titelfavoriten im laufenden Königswettbewerb. „Wenn wir uns in diesen Spielen gut verkaufen, kann das mental zu einem motivierenden Stimmungsmacher im Kampf um das Olympiaticket werden“, erklärt Petar Kovacevic.

Quelle: Peter Röhle/Wasserfreunde Spandau 04

Champions League 2019 / 2020

Spieltag 9, Gruppe A

22. Februar 2020

Wasserfreunde Spandau 04 – Sintez Kasan (Russland)

Spielbeginn: 19:00 UHR

Spielort: Sport- und Lehrschwimmhalle Schöneberg, Sachsendamm 11, 10829 Berlin

Eisbären mit Arbeitssieg gegen Iserlohn

Die Hauptrunde nähert sich dem Ende, am unbeliebten Dienstag empfingen die Eisbären die Iserlohn Roosters. Der Spiel-Rhythmus Sonntag-Dienstag-Freitag-Sonntag hat bereits Playoff-Charakter. Die Playoffs sind den Eisbären nicht mehr zu nehmen, schön wäre es, der aktuelle Tabellenplatz Vier verteidigt werden. So war das Spiel gegen den Tabellenvorletzten eine Pflichtaufgabe, die es erfolgreich zu bewältigen galt. Die Iserlohner mit nur noch vagen Hoffnungen auf die Pre-Playoffs, machten den Eisbären das Leben schwer.

Die Führung für die Gäste, bereits in der 06. Minute, fiel aus dem Nichts. Den Ausgleich besorgte Marc Olver, da lief die 15. Minute im Spiel. Die Eisbären hatten ein deutliches Übergewicht, doch es dauerte bis zur 30. Minute, bevor sie das Spiel drehen konnten. Austin Ortega traf aus fast unmöglicher Position, er fand die Lücke zwischen Schulter. Die Weichen auf stellte Lucas Reichel noch im Mittelabschnitt, er traf im Powerplay für die Eisbären.

In der 52. Minute kam nochmals ein Hauch von Spannung auf. Den nie aufsteckenden Gästen gelang trotz eigener Unterzahl, erneut durch Michael Clarke der Anschluss-Treffer zum 2:3. Endgültig alles klar für diesen Dienstagabend machte Mark Olver mit einem Schuss ins verwaiste Tor der Iserlohn Roosters. Es war ein typischer Arbeitssieg der favorisierten Mannschaft. Eisbären-Trainer Serge Aubin schätzte das Spiel so ein: „Wir haben heute bestimmt nicht unser bestes Eishockey gezeigt, aber einen Weg gefunden das Spiel zu gewinnen.

Bemerkenswert war erneut die Effizienz der vierten Sturmreihe der Eisbären. Mark Olver traf doppelt und Andre Rankel steuerte einen Assist bei. In vielen Team ist die sogenannte vierte Reihe lediglich mit der Aufgabe betreut, vor allem der Parade-Reihe Luft zu verschaffen. Nicht so aktuell bei den Eisbären, die auf vier fast gleichwertige Sturmreihen setzen. Nach dem Spiel erklärte Nachwuchsmann Sebastian Streu, der zusammen mit Rankel und Olver diese Reihe bildet, dass er froh ist, sich jetzt mehr Eiszeit erkämpft zu haben. Außerdem hat sie kein Verbot, auch Tore zu erzielen. „Wir fühlen uns nicht wie die vierte Reihe“, so äußerte er sich nach dem Spiel. Seine Reihe hatte 16 Wechsel und er war knapp 11 Minuten auf dem Eis.

Die Eisbären haben jetzt ein hartes Auswärtsprogramm zu absolvieren. Bereits am Donnerstag, 20. Februar müssen sie Augsburg antreten und am darauffolgenden Sonntag wird in Nürnberg gespielt. Zwischen den Spielen werden die Eisbären nicht nach Berlin zurückkehren. Das nächste Heimspiel ist erst 28. Februar ausgetragen, gegen die Düsseldorfer EG, aktueller Tabellennachbar.

Hans-Peter Becker

DEL 46. Spieltag 18.02.2020 19:30 Uhr MB-Arena Berlin

EHC Eisbären Berlin – Iserlohn Roosters 4:3 (1:1/2:0/1:1)

Torfolge

0:1 Clarke 05:21 (Fleischer) EQ

1:1 Olver 14:04 (Kettemer, Rankel) EQ

2:1 Ortega 29:39 (Aubry, McKiernan) EQ

3:1 Reichel 36:52 (Ortega, Pförderl) PP1

3:2 Clarke 51:19 (Dimitriev, Baxmann) SH1

4:2 Olver 58:34 (Lapierre, McKiernan) empty net

Strafminuten:

Eisbären 10

Iserlohn 14

Zuschauer: 12.616

BR Volleys Pokalsieger 2020

Es ist vollbracht: Die Berlin Recycling Volleys sind zum fünften Mal DVV-Pokalsieger. In beeindruckender Manier sicherte sich der amtierende Deutsche Meister und Supercup-Gewinner auch den ersten Titel des neuen Jahrzehnts. Mit 3:0 (25:12, 25:18, 25:22) setzten sich die Berliner vor 10.689 Zuschauern in der Mannheimer SAP Arena gegen die SWD powervolleys Düren durch und gingen anschließend zur Jubelarie über.

Pünktlich zu diesem Endspiel kehrte Kapitän Moritz Reichert, der zuletzt nur von der Ersatzbank kam, in die Startaufstellung des Deutschen Meisters zurück und sollte es gemeinsam mit Jeffrey Jendryk, Nicolas Le Goff, Sergey Grankin, Benjamin Patch, Samuel Tuia und Libero Julian Zenger in Mannheim richten. Das erste Ausrufezeichen dieses Finals setzte Zuspieler Grankin mit einem spektakulären Block gegen Björn Andrae und direkt im Anschluss ließ Ben Patch ein Ass folgen (7:3). Eine Aufschlagserie von Reichert sowie die Blockstärke von Tuia und Jendryk stellte die Weichen deutlich auf Satzgewinn (16:7). Die Berliner zeigten ihre ganze Stärke in Aufschlag, Block und Angriff und entschieden den Auftaktsatz klar und deutlich mit 25:12 für sich.

Grankin eröffnete Satz zwei mit einer gekonnten Zuspielfinte und das Team aus der Hauptstadt gab weiter den Takt vor (8:6). Der leuchtende orange Fanblock der Berliner trieb die Mannschaft von Cedric Enard zu einer 82 % Angriffsquote (!) in diesem Durchgang. Auch die Achse Grankin-Patch funktionierte nun perfekt und die BR Volleys zogen auf 19:13 davon. Jendryk sorgte per Schnellangriff schließlich für die 2:0-Satzführung (25:18).

Düren konnte nun zulegen, aber die Berliner hielten mit konstant gutem Service von Tuia Schritt (5:5, 12:12). Wieder war es Patch, der für die Männer in Orange die wichtigen Punkte verbuchte (18:16). Die Powervolleys konnten die Annahme gegen Grankins Aufschläge nicht mehr halten und beim Zwischenstand von 21:17 konnte man sich im Fanblock allmählich auf den Siegerjubel in schwarz-orange einstellen. Ein Aufschlagfehler des Ex-Berliners Egor Bogachev machte die BR Volleys zum Pokalsieger 2020 (25:22). Letztlich griffen die Berliner mit 71 % Erfolgsquote an, setzten sieben Blocks und schlugen fünf Asse. Neben einem überragenden Sergey Grankin wurde Benjamin Patch mit 13 Punkten Topscorer.

Stimmen zum Spiel
Sergey Grankin: „Wir legen seit dem Jahreswechsel eine großartige Energie aufs Feld und heute haben wir es bis zum Ende durchgezogen. Es war eine ganz starke Mannschaftsleistung und mit dieser haben wir uns den Titel absolut verdient. Dieser Pokalsieg ist überragend, aber jetzt will ich auch den Hattrick aus Supercup, Pokal und Meisterschaft!“
Kaweh Niroomand: „Wir haben vom ersten Punkt an gezeigt, dass wir dieses Finale unbedingt für uns entscheiden wollen. Die Mannschaft hat in eindrucksvoller Manier sofort die mentale Hoheit gewonnen. Dazu haben Sergey und Moritz das Team überragend angeführt. Für uns ist ein solcher Titel einfach Goldwert, weil er unsere Marke nach vorn bringt. Wir wissen noch nicht, wie und wo, aber jetzt wird gefeiert!“

BR Volleys Formation
Moritz Reichert und Samuel Tuia (AA), Jeffrey Jendryk und Nicolas Le Goff (MB), Sergey Grankin (Z), Benjamin Patch (D) und Julian Zenger (L) | Eingewechselt: Cody Kessel, Kyle Ensing

Quelle: BR Volleys/Christoph Bernier


Eine bittere Niederlage

Ist der Fußball gerecht ? Die Anhänger der Eisernen werden diese Frage nach dem Spiel gegen Bayer Leverkusen mit einem klaren Nein beantworten. Die wohl beste spielerische Leistung der Saison reichte nicht, um wenigstens einen Zähler in Berlin zu behalten. Eine turbulente Schlussphase mit offiziell sieben Minuten Nachspielzeit sorgte für Riesenjubel bei den Gästen.

Es wurde gezündelt im Gästeblock, übrig gebliebene Silvesterknaller und bengalische Feuer hüllten das Stadion teilweise in Rauchschwaden. Es wurde oligatorisch durch den Stadionsprecher Christian Arbeit darauf hingewiesen, dass das nicht erlaubt sei und die Waldseite skandierte „Pyros sind kein Verbrechen“. Das Spiel war unterbrochen, in der 64. Spielminute forderte Schiedsrichter Harm Osmers die Mannschaften auf, das Spielfeld zu verlassen. Beide Trainer, vorallem der Leverkusener, nutzten die Gelegenheit für taktische Hinweise. Anschließend war klar, dass es eine längere Nachspielzeit geben würde. Genau das wurde den Eisernen zum Verhängnis. In der 83. Minute nahm das Unheil seinen Lauf. Der zur Halbzeit eingewechselte Moussa Diaby schloss einen Konter zur 2:1 Führung für die Gäste ab. Christopher Trimmel war als rechter Außenverteidiger weit aufgerückt und rutschte tragischerweise aus. Er hatte keine Absicherung, die Abstände stimmten nicht, das finale Zuspiel passte und der Ball landete im Tor.

Die Eisernen schlugen nochmals zurück, es war Marius Bülter der Lukas Hradecky im Leverkusener Tor überwinden konnte. Da lief bereits die 87. Spielminute. Es war an diesem Spiel noch nicht der Haken dran. In der 94. Minute erzielte Karim Bellarabi ein unmögliches Tor, spitzer Winkel, Torwart ausgetrickst und lähmendes Entsetzen im Lager der Eisernen. Fast hätte es ein Happy End gegeben. Die letzte Aktion im Spiel, ein Eckball und Rafal Gikiewicz war aus seinem Kasten geeilt und kam tatsächlich an den Ball, doch sein Leverkusener Kollege war rechtzeitig unten und konnte den Ball sichern.

Es machte sich eine große Leere breit. „Es ist schon brutal, nach so einer Leistung mit leeren Händen dazustehen“, so Christian Gentner, der das 1:0 für die Eisernen erzielt hatte. War es der Kräfteverschleiß, war es Naivität ? Es gibt Gegentore die nicht vermeidbar sind, die drei Gegentore der Eisernen fallen nicht in diese Kategorie.

Es ist nach dieser Niederlage nicht viel passiert, Punkte gegen Leverkusen zu holen, kann nicht ernsthaft geplant gewesen sein, allerdings muss immer wieder mit einer Schwächephase des Gegners gerechnet werden und nächste Favoritensturz in der „Alten Försterei“ war möglich.

Fußball-Bundesliga 22. Spieltag 16.02.2020 15:30 Uhr

1. FC Union Berlin: Gikiewicz – Friedrich, Schlotterbeck, Subotic  (86. Polter) – Trimmel, Gentner (76. Prömel), Andrich, Lenz – Malli (76. Ingvartsen), Andersson, Bülter

Bayer 04 Leverkusen: Hradecky – Tah, S. Bender, Tapsoba – Weiser (45. Aránguiz), L. Bender, Amiri (76. Bellarabi), Wendell – Havertz, Volland, Bailey (45. Diaby)

Tore: 1:0 Gentner (7.), 1:1 Havertz (22.), 1:2 Diaby (83.),  2:2 Bülter (87.), 2:3 Bellarabi (90. + 4)

Zuschauer: 22.012


Eisbären holen zwei Punkte gegen die Adler Mannheim

Es war ein großer Sporttag in und für Berlin, in der Schmeling-Halle spielten die Handball-Füchse, in Mannheim in der SAP-Arena kämpften die BR Volleys um den Pokal im Volleyball und in der MB-Arena spielten zu mittäglicher Stunde die Eisbären um Punkte in einer Neuauflage des DEL-Klassikers gegen die Adler Mannheim. Der erste Bully fiel bereits um 13:15 Uhr, weil die Halle am Abend weiter gebraucht wurde um das Finale im Basketball-Pokal der Männer, Alba hatte Heimrecht gegen Bamberg auszutragen.

© Foto: Stephan Wenske

Das Hockeyspiel begann mit einer Panne, die Datei mit der Eisbärenhymne von den Puhdys war wohl beschädigt oder blieb die CD hängen, jedenfalls kamen nur die ersten Takte aus den Lautsprechern. Bevor es losging, gab es eine Gedenkminute für den am 13. Februar verstorbenen Hans „Hanne“ Frenzel. Ein bewegender Moment für den Hallensprecher Uwe Schumann, war doch Hanne Frenzel sein Vorgänger in dieser Funktion. „Als Spieler bestritt er 104 Partien für Dynamo und 61 für die DDR-Nationalmannschaft, für die er an drei Weltmeisterschaften teilnahm. Er gewann vier DDR-Meistertitel und war langjähriges Mitglied des Kampfgerichts der Eisbären, zudem zeitweise auch Stadionsprecher.“ Er wurde 91 Jahre alt. Die Eisbären-Fans schickten ein extra lautes Dynamo unter das Hallendach. Sie werden ihn nicht vergessen.

© Fotos: Stephan Wenske

Wenn die Adler auf die Eisbären treffen, ein el clasico in der DEL, ist immer Hochspannung angesagt. So hielt das Spiel, was die Namen im Vorfeld versprachen. Die Adler hatten einen ausverkauften Gästeblock mitgebracht. Ganze drei Blöcke im Oberrang waren mit Fans aus der Quadrate-Stadt gefüllt. Die Halle war ausverkauft und das Spiel erwies sich dieser Tatsache würdig. Nach den regulären Spielzeit stand es 3:3 und beide hatten sich den Punkt redlich erkämpft. Die Gäste gingen in Führung, die Eisbären glichen aus, wieder Rückstand und das Spiel gedreht. Nach zwei gespielten Dritteln stand es 3:2 für Eisbären. Im Schlussabschnitt mussten die Eisbären den Ausgleich hinnehmen. Das Spiel hatte Playoff-Charakter es ging rauf und runter, es gab Riesenrettungstaten von beiden Goalies, entschärfte Alleingänge und Pucks die vom Gehäuse abprallten. Beide wollten die drei Punkte. Es ging in die Overtime und da hatten die Eisbären das bessere Ende für sich. Austin Ortega traf zum zweiten Mal in diesem Spiel und sicherte für die Eisbären den Zusatzpunkt.

Das Spiel endete exakt um 15:31 Uhr und sofort begann der Umbau für das Finale im Basketball-Pokal.

Hans-Peter Becker

DEL 45. Spieltag 16.02.2020 13:15 Uhr MB-Arena Berlin

EHC Eisbären Berlin – Adler Mannheim 4:3 OT (1:1/2:1/0:1/1:0)

Torfolge

0:1 Rendulic 12:03 (Katic, Järvinen) PP1

1:1 Olver 13:13 (/)

1:2 Rendulic 23:56 (Hungerecker,Billins)

2:2 Labrie 27:16 (Wissmann,Lapierre)

3:2 Ortega 30:06 (Aubry,Hördler)

3:3 Plachta 50:41 (Lehtivuori,Stützle) PP1

4:3 Ortega 62:21 (Noebels,McKiernan) PP1

Strafminuten:

Berlin – 10

Mannheim – 8

Torschüsse:

Berlin – 40

Mannheim – 38

Zuschauer: 14.200 ausverkauft

BR Volleys im Pokalfinale – Interview mit Kaweh Niroomand

Vor dem Endspiel am Sonntag, 16.02.2020 in Mannheim gegen die SWD powervolleys aus Düren zieht BR Volleys Geschäftsführer Kaweh Niroomand eine erste Bilanz des Saisonverlaufs und beschreibt, was der fünfte Pokalerfolg für den Verein bedeuten würde.

Kaweh, die Mannschaft hat national noch kein Match verloren, führt die Bundesliga-Tabelle an und steht am Sonntag im Pokalfinale. Da kann das Zwischenfazit vor dem Endspiel in Mannheim doch nur positiv ausfallen, oder?
Kaweh Niroomand: „Bisher können wir mit dem Saisonverlauf zufrieden sein. Eine derartige Serie haben wir in den nationalen Wettbewerben meines Wissens noch nie erreicht. Aber: Noch haben wir keinen der großen Titel gewonnen. Der Supercup-Erfolg war ein schönes Erlebnis, hat aber letztlich nicht den Stellenwert eines Pokalfinals. Am Sonntag zählt es. Danach können wir sagen, ob es bis hierhin eine ordentliche oder eine sehr gute Spielzeit war. Perfekt kann die Saison leider nicht mehr werden, hierfür hat mich unser Abschneiden in der CEV Champions League doch zu sehr enttäuscht. Wir hatten natürlich eine extrem schwierige Auslosung, aber ich habe unserer Mannschaft auch in dieser Gruppe etwas mehr zugetraut. Dafür hätten wir nach dem starken Auftaktsieg gegen Ljubljana jedoch im Rhythmus bleiben müssen. Stattdessen haben uns die Ausfälle von Ben, Samu und auch Nicolas aus der Erfolgsspur gebracht. Das hat uns vor Weihnachten zurückgeworfen und ist jetzt im Nachgang schon ziemlich ärgerlich.“

Du warst mit dem Team zuletzt in Ljubljana auf Champions-League-Reise. Wie hast Du die Atmosphäre in der Mannschaft vor dem Finale wahrgenommen?
Niroomand: „Obwohl wir mit dem Punktverlust nach zwei Sätzen rechnerisch bereits ausgeschieden waren, hat das Team eine gute Mentalität bewiesen. Die erste Sechs war an diesem Tag nicht voll da, aber die Spieler von der Bank haben mit einem unheimlichen Ehrgeiz das Match gedreht. Georg hat sich ein besonderes Lob verdient. Auch Pierre und Moritz haben ihre Ärmel hochgekrempelt und stark gespielt. Und Ljubljana ist ganz gewiss keine internationale Laufkundschaft. Einen solchen 0:2-Rückstand auswärts in der Champions League zu drehen, ist eindrucksvoll und zeigt, dass es in der Mannschaft stimmt. Die Atmosphäre ist also positiv.“

War diese Steigerung gegen Ljubljana auch ein Fingerzeig für Mannheim?
Niroomand: „Wie sagt man im Sport so schön: Es ist ein neues Spiel. Und das stimmt auch wirklich. Ein Finale um einen Titel vor mehr als 10.000 Zuschauern kann man damit nicht vergleichen. Mit dieser Drucksituation umzugehen, ist eine ganz andere Herausforderung.“

Welche Bedeutung hätte ein fünfter Pokaltitel für den Verein?
Niroomand: „Die Strahlkraft eines Pokalfinals ist riesig. Es schafft Öffentlichkeit, Aufmerksamkeit und damit Reichweite. Beispielsweise durch die TV-Live-Übertragung auf SPORT1 am Sonntagnachmittag. Ein besseres Marketing kann man als Verein kaum bekommen, deshalb sind wir glücklich, nach drei Jahren wieder dabei sein zu dürfen. Es ist auch für den Verband und die Liga immer wieder ein Prestigeprojekt. Da hört man gern, dass der Zuschauerzuspruch erneut gut ist. Für unsere Fans ist der Standort sicher nicht ideal, aber dennoch machen sich wieder viele BR Volleys Anhänger auf den weiten Weg. Dies wissen wir sehr zu schätzen! Wenn wir dann noch am Ende den Pokal holen könnten, wäre das für alle von uns eine großartige Sache. Für viele Spieler wäre es der erste Pokalerfolg, für einige sogar der erste Titel überhaupt. Unsere Mannschaft hat das ehrgeizige Ziel, solange wie nur möglich in Deutschland unbesiegt zu bleiben. Das ist zusätzlicher Ansporn.“

Wie schätzt Du den Finalgegner aus Düren ein? In der Liga fehlte es der Mannschaft zuletzt an Konstanz.
Niroomand: „Düren wurde leider von Verletzungen und Krankheiten zurückgeworfen. Viele, auch ich, hatten die Mannschaft vor der Saison für eine deutlich bessere Platzierung auf dem Zettel. Das hat aber für Sonntag nichts zu sagen, wenn man sich allein anschaut, wer dort für Düren alles auf dem Parkett steht. Dieses Team ist erfahren und wird ‚Sekt oder Selters‘ spielen. Wir müssen höllisch aufpassen!“

Hast Du noch einen besonderen Wunsch für Sonntag?
Niroomand: „Es wäre natürlich wunderbar, wenn wir pünktlich zu unserem nächsten Heimspiel am 15. März gegen Friedrichshafen ein neues Titelbanner in der Max-Schmeling-Halle enthüllen könnten.“

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

ALBA BERLIN spielt um seinen zehnten Pokaltitel

Am kommenden Sonntag kämpft das Team von ALBA BERLIN im ersten großen Saisonhöhepunkt um 20:30 Uhr in der Mercedes-Benz Arena gegen Oldenburg um den Gewinn des MagentaSport BBL Pokals. Für die Albatrosse wäre der Sieg nicht nur der erste Titel unter Coach Aito, sie würden mit dem zehnten Pokaltitel auch in der Ehrenliste des deutschen Basketballs mit Rekordsieger Leverkusen gleichziehen. Nach zwei sehr knapp verlorenen Pokalfinals in den letzten beiden Jahren brennt die ALBA-Mannschaft jetzt umso mehr darauf, es im dritten Anlauf mit den eigenen Fans im Rücken besser zu machen.

Aito Garcia Reneses (Cheftrainer ALBA): „Wir müssen abwarten, ob uns am Sonntag neben Stefan Peno und Tim Schneider auch Johannes Thiemann, Kenny Ogbe und Makai Mason fehlen werden. Aber es ist nicht das erste Mal in der Saison, dass wir dezimiert in ein wichtiges Spiel gehen. Ich setze deshalb darauf, dass wir darin mittlerweile Übung haben. Auch in diesem Pokalfinale geht es wie in jedem Spiel darum, sich nicht so sehr auf Sieg oder Niederlage zu konzentrieren, sondern auf den nächsten Angriff und dann auf die nächste Verteidigung.“

Niels Giffey (Forward und Kapitän ALBA): „Die Niederlage vor zwei Wochen in Oldenburg ist noch in unseren Köpfen und ich finde das gar nicht schlecht. Das erinnert uns daran, wie gefährlich die Oldenburger sind. Im Finale am Sonntag werden sie sicher mindestens genauso stark auftreten und wir wissen alle, dass wir besser spielen müssen, wenn wir Pokalsieger werden wollen.“

Für ALBA ist das diesjährige Pokalfinale nach den Cup-Endspielen 2018 in Ulm und 2019 in Bamberg, den beiden letzten Finalserien um die Deutsche Meisterschaft gegen Bayern München sowie dem EuroCup-Finale gegen Valancia schon die sechste Finalteilnahme in der dritten Saison unter Coach Aito. Aber anders als bei den fünf Endspielen oder Serien in den beiden vergangenen Jahren findet das entscheidende Spiel um den Titelgewinn jetzt erstmals in Berlin statt. Das wollen die Albatrosse mit ihren Fans im Rücken gegen Oldenburg zum entscheidenden Unterschied machen.

Während sich ALBA und Oldenburg, das nach 2015 seinen zweiten Pokaltitel gewinnen will, schon sechsmal in Playoff-Serien gegenüberstanden (zuletzt im von ALBA 3:0 gewonnenen Halbfinale 2019), haben sich die Wege beider Klubs im Pokal nur selten gekreuzt. 1998 warf ALBA die damals noch in der zweiten Liga spielenden Nordwestdeutschen mit 105:60 aus dem Wettbewerb und 2002 beim Pokal-TOP4 in der Berlin im Halbfinale mit 105:65.

Fast zwanzig Jahre später haben sich die Oldenburger jedoch als eines der Topteams im deutschen Basketball etabliert, das die easyCredit BBL auch auf europäischer Ebene im EuroCup stark vertritt. Die Oldenburger stehen dort vor dem Einzug ins Viertelfinale des zweithöchsten Wettbewerbs, aus dem ab dieser Saison die beiden besten Mannschaften in die EuroLeague aufsteigen.

Der Oldenburger Erfolg beruht zu einem großen Anteil auf der Kontinuität, der sich die EWE Baskets seit vielen Jahren verschreiben. Topscorer der Mannschaft ist in seiner nun schon 13. Saison der unverwüstliche 37-jährige US-Forward Rickey Paulding, dessen Verpflichtung 2007 den Ausgangspunkt für die Oldenburger Erfolgsgeschichte gab. Aus Oldenburg ist im Fanjargon längst „Pauldingburg“ geworden.

Auch der österreichische Nationalcenter Rasid Mahalbasic spielt schon seine dritte Saison in Oldenburg und ist dabei aktuell der effektivste (statistisch beste) Spieler der easyCredit BBL. Der kräftige Center stellt die Gegner nicht nur damit vor große Probleme, dass er unter dem Korb brandgefährlich ist. Er trifft auch den Dreier und versteht es als viertbester Passgeber der Liga meisterhaft, den Ball aus der Zone heraus auf die draußen lauernden Dreierschützen zu geben.

Mit dem aus der Distanz sehr korbgefährlichen Forward Philipp Schwethelm und dem defensivstarken Karsten Tadda komplettieren zwei erfahrene Ex-Nationalspieler die Oldenburger Aufstellung, die abwechselnd oder im Duett von den beiden starken US-Neuzugängen auf der Spielmacherposition, Braydon Hobbs und Tyler Larson, dirigiert wird. Außerdem hat sich der vielseitige US-Forward Armani Moore hat seit seiner Nachverpflichtung im Dezember zum wichtigsten Bankspieler der EWE Baskets gemausert. Verletzungsbedingt werden den Oldenburgern voraussichtlich Nathan Boothe und Gerry Blakes fehlen.

Quelle: ALBA Berlin


Eine schwere Aufgabe – die Werkself aus Leverkusen kommt

In der Vereinsgeschichte haben die Eisernen bisher drei mal gegen Bayer 04 Leverkusen gespielt. Die Erinnerungen daran sind nicht die besten, alle drei Spiele gingen verloren. Zwei Mal trafen sie sich im DFB-Pokal, mit 0:5 und 1:4 war jeweils in der 2. Runde schluss und die 0:2 Hinspielniederlage im September 2019 war kein Ruhmesblatt. Jetzt geht es erstmals um Punkte in der heimischen „Alten Försterei“.

Die Gäste wollen weiter oben in der Tabelle bleiben. Die direkte Qualifikation für die Champions-League ist weiter im Bereich der Möglichkeiten. Im Falle eines Sieges könnten sie zunächst an Gladbach vorbeiziehen, wenigstens für eine Stunde. Leverkusen gehört in dieser Saison zu den auswärts-stärksten Teams. Von den zehn Auswärtspartien konnten sechs gewonnen werden. Leverkusen praktiziert eine Vorwärtsverteidigung und beeindruckt durch Tempofußball. Unions Trainer Urs Fischer kommt es daher gelegen, dass Marvin Friedrich nach seiner Sperre wieder eine Option in der Verteidigung ist.

Es wird ein schweres Spiel werden, betonte Unions Trainer während Pressekonferenz zum Spieltag. Nur auf die Fehler des Gegners zu warten wird gegen eine Mannschaft mit dieser Qualität nicht ausreichen. Leverkusens Trainer Peter Bosz sprach auf seiner Pressekonfernez von einer „schwierigen Aufgabe“, ein Gegner aus der Bundesliga ist nie leicht zu bespielen.

Ein bisschen hoffen sie in Leverkusen, dass die Eisernen im Hinterkopf haben werden, dass der Klassenerhalt bereits nach 21 Spielen mit 9 Punkten Vorsprung auf die Abstiegszone fast im Kasten ist. So die restlichen Punkte gegen andere geholt werden können, auf der HomePage der Leverkusener zum Gegnercheck ist zu lesen: „Es müsste schon einiges passieren, damit dieser Verein im kommenden Sommer nicht in seine zweite Bundesliga-Saison gehen kann.“ Eins ist aber auch klar, die bislang erreichten 26 Punkte reichen noch nicht aus.

Personell können beide Trainer aus den vollen schöpfen, da ist eher die Qual der Wahl angesagt. Bei den Eisernen fehlen Joshua Mees und Akaki Gogia. Diese Partie wird beiden Trainer wertvolle Erkenntnisse für das Pokalspiel im März liefern. In knapp drei Wochen gibt es Auflage Nummer drei Union vs Leverkusen, dann wieder auswärts in Bay-Arena . Soweit voraus denken beide nicht, jetzt steht der Kampf um Punkte an.

Das Stadion in der Wuhlheide wird einschließlich des Gästeblocks ausverkauft sein. Zum Schiedsrichter der Partie wurde Harm Osmers bestimmt. Anpfiff ist am Samstag, 15.02.2020 pünktlich um 15:30 Uhr.

Hans-Peter Becker