Volleyball – BBSC Damen mit Auswärtserfolg

VfL Oythe – BBSC Berlin   1:3 (-19, -12,21, -25)

Im zweiten Geisterspiel der Saison (nach dem Auftaktmatch gegen Borken) besiegte der BBSC Berlin auswärts den VfL Oythe verdient mit 3:1 und entfernte sich zunächst von der Abstiegszone der Ligatabelle.

Die Berlinerinnen waren mit vollem Aufgebot in das niedersächsische Vechta (nahe Osnabrück) gereist. Trainer Hinz konnte auch die im letzten Ligavergleich gegen Essen vermisste Juliane Stapel einsetzen. Oythe präsentierte sich als ernst zu nehmender Gegner, der die Gäste mit guten Qualitäten forderte. Nicht umsonst hatte Robert Hinz im Vorfeld vor den Gastgeberinnen gewarnt, die immerhin der Kölner Spitzenmannschaft zwei Sätze abgenommen haben. Konzentriert holte sich der BBSC die ersten beiden Sätze und mit dem 27:25 im 4. Satz durften die Berlinerinnen endlich richtig jubeln: 3 Punkte waren in die Hauptstadt entführt. Die MVP-Medaillen erhielten für den VfL Oythe die erfolgreiche Beacherin Christine Aulenbrock und auf Berliner Seite Zuspielerin Katharina Kummer Die nächsten Heimspiele darf der BBSC coronabedingt nur unter Ausschluss des Publikums absolvieren.

Bereits am nächsten Wochenende geht es planmäßig am Sonntag, 8.11.2020 um 15:00 Uhr gegen Blau-Weiß Dingden wieder um Ligapunkte.

Für den BBSC im Einsatz: Marie Dreblow, Isabel Böttcher, Paula Morgenroth, Katharina Kummer, Roxana Vogel, Juliane Stapel, Annalena Grätz, Annika Kummer, Antonia Heinze, Stephanie Utz, Antonia Lutz, Alina Gottlebe-Fröhlich, Laura Walsh

Quelle: Burkhard Kroll/BBSC Berlin

BR Volley verlieren – Serie ist gerissen

Erstmals seit 545 Tagen haben die BR Volleys wieder ein Spiel in der Volleyball Bundesliga verloren. Gegen leidenschaftlich auftretende Volleyball Bisons aus Bühl mussten sich die Berliner am Samstagabend mit 1:3 (22:25, 18:25, 28:26, 22:25) geschlagen geben. Konnte man im dritten Satz noch einen Matchball abwehren, beendete der zwölfte Block der Gastgeber die Begegnungen nach vier intensiven Sätzen.

Cedric Enard hatte zuvor eindringlich vor den gut in die Saison gestarteten Bisons aus Bühl gewarnt und zunächst schienen die Worte des Berliner Headcoaches auch Gehör gefunden zu haben. Mit Ben Patch und Sergey Grankin in der Startaufstellung begannen die BR Volleys gut (7:3, 14:10), leisteten sich insgesamt aber zu viele Aufschlagfehler und ließen das hochmotivierte Heimteam auf diese Weise ins Spiel kommen. In der Crunchtime des Auftaktdurchgangs wackelte die Annahme mehrfach bei Aufschlägen von Bühls Zuspieler Stefan Thiel und Außenangreifer Niklas Kronthaler nutzte die sich bietenden Gelegenheiten konsequent. Ein Block gegen Patch bedeutete den ersten Satzverlust der Saison (22:25). Die Männer vom Rande des Schwarzwaldes wirkten fortan willensstärker und die Berliner kamen nur über die Diagonalposition oder mit dem Schnellangriff regelmäßig am Block der Hausherren vorbei (5:5, 11:13). Enard wechselte Cody Kessel und Pierre Pujol ein, den Ton gaben aber weiterhin vor allem Kronthaler und der zweite Bühler Außen Lopez an. Sie führten ihre Mannschaft zum nächsten Satzgewinn (18:25).

Das Aufbäumen der Hauptstädter aber kam. Im dritten Satz schenkten sich beide Mannschaften nichts. Die Berliner, bei denen weiter Pujol Regie (MVP-Silber) führte, spielten nun elanvoller und hatten beim Stand von 24:23 ihren ersten Satzball der Partie. Dieser wurde vergeben und nach Rot gegen Pujol (wegen anhaltender Diskussionen mit dem Schiedsrichter), hatte Bühl erstmals die Chance auf den Sieg. In einer hitzigen Endphase drückte aber schließlich Tuia den Ball zum 1:2-Anschluss ins Feld (28:26). Auch im vierten Satz stand das Match auf Messers Schneide und die BR Volleys waren knapp im Vorteil (21:20). Doch wie schon in Durchgang eins verlor man plötzlich den Faden. Patch wurde wiederholt von plötzlich auftretenden Tongeräuschen in der Halle irritiert und ließ sich anschließend zweimal vom späteren MVP Lopez blocken (21:24). Zum Abschluss der Begegnung stand der Bühler Block noch ein letztes Mal (22:25), womit die erste nationale Niederlage der BR Volleys seit dem 05. Mai 2019 besiegelt war.

Stimme zum Spiel
Cedric Enard: „Ich ärgere mich sehr über dieses Spiel. Jede Serie kann reißen, aber nicht so. Heute haben wir gesehen, was passieren kann, wen wir nicht bereit sind, um ans Limit zu gehen. Die Spieler waren wohl etwas überrascht vom Kampf, der uns hier erwartet hat. Ich hatte davor gewarnt. Nur weil “BR Volleys“ auf dem Trikot steht, gewinnt man ein Spiel nicht. Man muss sich jeden Sieg jeden Tag hart erarbeiten und das hat heute gefehlt. Wir hatten mit 16:10 einen guten Start, aber dann kam es zum Bruch in unserem Spiel. Letztlich war es über vier Sätze zu wenig in Aufschlag und Angriff. Bühl ist eine gute Mannschaft, das wussten wir vorher und sie haben es heute eindrucksvoll bestätigt. Daher Glückwunsch an den Gegner. Das, was uns letztes Jahr ausgezeichnet hat, dieser unbedingte Siegeswille, muss neu entwickelt werden. Also werden wir das Match heute analysieren und die richtigen Schlüsse daraus ziehen.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle und Samuel Tuia (AA), Éder und Renan Michelucci (MB), Benjamin Patch (Z), Sergey Grankin (D) und Julian Zenger (L) | Eingewechselt: Cody Kessel, Pierre Pujol, Davy Moraes

Topwerte
Patch 19 Punkte, 2 Blocks | Michelucci 11 Punkte, 2 Blocks | Éder 10 Punkte, 2 Asses

Quelle: Christof Bernier/BR Volleys

Nächste Spiele
04. November | 19.00 Uhr | Sportforum | vs. VC Olympia Berlin
14. November | 18.30 Uhr | Max-Schmeling-Halle | vs. Helios Grizzlys Giesen

Geisterspiel in Sinsheim

Der 1. FC Union hatte vor dem Auswärtsspiel gegen die TSG Hoffenheim, wie bisher gehandhabt, zu einer Präsenzpressekonferenz eingeladen. Unter Einhaltung der Hygieneregeln waren die Vertreter, vorrangig der schreibenden Zunft, der Einladung gefolgt. Über dem Stadiongelände senkte sich trübes Herbstwetter, so bedrückend wie der bevorstehende November, dunkel und lautlos in den Bundesligastadien.

Vor dem Stadiongebäude wurde der Mannschaftsbus mit den nötigen Utensilien beladen, die Profis hatten ihr Training beendet und die Journalisten warteten auf den Einlass. So hat jeder seine Aufgabe zu erfüllen und die Fußball-Profis müssen ihre am Montag, 2.11.2020 in der PreZero Arena in Sinsheim erfüllen. Eine nicht ganz so einfache, denn die Eisernen sind alles andere als der Favorit zum Ausklang des 6. Spieltages. In der Aufstiegssaison gab es gegen die TSG Hoffenheim keine Punkte und kein Torerfolg. Mit 0:2 und mit 0:4 gingen die Spiele verloren, wobei die letzte Niederlage kassiert wurde, als der Klassenerhalt bereits feststand und die Saison für die Eisernen aus trudelte.

Personell hat Urs Fischer einige Sorgen. Verzichten muss der Trainer auf Anthony Ujah und Grischa Prömel. Fragezeichen stehen hinten den Personalien Loris Karius, Nico Schlotterbeck, Marcus Ingvartsen und Kapitän Christopher Trimmel. Sie konnten das Mannschaftstraining nicht vollständig absolvieren. Ein Ausfall des Kapitäns würde die Aufgabe noch kniffliger gestalten. Trimmel ist nicht nur der „Herrscher der ruhenden Bälle“, er hat bisher auch für die meisten Torvorlagen gesorgt. Sollte er nicht einsatzfähig sein, könnte Julian Ryerson zu seinem ersten Startelfeinsatz kommen. In dieser Saison wurde der Norweger drei Mal eingewechselt. Es wird zudem auch davon abhängig sein, für welche taktische Grundformation sich die sportliche Leitung entscheiden wird. Sollte es eine Dreierkette werden stünden noch andere Alternativen zur Verfügung.

Pressekonferenz in der Eisernen Lounge © Foto: Hans-Peter Becker

Der Trainer des Gegners, der in Berlin ncht ganz unbekannte Sebastian Hoeneß, sieht die kommende Aufgabe so: „Union hat einen enormen Schritt nach vorne gemacht im Vergleich zur vergangenen Saison. Sie haben sich spielerisch sehr gut entwickelt. Die Mannschaft hat eine gute Mischung aus Körperlichkeit und spielerischen Mittel gefunden. Union ist ein unangenehmer Gegner. Darauf sind wir vorbereitet. Wir müssen ans Limit gehen, um zu gewinnen. Es wird eine sehr schwierige Aufgabe.“ Im Stadion in Sinsheim werden corona-bedingt keine Zuschauer sein. Die Anfeuerung bleibt den für den Stadion-Aufenthalt zugelassenen Vereinsverantwortlichen überlassen.

Hans-Peter Becker

Schwierige Auswärtsaufgabe vor Geisterkulisse

Dem glühenden Volleyballfan kann bei dem Gedanken durchaus schaudern: Am morgigen Halloween-Abend (31. Okt um 20.00 Uhr) bestreiten die BR Volleys ihr erstes Geisterspiel der Vereinsgeschichte. Kapitän Sergey Grankin & Co wollen in der Großsporthalle Bühl dennoch das nötige Feuer entfachen und gegen gut in die Saison gestartete Volleyball Bisons möglichst den dritten Bundesligasieg einfahren.

Die Nachricht über den Ausschluss des Publikums im Monat November traf die BR Volleys in dieser Woche hart, unabhängig davon stand für das Auswärtsmatch in Bühl bereits fest, dass dieses vor leeren Tribünen stattfinden wird. Das örtliche Gesundheitsamt hatte die Entscheidung aufgrund der hohen Infektionszahlen schon am Dienstag getroffen. Von diesen besonderen Umständen wollen sich die Berliner allerdings nicht irritieren lassen und ihre gute Frühform bestätigen. „Bühl besitzt in dieser Saison eine sehr ausbalancierte Starting-Six und ist in allen Bereichen stark besetzt. Nicht von ungefähr hat die Mannschaft beim Saisonstart in Lüneburg verdient 3:1 gewonnen und auch in der Vorbereitung überzeugt“, findet BR Volleys Cheftrainer Cedric Enard lobende Worte für den Kontrahenten. Besonders auffällig waren beim Bundesligaauftakt die Außenangreifer Tomas Lopez (ARG, 23 Punkte) und Niklas Kronthaler (AUT, 19 Punkte), der im Sommer von den AlpenVolleys zu den Bisons wechselte.

Der Bühler Kader ist mit aktuell zehn lizenzierten Spielern für eine hoffentlich lange Bundesliga-Saison zwar nicht allzu groß, „aber das verändert für uns momentan überhaupt nichts“, mahnt Enard und ergänzt: „Jetzt ist das komplette Team einsatzfähig und offenkundig gut drauf!“ Wie gefährlich es in Baden für die Berliner werden kann, bewies das letzte Aufeinandertreffen unmittelbar vor dem ersten Corona-Lockdown im März. Im vierten Durchgang drehten die BR Volleys mit großem Kampfgeist einen 21:24-Rückstand und wendeten auf diese Weise die Entscheidung im Tie-break ab.

Einen Auswärtserfolg streben die Hauptstädter auch diesmal an, wobei Coach Enard von seiner Mannschaft dieselbe Einstellung wie beim deutlichen 3:0-Sieg in Unterhaching erwartet: „Wir sind dort mit der nötigen Einstellung angetreten. Man kann einen Gegner nicht mehr wertschätzen, als auch bei klarer Führung volle Konzentration an den Tag zu legen. Jetzt gegen Bühl wird die Aufgabe um einiges schwieriger, daher muss die Herangehensweise in der Konsequenz exakt die gleiche sein!“

Das Match in Bühl wird eine harte Probe und da ist es gut, dass sich die Personallage beim DVV-Pokalsieger zumindest auf der Diagonalposition entspannt. Benjamin Patch konnte in dieser Woche wieder voll mit der Mannschaft trainieren und ist einsatzfähig. Auf seine beiden Youngster Robin Baghdady (Wadenverletzung) und Anton Brehme (Kniebeschwerden) muss Enard allerdings weiterhin verzichten. „Es wäre fahrlässig, hier ein Risiko einzugehen und damit den Genesungsprozess zu gefährden“, erklärt der französische Headcoach. Ohnehin waren die Außenangreifer und Mittelblocker des Hauptstadtclubs, ganz gleich wer von ihnen zum Einsatz kam, bisher bestens aufgelegt. Allen voran der Franzose Timothée Carle wusste stets zu überzeugen. Der 24-Jährige zählt übrigens seit dieser Woche zur neuen “BR Volleys Lerngruppe“. Einige Spieler und das Trainerteam nahmen erstmals Deutschunterricht bei einem Fan und sind gewillt, ihre Sprachkenntnisse nun wöchentlich zu verbessern. „Vorerst finden die Ansagen aber weiterhin in Englisch statt, es soll ja bei einem so wichtigen Spiel nichts verloren gehen“, will Enard, dass beim Geisterspiel in Bühl auch sprachlich nichts auf der Strecke bleibt.

Nachdem der App-Chat mit Anton Brehme während des Duells gegen Unterhaching von den Usern sehr gut angenommen wurde, wird das Format zu diesem Auswärtsspiel gegen Bühl fortgesetzt. Dieses Mal ist Robin Baghdady am Samstag ab 19.00 Uhr bereit für Fragen aus der App-Community. Den Chat findet man direkt im Match-Center zum Bühl-Spiel.

Quelle: Christof Bernier/BR Volleys

Volleyball 2. Bundesliga – Niederlage für den BBSC

BSC Berlin – VC Allbau Essen   1:3 (10, -23, -15, -19)

Die Essener Pottperlen entführten aus der Köpenicker Hämmerlinghalle drei Punkte gegen den BBSC Berlin.

Das Spiel begann mit einer klaren Führung der BBSC-Girls von Anfang an. Im 1. Satz dominierten die Gastgeberinnen klar und punkteten zuverlässig. Die Gäste waren zunächst noch nicht wirklich im Spiel, was sie jedoch mit Beginn des 2. Satzes abstreiften. Von Satzbeginn an führte Essen mit bis zu 4 Punkten. Der Endspurt des BBSC kam ein wenig zu spät, die Gäste machten den Sack zu. Die Tendenz einer Führung der Gäste setzte sich auch im 3. Satz durch. „Essen gelang es schon im 2. Satz zunehmend, uns ihr Spiel aufzuzwingen; wir agierten fortan in einigen Situationen zu hektisch und nicht variabel genug“ analysierte BBSC-Trainer Robert Hinz nach dem Vergleich. Das Team von Gästetrainer Marcel Werzinger schaffte es immer wieder, die Angriffe der Berlinerinnen mit guter Block-Feldabwehr zu entschärfen und andererseits punkteten gerade Lena Werzinger sowie Sandra Ferger mit viel Durchschlagskraft, Schlagvariabilität und einem gutem Auge. Auch die Versuche des Berliner Trainerteams, Lösungen über personelle Veränderungen auf dem Feld zu finden (auch Paula Morgenroth, Laura Walsh und Isabel Böttcher mit deutlichen Einsatzzeiten), waren leider nicht von Erfolg gekrönt.

Auch der 4. Satz ging an die Gäste. Während der BBSC bis zum 15:16 noch mithielt, zogen die Gäste noch einmal an und sicherten sich den 3-Punkte-Erfolg in Berlin. Trainer Hinz lobte die Spielstärke der Essener, konzentrierte die Gedanken aber bereits auf das nächste Ligaspiel gegen Oythe am kommenden Wochenende. „Wir müssen jetzt erstmal kleine Brötchen backen und zusehen, dass wir den Anschluss zum Tabellenmittelfeld nicht verlieren“.

Zum MVP des Spieltags wählten die Trainer Berlins Zuspielerin Katharina Kummer sowie Essens Angreiferin Sandra Ferger. Für den BBSC im Einsatz: Marie Dreblow, Isabel Böttcher, Paula Morgenroth, Katharina Kummer, Roxana Vogel, Annalena Grätz, Annika Kummer, Antonia Heinze, Stephanie Utz, Antonia Lutz, Alina Gottlebe-Fröhlich, Laura Walsh

Quelle: Burkhard Kroll/BBSC Berlin

Kein Match-Glück und ein hart erkämpfter Punkt

Die Trauben hängen hoch für den 1. FC Union Berlin im zweiten Bundesligajahr. Am 5. Spieltag war der SC Freiburg zu Gast in der Alten Försterei und der Trainer der Breisgauer hatte für das Spiel die richtige Devise ausgegeben. „Wir dürfen uns hier nicht auffressen lassen.“ Es gelang, am Ende stand leistungsgerechtes 1:1 auf dem Totomat. So heißt die Anzeigetafel auf Schweizerdeutsch und der Schweizer Trainer der Eisernen hat das Unentschieden mit gemischten Gefühlen zur Kenntnis genommen haben. „Mit der Leistung meiner Mannschaft bin ich heute sehr zufrieden. Wenn man aber einen so hohen Aufwand betreibt und so viele Möglichkeiten hat, dann musst du das Spiel gewinnen. Deshalb dürfen wir mit dem Resultat nicht zufrieden sein. Am Schluss war es ein verdienter Punkt,..“ Aufwand und Nutzen standen in diesem Spiel für die Eisernen in keinem günstigen Verhältnis. Fast zwei Kilometer mehr gelaufen als der Gegner, trotz gleicher Spielanteile ein deutliches Chancenplus und dazu ein Gegner, der die Saison mit ähnlichen Ambitionen bewältigen will. Beide wollen so schnell wie möglich die nötigen Punkte für den Klassenerhalt einsammeln und dabei gehörigen Abstand zum Tabellenkeller halten.

Bleibt als Fazit, dass die Freiburger mit der Punkteteilung zufriedener sind als die Hausherren. Unions Torhüter Andreas Luthe war wie sein Trainer mit dem Spielausgang eher unzufrieden. Beim Gegentor war er machtlos und allzu knifflige Situation beschwörten die Freiburger vor seinem Kasten nicht herauf. Trotzdem sprach er nach dem Spiel von einem intensiven Arbeitstag.

In der Aufstiegssaison hatten die Eisernen nach 5 Spieltagen erst 4 Punkte auf der Habenseite, aktuell sind bereits deren 6. Insofern können sie zufrieden sein. Allerdings ist hier anzumerken, dass mit Ausnahme der Gladbacher, die anderen Kontrahenten in etwa dem gleichen Leistungslevel entsprachen. Die kommende Aufgabe führt die Eisernen nach Hoffenheim.

Hans-Peter Becker

Konzentriert und zielstrebig zum Auswärtssieg

Zweites Spiel, zweiter 3:0-Erfolg für die BR Volleys in der Volleyball Bundesliga: Am Sonntagnachmittag (25. Nov) ließen die Berliner beim TSV Unterhaching absolut nichts anbrennen und siegten mit deutlichen Satzergebnissen von 25:12, 25:12 und 25:13 gegen das junge, von Patrick Steuerwald trainierte, Heimteam. Der Brasilianer Davy Moraes sicherte sich mit 83 % Angriffsquote und gleich 5 Blocks hochverdient seine erste MVP-Medaille der noch jungen Saison.

In der Bayernwerk Sportarena fanden sich erstmals in dieser Spielzeit Renan Michelucci und Pierre Pujol in der Startaufstellung wieder. Neben Cody Kessel, der ebenfalls in die Mannschaft rotierte, begannen außerdem Éder, Timothée Carle, Davy Moraes und Libero Julian Zenger. Verletzungsbedingt musste Headcoach Cedric Enard beim Gastspiel in Bayern auf Robin Baghdady, Anton Brehme und den angeschlagenen Benjamin Patch verzichten. Hielten die jungen Hachinger mit großem Willen zu Beginn des Auftaktsatzes noch gut mit, gelang es Pujol & Co, sich Mitte des ersten Durchgangs bereits deutlich abzusetzen (4:4, 18:10). Mit guter Annahme, hohem Aufschlagdruck und nahezu fehlerfreien Angriffen ließ man den Hausherren wenig Chancen. Allen voran Diagonalangreifer Moraes fand die Lücken und führte seine Farben mit sechs Punkten zum ersten Satzgewinn (24:12).

Im zweiten Satz schlichen sich ein paar Abstimmungsschwierigkeiten ins Spiel der BR Volleys, doch man diktierte mit schnellen Pässen von Pujol weiter das Geschehen (8:6, 16:10). Heimtrainer Steuerwald sah bei seiner talentierten Mannschaft noch viele Ungenauigkeiten und das wussten die Männer in Schwarz weiter auszunutzen, sodass auch der zweite Satzgewinn nur eine Frage der Zeit war (25:12). Der Angriff mit Carle und Moraes rollte und so gab Enard auch immer wieder Adam Kowalski Einsatzminuten auf der Außen-Annahme-Position, um diese zu stabilisieren. So sorgte auch im dritten Satz ein Zwischenspurt früh für klare Verhältnisse, weil es am Block des DVV-Pokalsiegers für die Hachinger selten ein Vorbeikommen gab (16:8). Ein überzeugendes Auswärtsspiel beendeten die BR Volleys mit einem stabilen Dreierblock nach gut einer Stunde Spielzeit (25:13). Ganze zwei Eigenfehler im Angriff und kein einziger Annahmefehler belegten den hochkonzentrierten Auftritt letztlich auch statistisch.

Stimmen zum Spiel
Cedric Enard: „Ich bin sehr glücklich mit dem Auftreten. Die Mannschaft hat den Gegner ernstgenommen und auch das, was wir verbessern wollten, beherzigt. Sehr gefreut hat es mich für Davy, der nach seinem schwierigen Start gegen Düren heute gezeigt hat, was in ihm steckt. Aber auch Pierre, Cody oder Adam haben das klasse gemacht. Das ganze Team war sehr konzentriert.“
Cody Kessel: „Wir können sehr zufrieden mit dieser Leistung sein. Das war von jedem, der heute auf dem Court stand, ein konzentriertes Spiel auf gutem Niveau. Unsere Ausgeglichenheit kann zu einem wichtigen Antrieb in der Saison werden. Jeder möchte seine Chance nutzen, wenn er sie bekommt. Der Gegner war noch sehr jung und hatte sicher auch unter der Quarantäne-Pause zu leiden. Aber die Jungs werden sich entwickeln, so wie wir es in den nächsten Wochen auch weiter tun wollen.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle und Cody Kessel (AA), Éder und Renan Michelucci (MB), Pierre Pujol (Z), Davy Moraes (D) und Julian Zenger (L) | Eingewechselt: Adam Kowalski

Topwerte
Moraes 15 Punkte, 83 % Angriffsquote, 5 Blocks | Carle 13 Punkte | Michelucci 8 Punkte, 100 % Angriffsquote, 2 Blocks

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Hertha verliert und Werner Gegenbauer bleibt Präsident

Hertha BSC hat die Auswärtspartie nach anständiger Leistung mit 1:2 verloren. Über eine Stunde mussten sie mit einem Spieler weniger auskommen. Deyovaisio Zeefuik sah die gelb-rote Karte, nach einem Schubser an seinem Gegenspieler. Die Aktion hätte nicht jeder Schiedsrichter als gelbwürdig eingschätzt. Tobias Stieler hat es aber so entschieden. Zu diesem Zeitpunkt stand es 1:1 und Hertha zeigte anschließend, dass sie durchaus auch etwas vom Abwehrspiel verstehen. Wie in München glitt ihnen der mögliche Punkt aus den Händen. Wieder war es ein Foulelfmeter, den Leipzigs Kapitän Marcel Sabitzer in der 77. Minute erfolgreich verwandelte.

Die Ergebnisse stimmen nicht. Der nächste Gegner im Olympiastadion – sofern Corona will – ist der VfL Wolfsburg.

Seit 2008 Hertha Präsident – Werner Gegenbauer
Fotos © herthabsc/city-press

Für die Hertha-Mitglieder war einen Tag später alle Aufmerksamkeit auf die Wahl des neuen Präsidiums gerichtet. Auf der Ost-Tribüne des Olympiastadions hatten sich 1.079 Mitglieder eingefunden. Die Wahl brachte keine Überraschung. Der amtierende Werner Gegenbauer, wurde ohne Gegenkandidat für weitere 4 Jahre im Amt bestätigt. Auf ihn entfielen 542 Stimmen, 421 stimmten dagegen und 49 enthielten sich. Vize-Präsident bleibt Thorsten Manske, er bekam 566 Stimmen, etwas mehr als Gegenbauer, trotzdem kein als zu großer Vertrauensbeweis der Hertha-Familie.

Die anderen Mitglieder des Präsidiums sind laut Pressemitteilung: „Im ersten Wahlgang wurden direkt gewählt: Fabian Drescher (797 Stimmen), Anne Jüngermann (781), Peer Mock-Stümer (788), Ingmar Pering (497) und Norbert Sauer (479). Alle Gewählten haben die Wahl angenommen.

Auf die anderen Kandidaten entfielen die folgenden Stimmen: Detlef Dahmes (329 Stimmen), Nils Korte (180), Michael Ottow (468), Klaus Teichert (421), Christian Wolter (360) und Marco Wurzbacher (469). Alle 6 Kandidaten*innen sind zum zweiten Wahlgang angetreten.

Das Ergebnis sah wie folgt aus: Auf Michael Ottow entfielen 411 Stimmen, auf Detelf Dahmes (185 Stimmen), Nils Korte (47 Stimmen), Klaus Teichert (275), Christian Wolter (354) und Marco Wurzbacher (317). Damit ist Michael Ottow erneut in das Präsidium gewählt worden.“

Quelle: Hertha BSC

Zu Gast bei den jungen Wilden

Ein traditionsreicher Volleyball-Standort mit einer blutjungen Mannschaft wartet am Sonntag (25. Nov um 16.00 Uhr) auf die BR Volleys. Die Hauptstädter laufen beim Aufsteiger TSV Unterhaching in der Bayernwerk Sportarena erstmals in ihren schwarzen Erreà-Auswärtstrikots auf und haben trotz vieler Verletzungssorgen die nächsten drei Punkte im Visier. Übertragen wird die Begegnung, welche – wenn überhaupt – vor maximal 150 Zuschauern stattfinden darf.

Voraussichtlich ohne drei Akteure wird das BR Volleys Team am Sonntag im Münchener Vorort aufschlagen müssen. Robin Baghdady zog sich vor dem Heimauftakt gegen Düren im Training eine Wadenverletzung zu. Die nächste Untersuchung steht für den jungen Außenangreifer am Montag an. Hinzukommt, dass auch der bisher stark aufspielende Mittelblocker Anton Brehme passen muss. Beschwerden im rechten Knie zwingen den Nationalspieler zu einer mindestens einwöchigen Trainings- und Wettkampfpause. Fragwürdig ist auch der Einsatz von Diagonalangreifer Benjamin Patch, nachdem der US-Amerikaner im Training auf sein linkes Handgelenk stürzte.

„Diese Ausfälle von Anton, Ben und Robin werfen uns natürlich ein Stück weit zurück, aber ich hatte sowieso in Betracht gezogen, etwas zu rotieren“, bedauert Trainer Cedric Enard zwar die Verletzungen, bleibt jedoch optimistisch. Damit dürfte erstmals Renan Michelucci im Mittelblock seine Einsatzchance erhalten und auch Davy Moraes, der beim Bundesligastart gegen Düren noch Anlaufschwierigkeiten hatte, kann beweisen, wie wertvoll er zukünftig werden kann. Durchaus zufrieden darf Cheftrainer Enard auf den Saisonauftakt seiner Mannschaft (3:0 vs. Frankfurt beim Supercup und 3:0 vs. Düren) sein: „Sowohl die Ergebnisse als auch das Auftreten haben mir in den zwei Spielen gefallen. Mit einem Match pro Woche sind wir noch in einer Phase, in der wir Rhythmus aufnehmen und die Belastung jetzt gezielt steuern können.“

Dabei ist der bevorstehende Kontrahent den BR Volleys nahezu unbekannt. In den letzten Jahren traten die Hypo Tirol Alpenvolleys mit der Hachinger Lizenz in der VBL an, nun ist der Traditionsstandort Unterhaching, so gesehen als Zweitligaaufsteiger, allein zurück im Oberhaus. „Wir freuen uns, dass sie sich mit ihrer jungen Mannschaft in der Liga beweisen wollen. Sehr viel wissen wir über das Team nicht, aber das macht vielleicht auch ein Stück weit den Reiz dieser Begegnung aus“, erklärt Enard. Für die vom ehemaligen Nationalspieler Patrick Steuerwald trainierten Bayern ist es das erste Pflichtspiel der Saison. Wegen positiver Corona-Fälle im Umfeld der Mannschaft war man zuletzt in der Quarantäne. Spiele unter Wettkampfbedingungen fehlen daher nicht nur dem Heimteam. „Wir konnten so gut wie gar nichts auswerten. Mir lag nur ein Testspiel aus der Vorbereitung vor“, berichtet BR Volleys Statistiker Rafal Zajac von seiner ruhigen Arbeitswoche.

Drei Legionäre aus Bulgarien, Rumänien sowie Tunesien besetzen die wichtigen Positionen Diagonalangriff, Außenangriff und Libero. Dazu stehen elf deutsche Spieler, beispielsweise die beiden Sagstetter-Brüder, im Aufgebot. Nicht von ungefähr nennen sich die Hachinger daher selbst „Local Heroes“. Unter diesem Slogan wird die Männer in Grün besonders schmerzen, dass bei ihrem ersten Auftritt in der Bayernwerk Sportarena maximal 150 Zuschauer zugelassen sein werden, auch ein kompletter Ausschluss der Öffentlichkeit ist noch denkbar.

Quelle: Christof Bernier/BR Volleys

Zwist und Streit vor der Mitgliederversammlung bei der Alten Dame

Was spielt sich hinter den Kulissen bei Hertha ab und könnte bei der Freiluft-Mitgliederversammlung am Sonntag, 25. Oktober 2020, zu einigen Nachfragen führen ? Die Alte Dame wird immer mal wieder von der eigenen Vergangenheit eingeholt. Die interessierte Öffentlichkeit erfuhr in schöner Regelmäßigkeit von Zank und Streit in der Führungsebene. Der Mann an der Spitze ist seit 2008 Werner Gegenbauer, der sich mit Thorsten Manske seinen Vize-Präsidenten ins Boot holte. Dabei blieben in den letzten Jahren einige verdienstvolle Herthaner, genannt sei hier Jörg Thomas, auf der Strecke.

Sportvereine sind grundsätzlich froh, finanzstarke Persönlichkeiten im Vorstand zu haben. Werner Gegenbauer hat in Berlin einiges an Geld gescheffelt. Und das Präsidentenamt beim selbsternannten Hauptstadtclub war sicherlich kein Hindernis bei seinen Geschäften.

Für TV Sport in Berlin ließ ich einst kein Hertha-Trainingslager aus und unterhielt mich gern am Spielfeldrand mit dem Präsidenten. Ein Interview war immer drin, selbst in den Pausen von bewegten Mitgliederversammlungen, wenn nicht jeder Sender entsprechende Wünsche erfüllt bekam. Die Welt schien 2008 in Ordnung zu Zeiten, als Christian Wolter für das Präsidium und Werner Gegenbauer für den Vorsitz ihre Kandidatur bekannt gaben. Christian Wolter lagen zu der Zeit besonders Herthas Jugend und Amateurmannschaften am Herzen. Als erfolgreicher Unternehmer ist er ein großzügiger Sponsor, sozusagen von der Pike an.

Ich war ein bisschen stolz, als damals, kurz vor der Wahl Christian Wolter, Thorsten Manske und Werner Gegenbauer zum Talk in die Sendung kamen. Ein solches Gespräch soll Gegenbauer mit dem RBB abgelehnt haben. Werner Gegenbauer wurde Präsident und Christian Wolter mit großer Zustimmung ins Präsidium gewählt. Gegenbauer löste damals Bernd Schiphorst ab, in seine Amtszeit fielen die Ausgliederung des Profibetriebs in eine Kapitalgesellschaft und die weitere sportlichen Konsolidierung des Vereins. Das sollte Werner Gegenbauer fortführen.

Von Reibereien im Vorstand sickerte immer mal was durch. Nachdenklich stimmten mich Äußerungen, Werner Gegenbauer vertrage keine Kritik und reduziere vieles auf ein einfaches Freund-Feind Denken. Vielleicht war das ein Grund, weshalb Christian Wolter in Ungnade gefallen war. Der Präsident bräuchte Ja-Sager und keine Besserwisser. Jedenfalls standen zwei Vorstandsmitglieder vier Jahre später, 2012 nicht wieder auf Gegenbauers den Mitglieder vorgelegter Wahlliste.

Man erinnerte sich an unsere Berichterstattung und die Talkrunde vor den Wahlen 2008. Die zwei abservierten Vorstandsmitglieder fragten an, dass aktuell zu wiederholen. Die Sendung hatte Zündstoff und kam erneut gut an. Werner Gegenbauer war diesmal nicht dabei. Die zwei Aussortierten wurden erneut in den Vorstand gewählt. Als Journalist hatte ich wohl bei Gegenbauer und der Presseabteilung von Hertha verspielt. Nebenbei sei erwähnt, dass es 2012 zu einer Gerichtsverhandlung gegen einen sich unklug verhaltenen Journalisten kam. Der Prozess endete mit einem Freispruch. Gegenbauer war persönlich geladen und nicht erschienen. Er wurde mit einem Ordnungsgeld belegt und bei Nichtzahlung sogar 3 Tage Haft angedroht. Der Vorgang, eigentlich ein gefundenes Fressen für den Berliner-Boulevard, fand erstaunlicherweise keine weitere Beachtung.

In meinem Buch „Von Weltkrieg bis Web-TV“ war ich vielleicht „zu kritisch mit unserer Hertha und mit Manager Michael Preetz“, umgegangen. Als Journalist und ehemaliges Hertha-Mitglied ließ ich es mir nicht nehmen, auf Mitgliederversammlungen unangenehme Fragen zu stellen. War es die Rache des kleinen Mannes ? Als Journalist wurde ich abserviert und bekam seitdem keine Akkreditierungen mehr.

Nun zurück zur Aktualität. Werner Gegenbauer will Präsident bleiben und Thorsten Manske soll wieder sein Vize werden. Für die acht weiteren Plätze im Präsidium kandidieren elf Personen. Präsidiumsmitglied Christian Wolter wird gegen Thorsten Manske für den Vize-Posten kandidieren. Das dürfte spannend werden.

Christian Zschiedrich