BR Volleys – Hoffnung bei Michelucci, Entwarnung bei Pujol

Zwei Schockmomente mussten die BR Volleys beim emotionalen Auftaktsieg im Playoff-Finale gegen den VfB Friedrichshafen verkraften: Zunächst wurde Renan Michelucci mit schmerzverzerrtem Gesicht von seinen Teamkollegen vom Spielfeld getragen, dann signalisierte auch Zuspieler Pierre Pujol muskuläre Probleme. Bei beiden Akteuren stellten sich die Verletzungen nach den Untersuchungen am Freitag als weniger schwerwiegend, als zunächst befürchtet, heraus.

Ein MRT-Termin bei Mannschaftsarzt PD Dr. Oliver Miltner ergab beim Mittelblocker Renan Michelucci eine Außenbandverstauchung im rechten Sprunggelenk. „Es ist glücklicherweise nicht ganz so dramatisch, wie es aussah. Sein Einsatz am Sonntag ist aber fraglich“, erklärt BR Volleys Geschäftsführer Kaweh Niroomand und ergänzt: „Es war natürlich sehr hilfreich, dass unser Teamarzt Dr. Oliver Miltner direkt vor Ort war und so die optimale Erstversorgung sichergestellt wurde.“ Der 27-jährige Brasilianer war im dritten Satz nach einem Blockversuch auf dem Fuß eines Mitspielers umgeknickt.

Auch Pierre Pujol musste im Laufe des Spiels mit muskulären Beschwerden an der Quadrizepssehne (rechts) den Court verlassen, nachdem er zuvor für Sergey Grankin eingewechselt worden war. Beim französischen Zuspieler kann Niroomand sogar eine erste Entwarnung geben: „Wir gehen davon aus, dass er am Sonntag wieder auflaufen kann.“ Wie wichtig der 37-Jährige für das BR Volleys Team ist, bewies Pujol nach seiner Hereinnahme, als mit ihm die Wende zum Auswärtserfolg eingeleitet wurde.

Die Finalserie wird am Sonntag (11. Apr um 17.00 Uhr) live auf SPORT1 fortgesetzt.

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Bitterer Rückschlag in Frankfurt

Am Samstagabend, 6. Februar mussten sich die BR Volleys in fünf Sätzen auswärts den United Volleys Frankfurt mit 2:3 (25:21, 25:20, 23:25, 23:25, 10:15) geschlagen geben. Durch die Niederlage am Main rückten die in Königs Wusterhausen siegreichen Dürener bis auf einen Punkt an die Hauptstädter heran und haben sogar noch ein Spiel weniger. Vor dem am Dienstag gegen Ljubljana startenden Champions-League-Turnier offenbarte das Berliner Spiel viele Baustellen, die nun zügig geschlossen werden müssen.

Personell unverändert zum guten Auftritt gegen Bühl gingen die BR Volleys die Aufgabe in der Frankfurter Fraport Arena an. Die Berliner sahen sich einem druckvollen Start des Heimteams gegenüber und liefen in den Sätzen eins und zwei jeweils früh Rückständen hinterher. Aber das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und die Reaktion stimmten: Im ersten Satz brachten Aufschlagserien von Benjamin Patch und Samuel Tuia entscheidende Impulse (4:8, 15:16, 19:21, 24:21), im zweiten Satz war es der stabile Block um Renan Michelucci (insgesamt 8 Blockpunkte des Brasilianers), der den Unterschied ausmachte (6:8, 22:18). Gegen hoch motivierte Hessen verwandelte beide Male Tim Carle zum Satzgewinn und zur 2:0-Führung der Männer in Orange (25:21, 25:20)

Ungeachtet der Anlaufschwierigkeiten wähnten sich die Hauptstädter also auf einem guten Weg, doch im dritten Durchgang wuchs der Rückstand erneut schnell an (6:8, 10:15). Trotz der Hereinnahme von Denys Kaliberda (12:17) und guter Abwehraktionen vom zum Aufschlag ins Spiel gekommenen Pierre Pujol (13:20, 19:21) war Satz drei nicht mehr zu drehen. Frankfurt belohnte sich für ein couragiertes Spiel mit dem ersten Satzgewinn (23:25). Anders als in den Durchgängen zuvor konnte sich im vierten Spielabschnitt kein Team entscheidend absetzen. Kaliberda blieb auf dem Court und gab der Mannschaft von Coach Enard zunächst Sicherheit in der Annahme (12:12, 19:19). Aber der Tabellenvierte hatte das bessere Ende für sich: Baxpöhler blockte im Duell der Nationalspieler Anton Brehme (19:21), Patch patzte im Angriff (21:24) und wenig später stand es 2:2 (23:25).

Die Verunsicherung auf Berliner Seite wuchs, gleichzeitig mussten die Hausherren ihren verletzten Außenangreifer Quiroga im Tiebreak ersetzen. Aber die Youngster Reinhardt und Hüger machten ihre Sache sehr gut und die eigentlich erfahrenen BR Volleys verloren völlig den Faden (4:8). Deutlich zu viele Fehler sorgten für eine frühe Entscheidung (5:12) und am Ende mussten sich Kapitän Sergey Grankin und seine Mitspieler guten Hessen verdientermaßen geschlagen geben (10:15). Nun reist das Enard-Team noch in der Nacht zurück nach Berlin und begibt sich Montagfrüh auf die Reise nach Kazan.

Stimme zum Spiel
Renan Michelucci: „Wir müssen einfach mehr wollen und härter um den Sieg kämpfen. Dieses Spiel hat es wieder gezeigt: Wir bekommen nichts geschenkt. Es war an uns, dieses Match früher zu entscheiden, stattdessen haben wir Frankfurt die Rettungsweste hingeworfen. Ich glaube, jeder ist heute angefressen und das mit Recht. Wir müssen diesen Spielverlauf besprechen und schon am Dienstag vieles besser machen.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle und Samuel Tuia (AA), Renan Michelucci und Anton Brehme (MB), Sergey Grankin (Z), Benjamin Patch (D) und Adam Kowalski/Julian Zenger (L) | Eingewechselt: Denys Kaliberda, Pierre Pujol

Topwerte
Patch 23 Punkte, 2 Asse, 2 Blocks
Renan Michelucci 16 Punkte, 8 Blocks
Samuel Tuia 14 Punkte, 70 % positive Annahme

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Zu Gast bei den jungen Wilden

Ein traditionsreicher Volleyball-Standort mit einer blutjungen Mannschaft wartet am Sonntag (25. Nov um 16.00 Uhr) auf die BR Volleys. Die Hauptstädter laufen beim Aufsteiger TSV Unterhaching in der Bayernwerk Sportarena erstmals in ihren schwarzen Erreà-Auswärtstrikots auf und haben trotz vieler Verletzungssorgen die nächsten drei Punkte im Visier. Übertragen wird die Begegnung, welche – wenn überhaupt – vor maximal 150 Zuschauern stattfinden darf.

Voraussichtlich ohne drei Akteure wird das BR Volleys Team am Sonntag im Münchener Vorort aufschlagen müssen. Robin Baghdady zog sich vor dem Heimauftakt gegen Düren im Training eine Wadenverletzung zu. Die nächste Untersuchung steht für den jungen Außenangreifer am Montag an. Hinzukommt, dass auch der bisher stark aufspielende Mittelblocker Anton Brehme passen muss. Beschwerden im rechten Knie zwingen den Nationalspieler zu einer mindestens einwöchigen Trainings- und Wettkampfpause. Fragwürdig ist auch der Einsatz von Diagonalangreifer Benjamin Patch, nachdem der US-Amerikaner im Training auf sein linkes Handgelenk stürzte.

„Diese Ausfälle von Anton, Ben und Robin werfen uns natürlich ein Stück weit zurück, aber ich hatte sowieso in Betracht gezogen, etwas zu rotieren“, bedauert Trainer Cedric Enard zwar die Verletzungen, bleibt jedoch optimistisch. Damit dürfte erstmals Renan Michelucci im Mittelblock seine Einsatzchance erhalten und auch Davy Moraes, der beim Bundesligastart gegen Düren noch Anlaufschwierigkeiten hatte, kann beweisen, wie wertvoll er zukünftig werden kann. Durchaus zufrieden darf Cheftrainer Enard auf den Saisonauftakt seiner Mannschaft (3:0 vs. Frankfurt beim Supercup und 3:0 vs. Düren) sein: „Sowohl die Ergebnisse als auch das Auftreten haben mir in den zwei Spielen gefallen. Mit einem Match pro Woche sind wir noch in einer Phase, in der wir Rhythmus aufnehmen und die Belastung jetzt gezielt steuern können.“

Dabei ist der bevorstehende Kontrahent den BR Volleys nahezu unbekannt. In den letzten Jahren traten die Hypo Tirol Alpenvolleys mit der Hachinger Lizenz in der VBL an, nun ist der Traditionsstandort Unterhaching, so gesehen als Zweitligaaufsteiger, allein zurück im Oberhaus. „Wir freuen uns, dass sie sich mit ihrer jungen Mannschaft in der Liga beweisen wollen. Sehr viel wissen wir über das Team nicht, aber das macht vielleicht auch ein Stück weit den Reiz dieser Begegnung aus“, erklärt Enard. Für die vom ehemaligen Nationalspieler Patrick Steuerwald trainierten Bayern ist es das erste Pflichtspiel der Saison. Wegen positiver Corona-Fälle im Umfeld der Mannschaft war man zuletzt in der Quarantäne. Spiele unter Wettkampfbedingungen fehlen daher nicht nur dem Heimteam. „Wir konnten so gut wie gar nichts auswerten. Mir lag nur ein Testspiel aus der Vorbereitung vor“, berichtet BR Volleys Statistiker Rafal Zajac von seiner ruhigen Arbeitswoche.

Drei Legionäre aus Bulgarien, Rumänien sowie Tunesien besetzen die wichtigen Positionen Diagonalangriff, Außenangriff und Libero. Dazu stehen elf deutsche Spieler, beispielsweise die beiden Sagstetter-Brüder, im Aufgebot. Nicht von ungefähr nennen sich die Hachinger daher selbst „Local Heroes“. Unter diesem Slogan wird die Männer in Grün besonders schmerzen, dass bei ihrem ersten Auftritt in der Bayernwerk Sportarena maximal 150 Zuschauer zugelassen sein werden, auch ein kompletter Ausschluss der Öffentlichkeit ist noch denkbar.

Quelle: Christof Bernier/BR Volleys