Geisterspiel in Sinsheim

Der 1. FC Union hatte vor dem Auswärtsspiel gegen die TSG Hoffenheim, wie bisher gehandhabt, zu einer Präsenzpressekonferenz eingeladen. Unter Einhaltung der Hygieneregeln waren die Vertreter, vorrangig der schreibenden Zunft, der Einladung gefolgt. Über dem Stadiongelände senkte sich trübes Herbstwetter, so bedrückend wie der bevorstehende November, dunkel und lautlos in den Bundesligastadien.

Vor dem Stadiongebäude wurde der Mannschaftsbus mit den nötigen Utensilien beladen, die Profis hatten ihr Training beendet und die Journalisten warteten auf den Einlass. So hat jeder seine Aufgabe zu erfüllen und die Fußball-Profis müssen ihre am Montag, 2.11.2020 in der PreZero Arena in Sinsheim erfüllen. Eine nicht ganz so einfache, denn die Eisernen sind alles andere als der Favorit zum Ausklang des 6. Spieltages. In der Aufstiegssaison gab es gegen die TSG Hoffenheim keine Punkte und kein Torerfolg. Mit 0:2 und mit 0:4 gingen die Spiele verloren, wobei die letzte Niederlage kassiert wurde, als der Klassenerhalt bereits feststand und die Saison für die Eisernen aus trudelte.

Personell hat Urs Fischer einige Sorgen. Verzichten muss der Trainer auf Anthony Ujah und Grischa Prömel. Fragezeichen stehen hinten den Personalien Loris Karius, Nico Schlotterbeck, Marcus Ingvartsen und Kapitän Christopher Trimmel. Sie konnten das Mannschaftstraining nicht vollständig absolvieren. Ein Ausfall des Kapitäns würde die Aufgabe noch kniffliger gestalten. Trimmel ist nicht nur der „Herrscher der ruhenden Bälle“, er hat bisher auch für die meisten Torvorlagen gesorgt. Sollte er nicht einsatzfähig sein, könnte Julian Ryerson zu seinem ersten Startelfeinsatz kommen. In dieser Saison wurde der Norweger drei Mal eingewechselt. Es wird zudem auch davon abhängig sein, für welche taktische Grundformation sich die sportliche Leitung entscheiden wird. Sollte es eine Dreierkette werden stünden noch andere Alternativen zur Verfügung.

Pressekonferenz in der Eisernen Lounge © Foto: Hans-Peter Becker

Der Trainer des Gegners, der in Berlin ncht ganz unbekannte Sebastian Hoeneß, sieht die kommende Aufgabe so: „Union hat einen enormen Schritt nach vorne gemacht im Vergleich zur vergangenen Saison. Sie haben sich spielerisch sehr gut entwickelt. Die Mannschaft hat eine gute Mischung aus Körperlichkeit und spielerischen Mittel gefunden. Union ist ein unangenehmer Gegner. Darauf sind wir vorbereitet. Wir müssen ans Limit gehen, um zu gewinnen. Es wird eine sehr schwierige Aufgabe.“ Im Stadion in Sinsheim werden corona-bedingt keine Zuschauer sein. Die Anfeuerung bleibt den für den Stadion-Aufenthalt zugelassenen Vereinsverantwortlichen überlassen.

Hans-Peter Becker

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