Frank Toebs präsentierte beim 11mm Festival eigenen Kurzfilm

Frank Toebs mit dem ehemaligen Berliner Fußball-Verbandspräsidenten Uwe Hammer und Thomas Schumann (rechts). Foto: Sportick

Frank Toebs stellte am vergangenen Sonntag beim 11mm Fußballfilmfestival seinen Kurzfilm „Die Spartaner“- Ein Traum vom Kriege verwehrt vor, der für die Veranstaltung unter 200 eingereichten Filmen außer Konkurrenz ausgewählt wurde. Rund 70 Filme aus unterschiedlichen Bereichen wurden letztlich dem Publikum präsentiert. Toebs will damit Interesse für Leben und Wirken Ernst Fuhrys‘ wecken, der den Bund 1933 gründete. Hier waren Idealisten aktiv, die durch einmalige, harte Ausbildung innerhalb von 10 Jahren die Deutsche Meisterschaft erringen wollten. Ihr Motto „Ehrlich ringen, bescheiden siegen, lächelnd verlieren“ war ihnen dabei heilig. Zur Berliner Meisterschaft der B-Jugend hat es 1938 gereicht. Mehr war nicht möglich, denn der Krieg vereitelte das Vorhaben und 20 junge Mitglieder kehrten nicht mehr heim.

Zufällig hatte Thomas Schumanns Frau den Podcast im Info-Radio des RBB gehört und machte ihren Mann darauf aufmerksam. So kam es zum erstmaligen Treffen mit dem Sohn des Mitglieds der Spartaner. Eine schöne Überraschung im ausverkauften kleinen Saal des Babylon Filmtheaters. Die Suche nach dem Sohn Heinz Schumanns, dessen Existenz ihm bekannt war, hatte Toebs  schon fast aufgegeben und sich dabei an den vielen Schumanns in Berlin „abgearbeitet“.

Nostalgiker werden begeistert sein: Beim 11mm Fußballfilmvestival wurde auch eine Dokumentation über ein Gründungsmitglied der Bundesliga, den 1.FC Köln gezeigt. Der FC hat schon bessere Zeiten erlebt, aktuell läuft es alles andere als gut. Unter Trainer Hennes Weisweiler entschieden sie 1967/68 im letztenSaisonspiel die Deutsche Meisterschaft zu ihren Gunsten und den Pokal holten sie in dieser Saison an den Rhein.

Links Karl-Heinz Thielen. Foto: Frank Toebs

Im Babylon-Kino zu Gast war Karl-Heinz Thielen, damals Manager des FC. Er hatte früh begriffen: „Ohne finanzstarke Unterstützer lief auch damals schon nichts. Wir hatten attraktive Sponsoren, unter anderem den Kaufhof, die sich in den Kopf gesetzt hatten, etwas zu erreichen“, sagte er bei der Diskussion nach der Vorführung. Daran würde es heute mangeln bei dem Abstand aller Vereine zum FC Bayern.

Christian Zschiedrich

Ein großartiger Sieg beim Spitzenreiter Bayern München

Wir kündigten die Begegnung Erster gegen Zweiter auch im Sinne des Alba-Teams als das Topspiel an.  Die Bayern haben in der Liga ihre letzten zwanzig Spiele gewonnen, ALBA die letzten zehn. Die Frage war, welche Serie wird reißen? Alba-Cheftrainer Airo Garcia Reneses äußerte den Wunsch nach Revanche für die Niederlage im Pokalfinale.  Peyton Siva (ALBA-Guard): „Die Spiele zwischen Bayern und ALBA haben ja schon immer Derby-Charakter“. Es war also einiges zu erwarten und aus Berliner Sicht erfüllten sich die Erwartungen erst recht. Mit 91:72 gewinnt ALBA in München. Allerdings sah es am Anfang gar nicht danach aus. Die Bayern führten schnell 7:0 und nach einem hart umkämpften ersten Viertel hieß es 26:13. 13 Punkte Rückstand ist für jeden Gast in München starker Tobak. Erfolgreiche Drei-Punkte-Würfe brachten die Berliner bis Halbzeit auf 39:34 heran und nach der Pause drehten die Hauptstädter das Spiel. Peyton Siva war bester Werfer mit 16 Punkten, Sikma gelangen 14 Zähler.  Infolge des starken Auftritts der Albatrosse, nach 25 Spielen verringerte sich der Abstand (42:8) zum Spitzenreiter (46:4) auf 4 Punkte. Sechs Wochen sind es noch bis zum Start der Playoffs. Tabellendritter ist aktuell Ludwigsburg (42:10). Alba siegte in der elften Partie in Folge.

Christian Zschiedrich

Torfestival gegen Minden beim Drux-Comeback

Nur acht Wochen nach seiner Verletzung feierte Paul Drux gegen GWD Minden sein Comeback. Zum 41:30 (23:15)-Torefestival trug er in den letzten zwölf Minuten zwei Treffer bei, bester Torschütze war einmal mehr Hans Lindberg (10/6). Ab der zehnten Minute hatten die Füchse das Heft fest in der Hand und ließen dem Gegner nicht den Hauch einer Chance. Trainer Velimir Petkovic lobte vor allem die makellose Offensivleistung, so dass die Mannschaft morgen mit einem positiven Gefühl die Reise zu Saint-Raphaël Var Handball antritt. Auch gegen GWD Minden hatte sich Trainer-Fuchs Velimir Petkovic etwas einfallen lassen. Nachdem Fabian Wiede wieder komplett fit war, begann der Linkshänder überraschend als Spielmacher, als zweiter Linkshänder agierte Marko Kopljar auf der rechten Halbposition. Nach der ersten Parade von Petr Stochl konnte sich Wiede dann auch gleich beweisen, perfekt wurde Erik Schmidt angespielt, der zum 1:0 traf.

Dennoch gehörten die ersten Minuten zunächst den Gästen, die beim 2:4 und 3:5 in Führung lagen. Aber bereits hier überzeugte die Berliner Spielanlage, die Mannschaft zeigte sich in Spiellaune, mit toller Körpersprache und gutem Tempospiel. Und so wurden die Gäste aus Minden regelrecht überrannt, zur Halbzeit stand es bereits 23:15. Velimir Petkovic konnte sich dann nach dem Spiel auch nicht erinnern, wann die Füchse zuletzt 23 Tore in einer Halbzeit geworfen hätten, haderte höchstens ein klein wenig mit den 15 Gegentreffern. Wieder einmal in Torlaune war auch Steffen Fäth, der bereits vor der Pause zu glänzen wusste. Fast nahtlos ging es aber auch im zweiten Durchgang weiter. Beim 26:16 durch Fabian Wiede betrug die Führung erstmals zehn Tore, der Sieg war den Füchsen nicht mehr zu nehmen und sie schalteten unterbewusst einen halben Gang zurück. Auch angesichts des anstehenden Spiels in zwei Tagen zwar nicht immer mit der allerletzten Konsequenz, aber stets mit hohem Tempo und auch tollem Rückzugsverhalten.

Näher als sechs Tore kam Minden aber nicht mehr heran. Und in der 48. Minute feierte dann auch Paul Drux sein langersehntes Comeback. Nur acht Wochen nach seiner Meniskusverletzung bei der EURO kam er ins Spiel und sollte am Ende noch zwei Treffer erzielen. In Unterzahl traf er unter tosendem Applaus der 6.135 Zuschauer zum 32:25 und zwang Minden zur letzten Auszeit. In der Schlussphase gaben die Füchse noch einmal Gas und eine Sekunde vor Schluss traf Mattias Zachrisson zum 40:31. Für die Füchse geht es bereits am frühen Freitag mit dem Flieger über München nach Nizza und von dort die wenigen Kilometer die Côte d’Azur entlang nach Saint Raphaël. Im vorletzten Spiel der Gruppenphase im EHF-Pokal geht es bereits am Samstag um wichtige Punkte für den Einzug ins Viertelfinale.

Velimir Petkovic, Trainer Füchse Berlin:
„Ich freue mich, dass wir in der ersten Halbzeit so gut angefangen haben. Wir haben uns auf dieses Spiel und das am Samstag gegen Saint Raphael zusammen in einem Block vorbereitet. Ich habe gesagt, mit diesen beiden Spielen können wir viel von dem, was wir in den letzten sieben Monaten erarbeitet haben, kaputt machen. Ich muss meiner Mannschaft ein Lob aussprechen. Wir haben gesehen, was ein gesunder Fabi und Paul uns helfen können. Paul ist ein richtiger Schrank. Wenn er kommt, ist meine Deckung nicht mehr so brav, dann passiert da etwas. Wir müssen jetzt regenerieren und dann eine ordentliche Leistung gegen Saint Raphael zeigen. Wir wollen uns noch den ersten Platz in unserer Gruppe im EHF-Pokal holen. Denn als Zweiter sind wir noch nicht sicher weiter.“

Bob Hanning, Geschäftsführer Füchse Berlin:
„Ich fand das vorne heute sehr ordentlich, sicher auch das ein oder andere Mal sehr einfach. Was mich gefreut hat, war der Weg nach vorne. Wir haben immer wieder versucht, dieses Tempo reinzukriegen. Grundsätzlich bin ich zufrieden damit, was wir heute gemacht haben – gerade weil wir sonst Probleme im Angriff hatten, das war heute nicht so. Die Bewegung im Angriff war sehr gut.“

Quelle: Füchse Berlin

Showdown in München: Welche Serie reißt am Sonntag

Sechs Wochen vor dem Start der Playoffs um die deutsche Meisterschaft kommt es am Sonntag (25.3., 17:30 Uhr, live auf Telekom Sport) in München zum großen Showdown des Tabellenführers FC Bayern (23:1 Siege) gegen den Tabellenzweiten aus Berlin (20:4). Nicht nur das Tableau lässt dabei in absolutes Topspiel erwarten. Auch die aktuelle Form stimmt bei beiden Teams. Die Bayern haben in der Liga ihre letzten zwanzig Spiele gewonnen, ALBA seine letzten zehn. Airo Garcia Reneses (ALBA-Cheftrainer): „Für die Fans und auch für viele Spieler ist das nicht nur das Spitzenspiel der Liga, sondern sicher auch die Revanche für die Niederlage im Pokalfinale. Solche Emotionen sind wichtig, aber wir müssen auch ganz nüchtern die Lehre aus diesem Pokalfinale ziehen und die lautet: Ein Spiel dauert nicht dreißig, sondern vierzig Minuten. Es stimmt, dass München viel mehr Erfahrung im Kader hat, aber wenn wir vierzig Minuten mit viel Herz zusammen spielen, dann wird diese Erfahrung keine so große Rolle mehr spielen. Dass Bogdan Radosavljevic wieder ausfällt, ist eine schwierige Situation für uns. Ich hoffe, dass er seine Verletzung schnell auskuriert und dann schnell wieder zu seiner vorherigen Form zurückfindet.“

Peyton Siva (ALBA-Guard): „Die Spiele zwischen Bayern und ALBA hatten ja schon immer Derby-Charakter und dass es nun das Duell des Tabellenersten gegen den Zweiten ist, steigert die Vorfreude auch bei uns Spielern. Mit ihren zusätzlichen EuroCup-Spielen haben die Bayern natürlich eine harte Woche, aber vielleicht bleiben sie dadurch sogar besser im Spielrhythmus. Ich würde am Freitag auch lieber spielen als noch einmal zu trainieren.“ Erst vor fünf Wochen standen sich beide Mannschaften beim Pokalfinale in Ulm gegenüber. ALBA führte da zu Beginn des dritten Viertels schon mit zehn Punkten, doch auf der Zielgeraden unterliefen den Berlinern zu viele Fehler. Bayern schaffte mit einem Kraftakt in der Defense noch die Wende und gewann den Pokal. Am Sonntag in München wird deshalb auch darauf ankommen, gegen eine Münchener Mannschaft, die noch am Freitag Abend ihre zweites Halbfinalspiel im EuroCup gegen Darüssafaka Istanbul spielt, den längeren Atem zu haben.

Dabei muss ALBA allerdings ohne den mit einer Sprunggelenksverletzung ausgefallenen Center Bogdan Radosavljevic auskommen. Auch die  Münchener beklagen mit Milan Macvan (Kreuzbandriss) einen Ausfall, sind jedoch trotzdem tiefer besetzt als jeder andere Bundesligist. Ex-Albatros Reggie Redding ist als vielseitiger Schlüsselspieler von Trainer Aleksandar Djordjevic mit 25 Minuten pro Spiel der einzige Akteur im Münchener Team, der im Schnitt länger als 23 Minuten auf dem Parkett steht. Im Backcourt haben die mit ihren 1,96 bzw, 1,98 Metern relativ großen Spielmacher Stefan Jovic und Braydon Hobbs, die zusammen acht Assists pro Spiel verteilen, nicht nur den Allrounder Redding an ihrer Seite, sondern auch die schnellen und explosiven Außenspieler Nihad Djedovic und Jared Cunningham. Letzterer war mit seiner Athletik der Spieler, der vor fünf Wochen im Pokalfinale am Ende den Unterschied zugunsten der Münchener ausmachte.

Im Frontcourt, wo Nationalspieler Danilo Barthel auf der Position vier für den verletzten Macvan in die erste Fünf aufgerückt ist, ist das athletische US-Kraftpaket Devin Booker mit seinem spektakulären Aktionen am Brett die erste Option in der Münchener Offensive. Mit Nationalcenter Maik Zirbes und dem serbischen Nationalspieler Vladimir Lucic kommt aber auch hier viel Qualität von der Bank. ALBA-Bilanz gegen Bayern München – Head Coach: Aleksandar Djordjevic (50, SRB, zweite Bundesliga-Saison mit dem FC Bayern): 15 Siege – 1 unentschieden – 21 Niederlagen (in München 3 – 0 – 13); BBL: 7:6, Playoffs: 4:12, Pokal 3:2, Champions Cup 1:0, Eurocup 0:1:1; Höchster Sieg: 81:55, am 24. Mai 2015 in Berlin; Höchste Niederlage: 58:97 am 16. Oktober 2016 in München.

Bogdan Radosavljevic fällt mit Sprunggelenksverletzung aus. Großes Pech für Bogdan Radosavljevic. Der ALBA-Center hat sich bei seinem Comeback-Spiel nach seiner Schulter-Operation, dem Heimspiel gegen Göttingen, erneut verletzt. Er hat sich eine Außenbandverletzung am rechten Sprunggelenk zugezogen und fällt dadurch in den kommenden Wochen aus.

ALBA BERLIN Basketballteam

Nach dem Champions League Aus – eine Bisonherde im Volleyballtempel

Foto: Eckhard Herfet

Nun steht für die BR Volleys nur zwei Tage später das letzte Spiel der Bundesliga-Hauptrunde auf dem Programm. Dazu empfangen die Hauptstädter am Samstagabend (24. März um 19.00 Uhr) den Pokalfinalisten Volleyball Bisons Bühl, der ebenfalls bereits für die Playoffs qualifiziert ist. Die Fans können an diesem Tag HAUTNAH dabei sein, wie der Deutsche Meister sich zum einen daran versucht, die „Bisons“ zu erlegen, und zum anderen sein innovatives Trikot für die Saison 2018/2019 vorstellt. Die regelmäßigen Besucher im Volleyballtempel wird es vielleicht verwundern: Eine halbe Stunde später als gewöhnlich ist an diesem Samstagabend der Anpfiff zum letzten Heimspiel vor dem Playoff-Start 17/18. Der Grund dafür ist simpel. Im Kampf um die besten Playoff-Plätze werden alle Hauptrundenmatches des letzten Spieltags parallel angepfiffen. Während die BR Volleys mit 43 Punkten vom zweiten Tabellenrang nicht mehr zu verdrängen sind, kämpfen die ebenfalls schon für die Meisterschaftsrunde qualifizierten Bühler noch um eine bessere Platzierung.

Als aktuell Achter mit zwei bzw. drei Punkten Rückstand auf Herrsching und Lüneburg könnten die Badener im Erfolgsfall noch einen Platz gut machen. In diesem Fall würden sich die morgigen Kontrahenten nur vier Tage später bereits an gleicher Stelle im Playoff-Viertelfinale begegnen. Die Berliner haben aber keine Lust auf Eintönigkeit: „Natürlich ist es unser Anspruch, gegen Bühl zuhause zu gewinnen“, kündigt Mittelblocker Graham Vigrass an und will mit einem Sieg sicherstellen, dass der kommende Gegner entweder Lüneburg oder Herrsching heißt: „Das sind aktuell die wahrscheinlichsten Kandidaten und bekanntlich haben wir mit beiden Teams noch eine Rechnung offen, weil wir gegen beide schon schmerzhafte Niederlagen hinnehmen mussten. Das wollen wir wiedergutmachen.“

Auf die kurze und tückische „best-of-three“ Serie soll sich am Samstag bestmöglich vorbereitet werden. Den Pokalfinalisten von Mannheim werden Vigrass & Co dabei keinesfalls unterschätzen. Die Stärken der Bühler sind dem Kanadier bekannt: „Die Mannschaft hat mit Magloire Mayaula Nzeza und Chris Zuidberg zwei gute Mittelblocker. Da habe ich persönlich schon starke Gegner auf meiner Position. Außerdem haben die Bühler mit Masahiro Yanagida einen technisch sehr versierten Außenangreifer, der in dieser Saison schon oft seine Klasse gezeigt hat.“ Der Japaner war auch im Hinspiel der punktbeste Bühler, als die BR Volleys in der Großsporthalle relativ klar mit 3:0 gewannen. In die Nähe eines Sieges sollen sie auch morgen nicht kommen: „Wir haben vor unserem Publikum zuletzt immer gut gespielt. Daran wollen wir anknüpfen“, gibt Vigrass selbstbewusst zu Protokoll.

Ganz nah, nämlich HAUTNAH, sollen den BR Volleys morgen nämlich nur ihre Fans kommen. Die dürfen sich im Zuge des Heimspiels auf die Präsentation des neuen Trikots von Ausrüster ERIMA für die Saison 2018/19 freuen. Auf diesem 100 % recycelbaren Jersey kann sich jeder Fan ab Spielbeginn seine Namensplatzierung sichern und damit die Nachwuchsarbeit fördern.

Das Aus am Bodensee: Für die Berlin Recycling Volleys endet die CEV Champions League Saison 2018 im Playoff-12. Nach dem 2:3 im Hinspiel verloren die Hauptstädter am Donnerstagabend in der ausverkauften ZF-Arena auch das Rückspiel im königlichen „Duell der Giganten“ mit 0:3 (19:25, 23:25, 22:25). Damit vertritt der VfB Friedrichshafen die deutschen Farben im Playoff-6 der Königsklasse. Stelian Moculescu setzte im dritten „Duell der Giganten“ auf die Künste von Zuspieler Pierre Pujol, die Außenangreifer Robert Kromm und Adam White, die Mittelblocker Graham Vigrass und Aleksandar Okolic sowie Libero Luke Perry. Dazu meldete sich Diagonalangreifer Paul Carroll wieder einsatzfähig.

Die BR Volleys fanden nur schwer ins Spiel. VfB-Libero Steuerwald stand wie ein Fels in der Abwehr und so bekam man Protopsaltis nicht von der Serviceline weg (1:6). Kromms erster Punkt ließ die Berliner ins Match finden und nachdem Schiedsrichter Andrey Zenovich die gelbe Karte aus der Tasche fiel und der Punkt bei 6:12 wiederholt wurde, konnten sich die Gäste ein Stück heranarbeiten (9:12). Doch die Häfler diktierten diesen ersten Durchgang, was Aufschlagserien von Takvam und Sossenheimer belegten (12:19). Weil Friedrichshafen fehlerfrei spielte, war der Auftaktsatz eine klare Angelegenheit (19:25).

Dank guter Annahme um Libero Perry, an der es auch im ersten Satz nicht lag, hielten Kromm & Co im Folgedurchgang Schritt (7:8). Der VfB dominierte mit Takvam und Collin im Mittelblock, weshalb Moculescu Georg Klein für Okolic ins Spiel brachte. Erst als White den bitteren Block gegen sich schlucken musste, gerieten die BR Volleys wieder ins Hintertreffen (11:14). Aber Pujols Aufschläge zeigten Wirkung und erste einfache Fehler der Häfler halfen beim Ausgleich (15:15). Zwei erfolgreiche Videobeweise, erst von Moculescu und dann von Vital Heynen, heizten die Atmosphäre in der vollen ZF-Arena zusätzlich an (17:18). Ein Boladz-Ass setzte die Berliner wieder gehörig unter Druck (19:22), doch mit der Einwechslung von Sebastian Kühner und Kyle Russell hatte Moculescu Erfolg. Kühner servierte zweimal stark zum Ausgleich (22:22). Den ersten Satzball schnappten sich dennoch die Gastgeber und nutzen ihn nach guter Abwehr (23:25).

Dass der VfB für dieses Champions-League-Rückspiel noch ein Ass im Ärmel hatte, machte sich auch zu Beginn des Dritten bemerkbar. Der wiedergenesene Collin war schon wieder im Block zur Stelle (0:2). Die BR Volleys versuchten im Service hohes Risiko zu gehen, doch das zahlte sich zu selten aus (4:6). Zwar konnten die Hauptstädter wieder ausgleichen (7:7), doch  Mitte des Satzes tauchte auf dem Scoreboard ein Punkt auf, den die Häfler nie gemacht hatten und der bei beiden Scouts nicht zu sehen war. Diesem hechelten die BR Volleys hinterher und hatten nach einem weiteren Block gegen White das Nachsehen (14:16). Ein Ass von Russell und ein Block von Kromm brachten die BR Volleys nach zwischenzeitlich vier Punkten Rückstand nochmal heran (20:21), aber vor eigenem Publikum ließen Tischer & Co kein Comeback zu (21:24). Boladz verwandelte den Matchball (22:25).

Georg Klein wusste nach dem Spiel woran es lag: „Der Aufschlagdruck war heute nicht so da wie in den ersten zwei Spielen. Dadurch haben wir die Mittelblocker nicht unter Kontrolle bekommen. Außerdem waren sie in der Abwehr einfach besser.“ BR Volleys Manager Kaweh Niroomand zeigte sich als fairer Verlierer und wünschte dem letzten deutschen Vertreter in der Königsklasse Glück: „Friedrichshafen hat verdient gewonnen. Sie waren in Annahme und Abwehr stabiler. Wir haben unsere Möglichkeiten nicht ausgeschöpft. Jetzt wünschen wir ihnen viel Erfolg im Playoff-6.“ Für die BR Volleys geht die Saison schon übermorgen (24. März um 19.00 Uhr) mit einem Heimspiel gegen die Volleyball Bisons Bühl in der Bundesliga-Hauptrunde weiter.

Christof Bernier

Eine Woche Vorbereitung – für zwei Spiele in drei Tagen

Die Füchse Berlin treten morgen um 19 Uhr in der Max-Schmeling-Halle gegen GWD Minden an. Eine Woche nach dem Spiel in Flensburg konnte sich das Team in Ruhe darauf vorbereiten, erstmals konnte Trainer Velimir Petkovic auf den gesamten Kader zurückgreifen. Allerdings musste er die Mannschaft gleich auf zwei Spiele vorbereiten, bereits am Samstag tritt das Team bei St. Raphaël Var Handball an der Côte d’Azur an. „Was uns derzeit am meisten in unserer Entwicklung hilft, das ist Training“, erklärt Füchse-Trainer Velimir Petkovic mit Blick auf das morgige Spiel gegen GWD Minden, „wir hatten endlich mal den perfekten Rhythmus mit zwei Tagen Regeneration, zwei Tage intensivem Training und zwei Tage taktischem Training.“ Dieser Rhythmus war zuletzt eher selten der Fall, meist standen zwei Spiele pro Woche in unregelmäßigem Rhythmus an.

Hinzu kommt, dass Trainer Velimir Petkovic erstmals auf fast den gesamten Kader zurückgreifen konnte. Lediglich der Langzeitverletzte Ignacio Jimenez Plaza fehlte, dafür ist Paul Drux wieder voll im Mannschaftstraining. „Das ist schon eine andere Trainingsqualität, wenn man so arbeiten kann“, freut sich Petkovic über die vergangene Woche und das Comeback von Drux. Dessen Einsatz im morgigen Spiel wird aber kurzfristig entschieden, denn „wir werden ihn mit Sicherheit nicht verheizen“, so Petkovic.

Mit der Tabellensituation will sich der Cheftrainer unterdessen weniger beschäftigen, die Favoritenrolle gegen Tabellen-Zwölften nimmt er natürlich an. Die letzten vier Aufeinandertreffen hatten die Füchse gewonnen, beim Hinspiel im November gab es beim 37:29 sogar einen recht deutlichen Sieg in Minden. „Wir haben bisher nur Punkte gegen Teams vom oberen Tabellendrittel abgegeben“, so Petkovic, der daran gern festhalten würde.

Mit einem Sieg im Gepäck wäre dann auch die folgende Aufgabe einen Tick leichter. Bereits am Freitagvormittag geht es mit dem Flieger über München nach Nizza und von dort mit dem Bus nach St. Raphaël. Im vorletzten Spiel der Gruppenphase des EHF-Pokals gibt es noch die bittere Niederlage vom Hinspiel gutzumachen, zudem sind die Füchse auf jeden Punkt angewiesen für den Einzug ins Viertelfinale.

Quelle: Füchse Berlin

Königsklassen-Entscheidung am Bodensee – Auf der Zielgeraden der Saison

Foto: Eckhard Herfet

Für die BR Volleys haben die wichtigsten Wochen dieser Spielzeit begonnen. Nicht nur, dass die Hauptstädter am Donnerstag (22. März um 20.00 Uhr) zum entscheidenden Rückspiel im Playoff-12 der Champions League beim VfB Friedrichshafen antreten, lediglich zwei Tage später folgt das letzte Hauptrundenspiel gegen die Volleyball Bisons Bühl. In diesem Match möchten die Männer von Stelian Moculescu sich für den Playoff-Auftakt 2018 „warmschmettern“, der am 28. März um 19.30 Uhr in der Max-Schmeling-Halle erfolgt. Welche Mannschaft vertritt Deutschland im elitären Kreis der besten sechs Teams Europas? Diese Frage wird am Donnerstagabend (22. März um 20.00 Uhr) in der ZF-Arena am Bodensee endgültig geklärt. Im Rückspiel des Playoff-12 der CEV Champions League benötigen die Berlin Recycling Volleys den ersten Sieg dieser Saison gegen den VfB Friedrichshafen, um eine Runde weiterzukommen. Mit einem Erfolg  könnten die Hauptstädter eine bisher gegensätzlich verlaufende Saison auf den Kopf stellen.

Zwei Spiele, zwei Niederlagen. So ernüchternd liest sich die Bilanz der BR Volleys nach zwei von drei Duellen mit dem VfB Friedrichshafen binnen neun Tagen. Doch der Schein trügt – zumindest ein wenig. Schon im Champions-League-Hinspiel (2:3) am vergangenen Mittwoch war der Deutsche Meister gegen den Pokalsieger statistisch das bessere Team, scheiterte jedoch im Tiebreak an den eigenen Nerven. Beim tabellarisch irrelevanten Bundesligamatch (1:3) vier Tage später diktierten die Berliner sogar fast zwei Sätze lang das Geschehen gegen die ungeschlagenen Häfler, bevor man den zweiten Durchgang und danach das Spiel aus der Hand gab.

Die Mannschaft von Vital Heynen bewies aber auch einmal mehr, mit welch stoischer Gelassenheit sie Rückstände wegsteckt. Die Stärken und Schwächen beider Teams haben sich offenbart, weshalb Stelian Moculescu nun tief in die Volleyball-Materie einsteigt: „Die zwei bisherigen Spiele haben gezeigt, dass Friedrichshafen in Abwehr und Wiederaufbau nach Verteidigung einen Tick stabiler ist als wir. Da hinken wir noch hinterher. In allen anderen Bereichen ist das Niveau pari. Sehr zufrieden bin ich mit unserer Aufschlag-Leistung. Die war schon in Berlin gut und in Friedrichshafen vielleicht sogar ein bisschen besser. Wir benötigen einfach noch mehr Geduld und Präzision nach guten Abwehraktionen, um sie zu schlagen.“

Während in der Partie am Sonntag beide Trainer viel ausprobierten, werden am Donnerstag garantiert die besten Formationen auf dem Court stehen, die der deutsche Herrenvolleyball zu bieten hat, eines königlichen „Duell der Giganten“ würdig eben. Der im CL-Hinspiel bärenstarke Simon Tischer ist genauso wie seine quirligen Außenangreifer David Sossenheimer und Athanasios Protopsaltis wieder in der Startformation zu erwarten. Aufseiten der BR Volleys stand zuletzt hinter der Personalie Paul Carroll, der am Wochenende aufgrund von Knieproblemen geschont wurde, ein Fragezeichen. Moculescu beruhigt die Gemüter der Fans: „Paul ist auf einem guten Weg, am Donnerstag spielen zu können“, und fügt direkt an: „Aber Kyle hat seine Sache am Sonntag sehr ordentlich gemacht, deshalb mache ich mir da keine Sorgen. Auch Egor hat seine Einsatzzeit genutzt. Beide haben mich überzeugt. Ich sage mal: Sie sind einen Schritt dichter an der Spielwiese.“

Fakt ist, die BR Volleys müssen die Siegesserie der Häfler durchbrechen, soll es noch mit dem Einzug ins Playoff-6 klappen. Bei einem klaren Auswärtssieg (3:0, 3:1) sind die Moculescu-Schützlinge direkt eine Runde weiter. Gewinnen die Hauptstädter – wie der VfB in Berlin – mit 3:2, spitzt sich das königliche „Duell der Giganten“ auf einen „Golden Set“ bis 15 Punkte direkt im Anschluss zu. Triumphiert Friedrichshafen, ganz gleich mit welchem Ergebnis, halten sie die deutsche Fahne in der Champions League weiter hoch.

Moculescu, der bei seiner ersten Rückkehr an den Bodensee zwar mit vereinzelten Pfiffen von den Zuschauerrängen empfangen wurde, hofft auf eine ähnliche Atmosphäre wie am Sonntag: „Die Halle war voll, die Stimmung klasse und auch das Spiel gut. Das Gleiche wünsche ich mir für Donnerstag.“ Wenn der 67-Jährige dann ein erstes Mal als Gästetrainer in der ZF-Arena jubeln dürfte, wäre es für ihn ein runder Ausflug an die alte Wirkungsstätte.

Schon seit mehreren Wochen ist sicher, dass die Berlin Recycling Volleys als Zweitplatzierter in die diesjährigen VBL-Playoffs starten. Damit hat der Deutsche Meister den Heimvorteil sowohl im Viertel- als auch in einem möglichen Halbfinale inne. Beide Runden werden im Modus „best-of-three“ gespielt. Es geht also vom ersten Match an um alles und Ausrutscher sind verboten.

Ihren Playoff-Auftakt bestreiten Robert Kromm & Co schon in neun Tagen. Der Kreis der möglichen Gegner hat sich an diesem Wochenende weiter eingegrenzt. Die Berliner treffen auf den Siebtplatzierten der Hauptrunde, der definitiv ein unangenehmer Kontrahent sein wird. Erst am Samstag, nach Beendigung aller Parallelbegegnungen des letzten Spieltags, besteht jedoch absolute Gewissheit. Heißeste Kandidaten sind aktuell die SVG Lüneburg (mit 30 Punkten Siebter) und der TSV Herrsching (mit 31 Punkten Sechster). Lüneburg spielt noch daheim gegen Friedrichshafen, Herrsching empfängt die Dürener Powervolleys.

Gegen beide Teams mussten die BR Volleys in dieser Saison in Meisterschaft und DVV-Pokal bereits empfindliche Niederlagen einstecken. Es gilt also, sowohl für die Mannschaft als auch die Fans sich nun von Beginn an in Bestform zu präsentieren, betont Kapitän Kromm: „Es sind die Matches, auf die man die gesamte Saison über hinarbeitet. Jetzt wollen wir gemeinsam einhundert Prozent geben und die Saison im Idealfall mit einem Titel beenden.“

Den ersten Schritt dazu möchte Berlins Volleyballteam Nr. 1 eben zum Start der Playoffs am 28. März gehen. Dieser wird nicht nur sportlich spannend, sondern auch von einer weiteren großen Aktion von ZEICHEN SETZEN für den Nachwuchs! begleitet, auf die sich alle Besucher im Volleyballtempel freuen dürfen.

BR Volleys haben Chance vertan

Am Sonntagnachmittag haben die Berlin Recycling Volleys eine große Gelegenheit verpasst, die Siegesserie des VfB Friedrichshafen zu beenden. Zwischen den zwei Champions-League-Spielen verloren die Hauptstädter bei den Häflern die Bundesligapartie mit 1:3 (25:22, 25:27, 23:25, 22:25). Topscorer der Begegnung vor über 3.000 Zuschauern in der ZF-Arena waren Aleksandar Okolic und Kyle Russel (jeweils 12 Punkte) sowie Thilo Späth-Westerholt (15) aufseiten der Häfler.  Beide Trainer rotierten zwischen den königlichen Duellen in der CEV Champions League kräftig. Die gastgebenden Häfler mussten weiter auf den verletzten Philipp Collin verzichten. Dazu schonte Vital Heynen unter anderem Simon Tischer und Athanasios Protopsaltis. Bei den BR Volleys reiste Paul Carroll mit Knieproblemen erst gar nicht mit an den Bodensee und so begannen Robert Kromm, Adam White, Pierre Pujol , Kyle Russell, Aleksandar Okolic, Georg Klein und Libero Luke Perry.

Die Berliner starteten sehr fokussiert und konnten sich nach einer ausgeglichenen Anfangsphase (8:7) deutlich absetzen. Das lag zum einen einmal mehr an Adam Whites starkem Service, aber auch an klasse Abwehraktionen, in deren Anschluss Pujol seine Männer gekonnt aus dem Hinterfeld in Szene setzte (15:9). Heimtrainer Vital Heynen war sowohl mit der Leistung seiner Männer, als auch mit der des Schiedsrichters nicht zufrieden und sah Gelb (17:10). Den darauffolgenden Aufschwung des Pokalsiegers stoppte Kromm mit einem Ass und nachdem die Berliner drei Gelegenheiten zum Gewinn des Auftaktsatzes ausließen, knallte der Kapitän den Ball auf den dritten Meter (25:22).

Auch im zweiten Satz schwoll Vital Heynen der Kamm zunächst nicht ab, nachdem Russell die erste Aufschlagserie hinlegte (5:2). Pujol hatte sichtlich Spaß an diesem Spiel. Legte mal den zweiten Ball gekonnt ins Häfler Feld oder glänzte mit einhändigem Zuspiel auf Russell (10:8). Der Amerikaner punktete in dieser Phase verlässlich und hielt die Gastgeber auf Abstand (17:12). Nach einem Ass von Daniel Malescha (20:17) kippte das Momentum zugunsten der Friedrichshafener, aber wiederum Whites Aufschläge stellten den alten Vorsprung wieder her (22:17). Obwohl es Pujol mit der Spielfreude etwas übertrieb und für ihn dann Sebastian Kühner auf den Court kam, hatten die Hauptstädter nach zwei starken Russell-Aufschlägen zwei Satzbälle (24:22). Die große Chance zur 2:0-Satzführung gab der Deutsche Meister aber leichtfertig her. Erst unterlief Kühner ein Regelverstoß, dann wurde er geblockt und abschließend blieb Russell an Thilo Späth-Westerholt hängen (25:27).

Jetzt wechselte auch Moculescu kräftig durch. Kühner blieb drauf, dazu kamen Steven Marshall, Egor Bogachev und auch Nachwuchsakteur Linus Weber zum Einsatz. Das Match war auch in dieser Besetzung eines auf Augenhöhe. Glanzpunkte setzte auf Berliner Seite Marshall mit einem Ass (10:8) sowie einem Block (15:13). Die BR Volleys mussten aber, anders als noch im Champions-League-Spiel vor vier Tagen, wesentlich mehr direkte Blockpunkte (insgesamt 17) der Häfler schlucken (21:21). Als beim Angriff von Bogachev die Blocksicherung fehlte, ging auch der dritte Durchgang an den VfB (23:25).

Der vierte Satz war einer für die Zuschauer. Beide Teams riskierten viel in Aufschlag und Angriff – so zu sehen bei Assen von Okolic oder Weber (4:2) und schönen Punkten von Bogachev. Oftmals fehlte bei den Hauptstädtern jedoch die Feinabstimmung, weshalb der VfB nun dominanter war (11:14). Die BR Volleys kamen zwar noch einmal bis auf einen Punkt heran (18:19), aber als Bogachevs Pipe im Friedrichshafener Block landete, hatte der VfB drei Matchbälle (21:24) und Sossenheimer nutzte den zweiten (22:25).

Der MVP des Spiels, Thilo Späth-Westerholt, den Vital Heynen aus Außenangreifer aufbot, resümierte: „Wir haben den Start verschlafen, später umgestellt und ab dann ein gutes Spiel gemacht. Unser zweiter Anzug kann auch Volleyball spielen. Berlin war im Aufschlag unfassbar gut, damit wollen sie uns sicher auch am Donnerstag schlagen.“ Stelian Moculescu zeigte trotz der Niederlage sich bei seiner Rückkehr an den Bodensee gelassen: „Es war ein Spiel ohne Druck. Wir haben viel probiert und werden sehen, was davon für den Donnerstag zählt. Es hat Spaß gemacht und ich habe es geschafft, dass die Halle hier mal wieder voll ist. Das ist doch eine schöne Sache.“ Ein Lob gab es für die deutschen Youngsters: „Die Jungen brauchen ihre Zeit, aber sie haben ihre Sache heute gut gemacht. Es ist schön zu sehen, dass das ein oder andere deutsche Talent nachkommt und auf diesem Niveau mithalten kann.“ Dennoch wird das besagte Niveau am Donnerstag (22. März um 20.00 Uhr) sicher wieder steigen, wenn es im Playoff-12 der Königsklasse um das Weiterkommen im deutsch-deutschen Duell geht.

Christof Bernier

A- und B-Jugend fährt als Staffelsieger zu den Deutschen Meisterschaften

Es war eine Traumbilanz, mit der die vier Mannschaften des Füchse-Nachwuchses ein intensives Heimspiel-Wochenende beendeten. Fünf Siege in fünf Spielen bedeuten für die C-Jugend die verlustpunktfreie Saison, sowie für die B- und A-Jugend die Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft als Staffelsieger. Die 2. Mannschaft profitierte zudem von einer Niederlage des Verfolgers, bei acht Punkten Vorsprung und sechs ausstehenden Spielen sieht es gut aus mit dem Aufstieg.

C-Jugend ist Berliner Meister mit makelloser Bilanz

Die C-Jugend stand bereits eine Woche als Berliner Meister fest und absolvierte ihr letztes Staffelspiel gegen die SG AC/Eintracht Berlin. Der ungefährdete 40:24-Sieg rundete eine perfekte Saison ab, am Ende standen 32:0 Punkte auf dem Konto. Mitte April steht das Team von Trainer Martin Berger im Pokalfinale gegen die SG NARVA Berlin, in der Liga der bis zum Schluss hartnäckigste Verfolger. Außerdem wird die C-Jugend der Füchse auch den Handballverband Berlin in der übergreifenden Regionalmeisterschaft der östlichen und nördlichen Landesverbände vertreten.

B-Jugend ist Staffelsieger – Achtelfinale Deutsche Meisterschaft beginnt nach Ostern

Am Ende war es zwar nur ein Punkt Vorsprung, aber auch die B-Jugend gewann den Titel in der Oberliga Ostsee-Spree. Nach der Niederlage bei Verfolger in Potsdam unter der Woche wurde es nochmals spannend. Aber im letzten Spiel hatte das Team von Trainer Fabian Lüdke nichts anbrennen lassen, 35:14 stand es am Ende gegen die Spielvereinigung Blau-Weiß 1890. Damit steigt das Team am 14./15.4. direkt auswärts im Achtelfinale um die Deutsche Meisterschaft ein. Gegner ist dann der Sieger der Vorqualifikation zwischen dem TBV Lemgo und der HSG Neuss/Düsseldorf. Das Rückspiel wird voraussichtlich am 21.4. in Füchse-Town stattfinden.

Champions-League 2017/2018 – Niederlage in Eger

ZF Eger – Wasserfreunde Spandau 04 8:4 (2:2,1:2,2:0,3:0). Torschützen: N. Dedovic 3, S. Pjesivac 1.

Fazit: Die Wasserfreunde sind näher am Punktgewinn als das Ergebnis aussagt.

Den zehnten Saisonauftritt in der Champions-League-Gruppe A beim Vorjahres-Vierten des Königswettbewerbs ZF Eger haben die Wasserfreunde Spandau 04 am Mittwochabend in Nordungarn mit 4:8 (2:2,2:1,0:2,0:3) verloren. Aber selten war die Formulierung, dass der Unterlegene das Becken „erhobenen Hauptes“ verlassen konnte, so zutreffend. Trotz Verletzungsausfall der Nationalspieler Mateo Cuk und Dennis Strelezkij verkauften sich die Gäste gegen den Favoriten ausnehmend gut, zeigten wohl ihre bislang stärkste Auswärtspartie in der Champions League. Eger, das auf Revange für das Sensations-9:10 am 20. Dezember in Berlin sann, registrierte verblüfft, dass die Spandauer Widerstand auf Augenhöhe leisteten. 2:2 hieß es nach dem ersten, gar 4:3 nach dem zweiten Viertel für den deutschen Rekordmeister.

Im Angriff überzeugte vor allem der seit Wochen starke Nikola Dedovic mit drei Treffern. Leider konnte das Team von Trainer Petar Kovacevic die effektive Phase im Angriff nach der Pause nicht fortsetzen. Obwohl die Spieler weiter hart und zupackend verteidigten, sodass den ungarischen Stars als Antwort nicht allzu viel einfiel, mussten sich 18:42 Minuten ohne 04-Treffer am Ende auswirken. Eger zog nach dem Ausgleich zum 4:4, dem eine verpasste Spandauer Chance von Lukas Küppers vorausging, trotz sichtbarer Mühe davon. Bis anderthalb Minuten vor Schluss war beim 6:4-Zwischenstand für Eger der Ausgang noch offen. Doch dann brachten zwei späte Tore das den wirklichen Spielverlauf nicht widerspiegelnde 8:4-Endresultat.

Die „tiefe Bank“ der Gastgeber (sieben Torschützen, bei Spandau nur zwei mit Dedovic/3 und Pjesivac/1) gab letztlich den Ausschlag. Auf der LEN-Website wurde „Eger out-powered the Germans in the second half“ kommentiert. Das Gute am 10. Spieltag der Gruppe A: Die Resultate haben das Ranking im Grunde bestätigt und kaum verändert. Genua, als Gastgeber sowieso für das Final 8 im Juni gesetzt, bleibt souveräner Erster (27 P.), auch Eger (22) und Szolnok (21) dürften sicher auf dem Weg in die Endrunde sein. Und Spandau 04 (18) müsste sich in den vier Restpartien ziemlich dumm anstellen, um die Fünf- bzw. Sechs-Punkte-Vorsprünge auf Jadran Herceg Novi und Steaua Bukarest im Kampf um den vierten Platz fürs Final 8 noch zu verspielen.

Aktueller Gruppen-Stand:
Genua 27 P., 2. Eger 22, 3. Szolnok 21, 4. Spandau 18, 6. Herceg Novi 13, 7. Steaua Bukarest 12, 7. CN Sabadell/Span. 6, 8. Alphen/Nied. 0 – (Sieg 3 P., Remis 1)

­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­Anders als eine Reihe von internationalen Niederlagen in den Jahren zuvor war die aktuelle in Eger nicht ernüchternd, sondern vielmehr Mut machend. Das gilt auch für die Deutsche Meisterschaft, deren entscheidende Phase jetzt beginnt. Am kommenden Wochenende werden die beiden finalen Spieltage der Hauptrunde ausgetragen. Anschließend stehen die Platzierungen und Ansetzungen für Playoffs und -downs weitgehend fest. Spandau empfängt am Samstag und Sonntag den ASC Duisburg und Bayer Uerdingen zu zwei Heimspielen, kann aber unabhängig von den Ergebnissen wohl höchstens noch Zweiter der Hauptrunde werden. Es sei denn, Waspo würde sich völlig unerwarteter Weise noch einen Punktverlust leisten.

Aktuell geht Spandau dank des besseren Torverhältnisses im Vergleich zu den Niedersachsen als Spitzenreiter ins Wochenende. Sind beide Teams auch im Anschluss noch punktgleich, entscheidet der direkte Vergleich: Spandau gewann in Hannover 10:7, Waspo in Berlin 11:7. Träfen sich beide Teams im Best-of-Five-Meisterschaftsfinale ab 23. Mai wieder, hätte Hannover den Heimvorteil im entscheidenden Spiel.

Deutsche Wasserball-Liga (DWL)
2017/2018 13. und 14. Spiel

  1. März 2018
    ASC Duisburg – Wasserfreunde Spandau 04
    Spielbeginn: 16:00 Uhr

  2. März 2018
    Bayer Uerdingen – Wasserfreunde Spandau 04
    Spielbeginn: 14:00 Uhr
    Spielort: Sport- und Lehrschwimmhalle Schöneberg
    Sachsendamm 11, 10829 Berlin

Peter Röhle

Tiebreak-Niederlage in der Königsklasse

Foto: Eckhardt Herfet

Das königliche „Duell der Giganten“ hielt alles, was man sich im Vorfeld versprochen hatte: Großartige Stimmung von 6.307 Zuschauern, umkämpfte Ballwechsel, die Entscheidung erst nach 130 Minuten. Nur das Ende hatte man sich auf Berliner Seite anders vorgestellt: Mit 2:3 (22:25, 25:23, 23:25, 25:18, 12:15) unterlagen die BR Volleys im Hinspiel des Playoff-12 der CEV Champions League dem weiterhin ungeschlagenen Team des VfB Friedrichshafen. Gegen den frisch-gebackenen Pokalsieger vom Bodensee vertraute Stelian Moculescu auf die Dienste von Adam White, Steven Marshall, Graham Vigrass, Aleksandar Okolic, Paul Carroll, Pierre Pujol und Libero Luke Perry. Nach ausgeglichenem Beginn, in dem beide Teams ihren Side-Out halten konnten, gelang es zunächst den Gästen aus Friedrichshafen sich erstmals abzusetzen (6:9). Konnten die BR Volleys in Person von Adam White das noch kontern (8:9), schlichen sich danach Ungenauigkeiten in der Annahme ein, die der VfB geschickt zu nutzen wusste (9:13). Ein Moculescu-Kniff, der im Block Kyle Russell für Pierre Pujol einwechselte, machte der Saisonrekordkulisse noch einmal Hoffnung (19:21). Ausschlaggebend am Ende: Während Friedrichshafen weitgehend fehlerfrei auftrat, profitierten sie von insgesamt sechs Aufschlagfehlern der Berliner im ersten Satz. Exemplarisch dafür: Ein verschlagener Aufschlag Pujols besiegelte letztlich den Satzverlust (22:25).

Zu Beginn des zweiten Durchgangs erleichterte hoher Druck im Aufschlag die Blockarbeit (8:4). Der immer stärker werdende Carroll entschied nun auch die längeren Ballwechsel für sein Team (10:6), im Anschluss brach die Zeit der Mittelblocker an: Vigrass im Angriff und Okolic im Block sicherten den Vorsprung ab (20:16). Am Ende des Satzes sollten sechs Blockpunkte auf Berliner Seite zu Buche stehen, von davon gingen auf das Konto des kanadisch-serbischen Duos. Bevor Tomas Kocians Aufschlag im Netz landete (25:23), unterbrachen beide Trainer mit insgesamt drei Auszeiten den dramatischen Spielverlauf. Nach dem so wichtigen Satzausgleich starteten die Berliner mit Oberwasser in den dritten Durchgang. Ein Block Pujols und das erste Ass der Hauptstädter durch Adam White zwangen Heynen zur frühen Auszeit (4:3). Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch (8:9, 14:12), in dem beide Seiten viele Fehler produzierten. In den entscheidenden Momenten waren es aber die Berliner, die sich die Patzer leisteten. Erneut landete ein Aufschlag Pujols im Netz, die Friedrichshafener gingen mit 2:1 in Führung (25:23).

Für Steven Marshall schickte Moculescu zu Beginn des vierten Satzes Kapitän Robert Kromm dauerhaft auf die Platte. Die Anfangsphase des vierten Satzes blieb ausgeglichen, nach einem Angriff von Protopsaltis waren die Häfler zur ersten technischen Auszeit knapp in Führung (8:7). Gute Blockarbeit von Kromm und Carroll sorgte dafür, dass diese wechselte, Adam White ließ ein Servicewinner folgen (11:8). Topscorer Carroll (25 Punkte) machte wenig später eine Taktikbesprechung der Friedrichshafener notwendig (19:16). Beeindrucken ließen sich die Hauptstädter davon nicht: Mit White hinter der Aufschlaglinie blieb der Druck hoch, Blockpunkte von Kromm und Carroll bauten den Vorsprung entscheidend aus (21:16). Robert Kromm verwandelte mit einem Angriff gleich den ersten Satzball (25:18). Im Tiebreak gelang es zunächst keinem Team sich abzusetzen. Beim Seitenwechsel noch in Führung (8:7), kassierte der Gastgeber kurze Zeit später das vorentscheidende Break zum 11:12. Auch zwei Auszeiten durch Moculescu trugen keine Früchte mehr, in den finalen Momenten fehlte den Berlinern die Durchschlagskraft (12:14). Der entscheidende Punkt blieb dem durchschlagkräftigsten Spieler der Friedrichshafener, Athanasios Protopsaltis (24 Punkte), überlassen, der das Spiel für die Gäste vom Bodensee entschied (12:15).

BR Volleys-Trainer Stelian Moculescu zeigte sich nach der knappen Niederlage gefasst: „In so einem Duell muss man damit rechnen, dass das Spiel so einen Verlauf nehmen wird. Wir haben uns heute im Aufschlag und Block weiter verbessert und gut gespielt. In den entscheidenden Situationen waren wir dann aber nicht geduldig genug. Dennoch ist die Mannschaft auf dem Weg, auf dem ich sie haben möchte“. Paul Carroll schob mit Blick auf das Rückspiel am nächsten Donnerstag hinterher: „Heute haben nur Kleinigkeiten den Unterschied ausgemacht. Aber man hat gesehen, dass wir mittlerweile auf Augenhöhe mit Friedrichshafen sind. Das macht Mut für das Rückspiel.“ Dieses findet nach dem Bundesliga-Spiel am Bodensee (18. März um 14.30 Uhr) ebenfalls in der ZF Arena statt (22. März um 20.00 Uhr).

Christof Bernier