
Nun steht für die BR Volleys nur zwei Tage später das letzte Spiel der Bundesliga-Hauptrunde auf dem Programm. Dazu empfangen die Hauptstädter am Samstagabend (24. März um 19.00 Uhr) den Pokalfinalisten Volleyball Bisons Bühl, der ebenfalls bereits für die Playoffs qualifiziert ist. Die Fans können an diesem Tag HAUTNAH dabei sein, wie der Deutsche Meister sich zum einen daran versucht, die „Bisons“ zu erlegen, und zum anderen sein innovatives Trikot für die Saison 2018/2019 vorstellt. Die regelmäßigen Besucher im Volleyballtempel wird es vielleicht verwundern: Eine halbe Stunde später als gewöhnlich ist an diesem Samstagabend der Anpfiff zum letzten Heimspiel vor dem Playoff-Start 17/18. Der Grund dafür ist simpel. Im Kampf um die besten Playoff-Plätze werden alle Hauptrundenmatches des letzten Spieltags parallel angepfiffen. Während die BR Volleys mit 43 Punkten vom zweiten Tabellenrang nicht mehr zu verdrängen sind, kämpfen die ebenfalls schon für die Meisterschaftsrunde qualifizierten Bühler noch um eine bessere Platzierung.
Als aktuell Achter mit zwei bzw. drei Punkten Rückstand auf Herrsching und Lüneburg könnten die Badener im Erfolgsfall noch einen Platz gut machen. In diesem Fall würden sich die morgigen Kontrahenten nur vier Tage später bereits an gleicher Stelle im Playoff-Viertelfinale begegnen. Die Berliner haben aber keine Lust auf Eintönigkeit: „Natürlich ist es unser Anspruch, gegen Bühl zuhause zu gewinnen“, kündigt Mittelblocker Graham Vigrass an und will mit einem Sieg sicherstellen, dass der kommende Gegner entweder Lüneburg oder Herrsching heißt: „Das sind aktuell die wahrscheinlichsten Kandidaten und bekanntlich haben wir mit beiden Teams noch eine Rechnung offen, weil wir gegen beide schon schmerzhafte Niederlagen hinnehmen mussten. Das wollen wir wiedergutmachen.“
Auf die kurze und tückische „best-of-three“ Serie soll sich am Samstag bestmöglich vorbereitet werden. Den Pokalfinalisten von Mannheim werden Vigrass & Co dabei keinesfalls unterschätzen. Die Stärken der Bühler sind dem Kanadier bekannt: „Die Mannschaft hat mit Magloire Mayaula Nzeza und Chris Zuidberg zwei gute Mittelblocker. Da habe ich persönlich schon starke Gegner auf meiner Position. Außerdem haben die Bühler mit Masahiro Yanagida einen technisch sehr versierten Außenangreifer, der in dieser Saison schon oft seine Klasse gezeigt hat.“ Der Japaner war auch im Hinspiel der punktbeste Bühler, als die BR Volleys in der Großsporthalle relativ klar mit 3:0 gewannen. In die Nähe eines Sieges sollen sie auch morgen nicht kommen: „Wir haben vor unserem Publikum zuletzt immer gut gespielt. Daran wollen wir anknüpfen“, gibt Vigrass selbstbewusst zu Protokoll.
Ganz nah, nämlich HAUTNAH, sollen den BR Volleys morgen nämlich nur ihre Fans kommen. Die dürfen sich im Zuge des Heimspiels auf die Präsentation des neuen Trikots von Ausrüster ERIMA für die Saison 2018/19 freuen. Auf diesem 100 % recycelbaren Jersey kann sich jeder Fan ab Spielbeginn seine Namensplatzierung sichern und damit die Nachwuchsarbeit fördern.
Das Aus am Bodensee: Für die Berlin Recycling Volleys endet die CEV Champions League Saison 2018 im Playoff-12. Nach dem 2:3 im Hinspiel verloren die Hauptstädter am Donnerstagabend in der ausverkauften ZF-Arena auch das Rückspiel im königlichen „Duell der Giganten“ mit 0:3 (19:25, 23:25, 22:25). Damit vertritt der VfB Friedrichshafen die deutschen Farben im Playoff-6 der Königsklasse. Stelian Moculescu setzte im dritten „Duell der Giganten“ auf die Künste von Zuspieler Pierre Pujol, die Außenangreifer Robert Kromm und Adam White, die Mittelblocker Graham Vigrass und Aleksandar Okolic sowie Libero Luke Perry. Dazu meldete sich Diagonalangreifer Paul Carroll wieder einsatzfähig.
Die BR Volleys fanden nur schwer ins Spiel. VfB-Libero Steuerwald stand wie ein Fels in der Abwehr und so bekam man Protopsaltis nicht von der Serviceline weg (1:6). Kromms erster Punkt ließ die Berliner ins Match finden und nachdem Schiedsrichter Andrey Zenovich die gelbe Karte aus der Tasche fiel und der Punkt bei 6:12 wiederholt wurde, konnten sich die Gäste ein Stück heranarbeiten (9:12). Doch die Häfler diktierten diesen ersten Durchgang, was Aufschlagserien von Takvam und Sossenheimer belegten (12:19). Weil Friedrichshafen fehlerfrei spielte, war der Auftaktsatz eine klare Angelegenheit (19:25).
Dank guter Annahme um Libero Perry, an der es auch im ersten Satz nicht lag, hielten Kromm & Co im Folgedurchgang Schritt (7:8). Der VfB dominierte mit Takvam und Collin im Mittelblock, weshalb Moculescu Georg Klein für Okolic ins Spiel brachte. Erst als White den bitteren Block gegen sich schlucken musste, gerieten die BR Volleys wieder ins Hintertreffen (11:14). Aber Pujols Aufschläge zeigten Wirkung und erste einfache Fehler der Häfler halfen beim Ausgleich (15:15). Zwei erfolgreiche Videobeweise, erst von Moculescu und dann von Vital Heynen, heizten die Atmosphäre in der vollen ZF-Arena zusätzlich an (17:18). Ein Boladz-Ass setzte die Berliner wieder gehörig unter Druck (19:22), doch mit der Einwechslung von Sebastian Kühner und Kyle Russell hatte Moculescu Erfolg. Kühner servierte zweimal stark zum Ausgleich (22:22). Den ersten Satzball schnappten sich dennoch die Gastgeber und nutzen ihn nach guter Abwehr (23:25).
Dass der VfB für dieses Champions-League-Rückspiel noch ein Ass im Ärmel hatte, machte sich auch zu Beginn des Dritten bemerkbar. Der wiedergenesene Collin war schon wieder im Block zur Stelle (0:2). Die BR Volleys versuchten im Service hohes Risiko zu gehen, doch das zahlte sich zu selten aus (4:6). Zwar konnten die Hauptstädter wieder ausgleichen (7:7), doch Mitte des Satzes tauchte auf dem Scoreboard ein Punkt auf, den die Häfler nie gemacht hatten und der bei beiden Scouts nicht zu sehen war. Diesem hechelten die BR Volleys hinterher und hatten nach einem weiteren Block gegen White das Nachsehen (14:16). Ein Ass von Russell und ein Block von Kromm brachten die BR Volleys nach zwischenzeitlich vier Punkten Rückstand nochmal heran (20:21), aber vor eigenem Publikum ließen Tischer & Co kein Comeback zu (21:24). Boladz verwandelte den Matchball (22:25).
Georg Klein wusste nach dem Spiel woran es lag: „Der Aufschlagdruck war heute nicht so da wie in den ersten zwei Spielen. Dadurch haben wir die Mittelblocker nicht unter Kontrolle bekommen. Außerdem waren sie in der Abwehr einfach besser.“ BR Volleys Manager Kaweh Niroomand zeigte sich als fairer Verlierer und wünschte dem letzten deutschen Vertreter in der Königsklasse Glück: „Friedrichshafen hat verdient gewonnen. Sie waren in Annahme und Abwehr stabiler. Wir haben unsere Möglichkeiten nicht ausgeschöpft. Jetzt wünschen wir ihnen viel Erfolg im Playoff-6.“ Für die BR Volleys geht die Saison schon übermorgen (24. März um 19.00 Uhr) mit einem Heimspiel gegen die Volleyball Bisons Bühl in der Bundesliga-Hauptrunde weiter.
Christof Bernier
