Showdown in München: Welche Serie reißt am Sonntag

Sechs Wochen vor dem Start der Playoffs um die deutsche Meisterschaft kommt es am Sonntag (25.3., 17:30 Uhr, live auf Telekom Sport) in München zum großen Showdown des Tabellenführers FC Bayern (23:1 Siege) gegen den Tabellenzweiten aus Berlin (20:4). Nicht nur das Tableau lässt dabei in absolutes Topspiel erwarten. Auch die aktuelle Form stimmt bei beiden Teams. Die Bayern haben in der Liga ihre letzten zwanzig Spiele gewonnen, ALBA seine letzten zehn. Airo Garcia Reneses (ALBA-Cheftrainer): „Für die Fans und auch für viele Spieler ist das nicht nur das Spitzenspiel der Liga, sondern sicher auch die Revanche für die Niederlage im Pokalfinale. Solche Emotionen sind wichtig, aber wir müssen auch ganz nüchtern die Lehre aus diesem Pokalfinale ziehen und die lautet: Ein Spiel dauert nicht dreißig, sondern vierzig Minuten. Es stimmt, dass München viel mehr Erfahrung im Kader hat, aber wenn wir vierzig Minuten mit viel Herz zusammen spielen, dann wird diese Erfahrung keine so große Rolle mehr spielen. Dass Bogdan Radosavljevic wieder ausfällt, ist eine schwierige Situation für uns. Ich hoffe, dass er seine Verletzung schnell auskuriert und dann schnell wieder zu seiner vorherigen Form zurückfindet.“

Peyton Siva (ALBA-Guard): „Die Spiele zwischen Bayern und ALBA hatten ja schon immer Derby-Charakter und dass es nun das Duell des Tabellenersten gegen den Zweiten ist, steigert die Vorfreude auch bei uns Spielern. Mit ihren zusätzlichen EuroCup-Spielen haben die Bayern natürlich eine harte Woche, aber vielleicht bleiben sie dadurch sogar besser im Spielrhythmus. Ich würde am Freitag auch lieber spielen als noch einmal zu trainieren.“ Erst vor fünf Wochen standen sich beide Mannschaften beim Pokalfinale in Ulm gegenüber. ALBA führte da zu Beginn des dritten Viertels schon mit zehn Punkten, doch auf der Zielgeraden unterliefen den Berlinern zu viele Fehler. Bayern schaffte mit einem Kraftakt in der Defense noch die Wende und gewann den Pokal. Am Sonntag in München wird deshalb auch darauf ankommen, gegen eine Münchener Mannschaft, die noch am Freitag Abend ihre zweites Halbfinalspiel im EuroCup gegen Darüssafaka Istanbul spielt, den längeren Atem zu haben.

Dabei muss ALBA allerdings ohne den mit einer Sprunggelenksverletzung ausgefallenen Center Bogdan Radosavljevic auskommen. Auch die  Münchener beklagen mit Milan Macvan (Kreuzbandriss) einen Ausfall, sind jedoch trotzdem tiefer besetzt als jeder andere Bundesligist. Ex-Albatros Reggie Redding ist als vielseitiger Schlüsselspieler von Trainer Aleksandar Djordjevic mit 25 Minuten pro Spiel der einzige Akteur im Münchener Team, der im Schnitt länger als 23 Minuten auf dem Parkett steht. Im Backcourt haben die mit ihren 1,96 bzw, 1,98 Metern relativ großen Spielmacher Stefan Jovic und Braydon Hobbs, die zusammen acht Assists pro Spiel verteilen, nicht nur den Allrounder Redding an ihrer Seite, sondern auch die schnellen und explosiven Außenspieler Nihad Djedovic und Jared Cunningham. Letzterer war mit seiner Athletik der Spieler, der vor fünf Wochen im Pokalfinale am Ende den Unterschied zugunsten der Münchener ausmachte.

Im Frontcourt, wo Nationalspieler Danilo Barthel auf der Position vier für den verletzten Macvan in die erste Fünf aufgerückt ist, ist das athletische US-Kraftpaket Devin Booker mit seinem spektakulären Aktionen am Brett die erste Option in der Münchener Offensive. Mit Nationalcenter Maik Zirbes und dem serbischen Nationalspieler Vladimir Lucic kommt aber auch hier viel Qualität von der Bank. ALBA-Bilanz gegen Bayern München – Head Coach: Aleksandar Djordjevic (50, SRB, zweite Bundesliga-Saison mit dem FC Bayern): 15 Siege – 1 unentschieden – 21 Niederlagen (in München 3 – 0 – 13); BBL: 7:6, Playoffs: 4:12, Pokal 3:2, Champions Cup 1:0, Eurocup 0:1:1; Höchster Sieg: 81:55, am 24. Mai 2015 in Berlin; Höchste Niederlage: 58:97 am 16. Oktober 2016 in München.

Bogdan Radosavljevic fällt mit Sprunggelenksverletzung aus. Großes Pech für Bogdan Radosavljevic. Der ALBA-Center hat sich bei seinem Comeback-Spiel nach seiner Schulter-Operation, dem Heimspiel gegen Göttingen, erneut verletzt. Er hat sich eine Außenbandverletzung am rechten Sprunggelenk zugezogen und fällt dadurch in den kommenden Wochen aus.

ALBA BERLIN Basketballteam

Veröffentlicht von

Christian Zschiedrich

Er kann von sich mit Fug und Recht behaupten, immer ein Leben für und durch den Sport geführt zu haben. Er spielte Fußball, nicht mal untalentiert, brachte es dabei zu einigen Ehren, studierte Sport in Leipzig, arbeitete als Sportlehrer und trainierte Fußballmannschaften. Zwischendurch erwarb er beim DFB seine Trainerlizenz. Nach und nach entdeckte er dabei sein Herz für den Sportjournalismus, schrieb Artikel für verschiedene Zeitungen und hob in Berlin eine eigene Sportsendung im Lokal-TV aus der Taufe. Über 2.000 Sendungen wurden unter seiner Leitung produziert. An`s Aufhören verschwendet er keinen Gedanken, schließlich bietet das Internet viele neue Möglichkeiten.

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