Champions-League 2017/2018 – Niederlage in Eger

ZF Eger – Wasserfreunde Spandau 04 8:4 (2:2,1:2,2:0,3:0). Torschützen: N. Dedovic 3, S. Pjesivac 1.

Fazit: Die Wasserfreunde sind näher am Punktgewinn als das Ergebnis aussagt.

Den zehnten Saisonauftritt in der Champions-League-Gruppe A beim Vorjahres-Vierten des Königswettbewerbs ZF Eger haben die Wasserfreunde Spandau 04 am Mittwochabend in Nordungarn mit 4:8 (2:2,2:1,0:2,0:3) verloren. Aber selten war die Formulierung, dass der Unterlegene das Becken „erhobenen Hauptes“ verlassen konnte, so zutreffend. Trotz Verletzungsausfall der Nationalspieler Mateo Cuk und Dennis Strelezkij verkauften sich die Gäste gegen den Favoriten ausnehmend gut, zeigten wohl ihre bislang stärkste Auswärtspartie in der Champions League. Eger, das auf Revange für das Sensations-9:10 am 20. Dezember in Berlin sann, registrierte verblüfft, dass die Spandauer Widerstand auf Augenhöhe leisteten. 2:2 hieß es nach dem ersten, gar 4:3 nach dem zweiten Viertel für den deutschen Rekordmeister.

Im Angriff überzeugte vor allem der seit Wochen starke Nikola Dedovic mit drei Treffern. Leider konnte das Team von Trainer Petar Kovacevic die effektive Phase im Angriff nach der Pause nicht fortsetzen. Obwohl die Spieler weiter hart und zupackend verteidigten, sodass den ungarischen Stars als Antwort nicht allzu viel einfiel, mussten sich 18:42 Minuten ohne 04-Treffer am Ende auswirken. Eger zog nach dem Ausgleich zum 4:4, dem eine verpasste Spandauer Chance von Lukas Küppers vorausging, trotz sichtbarer Mühe davon. Bis anderthalb Minuten vor Schluss war beim 6:4-Zwischenstand für Eger der Ausgang noch offen. Doch dann brachten zwei späte Tore das den wirklichen Spielverlauf nicht widerspiegelnde 8:4-Endresultat.

Die „tiefe Bank“ der Gastgeber (sieben Torschützen, bei Spandau nur zwei mit Dedovic/3 und Pjesivac/1) gab letztlich den Ausschlag. Auf der LEN-Website wurde „Eger out-powered the Germans in the second half“ kommentiert. Das Gute am 10. Spieltag der Gruppe A: Die Resultate haben das Ranking im Grunde bestätigt und kaum verändert. Genua, als Gastgeber sowieso für das Final 8 im Juni gesetzt, bleibt souveräner Erster (27 P.), auch Eger (22) und Szolnok (21) dürften sicher auf dem Weg in die Endrunde sein. Und Spandau 04 (18) müsste sich in den vier Restpartien ziemlich dumm anstellen, um die Fünf- bzw. Sechs-Punkte-Vorsprünge auf Jadran Herceg Novi und Steaua Bukarest im Kampf um den vierten Platz fürs Final 8 noch zu verspielen.

Aktueller Gruppen-Stand:
Genua 27 P., 2. Eger 22, 3. Szolnok 21, 4. Spandau 18, 6. Herceg Novi 13, 7. Steaua Bukarest 12, 7. CN Sabadell/Span. 6, 8. Alphen/Nied. 0 – (Sieg 3 P., Remis 1)

­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­Anders als eine Reihe von internationalen Niederlagen in den Jahren zuvor war die aktuelle in Eger nicht ernüchternd, sondern vielmehr Mut machend. Das gilt auch für die Deutsche Meisterschaft, deren entscheidende Phase jetzt beginnt. Am kommenden Wochenende werden die beiden finalen Spieltage der Hauptrunde ausgetragen. Anschließend stehen die Platzierungen und Ansetzungen für Playoffs und -downs weitgehend fest. Spandau empfängt am Samstag und Sonntag den ASC Duisburg und Bayer Uerdingen zu zwei Heimspielen, kann aber unabhängig von den Ergebnissen wohl höchstens noch Zweiter der Hauptrunde werden. Es sei denn, Waspo würde sich völlig unerwarteter Weise noch einen Punktverlust leisten.

Aktuell geht Spandau dank des besseren Torverhältnisses im Vergleich zu den Niedersachsen als Spitzenreiter ins Wochenende. Sind beide Teams auch im Anschluss noch punktgleich, entscheidet der direkte Vergleich: Spandau gewann in Hannover 10:7, Waspo in Berlin 11:7. Träfen sich beide Teams im Best-of-Five-Meisterschaftsfinale ab 23. Mai wieder, hätte Hannover den Heimvorteil im entscheidenden Spiel.

Deutsche Wasserball-Liga (DWL)
2017/2018 13. und 14. Spiel

  1. März 2018
    ASC Duisburg – Wasserfreunde Spandau 04
    Spielbeginn: 16:00 Uhr

  2. März 2018
    Bayer Uerdingen – Wasserfreunde Spandau 04
    Spielbeginn: 14:00 Uhr
    Spielort: Sport- und Lehrschwimmhalle Schöneberg
    Sachsendamm 11, 10829 Berlin

Peter Röhle

Veröffentlicht von

Christian Zschiedrich

Er kann von sich mit Fug und Recht behaupten, immer ein Leben für und durch den Sport geführt zu haben. Er spielte Fußball, nicht mal untalentiert, brachte es dabei zu einigen Ehren, studierte Sport in Leipzig, arbeitete als Sportlehrer und trainierte Fußballmannschaften. Zwischendurch erwarb er beim DFB seine Trainerlizenz. Nach und nach entdeckte er dabei sein Herz für den Sportjournalismus, schrieb Artikel für verschiedene Zeitungen und hob in Berlin eine eigene Sportsendung im Lokal-TV aus der Taufe. Über 2.000 Sendungen wurden unter seiner Leitung produziert. An`s Aufhören verschwendet er keinen Gedanken, schließlich bietet das Internet viele neue Möglichkeiten.

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