Klinsi macht’s – Covac nicht mehr Hertha-Coach

Keine schlechte Entscheidung, wie am Mittwochvormittag, am 27.11.2019 bekanntgegeben, ist Ante Covic (44) nach knapp fünfmonatiger Tätigkeit und dem 0:4 in Augsburg freigestellt (beurlaubt), kein Trainer mehr. Die Talfahrt wurde ihm mit nur 11 Punkten zum Verhängnis. Bis zum Ende der Saison übernimmt bei Hertha Jürgen Klinsmann sein Amt. Ausschlaggebend dürfte die Tatsache für den Ex-DFB-Teamchef gewesen sein, dass zum Abschluss seiner Karriere die Trainertätigkeit bei einem Bundesligisten bestimmt eine reizvolle Aufgabe sein wird. Deshalb will ich den Einfluss von Sponsor Lars Windhorst gar nicht hinein interpretieren. Klinsmanns Sitz im Aufsichtsrat bleibt dem Ex-Bundestrainer ja garantiert auch nach seiner Trainertätigkeit, für die ihn ja auch noch andere Angebote ins Haus flatterten. Aus meiner Sicht werde Ich Jürgen Klinsmann nie vergessen, dass er zu Zeiten meiner Sportsendung für den oft geschalteten Trailer sagte: „Berliner schauen TV Sport in Berlin“.

Hintergründe für diese Entscheidung: Wunschtrainer Niko Kovac sagte Nein. Ich selbst erlebte mit ihm einst, was ein Freundeswort bedeutet. Es charakterisiert ihn absolut positiv. Freunde unterstützt man und löst sie nicht ab. Ich erinnere mich genau bei Dreharbeiten bei einem Hertha-Training zu Spielerzeiten des Niko Kovac. Ich fragte ihn nach den Abgangs-Gerüchten zu Bayern, „was ist dran Niko“? Er fragte: „Wann gedenkst du das auszustrahlen?“ – Antwort: „Erst am Sonntagabend“. „Garantiert kein Wort früher?“.  – „Garantiert kein Wort früher!“ – Niko bestätigte mir bereits Anfang der Woche als ersten Reporter seinen feststehenden Abgang ins Mikrofon!

Wer kennt schon die Modalitäten bei seinem Rauswurf in München genau? Vertraglich ist er noch 1 ½ Jahre mit Gehaltsansprüchen bei Bayern verpflichtet. Da kann er sich erholen. Mit seinen Erfolgen bei Eintracht Frankfurt und Bayern München, Deutscher Meister und Pokalsieger, und seinen Erfahrungen hat er keine Schwierigkeiten später wieder einen Verein zu finden. Viele Vereine wären dankbar… Hertha wollte ihn ja auch, hätte wahrscheinlich auch das Gehalt der Bayern übernommen. Es könnte sogar sein, dass Niko eine Abfindung von Bayern bekommt und damit sofort wieder tätig sein kann. Die Absage an Hertha  ist bestimmt darin begründet, dass Ante sein Freund und Antes Sohn Maurice sein Patenkind ist. Niko würde niemals als Nachfolger eines Freundes fundieren.

Zur neuen Saison als Nachfolger von Jürgen Kliensmann könnte es durchaus wieder bei Niko Kovac kribbeln. Co-Trainer Harry Gämperle (51) war ja auch im Gespräch. Er bleibt unangetastet auch den Herthanern erhalten. Soll Klinsi doch beweisen, dass  er auch als Bundesligacoach erfolgsorientiert handeln kann. Ob auch kurzfristig (?), ganz Berlin ist nun gespannt, ob Jürgen Klinsmann sogar derjenige ist, der Lucien Favre in die Wüste schickt.

Bei Hertha überschlagen sich die Ereignisse. Großes Stühlerücken ist angesagt. Im Moment läuft die PK mit der Vorstellung des neuen Trainers Jürgen Klinsmann. Er bringt einen neuen Co-Trainer und TW-Trainer mit. Arne Friedrich wird wohl Masnnschafts-Direktor. Hans-Peter Becker verfolgt die Pressekonferenz. Lieber Hans, bitte übernehme. Was gibt es Neues?

Christian Zschiedrich

Gleich zwei Bundesliga-Trainer vor dem Rauswurf ?

Dortmunds Ansprüche sind höher als die von Hertha BSC. Die Berliner wollten sich weiter verbessern. Pal Dardai wurde der nächste Schritt nicht mehr zugetraut. Ein neuer Trainer sollte neue Impulse setzen. Bis jetzt ging das nach hinten los. Da darf man ruhig mal nach der Qualität im Team fragen. Und ich frage mich, warum wohl schaue ich garantiert in den nächsten Tagen nach den sportlichen Eilmeldungen schneller als sonst und mit gemischten Gefühlen.

Bekommt Ante Covic überhaupt noch das Spiel gegen Dortmund oder ist er schon früher weg? Fünf sieglose Spiele, Hertha ist im Abstiegskampf. Martin Schmidt in Augsburg lehrte seinem Team eine ganz andere Körpersprache. Wie kann ein weiter entfernter Freistoß in der 17. Minute in flankenähnlicher Form ohne jegliche Berührung eines Abwehrspielers ins Tor gehen?

Das war der Anfang vom Ende bei der 1:4 Blamage. Rune Jarstein trug mit seinem fatalen und folgenschweren Patzer in der 26. Minute wesentlich dazu bei. Er ist der erste Torwart in Herthas Bundesliga-Geschichte, der mit Rot vom Platz flog. Der Ersatz-Keeper Dennis Smarsch war an den nächsten beiden Toren in seinem ersten Bundesliga-Einsatz eben nur Ersatz beim peinlichen Untergang.

Ante Covic Foto: Christian Zschiedrich

„Wir haben die Schnauze voll“ klang es von den mitgereisten Hertha-Fans. Michael Preetz, noch ein Fürsprecher von Ante Covic in der Mitglieder-Versammlung, stellte sich in Augsburg nicht der Presse.

Im TV wurde gewitzelt, Berlin behalte ja zumindest einen Bundesliga-Club. Der, der die Hertha überholte, ist wohl nicht gemeint. Außerdem wird spekuliert, ob Jürgen Klinsmann gar als Trainer kommt. Weil Hertha gegen Augsburg lange Zeit in Unterzahl spielen musste, sei darauf hingewiesen, dass es auch anders geht, Mainz siegte mit Neutrainer Beierlorzer in Hoffenheimer mit 5:1.

Hertha steht jetzt zusammen mit Bremen und Düsseldorf – nur 11 Punkte, auf dem Relegationsplatz und das Torverhältnis entspricht nicht gerade dem eines Spitzenteams.

L. Favre Foto: C. Zschiedrich

Kommen wir zu Dortmund und Lucien Favre. BVB-Boss Hans-Joachim Watzke auf der Jahreshauptversammlung: „Lucien, du hast weiter unser Vertrauen (Beifall), aber am Ende ist Fußball immer ergebnisorientiert“. Die Ergebnisse jedoch stimmen bei Beiden bisher nicht ! Am 13. Spieltag treffen sie im Olympiastadion aufeinander. Wer kann sich mit einem Sieg etwas Luft verschaffen oder wird es ein Unentschieden ? Allerdings ist beim Blick auf die Tabelle das Dortmunder Problem eher eines aus der Luxuskategorie.  

Beweisen Watzkes Worte Vertrauen? Wohl mehr eine letzte Chance und das trotz einer insgesamt besseren Siegquote im Vergleich zum in Dortmund hochverehrten Jürgen Klopp. Wenn wir schon im Trainergeschäft am vergleichen sind – Hansi Flick der neue Chef bei den Bayern München blieb auch gegen Düsseldorf weiter auf der Erfolgsspur.

Christian Zschiedrich

TeBe holt sich eindrucksvoll die Tabellenführung zurück

Aus Sicht der Lilaweißen „ein Glück“ wie es in dieser Saison sportlich läuft – oder sollte man sagen – zu laufen scheint, denn es sind 30 Spieltage zu absolvieren, nach diesem 13. kann noch allerhand passieren. TeBe’s Vorsitzender Günter Brombosch erwartete eine Reaktion auf das peinliche Pokal-Aus beim Landesligisten Stern Marienfelde. Im Falle einer erneuten Niederlage – ging es  gegen Tabellenführer Hertha 03 am Freitagabend im Mommsenstadion um viel – die Zehlendorfer wären sonst mit vier Punkten Vorsprung davongezogen.

Der Aufstieg in die Regionalliga soll aber nach einem Dreijahresziel erst in der kommenden Saison realisiert werden. Der Vorsitzende Kamyar Niroomand nannte es „befreites Aufspielen“, mit dem Druck beim Gegner Tennis Borussia. Dieses Highlight des Berliner Fußballs sahen 1.092 Zuschauer. Es wurde ein 4:1-Erfolg der Platzherren. Niroomand betonte daraufhin den Weg von Hertha 03 mit der Jugend. Jahrelang seien in allen Bereichen des Vereins Strukturen auf  dieser Basis aufgebaut worden. Demzufolge scheint „Niroo“ sicher im Sattel zu sitzen.

Das scheint bei TeBe nicht so zu sein. Günter Brombosch und Steffen Friede haben nach der Vorstandskrise und dem Führungswechsel, mehr um die Ohren. Da könnten stündlich wieder die alten Querelen ausbrechen. Daher ist der sportliche Erfolg so wichtig. Der Wechsel an der Tabellenspitze ist eine gute Voraussetzung für Frieden in dem gebeutelten Club. Hertha 03 führte vor dem Match mit einem Punkt vor den Borussen, ein sicheres Zeichen für den Aufschwung bei den Zehlendorfern. Jetzt hat TeBe 31 Punkte und 43:11 Tore; Hertha 03 blieb bei 29 Punkte und hat aktuell 31:13 Tore.

Die Torfolge: 1:0 (34.) Fatlun Elezi, 2:0 (40.) Vincent Rabiega, 3:0 (70.) Franke, 3:1 (75.) Thomas Frank, 4:1 (76.) Vincent Rabiega. Die letzten 12 Minuten mussten die von Markus Schatte trainierten Zehlendorfer in Folge der Roten Karte für Benedigt Nellesen mit 10 Spielern auskommen. Leider trug Patrick Lux eine schwere Verletzung davon. Wir wünschen ihn eine schnelle Genesung.

Am 14. Spieltag muss Tebe den schweren Gang nach Greifswald (3.) antreten, während der Tabellenzweite Hertha 03 zum Tabellensiebenten Torgelower FC Greif reisen muss.

Christian Zschiedrich

Berliner Pokal – Teilnehmer am Viertelfinale sind ermittelt

Stern Marienfelde – Tennis Borussia 3:1; Berliner AK 07  – VSG Altglienicke 0:1; FC Hertha 03 – BFC Dynamo 0:3; FC Amed – FC Viktoria 1:7;  Türkiyemspor – SC Staaken 1:3; Berliner SC – SD Croatia 5:4; Sp. Lichtenberg – SV Tasmania 2:3 n.V.; TuS Makkabi – CFC Hertha 06 2:1 n.V.   

Ja, es gab einige Überraschungen. Wer hatte daran geglaubt, dass Oberligist TeBe bei einem Landesligisten aus dem Pokal fliegt oder, dass Altglienicke beim BAK 07 als Sieger vom Platz geht. Dass der BFC Dynamo gegen Hertha 03 gewinnt, geht an, in dieser Klarheit jedoch nicht. Am Freitag, 22.11. geht es im Mommsenstadion wieder Erster gegen Zweiter um Punkte. Tennis Borussia ist gewaltig angeschlagen und das Selbstvertrauen der Zehlendorfer dürfte auch gelitten haben. Dagegen spricht das 7:1 von Titelverteidiger Viktoria 89 eine deutliche Sprache. Naja, der Regionalligist gegen einen Kreisklassen A-Vertreter. Einen erneuten Tiefschlag musste Oberligist Hertha 06 beim Berlin-Liga-Vertreter Makkabi hinnehmen.

Im Viertelfinale ab Samstag, 18. Januar 2020, geht es schon um Geld. Die beschlossene Änderungen besagen, dass alle Viertelfinalisten aus dem Fernsehgeldtopf partizipieren. Klasseniedere Mannschaften genießen ab jetzt nicht mehr automatisch ein Heimrecht.

Christian Zschiedrich                     

Herthas Trainer auf Bewährung

Ich bin sogar der Meinung, dass er sich wohl nicht behaupten kann. Sein Abgang ist nur noch eine Frage der Zeit. Ex-Bundestrainer und seit kurzem Hertha-Vorstand Jürgen Klinsmann wird in Kenntnis der Probleme nicht von sich aus spontan handeln, doch hinter Klinsmann steht der Investor Lars  Windhorst. Der will sein Geld gut angelegt wissen, ob so Erfolg zu kaufen ist, wird unterschiedlich beurteilt.

Als Ante Covic zur neuen Saison als Cheftrainer vorgestellt wurde, erlaubte ich mir in der Pressekonferenz die Frage, ob Ante, wenn es schiefgeht, so handeln werde wie Pal Dardai? Die Frage wurde als unverständlich und unangebracht angesehen. Ich gestehe, ein Fürsprecher für Ante Covic gewesen zu sein.

Hertha-Coach Ante Covic © Fotocredits herthabsc/citypress

Im September kommentierte ich, dass es bei Hertha nicht am Trainer liegt und nicht helfe, der Mannschaft wieder zu bescheinigen, nicht so schlecht gespielt zu haben. Es zählt eben nur das Ergebnis. So erging es auch Niko Kovac bei Bayern München. Dabei war seine Ausbeute gar nicht so schlecht. Wenn bei aller Kontroverse am Ende bei Hertha herauskommen sollte, Niko Kovac wird der Nachfolger von Ante Covic, er hätte sofort meine Sympathie.

Ante Covic spielt auf Bewährung bei der Hertha und wird sie nicht bestehen ? Das muss jeder Trainer, der so ein Amt übernimmt, einkalkulieren. Herthas nächste Aufgaben sind nicht von Pappe. Bekanntlich ist im Fußball alles möglich. Gegen prominente Mannschaften sah Hertha nicht so schlecht aus. Gegen Spitzenmannschaften musste der Trainer nicht zusätzlich motivieren. Je reizvoller die Aufgabe, umso beherzter war der Einsatz. Vielleicht hilft ihm die Mannschaft, die Ergebniskrise zu überwinden und lässt ihn nicht im Stich, wie offensichtlich die Spieler des FC Bayern ihren Trainer Nico Kovac.  

Christian Zschiedrich

Heimspiel-Doppelpack erfolgreich abgeschlossen

Auch mit einer umformierten Mannschaft waren die BR Volleys am Mittwochabend, 30.10. von den Heitec Volleys Eltmann nicht zu stoppen. Der Aufsteiger aus Franken spielte in der Max-Schmeling-Halle drei Sätze lang gut mit, doch letztlich konnten sich die Berliner vor ihrem heimischen Publikum souverän mit 3:0 (25:23, 25:18, 25:19) durchsetzen. Mit dem Rückenwind von zwei Heimsiegen in Folge reist man nun am Sonntag (03. Nov.) zum wichtigen DVV-Pokalspiel gegen die Netzhoppers nach Bestensee.

Lucio Oro baute das BR Volleys Team gegenüber dem 3:0-Erfolg gegen den TV Rottenburg kräftig um und gab unter anderem Außenangreifer JT Hatch und Libero Adam Kowalski von Beginn an Einsatzzeit. In ungewohnter Besetzung machten die Berliner ihre Sache sehr ordentlich und verwalteten im ersten Satz einen von Le Goff „erblockten“ Vorsprung (10:8) lange mit der nötigen Ruhe. Auch ein Block gegen Hatch (22:21) brachte die Gastgeber nicht aus dem Konzept und der gut aufgelegte Diagonalangreifer Patch verwandelte fulminant zur 1:0-Satzführung (25:23).

Im zweiten Durchgang minimierten die BR Volleys ihre Fehlerquote und ließen die „Eltmänner“ von Trainer Marco Donat so noch seltener zum Zuge kommen (8:5). Eine Le Goff-Aufschlagserie sorgte für klare Verhältnisse (20:9). Das Aufbäumen der Gäste kam zu spät (25:18) und so legten die Hauptstädter auch im dritten Satz das nötige Selbstverständnis für den klaren 3:0-Erfolg an den Tag. Der MVP der Begegnung, Zuspieler Pierre Pujol, verstand es weiterhin, all seine Mitspieler in Szene zu setzen. Über die Zwischenstände 8:5 und 16:13 zogen die Berliner mit ihren drei Amerikanern als Topscorern dem letztlich ungefährdeten Heimsieg entgegen (25:19).

Stimmen zum Spiel
Benjamin Patch: „Wir nehmen jeden Gegner ernst, wissen aber auch, dass wir solche Spiele gewinnen müssen. Das ist unsere Aufgabe und unser Anspruch. Es haben heute mehrere Jungs gespielt, die bisher nicht so viel Einsatzzeit hatten. In dieser Konstellation haben wir das souverän gemeistert. Nicht alle Kleinigkeiten haben gepasst, aber es war ok. Wir bauen auch auf diesem Ergebnis auf und machen konzentriert weiter.“

Kaweh Niroomand: „Die Mannschaft hat das heute gut gelöst. Es konnten sich auch Spieler aus der zweiten Reihe zeigen, da kommt uns der Spielplan aktuell entgegen. Jetzt wollen wir am Sonntag an die zuletzt gezeigten Leistungen anknüpfen und bei den Netzhoppers im Pokal eine Runde weiterkommen.“

BR Volleys Formation
JT Hatch und Cody Kessel (AA), Georg Klein und Nicolas Le Goff (MB), Pierre Pujol (Z), Benjamin Patch (D) und Adam Kowalski (L) | Eingewechselt: Jeffrey Jendryk

Nächstes Heimspiel
13. November | 19.30 Uhr | vs. SVG Lüneburg
16. November | 18.30 Uhr | vs. SWD powervolleys Düren

Quelle: BR Volleys

10. Oberliga-Spieltag: Tasmania besiegt Blau-Weiß 90

Das Duell zweier ehemaliger Bundesligisten Tasmania – Blau-Weiß 90 gewann Tas vor 275 Zuschauern mit 3:0. Ein Triumpf gegen den alten Rivalen und ein gewaltiger Schritt aus dem Tabellenkeller, jetzt Tabellenzehnter mit 10 Punkten unmittelbar hinter dem SC Staaken (9., 11 P.) und eben Blau-Weiß 90 (8., 12 P.). Die Rote Laterne hält nach wie vor Hertha 06 mit nur 5 Punkten. Im Charlottenburger Derby hatten die 06er diesmal im Mommsenstadion keine Chance beim 5:0 für Tennis Borussia – Spitzenreiter mit 25 Punkten.

Vorn stehen sogar zwei Berliner Vereine: Tabellenzweiter ist Hertha 03 mit 23 Punkten, gegen die 03er musste TeBe in der Vorwoche eine 0:1-Niederlage einstecken, aktuell gewannen die Zehlendorfer zu Hause 4:1, gegen die TSG Neustrelitz. Da sei schon mal auf den 22. November vorausgedacht, da heißt es vielleicht im Mommsenstadion Erster gegen Zweiter. Markus Schatte, Zehlendorfs Coach, denkt jetzt an die kommende Aufgabe. Da ist die Hürde beim angeschlagenen Tabellenletzten zu nehmen, am Sonntag, 3.11. 13:30 Uhr, Sömmeringstraße. Das Hertha Duell, 03 gegen 06, der Trainer der 06er Murat Tik jedenfalls sprach von einer deutlichen Benachteiligung seiner Spieler mit Migrations-Hintergrund in den meisten Spielen. Das erklärt den Tabellenstand – könnte man annehmen.

Was ist mit dem SC Staaken los ? Welch derbe Niederlage, mit 0:7 in Rostock (3., 22 P.). Trainer Jeffry Seitz, war total konsterniert, fand nach dem Spiel keine Erklärung. Oje, am Samstag, 2.11. geht es  in die Gießerei-Arena zum Torgelower FC Greif (4., 20 P.).

Blau-Weiß 90 (8., 12 P.) empfängt am Samstag, 2.11. 13.00 Uhr, den Tabellen-Vorletzten FC Strausberg (15., 6 P.). Auf dem Papier könnte man Tennis Borussia am Freitag zuvor ab 19.30 Uhr, eine „leichte“ Partie beim Tabellenelften, Victoria Seelow, (10 P.) bescheinigen. Das ist nicht ganz zutreffend!  Zumal sich TeBe gegen solche Gegner oft schwer tut.

Christian Zschiedrich

13. Regionalliga-Spieltag

Die 13 ist für Viele eine Glückszahl. Der Aberglauben kann aber auch genau das Gegenteil bewirken. Hertha II und Altglienicke führen weiter ein fünfköpfiges Feld an, obwohl sie Federn ließen. VSG Altglienicke verlor sogar 1:2 im Berlin-Derby gegen Lichtenberg 47. Dennoch stehen sie mit 28 Punkten auf Platz Zwei. Hertha holte in Halberstadt beim 2:2 wenigstens einen Punkt und ist mit 29 Punkten Tabellenführer. Beide Berliner Clubs haben den 1.FC Lok Leipzig (28 P.), Energie Cottbus (26 P.) und dazu Wacker Nordhausen (23 P.) im Nacken. Lok gewann 3:0 beim Bischofswerdaer FV, Energie entführte aus Babelsberg (0:1) die drei Punkte und Wacker Nordhausen fertigte Optik Rathenow gar 4:0 ab.

Abgeschlagen ist der Bischofswerdaer FV mit nur fünf Punkten alsTabellenletzter. Abstiegsgefährdet sind Babelsberg 03, Vorletzter (8 P.), Optik Rathenow (16., 11 P.) und Germania Halberstadt (15., 12 P.). Oben geht es wesentlich enger zu. Zum kommenden 14. Spieltag werden drei spannende Berlin-Derbys  erwartet, deren Ausgang schwer vorhersehbar ist.

Freitag, 1.11. ab 19.00 Uhr, Amateurstadion Hertha BSC – Lichtenberg 47 (10.), Samstag, 2.11. Jahnstadion, 13.30 Uhr trifft die VSG Altglienicke auf den FC Viktoria 89 und am Sonntag, 3.11. 13.30 Uhr, Poststadion,  Berliner AK – BFC Dynamo.

Der BAK 07 scheint mit 16 Punkten (9.) trotz Trainerwechsel, Dirk Kunert führt jetzt Regie, aus dem Aufstiegsrennen zu sein. Dirk Kunert war von der 2:4-Niederlage bei Viktoria 89 sehr enttäuscht. Es scheint in dieser Saison an Qualität zu mangeln.

Derzeit im Mittelmaß und von den übrigen Berlinern am besten platziert ist Viktoria (7., 20 P.), es folgt der BFC Dynamo (8., 18 P.), BAK 07 (9., 16 P.) und Lichtenberg 47 (10., 16 P.). Der BFC Dynamo gewann immerhin 2:0 gegen ZFC Meuselwitz. was gelingt am Sonntag, 3.11. im Poststadion bei den Moabitern.

Christian Zschiedrich

Kommentar von Christian Zschiedrich zur pauschalen Spielabsage

Der Berliner Fußballverband musste so handeln, bekam letztendlich von den Berliner Schiedsrichter sozusagen die Pistole an die Schläfe gesetzt, wurde ohne Absprache förmlich überwältigt. Der Präsident des BFV und der überwiegende Teil des Vorstandes fanden das nun gar nicht gut. Bernd Schultz soll sich von der nicht abgesprochenen Aktion überrumpelt gefühlt und deshalb zur Spielabsage aller unterklassigen Partien ab der Berlin-Liga genötigt gefühlt haben. Das geht die gesamte Verbandsarbeit  betreffend überhaupt nicht und es heißt: Typisch Schiedsrichter!

1200 Schieris wollten nach zahlreichen Gewaltvorfällen ein deutliches Zeichen setzen. Auslöser war das Geschehen am 11. Oktober  gegen SR Stefan Paffrath (BSC Rehberge) beim BSV Al-Dersimspor.  Allerdings setzte der Schiedsrichterausschuss unmittelbar drastische Zeichen bis zur Suspendierung des Clubs. Wir berichteten auch über die ausgesprochenen Strafen des Sportgerichts. Die Suspendierung wurde allerdings aufgehoben.

Ja, die Gewalttaten nehmen leider zu. Natürlich muss dagegen vorgegangen werden. Nur, muss es ein Streik dieser Art sein? Die Aktion ist spektakulär und erregt Aufsehen, so wie die Unparteiischen am besten nicht auftreten sollten. Schlimmer, sie schließt den gesamten Verbandsbereich ein und bestraft die vielen tausend friedlichen Fußballer im sonst fairen Wettkampfbetrieb. Sie bringt vielleicht mehr Ärger und Unverständnis als wirksame Übereinstimmung in den Berliner Vereinen. Überwiegend wird sie als Armutszeugnis bewertet.

Ob damit die Verhaltensregeln gegenüber den Referee’s besser beachtet werden, darf bezweifelt werden. Aufklärungs- und Erziehungsmaßnahmen greifen bestimmt besser. Anstatt der Pauschalierung gibt es garantiert noch andere Maßnahmen zur Besserstellung des gesamten Schiedsrichterwesens hinsichtlich des Respektes dieser Amtspersonen in unserer Gesellschaft  An diesem Wochenende ist der Wettstreit von über 1000 Mannschaften nicht möglich.

Christian Zschiedrich.

BFV sagt alle Spiele ab

Das Präsidium des Berliner Fußball-Verbandes (BFV) hat in einer außerordentlichen Telefonkonferenz entschieden, wegen des kurzfristigen ausgerufenen Ausstands der Berliner Schiedsrichter alle angesetzten Spiele vom Freitag, 25. Oktober 2019 (0:00 Uhr) bis Sonntag, 27. Oktober 2019 (23:59 Uhr) vollständig abzusagen. Die Absage gilt für alle vom BFV angesetzten Pflicht- und Freundschaftsspiele, für alle Spiele im BFV-Futsalbereich und für alle Spiele im Freizeit- (FVF) und Betriebssportspielbetrieb (VBF). Damit ruht an diesem Wochenende der gesamte Spielbetrieb des Erwachsenen- und Jugendbereiches im Berliner Amateurfußball. Die Entscheidung des BFV-Präsidiums hat selbstverständlich keinen Einfluss auf die Spiele des Nordostdeutschen Fußballverbandes (NOFV) und des Deutschen Fußball-Bundes (DFB).

Der Schiedsrichterausschuss des Berliner Fußball-Verbandes hat am heutigen Freitagvormittag das Präsidium in Kenntnis gesetzt, dass für das kommende Wochenende alle Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter von ihren Spielen abgesetzt werden. Zur Begründung führt der Vorsitzende des Schiedsrichterbereiches, Jörg Wehling, aus: „Die Gewalt auf Berlins Plätzen ist in dieser Saison gegenüber der Vorsaison gestiegen. Bereits jetzt nach wenigen Spieltagen haben wir 109 Vorfälle von Gewalt und Diskriminierung auf den Berliner Plätzen zu verzeichnen. In 53 Fällen wurden die SR als Opfer gezählt. Das sind alarmierende Zahlen, hier ist Handlungsbedarf gefordert und ein deutliches Stop-Zeichen zu setzen.“

Die Entscheidung des Schiedsrichterausschusses begründet sich auf einer Beschlussempfehlung des Schiedsrichterbeirats, der am Donnerstagabend seine Entscheidung traf. Zuvor hatte der Schiedsrichterbereich am vergangenen Montag in einer Präsidiumssitzung seinen Wunsch, am kommenden Wochenende ein Signal gegen die zunehmende Gewalt zu setzen und keine Schiedsrichter zu den Spielen anzusetzen, dem Präsidium vorgestellt. Dieser Antrag wurde am vergangenen Montagabend nach langer, kontroverser Diskussion von der Mehrheit des Präsidiums abgelehnt. Es gab mehrheitlich die Auffassung, dass ein kompletter Ausstand der Schiedsrichter die Mehrzahl der Vereine in Berlin bestraft, die friedlich und fair miteinander Fußball spielen. Vielmehr gab es vom Präsidium in Richtung Schiedsrichterbereich zwei schriftliche Alternativvorschläge. Inhaltlich sahen die Vorschläge vor, dass der gesamte Verband in einer geplanten, gut vorbereiteten Kampagne ein deutliches Signal gegen Gewalt und für das Einfordern des respektvollen Umgang mit Schiedsrichtern rund um den Arbeits-Verbandstag am Wochenende 16./17. November 2019 einsteht. Diese Vorschläge wurden vom Schiedsrichterbereich am Donnerstagabend abgelehnt und das Absetzen sämtlicher Schiedsrichter für das Wochenende 25.-27. Oktober 2019 eigenständig beschlossen.

In einer Telefonkonferenz am heutigen Freitagmittag hat sich das Präsidium des Berliner Fußball-Verbandes mit der Situation des kurzfristigen Ausstands der Berliner Schiedsrichter intensiv auseinandergesetzt. In der Konsequenz kritisiert die deutliche Mehrheit des Präsidiums das eigenmächtige Vorgehen des Berliner Schiedsrichterausschusses. Darüber hinaus hat das Präsidium formal und mehrheitlich die Entscheidung des Berliner Schiedsrichterausschusses vom Donnerstagabend nach § 23 Ziffer 7 der Satzung aufgehoben. Die überwiegende Mehrheit im Präsidium sah sich dennoch dazu veranlasst, aus organisatorischen Gründen alle Spiele für das Wochenende 25.-27. Oktober 2019 abzusagen. Durch das eigenmächtige Handeln des Schiedsrichterausschusses sind bereits Spekulationen, Informationen und Absprachen innerhalb der Vereine erfolgt, die nur schwer zu korrigieren sind. Daher hält es das Präsidium für geboten, ein mögliches Chaos zu vermeiden und aus organisatorischen Gründen alle Spiele abzusagen.

Bernd Schultz, Präsident des Berliner Fußball-Verbandes, sagt: „In meiner langjährigen Amtszeit war es noch nie notwendig, dass das Präsidium des Berliner Fußball-Verbandes eine Entscheidung eines Ausschusses außer Kraft setzen muss. Die zunehmende Gewaltbereitschaft gegenüber Schiedsrichtern sehe auch ich mit großer Sorge. Hier gilt es konsequent und gemeinsam gegen die Täter vorzugehen und alle Möglichkeiten der Sportgerichtsbarkeit auszuschöpfen. Gleichzeitig kann ein Ausstand von Schiedsrichtern immer nur die letzte Konsequenz sein. Aus meiner Sicht sind noch nicht alle Möglichkeiten der Präventionsarbeit und die enge Zusammenarbeit mit unseren Mitgliedsvereinen ausgeschöpft worden. Daher appelliere ich an alle Verantwortlichen im Berliner Schiedsrichterbereich, den gesamten Spielbetrieb des BFV im Blick zu haben und sich der Verantwortung bewusst zu sein. Die Probleme und Herausforderungen der zunehmenden Gewaltbereitschaft können nur gemeinsam gelöst werden.“

Quelle: Berliner Fußballverband