Vier Spielausfälle in der Regionalliga, einer in der Oberliga und keiner in der Berlin-Liga

Lichtenberg 47 – VfB Auerbach, Chemnitzer FC – Energie Cottbus, Germania Halberstadt – VSG Altglienicke und Hertha BSC II – Carl Zeiss Jena, diese Partien fielen am 11. Regionalliga-Spieltag aus. Die Tabelle weist ein großes Durcheinander aus. Doch der BFC Dynamo steht nach dem 1:1 in Luckenwalde unangefochten mit 28 Punkten nach 11 Spielen, drei Punkte besser als der Berliner AK, an der Tabellenspitze. Der BAK 07 gewann mit 3:1 in Meuselwitz, hat außerdem gegenüber dem BFC Dynamo mit -9 das schlechtere Torverhältnis. Mit drei Toren von Emre Demir gelang dem SV Tasmania (10 Punkte nach 10 Spielen) ein 3:3 gegen Union Fürstenwalde. Sie schenkten dabei eine 2:0 Halbzeitführung her. Tennis Borussia musste sich 2:4 in Babelsberg geschlagen geben und ist nach bisher sechs Spielen Tabellensiebzehnter. Am Mittwoch, 22.09., heißt es im Bruno-Plache-Stadion, 1.FC Lok Leipzig – Tennis Borussia und am Samstag, 13.00 Uhr, kommt Lichtenberg 47 (Tabellenplatz 15, 10 Spiele, acht Punkte) zum Heimspiel ins Mommsenstadion.

Christian Zschiedrich kommentiert. Foto: Sportick

Zuvor am Freitagabend, 24.09. ab 19.00 Uhr, stehen drei Spiele mit Berliner Beteiligung auf dem Programm: das Derby im Poststadion Berliner AK – SV Tasmania, VSG Altglienicke – ZFC Meuselwitz im Amateurstadion und der BFC Dynamo – Chemnitzer FC im Sportforum.

Schade, dass in der NOFV Oberliga Nord die Begegnung des Tabellenführers FC Hertha 03 – in Seelow ausfiel. Zwei Spieler der Victoria aus Seelow sollen sich infiziert haben. Hertha 03 führt mit 16 Punkten nach sechs Spielen die Tabelle an und will die Führung vor dem Rostocker FC (15 Punkte) im Heimspiel am Sonntag, 26.09. 14.00 Uhr, Ernst-Reuter-Sportfeld gegen den Torgelower FC Greif (5 Punkte nach 5 Spielen) verteidigen. Der SC Staaken (Tabellendritter mit 14 Punkten) musste infolge der 0:1-Niederlage in Ludwigsfelde den Rostocker FC vorbeiziehen lassen. Am Samstag, 25.09. heißt eine Partie des 7. Spieltages Rostocker FC – Blau-Weiß 90, dem erfreulichen Tabellenvierten.

Lediglich Stern 1900 steht mit drei Punkten – am 7. Spieltag schafften die Sterne immerhin ein 2:2 gegen Brandenburg Süd – noch als Vorletzter auf einem Abstiegsplatz. Wesentlich besser platziert ist Eintracht Mahlsdorf (10 Spiele und 8 Punkte), erzielte übrigens erneut in letzter Sekunde zu Hause ein Unentschieden (1:1 gegen Hertha 06) und muss am Samstag, 25.09. 14.00 Uhr, (Werner-Seelenbinder-Sportplatz) bei Brandenburg Süd 05 dem Tabellenletzten ran. Vier Sonntagspiele stehen für die anderen Berliner Vertreter an: Greifswalder FC – Stern 1900, CFC Hertha 06 – RSV Eintracht, SC Staaken – Victoria Seelow und Hertha 03 – Torgelower FC Greif.

In der Berlin-Liga wird es für die Füchse Berlin langsam unheimlich mit der maximalen Ausbeute – fünf Spiele und 15 Punkte. Am 6. Spieltag wurde mit 3:1 gegen Türkiyemspor auf dem Wackerplatz gewonnen. In der jetzt folgenden englischen Woche geht es am Dienstag, 21.09., 19.30 Uhr, erneut ein Heimspiel, gegen Fortuna Biesdorf (17. der Tabelle mit erst 4 Punkten) und am Freitag, 24.09. auswärts bei Türkspor am Heckerdamm. Der SC Charlottenburg ist mit zwei Siegen erst einmal aus dem Keller raus, Tim Harzheim erlitt beim 2:0-Sieg gegen Stern Marienfelde einen Achillessehnenanriss. Drei Tage später folgte das 3:1 gegen den SV Empor. In den unteren Regionen wurde ordentlich gepunktet, TuS Makkabi erspielte sich mit dem 5:1 gegen Fortuna Biesdorf den 2. Tabellenplatz, steht mit 14 Punkten nur einen einzigen Zähler hinter den Füchsen. Die haben ein Spiel weniger ausgetragen. Nach der englischen Woche sprechen wir uns wieder. Spannung ist weiter angesagt.

Christian Zschiedrich     

Offener Brief des BFV Präsidenten

„Ich glaube, wir können nicht mehr, aber wir können auch nicht einfach aufmachen“, sagte Tübingens Oberbürgermeister am Donnerstag, 25. Feb. im Fernsehen. Die Krise, ausgelöst durch die Corona-Pandemie, soll durch vor allem durch Verbote und Vorgaben des Staates gelöst werden. Eigenständiges, verantwortungsbewusstes handeln der Staatsbürger ist nicht gefragt.

BFV-Präsident Bernd Schultz beginnt seinen Brief, gerichtet an den Regierenden Bürgermeister und den für Sport zuständigen Senator mit einem eindringlichen Appell. „Im Namen der über 170.000 Mitglieder des Berliner Fußball-Verbandes bitte ich Sie, den Fußballerinnen und Fußballern der Hauptstadt eine Perspektive zur Wiederaufnahme des Trainingsbetriebes aufzuzeigen und damit die sportliche Betätigung in den rund 400 Berliner Fußballvereinen als Teil der Lösung zur Bewältigung der Pandemie zu verstehen.“

Etwas weiter heißt es, „Nach den vielen Monaten ohne Sportbetrieb in den Berliner Vereinen wäre es ein wichtiges Zeichen, wenn nunmehr die Verantwortlichen im Senat von Berlin den vielen Sportlerinnen und Sportlern eine Rückkehr zum Breitensport ermöglichen würden. Daher werbe ich bei Ihnen, die Infektionsschutzverordnung im Land Berlin im ersten Schritt wieder auf die Regelung vor dem harten „Lockdown“ zurückzuführen und somit Kindern im Alter bis 12 Jahren die Rückkehr in 10er Gruppen zum Training ab dem 8. März 2021 zu ermöglichen, ggf. auch ohne die Nutzung von Kabinen/Duschen.“

  • Öffnungsschritt 1: Training bis 12 Jahre in 10er Gruppen (ab 8. März 2021)
  • Öffnungsschritt 2: Training für alle Vereinsmitglieder in 10er Gruppen
  • Öffnungsschritt 3: Training in Mannschaftsstärke (30er Gruppen)
  • Öffnungsschritt 4: Rückkehr zum Wettkampf/-Spielbetrieb.

Aufgrund der nachgewiesen sehr geringen und zudem sehr kurzen Kontakte beim Fußballspielen ist dabei ein kontaktloser Einstieg in den Trainingsbetrieb ausdrücklich nicht erforderlich, d.h., es sollte sofort ohne Kontakt-Einschränkungen trainiert werden dürfen.

Dem Schreiben angehängt ist eine aktuelle Untersuchung derUniversität des Saarlandes und der Universität Basel (Zeitraum: August bis Dezember 2020), die den Nachweis erbringt, dass beim Fußball nur ein geringes Ansteckungsrisiko besteht.

„Fußball sollte aus Infektionssicht daher als „Sportart mit kurzen, sporadischen Kontakten“ und nicht als „Kontaktsportart“ klassifiziert werden. Eine Re-Start kann von Beginn an mit Spielformen, die Körperkontakt beinhalten, durchgeführt werden.“

Quelle: Berliner Fußballverband/Hans-Peter Becker

BFV sagt alle Spiele ab

Das Präsidium des Berliner Fußball-Verbandes (BFV) hat in einer außerordentlichen Telefonkonferenz entschieden, wegen des kurzfristigen ausgerufenen Ausstands der Berliner Schiedsrichter alle angesetzten Spiele vom Freitag, 25. Oktober 2019 (0:00 Uhr) bis Sonntag, 27. Oktober 2019 (23:59 Uhr) vollständig abzusagen. Die Absage gilt für alle vom BFV angesetzten Pflicht- und Freundschaftsspiele, für alle Spiele im BFV-Futsalbereich und für alle Spiele im Freizeit- (FVF) und Betriebssportspielbetrieb (VBF). Damit ruht an diesem Wochenende der gesamte Spielbetrieb des Erwachsenen- und Jugendbereiches im Berliner Amateurfußball. Die Entscheidung des BFV-Präsidiums hat selbstverständlich keinen Einfluss auf die Spiele des Nordostdeutschen Fußballverbandes (NOFV) und des Deutschen Fußball-Bundes (DFB).

Der Schiedsrichterausschuss des Berliner Fußball-Verbandes hat am heutigen Freitagvormittag das Präsidium in Kenntnis gesetzt, dass für das kommende Wochenende alle Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter von ihren Spielen abgesetzt werden. Zur Begründung führt der Vorsitzende des Schiedsrichterbereiches, Jörg Wehling, aus: „Die Gewalt auf Berlins Plätzen ist in dieser Saison gegenüber der Vorsaison gestiegen. Bereits jetzt nach wenigen Spieltagen haben wir 109 Vorfälle von Gewalt und Diskriminierung auf den Berliner Plätzen zu verzeichnen. In 53 Fällen wurden die SR als Opfer gezählt. Das sind alarmierende Zahlen, hier ist Handlungsbedarf gefordert und ein deutliches Stop-Zeichen zu setzen.“

Die Entscheidung des Schiedsrichterausschusses begründet sich auf einer Beschlussempfehlung des Schiedsrichterbeirats, der am Donnerstagabend seine Entscheidung traf. Zuvor hatte der Schiedsrichterbereich am vergangenen Montag in einer Präsidiumssitzung seinen Wunsch, am kommenden Wochenende ein Signal gegen die zunehmende Gewalt zu setzen und keine Schiedsrichter zu den Spielen anzusetzen, dem Präsidium vorgestellt. Dieser Antrag wurde am vergangenen Montagabend nach langer, kontroverser Diskussion von der Mehrheit des Präsidiums abgelehnt. Es gab mehrheitlich die Auffassung, dass ein kompletter Ausstand der Schiedsrichter die Mehrzahl der Vereine in Berlin bestraft, die friedlich und fair miteinander Fußball spielen. Vielmehr gab es vom Präsidium in Richtung Schiedsrichterbereich zwei schriftliche Alternativvorschläge. Inhaltlich sahen die Vorschläge vor, dass der gesamte Verband in einer geplanten, gut vorbereiteten Kampagne ein deutliches Signal gegen Gewalt und für das Einfordern des respektvollen Umgang mit Schiedsrichtern rund um den Arbeits-Verbandstag am Wochenende 16./17. November 2019 einsteht. Diese Vorschläge wurden vom Schiedsrichterbereich am Donnerstagabend abgelehnt und das Absetzen sämtlicher Schiedsrichter für das Wochenende 25.-27. Oktober 2019 eigenständig beschlossen.

In einer Telefonkonferenz am heutigen Freitagmittag hat sich das Präsidium des Berliner Fußball-Verbandes mit der Situation des kurzfristigen Ausstands der Berliner Schiedsrichter intensiv auseinandergesetzt. In der Konsequenz kritisiert die deutliche Mehrheit des Präsidiums das eigenmächtige Vorgehen des Berliner Schiedsrichterausschusses. Darüber hinaus hat das Präsidium formal und mehrheitlich die Entscheidung des Berliner Schiedsrichterausschusses vom Donnerstagabend nach § 23 Ziffer 7 der Satzung aufgehoben. Die überwiegende Mehrheit im Präsidium sah sich dennoch dazu veranlasst, aus organisatorischen Gründen alle Spiele für das Wochenende 25.-27. Oktober 2019 abzusagen. Durch das eigenmächtige Handeln des Schiedsrichterausschusses sind bereits Spekulationen, Informationen und Absprachen innerhalb der Vereine erfolgt, die nur schwer zu korrigieren sind. Daher hält es das Präsidium für geboten, ein mögliches Chaos zu vermeiden und aus organisatorischen Gründen alle Spiele abzusagen.

Bernd Schultz, Präsident des Berliner Fußball-Verbandes, sagt: „In meiner langjährigen Amtszeit war es noch nie notwendig, dass das Präsidium des Berliner Fußball-Verbandes eine Entscheidung eines Ausschusses außer Kraft setzen muss. Die zunehmende Gewaltbereitschaft gegenüber Schiedsrichtern sehe auch ich mit großer Sorge. Hier gilt es konsequent und gemeinsam gegen die Täter vorzugehen und alle Möglichkeiten der Sportgerichtsbarkeit auszuschöpfen. Gleichzeitig kann ein Ausstand von Schiedsrichtern immer nur die letzte Konsequenz sein. Aus meiner Sicht sind noch nicht alle Möglichkeiten der Präventionsarbeit und die enge Zusammenarbeit mit unseren Mitgliedsvereinen ausgeschöpft worden. Daher appelliere ich an alle Verantwortlichen im Berliner Schiedsrichterbereich, den gesamten Spielbetrieb des BFV im Blick zu haben und sich der Verantwortung bewusst zu sein. Die Probleme und Herausforderungen der zunehmenden Gewaltbereitschaft können nur gemeinsam gelöst werden.“

Quelle: Berliner Fußballverband

BFV-Präsidium verurteilt jegliche Gewalt gegen Schiedsrichter

Das Präsidium des Berliner Fußball-Verbandes ist besorgt, dass die körperliche und verbale Gewalt gegen Berliner Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter zunimmt. Bereits nach sechs Spieltagen in der Berlin-Liga der ersten Herrenmannschaften ist ein zweiter körperlicher Angriff auf einen Schiedsrichter zu verzeichnen. Darüber hinaus gibt es seit Saisonbeginn zahlreiche Spielabbrüche, Bedrohungen und Angriffe auf Schiedsrichter in weiteren Spielklassen, bis hin zu handgreiflichen Auseinandersetzungen unter Zuschauern im Jugendbereich. Aus diesem Grund verurteilt das BFV-Präsidium einstimmig jegliche Gewalt auf Berlins Sportplätzen und appelliert an den Fairplay-Gedanken und gegenseitigen Respekt, die fest verankerte Werte des Sports sind.

Am vergangenen Wochenende kam es in der Partie der Berlin-Liga BSV Al-Dersimspor – Frohnauer SC zu einem tätlichen Übergriff im Kabinentrakt gegen den Schiedsrichter weit nach Spielende. Der Schiedsrichterausschuss des Berliner Fußball-Verbandes hat daher entschieden, bis zur Verhandlung des Sportgerichts am 11. Oktober 2019 für alle Mannschaftsspiele des BSV Al-Dersimspor keine Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter anzusetzen. Dieses erfolgt auch deshalb, da der Verein aus Sicht des Schiedsrichterausschusses in den vergangenen Monaten und aktuell nicht für die Sicherheit der Schiedsrichter sorgen kann. Das Präsidium stellt sich ausdrücklich hinter den Schiedsrichterausschuss und unterstützt die Entscheidung. Darüber hinaus hat das Sportgericht des BFV heute entschieden, dass sowohl der beschuldigte Spieler, als auch die Mannschaft der 1. Herren des Vereins BSV Al-Dersimspor nach § 26 Rechts- und Verfahrensordnung im Wege der einstweiligen Anordnung für die Zeit vom 27.09.2019 bis zur mündlichen Verhandlung am 11.10.2019 für alle Spiele gesperrt sind. Alle weiteren Spiele des Vereins BSV Al-Dersimspor, für die eine Ansetzungspflicht mit Schiedsrichtern besteht, werden bis zum 11. Oktober abgesetzt.

Im Jugendbereich gibt es ausdrücklich keine Ansetzungspflicht mit Schiedsrichtern. Da der Schiedsrichterausschuss auch im Jugendbereich keine Schiedsrichter ansetzt, sind Gast- und Heimverein angehalten, sich auf einen Ersatz-Schiedsrichter zu einigen. Dieses ist im Übrigen eine gängige Praxis im Berliner Amateurfußball. Mit dieser Maßnahme verdeutlichen der Schiedsrichterausschuss und das Präsidium ausdrücklich, dass unbeteiligte Jugendliche des Vereins BSV Al-Dersimspor bis zum Beginn der Berliner Herbstferien dem Fußballsport nachgehen können. Bernd Schultz, Präsident des BFV, sagt: „Das Präsidium und ich persönlich verurteilen jegliche Gewalt gegen Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter und fordern eine Rückkehr zur Toleranz und Respekt auf Berlins Fußballplätzen. Die Entscheidung, keine Schiedsrichter beim BSV Al-Dersimspor anzusetzen, ist ein ausdrückliches Zeichen an alle Vereine und Sportler in Berlin, jegliche Gewalt zu verurteilen und für das respektvolle Miteinander einzutreten.“ Jörg Wehling, Vorsitzender des Schiedsrichterausschusses, ergänzt: „Der Schiedsrichterausschuss stellt mit großer Sorge die zunehmende Respektlosigkeit und den Anstieg von Gewalt gegen Schiedsrichter fest. Darauf müssen wir reagieren und alle Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter schützen. Zum Fußballsport gehören Unparteiische. Vor der Saison haben die Schiedsrichter in einer Banneraktion das Motto „Gemeinsam für Respekt und Fairness“ für dieses Spieljahr ausgerufen. Es wird Zeit, dass wir dieses Motto gemeinsam leben.“

Kevin Langner