Der Berliner Fußballverband musste so handeln, bekam letztendlich von den Berliner Schiedsrichter sozusagen die Pistole an die Schläfe gesetzt, wurde ohne Absprache förmlich überwältigt. Der Präsident des BFV und der überwiegende Teil des Vorstandes fanden das nun gar nicht gut. Bernd Schultz soll sich von der nicht abgesprochenen Aktion überrumpelt gefühlt und deshalb zur Spielabsage aller unterklassigen Partien ab der Berlin-Liga genötigt gefühlt haben. Das geht die gesamte Verbandsarbeit betreffend überhaupt nicht und es heißt: Typisch Schiedsrichter!
1200 Schieris wollten nach zahlreichen Gewaltvorfällen ein deutliches Zeichen setzen. Auslöser war das Geschehen am 11. Oktober gegen SR Stefan Paffrath (BSC Rehberge) beim BSV Al-Dersimspor. Allerdings setzte der Schiedsrichterausschuss unmittelbar drastische Zeichen bis zur Suspendierung des Clubs. Wir berichteten auch über die ausgesprochenen Strafen des Sportgerichts. Die Suspendierung wurde allerdings aufgehoben.
Ja, die Gewalttaten nehmen leider zu. Natürlich muss dagegen vorgegangen werden. Nur, muss es ein Streik dieser Art sein? Die Aktion ist spektakulär und erregt Aufsehen, so wie die Unparteiischen am besten nicht auftreten sollten. Schlimmer, sie schließt den gesamten Verbandsbereich ein und bestraft die vielen tausend friedlichen Fußballer im sonst fairen Wettkampfbetrieb. Sie bringt vielleicht mehr Ärger und Unverständnis als wirksame Übereinstimmung in den Berliner Vereinen. Überwiegend wird sie als Armutszeugnis bewertet.
Ob damit die Verhaltensregeln gegenüber den Referee’s besser beachtet werden, darf bezweifelt werden. Aufklärungs- und Erziehungsmaßnahmen greifen bestimmt besser. Anstatt der Pauschalierung gibt es garantiert noch andere Maßnahmen zur Besserstellung des gesamten Schiedsrichterwesens hinsichtlich des Respektes dieser Amtspersonen in unserer Gesellschaft An diesem Wochenende ist der Wettstreit von über 1000 Mannschaften nicht möglich.
Christian Zschiedrich.
