DEL Saison 2025/26
Playoff-Finale Spiel 2
26.04.2026 16:30 Uhr Uber-Arena Berlin
EHC Eisbären Berlin – Adler Mannheim 5:1 (1:0/1:0/3:1)
Serienstand (best of seven) 2:0
Playoff-Eishockey reizt die Grenzen des Machbaren völlig aus und gelegentlich werden sie auch überschritten. Bemühen wir bitte hier nicht weiter eine martialische Floskel. Das Spiel 1 der Serie in Mannheim hatte jedenfalls die erwartete Playoff-Härte und forderte seine Opfer. Mit negativem Beispiel ging Eisbären-Kapitän Kai Wissmann voran. Die DEL verzichtete zum Glück auf eine Sperre. Wissmann ist auf und neben dem Eis alles andere, als ein Raubein. Leon Gawanke, der in Mannheim den Check von Wissmann kassierte konnte in Berlin wieder spielen.
Zum ersten Mal 2026 wurde in der Uber-Arena die Nationalhymne intoniert. Bernd Römers Gitarre war die Begleitung für den Gesang von Anne Mosters. Die Anfangsphase gehörte den Gästen, das erste Tor schossen die Eisbären. In der 3. Spielminute vollendete Manuel Wiederer einen Konter. In den ersten fünf Spielminuten bekamen die Adler zwei Chancen für einen 2 auf eins Konter, Jonas Stettmer war auf dem Posten. Das erste Überzahlspiel wurde den Eisbären zugesprochen, ein Treffer gelang nicht. Die Adler fighteten energisch, versuchten die Angriffe der Eisbären früh zu stören. Es war ein bisschen erstaunlich, dass die knappe Führung der Eisbären bis in die Schlussminuten des Anfangsdrittels hielt. In der Schlussminute lieferten sich Kris Bennet und Ty Ronning eine Ringkampfeinlage. Aus der zweiten Überzahl für die Eisbären sprang nichts Zählbares heraus.
Während der ersten Pause gab es einiges nachzujustieren. Auf welcher Seite konnten die besseren Tipps gegeben werden? Der Mittelabschnitt begann mit einer Strafe von 10 Minuten für Eisbär Lennard Nieleck, wegen unsportlichen Verhaltens. Es muss einen Vorfall unmittelbar nach dem Drittelende gegeben haben. Egal, die Eisbären eröffneten den Mittelabschnitt mit ihrem zweiten Treffer. Knapp drei Minuten nach Wiederbeginn setzte Liam Kirk den Puck in die Maschen. Im Anschluss daran verhinderte Jonas Stettmer mit einem Monstersafe den Treffer. Der Druck der Adler war weiter beachtlich, die Eisbären hielten dagegen. In der 30. Spielminute musste Yannick Veilleux wegen Beinstellens auf die Strafbank. Das Überzahlspiel der Adler funktionierte in dieser Situation glücklicherweise für die Eisbären nicht. Trotzdem schraubten die Gäste unermüdlich zunächst an einer Ergebnisverbesserung. Vier Minuten vor dem Ende des Mittelabschnitts schickten die Schiedsrichter Nicolas Mattinen für 10 Minuten wegen unsportlichen Verhaltens auf die Strafbank. Ein Problem für die Adler, sie konnten nur mit sechs Verteidigern nach Berlin reisen und Mattinen gehört in diesem Spiel zu den Verteidigern der ersten Reihe. Zweimal hatte jetzt auch Maximilian Franzreb große Auftritte. So gewannen die Eisbären auch den Mittelabschnitt mit 1:0.
Der Schlussabschnitt versprach noch einiges an Spannung. Die kostbare Führung konnten die Eisbären mitnehmen, jeder der sich im Eishockey auskennt, weiß, das ist noch immer eine enge Kiste. Ganz so eng blieb es erst nicht, in der 47. Minute fuhren die Eisbären einen Konter und es war Leonard Pföderl, der abzog und aus zentraler Position das Ding an Franzreb vorbei ins Tor jagte. Neun Minuten vor dem Ende gab es ein Powerplay für die Adler, bis zur Komplettierung der Eisbärenmannschaft passierte nichts weiter auf der Videotafel.
In einem Playoff-Spiel wird in jedem Moment etwas Besonderes erwartet. Entweder was Schmutziges oder eine spielerische Glanzleistung. Zunächst kam eine spielerische Glanzleistung. Es fielen zwei Tore im Abstand von 10 Sekunden, das Spiel schrieb die 54. Spielminute, da schlug das Playoff-Monster wieder zu. Leonard Pföderl stellte auf 4:0, es war sein 50. Treffer in den Playoffs. Das 5:0 besorgte Eric Hördler. Die komplette Demütigung blieb aus. In der 58. Spielminute besorgte Zachary Solow den Mannheimer Treffer.
Auch in diesem Spiel schossen die Eisbären die Tore im richtigen Moment, verteidigten geschickt und hatten einen großen Rückhalt mit Jonas Stettmer im Tor.
Hans-Peter Becker
Fotos: Stephan Wenske
Fotogalerie von Stephan Wenske
Spieldaten
Aufstellungen
Eisbären Berlin: Stettmer (Neiße, Brandt) – Müller, Wissmann (C); Smith, Reinke; Mik, Lancaster; Kretzschmar – Tiffels (A), Dea, Ronning; Noebels, Eder, Kirk; Veilleux (A), Vikingstad, Pföderl; Hördler, Wiederer, Nieleck – Trainer: Serge Aubin
Adler Mannheim: Franzreb (Saffran) – Renouf, Mattinen; Kälble, Gawanke; Kreü, Gilmour – O‘Donnel, Michaelis, Reichel; Bennett, Solow, Greco; Plachta, Esposito, Ehl; Heim, Kühnhackl, Proske – Trainer: Dallas Eakins
Tore
1:0 – 02:25 – Wiederer (Tiffels, Müller) – EQ
2:0 – 22:33 – Kirk (Eder, Müller) – EQ
3:0 – 46:19 – Pföderl (Veilleux, Wissmann) – EQ
4:0 – 53:25 – Pföderl (Ronning, Wissmann) – EQ
5:0 – 53:35 – Hördler (Wiederer) – EQ
5:1 – 57:39 – Solow (Gilmour, Greco) – PP1, EA
Strafen
Eisbären Berlin: 20 (2, 12, 6) Minuten – Adler Mannheim: 18 (6, 10, 2) Minuten
Schiedsrichter
Sean MacFarlane, Marian Rohatsch (Kai Jürgens, Philipp Priebsch)
Zuschauer
14.200

