1. FC Union Berlin – Dämpfer in Hannover

Seit dem 16. Spieltag – 0:3 Niederlage in Heidenheim – wußten sie nicht mehr, wie sich eine Niederlage anfühlt. Am 26. Spieltag war es wieder soweit. Die Eisernen kassierten in Hannover mit 0:2 ihre 6. Saisonniederlage. Zur Halbzeit war noch alles in Ordnung. Tore waren nicht gefallen. 49.000 Zuschauer, darunter mindestens 10.000 Anhänger der Eisernen, hatten ein taktisch geprägtes und mit viel Kampf und Einsatz geführtes Spiel gesehen.
Jens Keller nahm zwei Änderungen gegenüber dem vorangegangenen Spieltag vor. Der wieder genesene Pedersen ersetzte Parensen in der Abwehrreihe und Daube übernahm im defensiven Mittelfeld die Position von Fürstner. Er musste sich während der Länderspielpause einer Operation am Knie unterziehen. Taktisch sortierte sich die Aufstellung zu einem 4-2-3-1 System mit defensivere Ausrichtung. Mit Polter war nur ein Stürmer für die Eisernen auf dem Platz. Andre Breitenreiter in seinem ersten Pflichtspiel als Trainer der 96er stellte ein 4-4-2 dagegen.
Zunächst neutralisierten sich beide Mannschaften. Union war sehr darauf bedacht kein Gegentor zu kassieren. Die Angriffsversuche wurden sehr zögerlich vorgetragen. Die Möglichkeiten zu schnellen Konterattacken verpuffte meist wirkungslos. Polter hing in Luft, mehr als die Bälle „festzumachen“, und auf diese Art Zeit zu gewinnen war nicht drin. Union musste nicht unbedingt, so lange es Unentschieden stand war alles in Ordnung. Hannover war unter Zugzwang, brauchte unbedingt die Siegpunkte. Offensiv war es mau was beide bis zum Pausentee ablieferten.
In der 2. Halbzeit verstärkten beide ihre Angriffsbemühungen. Zu personellen Veränderungen sahen sich beide Trainer bei Wiederanpfiff nicht veranlaßt. In der 54. Minute fiel das 1:0 für Hannover. Auf Höhe der Mittellinie landet der Ball bei Harnik, der kommt auf der Außenbahn ins laufen. Die Flanke landet bei Füllkrug, gekonnte Ballannahme, Schuss aus kurzer Distanz und Tor. Mesenhöler tauchte ab, ist fast dran, doch Ball ist hinter der Linie. Hätte er sich für eine Fußabwehr entschieden, wäre das vielleicht zu verhindern gewesen. Es war nicht seine Schuld, der Ball war sehr platziert. Union schien beeindruckt und Hannover setzte nach. In der 67. Minute unterlief Kreilach ein tragisches Eigentor im Anschluss an eine Ecke für Hannover. Sein passiver Kopfball schlägt als schräges Ding direkt neben dem Pfosten ein. Mesenhöler streckte sich vergebens.
Sofort griff die Trainerbank ein. Keller nahm einen Doppelwechsel vor. Für Daube kam Redondo und Hedlund machte Platz für Hosiner. Aus dem 4-2-3-1 wurde ein 4-4-2, ein zusätzlicher Stürmer und ein offensiver Mittelfeld-Renner. Die Wende gelang nicht mehr. Hannover brachte den Sieg nach Hause und schloss bis auf einen Punkt in der Tabelle zu den Eisernen auf. Es wird wieder eng an der Tabellenspitze. Viel Zeit zum Nachdenken bleibt den Eisernen nicht. Eine englische Woche steht bevor. Bereits am Mittwoch geht es weiter mit dem Ostderby gegen Erzgebirge Aue. Aufstiegs- gegen Abstiegskampf, eine Konstellation, die nicht ohne ist.
In der 78. Minute musste Kapitän Felix Kroos verletzt den Platz, hoffentlich nichts Ernstes.
Hans-Peter Becker

1. FC Union Berlin will in Hannover punkten

Neun Spiele sind noch zu absolvieren. Am kommenden Samstag trifft Tabellenführer 1. FC Union in Hannover auf die 96er. Obwohl es das im Fußball nicht gibt, das Spiel hat Playoff-Charakter. Vor dem Spiel trennen beide Mannschaften 4 Punkte in der Tabelle. Eine Niederlage wäre für Hannover eine Vorentscheidung im Kampf um den direkten Wiederaufstieg. Das mag die Verantwortlichen um den allmächtigen Präsidenten Martin Kind dazu bewogen haben, nicht nur die Manager Bader und Möckel abzusetzen, sondern etwas später auch Chef-Trainer Stendel den Stuhl vor die Tür zu stellen. Das hat was von einer Verzweiflungstat. Andre Breitenreiter in Langenhagen bei Hannover geboren, übernahm das Amt am 20. März. Gegen Union betreut er Hannover erstmals, wenn es um Punkte geht. Einen Sieg konnte er bereits feiern. In einem Freundschaftsspiel bezwangen die 96er Schalke 04 mit 3:1. Horst Heldt und Andre Breitenreiter auf der einen und Jens Keller auf der anderen Seite, alle gemeinsam haben sie eine Schalker Vergangenheit. Jens Keller wurde von Horst Heldt einst auf Schalke entlassen. Breitenreiter und Heldt verließen gemeinsam Schalke 04. Das spielt natürlich alles keine Rolle mehr.
Um 13:00 Uhr wird Schiedsrichter Robert Hartmann die Partie anpfeifen. Er leitete auch das Hinspiel am 16. Oktober des vergangenen Jahres in der Alten Försterei. Bekanntermaßen gewannen die Eisernen das Spiel mit 2:1. In Berlin war das Stadion ausverkauft. In Hannover wird es ebenso sein. Etwa 50.000 werden für eine entsprechende Kulisse sorgen. Das Gästekontingent von 4.500 Karten wurde ausgeschöpft, insgesamt werden wohl um die 10.000 Fans der Eisernen ihre Mannschaft vor Ort unterstützen. Die Spannung steigt von Tag zu Tag.
Eine wichtige Personalentscheidung hat Unions Trainer Keller bereits getroffen. Daniel Mesenhöler bleibt die Nummer 1 im Tor. Ersetzt werden muss Stephan Fürstner, wie das geschehen soll, ließ Keller in der Pressekonferenz vor dem Spiel offen. Denkbar wäre eine andere taktische Ausrichtung oder dass Michael Parensen auf die 6er Position rückt.
In Hannover versuchen sie, die Bedeutung der Partie klein zu reden. Es fällt hier nicht die endgültige Entscheidung, ob Aufstieg oder nicht. Wohl aber eine über die weiteren Chancen von Hannover 96. Es wird eine spannende Auseinandersetzung erwartet. Für Jens Keller stehen die Chancen 50 zu 50. Ein Unentschieden ist gar nicht so unwahrscheinlich. Es wäre aber nur für Union ein gewonnener Punkt. Der Druck liegt bei den 96ern.
Hans-Peter Becker

DEL Playoffs – Eisbären verlieren Spiel 2 der Halbfinalserie

Es war Spiel Nummer 11 für die Eisbären in den Playoffs für München hatten erst 5 Spiele auf dem Buckel. Die Arena am Ostbahnhof war ausverkauft. Nach zuletzt 5 Siegen in Folge unterlagen die Eisbären im Spiel 2 der Halbfinalserie gegen Red Bull München knapp mit 1:2.

In der 9. Spielminute gingen die Eisbären durch einen Treffer von Julian Talbot mit 1:0 in Führung. Frank Hördler hatte einen Zauberpass durch 2 Münchner Verteidiger hindurch gespielt. Der erste Schuss konnte von Danny aus den Birken pariert werden. Der Puck kam zurück zu Talbot und wurde versenkt. Julian Talbot ist bisher der Playoff-Topscorer bei den Eisbären. Es war sein fünfter Treffer, 4 Torvorlagen hat er darüber hinaus auf dem Konto. Mehrfach hatten die Eisbären im Anfangsdrittel die Gelegenheit die Führung auszubauen. Die dickste Chance hatte Nicolas Petersen, der mit einem Schuss nur den Pfosten traf. Er fiel nicht, der zweite Treffer.

Im Mittelabschnitt stellte Don Jackson die Taktik seiner Mannschaft um. Es wurde versucht, die Angriffsversuche der Eisbären früher zu stören. Die Angriffe des amtierenden Meisters waren jetzt schneller und zielstrebiger. München drehte das Spiel mit einem Doppelschlag, innerhalb von 3 Minuten. Keith Aucoin (28.) und Jason Jaffrey (30.) waren erfolgreich. Bis zur 60. Minute lieferten sich beide Teams einen offenen Schlagabtausch. Es war ein Duell auf Augenhöhe. Die statischen Werte belegen diesen Eindruck. 19 zu 24 Torschüssen aus Sicht der Eisbären. Die Wertung gewonnener Anspiele (Bullys) ging klar an die Gäste. Insgesamt gab es 53 Bullys im Spiel, 31 davon gewannen Münchner. Für die nächsten Partien ist dieser dringend verbesserungswürdig. Ein verlorenes Bully bedeutet, dass der Puck zurückerobert werden muss. Das kostete zusätzlich Kraft.

Es war insgesamt ein faires Spiel. Die Schiedsrichter verhängten insgesamt 18 Strafminuten, 10 gegen München und 8 gegen die Eisbären. Diese Gelegenheiten ließen beide ungenutzt. Für eine knappe Minute im 1. Drittel spielten 5 Eisbären gegen 3 Münchner. Hier wäre mehr drin gewesen. In der Pressekonferenz nach dem Spiel gab es, gerichtet an Eisbären-Trainer Uwe Krupp, dazu eine Nachfrage. Warum wurde nicht versucht, dem gegnerischen Torwart öfter die Sicht zu nehmen ? Die Antwort war kurz und ironisch: „das sei eine gute Idee.“

Trotz der Niederlage lieferten die Eisbären erneut eine gute Leistung ab. Die Niederlage fiel knapp aus. Eisbären Kapitän Andre Rankel bemerkte, „es ist nichts passiert, die Serie steht jetzt 1:1.“ Bereits am Dienstag geht es weiter. In München wird Spiel 3 der Serie ausgetragen. In Berlin geht es am kommenden Freitag weiter.

DEL Playoffs – Eisbären siegen in München nach Verlängerung

Langsam wird es unheimlich, die Eisbären Berlin monstern sich weiter durch die Playoffs. Das erste Spiel der Halbfinalserie in München gewannen die Eisbären mit 3:2 nach Verlängerung. Nach 84 Minuten und 27 Sekunden effektiver Spielzeit erlöste Kapitän Andre Rankel seine Mannschaft und die mitgereisten Fans. Die Eisbären hatten Überzahl – Ex-Eisbär Mads Christensen saß auf der Strafbank – und es fiel das spielentscheidende Tor. Das 1. Drittel endete torlos. Die ersten Tore fielen im Mittelabschnitt. Brooks Macek traf doppelt für München. Die Eisbären anworteten mit einem Doppelschlag. Bruno Gervais und Andre Rankel stellten in der 37. und 38. Minute den Gleichstand wieder her. Im Schlussabschnitt hatten die Münchner die beste Möglichkeit das Spiel zu entscheiden. Es gab Penalty, Jonathan Matsumoto scheiterte an Petri Vehanen. Es ging in die Verlängerung. Die erste Verlängerung verging torlos. Die Entschiedung fiel im insgesamt fünften Drittel. In der Hauptrunde gelang den Eisbären gegen München kein Sieg.

Für München war es das fünfte Playoff-Spiel und die erste Verlängerung. Die Eisbären dagegen haben doppelt soviel Spiele in den Playoffs absolviert, davon wurden fünf erst in der Verlängerung entschieden. Nur eine Verlängerung endete bisher für die Eisbären nicht siegreich. Wo nehmen sie nur die Kraft her ?

Für die Kondition und Regeneration ist bei den Eisbären speziell Marian Bazany zuständig. Egal was jetzt noch passiert, er hat ganze Arbeit geleistet. Die Eisbären hatten ein Tröpfchen mehr im Tank. Der Weg im Halbfinale ist noch lang und jedes Spiel eine große Herausforderung. Weiter geht es am Sonntag in der heimischen Arena in Berlin. Marschieren die Eisbären weiter so erfolgreich ?

DEL Playoffs – Eisbären siegen erneut in der Verlängerung

Die Eisbären Berlin stehen im Halbfinale, diese Meldung zu verkünden, kommt wohl einer kleinen Sensation gleich. In einer spannenden „best of seven“ Serie setzten sich die Eisbären im alles entscheidenden Spiel 7 in der SAP-Arena mit 2:1 in der Overtime durch.

Einigermaßen ratlos steht der Schreiberling vor den Fakten. Nach der Hauptrunde (Platz 8 mit 68 Punkten) glaubten nur noch krankhafte Optimisten daran, dass bis Ende März in Berlin Playoff-Eishockey geboten wird. Egal, was jetzt kommt, am 31. März tragen die Eisbären das Spiel 3 der Serie gegen den amtierenden Meister aus München in der Arena am Ostbahnhof aus. Ob es im April weitere Spiele geben wird, ist momentan nur durch Hochziehen der Schultern zu beantworten. Die düsteren Prognosen wurden bisher lügen gestraft.

Das Saison-aus stand einige Mal vor der Tür. In der Pre-Playoff Serie einmal und im Viertelfinale dreimal fiel die Entscheidung erst in der Overtime. Nur eine Overtime verloren die Eisbären, es war zum Glück nur die im ersten Spiel des Viertelfinales. Erstaunliche Nervenstärke und Vertrauen in das eigene Können, so muss man wohl konstatieren.

Spiel 7 der Serie in Mannheim dauerte 69 Minuten und 32 Sekunden. Nach 2 torlosen Dritteln, gingen die Mannheimer vor 13.600 Zuschauern zunächst in Führung. Markus Kink traf in der 42. Spielminute. In der 48. Minute war der Puck im Mannheimer Tor. Wie kam der da rein ? Laurin Braun erkämpft sich die Scheibe, zieht hinter das Tor, spielt auf Micky DuPont, der schießt Richtung Tor und der Puck prallt vom Körper des Eisbären Stürmers Barry Tallackson irgendwie hinter die Linie. Nach Videobeweis wird der Treffer anerkannt. Ausgerechnet Barry Tallackson, er hatte bisher meist zuschauen müssen, hatte keinen Platz mehr im Kader. Es blieb beim 1:1 bis zur 60. Spielminute. Verlängerung, wie zuvor im Spiel 6. Es dauerte 9 Minuten und 32 Sekunden, da sorgte Charles Linglet für lähmendes Entsetzen in der Mannheimer Arena. Es jubelten die Eisbären und ihre mitgereisten Fans. Ein Fehler im Spielaufbau der Adler, Jens Baxmann spielt einen Steilpass auf Charles Linglet. Kein Verteidiger kann seinem Antritt folgen, genau im richtigen Moment erfolgt der Schuss und der schlägt ein. Schluss, Aus Vorbei und die Eisbären schaffen es tatsächlich in das Halbfinale. Knapper geht es kaum.

Mannheim war der Favorit. In den Overtime Situationen, abgesehen von Spiel 1, Entscheidung bereits in der 61. Spielminute, schienen die Eisbären die größeren Kraftreserven zu haben. War es in Berlin die Aufholjagd, so war es in Mannheim, das kräftezehrende Angriffsspiel, was den Tank bei der Adlern leermachte. Petri Vehanen hatte 48 Saves, insgesamt schossen die Adler 76 mal auf sein Tor. Diese Spitzenleistung kam genau zum richtigen Zeitpunkt. Viel effektiver waren die Berliner, hatten weniger Schüsse und trafen aber einmal mehr. Es ist grausam, so auszuscheiden, die Eisbären bleiben so etwas wie der Alptraum für die Mannheimer Adler.

1. FC Union Berlin holt sich die Tabellenführung

Fast hätte wieder nicht geklappt mit dem ersten Sieg über die „Glubberer“. Unglaublich aber wahr, die Eiseren konnten bis zum 20. März 2017 einfach nicht gegen den 1. FC Nürnberg gewinnen. Lediglich ein Unentschieden gab es in der Saison 2015/16, sonst wurde immer verloren. Das ist jetzt Geschichte.
Vor 21.210 Zuschauern im Stadion An der Alten Försterei gelang am Montagabend unter Flutlicht endlich der erste Sieg. Der FCN machte es den Eisernen sehr schwer. War Union im Ballbesitz, gab es wenig Möglichkeiten den Ball in die Spitze zu spielen. Die Räume waren zugestellt. Klare Torchancen waren zunächst Mangelware, erst in der 30. Minute wurde es erstmals gefährlich vor dem Nürnberger Tor. Sebastian Polter hatte keinen Erfolg, ebenso nicht in der 33. und 38. Minute. Die Nürnberger erspielten sich immerhin eine gute Gelegenheit. Edgar Sallis Schuss konnte Mesenhöler meistern. Unansehnlich war es nicht was beide Mannschaften bis dahin anboten, einiges Steigerungspotential für die zweite Hälfte vorhanden.
In der zweiten Hälfte wurde das Spiel offener. In der 64. Minute scheiterte Nürnbergs Behrens. Die Eisernen berannten das Nürnberger Tor, es fehlte an Präzision. Jens Keller wollte den Sieg und brachte einen zusätzlichen Stürmer, für Felix Kroos kam Philipp Hosiner in der 74. Minute. Als die Einwechselung vollzogen war musste Schiedsrichter Dr. Jochen Drees kurz behandelt werden. Das Spiel war für 6 Minuten unterbrochen. Die ungewohnte Pause schien die Nürnberger aus dem Rhythmus gebracht zu haben. In der 82. Minute trifft Polter nur den Pfosten, Riesenpech, dann sind die Gäste und haben im Anschluss an einen Eckball die Chance zur Führung. Angesichts der fortgeschrittenen Spielzeit hätte das auch der Sieg sein können. Es kam anders, unverdrossen marschierten die Eisernen weiter. In der 83. Minute war es soweit, Skrzybski bediente Hosiner, prompte Reaktion, Ballanahme, Schuss und Treffer. Das ist das Grundprinzip des Fußballs, auf engstem Raum, so schnell wie möglich, das Richtige mit dem Ball zu tun.
Es schlug ein vor der Waldseite, die Alte Försterei erbebte. Den kostbaren Vorsprung liessen sich die Unioner nicht mehr nehmen. Riesenjubel brach los, als die aktuelle Tabelle auf der Anzeigetafel erschien. 50 Punkte und Platz 1 nach 25 absolvierten Saisonspielen, eine stolze Bilanz.
In der Pressekonferenz nach dem Spiel gab es eine unterschwellige Warnung von Jens Keller. „Man hat gesehen, dass die Mannschaft mehr als sonst mit dem Kopf gespielt hat, ein bisschen gehemmt war. Wir waren zu abwartend und haben zu wenig Geschwindigkeit mit dem Ball entwickelt. Unter dem Strich zählen natürlich die drei Punkte.“
Mehr als die Tabellenführung zu holen, geht erst mal nicht. Jetzt ist der 1. FC Union der Gejagte, eine neue Situation. Das Programm für die letzten 9 Saisonspiele hat es in sich. Ernsthaft bewerben sich neben dem 1. FC Union 3 Mannschaften für den Aufstieg oder die Chance in der Relegation. Der VfB Stuttgart, Eintracht Braunschweig und Hannover 96, eventuell hat Dynamo Dresden eine Chance. Die drei erst genannten empfangen den 1. FC Union zum Heimspiel. Der Weg ist noch lang

DEL Playoff – Eisbären Sieg nach über 100 Spielminuten

Marcel Noebels erlöste die Schicksalsgemeinschaft am angebrochenen Sonntagabend in der Arena am Ostabahnhof. Sage und schreibe 100 effektive Spielminuten waren vergangen, die dritte Verlängerung hatte begonnen, da zappelte der Puck im Mannheimer Tor. Die Eisbären hatten das bisher längste Spiel, das in Berlin ausgetragen wurde, gewonnen. Gegen 14:00 Uhr hatten 14.008 Zuschauer ihre Plätze eingenommen, um Spiel 6 des Viertelfinales der Eisbären gegen die Adler Mannheim zu sehen. Die Eisbären waren zum siegen verdammt, eine Niederlage wäre das Aus und der Beginn der Sommerpause. Mannheim wäre im Halbfinale.
Das erste Tor fiel bereits nach 2 Minuten und 16 Sekunden, Nicholas Petersen verwandelte einen Penalty. In der 7. Minute fiel das 2:0 im Powerplay – Mirko Höfflin saß auf der Strafbank – Marcel Noebels war der Torschütze. Nach 10 Minuten stand es bereits 3:0 für die Eisbären, erneut war es Petersen. Die Eisbären hatten 2 Mann mehr auf dem Eis. Die Mannheimer fanden im 1. Drittel nicht statt und die Eisbären hatten glanzvolle Spielminuten.
Den Beginn des 2. Spielabschnittes konnten die Mannheimer nicht erwarten, ungewohnt früh, bereits 4 Minuten vor dem Ablauf der Pause waren sie auf dem Eis. Das schien geholfen zu haben, ein Doppelschlag in der 29. und 31. Minute brachte die Adler zurück in das Spiel. (Torschützen waren Chad Kolarik und Matthias Plachta) Die Eisbären verloren den Spielfaden und Mannheim drückte auf den Ausgleich. Der nun knappe Vorsprung hielt bis zur nächsten Pause. Im Schlussdrittel wogte das Spiel hin und her. Mannheim drückte auf den Ausgleich und die Eisbären wollten die wohl endgültige Entscheidung im Spiel.
In der 53. Minute hatten es die Adler geschafft. Die Eisbären waren in Unterzahl – Jamie Macqueen musste von der Strafbank zu sehen, wie erneut Plachta den Puck in das Tor beförderte. Es blieb beim 3:3 nach den regulären Spieldritteln. Die Entscheidung musste in der Overtime fallen. Es wird weitergespielt bis ein Tor fällt, dann ist das Spiel entschieden. Das kann brutal werden, vorallem für die Spieler, verlangt ebenso einiges von den Zuschauern. Bei so manchem Fan dürfte der Blutdruck in bedenklichen Höhen gestiegen sein.
Es vergingen 20 effektive Zusatzminuten ohne das sich am Stand der Tore etwas veränderte. Nach 15 Minuten Pause ging es weiter. Die Ortszeit in Berlin bewegte sich auf die 18 Stunde des Tages. Das Spiel hatte seit fast 48 Minuten kein Tor mehr gesehen. Wieder ein Torschrei kurz vor dem Ende des zweiten Drittels der Verlängerung, in 99. Spielminute. Daniel Fischbuch hatte abgezogen, traf aber nur den Pfosten und rutschte anschließend mit in das Tor. Es wurde aus der Verankerung gerissen. Die Schiedsrichter bemühten den Videobweis, es blieb beim 3:3. Erneut ging es in eine Drittelpause.
Sämtliche Pläne für Gestaltung des Sonntagabends gerieten durcheinander, es wurde weitergespielt. Die Erlösung kam 28 Sekunden nach dem Eröffnungsbully zum nun insgesamt 6. Spieldrittel. Die Eisbären begannen in Überzahl. Charles Linglet schickte den Puck queer, Noebels stand genau richtig und lenkte die schwarze Schiebe an Mannheims Goalie vorbei in das Tor.
Der Sieg, der schwer erkämpfte, bedeutete den Ausgleich in der „best of seven“ Serie. Am Dienstag, ab 20:00 Uhr gibt es ein allesentscheidende Spiel 7 in Mannheim. Kompliment an die Eisbären, mehr Playoff geht nicht oder doch ?
Spiel 7, die verflixte Sieben, alles ist möglich. Nach dem Spiel waren die Akteure schnell von der Eisfläche verschwunden. Regeneration war angesagt.
Hans-Peter Becker

DEL Playoff Viertelfinale, Spiel 4 – Eisbären mit Kantersieg

Es war das berühmt und berüchtigte Momentum am Mittwochabend in der Arena am Ostbahnhof. Das Spiel war 25 effektive Spielminuten alt, da ließen die Mannheimer eine Riesenchance liegen. Im Gegenzug hatten die Eisbären das Spiel gedreht. Louis-Marc Aubry vollendete, was Florian Busch und Daniel Fischbuch vorbereitet hatten. Im Anfangsdrittel waren die Adler zunächst in Führung gegangen. Sie nutzten ihre zweite Überzahlmöglichkleit im Spiel, Ryan MacMurchy war der Torschütze. Die Eisbären antworteten prompt, nur 29 Sekunden später fiel der Ausgleich durch Charles Linglet. Ein zauberhafter Angriffszug, eingeleitet von Frank Hördler, ein Querpass von Nicolas Petersen und Linglet war mit seiner Kelle zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Eishockey aus dem Lehrbuch, keine Chance für die Verteidigung, den Treffer zu verhindern. Anschließend wogte das Spiel hin und her, bis zu jenem eingangs erwähnten magischen Moment.
In der 26. Minute war das Spiel gedreht und bis zum Ende des Mittelabschnittes sorgten die Eisbären für eine Vorentscheidung. In der 29. Minute erhöhte zunächst Andre Rankel auf 3:1, Marcel Noebels Schuss konnte Dennis Endras im Adler Tor parieren, gegen Rankels Schuss aus dem Hinterhalt war er machtlos. Das 4:1 fiel in der 37. Minute, Laurin Braun hatte seinen ersten großen Auftritt. Wieder wurde ein Angriff der Adler abgefangen. Constantin Braun und Andre Rankel bereiteten vor und Laurin Braun trifft die Torlatte, der Puck prallt zu ihm zurück. Endras hatte bereits reagiert und so konnte Laurin Braun ungehindert einschieben. Spätestens jetzt waren die 12.212 Zuschauer in der Arena am Ostbahnhof völlig aus dem Häuschen.
Im Schlussabschnitt hatten die Mannheimer das Spiel wohl mehr oder minder aufgegeben. Die Eisbären erhöhten in der 46. Minute auf 5:1. Erneut hatte Laurin Braun einen großen Auftritt, einen Alleingang schloss er erfolgreich ab. Der Puck soll mit 139 km/h eingeschlagen sein. Für das letzte Tor des Abends zeichnete Darin Olver verantwortlich. In der 56. Minute stellte er den Endstand von 6:1 her. Am Ende brannten beim Mannheimer David Wolf die Sicherungen durch. Er lieferte sich einen Faustkampf mit Eisbär Alex Roach. Die Gewichtsklasse stimmte, Wolf 99 kg und Roach 102 kg, also Schwergewicht, Unentschieden oder ein kleiner Punktvorteil für den Eisbären. Die restliche Spielzeit verlief friedlich.
Was ist dieser Sieg wert ? Die Eisbären glichen die Serie wieder aus. Die weiße Weste der Heimspiele wurde gewahrt. Allgemeiner Tenor bei den Beobachtern, wer das nächste Spiel gewinnt wird auch die Serie erfolgreich abschließen. Das nächste Spiel wird am Freitag in Mannheim ausgetragen. Der Sieger hat dann am Sonntag, ab 14:00 Uhr in der Arena am Ostbahnhof den ersten Matchball. In der Pressekonferenz nach dem Spiel war von Mannheims Trainer Sean Simpson nur zu vernehmen: „Heute waren die Eisbären besser und am Freitag geht es weiter.“ Eisbären Trainer Uwe Krupp antwortete auf Nachfrage, trotz des hohen Sieges wird hier keiner euphorisch. Euphorie ist ein zu hohes Wort. Es war immer eng und bleibt eng.
Egal, wie es am Ende ausgeht. Mit dem bisherigen Verlauf der Playoffs haben die Eisbären die Saison gerettet. Das Viertelfinale wurde erreicht und nach aktuellem Stand Spiel 6 erzwungen. Sollte die Reise weitergehen, es wäre alles Zugabe.
Hans-Peter Becker

DEL Playoffs – Eisbären Sieg gegen Mannheim mit Bildergalerie

Nach der unglücklichen Niederlage im ersten Viertelfinal-Spiel waren die Eisbären unter Zugzwang . Ein drohender Rückstand von 0:2 in der Serie wäre eine gewisse Vorentscheidung gewesen. Sie gerieten sofort in Rückstand, die erste Minute im Spiel war noch nicht vergangen, da musste Petri Vehanen den Puck passieren lassen. Luke Adam netzte ein, es waren erst 53 Sekunden vergangen, unglücklicher hätte es nicht beginnen können. Mannheim machte weiter Druck, sie wollten bereits im 1. Drittel für klare Verhältnisse sorgen. Die Eisbären ließen sich nicht beirren, in der 14. Minute fiel der Ausgleich. Daren Olver war der Torschütze. Es entwickelte sich ein Playoff-Fight, wo beide Teams auf Augenhöhe spielten. Torchance auf Torchance folgte mit viel Tempo im Spiel. Erneut gingen die Gäste aus Mannheim in Führung, in der 17. Minute durch Ronny Arendt und erneut schlugen die Eisbären zurück. Nur eine knappe Minute später erzielte Nicolas Petersen den 2:2 Ausgleich. Die erste Sturmreihe der Eisbären hatte erneut zugeschlagen. Es war erst ein Drittel gespielt und die Zuschauer hatten 4 Tore gesehen.
Im Mittelabschnitt drehten die Eisbären das Spiel. In der 26. Spielminute war es erneut Daren Olver, der Drew MacIntyre im Mannheimer Tor überwand. In der 36. Minute überstanden die Eisbären eine Unterzahlsituation, Micky DuPont kassierte die erste Strafzeit im Spiel, 2 Minuten wegen Hakens. Diese überstanden sie unbeschadet. Doch in der 38. Minute war Matthias Plachta zur Stelle und sorgte für den 3:3 Ausgleich. In diesem Drittel hatten die Eisbären zwei Überzahlmöglichkeiten, die sie nicht nutzen konnten.
Die Entscheidung fiel im Schlussdrittel. In der 49. Minute demonstrierte Daniel Fischbuch allerbeste Schusstechnik. Mit Tempo 122 km/h schlug der Puck ein. Es gab keine Chance der Abwehr. Sie lagen erneut in Führung. Knapp 6 Minuten vor dem Ende des letzten regulären Spieldrittels vergab Kapitän Andre Rankel eine Riesenchance das Ergebnis auf 5:3 zu stellen. Der Deckel wäre vermutlich drauf gewesen. So hieß es weiter zittern. Bange Blicke immer wieder zur Spieluhr, könnte es reichen oder droht wieder eine Verlängerung. In den letzten 4 Spielminuten überschlugen sich die Ereignisse. Der Held aus dem ersten Spiel, Matthias Plachta verlor die Nerven und kassierte eine 10 minütige Disziplinarstrafe. Christoph Ullman leistete sich eine Strafe wegen übertriebener Härte. Es war die insgesamt 4 Überzahlmöglichkeit für die Eisbären, erneut gelang kein Treffer. Für die Erlösung sorgte Julian Talbot, der Center der 4. Reihe stellte in der vorletzten Spielminute das Ergebnis auf 5:3. Die Mannheimer nahmen eine Auszeit, ihr Torwart blieb auf der Bank und erneut Talbot, war der Torschütze beim empty-net 20 Sekunden vor der Schlusssirene. Keiner musste Nachsitzen, alles wurde in der regulären Spielzeit erledigt. Am Sonntag geht es in Mannheim weiter, 2 Dinge müssen verbessert werden, das Unterzahlspiel und die Bullygewinne.
Hans-Peter Becker

Spieldaten
Ort: MB Arena Berlin
10.03.2017 19:30 Uhr
Zuschauer: 13.348
Schiedsrichter: Köttstorfer, Rainer – Rohatsch, Marian – Koewert, Andreas – Schelewski, Robert
Endstand: 6:3
Drittelergebnisse: 2:2/1:1/4:0
Strafen: Eisbären 2 Minuten
Mannheim 18 Minuten

Eisbären Berlin
Tor Vehanen, Petri – Cüpper, Marvin
1. Reihe Petersen, Nicolas – Olver, Darin – Linglet, Charlee – Hördler, Frank – Baxmann, Jens
2. Reihe Braun, Laurin – Noebels, Marcel – Rankel, Andre – Gervais, Bruno – Müller, Jonas
3. Reihe Fischbuch, Daniel – – Aubry, Louis-Marc – Busch, Florian – DuPont, Micky – Braun, Constantin
4. Reihe Macqueen, Jamie – Talbot, Julian – Machacek, Spencer, – Wissman, Kay
Trainer Uwe Krupp

Adler Mannheim
Tor MacIntyre, Drew – Endras, Dennis
1. Reihe Kink, Marcus – Joudrey, Andrew – Arendt, Ronny – Akdag, Sinan – Larkin, Thomas
2. Reihe MacMurchy, Ryan – Radeke, Brent – Ullmann, Christoph – Reul, Denis – Richmond, Daniel
3. Reihe Kolarik, Chad – Adam, Luke – Plachta, Matthias – Goc, Nicolai, – Johnson, Aaron
4. Reihe Tardif, Jamie – Festerling, Garett – Wolf, David – Bittner, Dominik
Trainer Sean Simpson

Bildergalerie

Schock für die Eisbären – Rückstand nach 53 Sekunden Foto: Stefan Wenske
Jamie MacQueen in Aktion Foto: Stefan Wenske
Laurin Braun beim Torschuss Foto: Stefan Wenske
Petri Vehanen pariert den Torschuss von Mannheims David Wolf Foto: Stefan Wenske
Mannheims Goalie David MacIntyre – 30 Torschüsse abgewehrt Foto: Stefan Wenske
Jubel über den Treffer zum 3:3 Zwischenstand Foto: Stefan Wenske
Nicolas Petersen trifft zum 2:2 vor der ersten Drittelpause Foto: Stefan Wenske
Die 1. Sturmreihe mit Darin Olver, Nicolas Petersen und Charles Linglet hat zugeschlagen, 3 der 6 Tore gingen auf ihr Konto. Foto: Stefan Wenske

 

Hertha spielte Angsthasenfußball – Niederlage beim HSV

Die „Alte Dame“ und der Dino bespielten sich lange Zeit erfolglos. Herrgott, warum schießt der jetzt nicht einfach mal ! In der 77. Minute hatte der Fußballgott ein Einsehen – ein Selbst-Tor durch Papadopoulos passierte nicht und so neigte er seine Gunst den Hamburgern zu. Der HSVer Ekdal war der Glückliche, der das goldene Tor erzielte. Hertha hatte zuvor zwei gute Möglichkeiten liegen lassen und so kam es wie es – beim HSV nicht unbedingt – kommen musste. Man quittiert eine Niederlage. So etwa 44.000 Zuschauer waren nach Stellingen gepilgert, zum Leiden und zum Freuen. Es gab sogar 3 Minuten Nachspielzeit, für beide eine weitere Quälerei. Die Hertha hat einfach enttäuscht und blieb ihrer Linie treu. Auswärts geht so gut wie nichts. Es war die 7. Auswärtsniederlage, es gibt nur 3 Mannschaften die noch schlechtere Werte ausweisen. So wird das natürlich nichts mit Europa. Pal Dardai hat das Spiel ganz gut resümiert. „Beide haben gekämpft, mit Fußbal hatte das wenig zu tun.“ Aus Sicht der Hertha ist zu diesem Spiel damit alles gesagt. Der HSV holt sich 3 wichtige Punkte und verschafft sich einen Verschnaufer, bleibt auf dem Relegationsplatz, jetzt punktgleich mit der anderen Lachnummer der Saison, dem VfL Wolfsburg. Eine Lachnummer ist die Hertha nicht in dieser Saison, aber eine sehr launische Diva. Am nächsten Spieltag darf wieder zu Hause gekickt werden. Die Konstellation dürfte den Berlinern liegen. Sie müssen das Spiel nicht machen, keiner erwartet einen Sieg und der Gegner heißt Borussia Dortmund.

Hans-Peter Becker