Drei Punkte zum Auftakt

Einen Satz Anlaufzeit benötigten die Berlin Recycling Volleys, um in die neue Saison zu finden. Dann aber kamen die Hauptstädter ins Laufen und entschieden das Berlin-Brandenburg-Derby bei den Netzhoppers KW-Bestensee am Samstagabend mit 3:1 (20:25, 25:13, 25:18, 25:17) für sich. Angetrieben von einem laustarken Gästeblock wurde Zuspiel-Dirigent Pierre Pujol dabei der erste BR Volleys MVP der Spielzeit 2019/2020.

Cheftrainer Cedric Enard, der in den vergangenen Tagen aus privaten Gründen verhindert war, konnte in der Landkost-Arena doch noch kurzfristig an der Seitenlinie stehen. Während sich die Mannschaft des Franzosen nahezu von selbst aufstellte, zauberte Netzhoppers-Trainer Mirko Culic überraschend ein Beachvolleyball-Ass aus dem Ärmel. Der amtierende deutsche Vizemeister Jonathan Erdmann stand zur Verwunderung mancher Fans in der ausverkauften Halle auf dem Spielberichtsbogen.

Moritz Reichert war es vorbehalten die neue VBL-Saison mit seinem Aufschlag zu eröffnen, doch im ersten Satz merkte man dem BR Volleys Spiel des Öfteren die fehlende Feinabstimmung an – was die Netzhoppers mit guter Blockarbeit konsequent auszunutzen wussten (20:25). Dank der in Satz zwei furios aufschlagenden Kyle Ensing und Cody Kessel zeigten die Berliner jedoch die richtige Reaktion (13:2) und erzielten eine halbe Stunde später den Ausgleich (25:13).

Nach einem französischen Doppelblock von Pujol und Le Goff erspielte man sich auch in Durchgang drei eine frühe Führung (4:2) und baute diese bis zum nächsten Satzgewinn kontinuierlich aus (25:18). Die Neuzugänge Ensing und Kessel avancierten gemeinem mit Kapitän Reichert zum Topscorer-Trio und führten die Männer in Schwarz-Orange schließlich zum souveränen Auswärtssieg (25:17).

Stimmen zum Spiel
Julian Zenger: „Wir haben uns am Anfang ein bisschen schwergetan, dann aber im zweiten Satz sehr gut ins Spiel hineingefunden. In Aufschlag und Block-Abwehr lief es fortan deutlich besser und wir waren klar dominant.“

Kapitän Moritz Reichert: „Den ersten Satz kann man getrost als durchwachsen bezeichnen. Mit verbessertem Aufschlag wurden wir deutlich souveräner und es hat schon vieles gut zusammengepasst. Mit dem Schwung dieser drei Punkte fahren wir jetzt nach Hause und freuen uns auf Dienstag.“

Quelle: Christof Bernier/BR Volleys

BR Volleys Formation
Moritz Reichert und Cody Kessel (AA), Nicolas Le Goff und Georg Klein (MB), Pierre Pujol (Z), Kyle Ensing (D) und Julian Zenger (L) | Eingewechselt:  Samuel Tuia (Satz 1), JT Hatch (Satz 1 und 2)

Topwerte
Ensing 19 Punkte | 4 Asse, Kessel und Reichert 13 Punkte, Le Goff 9 Punkte | 4 Blocks


BBSC Berlin sorgt für Überraschung

Der BBSC Berlin sorgte am Wochenende mit zwei klaren und ungefährdeten 3:0 Siege gegen die Talente des VC Olympia und die favorisierten Damen aus Köln für eine Überraschung in der 2. Bundesliga Nord der Damen.

Bereits am Freitagabend hatten die BBSC Damen das erste Ligaspiel ist des Wochenendes zu absolvieren. Mit einem schnellen 3:0-Auswärtssieg beim VC Olympia im Berliner Sportforum  war eine kraftsparende Grundlage für den Samstagabend gelegt. Die Köpenickerinnen ließen den Talenten des VC Olympia letztendlich keine Chance. Zu stabil spielten die Gäste, zu viele Eigenfehler waren auf Seiten der Hohenschönhausenerinnen zu verzeichnen.

Die Favoritenstellung lag am Samstagabend erneut bei den Gästen, diesmal aus Köln. Von der ersten Minute an entwickelte sich ein ausgesprochen ausgeglichenes Spiel auf gutem Niveau. Keine Mannschaft konnte sich wesentlich absetzen, beide Teams holten Rückstände schnell wieder auf und kämpften mit offenem Visier um die Punkte. Der vielfache Meister aus Köln schien zunächst die leicht schärfere Klinge zu führen, doch leisteten die BBSC-Damen heftige Gegenwehr. Berlins Trainer Robert Hinz hatte im Vergleich zum Freitagabend auf zwei Positionen gewechselt. Für Stephanie Utz und Alina Gottlebe-Fröhlich standen Josephine Suhr sowie Juliane Stapel auf dem Feld. Alle eingesetzten Berlinerinnen überzeugten. In Abwehr und Angriff gab es keinerlei Ausfälle – alle rackerten für das Team, alle zogen die taktische Marschroute durch und – was ganz wichtig ist – keine der Spielerinnen hatte eine der berüchtigten „Auszeiten“. Mit beeindruckender Stabilität wurden so die Gäste unter Druck gesetzt und verunsichert. Möglicherweise hatte sich im Hinterkopf der DSHS-Spielerinnen doch ein versteckter Gedanke eingenistet, dass der Auftakt des Berlin-Abenteuers etwas einfacher würde.

Mitte des zweiten Satzes gelang erstmals ein etwas größerer Vorsprung, der bis zum Satzende ausgebaut wurde. Im dritten Satz hatte Köln kaum noch etwas zum Entgegensetzen. Decouragiert schlichen sich auch bei dem Meisterschaftsanwärter zu viele Eigenfehler ein und der BBSC nutzte dies zum klaren Satzgewinn, der gleichzeitig auch den Matchgewinn brachte. Der große Jubel auf dem Spielfeld und auf den Rängen war Lohn für eine sehr couragierte Leistung der Berlinerinnen, die das Wochenende mit der höchstmöglichen Punktzahl absolvierten und Schwachstellen nicht zur Entfaltung kommen ließen. Trainer Hinz lobte vor allem „die gewachsene Stabilität“ seines Teams, für das Publikum war auch das gewachsene Selbstbewusstsein der BBSC Spielerinnen beeindruckend: Mit einer solchen Leistung können wir es auch mit den Spitzenteams der Liga aufnehmen!

Zur MVP wählten die Trainer Kölns Julia Van der Berghen sowie Berlins Josephine Suhr.

Der BBSC trifft im nächsten Vergleich im Pokal am 27. Oktober 2019 in der heimischen Hämmerlinghalle auf Stralsund, in der Liga geht es mit dem Auswärtsspiel in Bad Laer weiter.

Für den BBSC am Wochenende im Einsatz: Marie Dreblow, Josephine Suhr, Katharina Kummer, Roxana Vogel, Juliane Stapel, Annalena Grätz, Annika Kummer, Stephanie Utz, Karoline Vogt, Antonia Lutz, Alina Gottlebe-Fröhlich, Mercedes Zach

Quelle: Burckhard Kroll/BBSC Berlin

BBSC Berlin – DSHS SnowTrex Köln   3:0 (23, 19,12)
VC Olympia – BBSC Berlin                  0:3 (15, 12,24)

Eisbären setzen Siegesserie fort

Eisbären-Neuzugang Landon Ferraro © Foto: Hans-Peter Becker

Die Eisbären haben personell nachgebessert. Reagiert wurde nicht auf der Torhüterposition, sondern auf die Sturmflaute. In den bisher absolvierten acht Spielen landete der Puck lediglich 18 Mal im Tor des Gegners, einen schlechteren Wert weisen nur die Kölner Haie aus, mit 16 Treffern nach neun Spielen. Landon Ferraro heißt der Neue im Eisbärentrikot, er soll den Torschnitt der Eisbären verbessern helfen. Der 28jährige Kanadier war zuletzt in der AHL aktiv, für die Iowa Wild aus Des Moines, einem Farmteam der Minnesota Wild aus der NHL. In der vergangenen Saison machte dort wegen einer Verletzung nur 12 Spiele. Damit ist die neunte Ausländerlizenz vergeben. Es könnten zweitere vergeben werden, allerdings dürfen insgesamt nicht mehr als neun Ausländer im Spieltageskader stehen.

Fabian Dietz erzielte sein erstes Tor in der DEL © Foto: Hans-Peter Becker

Er war gegen die Krefeld Pinguins am 10. Spieltag noch nicht dabei. Die Eisbären wollten ihren Aufwärtstrend mit einem Heimsieg ausbauen. Die Krefelder dagegen nicht weiter an Boden verlieren, ihre bisherige Bilanz mit ganzen neun Punkten sieht eher mau aus. Den besseren Start erwischten die Eisbären. In der Anfangsphase des Spiels hatten beide mehrfach die Möglichkeit mit dem ersten Tor in Führung zu gehen. In der 11. Minute war es Andre Rankel, der nach einem Angriff abstauben konnten. Ein Doppelschlag in der 15. und 16. Minute brachte den Eisbären eine 3:0 Pausenführung. Getroffen hatten Austin Ortega, mit einem Kunstschuss über die Schulter des Krefelder Goalies Dimitri Pätzold und nur eine reichliche Minute später erzielte Fabian Dietz sein erstes Tor in der DEL, genauso gut war die Vorarbeit von Constantin Braun. In der 16. Spielminute verlor Eisbär Sean Backman die Nerven und wurde wegen eines versuchten Stockstichs für 14 Minuten von der Teilnahme am Spiel suspendiert.

Der Mittelabschnitt ging an die Gäste, die sich gegen die drohende Niederlage stemmten und in der 27. Minute durch William Besse ein Tor erzielten. Es war bereits das 1:4, weil in der 22. Minute Lukas Reichel mit einem schrägen Ding Dimitri Pätzold im Krefelder Tor überwinden konnte. Durch Philip Burggiesser konnten die Gäste in der 33. Minute auf 2:4 verkürzen. Er ließ mit einem fulminanten Schlagschuss Sebastian Dahm keine Chance der Abwehr. Es folgte die beste Phase der Gäste, die kurz vor dem Ende des Drittels die Riesenchance hatten auf 3:4 heranzukommen. Der Puck tanzte auf der Linie, ging aber nicht rein.

Für die Vorentscheidung sorgte in der 46. Minute Marcel Noebels, der den Spielstand auf 5:2 für die Eisbären stellte. Als die Krefelder bereits vier Minuten vor dem Spielende ihren Goalie vom Eis nahmen, machte Mark Olver mit dem Treffer zum 6:2 alles klar. Der Sieg war verdient. Die Eisbären präsentierten sich in weiter ansteigender Form.

Hans-Peter Becker

Eisbären spielten mit:

Tor Sebastian Dahm / Back Up Maxi Franzreb

1.Reihe: Austin Ortega, James Sheppard, Sean Backman, John Ramage, Jonas Müller

2.Reihe: Andre Rankel, Maxim Lapierre, Lukas Reichel, Ryan McKiernan, Florian Kettemer

3.Reihe: Leo Pföderl, Louis-Marc Aubry, Marcel Noebels, Kai Wissmann, Frank Hördler

4.Reihe: Fabian Dietz, Mark Olver, PC Labrie, Tine Braun

Spieldaten

DEL 10. Spieltag 11.10.2019 MB Arena Berlin

EHC Eisbären Berlin vs Krefeld Pinguine 6:2 (3:0/1:2/2:0)

Torfolge:

1:0 Rankel 10:25 (Lapierre,Ramage)

2:0 Ortega 14:41 (Sheppard,Backman)

3:0 Dietz 15:15 (Braun,Labrie)

4:0 Reichel 21:10 (Aubry,McKiernan) PP

4:1 Besse 26:27 (Bruggisser,Pietta)

4:2 Bruggisser 33:29 (/)

5:2 Noebels 48:38 (Lapierre,Braun)

6:2 Olver 55:30 (Ortega) EN

Strafminuten

Berlin – 10 (6,2,2) + 10 Minuten-Disziplinarstrafe (Backman)

Krefeld – 8 (4,2,2)

Torschüsse:

Berlin – 33

Krefeld – 22

Zuschauer: 11.928

BR Volleys – Saisonstart in der „Brandenburghölle“

„Wenn wir zum Auftakt schon kein Heimspiel haben können, so ist es wenigstens das schönste Auswärtsspiel der Saison!“ Bei Georg Klein und den BR Volleys ist die Vorfreude auf die am Samstag beginnende Spielzeit 2019/20 spürbar. Auf den Tag genau fünf Monate nach dem Gewinn der zehnten Deutschen Meisterschaft stehen die Hauptstädter endlich wieder in der Volleyball Bundesliga am Netz.  Zum Saisonstart gibt es das 29. Berlin-Brandenburg-Derby gegen die Netzhoppers KW-Bestensee in der Landkost-Arena (12. Okt | 18.00 Uhr |

Das Lokalduell zwischen den Berlinern und den Brandenburgern ist die erste von insgesamt 132 Partien der Bundesliga-Hauptrunde und gibt somit den Startschuss für die neue VBL-Saison. Auch wenn das BR Volleys Team beim Anpfiff von Schiedsrichter Tobias Markfeld nicht so richtig weiß, was es von sich selbst erwarten kann, ist zumindest der Gegner ein guter Bekannter. „Wir haben in der Vorbereitung mehrfach miteinander trainiert und gegeneinander getestet. Der Kern der Mannschaft ist zusammengeblieben, die Startformation gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert. Insgesamt präsentierten sich die Netzhoppers schon ziemlich gut eingespielt“, weiß Georg Klein, der als einer der wenigen Akteure die gesamte Vorbereitungsphase beim Titelverteidiger absolviert hat, über den ersten Kontrahenten. Das bedeutet, der Berliner Block muss erneut insbesondere auf Netzhoppers-Topscorer Casey Schouten ein Auge haben. Stolze 389 Punkte erspielte der Kanadier in der letzten Hauptrunde und ist neben Routinier Dirk Westphal die Konstante beim letztjährigen Tabellenneunten, der in seine zwölfte Erstligasaison geht.

„Ein wenig Bauchkribbeln ist immer dabei“, gibt Klein vor dem Auftaktmatch in der „Brandenburghölle“ zu. Dies hat zum einen mit der stimmungsvollen Kulisse zu tun, zum anderen mit der Ungewissheit, in welcher Form sein Team vor hoffentlich vielen Auswärtsfans aufschlagen wird. Die Saisonvorbereitung der BR Volleys kann man nämlich getrost als zäh bezeichnen, wie der 28-Jährige verdeutlicht: „Erst war die Trainingsgruppe lange Zeit klein, dann war Pierre bei den letzten Testspielen gesundheitlich angeschlagen und nun hatte Kyle Knieprobleme. Außerdem kann Cedric nicht bei uns sein. Alles in allem sicher nicht optimal. Jetzt freuen wir uns dennoch, dass es endlich wieder losgeht und ernst wird.“

An der Seitenlinie wird in der Landkost-Arena voraussichtlich Assistenztrainer Lucio Oro stehen, der seinen Headcoach Cedric Enard (aus dringenden privaten Gründen nach Frankreich abgereist) vertritt. „Lucio hat die Mannschaft über weite Strecken der Vorbereitung geführt und das sehr gut gemacht. Wir kennen also die Situation und ich bin überzeugt, Lucio ist der Aufgabe gewachsen“, spricht Klein seinem Interimstrainer im Namen der Mannschaft das Vertrauen aus. Viel taktischer Spielraum bleibt dem Brasilianer bei seinem Zehn-Mann-Kader zum Auftakt nicht. Im Zuspiel (Pierre Pujol), Diagonalangriff (Kyle Ensing) und Mittelblock (Nicolas Le Goff und Klein) stellt sich das Team quasi von allein auf. Trotz dieser komplizierten Vorzeichen ist für Klein klar: „Wir wollen in Bestensee drei Punkte zum Start einfahren. Ich bin sicher, viele Fans werden uns dabei unterstützen und wollen uns in den neuen, schicken schwarzen Trikots siegen sehen!“

Quelle: BR Volleys/ Christof Bernier

ALBA BERLIN vor schwerer Auswärtsaufgabe

Nach einer mit drei Siegen und Spielen in fünf Tagen sehr intensiven letzten Woche konnten sich die Basketballer von ALBA BERLIN zuletzt über eine viertägige Verschnaufpause freuen. Diese endet nun am Freitag (11. Oktober, 19:30 Uhr MEZ, live auf MagentaSport) schon wieder mit einem denkbar schweren Auswärtsspiel in der Turkish Airlines EuroLeague. Im 16.000 Zuschauer fassenden Istanbuler Sinan Erdem Dome werden die Berliner am zweiten Spieltag vom letztjährigen EuroLeague-Finalisten sowie türkischen Meister Anadolu Efes erwartet.

Stimmen:
Aito Garcia Reneses (Headcoach): „Wir sind gegen Zenit gut in die EuroLeague gestartet, aber wir müssen auf dem Boden bleiben, denn in der EuroLeague gibt es so viele Teams, die besser sind als wir. Efes, das im Vorjahr das Finale erreicht hat, ist eines der besten Teams in der Liga. Sie haben viele richtig gute und physisch starke Spieler auf allen Positionen, die es uns am Freitag sehr schwer machen werden. Zum Beispiel spielt auf der Position eins Vasilije Micic sehr stark und genauso gut wie Shane Larkin, der in der vergangenen Saison der beste Spielmacher der EuroLeague war.“

Landry Nnoko (Center ALBA): „Wir haben diesen Sommer schon beim Vorbereitungsturnier in Zadar gegen Efes gespielt, das uns da deutlich geschlagen hat. Das hat uns vor Augen geführt, wo wir in dieser EuroLeague stehen. Ich freue mich sehr darauf, jetzt wieder gegen diese starke Mannschaft zu spielen und dabei ein paar Dinge besser zu machen als letztes Spiel. Gegen Zenit haben wir davon profitiert, dass wir den Kern der letztjährigen Mannschaft zusammengehalten haben. Aber Efes hat das auch und ist schon eingespielt. Das wird in Istanbul richtig schwer für uns, aber für solche großen Herausforderungen spielen wir in der EuroLeague.“

Konnte ALBA bei den letzten Spielen den Umstand nutzen, dass man bei nur drei Neuzugängen mehr auf dem in der vergangenen Saison erarbeiteten Zusammenspiel aufbauen konnte als die deutlich stärker umgebauten Gegner, bekommt man es gegen Efes mit einem ganz anderen Gegner zu tun. Trainer Ergin Ataman ist es gelungen, das erfolgreichste Team der Efes-Vereinsgeschichte nahezu komplett zusammenzuhalten.

Lediglich der Australier Brock Motum wurde durch US-Power Forward Alec Peters ersetzt, der im Sommer vom EuroLeague-Champion ZSKA Moskau nach Istanbul gewechselt ist. Außerdem kam für den während der WM-Vorbereitung verletzten Franzosen Adrien Moerman der US-Power Forward Chris Singleton vom FC Barcelona an den Bosporus. Auf allen anderen Positionen geht Efes unverändert in die neue Saison.

Maßgeblich verantwortlich für den großen Erfolg in der letzten Saison waren die Spielmacher Shane Larkin und Vasilije Micic. Der NBA-erfahrene schnelle und extrem korbgefährliche Larkin und der mit 1,96 Metern für diese Position groß gewachsene serbische Nationalspieler ergänzten sich im Vorjahr beim Spielaufbau mit zusammen 25 Punkten und neun Assists nahezu perfekt.

Ohne Larkin, der den Saisonauftakt wie der normalerweise neben ihm auf der Position zwei startende Franzose Rodrige Beaubois verpasste, kassierte Efes am ersten EuroLeague-Spieltag eine 64:74-Niederlage gegen den FC Barcelona. Gegen ALBA will Efes diesen Fehlstart am Freitag – womöglich mit Larkin und Beaubois, die am Mittwoch wieder ins Training eingestiegen sind – im zweiten Heimspiel unbedingt korrigieren.

Als größter Trumpf hat sich für Efes schon in der vergangenen Saison eine sehr starke Verteidigung erwiesen. Das Rückgrat der Defense bildet dabei US-Center Bryant Dunston, der schon zweimal (2014 und 2015) als bester Verteidiger der EuroLeague ausgezeichnet wurde. Auch der große deutsche Nationalcenter Tibor Pleiß und der physisch starke Power Forward Chris Singleton sind gute Verteidiger. Neuzugang Alec Peters hat sich unterdessen aus dem Stand zum neuen Topscorer von Efes gemausert.

Quelle: ALBA Berlin

BR Volleys – Saisonauftakt Pressekonferenz „Ein guter Start wird wichtig sein“

Für ihre Saisonauftakt-Pressekonferenz 2019/2020 waren die BR Volleys am Mittwoch (09. Okt) wieder zurück über den Dächern der Stadt. Im Firmensitz der GASAG AG direkt am Hackeschen Markt standen BR Volleys Geschäftsführer Kaweh Niroomand und der neue Mannschaftskapitän Moritz Reichert der versammelten Berliner Medienlandschaft Rede und Antwort.

Im Anschluss an die Begrüßung durch den Vorstandsvorsitzenden der GASAG AG, Dr. Gerhard Holtmeier, ergriff BR Volleys Geschäftsführer Kaweh Niroomand das Wort und musste zunächst wenig erfreuliche Nachrichten verkünden: „Leider kann Cheftrainer Cedric Enard aus privaten Gründen heute nicht bei uns sein. Er reiste gestern Abend zu seiner Familie nach Frankreich und es kann sein, dass Cedric uns auch zum Saison- und Heimauftakt gegen die Netzhoppers und Giesen fehlen wird. Wir haben ihm in seinem privaten Notstand jede Unterstützung und Zeit zugesichert, die er benötigt.“

Neben Niroomand und GASAG Vorstand Dr. Holtmeier nahm also nur BR Volleys Kapitän Moritz Reichert im Podium Platz und wurde in seinem neuen Amt seitens des Geschäftsführers vorgestellt: „Moritz verkörpert die Werte des Vereins und hat sich in der letzten Saison – längst nicht nur wegen seines Asses zur Meisterschaft – diese Position verdient. Cedric und ich waren uns unabhängig voneinander einig, dass er der richtige Mann für diese Aufgabe ist.“

Außenangreifer Reichert zog im Anschluss ein zwiegespaltenes Fazit zur zerstückelten Vorbereitung: „Das gestaltet sich auch in diesem Jahr wieder schwierig, aber wir machen als Team das Beste aus der Situation. Ein guter Start wird wichtig sein, um nicht wieder früh unter Druck zu geraten. Es erwarten uns wichtige Aufgaben in der Liga und natürlich dem Pokal sowie der Champions League. Im letzten Jahr haben wir vor Weihnachten Federn lassen müssen. Das soll uns nicht wieder passieren.“

Wo genau die BR Volleys vor dem Saisonauftakt selbst stehen, ist ebenso schwer zu beurteilen, wie die vielerorts neuformierte Konkurrenz. „Ich glaube, die Liga ist in der Breite noch einmal besser geworden. Ob das auch in der Spitze so ist, wird man sehen“, bewertete Niroomand und sieht den Hauptstadtclub personell gut aufgestellt. Bei der Zusammensetzung der neuen Mannschaft hob der 66-Jährige insbesondere die amerikanischen Neuzugänge heraus: „Wir verfügen, sofern denn alle Spieler endlich hier sind, über einen tiefen Kader. Mit Kyle Ensing ist uns eine vielversprechende Verpflichtung gelungen, JT Hatch wird uns in der Defensive Stabilität geben und Cody Kessel hat in den letzten Jahren gegen uns mehrfach bewiesen, welches Potenzial in ihm steckt.“ Mit zehn Akteuren, ohne die drei World-Cup-Teilnehmer Patch, Grankin und Jendryk, geht man in die ersten zwei Bundesligaspiele bis zum comdirect Supercup in Hannover (20. Okt).

Zu den Saisonzielen kam dann wieder Kapitän Moritz Reichert ins Spiel: „Wir wollen diesmal früher auf einem höheren Niveau sein und in der Champions League mehr erreichen. Wenn man in der Gruppenphase antritt, möchte man diese auch überstehen. Den Kader dazu haben wir. In der Meisterschaft kann das Ziel nur heißen, die Vorjahresleistung zu bestätigen.“ Auf ihrem langen Weg dorthin warten am Samstag (12. Okt | 18.00 Uhr) die Netzhoppers KW-Bestensee und drei Tage später (15. Okt | 19.30 Uhr) im ersten Heimspiel die Helios Grizzlys Giesen auf die Hauptstädter.

Quelle: BR Volleys/ Christof Bernier

Heimspieltag gegen Meisterschaftsanwärter

Wenn der BBSC Berlin am kommenden Samstag, 12.10. um 19:00 Uhr in der heimischen Hämmerlinghalle nach fünf Pflichtspielen auswärts gegen DSHS Köln antritt, darf sich das Berliner Publikum auf einen Meisterschaftsanwärter freuen.

Die Gäste aus dem Rheinland hatten sich 2017 und 2018 den Ligatitel gesichert und kamen in der letzten Saison als Dritte ins Ziel. Das Team um Neu-Kapitänin Viola Torliene blieb im Wesentlichen zusammen. Etwas schwerer wiegt lediglich das vorläufige Karriereende von Ausnahmezuspielerin Pia Weiand. Die frühere Leverkusenerin Annika Stenchly setzt nunmehr ihre Mannschaftskolleginnen in Szene. Das Domstädter Team verfügt über eine ausgesprochen ausgeglichen besetzte Mannschaft. Langjähriger Trainer ist Jimmy Czimek -als früherer Co-Nationaltrainer und Dozent an der Deutschen Sporthochschule Köln leitet er die A-Trainerausbildung beim Volleyballverband. Gute Voraussetzungen also, um auch in dieser Saison in den Kampf um die Tabellenspitze einzugreifen. Am letzten Wochenende unterlag Köln allerdings dem letztjährigen Meister Borken im Regionalpokal West – die Liga könnte noch einmal enger zusammengerückt sein.

Nach der sehr spannenden 2:3 Auswärtsniederlage des BBSC in Leverkusen, für die dem Team ob des Einsatzes auf dem Feld und der taktischen Einstellung durchaus Lob gezollt wurde, und dem nachfolgenden Regionalpokalgewinn wartet auf die Köpenickerinnen erneut eine schwierige Aufgabe. Gegen einen solchen Gegner wie Köln hat der BBSC nichts zu verlieren, erneut kann das Team befreit aufspielen Mit einer echten Teamleistung wollen die Berlinerinnen den Gästen die Stirn bieten und den Kampf aufnehmen. Freuen wir uns auf ein attraktives Heimspiel!

Quelle: BBSC Berlin/Burkhard Kroll

Eisbären mit einem sechs Punkte Wochenende

Zur Partie des 9. Spieltages der DEL reisten die Straubing Tigers als Tabellenzweiter zu den Eisbären. Während die die Straubinger mit 18 Punkten nach acht Spielen sehr gut in die Saison gestartet sind blieben die Eisbären bisher hinter den Erwartungen zurück. Beide hatten ihr Freitagsspiel gewonnen, hofften auf ein Wochenende mit maximaler Punktausbeute.

Den besseren Start erwischten die Eisbären. Es dauerte lediglich sechs Minuten, da landete der Puck im Tor der Gäste aus Straubing. Eisbären-Verteidiger Ryan McKiernan ließ es krachen, aus kurzer Distanz abgefeuert hatte Sebastian Vogl keine Chance der Abwehr. Bis zum Schluss des ersten Drittels blieben die Eisbären gefährlich, während die Tigers aus Straubing auf den Ausgleich drängten. Der gelang ihnen in der 13. Minute, nach einem Alleingang der Nr. 29.

Im Mittelabschnitt war ausgeglichen, beide Mannschaften neutralisierten sich geradezu. Die Verteidigungsreihen behielten den Überblick und den Rest besorgten die Torhüter. Und ein Torhüter sorgte für die Vorentscheidung. In der 43. Spielminute konnte Sebastian Vogl einen eigentlich harmlosen Schuss aus der Ferne, abgegeben – abgefeuert wäre übertrieben – von James Sheppard nicht bändigen und die Eisbären führten mit 2:1. Hatte er den Schuss nicht erwartet, hielt er seine Kelle falsch, der Puck, gemessen mit einer Geschwindigkeit vom 32 km/h rutschte rein. Sein Trainer Tom Pokel meinte nach dem Spiel: „Das ist Hockey, das kann passieren, er hat uns davor im Spiel gehalten, natürlich hätte er den Schuss halten müssen, das weiß er selbst.“ Keine zwei Minuten später funktionierte auch das Power Play der Eisbären, Maxim Lapierre traf zum 3:1.

Die Eisbären legten in der 52. Minute nach durch Louis-Marc Aubry. Es war sein Premierentor in dieser Saison. Er konnte wieder auf seiner angestammten Position als Mittelstürmer spielen. Das 4:1 war bereits deutlich und eine Vorentscheidung. Die Gäste steckten nicht auf und kamen in der der 58. Minute durch Stefan Loibl zum 2:4 Anschlusstreffer. Sie nahmen nach einer Auszeit den Torwart zu Gunsten eines zusätzlichen Stürmers vom Eis und kassierten einen weiteren Gegentreffer. Mark Olver traf für die Eisbären ins leere Straubinger Gehäuse. Damit war das erste Wochenende mit maximaler Ausbeute von sechs Punkten unter Dach und Fach. In einem insgesamt ausgeglichenem Spiel hatten die Eisbären eine kleine Portion mehr Glück. Weiter geht es am kommenden Freitag, 11.10. erneut mit einem Heimspiel, zu Gast sind die Pinguine aus Krefeld.

Die Anreise für diejenigen unter den 11.321 Zuschauern, die öffentlichen Verkehrsmittel den Weg in die Arena fanden war aus Richtung Osten beschwerlich. Ersatzverkehr auf der Straßenbahn – Linie und die S-Bahn fuhr nur bis Ostkreuz.

Hans-Peter Becker

Spieldaten

DEL 9. Spieltag

Eisbären Berlin vs. Straubing Tigers 5:2 (1:1,0:0,4:1)

Tore:

1:0 McKiernan 05:09 (Lapierre, Reichel) 

1:1 Heard 12:26 (/)

2:1 Sheppard 42:24 (Wissmann,Labrie)

3:1 Lapierre 43:56 (Ramage,McKiernan) PP

4:1 Aubry 51:30 (Hördler,Noebels)

4:2 Loibl 57:44 (Connolly,Renner)

5:2 Olver 58:39 (Hördler)

Strafminuten:

Berlin – 8 (0,6,2)

Straubing – 8 (4,2,2)

Torschüsse:

Berlin – 27

Straubing – 40

Zuschauer:11.321 MB-Arena Berlin

Volleyballfest beim Derby in der Hämmerlinghalle

BBSC Berlin – Rotation Prenzlauer Berg 2:3 (22, -19, -28, 20,14)

Zum Saisonbeginn traf der BBSC in Köpenick auf die Gäste von Rotation Prenzlauer Berg – ein Derby, das 280 Zuschauer in der Hämmerlinghalle begeisterte.

Fünf spannende Sätze mit dauernd wechselnden Führungen und ein verdammt enger Ausgang des Derbys – Volleyballfan, was willst Du mehr? Beide Teams starteten konzentriert und hatten selten Phasen, die sie absolut dominierten, genauso wie Phasen, in denen sie nicht ins Spiel fanden. Die auflaufenden Spielerinnen beider Teams agierten fast durchgängig auf einem ähnlichen Niveau und bei beiden Mannschaften gab es keinerlei Leistungsabfälle. So konnte das Publikum tolle Ballwechseln bewundern, aber auch ein wenig Nervosität auf beiden Seiten und kleinere Ungenauigkeiten beobachten, denn in diesen Formationen hatten beide Teams noch nie zuvor ein Ligaspiel bestritten. So holte sich der BBSC den ersten Satz, RPB konterte mit dem nächsten Satzgewinn. Der dritte Satz war extrem umkämpft und kein Team konnte sich wesentlich absetzen. So ging dieser Satz in die Verlängerung und RPB holte sich mit drei Punkten in Folge die Satzführung. Nun war der BBSC wieder am Zug: Satzausgleich. Auch der Tiebreak ging in die Verlängerung: Nach einem Rückstand holten die BBSC Mädels furios noch einmal auf und erzwangen den Gleichstand zum 14:14. Danach war wieder RPB am Zug und verbuchte für sich den glücklichen Sieg.

Das Spiel beider Teams war geprägt durch typische Mannschaftsleistung, ein wenig ragten die früheren Erstligaspielerinnen Annalena Grätz (BBSC) und Nele Iwohn (RPB) mit ihrer Übersicht und größeren Durchschlagskraft heraus. Gerade im fünften Satz zeigte auch Aisha Skinner (im Sommer 2018 noch mit Vertrag beim Meister Schweriner SC ausgestattet, dann jedoch mit ein wenig überraschendem Volleyballjahr in den USA) mit viel Ruhe und Abgeklärtheit sowie Durchschlagsvermögen ihr Können.

BBSC Trainer Robert Hinz zeigte sich zunächst „zufrieden mit den gezeigten Leistungen meiner Mannschaft. Es fehlt uns freilich noch die Konstanz und partiell auch die Variabilität, um mit den ganz Großen der Liga mitzuhalten. Daran werden wir auch weiter in den nächsten Trainingswochen arbeiten.“

Die MVP-Medaillen erhielten Josephine Suhr und Aisha Skinner.

Für den BBSC geht es in den folgenden vier Spielen ausschließlich auswärts um Punkte. Am nächsten Wochenende folgt zuerst die Auswärtsfahrt nach Borken und Robert Hinz ist sich ob der „Underdog-Stellung des BBSC beim amtierenden Zweitligameister“ klar. Am 12. Oktober können die Fans ab 19 Uhr wieder Zweitliga-Volleyball in der Hämmerlinghalle genießen, wenn der mehrmalige Zweitligameister Köln zu Gast ist.

Für den BBSC im Einsatz: Marie Dreblow, Josephine Suhr, Bonnie Jatzko, Katharina Kummer, Roxana Vogel, Juliane Stapel, Annalena Grätz, Annika Kummer, Stefanie Utz, Antonia Lutz, Alina Gottlebe-Fröhlich

Quelle: Burkhard Kroll/BBSC

Rudi Gutendorf †

Vor ein paar Jahren traf ich Rudi Gutendorf noch beim Berliner 11mm-Fußball-Filmfestival.

Als Weltenbummler kam er gerade wieder irgendwoher. Beim ihm konnte man vermutlich wirklich sagen: „Von dort wo der Pfeffer wächst“. Ich erinnere mich noch gut, wie er auf Eile bei einem Foto im Foyer des Babylon-Kinos drängte, das ein Bekannter von mir und ihm knipsen sollte. Prompt war es falsch belichtet. Ich habe es immerhin noch irgendwo und muss es bei Gelegenheit einmal herauskramen.

Die gelegentlich zu oft hergenommene Charakterisierung „Paradiesvogel“ ist für diesen Fußballexperten wohl mehr als passend.
Über 50 Teams soll er weltweit betreut haben. Als Riegel-Rudi beim Meidericher SV Duisburg (Vizemeister!) und in Gelsenkirchen  bei den „Knappen“ von Schalke 04 bereits zu Beginn der Bundesliga-Zeiten erfolgreich, führte ihn sein Weg auch kurz nach Berlin zu Tennis Borussia. Anschließend kam er mal sehr kurz noch zu Hertha BSC.

In der Nacht von Freitag zu Sonnabend ist Gutendorf nun nach 93 Lebensjahren in seinem Tatendrang gebremst worden. Er wird den Ball nie wieder rollen sehen. Bis vor kurzem soll er dabei noch aktiv gewesen sein.

Frank Toebs

Rudi Gutendorf im Jahre 1970 vor dem Europapokalspiel Manchester City vs. Schalke 04, mit auf dem Bild die beiden Torhüter Norbert Nigbur und Dieter Burdenski (von links) Foto: Archiv Frank Toebs