Eisbären holen sich Platz vier zurück

Mit dem Beginn des letzten Drittels entschloss sich Ingolstadts Trainer Doug Shedden seinen Goalie Jochen Reimer vom Eis zu nehmen und durch Timo Pielmeier zu ersetzen. Er hatte bis dahin fünf Tore kassiert und insgesamt keinen guten Tag erwischt. Für beide stand einiges auf dem Spiel. Die Hauptrunde geht so mit Beginn des Monats Februar in die sogenannte Crunch-time. Eine Niederlage tut jetzt doppelt weh im Kampf um eine möglichst gute Ausgangsposition für die Playoffs. Verlieren war verboten, die Ingolstädter brauchen die Punkte für die direkte Qualifikation für das Viertelfinale, während die Eisbären den vierten Platz zurückerobern wollten. Mitbewerber Bremerhaven hatte zuvor Federn gelassen und nur einen Punkt geholt.

Für die Eisbären konnte das Spiel kaum besser beginnen. Nach nur 57 Sekunden, noch in der 1. Spielminute erzielte Maxim Lapierre das 1:0. Der Mittelstürmer agierte dabei wie ein Blueliner, ein Verteidiger, präzise und hart aus dem Rückraum schießen kann. Ihr erstes Powerplay nutzten die Gäste und glichen aus. Torschütze war Kristopher Foucault. Dem Spiel war die Bedeutung anzumerken. Die Strafbänke waren gut frequentiert.

© 2020 Fotos: Stephan Wenske

Die erneute Führung gelang den Eisbären durch ein Tor in Unterzahl. Wieder schlug Maxim Lapierre zu. Sein Schuss wurde nach vorn abgewehrt und Lapierre war erwischte den Nachschuss. Das Powerplay ist in dieser Saison nicht unbedingt eine Stärke der Eisbären. Die Erfolgsquote liegt nach 42 Spielen bei knapp 16 %, nur zwei Teams weisen einen noch schlechteren Wert auf. Ein wenig konnten sie ihren Durchschnitt aufbessern. Das 3:1 in der 17. Spielminute und das 4:1 in der 24. waren Powerplay Treffer. In die Torschützenliste trugen sich P.C. Labrie und Ryan McKiernan ein. Der Topscorer der Eisbären Marcel Noebels erhöhte auf 5:1 in der 33. Minute, eine knappe Minute später schlugen die Gäste zurück und verkürzten durch Brett Findlay. Die Führung war für die Eisbären trotzdem komfortabel.

In der 35. Minute kassierte Fabian Dietz eine Spieldauerdisziplinar-Strafe, ein hartes Urteil. Kurz vor der ersten Drittelpause lag Leo Pförderl blutend auf dem Eis. Das Spielgerät von Dustin Friesen hatte ihn getroffen. Er kam im Vergleich mit dem Vergehen von Fabian Dietz mit einer 2+2 Minutenstrafe glimpflich davon. Trotz einiger Nicklichkeiten brachten die Eisbären den Vorsprung über die Zeit. Ein Grund mit dafür war, dass Eisbären Goalie Justin Pogge wieder einen guten Tag hatte. Während sein Gegenüber Jochen Reimer nach 40 Minuten ausgewechselt wurde.

Den Schlusspunkt in diesem Spiel setzte Austin Ortega. Er schloss einen Alleingang zum 6:2 ab. Die Liga legt eine kleine Pause ein. Das nächste Heimspiel ist erst am 16. Februar gegen die Adler Mannheim. Das Spiel ist bereits ausverkauft. Die Partie gegen Ingolstadt wollten am späten Sonntagnachmittag 12.508 Zuschauer sehen. Mit diesem Erfolg verbessern sich die Eisbären wieder auf den 4. Tabellenplatz.

Hans-Peter Becker

Eisbären mit einem sechs Punkte Wochenende

Zur Partie des 9. Spieltages der DEL reisten die Straubing Tigers als Tabellenzweiter zu den Eisbären. Während die die Straubinger mit 18 Punkten nach acht Spielen sehr gut in die Saison gestartet sind blieben die Eisbären bisher hinter den Erwartungen zurück. Beide hatten ihr Freitagsspiel gewonnen, hofften auf ein Wochenende mit maximaler Punktausbeute.

Den besseren Start erwischten die Eisbären. Es dauerte lediglich sechs Minuten, da landete der Puck im Tor der Gäste aus Straubing. Eisbären-Verteidiger Ryan McKiernan ließ es krachen, aus kurzer Distanz abgefeuert hatte Sebastian Vogl keine Chance der Abwehr. Bis zum Schluss des ersten Drittels blieben die Eisbären gefährlich, während die Tigers aus Straubing auf den Ausgleich drängten. Der gelang ihnen in der 13. Minute, nach einem Alleingang der Nr. 29.

Im Mittelabschnitt war ausgeglichen, beide Mannschaften neutralisierten sich geradezu. Die Verteidigungsreihen behielten den Überblick und den Rest besorgten die Torhüter. Und ein Torhüter sorgte für die Vorentscheidung. In der 43. Spielminute konnte Sebastian Vogl einen eigentlich harmlosen Schuss aus der Ferne, abgegeben – abgefeuert wäre übertrieben – von James Sheppard nicht bändigen und die Eisbären führten mit 2:1. Hatte er den Schuss nicht erwartet, hielt er seine Kelle falsch, der Puck, gemessen mit einer Geschwindigkeit vom 32 km/h rutschte rein. Sein Trainer Tom Pokel meinte nach dem Spiel: „Das ist Hockey, das kann passieren, er hat uns davor im Spiel gehalten, natürlich hätte er den Schuss halten müssen, das weiß er selbst.“ Keine zwei Minuten später funktionierte auch das Power Play der Eisbären, Maxim Lapierre traf zum 3:1.

Die Eisbären legten in der 52. Minute nach durch Louis-Marc Aubry. Es war sein Premierentor in dieser Saison. Er konnte wieder auf seiner angestammten Position als Mittelstürmer spielen. Das 4:1 war bereits deutlich und eine Vorentscheidung. Die Gäste steckten nicht auf und kamen in der der 58. Minute durch Stefan Loibl zum 2:4 Anschlusstreffer. Sie nahmen nach einer Auszeit den Torwart zu Gunsten eines zusätzlichen Stürmers vom Eis und kassierten einen weiteren Gegentreffer. Mark Olver traf für die Eisbären ins leere Straubinger Gehäuse. Damit war das erste Wochenende mit maximaler Ausbeute von sechs Punkten unter Dach und Fach. In einem insgesamt ausgeglichenem Spiel hatten die Eisbären eine kleine Portion mehr Glück. Weiter geht es am kommenden Freitag, 11.10. erneut mit einem Heimspiel, zu Gast sind die Pinguine aus Krefeld.

Die Anreise für diejenigen unter den 11.321 Zuschauern, die öffentlichen Verkehrsmittel den Weg in die Arena fanden war aus Richtung Osten beschwerlich. Ersatzverkehr auf der Straßenbahn – Linie und die S-Bahn fuhr nur bis Ostkreuz.

Hans-Peter Becker

Spieldaten

DEL 9. Spieltag

Eisbären Berlin vs. Straubing Tigers 5:2 (1:1,0:0,4:1)

Tore:

1:0 McKiernan 05:09 (Lapierre, Reichel) 

1:1 Heard 12:26 (/)

2:1 Sheppard 42:24 (Wissmann,Labrie)

3:1 Lapierre 43:56 (Ramage,McKiernan) PP

4:1 Aubry 51:30 (Hördler,Noebels)

4:2 Loibl 57:44 (Connolly,Renner)

5:2 Olver 58:39 (Hördler)

Strafminuten:

Berlin – 8 (0,6,2)

Straubing – 8 (4,2,2)

Torschüsse:

Berlin – 27

Straubing – 40

Zuschauer:11.321 MB-Arena Berlin