Vier Punkte für die Eisbären in 24 Stunden

Zwischen dem Auswärtssieg im bayerischen Straubing und dem folgenden Heimauftritt gegen den Tabellennachbarn Fischtown Pinguins Bremerhaven lagen nur etwas mehr als 24 Stunden. Der Spielplan hat es in sich. Im alten Jahr, bereits am kommenden Montag, 30. Dezember steht das nächste Heimspiel auf dem Programm.

In Straubing, beim Überraschungsteam in dieser Saison, wurden – nicht unbedingt erwartet – drei Punkte mit nach Berlin genommen. Gegen Bremerhaven gelang es wenigsten einen Punkt in Berlin zu behalten. Die Voraussetzungen waren für beide Mannschaften gleich, kurze Bänke, ein Spiel am Vortag und Reisestress. Im ersten Drittel machte sich das vor allem bei den Gästen bemerkbar. Die Eisbären waren besser im Spiel, hatten die besseren Möglichkeiten. Die Führung erzielten die Gäste. In der 20. Spielminute, es waren noch 49 Sekunden auf der, da fälschte Ross Mauermann einen Schuss Mark Zengerle unhaltbar für Sebastian Dahm ab und das Spiel war eigentlich auf den Kopf gestellt.

Im Mittelabschnitt musste schlimmes befürchtet werden. Die Gäste schraubten das Ergebnis zur zwischenzeitlichen 4:0 Führung nach oben. Das 2:0 erzielte Justin Feser und dann schlug Alexander Friesen noch zwei Mal zu. Die Antwort der Eisbären gelang noch im Mittelabschnitt. Der Torschütze war Ryan McKierman, die Eisbären nutzten ein Powerplay und hatten zwei Spieler mehr auf dem Eis.

Im Schlussabschnitt zeigten die Eisbären ihre bemerkenswerten Comeback-Qualitäten und machten den Rückstand von drei Toren wett. Frank Hördler schlug zweimal innerhalb von drei Minuten zu. Das veranlasste Gäste-Trainer Thomas Popiesch eine Auszeit zu nehmen. Ermöglichten im Mittelabschnitt krasse Abwehrfehler die Gästeführung, so waren jetzt die Eisbären, die die Unaufmerksamkeiten in der Gästeabwehr gnadenlos bestraften. Es waren auch die beherzten Soloauftritte von Austin Ortega, Frank Hördler und James Sheppard, die etwas gegen eine Heimniederlage gegen Bremerhaven hatten.

Nach den 60 effektiven Spielminuten blieb es beim 4:4 und beide bekamen ihren Punkt. In der Verlängerung musste nicht lange gespielt werden. Bereits nach 29. Sekunden war der Puck im Eisbären-Tor, Patrick Jospeh Albers Schuss wurde erst abgewehrt, er bekam den Abpraller erneut vor die Kelle und es war passiert.

Die Arena war ausverkauft. Am Schluss jubelten die mitgereisten 1.000 Fans aus Bremerhaven, die einen Sonderzug geordert hatten. Viel Zeit zum verschnaufen bleibt nicht, bereits am Montag, einen Tag vor Silvester, kommen Augsburger Panther nach Berlin. In der Tabelle bleiben die Eisbären auf Platz vier.

Hans-Peter Becker

Deutsche Eishockey Liga DEL

32. Spieltag 27.12.2019 MB-Arena Berlin

Zuschauer: 14.200

EHC Eisbären Berlin – Fischtown Pinguins Bremerhaven

Ergebnis: 4:5 nach OT (0:1/0:3/3:0) 0:1

Tore:

0:1 Mauermann 19:06 (Zengerle,Espeland)

0:2 Feser 24:39 (Mauermann)

0:3 Friesen 27:00 (Mauermann,Espeland)

0:4 Friesen 31:43 (Feser)

1:4 McKiernan 33:28 (Hördler,Ortega) 5-3

2:4 Hördler 40:33 (Labrie,Lapierre)

3:4 Hördler 43:38 (Ferraro)

4:4 Sheppard 44:54 (Noebels)

4:5 Alber 60:29 (Feser,Friesen)

Strafminuten:

Berlin – 32

Bremerhaven – 27

Torschüsse:

Berlin – 2

Bremerhaven – 6

Eisbären mit einem sechs Punkte Wochenende

Zur Partie des 9. Spieltages der DEL reisten die Straubing Tigers als Tabellenzweiter zu den Eisbären. Während die die Straubinger mit 18 Punkten nach acht Spielen sehr gut in die Saison gestartet sind blieben die Eisbären bisher hinter den Erwartungen zurück. Beide hatten ihr Freitagsspiel gewonnen, hofften auf ein Wochenende mit maximaler Punktausbeute.

Den besseren Start erwischten die Eisbären. Es dauerte lediglich sechs Minuten, da landete der Puck im Tor der Gäste aus Straubing. Eisbären-Verteidiger Ryan McKiernan ließ es krachen, aus kurzer Distanz abgefeuert hatte Sebastian Vogl keine Chance der Abwehr. Bis zum Schluss des ersten Drittels blieben die Eisbären gefährlich, während die Tigers aus Straubing auf den Ausgleich drängten. Der gelang ihnen in der 13. Minute, nach einem Alleingang der Nr. 29.

Im Mittelabschnitt war ausgeglichen, beide Mannschaften neutralisierten sich geradezu. Die Verteidigungsreihen behielten den Überblick und den Rest besorgten die Torhüter. Und ein Torhüter sorgte für die Vorentscheidung. In der 43. Spielminute konnte Sebastian Vogl einen eigentlich harmlosen Schuss aus der Ferne, abgegeben – abgefeuert wäre übertrieben – von James Sheppard nicht bändigen und die Eisbären führten mit 2:1. Hatte er den Schuss nicht erwartet, hielt er seine Kelle falsch, der Puck, gemessen mit einer Geschwindigkeit vom 32 km/h rutschte rein. Sein Trainer Tom Pokel meinte nach dem Spiel: „Das ist Hockey, das kann passieren, er hat uns davor im Spiel gehalten, natürlich hätte er den Schuss halten müssen, das weiß er selbst.“ Keine zwei Minuten später funktionierte auch das Power Play der Eisbären, Maxim Lapierre traf zum 3:1.

Die Eisbären legten in der 52. Minute nach durch Louis-Marc Aubry. Es war sein Premierentor in dieser Saison. Er konnte wieder auf seiner angestammten Position als Mittelstürmer spielen. Das 4:1 war bereits deutlich und eine Vorentscheidung. Die Gäste steckten nicht auf und kamen in der der 58. Minute durch Stefan Loibl zum 2:4 Anschlusstreffer. Sie nahmen nach einer Auszeit den Torwart zu Gunsten eines zusätzlichen Stürmers vom Eis und kassierten einen weiteren Gegentreffer. Mark Olver traf für die Eisbären ins leere Straubinger Gehäuse. Damit war das erste Wochenende mit maximaler Ausbeute von sechs Punkten unter Dach und Fach. In einem insgesamt ausgeglichenem Spiel hatten die Eisbären eine kleine Portion mehr Glück. Weiter geht es am kommenden Freitag, 11.10. erneut mit einem Heimspiel, zu Gast sind die Pinguine aus Krefeld.

Die Anreise für diejenigen unter den 11.321 Zuschauern, die öffentlichen Verkehrsmittel den Weg in die Arena fanden war aus Richtung Osten beschwerlich. Ersatzverkehr auf der Straßenbahn – Linie und die S-Bahn fuhr nur bis Ostkreuz.

Hans-Peter Becker

Spieldaten

DEL 9. Spieltag

Eisbären Berlin vs. Straubing Tigers 5:2 (1:1,0:0,4:1)

Tore:

1:0 McKiernan 05:09 (Lapierre, Reichel) 

1:1 Heard 12:26 (/)

2:1 Sheppard 42:24 (Wissmann,Labrie)

3:1 Lapierre 43:56 (Ramage,McKiernan) PP

4:1 Aubry 51:30 (Hördler,Noebels)

4:2 Loibl 57:44 (Connolly,Renner)

5:2 Olver 58:39 (Hördler)

Strafminuten:

Berlin – 8 (0,6,2)

Straubing – 8 (4,2,2)

Torschüsse:

Berlin – 27

Straubing – 40

Zuschauer:11.321 MB-Arena Berlin

Auftaktsieg für die Eisbären

© Foto: Stephan Wenske

Vor dem Spiel gab es eine Schweigeminute für den verstorbenen Hartmut Nickel. Auf dem Videowürfel wurden die Stationen seines Eishockeylebens gezeigt. Die Seite mit den Stehplätzen heißt ab sofort Hartmut-Nickel-Kurve, was mit einem in weinrot gehaltenen Banner optisch bei jedem Heimspiel sichtbar ist.

Die Eisbären erwischten gleich zum Start in die neue Saison einen Sahnetag. In der mit knapp über 12.000 Zuschauern gefüllten Arena am Ostbahnhof konnten die Gäste aus Wolfsburg nur im 1. Drittel halbwegs mithalten. Das Premierentor der neuen Saison gelang Marcel Noebels in der 9. Spielminute. Ein Doppelschlag gleich zu Beginn des Mittelabschnitts war für die Gäste der Ko-Schlag. Sean Backman in der 22. Minute und Neuzugang Pierre-Cedric Labrie in der 24. sorgten für den Vorsprung von drei Toren.

Das 3:0 für die Eisbären ist gefallen, Torschütze die Nummer 23 PC. Labrie © Foto: Stephan Wenske

In der 29. Minute waren die Eisbären in Unterzahl und konnten trotzdem die Führung weiter ausbauen. Dem erfahrenen Wolfsburger Stürmer Brent Aubin unterlief ein folgenschwerer Puckverlust und ermöglichte, dass sich ein weiterer Eisbären-Neuzugang als Torschütze auszeichnen konnte. Der NHL erfahrene (694 Einsätze)und mit einem enormen Antritt ausgestattete Maxim Lapierre ließ mit einem satten Schuss dem Wolfsburger Goalie keine Chance. Angesichts des klaren Vorsprungs schalteten die Eisbären einen Gang runter. Daraus konnten die Gäste in der verbleibenden Spielzeit nur wenig Kapital schlagen. Ihr Spielaufbau war viel zu behäbig und ungenau. Ihnen gelang zwar im Schlussdrittel, in der 54. Minute der Anschlusstreffer zum 1:4, dabei nutzten sie eine Überzahl, doch da war die Messe längst gesungen. Der Schuss von Brent Aubin war durchaus haltbar. Der neue Eisbären-Goalie Sebastian Dahms, der sonst einen soliden Einstand hatte, griff mit seiner Fanghand ins Leere. Ein Shutout gleich zum Einstand, das wäre doch was gewesen. Egal, auch so konnten sich die Eisbären zu Recht feiern lassen und über einen gelungenen Saisoneinstand freuen.

Sebastian Dahm, der neue Eisbären-Goalie mit gelungenem Einstand. © Foto: Stephan Wenske

Spieler des Tages bei den Eisbären wurde die neue Nummer 40, der bereits erwähnte Maxim Lapierre, der erstaunlicherweise, weil Andre Rankel wegen einer Verletzung nicht spielen konnte, als Kapitän auflief. Ebenso nicht dabei waren Kai Wissman (Virusinfektion) und Florian Busch, der sich noch im Aufbautraining befindet. Am nächsten Spieltag müssen die Eisbären in Bremerhaven antreten, die haben ihr Auftaktspiel mit 1:0 in Düsseldorf gewonnen.

Hans-Peter Becker

Spieldaten

DEL 1. Spieltag

13.09.2019 19:30 MB Arena Berlin

EHC Eisbären Berlin – Grizzlys Wolfsburg 4:1 (1:0/3:0/0:1)

Strafen:

Eisbären 8

Wolfsburg 8

Torfolge:

1:0 (9. Min.) EQ Torschütze Marcel Noebels (Florian Kettemer/James Sheppard)

2:0 (22. Min.) EQ Torschütze James Sheppard (Sean Backman/Marcel Noebels)

3:0 (24. Min.) EQ Torschütze Pierre-Cedric Labrie (Constantin Braun/Florian Kettemer)

4:0 (29. Min.) SH1 Torschütze Maxim Lapierre

1:4 (54. Min.) PP1 Torschütze Brent Aubin (Ryan Button/Mathis Olimb)

Eisbären gewinnen das „Sechs Punkte Spiel“

Am 47. Spieltag empfingen die Eisbären die Krefeld Pinguine. Ein vorentscheidendes Spiel um Platz 10 in der Tabelle. Krefeld hatte vor dem Spiel 5 Punkte weniger auf dem Konto als die Eisbären. Die Halle am Ostbahnhof war ausverkauft. Die personelle Situation entspannt sich weiter bei den Eisbären. So waren James Sheppard und Florian Kettemer wird mit dabei. Besonders gespannt waren die Fans auf den ersten Heimauftritt von Neuzugang Austin Ortega.

Ehrenbully für den WWF © Foto: S. Wenske

Das Spiel stand unter dem Motto: Back to the 90’s und sollte an den großen Erfolg der Eisbären im Jahre 1999 erinnern. Sie erreichten die Finalrunde der European Hockey League und erreichten einen vielbeachteten 3. Platz. Im kleinen Finale wurde am 14.02.1999 die finnische Mannschaft Ilves Tampere mit 4:1 geschlagen. Einer der Torschützen war Pelle Svensson, der vor dem Spiel auf dem Eis, neben einigen anderen ehemaligen Spielern dieser Ära, stürmisch begrüßt wurde.

Austin Ortega © Foto: S. Wenske

Es entwickelte sich ein harter Kampf, beide wollten unbedingt drei Punkte auf die Habenseite holen. Den Eisbären gehörte die Anfangsphase, doch den ersten Treffer erzielten die Gäste. In der 10. Minute war Daniel Pietta erfolgreich. Der Ausgleich gelang nur vier Minuten später und der Torschütze war Neuzugang Austin Ortega.

Nach zwei gespielten Drittel führten die Gäste vom Niederrhein mit 3:2. Travis Ewanyk und erneut Daniel Pietta trafen für die Pinguine. Für die Eisbären hatte nur Jamie MacQueen getroffen. Im Schlussdrittel hatten beide Mannschaften Chancen auf den Sieg. Das Matchglück lag bei den Eisbären. Zunächst sorgte in der 47. Minute Florian Kettemer mit einem Schuss aus dem Hangelenk für den 3:3 Ausgleich. Dann trafen Jamie MacQueen und Marcel Noebels und das Spiel war gedreht. Allerdings hatte der Treffer von MacQueen einen Beigeschmack. Er fiel bei doppelter Überzahl. Die Schiedsrichter hatten eine fragwürdige Strafzeit verhängt.

Der Treffer von Marcel Noebels hatt Chancen zum Tor des Monats gekürt zu werden. Er hielt genau im richtigen Moment die Kelle in die Vorlage von Louis-Marc Aubry. Der Mittelstürmer gab die direkte Vorlage für fünf Tore, lediglich am zwischenzeitlichen 4:3 war er nicht beteiligt. Den Schlusspunkt im Spiel setzte der Neuzugang Austin Ortega, er traf in der Schlussminute ins leere Tore. Das nennt man einen Einstand nach Maß.

Anzeigetafel während des Spiels © Foto: S. Wenske

Auf dem Videowürfel, der dem Motto des Spiels angepasst wurde und an die elektronische Anzeigetafel im Wellblechpalast erinnerte, stand das Endergebnis. Die Eisbären gewannen das Spiel mit 6:3. Da die Nürnberg Ice Tigers bei den Iserlohn Roosters unterlagen, verbesserten sich die Eisbären auf Platz 9 der Tabelle.

Hans-Peter Becker

Niederlage in Augsburg

Es war ein gebrauchter Sonntagnachmittag, am 18. November im Augsburger Curt-Frenzel Eisstadion für die Eisbären. Am 19. Spieltag unterlagen sie vor 5.462 Zuschauern mit 0:3. Es war das erste Spiel in dieser Saison, wo die Mannschaft von Clement Jodoin ohne eigenen Torerfolg blieb. Das Spiel hatte noch gar nicht so richtig begonnen, die lagen die Eisbären bereits mit 0:1 hinten. Es dauerte 19 Sekunden, die Eisbären hatten das Eröffnungsbully gewonnen und trugen den ersten Angriff des Spiels vor. Tragischerweise schlug Danny Richmond über den Puck und daraus entwickelte sich ein Konter für die Augsburger. Dieser frühe Gegentreffer zeigte Wirkung.

Die Eisbären zeigten sich durchaus bemüht, ein Treffer wollte nicht gelingen. Eher im Gegenteil, Eisbärengoalie Kevin Poulin hielt seine Mannschaft im Spiel. In der 29. Minute war er machtlos, als Andrew Leblanc zum 2:0 für Augsburg treffen konnte. Als zehn Minuten später die Augsburger auf 3:0 erhöhten, Torschütze Matthew White, war das Spiel Vorentscheiden. Bei diesem Gegentreffer fälschte Micky DuPont den Puck für seinen Torwart unglücklich ab. Die Eisbären fanden keine Mittel gegen die leidenschaftlich kämpfenden Augsburger Panther.

Das Schlussdrittel endete torlos. Wenigstens konnte James Sheppard in der 58. Minute einen Sieg nach Punkten erringen. Er lieferte sich einen Faustkampf mit Augsburgs Adam Payerl, für beide war das Spiel vorzeitig beendet. Das Spiel war von vielen Raufereien gekennzeichnet. Es kam zu einer beachtlichen Ansammlung von Strafminuten. Die Eisbären fügten ihrer Saisonstatistik weitere 64 Minuten hinzu, die Augsburger brachten es auf 52. Neben James Sheppard musste auch Danny Richmond vorzeitig duschen. Sein zweiter Faustkampf war einer zuviel.

Die Eisbären bleiben bei 30 Punkten und belegen Platz sechs in der Tabelle. Sie spielen bereits am kommenden Donnerstag, 22.11. 19:30 in der heimischen MB-Arena gegen die Düsseldorfer EG. Die DEG kommt mit der Empfehlung eines Sieges in der Overtime gegen den rheinischen Rivalen Kölner Haie nach Berlin.

Hans-Peter Becker

Ein unmöglicher Sieg

Nach sechzig effektiven Spielminuten hatten die Eisbären die Partie des 9. Spieltages gegen die Adler Mannheim mit 4:1 für sich entschieden. Wer nicht in der Arena dabei war oder den Livestream verfolgt hatte, würde das Ergebnis als normal einordnen. Es war seit Gründung der DEL das 128 Aufeinandertreffen und den Eisbären gelangen 38 Siege gegen den „Lieblingsgegner“ innerhalb der regulären Spielzeit, dazu kommen 12 Siege entweder nach Verlängerung oder Penalty.

Nach den 1. Drittel stand es torlos. Zu verdanken war das einem überragenden Kevin Poulin, einer guten Abwehrleistung und dass die Mannheimer einmal nur das Torgestänge trafen. Poulin war der Turm in der Abwehrschlacht. Allein im 1. Drittel entschärfte  18 Schüsse, die Eisbären brachten es auf 6. Es gehörte sehr viel Phantasie dazu, in der ersten Drittelpause an einen Sieg der Eisbären zu glauben.

Im Sport sind Überraschungen nie ausgeschlossen. Im Mittelabschnitt ging es zunächst so weiter, wie aus dem Anfangsdrittel gewohnt. Es war Schwerstarbeit in der Abwehr zu verrichten, Poulin flogen weiter die Pucks um die Ohren und der Führungstreffer für die Adler schien nur eine Frage der Zeit zu sein. In der 31. Minute änderte sich alles. Abseits des Geschehens leistete sich Brent Raedeke ein böses Foul an Eisbär Daniel Fischbuch, der erst nach einer Behandlungspause weiterspielen konnte. Seit dieser Saison gibt es dafür eine neue Regel, bisher war solch ein Vergehen unter Behinderung geführt worden. Raedeke checkte Fischbuch ohne dass er den Puck führte. Die daraus resultierende fünfminütige Überzahl nutzten die Eisbären für zwei Tore. (34. Min. 1:0 James Sheppard und 35. Min. 2:0 durch Micky DuPont). Diesen Schock mussten die Mannheimer erst einmal verarbeiten.

Im Schlussabschnitt setzten die Gäste alles auf eine Karte und hatten in der 45. Minute Erfolg. Matthias Plachta überwand mit einem ansatzlos aus dem Handgelenk abgefeuerten Schuss den Eisbären-Goalie. Es war ein offener Schuss, platziert, am Fanghandschuh vorbei. Der Sturmlauf der Adler ging weiter. Die Eisbärenabwehr hielt und Poulin hatte weitere gute Saves. Die Eisbären versuchten es mit Kontern. In der 48. Minute schickte Sheppard mit einem genialen Pass Jamie MacQueen auf die Reise und der überwand Dennis Endras im Mannheimer Tor. Das 3:1 fiel genau zum richtigen Zeitpunkt und nur eine Minute später machten die Eisbären alles klar. Brandon Ranford netzte ein zum Endstand von 4:1.

Nach dem Spiel sagte Clement Jordion: „Es gibt Spiele, wo du denkst gewinnen zu müssen und verlierst, heute war es umgekehrt.“ Der neue Adler Trainer Pavel Gross hatte einige Mühe, das Geschehene zu verarbeiten. Eine Frage nach dem Foul von Raedeke wollte er nicht beantworten. Bei den Eisbären stimmte der Einsatz und das Sahnehäubchen war die Leistung von Goalie Kevin Poulin (49 Saves im Spiel), unter Beobachtung von seinem Vorgänger Petri Vehanen. Unter großem Jubel hatte er den Ehrenbully vollzogen. Zum Spiel traten die Eisbären in pinken Trikots an, es war der Auftakt zur Pink in the Ring Aktion. Bereits zum neunten Mal findet diese Aktion zur Unterstützung von krebskranken Mensch statt.

Hans-Peter Becker

Eisbärensieg am Mittwochabend

Die Eisbären besiegten am Mittwochabend in der vorgezogenen Partie des 46. Spieltages die Krefeld Pinguine mit 3:1. Eisbären Trainer Uwe Krupp musste dabei auf eine ganze von Spielern verzichten. So fehlten Danny Richmond, Frank Hördler, André Rankel (alle Unterkörper), Petri Vehanen (Oberkörper), Florian Busch (Schädelprellung), sowie Charlie Jahnke, Vincent Hessler, Maximilian Adam (U20-WM). Nur drei komplette Reihen, lediglich Sven Ziegler und Thomas Oppenheimer konnten für eine Verschnaufpause sorgen. Gäste Rick Auddono hatte zwei Spieler mehr im Kader.

Verhaltener Beginn bei den Eisbären und Krefeld passten sich dieser Spielweise an. Das Spiel begann um 19:30 Uhr, kurz vor 20:00 waren die ersten effektiven 20 Spielminuten absolviert. Es war eher langweilig. Zunächst setzte sich diese Gangart im Mittelabschnitt fort. Die Krefelder sind eine Mannschaft, die nicht viele Chancen benötigen. In der 28. Minute nutzten sie ein Mißverständnis in der Eisbärenverteidigung und gingen durch Daniel Pietta in Führung. es war der berühmte Treffer aus dem Nichts. Dieses Tor tat dem Spiel gut. Die Eisbären drückten auf den Ausgleich und er gelang 8 Sekunden vor dem Ende des 2. Drittel durch Nick Petersen.

Im Schlussabschnitt machten die Eisbären alles klar. James Sheppard traf in der 49. Minute nach Vorarbeit von Petersen zum 2:1. Marcel Noebels legte in eine empty net Situation in der Schlussminute zum 3:1 Endstand nach. Es war ein hartes Stück Arbeit für Eisbären, zumal auf Grund des reduzierten Kaders Doppelschichten auf dem Eis geschoben werden musste.

Es gibt keine Atempause für die Eisbären, bereits am Freitag geht es weiter. Zu Gast sind dann die Kölner Haie mit ihrem neuen Peter Draisaitl. Die Eisbären bleiben Tabellenführer.

Hans-Peter Becker

Ins Fell gehackt – Eisbären verlieren Spitzenspiel gegen Adler Mannheim

Foto: Hans-Peter Becker

Vor dem Spiel gab es einen Gedenkminute für den am Freitag verstorbenen Lorenz Funk. Er leistete nach der Wende Pionierarbeit und hielt das Eishockey im Osten Berlins am Leben. Die Eisbärenfans schickten Dynamo,Dynamo Rufe als letzten Gruß. Als damals der alte Clubname endgültig gestrichen wurde, war das den Fans bei ihren Schlachtrufen herzlich egal. Dort wo Fans der Eisbären auftauchen, werden die Dynamo-Rufe niemals verstummen. „Dann schrein’s halt Dynamo“, so kommentierte es Lorenz Funk, im schönsten bayerischen Dialekt. Mach es gut Lenz, Ruhe in Frieden !

Seine Eisbären hatten am Donnerstag in Ingolstadt mit 3 : 2 gewonnen und wollten gegen den alten Rivalen aus Mannheim im Heimspiel nachlegen. Die Adler hatten zuvor eine deftige 2 : 6 Heimschlappe gegen die Kölner Haie erlitten. Gegen die Berliner hatten sie was gut zu machen und erwischten einen Start nach Maß. Nach 28 Sekunden schlug es bereits ein im Kasten von Petri Vehanen. Mit ihrem ersten Angriff gingen die Adler in Führung. Marcel Goc bewarb sich um das schnellste Tor der DEL. Nach exakt 4 Minuten erhöhte Phil Hungerecker auf 2 : 0. Ehe die Eisbären so richtig auf dem Eis waren lagen sie hinten. Allzu geschockt wirkten sie zum Glück nicht die Eisbären. In der 15. Minute waren sie zurück im Spiel. Daniel Fischbuch konnte einen Angriff mit dem 1 : 2 Anschlusstreffer abschließen.

Der Mittelabschnitt begann mit dem schnellen Ausgleichstreffer für die Eisbären. In der 22. Minute schoß Nicolas Petersen den Puck durch die Schoner von Adler Goalie Dennis Endras. Es ging rauf und runter, es wurde viel geboten, was Eishockey so attraktiv macht. Die Eisbären schienen die Kontrolle über das Spiel zu bekommen. Mannheim kassierte die ersten Strafzeiten und Dennis Endras steigerte sich. In der 32. Minute landete eine fieß abgefälschter Schuss von Chad Kolarik im Eisbärentor. Die Adler führten erneut und nahmen den Vorsprung mit in die letzte Drittelpause.

Im Schlussdrittel blieb es spannend. Wem gelingt das nächste Tor ? Die Eisbären bekamen wieder zwei Chancen im Powerplay. Ein Tor gelang nicht. Es fiel bei Vollzähligkeit auf dem Eis in der 51. Minute, beim Zwischenstand von 3 : 3 kam die Hoffnung zurück. Den Treffer erzielte James Sheppard. Der Puck abgefeuert von Micky DuPont kam von der Plexiglasscheibe zurück und Sheppard schaltete am schnellsten. Es war sein erstes Tor für die Eisbären. Sheppard, als Center der 4. Surmreihe aufgeboten war der Spieler des Tages. Er zeigte sein bisher bestes Spiel für die Eisbären.

Das Spiel hatte mit 12.877 Zuschauern einen mehr als ordentlichen Besuch. Die Hoffnung bekam nach nicht einmal einer Minute einen Dämpfer. Daniel Fischbuch musste wegen eines Stockschlags in die Kühlbox. Irgendwie hatten sie es mit schnellen Toren, ganze 7 Sekunden währte der Aufenthalt von Daniel Fischbuch auf der Strafbank. Er hatte noch das Handtuch in der Hand als es einschlug. Zick, Zack und Gerrit Festerling versenkte den Puck. Erneut führten die Adler. Es blieben den Eisbären reichlich 8 Minuten, um am Spielstand was zu verändern. Die Chancen auf einen Punkt oder mehr waren vorhanden, es fehlte das berühmte Scheibenglück. Petri Vehanen ging vom Eis. Es gelang kein weiterer Eisbärentreffer.

Uwe Krupp konnte seiner Mannschaft keinen Vorwurf machen. Die Niederlage läßt sich verschmerzen, weil die Leistung stimmte. Viel Zeit, über die verlorenen Punkte zu trauern bleibt den Eisbären sowieso nicht. Es geht bereits am Dienstag, am Feiertag weiter. Die Eisbären müssen dann in Düsseldorf ran.

Hans-Peter Becker

Es ist wieder Eiszeit – Eisbären starten in die neue Saison

Passend zum Saisonauftakt der Deutschen Eishockey Liga DEL wird das Wetter herbstlich für den rasanten Sport in den Eishallen. Die Eisbären Berlin sind seit Gründung der Liga 1994 dabei. Ihr Premierenspiel fand am Freitagabend des 16. Septembers 1994 statt. Zu Gast war die Düsseldorfer EG und gewann mit 4 : 0. Es wird wieder ein Freitagabend sein, am 8. September 2017 – 23 Jahre sind inzwischen vergangen – eröffnen die Eisbären mit einem Heimspiel die neue DEL Saison. Zu Gast sein wird das Team der Nürnberg Ice-Tigers, ebenfalls ein Gründungsmitglied, damals hießen sie EHC 80 Nürnberg.

Die Eisbären wollen wieder oben mitmischen und ohne Umwege die Play-offs erreichen. Im Kader und im Management wurde dafür einiges umgestellt. Stephane Richer ist neuer Sportdirektor, mit Clément Jodoin und Steffen Ziesche stehen Head-Coach Uwe Krupp neue Co. Trainer zur Seite. Um die Fähigkeiten der Torhüter wird sich Sebastian Elwing kümmern.

Im Spielerkader gab es einen im Vergleich zu den Vorjahren einen größeren Umbruch. Die Fans werden sich an einige neue Namen gewöhnen müssen. Verlassen haben die Eisbären u.a. Laurin Braun, Darin Olver, Barry Tallackson, Julian Talbot, Bruno Gervais und Spencer Machacek und Charles Linglet. Neu verpflichtet wurden für die Abwehr Blake Parlett aus Tampere und aus Mannheim kommt Danny Richmond, den Angriff verstärken sollen Sean Backmann, spielte vorher in Ontario in der AHL, Martin Buchwieser, vorher Ingolstadt, der Rückkehrer Mark Olver sowie Thomas Oppenheimer, kam wie Buchwieser aus Ingolstadt und der interessanteste Neuzugang, der Mittelstürmer James Sheppard, der die letzten zwei Jahre für Kloten in der Schweizer Liga spielte. Vor allem in puncto Kreativität erhoffen sich die Verantwortlichen der Eisbären von ihm so einiges. Mit insgesamt 431 NHL- Einsätzen dürfte er im aktuellen Kader herausragen. Das insgesamt 5 neue Stürmer geholt wurden, zeigt auf das Problem der vergangenen Saison. In den 52 Spielen der Hauptrunde erzielten die Eisbären 125 Tore, das war der dritt-schlechteste Wert, nur Schwenningen und Tabellenschlusslicht Krefeld waren hier mit 122 und 120 erzielten Toren noch schwächer. Selbst Neuling Bremerhaven erzielte 144 Treffer.

In der Vorbereitung lief es für die Eisbären bereits recht ordentlich von den insgesamt 6 Siege und 2 Niederlagen lassen darauf schließen, dass in der Vorbereitung ordentlich gearbeitet wurde. Bleibt angesichts der Kaderstärke die Prognose: war das Erreichen des Halbfinales mit einigen glücklichen Umstände verknüpft, so wurden 5 Spiele in den Play-offs erst in der Verlängerung entschieden und das Viertelfinale durch die Qualifikation erreicht, ist der Kader stark genug, den direkten Einzug in das Viertelfinale zu schaffen. Heiße Kandidaten auf die Meisterschaft sind vor den Eisbären, Titelverteidiger München, Köln und Mannheim. Jetzt geht es darum gut in die Saison zu kommen und von Verletzungen verschont zu bleiben. Leider ist mit Verteidiger Constantin Braun bereits der erste Ausfall zu verzeichnen. Zum ersten Auswärtsspiel reisen die Eisbären am 2. Spieltag, am Sonntag nach Bremerhaven. Die Live TV Berichterstattung erfolgt wie in der letzten Saison über die Telekom und Sport1. Während die Telekom per Livestream kostenpflichtig jedes Spiel der Hauptrunde zeigt, überträgt Sport1 40 ausgewählte Spiele der insgesamt 364 Begegnungen bis zum Beginn der Play-offs.

Hans-Peter Becker