Volleyball Sparda 2. Bundesliga Pro: BBSC – da war der Wurm drin

BBSC Berlin – Neuseenland Volleys Markkleeberg          1:3 (-21, 20, -10, -20)

Von Anfang an präsentierten sich die Gäste als ein Team, das mit Geschlossenheit und wenig Fehlern ein starker Gegner in der Liga sein wird. Die Markkleeberger agierten souverän und klug im Angriff, hatten aber auch Block und Abwehrarbeit gut im Griff. Sie trafen auf eine BBSC-Mannschaft, die sich nach dem personellen Umbruch nach der letzten Saison deutlich schwerer tat, als es den Trainern lieb war. Im Mittelblock fehlte nach ihrer Verletzung leider noch die angriffstarke Emely Radügge und auf der Diagonalposition konnte der Verlust von Jovana Dordevic/Deborah Scholz noch nicht ausgeglichen werden. Die Angriffe aus dem Mittelblock und der Diagonalposition waren demzufolge von zu vielen Fehlversuchen begleitet. Für Markkleeberg war das Spiel leicht lesbar: richtig gefährliche Angriffe gab es meist nur über die Außenpositionen, und darauf konnte sich Markkleeberg ordentlich einstellen. Die meisten Berliner Punkte machte noch Annalena Grätz, die den Ball 18-mal auf den Boden brachte und mit ihrer Abgezocktheit eine Angriffsquote von 37 % erreichte. Ansonsten schaffte keine Berliner Athletin vergleichbare Erfolge.

Wenngleich der 2. Satz mit mehr Gästefehlern zu Gunsten der Berlinerinnen ausging, dominierte Markkleeberg in beeindruckender Art und Weise die restlichen Spielabschnitte: Zuspielerin Bianca Werner (auch letzte Saison schon 6 x mit der MVP Medaille geehrt und bereits 2021 im Erstligaaufgebot von Erfurt) verteilte klug die Bälle, Franziska Nitsche (mit Superausbildung beim VCO Dresden und einer Saison im Erstligaaufgebot des Dresdner SC) beschäftigte erfolgreich die BBSC-Abwehr und Libera Thora Bauer gab den Gästen in der Abwehr immer wieder Sicherheit. So holten sich die Gäste einen verdienten Auswärtserfolg in der Hauptstadt.

Bauer erhielt auch die goldene MVP Medaille auf Markkleeberger Seite. Beim BBSC wurde erneut Noelani Kleiner zur MVP gewählt.

Dem BBSC merkte man den Druck an, der auf der Mannschaft lastete. So manches Mal hatte man den Eindruck, dass sich das Team selbst im Weg steht und die Unsicherheit sich so vervielfacht. Das Trainerteam wird hart zu tun haben, die Mannschaft aufzurichten und Lösungen für die Knackpunkte des Berliner Spiels zu finden. Berlins Trainer Manuel Müller analysierte: „Es gelingt uns aktuell nicht, die eigene Nervosität abzulegen und die Basics konstant gutzumachen. Es gilt über die nächsten Wochen hier mehr Sicherheit und Selbstbewusstsein zu gewinnen, um richtig in der Saison anzukommen.“

Am nächsten Samstag hat der BBSC gleich die harte Aufgabe, in Vilsbiburg bei der letztjährigen Spitzenmannschaft zu bestehen. Das nächste Heimspiel findet am 11. Oktober 2025 bereits 15:30 Uhr gegen den starken Aufsteiger TV Waldgirmes statt.

Für den BBSC im Einsatz: Helena Schmidt, Sophia Minlend, Noelani Kleiner, Sarah nur Kayadibi, Romy Birnbaum, Paula Reinisch, Anna-Lena Vogel, Annalena Grätz, Angelina Meyer, Maja Pahlke, Hanna Christin Lengkey, Antonia Lutz, Alina Gottlebe-Fröhlich

Burkhard Kroll/BBSC Berlin

Standesgemäßer Erfolg – Füchse gewinnen gegen ThSV Eisenach

DAKIN-Handball-Bundesliga

28.09.2025 18:00 Uhr Max-Schmeling-Halle Berlin

Füchse Berlin – ThSV Eisenach 35:23 (19:13)

Die Füchse haben wieder Sicherheit in ihrem Spiel. Nach drei Siegen in einer Woche (Melsungen-Kielce-Eisenach) kann dies als Fazit gelten. Mit der „Waffe“ Tempospiel setzten die Gastgeber das Team aus der Wartburgstadt sofort unter Druck. Bereits nach zwölf Minuten war ein drei-Tore-Vorsprung herausgeworfen – 7:4. „Es war gegen Eisenach mega wichtig, einen Vorsprung herauszuspielen. Wir hatten einen guten Flow“, bewertete Trainer Nicolej Krickau die Startphase.

Die Gäste mit den Ex-Füchsen Heinevetter, Ende und dem ausgeliehenen Max Beneke stellten zwar eine robuste Abwehr, konnten den Drang der Gidsel, Wiede und Co. jedoch nicht viel entgegensetzen. Weil die Abwehr der Hausherren sich zunehmen besser auf die Eisenacher eingestellte. Lasse Ludwig im Tor (11 Paraden) und Matthes Langhoff wurden dafür beispielgebend vom Coach genannt. „Wenn Matthes Langhoff auf dem Spielfeld war, waren wir in der Abwehr überragend, er war unser Schlüsselspieler Nummer eins“. Mit einem sicheren 19:13 ging es vor 8.509 Zuschauern in die Pause.

Mit Entschlossenheit und viel Einsatz kehrten die Thüringer aus der Kabine zurück, um „die Berliner zu stressen“, wie es ihr Trainer Sebastian Hinze ausdrückte. Für einen kurzen Moment geriet das Füchse-Spiel ins Stocken. Schnell jedoch fand man die Linie wieder und bestimmte zunehmend das Geschehen auf der Platte, woran Tobias Grøndahl als Spielmacher einen großen Anteil hatte. Der Norweger findet von Spiel zu Spiel besser in die Strukturen hinein. Angesichts des kontinuierlich wachsen-den Vorsprungs – 26:18/45. bekam auch Youngster Max Günther Spielzeit. Der 21-jährige, der mit Zweitspielrecht für Berlin, ansonsten in Potsdam aktiv ist, konnte sich mit einem Siebenmeter auch in die Torwerferliste eintragen, was diesmal allen eingesetzten Feldspielern gelang.

Das weitere Programm der Füchse: Mittwoch, 01.10.2025 – DHB-Pokal gegen Wetzlar (in Potsdam) und am Samstag, 04.10.2025 Bundesliga-Auswärtsspiel in Erlangen.

Für die Berliner erfolgreich: Wiede (3), Darj (2), Andersson (4), Ariño (2), Grøndahl (4/2), Gidsel (7), Freihöfer (4/3), Langhoff (3), av Teigum (4), Günther (1/1), Marsenić (1).

Herbert Schalling

Foto: © Füchse Berlin

Eisbären verlieren gegen Schwenningen

DEL Saison 2025/26

6. Spieltag

28.09.2025 14:00 Uhr Uber-Arena Berlin

EHC Eisbären Berlin – Schwenninger Wild Wings 1:2 (0:0/1:0/0:2)

Heimspielwochende Teil zwei, zwischen Sonntagsbraten und Nachmittagskaffee begann das Spiel der Eisbären gegen die wilden Schwäne aus dem Schwarzwald. Beide Teams hatten am Freitag zuvor ihre Spiele verloren. Die Gäste, trainiert von Eisbären-Legende Steve Walker unterlagen in Wolfsburg, während die Eisbären wenigstens eine Niederlage mit Punktgewinn verbuchen konnten.

Das Anfangsdrittel verging torlos und war den Spielanteilen nach ausgeglichen. Die Statistik weißt 10 zu 9 Torschüsse für die Eisbären aus. Es gab drei Riesenchancen für die Eisbären durch Tiffels, Vikinstad und Ronning. Auf der Gegenseite hatte Jonas Stettmer mehrfach Gelegenheit sich auszuzeichnen. Strafminuten gab es keine.

Trotz vieler Torchancen vor beiden Toren mussten die Zuschauer in der nicht ganz ausverkauften Arena lange auf das erste Tor der Begegnung warten. Als die Kiss-Cam, überbrückt den ersten Werbe-Break im Mittelabschnitt, zum Einsatz kam, war immer noch nichts Zählbares herausgekommen. Es dauerte bis zur 35. Minute, da höhlte der stete Tropfen den Stein. Korbinian Geibel konnte Joacim Eriksson endlich überwinden und für das 1:0 sorgen. Die Vorlage kam von Eric Hördler.

Die knappe Führung hielt zehn Minuten. In der 45. Minute vollendeten die Gäste einen mit hohem Tempo vorgetragenen Angriff und stellten wieder den Gleichstand her. Torschütze war Tylor Spink nach Vorarbeit seines Zwillingsbruders Tyson Spink. In der 47. Minute verkündete Schiedsrichter Martin Frano die erste Strafzeit im Spiel. Schwenningens Kyle Platzer bekam zwei Minuten wegen Beinstellens aufgebrummt. Der Vorteil konnte von den Eisbären nicht genutzt werden, ebenso ein weiteres Überzahlspiel. So ging das Spiel mit einem 1:1 in die Schlussphase.

In der verbleibenden regulären Spielzeit wollten beide den Erfolg. Er gelang den Gästen, die 44 Sekunden vor dem Ende eine 3 auf 2 Überzahl im Angriff nutzen konnten. Kyle Platzer überwand mit seinem Schuss Jonas Stettmer und besiegelte die Niederlage der Eisbären.

Steve Walker sah ein gutes Eishockeyspiel. Berlin hatte eigentlich das Momentum auf seiner Seite. Der Schlüssel für unseren Erfolg war heute zweifellos unser Torhüter Eriksson.

Serge Aubin stimmte seinem Trainerkollegen zu. Die Leistung war in Ordnung, viele Torchancen wurden erarbeitet, über das Ergebnis sind wir natürlich enttäuscht.

Leider verletzte sich Verteidiger Markus Niemeläinen erneut und wurde ins Krankenhaus gebracht. Es sind jetzt sechs Spiele absolviert und die Bilanz ist ernüchternd, zwei Siege zum Auftakt und anschließend eine Serie von vier Niederlagen. Ein guter Start in die Saison sieht anders aus. Von Unruhe will im Lager trotzdem niemand etwas wissen. Es ist noch genug Eishockey zu spielen.

Hans-Peter Becker

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Fotos: Stephan Wenske

Spieldaten

Aufstellungen
Eisbären Berlin: Stettmer (Hildebrand) – Müller (C), Mik (A); Geibel, Smith; Niemeläinen, Reinke; Panocha – Tiffels (A), Khodorenko, Ronning; Bergmann, Kirk, Pföderl; Hördler, Vikingstad, Eder; Wiederer, Leden – Trainer: Serge Aubin       

Schwenninger Wild Wings: Eriksson (Bitzer) – Martinsson, Larkin; Weber, Marshall; Bittner, Dziambor; Trivellato – Höfflin, Platzer, Senyshyn; Tys. Spink, Tyl. Spink, Feist; Hänelt, Szwarz, Karachun; Hungerecker, Bassen, Uvira – Trainer: Steve Walker

Tore
1:0 – 34:56 – Geibel (Eder, Hördler) – EQ
1:1 – 44:23 – Tyl. Spink (Tys. Spink, Larkin) – EQ
1:2 – 59:16 – Platzer (Martinsson) – EQ

Strafen
Eisbären Berlin: 0 (0, 0, 0) Minuten – Schwenninger Wild Wings: 4 (0, 0, 4) Minuten 

Schiedsrichter

Martin Frano, Marc Iwert (Maksim Cepik, Kenneth Englisch)

Zuschauer
13.415

Bittere Niederlage für die Eisbären in der Verlängerung

DEL Saison 2025/26

5. Spieltag

26.09.2025 19:30 Uhr Uber-Arena Berlin

EHC Eisbären Berlin – Straubing Tigers 2:3 n.V (0:0/1:1/1:1/0:1)

Nach zwei deutlichen Auswärtsniederlagen wollten die Eisbären es im zweiten Heimspiel der noch jungen Spielzeit besser machen. Die Voraussetzungen dafür waren nicht schlecht, Ty Ronning und Markus Niemeläinen standen wieder im Kader, dazu Neuzugang Patrick Khodorenko, der gleich in der ersten Reihe ran durfte. Immerhin standen sieben Verteidiger und elf Stürmer in der Line-Up. Die Gäste aus Bayern konnten vier komplette Sturmreihen aufbieten.

Im Anfangsdrittel hagelte es Strafzeiten gegen die Eisbären, insgesamt acht Minuten waren sie dezimiert auf dem Eis. Ein gut aufgelegter Jonas Stettmer im Eisbärentor verhinderte den Einschlag. Einige Chancen hatten auch die Eisbären, anderthalb Überzahlspiele gestatteten die Gäste und die Chancen machte Florian Bugl zunichte.

Es war eins positiv anzumerken, der Mittelabschnitt begann mit null Toren auf beiden Seiten. Das sollte sich schnell ändern. In der 22. Minute gelang den Gästen durch Tim Fleischer der erste Treffer im Spiel. Die Antwort der Eisbären gelang fast postwendend. Ty Ronning nutzte einen Fehler im Spielaufbau der Gäste. Die Situation hatte Neuzugang und Sturmpartner Khodorenko erkannt und einen mustergültigen Pass auf Ronning gespielt, der dann einnetzen konnte. Zwischen den beiden Toren lagen nur anderthalb Minuten.

Es folgte, eingeleitet durch ein Powerplay in der 28. Minute, eine Druckphase der Eisbären. Ein erneutes Überzahlspiel brachte keinen Erfolg, die anfangs etwas verunsichert wirkenden Eisbären hatten sich in das Spiel gekämpft. Ersparten sich Strafzeiten, leider blieb ihnen ein weiterer Torerfolg verwehrt. So endete der Mittelabschnitt ebenso unentschieden.

Für einen eventuellen zweiten Heimsieg musste im Schlussabschnitt noch harte Arbeit verrichtet werden. Nach Berliner Zeit 21:10 Uhr ließ der 1. Schiedsrichter Andre Schrader den Puck zum Eröffnungsbully des Schlussabschnittes fallen. Das Bully gewannen die Gäste und gleich war Eisbärengoalie Stettmer gefragt. Die ersten fünf Minuten des Schlussabschnittes gehörten den Gästen. Die Eisbären kämpften und verdienten sich den Führungstreffer in der 46. Minute durch Leo Pföderl. Er stand direkt am Pfosten und konnte die schwarze Scheibe im Tor unterbringen.

Aus dem ersten Drittel hatten beide gelernt, Strafzeiten sind zu vermeiden, im fünf gegen fünf spielt es sich besser. Alle drei Tore waren bis dahin mit einem EQ versehen. Die Tigers gaben sich nicht geschlagen und verstärkten in der Schlussphase vor über 13.000 Zuschauern ihre Angriffsbemühungen. Die Eisbären hatten einige Mühe, Entlastungsangriffe zu fahren. Beide Goalies waren gut aufgelegt. Bei einer knappen Führung dehnen sich die Sekunden zu Minuten. Knapp drei Minuten vor dem Ende nahm Craig Woodcroft Bugl vom Eis und die Eisbären verpassten zweimal das leere Tor. Das sollte sich rächen, 14 Sekunden vor dem Ende war es erneut Tim Fleischer, sein Tor stellte das Spiel auf 2:2.

Immerhin ein Punkt war zunächst gerettet. Die Entscheidung fiel zwei Minuten und 10 Sekunden vor dem Ende der Verlängerung durch Nicolas Halloran. Jonas Müller verlor den Puck und Halloran ließ sich nicht zweimal bitten. Eine bittere Niederlage für die Eisbären. Immerhin ein Pünktchen sprang ja dabei heraus, ein ganz schwacher Trost für die Eisbären.

Straubings Trainer gratulierte den Eisbären zur Meisterschaft. Es war aus seiner Sicht ein enges Spiel, ab dem zweiten Drittel haben die Eisbären ihre Qualitäten gezeigt und sind in Führung gegangen. Mit dem sechsten Feldspieler haben wir die Entscheidung erzwungen.

Eisbären-Trainer Serge Aubin gefiel das Spiel seiner Mannschaft im ersten Drittel überhaupt nicht. Erst ab dem zweiten Drittel haben wir das Eisbären-Eishockey gezeigt. Zu loben ist Jonas Stettmer. Wir haben es nicht geschafft, im empty net das Tor zu treffen. Wir werden aus diesem Spiel lernen.

Hans-Peter Becker

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Foto: Stephan Wenske

Spieldaten

Aufstellungen
Eisbären Berlin: Stettmer (Hildebrand, Neiße) – Müller (C), Mik (A); Geibel, Smith; Niemeläinen, Reinke; Panocha – Kirk, Khodorenko, Ronning; Tiffels (A), Vikingstad, Pföderl; Bergmann, Eder, Wiederer; Hördler, Leden – Trainer: Serge Aubin       

Straubing Tigers: Bugl (Haukeland, Wieber) – Brandt, Daschner; Zimmermann, Beaudin; Klein, Green; Connolly – Hede, Loibl, Halloran; Melnick, Madden, Leonhardt; McKenzie, Scott, Brandl; Varejcka, Brunnhuber, Fleischer – Trainer: Craig Woodcroft

Tore
0:1 – 21:11 – Daschner (Varejcka) – EQ
1:1 – 22:31 – Ronning (Khodorenko) – EQ  
2:1 – 45:17 – Pföderl (Mik, Tiffels) – EQ
2:2 – 59:46 – Fleischer (Leonhardt, Brandt) – 6-5
2:3 – 62:50 – Halloran – EQ

Strafen
Eisbären Berlin: 8 (8, 0, 0, 0) Minuten – Straubing Tigers: 8 (4, 4, 0, 0) Minuten 

Schiedsrichter

Andre Schrader, Bastain Steingross (Wayne Gerth, Vincent Brüggemann)

Zuschauer
13.883

Heimaufgabe gelöst – Füchse schlagen MT Melsungen 30:24 

Zum Schluss tönte wieder Mickie Krauses Partyschlager „Oh wie schön …“ durch die Max-Schmeling-Halle. Also Ende gut – alles gut? Nach den zwei Niederlagen gegen Magdeburg und in Gummersbach ist zumindest der Negativ-Lauf in der Bundesliga gestoppt. Es bleibt jedoch noch viel Arbeit, um wieder den Füchse-Handball der letzten Saison zelebrieren zu können.

 Der Weg zum Tagessieg war für den weiterhin dezimierten Füchse-Kader (neben dem schulteroperierten Prantner fehlten auch diesmal Herburger und Lichtlein) lang und schwierig. Das Bemühen war den Gastgebern nur drei Tage nach der CL-Partie gegen Aalborg nicht abzusprechen. In der Durchführung freilich wurde ein bunter Mix aus gelungenen Aktionen, technischen Fehlern, Missverständnissen und Fehlwürfen geboten. Der Vorjahres-Dritte aus Hessen agierte allerdings auch mit einer sehr variablen und robusten Abwehr. „Es war erwartet schwer gegen die taktisch gut eingestellte Abwehr der MT Melsungen“, fand Trainer Nicolej Krickau. Zusätzlich agierten die Gäste häufig mit 7 gegen 6 auf dem Feld. Die Füchse lagen zwar ab der vierten Minute vorn, konnten jedoch zweimal drei-Tore-Führungen – 7:4/8. bzw. 12:9/24.– nicht nutzen, um die Kontrolle über das Spiel zu gewinnen. Ein glänzend aufgelegter Milosavljev im Kasten (insgesamt 14 Paraden und zwei gehaltene Siebenmeter) hielt den knappen ein Tore Vorsprung zur Pause fest – 14:13.

Das Geschehen änderte sich vor den 8.020 Zuschauern auch im zweiten Abschnitt zunächst nicht. Ihre markante Stärke, das Tempospiel konnte die Füchse weiterhin nur in Ansätzen zeigen. „Wir haben nicht das Momentum gefunden, um das Spiel frü-her zu entscheiden. Insgesamt sind wir aber sehr zufrieden mit unserer Präsenz und Energie“, sagte der in Doppelfunktion als Trainer und Sportvorstand arbeitende Krickau. Die angesprochene Energie demonstrierte seine Mannschaft allerdings in der Schlussphase. Als Tobias Grøndahl, der immer besser in die Mannschaft findet und diesmal auch als Siebenmeterwerfer erfolgreich war, wieder mal auf „+Drei“ stellte – 25:22/50. Da waren die Bremsen gelöst. Der trotz einiger Fehlwürfe und Ballverluste starke Mathias Gidsel und Linksaußen Aitor Arino bauten den Vorsprung sogar aus – zum 30:24-Endstand.

Durch den Erfolg klettern die Füchse auf Tabellenplatz sechs. Am nächsten Sonntag, 28.09.2025 kommt der ThSV Eisenach in den Fuchsbau. Zuvor steht für den deutscher Meister die CL-Partie in Kielce an.                              

Für die Füchse erfolgreich: Wiede (1), Andersson (5), Ariño (4), Grøndahl (6), Gidsel (9), av Teigum (2), Günther, Marsenić (3).

Herbert Schalling

Erfolgreicher Auftritt in der Champions League

Füchse gegen Aalborg 31:28

Vor der Partie hatte es für die Berliner keine guten Nachrichten gegeben. Erst die Schulter-OP bei Rechtsaußen Leo Prantner, dann die Rückenbeschwerden von Kreisläufer Lukas Herburger, die dem Österreicher eine längere Pause aufzwingen. Schließlich wurde auch noch Spielmacher Nils Lichtlein geschont, damit sich dessen Schulterprobleme nicht verschlimmern.

Ein gehöriger Rucksack also vor der CL-Heimpremiere in dieser Saison. Doch die Füchse schulterten diese Last mit Bravour. Sie brachten ihre Vorzüge – schnelles Tempospiel und konsequente Abwehr von Anbeginn auf die Platte. Der erneut über-ragende Mathias Gidsel, ein selbstbewusst agierender Matthes Langhoff und die bei-den Außen Hakun West und Tim Freihöfer (auch vom 7-Meter-Punkt wieder sehr sicher) hatten nach 15 Minuten erstmals für einen soliden Vorsprung gesorgt – 10:7    Trainer Nikolai Krickau war hoch zufrieden mit seinem Team.“ Wir wussten, dass es nach dem Gummersbach-Spiel mental schwierig werden könnte. Aber der größte Unterschied war, dass wir heute in wichtigen Momenten das Spiel an uns gerissen haben“. Der dänische Meister, bei dem Neuzugang Juri Knorr nur wenig Einsatzzeit bekam (ein Treffer), zeigte sich durchaus beeindruckt. Da sich auch Keeper Dejan Milosavljev in verbesserter Form zeigte, wuchs der Vorsprung zwischenzeitlich sogar auf plus fünf an – 15:10/23.                                                                                                

Nach der Pause erlebten die 6.135 Zuschauer in der Max-Schmeling-Halle ein ähnli-ches Spielgeschehen. Obwohl sich die Gäste an verschiedene Abwehrvarianten versuchten, fanden die Berliner immer wieder Lücken, um den Kontrahenten auf Distanz zu halten. Erst in der Schlussphase musste der „schmale“ Füchse-Kader dem Tempospiel etwas Tribut zollen. Aalborg verkürzte seinen sieben-Tore-Rückstand – 21:27/43 noch auf drei Tore. Am Ende war der 31:28-Sieg des deutschen Meisters aber hochverdient. Trainer Nikolai Krickau: „ Es hilft sehr, wenn du den besten Spieler der Welt in deinen Reihen hast. Und das war Mathias Gidsel heute definitiv. Aber auch, wenn du gute Torhüter hast.“                                                                                 

In ihrer Vorrundengruppe stehen die Füchse nach zwei Spieltagen gemeinsam mit dem ebenfalls ungeschlagenen Team von Sporting Lissabon an der Spitze. Das nächste Spiel steht am kommenden Donnerstag bei KS Vive Kielce in Polen an. Zuvor geht es in der Bundesliga weiter. Am Sonntag, 21.09.2025 kommt die MT Melsungen in den Fuchsbau.   

Für die Füchse erfolgreich: Wiede, Darj (1), Andersson (4), Grøndahl (2), Gidsel (8), Freihöfer (7/6), Langhoff (3), av Teigum (4), Marsenić (2).

Herbert Schalling

Eisbären verlieren nach Penalty

Champions Hockey League

4. Spieltag

07.09.2025 19:00 Berlin Wellblechpalast Hohenschönhausen

EHC Eisbären Berlin – Grenoble 4:5 n.P. (2:0/2:3/0:1/0:0)

Meisterduell am 4. Spieltag in der Eishockey Champions League. Der Deutsche Meister empfing den Titelträger aus Frankreich. Die Wölfe aus den französischen Alpen kamen mit der Empfehlung eines Auswärtssieges, am 3. Spieltag in Bremerhaven, in den Welli. Das Spiel in Bremerhaven war reich an Toren, acht an der Zahl, konnten die Wölfe erzielen. Sie waren entsprechend gewarnt, die Eisbären und sie legten gleich los wie die sprichwörtliche Feuerwehr. Eine Blitzstrafe, bereits nach 5 Sekunden hob sich der Arm des Referees, bescherte den Eisbären gleich ein Überzahlspiel. Die zweite Powerplay Formation sorgte für die 1:0 Führung nach 62 Sekunden. Der Torschütze war Liam Kirk nach einer Vorarbeit von Mitchell Reinke. Das 2:0 in der 8. Spielminute war erneut das Nutzen einer Gelegenheit im Powerplay. Der erfolgreiche Abschluss gelang Marcel Noebels, das entscheidende Zuspiel kam von Liam Kirk. In der 10. Minute scheiterte Lean Bergmann nach einem Alleingang am französischen Goalie. Die Eisbären blieben bis zur ersten Drittelpause Herren des Geschehens. Ein weiteres Tor fiel nicht im Anfangsdrittel.

Den Mittelabschnitt mussten die Gäste in Unterzahl beginnen und sofort schlugen die Eisbären zu. Die 21. Spielminute war noch nicht ganz beendet und da musste Matija Pintaric im Tor der Wölfe aus Grenoble wieder den Puck aus dem Tor holen. Das dritte Tor nach der dritten Überzahl, mehr geht kaum, selbst wenn das Powerplay in der CHL nach einem Treffer nicht beendet ist. Die 100 % Quote endete mit der vierten Strafzeit für die Gäste. Einen hohen Stock von Grenobles Nummer 16 werteten die Referees mit einer 2 plus 2-Minuten-Strafe und diese vier Minuten überstanden die Gäste ohne Gegentreffer.

Das gleiche Schicksal ereilte die Eisbären in der 33. Spielminute. Kapitän Jonas Müller musste wegen eines hohen Stocks, nach Videobeweis für 4 Minuten in die Kühlbox und diese Überzahl nutzten die Gäste für drei Tore. (33., 34. und 36. Minute). Das war echt verrückt, kurz vor dem Anschlusstreffer zum 1:3 scheiterte erneut Bergmann mit einem Alleingang.

In der 39. Minute kassierten die Gäste eine Bankstrafe wegen zuvielen Spielern auf dem Eis und wie konnte es anders sein? Die Eisbären holten sich kurz vor der Drittelsirene die Führung zurück. Das Tor erzielte Blaine Byron, der einen Schuss Reinke abfälschte. Auf der Anzeigetafel stand der Zwischenstand von 4:3 und alle Tore waren Powerplay Treffer. Das war ein verrücktes Spieldrittel.

Die Gäste waren wieder dran, nach einem 0:3 Rückstand. Das Schlussdrittel durften sie in Überzahl beginnen. Das Spiel wogte hin und her, eine Entscheidung zeichnete sich lange nicht ab. Beide Goalies hatten viel zu tun. Das Spiel war nicht ganz ausverkauft, offiziell waren es 3.543 Zahlende am Sonntagabend im Welli.

Beim letzten Powerbreak, 8 Minuten vor dem regulären Spielende, hielt der knappe Vorsprung. Die letzten Kräfte wurden mobilisiert und in der 54. Minute landete ein schräges Ding im Eisbärentor. Erstaunlich, das Tor fiel ohne einen Anwesenden auf der Strafbank.

In der 58. Minute rückte Grenobles Nummer 16, Alexis Binner, wieder auf die Strafbank ein, zum dritten Mal in der Partie. Es blieb bei dem Unentschieden nach den regulären 60 Minuten. In der Verlängerung hatten beide im 3 gegen 3 beste Gelegenheiten, erst das Penaltyschießen brachte die Entscheidung. Für die Eisbären traf nur Ty Ronning, während die Gäste drei Duelle gegen den Torhüter für sich entscheiden konnten.

Hans-Peter Becker

Avatar von Hans-Peter Becker

Foto: Stephan Wenske

Spieldaten

Aufstellungen
Eisbären Berlin: Hildebrand (Stettmer) – Geibel, Mik; Müller (C), Reinke; Panocha, Smith – Hördler, Byron, Bergmann; Kirk, Pföderl, Ronning; Tiffels (A), Vikingstad, Veilleux (A); Noebels (A), Eder, Wiederer – Trainer: Serge Aubin       

Brûleurs de Loups de Grenoble: Pintaric (Stepánek) – Binner, Englund; Rautanen, Andersen; Prissaint, Crinon; Fertin – Mallet, Beauchemin, Boivin; Treille, Weigel, Dair; Raveaud, Bachelet, Leclerc; Grossetete, Gueurif, De Smitt – Trainer: Per Hanberg

Tore
1:0 – 01:58 – Kirk (Reinke, Noebels) – PP1
2:0 – 07:16 – Noebels (Kirk) – PP1  
3:0 – 20:46 – Ronning (Müller, Pföderl) – PP1
3:1 – 32:53 – Treille (Boivin) – PP1
3:2 – 33:36 – Beauchemin (Binner, Treille) – PP1
3:3 – 35:20 – Treille (Mallet) – PP1
4:3 – 38:22 – Byron (Reinke, Noebels) – PP1
4:4 – 53:55 – Grossetete – EQ
4:5 – 65:00 – Sacha Treille – PS

Strafen
Eisbären Berlin: 8 (2, 6, 0, 0, 0) Minuten – Brûleurs de Loups de Grenoble: 14 (6, 6, 2, 0, 0) Minuten 

Schiedsrichter

Christopher Schadewaldt, Cyril Debuche (Vincent Brüggemann, Kai Jürgens)

Zuschauer
3.543

Serge Aubin (Trainer Eisbären Berlin): „Wir sind natürlich enttäuscht, dass wir die 3:0-Führung noch aus der Hand gegeben haben. Wir sind gut ins Spiel gestartet und wirkten im ersten Spielabschnitt sehr frisch. Die Special Teams haben heute eine entscheidende Rolle eingenommen. Wir konnten vier eigene Treffer in Überzahl erzielen. Grenobles drei Überzahltore haben aber das Momentum auf die Seite der Franzosen wechseln lassen.“     


Jonas Müller (Verteidiger Eisbären Berlin): „Wir hätten heute gewinnen müssen. Im Fünf-gegen-Fünf war es von uns heute ein besseres Spiel als am Freitag. Matija Pintaric hat für Grenoble sehr gut gehalten. Bei beiden Teams hat das Powerplay gut funktioniert. Wir müssen uns jetzt direkt auf das kommende Spiel am Dienstag gegen Dresden fokussieren. Das wird eine schwere Partie.“

Debakel für die Füchse

Handball-Bundesliga

3. Spieltag

06.09.2025 15:40 Uhr Max-Schmeling-Halle Berlin

Füchse Berlin – SC Magdeburg 32:39 (13:22)

Bereits der 3. Spieltag bescherte dem Fuchsbau in Berlin das Aufeinandertreffen des amtierenden Meisters gegen den Vizemeister, das ewig junge Duell SC Magdeburg versus Füchse Berlin. Der Blick auf die Trainerbank der Füchse ergab ungewohntes Bild. Seit der Saison 2020/21 war Jaron Siewert der Trainer, zwei Tage vor dem Spiel wurde er zusammen mit Sportvorstand Stefan Kretzschmar freigestellt. Etwas überraschend, nach zwei Siegen zum Auftakt der neuen Spielzeit. Mit der Empfehlung von zwei Auftaktsiegen reisten auch die Magdeburger nach Berlin.

In der 15. Spielminute nahm ein Videobeweis einige Zeit in Anspruch. Es ging um ein eventuelles Foulspiel, verübt an Mathias Gidsel. Es war mehr ein unglücklicher Zusammenstoß, das Ergebnis war eine zwei Minutenstrafe gegen Magdeburgs Magnus Saugstrup. Zu diesem Zeitpunkt hatten sich die Gäste einen Vorsprung von vier Toren erspielt. Ihnen gehörte die Anfangsviertelstunde.

Die erste Auszeit im Spiel nahm Füchse-Trainer Nicolej Krickau, der bei dieser Gelegenheit den Torwart wechselte. Dank der Paraden von Lasse Ludwig kämpften sich die Füchse bis auf zwei Tore Rückstand wieder heran. Anschließend drehten die Magdeburger wieder auf, unterstützt von Torwart Sergey Hernandez Ferrer, der unglaubliche Szenen hatte. Den Treffer Nummer 20 für erzielte er selbst ins leere Füchse-Tor, zum Zwischenstand von 11:20. Gidsel bekam zwei Minuten für einen angeblichen Kopftreffer, der keiner war. Der Ball sprang von der Schulter an den Kopf, das wurde vom Schiedsrichter-Duo Ramesh und Suresh Thiyagarajah nicht per Video überprüft. Der Halbzeitstand von 22:13 für die Magdeburger war ernüchternd für die Füchse. Bob Hanning resümierte in der Halbzeit, in der Abwehr bekamen wir keinen Zugriff und Hernandez zeigte neun Paraden, da ging nichts für uns.

In der zweiten Halbzeit spielte die Mannschaft von Bennet Wiegert routiniert, ausgestattet mit einem beruhigenden Vorsprung im meist zweistelligen Bereich, die Partie herunter. Der Zwischenstand nach 40 Spielminuten 17:28, das Ding war gelaufen. Bob Hanning ahnte es bereits in der Halbzeitpause im TV. Mehr als Schadensbegrenzung ging für die Füchse nicht mehr. Der SCM blieb kompromisslos bis zum Schluss, die 38 Tore Marke hatten sie in 56. Minute erreicht, der Endstand lautete 32:39.

„Wir sind hier hergekommen, wo es an allen Ecken gebrannt hat und wir haben unseren Job gemacht.“ Bennet Wiegert Magdeburgs-Trainer

Die Diskussionen in Berlin werden weiter gehen. Die Mannschaft kann dies nur mit besseren Leistungen in den nächsten Spielen beantworten. Bereits am kommenden Donnerstag, 11. September 2025 geht es in Nantes in Frankreich in der Vorrunde der Champions League für die Füchse weiter.

Hans-Peter Becker

Bittere Niederlage bei bester Welli Kulisse

Champions Hockey League CHL

EHC Eisbären Berlin – Lukko Rauma 2:6 (1:2/0:3/1:1)

Dritter Spieltag in Champions Hockey League und das erste Heim-Wettkampfspiel der neuen Saison. Der gute, alte Welli ist durch die internationale Teilnahme der Eisbären wiederbelebt. Trainingsstätte und Spielort für den Nachwuchs ist er ja immer geblieben. Das Spiel gegen den finnischen Vertreter Lukko Rauma erinnerte an alte, glanzvolle Zeiten und so mancher Eisbärenfan von den älteren Semestern dürfte am Freitag, 5. September 2025 Tränen in den Augen gehabt haben.

In der 20. Minute hob dann auch das Dach wieder ein paar Zentimeter ab, es fiel ein Tor für die Eisbären. In Überzahl traf Ty Ronning zum 1:2 für die Eisbären. Bereits in der 5. und 13. Minute hatte die Gäste, die in der Anfangsphase deutliche Schnelligkeitsvorteile hatten, einen Vorsprung erzielt.

Im Mittelabschnitt zogen die Gäste auf 4:1 davon, zwei Tore fielen ohne eine Assistenz, Eric Gelinas und Antoine Morand, zwei Landsleute von Eisbären-Trainer Serge Aubin aus dem Mutterland des Eishockeys, überwanden Jonas Stettmer mit Schüssen aus dem Hinterhalt. Sein Kollege aus Finnland, Anti Raanta, 277 NHL Einsätze, machte gute Eisbären-Chancen zunichte.

Als in der 34. Minute Anton Olsson das 5:1 für die Finnen erzielte, hatte Aubin ein Einsehen und wechselte den Torwart. Jake Hildebrand übernahm und konnte bis zur letzten Drittelpause seinen Kasten sauber halten. Es war nicht der Abend der Eisbären, die Gäste effektiv und die Eisbären? Wenigstens die Stimmung im Welli stimmte, das war immer so, bereits zu den Zeiten, als die Eisbären der Konkurrenz meist unterlegen waren.

Der Schlussabschnitt begann wie die anderen zuvor, mit einem schnellen Tor für die Gäste. Allerdings wurde es drei Minuten nach dem 1:6 gleich ein bisschen erträglicher. Ein Konter, eingeleitet von Yannick Veilleux, gleich von der Strafbanktür aus und Andreas Eder vollendete. Dass es jetzt losgeht, blieb ein frommer Wunsch, dafür waren die Gäste ein bisschen zu groß. Der Welli war ausverkauft und gefeiert wurde trotzdem. Sie schraubten kräftig an ihrem dritten Treffer. Eine Überzahl in den letzten beiden Spielminuten half nicht. Wenigstens ein Drittel konnten die Eisbären nach Toren ausgeglichen gestalten.

Lange brauchen die Eisbären nicht über diese Niederlage zu grübeln, in knapp 48 Stunden wartet, wieder im Welli, der französische Meister aus Grenoble auf die Eisbären.

Hans-Peter Becker

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Fotos: © Stephan Wenske

Spieldaten

Aufstellungen
Eisbären Berlin: Stettmer (ab 34. Spielminute: Hildebrand) – Müller (C), Mik; Geibel, Reinke; Panocha, Smith – Tiffels (A), Pföderl, Ronning; Kirk, Byron, Veilleux (A); Hördler, Vikingstad, Eder; Noebels (A), Wiederer, Bergmann – Trainer: Serge Aubin       

Lukko Rauma: Raanta (Salonen) – Almari, Stenqvist; Välilä, Gélinas; Peters, Ervasti; Olsson, Viitasalo –Haapanen, Morand, Beaucage; Hämäläinen, Intonen, Tuuva; Jandric, Krannila, Westerholm; Ikonen, Joki, Saarela – Trainer: Tomi Lämsä

Tore
0:1 – 04:34 – Jandric (Westerholm) – EQ
0:2 – 12:32 – Gélinas – EQ
1:2 – 19:19 – Ronning (Tiffels, Pföderl) – PP1
1:3 – 21:21 – Morand – EQ
1:4 – 24:38 – Beaucage (Morand) – PP1
1:5 – 33:42 – Olsson (Hämäläinen) – EQ
1:6 – 40:31 – Stenqvist (Haapanen, Beaucage) – EQ
2:6 – 43:16 – Eder (Noebels, Veilleux) – EQ

Strafen
Eisbären Berlin: 8 (2, 4, 2) Minuten – Lukko Rauma: 10 (4, 4, 2) Minuten 

Schiedsrichter

Marian Rohatsch, Kilian Hinterdobler (Yannik Koziol, Kenneth Englisch)

Zuschauer
4.227

EHC Eisbären – Pressekonferenz zur Saisoneröffnung

Die Ziele sind wieder hochgesteckt beim amtierenden Meister. Alles andere als einen zweiten Titelhattrick anzustreben wäre tiefgestapelt. Es ist fast schon eine Tradition geworden, zur Saisoneröffnung die Presse in den Sitz der GASAG auf dem EUREF-Campus in der Nähe zum Südkreuz einzuladen. In diesem Jahr war der Ort besonders passend, die Partnerschaft des Berliner Energieversorgers mit den Eisbären hat 30-jähriges Jubiläum. So gebührten die ersten Worte dem Vorstandsvorsitzenden. Er verwies auf die wahrscheinlich längste Partnerschaft im Profisport. War es einst Billy Flynn oder ein Beschluss des Senats, egal, was 1995 im Welli begann, führte zum ersten Meistertitel 2005 in der DEL und es kamen 10 weitere dazu. Was das Titelsammeln anbetrifft, im Berliner Profisport sind nur die BR Volleys und die Wasserfreunde Spandau ähnlich erfolgreich  

30 Jahre Sponsoring – ein Sondertrikot als Geschenk für GASG Vorstand Georg Friedrichs

Diese Erfolge sind mit ein Grund dafür, dass Eisbären-Geschäftsführer Thomas Bothstede stolz verkünden konnte, der Dauerkartenverkauf musste bei 6.500 gestoppt werden. Ein neuer Rekord, für stimmungsvolle Eishockeyspiele ist vorgesorgt.

Große Veränderungen im Kader hat es, im Gegensatz zu vielen anderen Teams in der DEL, nicht gegeben. Der für die Kaderplanung verantwortliche Stephane Richer betonte, dass wenig Abgänge zu verzeichnen sind. Die Mannschaft weist zudem einen starken deutschen Kern aus. Nachwuchsstürmer Maxim Schäfer, der in der vergangenen Saison in 37 Spielen zum Einsatz kam, wechselte kurzfristig nach Nordamerika. „Maxim ist ein sehr talentierter Stürmer, der in seinem ersten Jahr als Profi direkt überzeugen konnte. Wir hatten ihn für die neue Saison in unserem Kader eingeplant. Maxims Berater und Chicoutimi haben sich aber kürzlich bei uns nach der Möglichkeit erkundigt, ob Maxim in der QMJHL auflaufen kann. Auch Maxim selbst hat den Wunsch geäußert, in Kanada zu spielen. Uns wurden die Möglichkeiten aufgezeigt, die sich ihm in einer der besten Nachwuchsligen der Welt bieten. Da diese für seine Entwicklung förderlich sind, sind wir dem Wunsch nachgekommen“, erklärte Richer in einer vorangegangenen Pressemitteilung.

Auf dem Podium, als Kapitän der Mannschaft, Platz genommen hatte Jonas Müller. Leider hat sich sein Verteidigerkollege und Kapitän Kai Wissmann verletzt und wird länger ausfallen. Ein kurzfristiger Ersatz ist nicht geplant. Allerdings laborieren die Verteidiger Markus Niemeläinen und Marco Nowak weiter an ihren Verletzungen. Die beiden bereits absolvierten Spiele in der Champions Hockey League (ein Sieg und eine Niederlage) wurden mit nur sechs Verteidigern absolviert. Schwerstarbeit bisher für den Kapitän Jonas Müller, mit einer durchschnittlichen Eiszeit von fast 25 Minuten.

Trainer Serge Aubin zeigte sich sehr zufrieden mit dem Kader und den Leistungen in der Vorbereitung. Die Mannschaft arbeitet hart im Training und die Spieler sind mit guter Fitness aus der Sommerpause gekommen. Auch dass der Saisonauftakt nach dem Eröffnungsspiel gegen Aufsteiger Dresdner Eislöwen im Anschluss gleich drei schwere Auswärtspartien (Köln, Mannheim, Bremerhaven) bereithält, wird nicht als Problem angesehen. In der vergangenen Saison mussten die Eisbären zuerst zwei Auswärtsspiele absolvieren, die gewonnen werden konnten. Trotzdem bleibt ein guter Saisonstart wichtig.

Die bevorstehende Saison wird vom 28. Januar bis 24. Februar 2026 unterbrochen, Grund sind die Olympischen Spiele. Bis dahin werden 44 Spiele in der DEL absolviert sein, mit bis dahin hoffentlich reicher Ausbeute an Punkten.

Hans-Peter Becker

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Fotos: © Hans-Peter Becker/Sportick