Meteor 06 hält weiter die Poleposition

Der BFC Meteor 06 schickt sich an, einen seit Jahrzehnten nicht erreichten Platz in der höchsten Berliner Spielklasse zu beanspruchen. In der vergangenen Saison scheiterte man in der Relegation noch knapp am SSC Südwest. Der machte den Aufstieg in die Berlin-Liga perfekt, steht jedoch in der aktuellen Spielzeit dort am Tabellenende. Die Meteore von der Weddinger Ungarnstraße sind jetzt dagegen inoffizieller Herbstmeister. Der Sieg im Topspiel des vergangenen Spieltages gegen Absteiger Teutonia Spandau (Tabellenzweiter) ebnete den Weg dorthin. In der Landesliga II holte die Mannschaft nun an einem ungemütlichen Freitagabend beim 2:0 die dafür nötigen Punkte gegen die Zweitvertretung von Viktoria 89.

Meteors Demba Mendy in Weiß legt zum eins zu null vor.

Alles andere als leicht fiel dem Tabellenführer dieser Sieg. Die U23 der Viktoria ist eine technisch gute Mannschaft, die erst mit dem Schlusspfiff wirklich besiegt war. Fast könnte man denken: Warum tritt diese Mannschaft nicht an Stelle des überforderten Oberliga-Teams an? Zuvor leuchtete der blaugelbe Himmelskörper in Hälfte eins eher matt. Eine frühe Führung im zweiten Abschnitt – nach einem Chancenplus der Gäste zuvor – ließ mehr Zuversicht aufkommen. Torjäger Simon Böhm hätte bei seiner athletischen Fallrückzieher-Einlage beinahe das Tor des Monats zum 2:0 erzielt. Die Gäste waren besonders bei Standards – auch nach weiten Einwürfen – nah dran am Ausgleich, machten Meteor weiter das Leben schwer. Mehr als ein Lattenroller auf dem Kasten von Heimtorwart Selvedin Begzadic war derweil nicht drin.

Ein wenig mehr Gift als nötig kam in die Partie, als anfangs ein Meteor-Akteur bei der Ausführung einer Ecke ausrutschte, und die halbe Mannschaft des Gegners das Missgeschick feierte. „Das gehört sich nicht. Ich habe es auch bereits in der Pause den Unparteiischen und dem Trainer Viktorias vorgeworfen“, sagte Adel Ghazi, Geschäftsführer bei Meteor.

In den eigenen Reihen hatte er kurz vor Schluss noch eine Ampelkarte für Defensivmann Bardya Ahmadisad-Yekta zu bedauern. Fast mit dem Schlusspfiff deckungsgleich tütete Einwechsler Mohammed Hamiss den Sieg mit dem zweiten Tor des Tages ein. Bereits am kommenden Mittwoch, 17.12.2025, steht an der Ungarnstraße das nächste besondere Treffen an. Im neu angesetzten Spiel kommt der Dritte Stern Marienfelde. Dann ist für dieses Jahr bis zum 16. Spieltag im Februar erstmal Schluss.

Text und Fotos: Frank Toebs

Pflichtaufgabe erfüllt

Füchse gewinnen gegen Wetzlar 35:28


Drei Tage nach dem Mega-Fight in Flensburg mussten sich die Füchse in der Bundesliga dem Alltag stellen. Im Heimspiel gegen die HSG Wetzlar, den Vorletzten, der gerade nach Trainer gewechselt hatte. Bei den Füchsen kehrten Nils Lichtlein und Lukas Herburger nach längeren Verletzungspausen zurück. Während Lasse Andersen noch pausierte.

Der erste Treffer gehörte dann den Gästen. Danach warfen die Gastgeber den Tempo-Turbo an und kontrollierten die Partie. Die Tore zur deutlichen Führung – 9:5/12. – gelangen von allen Positionen. Von Aussen (Hakun West), vom Kreis (Marsenic/ Darj), von der Siebenmeter-Marke (Grøndahl) und natürlich durch Mathias Gidsel, der aus scheinbar jeder Position den Ball ins Tor werfen kann. Die 8.217 Zuschauer und Trainer Nicolej Krickau hatten am Verlauf und dem Ergebnis – 19:13 – wenig auszusetzen. „Mit der ersten Halbzeit bin ich sehr zufrieden, vor allem mit unserer Energie und Intensität in der Abwehr“. Der ziemlich souveräne Auftritt fand in den zweiten 30 Minuten keine Fortsetzung. Vorn fehlte zeitweilig die Präzision bei den Abschlüssen und hinten funktionierte die Abstimmung zwischen Abwehr und Torhüter nicht mehr 100%ig. Der sechs-Tore-Vorsprung jedoch konnte über die gesamte zweite Hälfte gehalten werden. Nach dem 35:28-Sieg bleiben die Füchse Tabellen-Fünfter.

Bevor am kommenden Sonntag, 21.12.2025 die Rückrunde startet – die Berliner spielen in Minden – steht am Donnerstag, 18.12.2025 das Pokal-Viertelfinale gegen den THW Kiel an.

Für die Füchse erfolgreich: Darj (3), Ariño (1), Grøndahl (7/4), Lichtlein (4), Gidsel (10), Freihöfer (1), Pichiri (3), Langhoff (2), av Teigum (2), Marsenić (2).

Herbert Schalling

Volleyball Sparda 2. Bundesliga Pro Damen: BBSC mit Doppelspieltag in Köpenick

Gleich zweimal darf das BBSC Team am kommenden Wochenende in der Sparda 2. Bundesliga Pro auflaufen: Am Samstag, 13.12.2025, sind zunächst um 18:00 Uhr die Youngster vom VC Olympia Dresden zu Gast. Danach folgt am Sonntag, 14.12.2025, um 15:00 Uhr das Heimspiel gegen die ESA Volleys Grimma. Beide Spiele sind in der Köpenicker Hämmerlinghalle zu sehen. Die Gästeteams sind in der Tabelle auf den Plätzen 7 und 8 deutlich vor dem BBSC platziert.

Der VC Olympia Dresden hat bisher in 6 von 11 Spielen den Sieg feiern können. Dabei handelt es sich um ein Ausbildungsteam, welches extrem jung ist. Die älteste Spielerin ist 19 Jahre, die jüngste gerade mal 15. Außerdem beeindrucken die Gäste durch ihre Größe. 11 Spielerinnen sind über 1,80m. Das stellt die Heimmannschaft vor besondere Herausforderungen im Angriff und im Block-Abwehrverhalten. Zwar können die Dresdnerinnen wegen ihrer Jugend noch nicht über so viele Spielerfahrungen in Grenzsituationen verfügen, doch machen sie dies durch das sehr intensive Training mit hoher Qualität wett. In den letzten Spielen fiel auf, wie routiniert und abgeklärt die Youngster wirkten. In Dresden wird seit Jahren das Jugendteam so auf die Anforderungen der 1. Liga vorbereitet, dass immer wieder Talente in die Mannschaft des Dresdner SC oder anderer Erstliga-Teams wechseln können. Trainer Andreas Renneberg hat hier seit Jahren eine Klasse-Ausbildungsleistung in der Entwicklung der Talente erbracht, so schafften vor diesem Saisonbeginn vier Talente den Sprung in die 1. Liga.

Die ESA Volleys Grimma haben zu Saisonbeginn auch einen deutlichen Umbruch erlebt, wenngleich er nicht so heftig wie in Berlin war. Fünf Neuzugänge tragen in dieser Saison erstmals das Trikot der ESA Volleys. Mit Meghan Barthel (vier Jahre 1. Bundesliga in Erfurt, Münster und Aachen), Salley Marong (2.BL PRO VCO Dresden), Emely Nowak (Energie Cottbus, ehemals VCO Dresden), Ylva Holtues (USC Münster II und VCO Münster) und Sydney Moore (USA, College Liga) verstärken fünf wirklich gute Spielerinnen die Grimmaer Volleys. Durch die Verjüngung und Umstrukturierung des Teams zur Saison 2025/26 ist der Spielstil insgesamt dynamischer, aber auch risikoreicher geworden. Trainer Jorge Munari betonte, dass der Fokus der Saison weniger auf reiner Ergebnisorientierung als auf Entwicklung eines mutigen, modernen Spielstils liegt. Ein Wiedersehen gibt es mit den Dreblow-Schwestern: Marie spielte jahrelang für den BBSC, Sophie in der 1. Bundesliga für Potsdam, Straubing und Dresdner SC. Auch die letztjährige Punktegarantin Meret Singer (vom VCO Münster nach Grimma gekommen) wird wieder für die Gäste auflaufen.

Da kommt also ein ganz harter Brocken auf die BBSC-Girls zu. Vor zwei Wochen gelang endlich der erste Sieg in der Saison, und das ganze garniert mit einem wirklich guten Spiel. Trainer Manuel Müller hofft wieder, dass vielleicht die eine oder andere verletzte Athletin wieder einsatzfähig wird, wenngleich die Vollbesetzung des Aufgebots aufgrund der vielen langwierigen Verletzungen ein Wunschtraum bleibt. Das BBSC-Team hat es jedoch in den letzten Wochen geschafft, deutlich stabiler zu agieren und zur früher gezeigten Sicherheit in den Aktionen zurückzukehren. Es gilt, den Kampf gegen die favorisierten Gäste aufzunehmen und richtig gegenzuhalten. Gegen einen solch starken Gegner hat der BBSC nichts zu verlieren, das Team kann befreit aufspielen. Mit einer echten Teamleistung wollen die Berlinerinnen das Publikum überzeugen. Freuen wir uns auf ein attraktives Heimspiel!

Burkhard Kroll/BBSC Berlin

Tumulte nach Croatia-Kantersieg

NOFV-Oberliga-Duell wird erst nach Abpfiff hitzig

Kellerduell in der Oberliga auf Kunstrasen. Ein Sechs-Punkte-Spiel zwischen den Gästen vom Aufsteiger SD Croatia und dem FC Viktoria 89 fand mit 0:8 (0:3) einen denkwürdigen Ausgang. Nicht ganz zweistellig, doch ein Kantersieg, der die Hausherren ins Land der Tränen stürzen dürfte auf alle Fälle. Dabei war nach dem Heimsieg vor einer Woche gegen Hansa Rostock II (4:2) die Hoffnung auf einen weiteren Dreier bei den Himmelblauen sicher groß.

Croatia feiert den Kantersieg

Ein Elfmeter (19.) brachte für den SD die Sache ins Rollen. Mittelfeld-Allrounder Bene Brecht verwandelte sicher. Weil es sich so gut anfühlte, legte er in Hälfte eins noch zweimal nach. Ein echter Hattrick, des früheren Kapitäns bei Berlin-Ligist Berliner SC. Chancenlos waren die Gastgeber im ersten Abschnitt aber keineswegs. Es fehlte bei einigen Gelegenheiten nur an Präzision und energischem Nachsetzen. Croatia-Torwart Pascal Kühn ließ derweil in keiner Phase Unsicherheit erkennen. Sein Gegenüber Laurenz Pohlmann hatte an allen acht Gegentreffern keinen Anteil. Bereits in den ersten 45 Minuten spielte der Tabellenvorletzte im Verlauf deutlich überlegen. Der Stand bei den herausgeholten Eckstößen war hier zusätzlich offensichtlich. Statt ballsicher und ohne Schnickschnack im zweiten Abschnitt noch eine Chance zu suchen, verzettelten sich die Viktoria-Spieler in Einzelaktionen. Weder Trainer Haydar Hinisli noch Kapitän Enes Küc auf dem Spielfeld gelang es, die richtigen Worte und Einstellung zur Stabilisierung zu finden. Letztlich wäre ein zweistelliger Sieg für den Tabellennachbarn Croatia durchaus möglich gewesen.

Ein deprimierender Schlagabtausch, der die ohnehin schon geringe Zuschauerzahl beim einstigen Drittligisten in den nächsten Partien kaum in die Höhe treiben wird. Wenn nicht ein Wunder geschieht, wird sich der FC Viktoria 89 – mit einer weiterhin großartigen Jugendabteilung – im nächsten Jahr in der Berlin-Liga wiederfinden. Zum Trost ist die Mannschaft der Frauen, mit ihrer ausgegliederten Gesellschaft (nach eigener Formulierung GAME CHANGER CLUB), am Sonntag im Auswärtsspiel der 2. Bundesliga erfolgreicher gewesen. 3:2 war der Endstand beim VfR Warbeyen.)

Streit nach Abpfiff

Nach dem Abpfiff entfernten sich einige Spieler und Zuschauer abseits des Spielfeldes sehr weit vom sportlichen Ideal. Von einer verbalen Auseinandersetzung ausgehend, bildeten sich plötzlich schlagkräftige Gruppen mit Akteuren und Anhängern beider Klubs. Ein Viktoria-Ordner versuchte noch den Tumult zu schlichten, bekam dabei aber selbst einen Schlag ab. Von wem, muss sich erst klären. Das unrühmliche Ende des Advents-Nachmittags war die Ankunft von sechs Polizeifahrzeugen mit Blaulicht und Sirene.

Das Durcheinander wird einerseits noch eine Meldung des Schiedsrichter-Gespannes an den Nordostdeutschen Fußballverband (NOFV) nach sich ziehen. Auf der anderen Seite kann eine Aufklärung wohl eher im Sinne einer Strafverfolgung der Staatsanwaltschaft wegen Körperverletzung und Beleidigungen erfolgen. Da wir der Meinung sind, dass die Initiative zum Konflikt von Viktorias Kapitän und Ex-Drittliga-Spieler Enes Küc ausging, sieht es nach dieser deftigen Niederlage des Tabellenletzten in mancherlei Hinsicht nicht gut aus für den noch vor kurzem ambitionierten Traditionsverein. Die Weisheit der alten Fußballkenner „ehrlich ringen, bescheiden siegen, lächelnd verlieren“ – auch wenn’s beinahe zweistellig ist – bleibt ein Ideal, das so manche Mannschaft noch in der Praxis bestätigen muss. Zu befürchten ist: eine Menge Akteure werden sie lebenslang nicht erfassen.

Text und Fotos: Frank Toebs

Eisbären besiegen Dresden im Ostderby

DEL Saison 2025/26

26. Spieltag

07.12.2025 14:00 Uhr Uber-Arena Berlin

EHC Eisbären Berlin – Dresdner Eislöwen 5:1 (2:1/2:0/1:0)

Mit dem Heimspiel gegen den Aufsteiger aus Dresden begann am 9. September 2025 die neue Saison für die Eisbären. Es wurde gegen damals chancenlose Eislöwen ein deutlicher Sieg. Die erste Hälfte der Spielzeit ist absolviert und der Beginn der zweiten Hälfte bescherte den Eishockeyfreunden aus Dresden und Berlin erneut ein Aufeinandertreffen der beiden einzigen im Osten ansässigen DEL-Teilnehmer. Den Eislöwen ist bisher die Luft in der DEL überhaupt nicht bekommen. Nur ganze zwei Siege nach regulärer Spielzeit und 108 Gegentore, als Tabellenletzter reisten sie nach Berlin. Lange wurde am Aufstiegstrainer Niklas Sundblad festgehalten. Hinter der Bande tragen mit Headcoach Gerry Fleming und Assistent Craig Streu zwei Trainer mit Eisbärenvergangenheit die Verantwortung. Das hatte bereits vor dem Spiel eine gewisse Brisanz. Zumal die Eislöwen zuvor, nicht unbedingt erwartet, in Augsburg drei Punkte mitnehmen konnten. Hielt der positive Effekt des Trainerwechsels auch in Berlin an?

Die Anfangsphase gehörte den Eisbären, erst nach gut drei Minuten gestatteten die Eisbären den Eislöwen den ersten Torschuss. Im Gegenzug schlug es dann im Tor der Dresdner ein. Yannick Veilleux mit einem verdeckten Schuss am Dresdner Goalie vorbei zum 1:0. Nach zehn Minuten hatten die Gäste eine Chance, nach einer Unsicherheit in der Eisbären-Abwehr. Anschließend bekamen die Eislöwen ein Powerplay, das Tor erzielten die Eisbären, ein shorthander von Markus Vikingstad. In der 18. Minute schlug es im Eisbärentor hinter Jonas Stettmer ein. Er vertrat heute den wohl angeschlagenen Jake Hildebrand, der nicht im Kader stand. Travis Turnbull, der Kapitän der Eislöwen, konnte irgendwie einen Schuss absetzen und es stand nur 2:1. Was der DEL-Neuling im Anfangsdrittel bot, war nicht liga-tauglich, ein peinlicher Auftritt. Der Zwischenstand nach dem ersten Drittel um so erstaunlicher. Einen Vorwurf konnte den Eisbären nicht erspart werden, aus der drückenden Überlegenheit hätten sie mehr müssen. Die beiden Powerplay Situationen für die Eisbären waren keine Offenbarung. Dass die Eisbären den ersten shorthander der Saison gegen Dresden erzielten konnten, war angesichts der Abwehrleistung kein Wunder.

So ganz unbekannte Namen spielten nicht auf dem Eis in Berlin und im Mittelabschnitt kamen die Gäste etwas besser in das Spiel. Sie versuchten, angetrieben von ihrem erstklassigen Support, die Hartmut-Nickel-Kurve hatte einige Mühe dagegen anzukommen, die Eisbären zu Fehlern zu verleiten. Ab der 24. Spielminute zogen die Eislöwen ein recht ansehnliches Powerplay auf und erspielten sich vier Einschussmöglichkeiten. Zur Hälfte der Spielzeit hatten sich die Gäste besser in das Spiel gefunden, dazu kam, dass die Eisbären ihre Souveränität eingebüßt hatten. Im Mittelabschnitt gestaltete sich ein völlig anderes Spiel. Der Treffer zum 3:1 in der 37. Minute durch Andreas Eder sorgte für tiefes Durchatmen im Lager der Eisbären und Balsam tröpfelte auf die Seele, als Frederik Tiffels zum 4:1 traf. Das war dann auch der beruhigende Zwischenstand nach zwei gespielten Dritteln.

Die Messe war dann gesungen ab der 42. Minute, Andreas Eder netzte ein zum 5:1. Ab jetzt hieß es die Konzentration hochhalten und sicher die drei Punkte einfahren. Die Eislöwen ergaben sich schließlich ihrem Schicksal. Sie hatten im Mittelabschnitt alles versucht, die Eisbären wackelten ganz kurz, dann setzte sich wieder die größere individuelle Klasse der Eisbären durch. Es wird schwer für den Aufsteiger, die Klasse zu halten. DEL-tauglich war an diesem Nachmittag lediglich der Support der Fans aus Elbflorenz. Ein ähnlich deutlicher Sieg wie zum Saisonauftakt sprang heraus.

Die Pressekonferenz nach dem Spiel dauerte etwas länger, der Trainerwechsel in Dresden und das bevorstehende Wintergame im Rudolf – Harbig Stadion rückten in den Mittelpunkt des Interesses. Der neue Dresdner Trainer hat den Glauben an den Klassenerhalt nicht aufgegeben. Es muss von Wechsel zu Wechsel und von Spiel zu Spiel akribisch gearbeitet werden. Zudem muss nach den Gründen gesucht werden, warum einige Akteure nicht ihr volles Leistungsvermögen ausschöpfen.

Die Eisbären waren mit dem Wochenende zufrieden, mit sechs Punkten wurde die maximale Ausbeute eingefahren und die unheilvolle Serie, dass auf einen Sieg zuletzt stets eine Niederlage folgte.

Hans-Peter Becker

Foto: Stephan Wenske

Aufstellungen
Eisbären Berlin: Stettmer (Neiße) – Müller (C), Reinke; Smith, Mik; Panocha, Lancaster – Tiffels (A), Kirk, Pföderl; Bergmann, Vikingstad, Eder; Noebels, Byron, Veilleux (A); Hördler, Wiederer, Leden – Trainer: Serge Aubin       

Dresdner Eislöwen: Schwendener (Olkinuora) – Johansson, McCrea; Hammond, Braun; Suvanto, Karlsson; Riedl – Ortega, Chartier, Parkes; Fox, LeBlanc, Turnbull; Bouma, Andres, Yogan; Gorcik, Korte, Hendreschke – Trainer: Gerry Fleming

Tore
1:0 – 02:30 – Veilleux (Noebels) – EQ
2:0 – 08:53 – Vikingstad (Tiffels, Mik) – SH1
2:1 – 17:02 – Turnbull – EQ
3:1 – 35:58 – Eder (Byron, Noebels) – EQ
4:1 – 38:56 – Tiffels (Kirk, Stettmer) – EQ
5:1 – 41:46 – Veilleux (Noebels, Panocha) – EQ  

Strafen
Eisbären Berlin: 12 (2, 2, 8) Minuten – Dresdner Eislöwen: 12 (6, 4, 2) Minuten 

Schiedsrichter

Sean MacFarlane, Benjamin Hoppe (Wayne Gerth, Patrick Laguzov)

Zuschauer
14.200

Eisbärensieg gegen Iserlohn

DEL Saison 2025/26

25. Spieltag

05.12.2025 19:30 Uhr Uber-Arena Berlin

EHC Eisbären Berlin – Iserlohn Roosters 5:3 (2:0/1:3/2:0)

Teil 1 des Heimspielwochenendes für die Eisbären am zweiten Adventswochenende. Der Tabellenletzte und Vorletzte haben sich angekündigt. Los ging es am Freitag mit den Iserlohn Roosters, dem vorletzten der aktuellen Punktewertung. Punkte werden immer gebraucht. Das erste Spiel gegen die Roosters konnten die Eisbären in Iserlohn knapp mit 4:3 für sich entscheiden.

Es begann mit einer Panne, die Einlaufshow begann ohne Ton und dem üblichen Feuerwerk. Bei der Eisbären-Hymne war alles in Ordnung. Ein ausgedünnter Kader der Eisbären musste den Kampf aufnehmen. Nur drei komplette Reihen und dazu zwei Stürmer, da konnten die Gäste etwas mehr aufbieten. Fast hätten sie nach knapp 90 Sekunden gleich ein Ausrufezeichen setzen können, Jake Hildebrand konnte die Sache bereinigen. Nach exakt sechs Minuten gelang den Eisbären das 1:0. Yannick Veilleux, der zuvor eine Strafe wegen eines Kniechecks abgesessen hatte, versenkte den Puck. Bis zur ersten Drittelpause hatten die Eisbären die besseren Chancen und nutzten ein Powerplay, um auf 2:0 zu erhöhen. Andy schickte den Puck durch die Verteidiger hindurch ins Tor, es war wohl auch etwas abgefälscht. Der Treffer fiel fünf Sekunden vor Ablauf der Spieluhr. Zuvor hatten die Gäste zwei gute Möglichkeiten. Ein überlegen geführtes Anfangsdrittel endete für die Eisbären mit eins, zwei Toren zu wenig.

Die Gäste mussten was tun, wie es so schön heißt, die Dresdner Eislöwen hatten am Tag zuvor mit der neuen Trainer Crew gewonnen und machen den Iserlohnern Druck von unten. In Dresden wird man das Spiel mit großem Interesse verfolgt haben, zum einen, Gegnerbeobachtung für das nächste Spiel und hoffen auf einen Erfolg der Eisbären, dann wäre ihr Sieg in Augsburg noch veredelt worden. In der 24. Minute gelang den Roosters der Anschlusstreffer durch Daniel Fischbuch. Mit Genugtuung wird dann, nicht nur bei den Eisbärenfans, auch in Dresden der Treffer von Liam Kirk zum 3:1 in der 26. Minute registriert worden sein. Im Rahmen ihrer Möglichkeiten kämpften die Roosters weiter und belohnten sich mit dem erneuten Anschlusstreffer durch Robin Norell in Minute 38. Sie hatten zu viele Chancen liegen lassen. Das rächte sich endgültig in der 40. Minute. Kyle Wood schickte einen mächtigen Schlagschuss, kurz hinter der blauen Linie, in Richtung Hildebrand Tor und es schlug ein. Ein Vorsprung war abgeschmolzen und mit dem Schlussdrittel begann quasi das Spiel wieder von vorn.

Die Gäste witterten Morgenluft, mussten sich zunächst eines Überzahlspiels der Eisbären erwehren. Da hatten sie Glück, dass der Puck am Gestänge abprallte. Marcel Noebels hatte zu genau gezielt. In Unterzahl hätte Frederik Tiffels die Eisbären wieder in Führung bringen können. So wurde es zu einer Kraftfrage, wie gesagt, die Eisbären mit kurzer Bank. Eine Überzahl, zehn Minuten vor dem regulären Spielende, brachte nichts ein. Die Gäste witterten mehr und mehr Morgenluft und wurden gebremst in der 52. Minute. Ein Schlagschuss von Leonard Pföderl schlug ein, der war zusätzlich mit einer Portion Frust, resultierend aus den vergebenen Chancen, versehen. Gewissermaßen ein Test, was so ein Tornetz aushält. Nach zwei guten Möglichkeiten für die Gäste schloss in der 55. Minute Andy Eder einen Angriff mit dem 5:3 ab. Das war Balsam für die Nerven. Fliegend nahmen die Roosters ihren Goalie vom Eis. Nutzten ein verpasstes empty net Tor für eine Auszeit. Mit turbulenten Szenen vor dem Eisbärentor ging das Spiel zu Ende. Es blieb beim letztlich verdienten Sieg für die Eisbären. Drei wertvolle Punkte waren unter Dach und Fach. Über den Kampf ins Spiel finden und gewinnen, das wird auch für die kommenden Spiele gelten. Besonders gefeiert von den Fans wurde der Doppeltorschütze Andreas Eder.

Hans-Peter Becker

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Foto: Stephan Wenske

Spieldaten

Aufstellungen
Eisbären Berlin: Hildebrand (Stettmer) – Müller (C), Reinke; Mik, Smith; Panocha, Lancaster – Tiffels (A), Vikingstad, Veilleux (A); Kirk, Eder, Pföderl; Noebels, Byron, Bergmann; Hördler, Wiederer – Trainer: Serge Aubin       

Iserlohn Roosters: Hane (Jenike) – Ugbekile, Wood; Huß, Lassen; Niehus, Norell; Elten – Jentzsch, Cornel, Fischbuch; Camara, Boland, Thomas; Napravnik, Salsten, Törnqvist; Saffran, Neumann, Borzecki – Trainer: Stefan Nyman

Tore
1:0 – 06:00 – Veilleux (Mik, Tiffels) – EQ
2:0 – 19:55 – Eder (Lancaster, Reinke) – PP1
2:1 – 23:54 – Fischbuch (Cornel, Ugbekile) – EQ
3:1 – 25:37 – Kirk (Noebels, Byron) – EQ
3:2 – 37:05 – Norell (Niehus) – EQ
3:3 – 39:11 – Wood (Fischbuch, Ugbekile) – EQ
4:3 – 51:10 – Pföderl (Reinke, Kirk) – EQ
5:3 – 54:28 – Eder (Lancaster, Veilleux) – EQ

Strafen
Eisbären Berlin: 4 (2, 0, 2) Minuten – Iserlohn Roosters: 6 (2, 0, 4) Minuten 

Schiedsrichter

Marian Rohatsch, Achim Moosberger (Maksim Cepik, Patrick Laguzov)

Zuschauer
14.022

Die Wasserfreunde müssen gewinnen

Euro Cup Gruppenphase Spiel 5

04.12.2025

Wasserfreunde Spandau 04 – Steaua Bukarest (Rou)

Spielort: Schwimmhalle Schöneberg, Sachsendamm 11, 10829 Berlin

Spielbeginn: 19:00 Uhr

Die Wasserfreunde Spandau 04 stehen vor dem ersten entscheidenden Spiel, in dem sie sich noch für das Achtelfinale des Euro-Cups qualifizieren können. Von den bisherigen 4 Spielen konnten die Berliner nur eines gewinnen. Das war in Bukarest, am 30.10.2025, mit 11:9. Das Heimrecht stellt zwar einen Vorteil dar, aber auch wenn die Auswärtspartie gewonnen wurde, muss dieses Spiel nicht unbedingt ein Spaziergang zum Sieg werden.

Das Team von Trainer Marin Restovic benötigt sein gesamtes Können, um die 3 Punkte gegen die Rumänen festzuhalten und auf dem eigenen Konto zu verbuchen. Der Armeeclub aus der rumänischen Hauptstadt konnte bisher in der Gruppenphase noch keinen Punkt gewinnen, ist aber definitiv nicht zu unterschätzen. Die Mannschaft, die mit vielen Nationalspielern besetzt ist, hat sich bisher deutlich unter ihrem Wert verkauft.

Die Motivation bei den Berliner ist groß und es ist ein temperamentvolles Spiel zu erwarten, um sich selbst ein Weihnachtsgeschenk zu machen. Aber auch bei einem Sieg ist das Team noch nicht für die nächste Runde qualifiziert. Im letzten Spiel, am 12.02.2026 gegen VK Sabac Elixier aus Serbien muss dafür vor heimischer Kulisse noch ein weiterer Sieg folgen.

Allerdings muss immer der erste Schritt vor dem zweiten Schritt gemacht werden. Darum müssen die Wasserfreunde am Donnerstag, 04.12.2025 gewinnen und brauchen dafür die Unterstützung ihrer Fans.

Peter Röhle/Wasserfreude Spandau 04

Arbeitssieg gegen guten Aufsteiger

Die Berlin Recycling Volleys konnten am Mittwochabend einen weiteren 3:0-Erfolg (29:27, 25:22, 25:20) gegen die Barock Volleys MTV Ludwigsburg zu ihrer Siegesserie hinzufügen. MVP Jake Hanes hatte die Unterstützung von 3.378 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle, welche die Stimmung auch über Schwächephasen der Hauptstädter hinweg oben hielten. Das kommende Heimspiel ist ein ganz wichtiges, denn die Männer in Orange begrüßen am nächsten Donnerstag (11. Dez. 2025 um 19.30 Uhr) in der CEV Champions League den spanischen Meister Guaguas Las Palmas. Zuvor steht am Wochenende die Premiere bei den cerebricks Volley Goats Mitteldeutschland an deren neuer Wirkungsstätte in Halle/Saale an.

Zum vierten Mal in Folge schickte Trainer Joel Banks seine Stammformation um Kapitän Ruben Schott ins Rennen, diesmal gegen das Überraschungsteam der bisherigen Saison, die Barock Volleys MTV Ludwigsburg. Beide Teams fanden zunächst nur holprig in die Partie, Aufschlagfehler prägten die Anfangsphase (5:5). Erst mit wachsender Stabilität bauten die Berliner eine erste Führung auf (10:6). Doch Ludwigsburgs Kapitän Ben-Simon Bonin führte sein Team stark zurück, die Gäste drehten den Satz und lagen plötzlich vorn (15:16). Joel Banks stoppte den Lauf mit einer Auszeit und die BR Volleys kämpften weiter mit Abstimmungsproblemen, während die Gäste ziemlich abgeklärt agierten. Mit einem 19:22 ging Ludwigsburg führend in die Crunchtime, was Banks kurz vor Satzende zu einer weiteren Auszeit zwang. Doch der Funke im Volleyballtempel sprang über, aus einem 21:24 wurde ein 24:24. Beide Teams wehrten mehrere Satzbälle ab, bevor Schott mit einem cleveren Angriff vorlegte und Jake Hanes mit einem krachenden Ass den Satz eintütete (29:27).

Unverändert ging es in den zweiten Durchgang und Hanes legte sofort wieder los: zwei Asse (5:2) und ein wuchtiger Punkt im Angriff kamen aus seinem rechten Arm (6:4). Die Gäste blieben zäh und hielten den Abstand gering (12:10). Nach einem Block von Schott zog Ludwigsburg erstmals die Auszeit-Bremse (15:11). Zur Satzmitte kam Simon Plaskie für Moritz Reichert, kurz darauf erhielt Arthur Wehner seine Chance. Trotz wiederkehrender Abstimmungsprobleme auf Berliner Seite brachten Hanes und Florian Krage-Brewitz wichtige Bälle durch (21:17). Doch mit Nyherowo Omene, dem aktuellen Topscorer der Bundesliga, an der Aufschlaglinie kippte die Dynamik kurzzeitig und die Gäste glichen aus (22:22). Schließlich war es Plaskie, der den Satz mit einem entschlossenen Angriff entschied (25:22).

Berlin startete den dritten Durchgang weiterhin mit Plaskie und Wehner, doch diesmal erwischten die Barock Volleys den besseren Start (2:4). Omene und Co. hielten die Hauptstädter weiterhin auf Abstand und Berlin musste beim 10:14 früh zur Auszeit. Eine starke Aufschlagserie von Hanes brachte neuen Schwung (12:14) und der Ausgleich folgte wenig später (17:17). Mit Schott an der Linie kippte das Momentum endgültig: Fünf starke Aufschläge später hatten die Berliner das Zepter übernommen (24:19). Den Matchball schenkte Ludwigsburg mit einem Fehlaufschlag her, der das 25:20 und den 3:0-Sieg besiegelte. Die nächste MVP-Medaille durfte sich Diagonalangreifer Jake Hanes abholen, welcher mit 26 Punkten der Topscorer des Spiels wurde. Nun möchten die BR Volleys am Wochenende in der Bundesliga bei den cerebricks Volley Goats noch einmal nachlegen, ehe der Startschuss in der Königsklasse fällt, wenn Las Palmas am 11. Dez. 2025 in den Volleyballtempel kommt.

Stimmen zum Spiel
Jake Hanes: „Wir haben auch heute offensichtlich unsere Konstanz gesucht, konnten aber einen Weg zurück in jeden Satz finden. Dabei haben auch Impulse von der Bank geholfen. Bei mir lief es gut im Aufschlag. Wenn ich voll draufgehe, passieren manchmal gute Dinge. Es war natürlich keine Absicht, dass ich Tim Köpfli heute gleich dreimal abschieße. Vielleicht tut ihm heute Abend ein wenig der Kopf weh. Das tut mir leid.“
 
Ruben Schott: „Ludwigsburg hat das richtig gut gemacht, aber das war uns vorher klar. Wir sind mit der Einstellung ins Match gegangen, dass uns nicht der klassische Aufsteiger, sondern ein wirklich guter Gegner erwartet. Das haben sie auch mit ihren durchaus erfahrenen Bundesligaspielern bewiesen und wenig Fehler gemacht. Wir konnten es hintenraus über unseren Aufschlag gewinnen. Flo und Jake haben abgeliefert. Auch ich habe ein, zwei getroffen. Daran habe ich in den letzten Tagen auch zusätzlich gearbeitet, um zu alter Form zu finden.“

BR Volleys Formation
Moritz Reichert + Ruben Schott (AA), Florian Krage-Brewitz + Matthew Knigge (MB), Fedor Ivanov (Z), Jake Hanes (D) und Kyle Dagostino (L) | Eingewechselt: Simon Plaskie, Arthur Wehner, Nolan Flexen

Bestwerte
Hanes 26 Punkte, 5 Asse | Schott 11 Punkte, 3 Asse, 92 % pos. Annahme | Knigge 3 Blocks

Christof Bernier/BR Volleys 

Pressefoto: © Andreas Gora

Ab 2027: Füchse verpflichten Simon Pytlick


Der dänische Olympiasieger wird ab der Saison 2027/28 für den amtierenden Deutschen Meister auflaufen. Von der SG Flensburg-Handewitt kommend, soll der Rechtshänder den Rückraum der Füchse verstärken. Der nächste Weltstar hat sich damit für das Berliner Konzept entschieden.


Handballer auf Weltklasse-Niveau gepaart mit jungen Eigengewächsen: Mit dieser Philosophie wurden die Füchse Berlin in der vergangenen Saison Deutscher Meister. Nun findet der nächste Hochkaräter den Weg in die Hauptstadt. Bereits vor dem Ende seines bis 2030 laufenden Vertrags bei der SG Flensburg-Handewitt schließt sich Simon Pytlick den Füchsen Berlin an. Ab dem Sommer 2027 wird er an der Spree auflaufen, sein dann gültiges Arbeitspapier ist bis 2030 datiert, er wird die Trikotnummer 2 tragen. Der 24 Jahre alte Däne.

Bei den Füchsen trifft Pytlick auch auf alte Bekannte. Der 1,92-Mann, der 2000 auf der Insel Thurø geboren wurde, spielte von 2019 bis 2023 für GOG, ehe er nach Flensburg ging. In Dänemark bei GOG lief er gemeinsam mit Mathias Gidsel auf, mit dem er später auch Olympisches Gold 2024 in Paris holte, und war Schützling von Trainer Nicolej Krickau. Pytlick entstammt wie viele andere heutige Weltstars dem GOG-Nachwuchs. Das dänische Modell der nachhaltigen Talententwicklung ähnelt stark dem der Berliner. Beide Clubs setzen auf eine akribische Jugendarbeit, sodass viele Jungfüchse den Sprung in das Profigeschäft schaffen. Diese sollen dann eben von Akteuren wie Pytlick lernen können.

In seiner Vita stehen bereits einige Titel: Mit GOG wurde Pytlick 2022 und 2023 Dänischer Meister und wurde zudem 2019 und 2022 nationaler Pokalsieger. Mit Flensburg gewann er 2024 und 2025 die EHF European League und mit der dänischen Nationalmannschaft, für welche er 259 Tore in 57 Spielen warf, holte er neben Olympia-Gold auch zweimal die Weltmeisterschaft, 2023 und 2025. 62-mal lief Pytlick derweil schon in der DAIKIN Handball-Bundesliga auf. In der aktuellen Saison ist er mit 76 Toren auf Platz zwölf der Torschützenliste und Siebter der ligaweiten Vorlagengeber (46 Assists).

Geschäftsführer Bob Hanning: „Es ist großartig, dass sich ein Spieler wie Simon Pytlick den Füchsen Berlin angeschlossen hat. Wir glauben, dass wir in der Kombination mit Mathias Gidsel, Matthes Langhoff, Tobias Grøndahl und Nils Lichtlein das passende Puzzleteil für den Rückraum haben finden können.“

Trainer und Sportchef Nicolej Krickau: „Das ist ein riesiger Step für uns. Simon hatte aus meiner Sicht keinerlei Zweifel, als wir den ersten Kontakt hatten. Simon wird perfekt zu unserem Konzept passen, denn wir wollen einen attraktiven und effektiven Handball spielen. Wir haben zudem einen gesunden Kader aktuell, da passt Simon perfekt hinein.

Füchse Berlin/Herbert Schalling

Am starken Gegner und den eigenen Schwächen gescheitert

Es hätte noch klappen können, zumindest mit einem Unentschieden. Kurz vor Schluss hatten die Füchse mit dem 31:31 wieder einen Resultats-Gleichstand erreicht. Zum ersten Mal seit der 15. Minute. In der restlichen Spielzeit waren die Gäste aus Ostwestfalen jedoch das clevere Team und brachten den Sieg unter Dach und Fach.

Das Ende erwies somit als Spiegel des Geschehens zuvor. Nach 10 Minuten lagen die Gastgeber zwar mit 6:5 in Führung. Es sollte aber der letzte Vorsprung des deutschen Meisters in dieser Partie sein. Die von Frederik Simak, er kehrt im Sommer des nächsten Jahres zu den Füchsen zurück, organisierte bewegliche Abwehr des TBV Lemgo verengte die Räume geschickt und nahm den Berlinern damit ihre gefährlichste Waffe – das Tempospiel. Insgesamt fehlte es den Gastgebern an Schärfe. Im Spiel. Regisseur Tobias Grøndahl fand diesmal beim Organisieren der Angriffe nur selten die beste Lösung. So wurden die Außen kaum einbezogen (nur ein Tor in der ersten Hälfte durch Hakun West). Die Füchse agierten vorwiegend über die Mitte. Das erleichterte den Gästen die Abwehrarbeit. Unübersehbar auch der Substanzverlust wichtiger Spieler. Auch ein Mathias Gidsel, obwohl immer noch ein Unterschiedsspieler, verwirft mehr Bälle als gewöhnlich. Bedingt durch den aufgrund von Verletzungen ausgedünnten Kader und die hohe Zahl von Spielen in Meisterschaft und Champions League kommt diese Entwicklung nicht überraschend. Trotz Einsatz und Kampfgeist konnten die Füchse den Rückstand bis zur Pause nicht aufholen – 14:16.

Etwas konzentrierter und mit starkem Willen kehrte das Team von Trainer Nicolej Krickau danach aufs Parkett zurück. Auf jedes Tor der Gastgeber fanden die von 2007-WM Florian Kehrmann hervorragend eingestellten Lemgoer aber eine Antwort – meist in Form von Toren nach schnellen Angriffen. Weil die Abwehr der Berliner zu schwankend agierte, kam der Achte der vorjährigen Bundesliga-Saison sowohl aus dem Rückraum, über die Außen sowie vom Kreis immer wieder zu Toren. Der bereits erwähnte Ausgleich kurz vor Schluss ließ kurzzeitig Hoffnungen keimen, die jedoch schnell erstickt wurden. Mit dem 33:34 kassierten die Füchse eine verdiente Niederlage. Das musste auch Trainer Krickau anerkennen. „Lemgo hat unfassbar diszipliniert gespielt. Unsere Anzahl unprovozierter Fehler im Angriff war zu hoch, um ein Bundesliga-Topspiel zu gewinnen.“ Nach der vierten Saisonniederlage rutschten die Füchse auf Platz fünf ab. Da die Konkurrenten aus Flensburg und Kiel jedoch auch Punkte verloren, rückte das Verfolgerfeld auf den Plätzen zwei bis sechs hinter den souveränen Magdeburgern noch enger zusammen.

Auf die Füchse warten jetzt drei Auswärtspartien. Zunächst am Donnerstag in der Champions League in Bukarest. Danach folgen die Bundesliga-Spiele in Hannover und Flensburg. Zum Abschluss der Hinrunde kommt am 14.12. die HSG Wetzlar in den Fuchsbau.

Für die Füchse erfolgreich: Andersson (6), Grøndahl (4), Gidsel (8), Freihöfer (5/1), Langhoff (5), av Teigum (2), Marsenić (3).

Herbert Schalling