DEL Saison 2025/26
26. Spieltag
07.12.2025 14:00 Uhr Uber-Arena Berlin
EHC Eisbären Berlin – Dresdner Eislöwen 5:1 (2:1/2:0/1:0)
Mit dem Heimspiel gegen den Aufsteiger aus Dresden begann am 9. September 2025 die neue Saison für die Eisbären. Es wurde gegen damals chancenlose Eislöwen ein deutlicher Sieg. Die erste Hälfte der Spielzeit ist absolviert und der Beginn der zweiten Hälfte bescherte den Eishockeyfreunden aus Dresden und Berlin erneut ein Aufeinandertreffen der beiden einzigen im Osten ansässigen DEL-Teilnehmer. Den Eislöwen ist bisher die Luft in der DEL überhaupt nicht bekommen. Nur ganze zwei Siege nach regulärer Spielzeit und 108 Gegentore, als Tabellenletzter reisten sie nach Berlin. Lange wurde am Aufstiegstrainer Niklas Sundblad festgehalten. Hinter der Bande tragen mit Headcoach Gerry Fleming und Assistent Craig Streu zwei Trainer mit Eisbärenvergangenheit die Verantwortung. Das hatte bereits vor dem Spiel eine gewisse Brisanz. Zumal die Eislöwen zuvor, nicht unbedingt erwartet, in Augsburg drei Punkte mitnehmen konnten. Hielt der positive Effekt des Trainerwechsels auch in Berlin an?
Die Anfangsphase gehörte den Eisbären, erst nach gut drei Minuten gestatteten die Eisbären den Eislöwen den ersten Torschuss. Im Gegenzug schlug es dann im Tor der Dresdner ein. Yannick Veilleux mit einem verdeckten Schuss am Dresdner Goalie vorbei zum 1:0. Nach zehn Minuten hatten die Gäste eine Chance, nach einer Unsicherheit in der Eisbären-Abwehr. Anschließend bekamen die Eislöwen ein Powerplay, das Tor erzielten die Eisbären, ein shorthander von Markus Vikingstad. In der 18. Minute schlug es im Eisbärentor hinter Jonas Stettmer ein. Er vertrat heute den wohl angeschlagenen Jake Hildebrand, der nicht im Kader stand. Travis Turnbull, der Kapitän der Eislöwen, konnte irgendwie einen Schuss absetzen und es stand nur 2:1. Was der DEL-Neuling im Anfangsdrittel bot, war nicht liga-tauglich, ein peinlicher Auftritt. Der Zwischenstand nach dem ersten Drittel um so erstaunlicher. Einen Vorwurf konnte den Eisbären nicht erspart werden, aus der drückenden Überlegenheit hätten sie mehr müssen. Die beiden Powerplay Situationen für die Eisbären waren keine Offenbarung. Dass die Eisbären den ersten shorthander der Saison gegen Dresden erzielten konnten, war angesichts der Abwehrleistung kein Wunder.



So ganz unbekannte Namen spielten nicht auf dem Eis in Berlin und im Mittelabschnitt kamen die Gäste etwas besser in das Spiel. Sie versuchten, angetrieben von ihrem erstklassigen Support, die Hartmut-Nickel-Kurve hatte einige Mühe dagegen anzukommen, die Eisbären zu Fehlern zu verleiten. Ab der 24. Spielminute zogen die Eislöwen ein recht ansehnliches Powerplay auf und erspielten sich vier Einschussmöglichkeiten. Zur Hälfte der Spielzeit hatten sich die Gäste besser in das Spiel gefunden, dazu kam, dass die Eisbären ihre Souveränität eingebüßt hatten. Im Mittelabschnitt gestaltete sich ein völlig anderes Spiel. Der Treffer zum 3:1 in der 37. Minute durch Andreas Eder sorgte für tiefes Durchatmen im Lager der Eisbären und Balsam tröpfelte auf die Seele, als Frederik Tiffels zum 4:1 traf. Das war dann auch der beruhigende Zwischenstand nach zwei gespielten Dritteln.
Die Messe war dann gesungen ab der 42. Minute, Andreas Eder netzte ein zum 5:1. Ab jetzt hieß es die Konzentration hochhalten und sicher die drei Punkte einfahren. Die Eislöwen ergaben sich schließlich ihrem Schicksal. Sie hatten im Mittelabschnitt alles versucht, die Eisbären wackelten ganz kurz, dann setzte sich wieder die größere individuelle Klasse der Eisbären durch. Es wird schwer für den Aufsteiger, die Klasse zu halten. DEL-tauglich war an diesem Nachmittag lediglich der Support der Fans aus Elbflorenz. Ein ähnlich deutlicher Sieg wie zum Saisonauftakt sprang heraus.
Die Pressekonferenz nach dem Spiel dauerte etwas länger, der Trainerwechsel in Dresden und das bevorstehende Wintergame im Rudolf – Harbig Stadion rückten in den Mittelpunkt des Interesses. Der neue Dresdner Trainer hat den Glauben an den Klassenerhalt nicht aufgegeben. Es muss von Wechsel zu Wechsel und von Spiel zu Spiel akribisch gearbeitet werden. Zudem muss nach den Gründen gesucht werden, warum einige Akteure nicht ihr volles Leistungsvermögen ausschöpfen.
Die Eisbären waren mit dem Wochenende zufrieden, mit sechs Punkten wurde die maximale Ausbeute eingefahren und die unheilvolle Serie, dass auf einen Sieg zuletzt stets eine Niederlage folgte.
Hans-Peter Becker
Foto: Stephan Wenske
Aufstellungen
Eisbären Berlin: Stettmer (Neiße) – Müller (C), Reinke; Smith, Mik; Panocha, Lancaster – Tiffels (A), Kirk, Pföderl; Bergmann, Vikingstad, Eder; Noebels, Byron, Veilleux (A); Hördler, Wiederer, Leden – Trainer: Serge Aubin
Dresdner Eislöwen: Schwendener (Olkinuora) – Johansson, McCrea; Hammond, Braun; Suvanto, Karlsson; Riedl – Ortega, Chartier, Parkes; Fox, LeBlanc, Turnbull; Bouma, Andres, Yogan; Gorcik, Korte, Hendreschke – Trainer: Gerry Fleming
Tore
1:0 – 02:30 – Veilleux (Noebels) – EQ
2:0 – 08:53 – Vikingstad (Tiffels, Mik) – SH1
2:1 – 17:02 – Turnbull – EQ
3:1 – 35:58 – Eder (Byron, Noebels) – EQ
4:1 – 38:56 – Tiffels (Kirk, Stettmer) – EQ
5:1 – 41:46 – Veilleux (Noebels, Panocha) – EQ
Strafen
Eisbären Berlin: 12 (2, 2, 8) Minuten – Dresdner Eislöwen: 12 (6, 4, 2) Minuten
Schiedsrichter
Sean MacFarlane, Benjamin Hoppe (Wayne Gerth, Patrick Laguzov)
Zuschauer
14.200
