Der BFC Meteor 06 schickt sich an, einen seit Jahrzehnten nicht erreichten Platz in der höchsten Berliner Spielklasse zu beanspruchen. In der vergangenen Saison scheiterte man in der Relegation noch knapp am SSC Südwest. Der machte den Aufstieg in die Berlin-Liga perfekt, steht jedoch in der aktuellen Spielzeit dort am Tabellenende. Die Meteore von der Weddinger Ungarnstraße sind jetzt dagegen inoffizieller Herbstmeister. Der Sieg im Topspiel des vergangenen Spieltages gegen Absteiger Teutonia Spandau (Tabellenzweiter) ebnete den Weg dorthin. In der Landesliga II holte die Mannschaft nun an einem ungemütlichen Freitagabend beim 2:0 die dafür nötigen Punkte gegen die Zweitvertretung von Viktoria 89.

Alles andere als leicht fiel dem Tabellenführer dieser Sieg. Die U23 der Viktoria ist eine technisch gute Mannschaft, die erst mit dem Schlusspfiff wirklich besiegt war. Fast könnte man denken: Warum tritt diese Mannschaft nicht an Stelle des überforderten Oberliga-Teams an? Zuvor leuchtete der blaugelbe Himmelskörper in Hälfte eins eher matt. Eine frühe Führung im zweiten Abschnitt – nach einem Chancenplus der Gäste zuvor – ließ mehr Zuversicht aufkommen. Torjäger Simon Böhm hätte bei seiner athletischen Fallrückzieher-Einlage beinahe das Tor des Monats zum 2:0 erzielt. Die Gäste waren besonders bei Standards – auch nach weiten Einwürfen – nah dran am Ausgleich, machten Meteor weiter das Leben schwer. Mehr als ein Lattenroller auf dem Kasten von Heimtorwart Selvedin Begzadic war derweil nicht drin.


Ein wenig mehr Gift als nötig kam in die Partie, als anfangs ein Meteor-Akteur bei der Ausführung einer Ecke ausrutschte, und die halbe Mannschaft des Gegners das Missgeschick feierte. „Das gehört sich nicht. Ich habe es auch bereits in der Pause den Unparteiischen und dem Trainer Viktorias vorgeworfen“, sagte Adel Ghazi, Geschäftsführer bei Meteor.

In den eigenen Reihen hatte er kurz vor Schluss noch eine Ampelkarte für Defensivmann Bardya Ahmadisad-Yekta zu bedauern. Fast mit dem Schlusspfiff deckungsgleich tütete Einwechsler Mohammed Hamiss den Sieg mit dem zweiten Tor des Tages ein. Bereits am kommenden Mittwoch, 17.12.2025, steht an der Ungarnstraße das nächste besondere Treffen an. Im neu angesetzten Spiel kommt der Dritte Stern Marienfelde. Dann ist für dieses Jahr bis zum 16. Spieltag im Februar erstmal Schluss.
Text und Fotos: Frank Toebs

