Füchse ringen den THW Kiel mit 32:30 nieder
„Wer zeitig losläuft, erkennt eher das Ziel“ – nach diesem Motto hatte der THW Kiel möglicherweise seine Spielidee entwickelt. Der Titelverteidiger legte in der mit 8525 Zuschauer überraschenderweise nicht ausverkauften Max-Schmeling-Halle einen furiosen Auftakt hin – führte nach zehn Minuten in diesem Viertelfinale mit 8:4. Man musste um die Füchse fürchten. Die Abwehr erwies sich als nicht sattelfest gegen das Tempospiel der Gäste und im Angriff blieb mehr als nur eine Chance liegen. Der deutsche Meister besann sich jedoch schnell seiner kämpferischen Qualitäten und bekam zunehmend Einfluss auf die Partie. Nils Lichtlein brachte die Gastgeber erstmals in Führung – 10:9/17. Im turbulenten Spielgeschehen bekamen die Zebras da-nach wieder Oberwasser und zogen erneut mit vier Toren davon. Diesen Rückstand verkürzten die Füchse bis zur Pause – 16:17/30.

Den Schwung der ersten Hälfte konnten die Berliner im zweiten Abschnitt sofort wieder aufnehmen. Nach 37 Minuten gingen sie zum zweiten Mal in Führung – 20:19 – und bauten diese sogar auf drei Tore aus. Aber auch das blieb nur eine Momentaufnahme. Die Gäste von der Ostseeküste überwanden ihre Schwächephase und blieben im Spiel. Von der 54. Minute an behaupteten die Füchse die Führung, Kiel gelang maximal der Ausgleich. Mit Treffer von Tim Freihöfer (Siebenmeter) und Hakun West av Teigum sicherten die Füchse den 32:30-Sieg, der enthusiastisch gefeiert wurde. Trainer Nicolej Krickau: „Das war wie erwartet ein wahnsinniger Fight von zwei sehr kompetenten Mannschaften. Kiels Abwehr war heute sehr gut vorbereitet, deshalb war es das ganze Spiel über schwierig für uns, Chancen zu kreieren. Ich bin mega stolz auf den Charakter, den wir heute gezeigt haben“. Das Final Four findet Mitte April 2026 in Köln statt. Im Halbfinale treffen die Füchse auf den TBV Lemgo. Das andere Spiel bestreiten der SC Magdeburg und der Bergische HC.
Für die Füchse erfolgreich: Darj (3), Grøndahl (3/2), Lichtlein (3), Gidsel (9), Freihöfer (5/2), Langhoff (4), av Teigum (3), Marsenić (2).
Die Füchse werden vor Weihnachten noch zweimal in der Bundesliga gefordert. Am Sonntag, 21.12.2025 bei GWD Minden und am Dienstag, 23.12.2025, beim HSV Hamburg.
Milosavljev verlässt die Füchse nach der Saison
Als zentrale Stütze zwischen den Pfosten der Füchse Berlin hatte Dejan Milosavljev in der vergangenen Saison großen Anteil am erstmaligen Gewinn der Deutschen Meisterschaft. Die aktuelle Spielzeit wird allerdings seine vorerst letzte für den Hauptstadt-Club sein.
Am gestrigen Donnerstagabend hat Dejan Milosavljev noch das Tor der Füchse Berlin gehütet, und dies wird er auch noch die komplette anstehende Spielzeit über tun. Zur Saison 2026/27 wird der serbische Keeper den amtierenden Deutschen Meister jedoch verlassen. Er wird sich dann dem polnischen Rekordmeister Industria Kielce anschließen. Dies ließ der Club aus Osteuropa am heutigen Freitag, 19. Dezember, verlauten. Sein Vertrag bei den Berlinern läuft dann aus.
Herbert Schalling.

