BBSC ohne Punkte

Die Damen von Spitzenreiter Bayer Leverkusen gaben sich im ersten Spiel nach der Coronapause in Berlin keine Blöße und entführten drei Punkte von der Spree. Der BBSC trat am Samstag zum ersten Spiel nach exakt 11 Wochen Coronaausfällen, Quarantäne sowie nachträglich eingeführter Spielpause zum Ligaspiel gegen Spitzenreiter Leverkusen an. Und die Zuschauer an den Bildschirmen, die das Spiel über Sporttotal-Internetstream verfolgen konnten, durften sich davon überzeugen, dass für einen solchen Start nach sehr kurzer Trainingsphase das Spiel der Lieblingsmannschaft schon einen ganz guten Stand hatte.

Trainern und Team ist es zu verdanken, dass im Bereich Feldabwehr und Abstimmung schon wieder ein recht gutes Niveau erreicht wurde – ein Erfolg, der wirklich nicht unbedingt zu erwarten war. Leverkusen hatte dagegen schon einige Vorteile in den vergangenen Wochen: Vier mehr realisierte Ligavergleiche, davon der letzte vor 12 Tagen, deuten darauf hin, dass die Mannschaft ohnehin nicht Gefahr lief, ihren Rhythmus zu verlieren. Dazu kommt ein bestens besetztes Team: Die erstligaerfahrene Hoja und Beach-As Overländer brachten im Außenangriff deutlich mehr Druck aufs Feld als ihre Pendants auf Berliner Seite. Und im Mittelblock agierten Schäperklaus und Co ebenso hochgefährlich für die Berliner Abwehr. Da die Feldabwehr beider Mannschaften auf gutem ähnlichen Niveau spielte, waren letztlich die besseren Angriffsleistungen der Gäste spielentscheidend.

Im 1. Satz war Leverkusen bereits mit 11:20 den Berlinerinnen enteilt, ehe sich diese noch einmal heranpirschten und sich noch 17 Zähler sicherten. Im Folgesatz führten die Gastgeberinnen bis zum 11:8 und schafften es danach kaum noch, die Bälle auf dem Leverkusener Feld zu versenken. Beim 13:21 war der Satz entschieden. Trotz der Kosmetik mit dem 19:25 war auch dieser Satz eindeutig. Der letzte Satz war von Anfang an von Leverkusener Dominanz geprägt. Von 1:6 über 8:14 hielten diese die Gastgeberinnen auf Distanz und sicherten sich mit dem 17:25 den verdienten Sieg.

BBSC-Trainer Hinz konstatierte nach dem Spiel, dass sein Team trotz nur dreimaligem Training am Ball „viele Automatismen abrufen konnte, ich bin zufrieden. Mit Sicherheit werden wir uns in den nächsten Wochen steigern, wenn wir wieder in einen Spielrhythmus reinkommen. Wobei für mich der Sport mittlerweile nur an zweiter Stelle steht, denn oberste Priorität hat, dass wir alle gesund bleiben. Dem Gegner aus Leverkusen kann man nur ein großes Kompliment machen – sie stehen zu Recht derzeit an der Tabellenspitze.“ Die MVP Titel wurden von den Trainern Annika Kummer sowie Lena Overländer verliehen. Für die Berlinerinnen geht es planmäßig am kommenden Sonntag in Hamburg gegen Eimsbüttel wieder auf Punktejagd.

Für den BBSC im Einsatz: Marie Dreblow, Isabel Böttcher, Paula Morgenroth, Katharina Kummer, Roxana Vogel, Annalena Grätz, Annika Kummer, Antonia Heinze, Stephanie Utz, Antonia Lutz, Alina Gottlebe-Fröhlich, Laura Walsh

Quelle: Burkhard Kroll/BBSC Berlin

Wer ist der Big City Club?

In der Corona-Saison ist alles ein bisschen anders, so steht der Herbstmeister erst Mitte Januar fest. Eine Winterpause gibt es nicht. Mit einer englischen Woche gleitet die Liga in die Rückrunde. Aus Berliner Sicht fällt das Zwischenfazit teils überraschend erfreulich was den 1. FC Union betrifft und bedenklich mit Blick auf Hertha BSC aus.

Nach 16 absolvierten Spieltagen trennen 11 Punkte die Berliner Bundesligisten. Verkehrte Welt, 28 Punkte und Tabellenplatz fünf, da hätten die Fußballfreunde wohl eher Hertha BSC verortet. Die Charlottenburger sind bisher nicht aus den Puschen gekommen und dümpeln zurzeit auf Platz 13 so vor sich hin. In Köln gab es ein 0:0 und wenigstens einen Punkt. Das Spiel war harte Kost für den neutralen Zuschauer. Was ist da bloß los? Keine Konstanz, die Bayern wurden auswärts an den Rand einer Niederlage gebracht und beim Aufsteiger in Bielefeld eine Niederlage kassiert. Zwischen diesen Gegensätzen bewegt sich der selbsternannte Big City Club. Es kann nur besser werden.

Eines haben beide Bundesligisten seit kurzem gemeinsam, die Einnahmen der Trikotwerbung stammen aus dem Immobilienboom der Hauptstadt. Das gefällt nicht jedem, aber was soll`s, ohne Geld geht eben nichts im Profifußball. Also, die einem wollen es sein und die anderen sind es gerade. Der aktuelle Big City Club spielt in der Wuhlheide am östlichen Rand von Berlin. Irgendwie schaffen sie es Niederlagen zu vermeiden. Nur ganze zweimal gingen sie als Verlierer vom Platz und holten sogar 3 Punkte gegen Hochkaräter der Liga. Dortmund und zuletzt Leverkusen denken jetzt noch darüber nach, wie war es den bloß möglich im Wald zu verlieren? Beide starben in Schönheit, wurden niedergekämpft und zudem scheint der Fußballgott einen Narren an den Eisernen gefressen zu haben. Das Glück kommt irgendwann doch von Können und hier sind in der sportlichen Führung Könner am Werk. In Charlottenburg dürften sie neidisch sein.

Hans-Peter Becker

Volleyball 2. Bundesliga – BBSC Berlin empfängt Spitzenreiter

Wenn am kommenden Samstag, den 16. Januar um 18:00 Uhr in der Köpenicker Hämmerlinghalle der TSV Bayer Leverkusen aufschlägt, kommt nach langer volleyballbefreiten Zeit der aktuelle Tabellenführer der Liga in die Hauptstadt. Wegen des angeordneten Lockdown light sind leider keine Zuschauer zugelassen. Leverkusen bestimmt schon viele Jahre das Niveau der 2. Liga. Welche Qualität die Gäste aus dem Rheinland verkörpern, zeigen die Ergebnisse der vergangenen 12 Spieltage: 12 Siege feierten die Mädels von Trainer Yaglioglu, nur gegen Stralsund musste ein einziger Punkt gelassen werden. Beim Auswärtsspiel des BBSC in der ersten Halbserie brillierten die Gastgeberinnen mit perfekten Angriffen, die kaum von den Berlinerinnen kontrolliert werden konnten.

Keine Frage: Leverkusen dürfte mit der aktuellen Mannschaft am Saisonende im Kampf um die Meisterschaft eine Favoritenrolle einnehmen. Ob die Meisterschaft im kommenden Frühjahr vom TSV auch für den Aufstieg genutzt werden kann, wird den Vereinsverantwortlichen im Rheinland sicher Kopfzerbrechen bereiten. Die Aufstiegsangebote der letzten Jahre hatte Leverkusen regelmäßig abgelehnt. Die 1. Bundesliga strebt aber nun ab Herbst 2021 die Aufstockung der Liga auf zunächst 14 Vereine an und sichert den potentiellen Aufsteigern sogar finanzielle Unterstützung zu. Und doch ist der Aufstieg in die oberste Spielklasse vor allem finanziell ein ganz erheblicher Sprung, den man sich nicht nur zutrauen, sondern vor allem durch Gelder auch untersetzen muss. Wir sind gespannt, wie sich die Verantwortlichen beim TSV entscheiden.

Nach dem obligatorischen Coronatest trainierten auch die Damen des BBSC Berlin mit viel Einsatz: Die volleyballlose Zeit soll erst einmal überwunden werden. Die Quarantänezeiten sowie die von der Liga verfügte Spielpause haben ihre Spuren hinterlassen: Die übliche Verletzungsanfälligkeit nach solcher Situation, dazu lange Zeit ohne Spielpraxis und ohne das Üben der vielen Selbstverständlichkeiten und Automatismen auf dem Feld müssen die Trainer einkalkulieren. Deshalb dürfte das Team von Trainer Hinz gegen die Gäste nur in einer Außenseiterrolle stehen. Von Anfang an ist die Berliner Mannschaft aufgefordert, mit höchstmöglicher Konzentration aufzutreten. Die vom Besuch des Spiels ausgeschlossenen Fans können die Mannschaft wegen der aktuellen Corona Auflagen nicht unterstützen. BBSC Kapitänin Katharina Kummer bleibt nur die Empfehlung des „gut funktionierenden Livetickers der VBL – so seid Ihr immer ganz aktuell auf dem neuesten Stand! Drückt uns die Daumen!“

Quelle: Burkhard Kroll

Eishockey – Leon Gawanke kehrt nach Kanada zurück

Verteidiger Leon Gawanke wurde von den Winnipeg Jets zurück nach Kanada beordert und wird die Eisbären Berlin wieder verlassen. Der 21-Jährige hat somit am Montagabend im Spiel gegen die Düsseldorfer EG zum vorerst letzten Mal das Eisbären-Trikot getragen. Der gebürtige Berliner wurde 2017 von dem Team aus der National Hockey League (NHL) in der fünften Runde gedraftet und spielte in der Saison 2019/20 in der American Hockey League (AHL) für die Manitoba Moose,

wo er in 48 Spielen vier Tore und 22 Vorlagen erzielte. Die Eisbären und die Winnipeg Jets verständigten sich im September 2020 auf eine Leihvereinbarung für den Rechtsschützen, da zu diesem Zeitpunkt auf Grund der COVID-19 Pandemie noch nicht absehbar war, wann die nordamerikanischen Profiligen wieder in den Saisonbetrieb gehen werden. Teil dieser Vereinbarung war es, dass Gawanke nach Kanada zurückkehren wird, sobald die AHL oder die NHL ihren Spielbetrieb wieder aufnehmen.

Nachdem die AHL Ende des vergangenen Jahres bekanntgegeben hat, am 5. Februar 2021 mit der Saison 2020/21 zu beginnen, wird Leon Gawanke noch diese Woche nach Winnipeg fliegen und in der Folge am Trainingscamp der Manitoba Moose zur Saisonvorbereitung teilnehmen.

„Ich bin den Eisbären Berlin sehr dankbar, dass ich in den letzten Monaten hier trainieren und spielen durfte. Ich bin hier geboren und es war immer mein Jugendtraum, einmal für die Eisbären in der PENNY DEL zu spielen. Jetzt freue ich mich natürlich auf die neue Saison in Nordamerika. Die PENNY DEL hat ein sehr hohes Niveau und braucht sich vor der AHL nicht zu verstecken“, blickt Leon Gawanke auf die letzten viereinhalb Monate in seiner Heimatstadt zurück.

Für seinen Jugendverein absolvierte Gawanke die komplette Saisonvorbereitung und startete mit den Berlinern in die PENNY DEL Saison 2020/21. In den sechs Ligaspielen der noch jungen Spielzeit steuerte der Defensivspieler zwei Torvorlagen bei. Im November 2020 wurde der

Berliner zudem erstmals ins Aufgebot der DEB-Auswahl berufen und spielte alle drei Länderspiele im Rahmen des Deutschland Cups, in denen ihm ebenfalls 2 Assists gelangen. „Ich bin froh, dass Leon in Berlin war. Ich hatte gehofft, dass er die gesamte Saison für die Eisbären spielen kann. Es war aber klar, dass er zurück nach Kanada geht, wenn die Saison in Nordamerika wieder startet. In den vergangenen Monaten hat man gesehen, dass Leon zu den Top-Verteidigern Deutschlands gehört. Er hat hervorragende Offensivqualitäten und ich bin davon überzeugt, dass er das Zeug dafür hat, seinen Traum von der NHL zu verwirklichen. Wir danken

ihm für seine Zeit bei uns und wünschen ihm natürlich viel Glück für die anstehende Saison“, resümiert Eisbären-Sportdirektor Stéphane Richer.

Aufgrund dieser Personalentscheidung wird Eric Mik ab sofort wieder ins PENNY DEL Line Up der Eisbären rutschen. Der junge Verteidiger hatte am ersten Spieltag gegen Bremerhaven seinen bisher einzigen Einsatz in der laufenden Saison der höchsten deutschen Spielklasse. Die letzten Wochen verbrachte er in Weißwasser und spielte 18 Spiele für Kooperationspartner Lausitzer Füchse in der DEL2.

Quelle: Eisbären Berlin

Auf ein Neues – BR Volleys gegen Unterhaching

Mit guten Vorsätzen gehen auch die BR Volleys ins neue Jahr. Nach zuletzt fünf Bundesligasiegen in Folge wollen die Hauptstädter diese Serie in 2021 noch so lange wie möglich fortsetzen und könnten mit einem Heimerfolg zum Jahresauftakt sogar direkt einen Tabellenplatz gutmachen. Das ist die klare Zielvorgabe für das Match gegen das junge Team des TSV Unterhaching am Mittwoch 13. Jan um 19.30 Uhr in der Max-Schmeling-Halle. (sporttotal zeigt das Spiel live im Internet)

Eine Woche Neujahrsurlaub bekam das BR Volleys Team im Anschluss an das Marathon-Match gegen Düren am 27. Dezember. Seit dem 04. Januar sind die Berliner zurück in der Trainingshalle und bringen sich für die wichtigen Aufgaben im Januar und Februar in Schuss. „Wir haben im Training eine hohe Intensität gefahren. Es waren sehr anstrengende Tage, aber dies war vom Trainerteam genauso gewollt, um uns mittelfristig in die richtige Verfassung zu bringen“, berichtet Denys Kaliberda. Der Dezember-Neuzugang der Hauptstädter sammelte bei den beiden Auswärtssiegen in Herrsching (3:0) und Düren (3:2) schon vor dem Jahreswechsel erste Einsatzzeit für seine neue Mannschaft. Am Mittwoch feiert der 30-Jährige nun sein Heimdebüt – und das gegen seinen Ex-Verein, den TSV Unterhaching. Im Jahr 2009 wechselte „Kali“ nämlich von Berlin nach Bayern und prägte die erfolgreichsten Jahre der Hachinger maßgeblich mit. Zwei DVV-Pokaltitel feierte der Außenangreifer dort, bevor es ihn im Anschluss an das dramatische Meisterschaftsfinale 2012 in die große und weite Volleyball-Welt zog. „Es freut einen natürlich, wenn der ehemalige Verein noch bzw. nun wieder auf der Bundesliga-Landkarte zu finden ist. Haching ist ein traditionsreicher Standort und es ist schön, dass man den Schritt jetzt wieder gewagt hat“, ist die Sympathie für den ehemaligen Arbeitgeber ungebrochen.

In Unterhaching stand er in der Saison 2009/10 auch gemeinsam mit Patrick Steuerwald auf dem Court, der beim TSV inzwischen die Verantwortung des Cheftrainers übernommen hat. Kaliberda kann seinen früheren Nationalmannschaftskollegen dazu nur beglückwünschen: „Ich glaube, Patrick hat sich da ein gutes Projekt ausgesucht, um seine Trainerkarriere zu starten. Es ist das Gleiche wie für einen Spieler, man muss in jungen Jahren viel Erfahrung sammeln. Das kann er dort ohne großen sportlichen Druck tun.“ Während Steuerwald nun also an der Seitenlinie steht, zieht noch immer Mihai Paduretu, der frühere Erfolgscoach der Hachinger, im Hintergrund die strategischen Fäden. Er war es auch, der 2017 eine deutsch-österreichische Kooperation mit dem Hypo Tirol Volleyballteam Innsbruck vorantrieb. Diese Spielgemeinschaft, die sich im Frühjahr 2020 nach der Corona-bedingt abgebrochenen Saison aus der Bundesliga zurückzog, trug allerdings vorrangig die Handschrift der Österreicher um deren unermüdlichen Antreiber Hannes Kronthaler. Jetzt ist auch Haching drin, wo Haching draufsteht: Ein junges Team mit vielen „Local Heroes“, wie sie sich selbst bezeichnen, dass den mutigen Schritt ins Oberhaus gewagt hat. Elf deutsche Spieler im 14er Kader und ein Altersdurchschnitt von 22,2 Jahren zeigen, dass hier langfristig etwas wachsen soll. So sind die sportlichen Ergebnisse (ein Sieg aus elf Spielen und 6/32 Sätze) der Mannschaft, die bisher vor allem über Zweitliga-Erfahrung verfügt, auch (noch) nicht vordergründing.

Für die BR Volleys ist dieser Jahresauftakt gegen den Tabellenvorletzten eine Pflichtaufgabe, zumal ein Sieg mit der vollen Ausbeute von drei Punkten auch einen Sprung in der Tabelle vorbei an den SWD powervolleys Düren bedeuten würde. Die Rheinländer verloren am Samstag, geplagt von zahlreichen Verletzungssorgen, mit 2:3 in Giesen und öffneten den Berlinern damit die Tür. „Ja, das ist eine Chance, die wir ergreifen wollen. Vor allem jedoch schauen wir weiterhin auf uns“, erklärt Trainer Cedric Enard die Ausgangssituation für den Start in das neue Jahr gegen einen Gegner, dem man im Hinspiel deutlich besiegte (25:12, 25:12, 25:13).

Für den Coach und sein Team beginnt morgen ein wichtiger Saisonzeitraum, in dem man sich von Match zu Match steigern will. Im Januar steht die Mannschaft vor vielen Aufgaben: Erst Haching (13. Jan), danach VCO Berlin (16. Jan) und Giesen (23. Jan), bevor es die Chancen zur Revanche gegen Friedrichshafen (27. Jan) und Bühl (31. Jan) gibt. „Wir werden bei unseren angeschlagenen bzw. verletzten Spielern trotzdem kein Risiko eingehen und diese behutsam aufbauen“, so Enard zum Fahrplan in diesem Monat. Gemeint sind damit die Akteure, die zum Jahresende fehlten und an ihrem Comeback arbeiten: Sergey Grankin, Samuel Tuia, Robin Baghdady und Kévin Le Roux.

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Niederlage in Düsseldorf – Vorsprung verspielt

Bis zur letzten Drittelpause sah es gut für die Eisbären. Sie führten mit 3:1 und hielten alle Trümpfe in der Hand, nach dem überzeugenden Auftritt in der heimischen Arena nun endlich den ersten Auswärtssieg folgen zu lassen. Im Schlussabschnitt waren die Düsseldorfer zunächst auf 2:3 herangekommen, doch Zengerle stellte in der 48. Minute den 2 Tore-Vorsprung wieder her.

Nach den regulären 60 Spielminuten hieß es 4:4 und in der Overtime hatten die Rheinländer das bessere Ende für sich. In der 62. Minute überwand Maxi Kammerer seinen Ex-Mannschaftskameraden im Tor der Eisbären.

Entsprechend groß war die Enttäuschung bei Eisbären Serge Aubin. „Es ist heute sehr frustrierend. Die Jungs waren gut vorbereitet, sind stark aus der Kabine gekommen und haben sehr gut gespielt. 40 Minuten lang hatten wir die Partie unter Kontrolle und haben plötzlich aufgehört zu spielen. Wir haben in den falschen Momenten Fehler gemacht, die nicht zu akzeptieren sind. Wenn du auswärts 3:0 führst, solltest du das Spiel auch gewinnen. Wir müssen aus den Fehlern lernen.“ Da war es auch ein schwacher Trost, das Düsseldorfs Trainer Harold Kreis in seinem Statement zum Spiel anmerkte, dass heute nicht die bessere Mannschaft gewonnen hat.

Mark Zengerle, der sein erstes DEL-Tor für die Eisbären erzielte sah das Spiel so: „Wir haben uns den Sieg im dritten Drittel durch Finger rutschen lassen. Das war alleine unser Fehler. Wir müssen besser spielen und hätten einen Weg finden müssen, das Spiel im letzten Abschnitt zu entscheiden.“

Sein Stürmer-Kollege Marcel Noebels wurde noch deutlicher: „Wir haben nach 40 Minuten aufgehört, unser Spiel zu spielen, haben zu viel Raum gelassen und den Gegner zurück in die Begegnung kommen lassen. Das war absolut unnötig. Zwei Drittel haben wir sehr gut gespielt, aber das reicht in dieser Liga nicht. Wir müssen uns vorwerfen lassen, im letzten Drittel nicht mehr unser Spiel weiter durchgezogen zu haben.“

Bleibt als kleiner Trost, es kam wenigstens ein Punkt auf die Habenseite.

Hans-Peter Becker

DEL 7. Spieltag

Düsseldorfer EG – Eisbären Berlin 5:4 n.V. (1:3, 0:0, 3:1, 1:0)

Aufstellungen:

Düsseldorfer EG: Pantkowski (Hane) – Jensen, Cumiskey; Ebner, Nowak; Zanetti, Johannesen; Eder –Alanov, Olimb, Fischbuch; Kammerer, Barta, Flaake; Karachun, Carey, From; Jahnke, Buzas, Ehl –Trainer: Harold Kreis

Eisbären Berlin: Niederberger (Babulis) –Müller, Ramage (A); Hördler (C), McKiernan; Espeland,Wissmann (A); Gawanke –Noebels, Reichel, Pföderl; White, Zengerle, Fiore; Tuomie, Olver, Foucault; Hänelt, Kinder, Labrie – Trainer: Serge Aubin

Torfolge:

0:1 – 04:43 – Foucault (Zengerle, McKiernan) –PP1
0:2 – 13:57 – Labrie (Müller, Noebels) – EQ
0:3 – 15:55 – Noebels (Pföderl, Gawanke) – PP1
1:3 – 17:26 – Flaake (Jensen, Kammerer) – EQ
2:3 – 43:47 – Jensen (From, Olimb) –PP1
2:4 – 47:06 – Zengerle (Espeland, White) – EQ
3:4 – 50:50 – Kammerer (Flaake, Johannesen) – EQ
4:4 – 53:33 – Olimb (Carey, Fischbuch) – EQ
5:4 –61:06 – Kammerer (Jensen, Pantkowski) – EQ

Strafen:
Düsseldorfer EG: 10 (6, 4, 0) Minuten

Eisbären Berlin: 10 (4, 4, 2) Minuten

Kaweh Niroomand im Interview: Zwischenfazit und Prognose

Zum Start in das neue Jahr steht BR Volleys Geschäftsführer Kaweh Niroomand im Interview Rede und Antwort. Der 68-Jährige zieht ein erstes sportliches Zwischenfazit der Saison, hofft für die anstehenden Aufgaben im Januar endlich auf eine komplette Mannschaft und sorgt sich um die Langzeitfolgen der Pandemie für den Breitensport.

Kaweh, hinter dem BR Volleys Team liegt ein schwieriges erstes Saisondrittel. Wie fällt Dein Zwischenfazit zum Start ins neue Jahr aus?
Niroomand: Am Ende dieser ersten Saisonperiode müssen wir angesichts der Verletzungssituation mit dem Erreichten zufrieden sein. Wir konnten bei insgesamt 16 Spielen nur ganze zweimal mit der vermeintlichen Startformation antreten. Das zeigt das ganze Dilemma der Verletztenmisere, die wir in dieser Form definitiv noch nicht hatten. Einen richtigen Rhythmus konnte unsere Mannschaft deshalb nicht finden. Natürlich war beispielsweise die Niederlage in Bühl dennoch unnötig, aber zum Jahresabschluss ist uns ein wichtiger Sieg in Düren gelungen. Der Pokal ist Geschichte, dafür sehe ich der Champions League durchaus gute Chancen. Im Team hervorgetan hat sich beispielsweise Cody Kessel, der sehr zuverlässig die Ausfälle anderer Spieler im Außenangriff kompensiert und über weite Strecken tolle Leistungen gebracht hat. Im gleichen Atemzug ist es enorm bedauerlich für Robin Baghdady, dass er durch seine lange Ausfallzeit bisher noch nicht zeigen konnte, welches Potential in ihm steckt.
 
Was war unter den Corona-Bedingungen für den Verein und die Mannschaft besonders schwierig? Was gab es trotzdem an positiven Momenten?
Niroomand: Positiv ist für mich die enorme Disziplin, mit der alle im Verein gearbeitet haben. Dass wir seit der Saisonvorbereitung keinen Corona-Fall im Team verzeichnen mussten, zeugt von dem Bewusstsein aller für die notwendigen Maßnahmen und Einschränkungen. Und wir reden hier von jungen Menschen, für die es ganz sicher nicht einfach ist, meist ohne Familie zuhause zu bleiben und damit das Ansteckungsrisiko zu minimieren. In vielen Sportarten und Ligen wurden Spiele abgesagt und verschoben, davon sind wir als Klub bisher glücklicherweise verschont geblieben. Daher ist auch das eine Form von Leistung, die unsere Spieler und Betreuer erbracht haben. Insgesamt sind der Zusammenhalt innerhalb des Vereins und die großartige Unterstützung unserer Sponsorenpartner beeindruckend. Am meisten fehlen uns jedoch die Zuschauer und Fans. Selbst nach nun einigen Geisterspielen in der Max-Schmeling-Halle kann und will ich mich daran nicht gewöhnen. Dieser Umstand ist für uns alle sicher das Schwierigste.

Bringt die erneute Verlängerung des Lockdowns bis Ende Januar neue Herausforderungen mit sich?
Niroomand: Wirtschaftlich wird es definitiv nicht einfacher, auch mental ist das alles sehr schwer. Wir sind alle Sportler und freuen uns auf die Events vor Publikum, auf die gemeinsamen Erlebnisse mit den Fans und unseren Unterstützern. Jeder Tag mehr ohne diese Erlebnisse ist zu viel und zehrt an den Nerven.

Wie beurteilst Du die sportliche Ausgangslage für 2021?
Niroomand: Über allem steht erstmal, die komplette Mannschaft fit und gesund zu bekommen. Wenn wir im Februar alle Spieler beisammenhaben, können wir die Ziele, die wir uns vor der Saison gesteckt hatten, erreichen, abgesehen vom Pokal natürlich. In der Bundesliga-Hauptrunde ist noch alles möglich und in der Champions League ist die Position mit den sechs Punkten in der Gruppe gut. Trotzdem wird es beim zweiten Turnier in Kasan eine große Aufgabe zwei Siege einzufahren, die wir wohl zum Weiterkommen brauchen.

Glaubst Du, dass die schwerste Zeit der Pandemie nun bald überwunden ist und diese Saison, so wie geplant, mit Playoffs gespielt werden kann?
Niroomand: Ich denke, bis Ende Februar, vielleicht bis in den März hinein, wird sich leider nicht viel ändern. Über allem steht, dass die Zahl der Infizierten sinken muss, denn die Gesundheit der Bevölkerung bleibt die absolute Priorität. Wir können aktuell wirklich froh sein, dass unser Profisport weiterhin betrieben werden darf – hoffentlich bis zum Saisonende im ursprünglich angedachten Modus. Für den Breitensport, vor allem im Kinder- und Nachwuchsbereich, ist der Zustand katastrophal. Es gehen für die sportliche und persönliche Entwicklung junger Menschen wichtige Monate verloren, dazukommt noch die generell fehlende sportliche Bewegung in der Bevölkerung. Das wird langfristig einen enormen gesellschaftlichen Schaden hinterlassen. Wir müssen dort, wo wir können, in der gesamten Sport-Familie solidarisch sein.
 
Was ist Dein Wunsch für das Jahr 2021 mit den BR Volleys?
Niroomand: Zuerst, dass alle unsere Mitarbeiter, Spieler und Trainer in der Abteilung gesund bleiben. Wir dürfen trotz der schwierigen Situation nicht den Glauben und die Leidenschaft für unseren Sport verlieren und müssen gut gerüstet auf eine gute Zukunft hoffen, in der wieder Normalität in unsere Leben einkehrt. Ja, sportliche Ziele sind auch sehr wichtig und diese werden wir verfolgen, aber in diesen Zeiten hat das nicht die oberste Priorität.

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

Punkteteilung gegen Wolfsburg

Der 1. FC Union hat sich auch vom Wolfrudel in der Wuhlheide nicht beeindrucken lassen. In einem bis zum Schlusspfiff spannenden Spiel gab es, wie in der vergangenen Saison, ein leistungsgerechtes 2:2 Unentschieden.

Fast wäre den Eisernen wieder die in dieser Spielzeit obligate frühe Führung gelungen. Doch Sheraldo Becker ist nur mit den besten Sprintwerten der Liga ausgestattet. Sein linker Fuß ist für das Spiel mit dem Ball nur bedingt tauglich. So traf er in der zweiten Spielminute das leere Tor nicht. In der 10. Minute köpfte der Schweizer Nationalspieler Roberto Steffen den Ball ins Tor. Erstaunlich, mit einer Körpergröße von 1,70 ausgestattet erzielt er trotzdem viele Tore per Kopf. Die Abwehrrecken der Eisernen hatten sich mehr auf ihre Innenverteidigerkollegen in grün konzentriert, so dass im Schatten von Anthony Brooks und Marin Pongracic der Torschütze erfolgreich zielen konnte. Die Eisernen liefen dem Rückstand bis zur 29. Minute hinterher. Ein Fehler im Spielaufbau wurde den Wolfsburgern zum Verhängnis. Marcus Ingvartsen bediente Becker, der diesmal seinen fußballtauglichen rechten Fuß einsetzen konnte und den Ball unhaltbar in den Winkel setzte. Das Tor fiel aus dem Nichts, die Gäste hatten die Partie bis dahin im Griff. In der 42. Minute klärte Andreas Luthe gegen den allein durchgebrochenen Yannick Gehrhardt. Das Halbzeitergebnis war für die Eisernen ein bisschen schmeichelhaft.

In der zweiten Halbzeit steigerten sich die Eisernen und drehten in der 52. Minute das Spiel. Es ging um die Bewertung eines Zweikampfes zwischen Maximilian Arnold und Taiwo Awoniyi. War es überhaupt ein Foul und wenn ja, Freistoß oder Elfmeter. Der Videobeweis brachte das Urteil, Freistoß und rote Karte für Arnold. Es war zu viel um gar nichts zu geben, aber eine rote Karte ? Den Freistoß verwandelte Robert Andrich mit einem gekonnten Heber über die Mauer.

Der Live Reporter redete mal wieder die Champions-League Teilnahme herbei. Ist das in diesem Stadion überhaupt möglich? Was für Gequatsche angesichts der angebotenen Fußballkultur. Nur mit rennen und grätschen ist der Sieg nicht immer zu holen. Dass die Wolfsburger, eher ein Aspirant für die europäische Königsklasse, die noch ausstehenden ca. 50 Spielminuten mit einem Spieler weniger bestritten , war nicht zu erkennen. Eher im Gegenteil, in der 66. Minute fiel der Ausgleich. Ein nicht ganz so klarer Handelfer, den der Niederländer Wout Wegehorst verwandelte. Handspieler Marcus Ingvartsen sah dafür die gelbe Karte. Mit der Punkteteilung ging das Spiel leistungsgerecht zu Ende. Schlüssel für den Punkterfolg war erneut die enorme Laufbereitschaft der Eisernen, es waren fast120 km für die gesamte Mannschaft. Man merkte es in der Schlussphase der Partie, als mancher Unioner aus dem letzten Loch zu pfeifen schien.

Hans-Peter Becker

1. FC Union Berlin: Luthe – Friedrich, Knoche, Hübner – Trimmel, Griesbeck (86. Ryerson), Andrich, Ingvartsen (86. Gogia), Lenz – Becker (77. Bülter), Awoniyi (77. Teuchert)

VfL Wolfsburg: Casteels – Baku (90.+3. William), Pongracic (46. Guilavogui), Brooks, Paulo Otavio – Gerhardt, Schlager, Brekalo (66. Mbabu), Arnold, Steffen – Weghorst

Schiedsrichter: Patrick Ittrich, Sascha Thielert, Christian Dietz, Tobias Stieler

Tore: 0:1 Steffen (10.), 1:1 Becker (29.), 2:1 Andrich (52.), 2:2 Weghorst (66.)

Haie gehen bei den Eisbären unter

Zum dritten Heimspiel der verkürzten Corona-Saison empfingen die Eisbären die Kölner Haie. In den Reihen der Gäste waren wieder einige bekannte Gesichter, angefangen vom Trainer Uwe Krupp über Torwart Justin Pogge und Alexander Oblinger mit Eisbären Vergangenheit. Der in der vergangenen Saison noch bei den Eisbären spielende Mittelstürmer James Sheppard stand wegen einer Verletzung nicht im Kader.

Es lief alles für die Eisbären. Faktisch ihr erster Angriff brachte die 1:0 Führung durch Matthew White. Ganze 44 Sekunden waren erst gespielt. Nur knappe sieben Minuten später erhöhten die Eisbären auf 2:0. Im Eishockey ist manchmal die Torvorbereitung ein kleines Kunstwerk. Dem Treffer von Parker Toumie ging ein Pass von Kapitän Frank Hördler aus dem eigenen Drittel, queer fast über die gesamte Eisfläche, voraus. Während den Eisbären fast alles zu gelingen schien, bekamen die Domstädter bis zur letzten Drittelpause nichts Zählbares zustande.

Im Mittelabschnitt schlugen die Eisbären zweimal zu. In der 31. Minute sogar in Unterzahl. Wieder war es eine zauberhafte Vorbereitung durch Giovanni Fiore, der seinen Kapitän auf die Reise schickte und der stellte auf 4:0. Der Treffer zum 3:0 fiel in der 23. Minute. Die Eisbären waren effektiv und die Kölner. Erst hatten sie kein Glück, dann kam Pech hinzu und Torwart Mathias Niederberger. Der reckte nach 60 effektiven Spielminuten, in Berlin zeigte die Uhr 22:45, seinen Torwartschläger in die Höhe und feierte seinen zweiten Shutout der Saison. Kapitän Frank Hördler würdigte nach dem Spiel seine Leistung. Die Kölner zwangen ihn zu 34 Saves. Hördler selbst, als Verteidiger nicht unbedingt für das Erzielen von Toren zuständig, krönte seine gute Leistung mit seinem ersten Saisontor und der ersten Torvorbereitung. Das Kapitänsamt scheint ihn zu beflügeln.

Der Blick auf die Ergebnistafel war für Uwe Krupp kein Vergnügen. © Foto: Hans-Peter Becker

Sein Gegenüber im Kölner Tor durfte sich das letzte Drittel von der Spielerbank aus ansehen. Trainer Uwe Krupp griff zum letzten Mittel und wechselte den Torwart. Für Pogge kam Hannibal Weitzmann, ein gebürtiger Berliner, der bekam wie sein Torhüter-Kollege gleich ein schnelles Tor eingeschenkt. Bei Pogge dauerte es 44 Sekunden, Weitzmann hielt 5 Sekunden länger durch. In der 51. Minute stellte Foucault auf 5:0. Die Kölner mühten sich und die Eisbären vergaben noch einige Möglichkeiten.

Eisbären Goalie Mathias Niederberger war der Turm in der Schlacht © Foto: Hans-Peter Becker

Während Uwe Krupp sich das Spiel aus Kölner Sicht sicher anders vorgestellt hatte, war Serge Aubin natürlich sehr zufrieden. „Ich bin natürlich zufrieden mit dem Spiel heute, das war die Antwort, die ich nach der Niederlage in Iserlohn erwartet habe. Der frühe Führungstreffer hat uns geholfen und wir sind in den ersten zehn bis zwölf Minuten sehr gut ins Spiel reingekommen. Dennoch haben wir zu viele Strafen genommen, aber unser Unterzahlspiel war heute super. Mathias Niederberger hat herausragende Paraden gezeigt und die ein oder andere hochkarätige Chance vereitelt.“

Von der Niederlage in Iserlohn haben sich die Eisbären schnell erholt. Am Montag, 11.01.2021 müssen sie bei der Düsseldorfer EG antreten.

Hans-Peter Becker

Deutsche Eishockey Liga DEL

08.01.2021 MB Arena Berlin 20:30 Uhr

Eisbären Berlin–Kölner Haie 5:0 (2:0, 2:0, 1:0)

Torfolge:
1:0 – 00:44 – White (Zengerle, Fiore) EQ
2:0 – 06:33 – Tuomie (Hördler, Olver) EQ
3:0 – 22:35 – Foucault (Olver, Tuomie) EQ
4:0 – 31:00 – Hördler (Fiore, Noebels) SH1
5:0 – 40:49 – Foucault (Olver) EQ

Strafen:
Eisbären Berlin: 12 (2, 4, 6) Minuten –
Kölner Haie: 8 (2, 2, 4) Minuten

Eisbären Berlin: Niederberger (Ancicka) Müller, Ramage (A); Hördler (C), McKiernan; Espeland,Wissmann (A); Gawanke, Noebels, Reichel, Pföderl; White, Zengerle, Fiore; Tuomie, Olver, Foucault; Hänelt, Kinder, Labrie
Trainer: Serge Aubin

Kölner Haie: Pogge, Weitzmann (41.) D. Tiffels, Mo. Müller (C); Sennhenn, Zerressen; Edwards (A), Ugbekile; Gagné Matsumoto, Akeson, Barinka; Ma. Müller, Tiffels, Zalewski; Sill (A), Dumont, Oblinger; Bartuli, Köhler
Trainer: Uwe Krupp

Der ewige Eisbär Florian Busch beendet seine Karriere

Von den damals jungen Wilden, die 2005 mithalfen den ersten Meistertitel zu erringen, ist im aktuellen Kader nur noch Frank Hördler übrig geblieben. Am 6. Januar 2021 teilten die Eisbären offiziell mit, dass die Nummer 26 der Eisbären Florian Busch kann seine Laufbahn verletzungsbedingt nicht fortsetzen und sagt leise servus. Sein letztes Spiel für die Eisbären bestritt er 2019. Bis dahin war der linke Flügelstürmer in 793 DEL Spielen für die Eisbären aktiv. Mit Beginn der Saison 2002/03 war er nach Berlin-Hohenschönhausen gewechselt. An allen sieben Meistertiteln war er beteiligt, nicht zu vergessen sind dabei der Pokalsieg 2008 und der Gewinn der European Trophy 2011.

Besonders in Erinnerung bleibt sein entscheidendes Tor in der Over-Time im alles entscheidenden Spiel der Finalserie am 21. April 2008. Die Eisbären machten damit ihren dritten DEL-Meistertitel perfekt. In seiner Karriere spielte er auch für die Nachwuchsnationalmannschaften und nahm an den Olympischen Spielen 2006 in Turin teil.

Buschi mit bayerischem Getränk nach der Meisterschaft 2008 © Foto Hans-Peter Becker

Seine Herkunft aus Bayern, geboren am Tegernsee im Landkreis Miesbach, ließ er auf angenehme Art jeden spüren. „Es war ein Genuss mitzuerleben, wie Buschi die Menschen um sich herum immer wieder zum Grinsen oder Lachen brachte, dabei aber nie die Professionalität vermissen ließ, die ein Profisportler an den Tag legen muss. Ich hatte das Gefühl, dass ihm die harte Arbeit, der Schweiß und die Entbehrungen richtig Spaß machten. Wir werden seine spektakulären Aktionen auf dem Eis ebenso vermissen wie sein zahnloses Grinsen,“ so die Worte von Manager John Peter Lee.

Buschi selbst wird in der Presseerklärung zitiert: „Ich gebe hier und heute meinen Rücktritt vom Profisport bekannt. Ich durfte 18 wundervolle Jahre in der Hauptstadt erleben, aber nach langem Verletzungspech muss ich nun nach vorne schauen. Ich möchte mich bei allen bedanken, die mich auf dieser erfolgreichen Reise begleitet haben. Besonders aber bedanke ich mich bei allen Fans, die immer hinter mir standen und mir den Rücken freihielten. Danke Eisbären, danke Berlin! Einmal Eisbär, immer Eisbär. Buschi out.“

Buschi unmittelbar nach dem Gewinn der Meisterschaft 2013 © Foto Hans-Peter Becker

Leider war bisher nicht zu erfahren, ob Buschi wie er von den Fans genannt wird, zukünftig dem Eishockeysport erhalten bleiben wird. Seine Nummer 26, die er während seiner Karriere auf seinem Trikot trug, wird zukünftig nicht mehr vergeben. Bei nächster Gelegenheit, wenn es wieder möglich ist, vor Publikum zu spielen, wird sein Trikot zusammen mit dem von Andre Rankel unter das Hallendach der Arena am Ostbahnhof gezogen werden.

Hans-Peter Becker