Füchse kamen in Mannheim unter die Räder

Von wegen Herbstmeister. Der Spitzenreiter der DKB Handball-Bundesliga wurde in Mannheim entthront und kassierte eine deftige 23:37 (9:18)-Niederlage. Die Füchse Berlin kassierten ihre dritte Saisonniederlage. So deutlich unterzugehen, das wurde trotz der Schwere der Aufgabe beim Deutschen Meister Rhein-Neckar Löwen nicht erwartet. Die Art und Weise war blamabel. Wenn auch, vor 10.549 Zuschauern in der fast ausverkauften SAP-Arena in Mannheim mussten die Berliner ohne ihren Spielmacher Petar Nenadic auskommen. Der Serbe fehlte wegen einer Sperre und schaute das Match in Berlin von der Couch aus. Das Fehlen des Top-Spielers machte sich im Angriffsspiel bemerkbar. Die Füchse wirkten ideenlos, desolat, versprühten zu keiner Zeit den Spielwitz, der sie in den vorigen Ligaspielen ausgemacht hatte. Bei den Hauptstädtern fungierte der wiedergenesene Fabian Wiede als Alleinunterhalter. Er war der einzige Fuchs, der ansatzweise an die starken Leistungen der Vorwochen anknüpfen konnte. Ansonsten wurde das Petkovic-Team vom amtierenden Deutschen Meister regelrecht zerlegt.

Füchse-Torwart Silvio Heinevetter, der von seinen Vorderleuten oft alleine gelassen wurde: „Das war eine komplette Offenbarung – in allen Bereichen. Dass du bei den Löwen verlierst, ist okay. Aber wir dürfen uns nicht so abschlachten lassen. Das war schon eine heftige Nummer. Wir hatten uns im Vorfeld echte Chancen ausgerechnet. Die Löwen haben uns aber regelrecht überlaufen.“ Die Füchse gerieten rasch in Rückstand, lagen schon nach sieben Minuten mit 1:4 zurück. Nach zwei Siebenmeter-Treffern von Hans Lindberg markierte Mattias Zachrisson das erste Feldtor der Berliner nach fast zehn Minuten (!) zum 3:5. Folglich schlossen die Füchse im Angriff zu hastig ab, leisteten sich zu viele individuelle Fehler und luden die starken Löwen so zu einfachen Tempogegenstoß-Toren ein. Nach 14 Minuten nahm Velimir Petkovic die erste Auszeit und redete auf sein Team ein. Er forderte mehr Geduld im Angriffsspiel – seine Spieler setzten das aber leider nicht um. Während die Löwen fast jeden Angriff eiskalt ausnutzten, zeigten die Füchse in allen Bereichen enorme – bis dato nicht gezeigte – Defizite.

Die Berliner wurden regelrecht vorgeführt. Andy Schmid glänzte immer wieder als Regisseur mit überragenden Überraschungs-Anspielen auf Kreisläufer Hendrik Pekeler. Dass Abwehrchef Jakov Gojun aufgrund von Rippenproblemen in der Deckung nur bedingt spielen konnte, machte sich stark bemerkbar. Auch der Däne Mads Mensah Larsen auf der Halb-Position und Außenspieler Gudjon Valur Sigurdsson trafen wie sie wollten. Über die Stationen 5:12 (18.) und 7:15 (23.) ging es in die Pause (9:18). Nach dem Seitenwechsel das gleiche Bild: die Füchse machten Fehler über Fehler, während sich die Löwen in einen regelrechten Rausch spielten. Das 30. Tor für die Löwen markierte der an diesem Abend nicht zu stoppende Andy Schmid schon nach 49 Minuten (30:18). Am Ende gab es eine Niederlage aus Füchse-Sicht mit 14 Toren Unterschied.

Die Berliner, bei denen der 18-jährige A-Jugendspieler Rolando Urios am Kreis sein Profi-Debüt gab, haben nach der herben Schlappe in Mannheim ihre Tabellenführung an die Löwen vorerst abgegeben. Heinevetter und Co. haben am Wochenende nun Zeit, um die Niederlage aufzuarbeiten. Am Donnerstag gastieren die Füchse dann im vorletzten Spiel des Jahres beim HC Erlangen.  Füchse-Trainer Velimir Petkovic: „Das ist das schlimmste, was ein Trainer erleben kann. Ein regelrechtes Debakel. Die Niederlage war hochverdient. Wir konnten in keinem Moment eine Antwort geben. Solche Tage gibt es leider. Aber Fakt ist auch, dass wir bisher eine überragende Saison spielen. Die lassen wir uns durch dieses eine Spiel nicht kaputtmachen. Wir werden zurückkommen!“ Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning resümierte nach dem Schlusspfiff: „Wir hatten zu keiner Zeit Zugriff auf das Spiel. So darf man nicht auftreten. Gegen den Deutschen Meister darf man ruhig verlieren. Aber die Art und Weise, wie wir aufgetreten sind, war enttäuschend. Leidenschaft hat auch mit leiden zu tun. Dazu waren wir heute in keinster Weise bereit.“  Statistik: Stochl, Heinevetter – Wiede (7), Elisson (1), Struck (1), Vukovic, Gojun, Mandalinic (3), Lindberg (2/2), Zachrisson (5), Fäth, Urios (2), Schmidt, Kopljar, Drux (2).

Quelle: Füchse Berlin

Ein großer Tag für die Füchse

Nach einem packenden Handball-Spiel sind die Füchse Berlin am Sonntag als Sieger vom Parkett gegangen. 8.885 Fans in der fast ausverkauften Max-Schmeling-Halle sahen einen 32:29 (15:17) Heimsieg der Füchse. Damit sind die Hauptstädter vorerst wieder Tabellenführer der DKB Handball-Bundesliga. Emotionsgeladener kann ein Spitzenspiel eigentlich gar nicht sein. Die Füchse und Melsungen lieferten sich, fast schon traditionell, ein packendes und umkämpftes Match. Die Füchse gingen personell arg gebeutelt in das Topspiel. Hans Lindberg nahm angeschlagen auf der Bank platz, Jakov Gojun stand wegen Rippenproblemen gar nicht erst auf dem Spielberichtsbogen. Zudem gingen die Torhüter Petr Stochl und Silvio Heinevetter angeschlagen ins Match. Unter der Woche konnten die beiden Keeper wegen Blockaden im Rückenbereich nur bedingt trainieren. Trainer Velimir Petkovic: „Wir haben sieben Tage lang im Training gekämpft. Es haben immer wieder wichtige Spieler gefehlt. Ich bin erleichtert und glücklich, dass wir gewonnen haben.“

Bob Hanning Foto: Sportick

Auch Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning war nach dem 13. Ligasieg erleichtert und stolz zugleich: „Das ist ein großer Tag für die Füchse Berlin. In der vergangenen Saison hätten wir so ein Spiel noch verloren.“ Vom Anwurf weg bot das Spiel alles, was das Handball-Herz sich wünscht. Der starke MT-Rückraum trumpfte zunächst immer wieder auf und kam zu einfachen Toren, weswegen die Füchse mit einem 15:17 in die Pause gingen. Nach dem Seitenwechsel kamen die Berliner, angetrieben vom frenetisch feiernden Publikum zurück. Die erste Berliner Führung des Spiels erzielte Neuzugang Stipe Mandalinic (24:23). Folglich wurde es hitzig: Petar Nenadic und Felix Danner sahen beide den Roten Karton.

Nenadic verfolgte die restlichen Minuten stehend im Publikum, inmitten des treuen und lautstarken Heim-Blocks. Hinterher war der Regisseur, der noch in diesem Winter nach Veszprem wechseln wird, glücklich: „Ich bin stolz auf die Mannschaft und den heutigen Sieg!“ Letztlich baute das Petkovic-Team die Führung sogar aus und gewann mit 32:29. Hanning „Mit Verlaub: das war ein geiles Handballspiel.“ Und Petkovic ergänzte: „Viele haben gar nicht dran geglaubt, dass wir in der Lage sind, so ein Spiel zu machen. Ich musste das Team richtig wecken. Ich bin unglaublich stolz.“ Beste Werfer bei den Füchsen war Paul Drux mit acht Treffern. Tobias Reichmann netzte zehn Mal für die MT. Für die Berliner geht es am Donnerstag im Showdown beim amtierenden Meister Rhein-Neckar Löwen weiter.

Im Anschluss der Partie verteilte Hanning, der am Abend zuvor noch zum Berliner Manager des Jahres 2017 gekürt wurde, Sonderlobe. Über Erik Schmidt sagte er: „Das ist der Erik, den wir uns wünschen. Er war ein richtig unangenehmer Kreisläufer und hat stark gespielt. Auch lobte der Geschäftsführer Drago Vukovic. „Mit welcher Bereitschaft er in der Abwehr gespielt hat – das war toll!“ Statistik: Heinevetter, Stochl – Wiede, Elisson (3/1), Vukovic (1), Struck, Mandalinic (3), Nenadic (5), Lindberg, Zachrisson (4), Fäth (6), Schmidt (1), Kopljar (1), Drux (8).

Quelle: Füchse Berlin

Historischer Tag für die Wasserfreunde Spandau 04

Foto: Wasserfreunde Spandau 04

Champions-League Spiel 4: AZC Alphen – Wasserfreunde Spandau 04 5:17 (1:2,2:5,0:5,2:5). Torschützen: M. Cuk 4, L. Gielen 3, N. Dedovic, M. Stamm, M. Restovic 2, B. Reibel, T. Negrean, Jüngling, D. Strelezkij je 1.  Seit der Einführung der Preminilary Round in der Champions League war es den Spandauern bisher noch nicht gelungen, in der Gruppenphase drei Spiele hintereinander zu gewinnen. Aktuell belegen die Berliner den 2. Tabellenplatz im Achterfeld ihrer Gruppe. Auch das gab es noch nie! Das Team von Trainer Petar Kovacevic spielte, wie von ihm gefordert, von Beginn an sehr konzentriert, aber ließ dennoch im 1. Viertel viele hochkarätige Chancen aus. Im 2. Spielabschnitt gelang es dann mit 5 Toren Differenz (7:2) in Führung zu gehen. Die Spieler zeigten sich bis zum Ende des Spiels torhungrig. Mateo Cuk (4) und Luuk Gielen (3), der in seinem Heimatland, den Niederlanden, sein Können demonstrieren konnte, erzielten die meisten Tore.

Es heißt nun, sich nicht auf seinen Erfolgen auszuruhen. Die Nationalspieler müssen bereits am Dienstag in einem Weltligaspiel gegen das starke Team aus Russland, um 20:00 Uhr in Dresden, antreten. Spandau reist am nächsten Samstag, den 16.12.2017 zum DWL-Spitzenspiel nach Hannover (Anpfiff um 16:00 Uhr im Stadionbad). Kurz vor Weihnachten möchten sich die Spandauer dann noch selbst ein Weihnachtsgeschenk machen und die nächste internationale Begegnung gewinnen. CL Spiel 5 Wasserfreunde Spandau 04 – ZF Eger (Hun). Spielbeginn: 19:30 Uhr in der Sport- u. Lehrschwimmhalle Schöneberg

Quelle: Peter Röhle

Pal Dardai: „Die Spielkultur war nicht in Ordnung“

Christian Zschiedrich kommentiert. Foto: Sportick

Hertha BSC kommt in Augsburg in der Nachspielzeit zu einem überaus glücklichen und schmeichelhaften 1:1. Der Punkt allerdings ist ja so wichtig. Mit nur 17 Punkte wären die Berliner bereits in der Hinrunde gewaltig in Bedrängnis gekommen. Inzwischen hängen die Trauben in Augsburg hoch. Cajuby trifft (74.) – nach Eckball von Max – wuchtig unter die Querlatte zum 1:0. Augsburg ist, nach anfänglichen Saison-Startschwierigkeiten, gefestigt, lässt aber zu viele Großchancen liegen. So etwas rächt sich oft im Fußball. Die Spielweise seines Hertha-Teams behagt dem Trainer Pal Dardai überhaupt nicht. Es finden zu wenig Aktionen nach vorn statt. Hertha reagiert nur. Die Offensivarbeit wirkt harmlos. Das bemängelte der Coach unmittelbar nach Spielschluss. Der Doppelwechsel – Dardai früh (58.) Esswein für Lecki und Lazaro für Ibisevic – bleibt ohne sichtbare Verbesserung. Der Standard bei 90 + 1 lässt Hertha jubeln. Eine Ecke für Hertha, der Torwart Jarstein ist mit vorne. Einen zunächst abgewehrten zweiten Ball bringt Esswein zurück in den Strafraum, Stark legt per Kopf ab, Kalou, eingewechselt in der 79. Minute für Mittelstädt, trifft von drei Augsburgern umgeben, aus kürzester Distanz zum 1:1. Soviel Dusel hat man nicht immer. Mal schau’ n, was das Gekicke gegen Hannover (13.12.) und in Leipzig (17.12.) im alten Jahr noch  bringt.

Christian Zschiedrich

Erneut große Irritationen mit dem Videobeweis

Chefredakteur Christian Zschiedrich. Foto Sportick

Also Freude macht mir und vielen Fußball-Fans der Schiri-Assistent in Köln bei den Spielen nicht. Er sorgt entgegen aller Ankündigungen für Unbehagen und in Leipzig und Gladbach für eine falsche Auslegung des Spielgeschehens. In Gladbach wurde das mögliche 2:0 und ein Elfmeter zurückgepfiffen, weil ein Zweikampf nach dem Betrachten der Videobilder als Foulspiel hätte geahndet werden müssen. Schiedsrichter Sascha Stegemann erkannte den Zweikampf zwischen Wendt und Oczipka als unstrittig „weiterspielen“ an und daraus entwickelte sich dann eine neue Spielsituation. Nach feiner Kombination über Raffael landete der Ball bei Grifo, der donnerte die Kugel aus kürzester Entfernung an die Latte, den Abpraller schoss Stindl zum 2:0 für Gladbach ein. Bis dahin war alles legal, kein Abseits, ein völlig regulärer Treffer. Doch er zählte nicht. Beim gepfiffenen Strafstoß hatte der Referee in der Tat gute Sicht auf den Zweikampf, gab ein entsprechendes Handzeichen zum Weiterspielen. Selbst wenn der Video-Assistent in Köln das an Hand der Fernsehbilder anders wahrgenommen hat, so war es höchstens eine interpretationsfähige „Fifty-Fifty-Entscheidung“ und kein Fehler des Unparteiischen. Stegemann hatte es auf dem Feld richtig wahrgenommen, Oczipka hatte den Zweikampf gesucht, mit den Arm gedrückt und sein späteres  Fallen geschickt erzwungen. Stegemann war nicht darauf reingefallen, wohl aber der Assistent in Köln.

Das geht aus meiner Sicht gar nicht und ist nach einer Äußerung von Gladbachs Trainer Dieter Hecking „bedenklich“, eine bewertete und abgeschlossene Zweikampfsituation heranzuziehen, um ein Tor abzuerkennen. Nach wieviel Sekunden ist das überhaupt machbar? Geht das noch Spielschluss? Peter Gagelmann, in schwierigen, strittigen Fällen „objektiver Experte“ überraschte die Sky-Zuschauer mit der Aussage, dass Situationen drum herum  und auch zuvor bei einem Tor zu bewerten seien. Ich hatte das Gefühl, er wollte den Video-Assistenten in Köln nur in Schutz nehmen, so wie er es in anderen zweifelhaften Situationen meiner Meinung nach oft versucht hat. In welcher Art hat Peter Gagelmann früher selbst Bundesliga-Spiele geleitet und wie oft lag er falsch ? Eine Berliner Boulevard-Zeitung titelte mal, „Schiedsrichter Gaga“. Der regelkundige, objektive Betrachter gehört eben nach wie vor zur Gilde der Schiedsrichter. Die anderen Sky-Experten, Ex-Profis mit viel Spielerfahrung trauen sich die Schwachpunkte aufzudecken. Da lasst uns lieber mal über eine falsche Entscheidung diskutieren.

Christian Zschiedrich

Sport bewegt und bildet

Frank Toebs berichtet. Foto: Sportick

Bewegte Kindheit- Für mehr Selbstbewusstsein. In Stuttgart soll jedes 4. Kind bei typischen Tests nicht hüpfen können. Soweit kann es kommen, wenn die Bewegung fehlt. Nur „daddeln“ mit dem Smartphone ist nämlich keine differenzierte Bewegung, daher auch nicht nützlich für „höheres Denken“. Professor Manfred Spitzer, Direktor der Psychiatrischen Universitätsklinik in Ulm, ließ das Publikum bei seinem anschaulichen Vortrag „Sport und Gehirn- Was weiß die Neurowissenschaft“ staunen. „Höheres Denken hat immer mit Bewegung zu tun, denn diese sorgt für mehr Nervenzellen“, sagte er. Erforscht sei das schon recht lange. Nur wolle man es nicht überall hören.
Die Kompetenz in der Nutzung der Neuen Medien soll eher schon von Kindesbeinen an geschult werden, so fordern es manche Politiker. Der Nutzen der Bewegung wird dabei leicht vergessen.  Entscheidungsträger haben oft den offensichtlichen Zusammenhang noch nicht erkannt oder wollen ihn nicht sehen. „Fragen Sie ´mal bei Mac Donald´s, was die für das beste Essen halten“, merkte er an. Was dann die Antwort sei, könne sich jeder selbst denken.

Spitzer ist andererseits auch kein großer Freund von seiner Meinung nach unangemessenen Anstrengungen wie dem Marathonlauf. 2-3 Mal in der Woche den Kreislauf für eine halbe Stunde in Schwung bringen, das hält er für angebracht. Die besten Rahmenbedingungen in der Schule seien für ihn dann gegeben, wenn Sport, Tun mit den Händen, Musik und Theaterwissenschaften einen höheren Stellenwert- wenn nicht den höchsten- bekämen. „Auch die Förderung sprachlicher Kompetenz könne der Sport bewirken“, sagte Professorin Renate Zimmer in ihrem Beitrag über Bewegung, Spiel und Sport.

Die Erziehungs- und Sportwissenschaftlerin von der Universität Osnabrück wusste das Auditorium
durch ihren lebendigen Vortrag ebenso zu faszinieren wie ihr Vorredner.
Statt einen Ball nur abgebildet zu sehen und zu benennen, könne man ihn real als Zugang zum Kind und der Sprache einsetzen. So könnten auch die Bedeutungs-und Verständnisebene
gestärkt werden. Gut veranschaulichte sie, dass man es aussprechen kann, wenn der Ball rollt, geworfen und geprellt wird. All das solle auch unbedingt in den Planungen der Ämter so bezeichnet werden, meinte Zimmer. Leider hat Berlin aber zur Zeit das Wort Bewegung gar nicht mehr im Bildungsplan. Das war schon einmal anders. Wie hieß es aber zum Ende der Veranstaltung bei einer Talkrunde? Es müsse nicht nur „Es lebe der Sport“ heißen, sondern die Meister in der Bewegungslehre, die Sportlehrerinnen und  Sportlehrer, müssten einmal ein Jahr lang geehrt werden, so wünschte es sich ein Teilnehmer.

Frank Toebs

Füchse-Profis besuchen Kinderklinik im Friedrichshain

Silvio Heinevetter, Petr Stochl und Steffen Fäth statteten der Kinderstation einen Besuch ab. (Foto: Werner Popp)

Tolle Weihnachtsaktion mit Vivantes: Die Füchse Berlin waren am Donnerstag zu Gast im Vivantes Klinikum im Friedrichshain und statteten der Kinderstation einen Besuch ab. Große Freude gab es bei den rund 20 Kids als Silvio Heinevetter, Petr Stochl und Steffen Fäth Geschenke verteilten. Auf diesen Besuch hatten sich die Füchse-Profis lange gefreut. „Es gibt nichts Schöneres, als in glückliche Kinderaugen zu blicken“, sagt Füchse-Torwart und zweifacher Familienvater Petr Stochl. Zusammen mit Steffen Fäth (ebenfalls Vater zweier Kinder) und Silvio Heinevetter schaute der Kapitän der Berliner auf der Kinderstation im Klinikum Friederichshain in der Landsberger Allee vorbei. Als die Handball-Profis den großen Raum betraten, machten die Kinder große Augen. Sofort zeigten sie großes Interesse, ließen sich Wurftechniken erklären und Tipps fürs Leben geben. Fuchsi und Vivo, die beiden Maskottchen der Füchse und von Vivantes, waren ebenfalls dabei und rundeten den tollen Tag für die Kinder im Alter von drei bis neun Jahren ab. Fäth, der zusammen mit Heinevetter und Stochl Geschenke wie unter anderem Freikarten für ein Heimspiel verteilte, sagte: „Es ist ein schönes Gefühl, wenn man Kindern eine Freude machen kann.“

Quelle: Füchse Berlin

Das Spandauer Team will sein spielerisches Niveau unter Beweis stellen

Foto: Wasserfreunde Spandau 04

Bis zum Jahreswechsel haben die Wasserfreunde Spandau 04 noch drei Spiele vor sich. Alle drei Spiele haben es in sich und können weichenstellend für die Hauptstädter sein. Nach dem Samstag-Gastspiel in Holland folgt am 16.12. das DWL-Spitzenspiel bei W98 Waspo Hannover und am 20.12. die letzte Begegnung des Jahres. In heimischer Halle wird das Berliner Team gegen ZF Eger (Ungarn) antreten. Zunächst aber reist das Team der Wasserfreunde zum AZC Alphen nach Holland. Alphen nimmt aktuell in der Champions-League den letzten Platz ein. Nach dem sensationellen Heimerfolg (10:9) gegen den Titelverteidiger Szolnok (Ungarn) am 29. November in Schöneberg hat die Mannschaft von Trainer Petar Kovacevic mit 2:1 Siegen den dritten Platz der Achter-Gruppe erreicht.  Aus dieser Gruppe werden sich die führenden 4 Teams für das Final Eight im Frühjahr 2018 in Genua qualifizieren. Aus der Gruppe der Berliner ist allerdings der Gastgeber Pro Recco bereits gesetzt. Spandau fährt als Favorit nach Alphen. Das ist eine Situation, die es in den vergangenen Jahren auf CL-Ebene nur selten gab. „Wir wollen diese Konstellation selbstbewusst annehmen und dem Spiel unseren Stempel aufdrücken“, sagt Präsident Hagen Stamm. Alphen hatte sich im Vorsommer beim Final Six in Budapest bei der LEN um eine Wild Card beworben und diese für die kommenden beiden Spielzeiten erhalten.

In den ersten drei Partien mussten die Niederländer allerdings Niederlagen hinnehmen. Zunächst verloren sie beim Titelfavoriten Pro Recco (1:19), zeigten sich dann aber daheim gegen Jadran Herceg Novi (Montenegro/7:14) und auswärts bei CN Sabadell (Spanien/10:12) deutlich verbessert. Für das Spiel gegen die Wasserfreunde wollen die von Ron van der Wild und Nemanja Stevanovic trainierten „Oranjes“ ihr Leistungsniveau weiter anheben. Alphen firmiert wegen seines Hauptsponsors (seit 2011/12), einem Design- und Modeunternehmen, unter dem etwas irritierenden Namen AZC Moscow. Das Team ist multinational besetzt. Neben niederländischen Akteuren spielen fünf Serben und ein Grieche, ein Ungar, ein Italiener sowie ein Neuseeländer. Ähnlich wie bei Spandau 04 ist die Vereinsgeschichte Alphens ruhmreich. 15-mal (1977-2004) war Alphen Meister, 21-mal Pokalsieger. 1977 spielte Alphen erstmals im Europacup. 1980 stand das Team im Final 4 der Pokalgewinner und 1981 in Barcelona in dem der Meister. Seit 2006 konnte Alphen auf internationaler Bühne nicht mehr mithalten. Seither strebt das Team ein Comeback an. Champions-League 2017/2018, Spieltag 4 in Alphen, 09. Dezember 2017 AZC Alphen – Wasserfreunde Spandau 04 20:30 Uhr, Swimming Aquarijn, Cantharel 10, 2403 RA Alphen, Niederlande

Peter Röhle  

OL Nord, drei Siege, zwei Niederlagen: Was ist mit Hertha 03 bloß los?

Der SC Staaken(7.) gewann 2:1 gegen Hansa Rostock II(11.). Lichtenberg 47(2.)  siegte 2:0 gegen Malchower(10.). Hertha 06(14.) verlor das Charlottenburger Derby 0:1 gegen Tennis Borussia(3.) und der FC Hertha 03 verlor leider zum dritten Mal in Folge in Wismar 1:2. Optik Rathenow hat als Tabellenführer, 39 Punkte nach 15 Spielen und fertigte auch am Samstag vor 222 Zuschauern Mecklenburg Schwerin 3:1 ab. Die neue Flutlichtanlage ist als Signal für die Regionalliga zu verstehen: „Wir kommen“. Vier Punkte Vorsprung ist nicht nur theoretisch wettzumachen, aber wer soll Rathenow noch einholen? Im Kommen nach dem Trainerwechsel ist Tennis Borussia. Der Derbysieg fiel äußerst knapp aus. Der Abstand zu Rathenow beträgt 7 Zähler. Oder ist etwa Lichtenberg 47 schon reif für die Regionalliga? Hertha Zehlendorf (29 Punkte, Tab.5.) im Abwärtstrend anscheinend kein Aufstiegskandidat mehr. Hertha 06 ist mit 14 Punkten aus 15 Spielen keineswegs überzeugend. Am Samstag 13.00 Uhr, steht wieder ein Berliner Derby an: Hertha 03 Zehlendorf – CFC Hertha 06 und tags zuvor, also am Freitag, 19.30 Uhr, im Mommsenstadion Tennis Borussia – SC Staaken. Da hat es TeBe genauso schwer wie Lichtenberg 47 in Seelow bei der Victoria, dem Tabellen15. Wer die Staakener in letzter Zeit verfolgt hat, ist mit mir bestimmt der Meinung, im Mommsenstadion könnte sich eine dicke Überraschung anbahnen. Zusammengefasst: 17 Mannschaften, 2 Absteiger, Hertha 06 auf Platz 14, Staaken auf 7, Hertha 03 auf 5, Tennis Borussia auf 3 und Lichtenberg auf 2. Unten geht es eng zu und oben auch. Bleibt zu wünschen, dass den Berliner Clubs Erfolg beschieden sei.

Christian Zschiedrich

Dynamo souverän, Altglienicke in Abstiegsgefahr

Chefredakteur Christian Zschiedrich. Foto Sportick

Der 17. Spieltag offenbarte in der Regionalliga Nordost Stärken und Schwächen auch der Berliner Vereine. Der BFC Dynamo fertigte den Mitkonkurrenten Union Fürstenwalde vor 1.378 Zuschauern mit 4:0 ab. Die Berliner festigten sich damit als Tabellenzweiter (33 Punkte) gegenüber Wacker Nordhausen, 2:2 in Meuselwitz, kommen nicht an Energie Cottbus, 44 Punkte und ein Spiel weniger, ran. Mit 2:0 bezwang an diesem Wochenende das Pele Wollitz-Team Oberlausitz Neugersdorf, spielt konstant weiter eine überragende Saison. Ähnlich könnte es auch Neustrelitz am kommenden Samstag, 13.30 Uhr, im Stadion der Freundschaft, gehen. Der BFC Dynamo wird weiter der nächste Verfolger bleiben, hat ein Heimspiel, Sonntag, 13.30 Uhr, Jahn-Stadion, gegen den Tabellenletzten FSV Luckenwald. Luckenwalde verlor in Halberstadt 0:4. Die BFCer Dadashov (19.), Steinborn (56.), wieder Dadshov (65.) und Cubukcu( 70.) sind auf den Geschmack gekommen. Torsteher Hendl weiß wie es geht, mal einen Elfmeter zu halten.

Der Aufsteiger VSG Altglienicke hat „naturbedingt“ (18 Punkte) ganz andere Ambitionen, verlor 1:3 gegen Budissa Bautzen und ist mit Auerbach, Neustrelitz und Chemie Leipzig in der gefürchteten Abstiegszone angekommen. Erfahrungsgemäß kommt da unten, wenn man schon kein Glück hat noch Pech dazu. Am Sonntag heißt es im VfB-Stadion in Auerbach zu bestehen. Herthas Zweite verlor mit 2:3 im Amateurstadion gegen den 1.FC Lok Leipzig, scheint aber jenseits von Gut und Böse, auf Platz 12, zu stehen, hat bereits am Freitag, 19.00 Uhr, ein weiteres Heimspiel gegen Babelsberg 03, dem Tabellensiebenten.

BAK 07 erzwang im Poststadion wenigstens ein 1:1 gegen Babelsberg 03, ließ sich die 1:0-Führung, Foulelfmeter, Küc verwandelete in der 60. Minute, wieder durch Büyükdemir nehmen. Viktoria 89 verlor mit 0:1 in Auerbach und ist punktgleich mit Hertha, beide 21 Punkte. Viktoria (11.) spielt am Sonntag in Meuselwitz und der Berliner AK, (23 Punkte, Tabellenneunter), empfängt ab 13.30 Uhr, im Poststadion, Union Fürstenwalde(4.).

Christian Zschiedrich