Die Füchse feiern ersten Advent mit zwei Punkten gegen den Bergischen HC

Mit 26:22 (10:8) gewinnen die Füchse Berlin ihr Heimspiel gegen den Bergischen HC. In einem über weite Strecken engen Spiel, holt sich der Hauptstadtclub vor 8680 Zuschauern zwei Punkte im Bundesliga-Heimspiel. Der starke Defensivverbund war ausschlaggebend für den Erfolg. Jacob Holm war mit sieben Treffern bester Werfer der Partie.

Von Beginn an zeichnete sich eine enge und vom Kampf betonte Begegnung ab. In der 5. Spielminute konnte Fabian Wiede per Tempogegenstoß das 2:1 für die Hausherren erzielen. Doch das Team von Velimir Petkovic konnte sich nicht absetzen, da man in der Anfangsviertelstunde immer wieder am gegnerischen Torhüter Rudeck scheiterte. Doch auch die Defensive der Füchse machte im Zusammenspiel mit Silvio Heinevetter im Tor einen guten Job.

Es dauerte bis zur 24. Spielminute, ehe Jacob Holm beim 8:6 zur ersten zwei-Tore-Führung ins leere Tor der Gäste verwandeln konnte. Diesen Vorsprung konnte der EHF-Cup-Sieger bis zur Pause halten. Mit einem 10:8 ging es schließlich in die Halbzeit. Nach Wiederbeginn konnte der Aufsteiger zunächst auf 10:9 verkürzen.

Doch dann legten die Füchse Berlin einen Zwischenspurt ein. Sie zogen durch Treffer von Frederik Simak, Mijajlo Marsenic und Jacob Holm auf 15:11 davon. Allerdings machte der in dieser Saison so starke BHC keine Anstalten nachzulassen. Den Gästen gelang es beim 16:14 wieder auf zwei Treffer heranzukommen.

Nun war das Spiel wieder völlig offen. Der Hauptstadtclub spielte geduldig und fand dadurch immer wieder Lücken in der kompakten Deckung der Gäste. Bis zum 19:17 änderte sich nichts am Abstand.  Kurz vor Beginn der letzten zehn Spielminuten lag, nach dem Anschlusstreffer von Linus Arnesson zum 19:18, eine gehörige Portion Spannung in der Luft.

Allerdings peitschte der volle Fuchsbau die Hausherren wieder nach vorne und die Füchse stellten durch einen Doppelschlag auf 21:18. Somit sah sich Gästetrainer Sebastian Hinze in der 52. Spielminute zu seiner dritten Auszeit gezwungen. Doch Silvio Heinevetter war nun immer wieder zur Stelle, sodass der BHC das Blatt nicht mehr wenden konnte. Am Ende gewinnen die Füchse Berlin in einer engen Partie mit 26:22 und bleiben somit auf Tabellenplatz sechs.

Füchse Berlin – Bergischer HC 26:22 (10:8) Heinevetter, Genz; Wiede 3, Elisson 1, Matzken 1, Holm 7, Gojun, Genty, Lindberg 2/1, Simak 4/4, Schmidt 1, Matthes, Koch 4, Marsenic 2, Gliese 1

Velimir Petkovic (Trainer Füchse Berlin):
Der BHC hat bis jetzt eine tolle Leistung gezeigt. Ich erwarte, dass ein, zwei Spieler bei uns nächste Woche wieder ins Training einsteigen und hoffe, dass wir diese schwierige Situation jetzt hinter uns haben. Ich war heute ziemlich nervös. Das war nicht besonders gut von uns vorne.

Hinten haben wir wieder gekämpft. Wir haben wieder wie jede Woche Moral bewiesen. Ich muss ein riesen Lob an Heine richten. Er ist mit seiner Leistung gegen Aalborg und heute zurückgekommen. Ich hoffe, dass wir weiter so mit ihm rechnen können. Simak hat die ganze Woche nicht trainiert, da er sich gegen Aalborg verletzt hat.

Bob hat uns heute ein Geschenk gegeben mit Torben. Er ist 18 Jahre alt und spielt 45 Minuten. Ich bin überglücklich, dass wir ihn heute hatten. Man hat gesehen, dass wir mit den Kräften am Ende gewesen sind, haben uns aber einen Vorsprung erarbeitet. Ich muss sagen, ich bin überglücklich mit diesem Sieg.

Bob Hanning (Geschäftsführer Füchse Berlin):
Wir sind glücklich, dass wir das Spiel gewonnen haben. Wir sind so gut, wie der Gegner das zulässt. Der BHC und wir haben vor allem in der ersten Halbzeit sehr, sehr gut verteidigt. In der zweiten Halbzeit haben wir nicht mehr so konsequent an die Deckungsleistung anschließen können.

Du hast einfach gemerkt, dass Jacob Holm immer durchspielt. Es ist sein erstes Jahr in der Bundesliga und im Ausland. Da bin ich mit seiner Leistung sehr zufrieden. Torben hat ein sehr schnelles Eins-gegen-Eins und er kann sich weiterentwickeln, wenn er die nächsten Jahre dabeibleibt und weiter an Körper zulegt.

Quelle: Füchse Berlin Handball

Sklavenhandel: „Grausamkeiten im Namen des Fußballs“

„Der hemmungslose Handel betrifft nicht nur den Profifußball, sondern ebenso den Amateurfußball. Die Methoden sogenannter Agenten sind ungeheuerlich und gehören auf das Schärfste verurteilt sowie verboten. Beispielsweise werden in Brasilien junge Fußballtalente unter falschen Versprechungen von zwielichtigen Agenten zuerst getäuscht, danach ausgebeutet und in Staaten wie Indien, Vietnam oder China verkauft.

Das Leid der betroffenen Kinder ist anschließend immens. Den jungen Nachwuchsfußballspielern werden nach ihrer Ankunft am Zielort sämtliche Dokumente weggenommen. Sie werden erniedrigt, eingeschüchtert und durch Gewalt zum Schweigen gebracht.

Die hoffnungsvollen Talente werden mit Knebelverträgen an die undurchsichtigen Fußballagenten gefesselt (3). Eine Flucht scheint kaum möglich. Mit falschen Versprechungen – das heißt: durch Täuschung – werden junge Menschen faktisch
versklavt. Ihnen wird jegliche Würde genommen.

Diese Grausamkeiten im Namen des Fußballs passieren weltweit und sind kein Einzelphänomen. Das Geschäft mit den Menschen läuft von den europäischen Schaltzentralen und deren Vertretern auf dem afrikanischen Kontinent äußerst
vielversprechend.

Europäische Fußballklubs werben mithilfe von Talentsuchern junge, talentierte Nachwuchsspieler auf dem afrikanischen Kontinent an und versprechen ihnen ein hohes monatliches Einkommen sowie einen Vertrag bei einem Profiverein. Doch
schon bei der Ankunft der Nachwuchstalente in Europa hat der Talentsucher bereits einen Großteil des versprochenen Monatsgehalts abgegriffen.

Wenn sie die hohen Erwartungen des Proficlubs nicht erfüllen, entlassen die Fußballvereine die jungen Spieler. Getäuscht, gedemütigt, perspektivlos und ohne Geld müssen sich die Nachwuchsspieler nun in einem fremden Land durchschlagen (4). Der große Traum einer ruhmreichen Profikarriere entwickelt sich schnell zum Albtraum. Der würdelose Handel mit Menschen ist im Fußball für die Sklaventreiber ein Riesengeschäft, um große Gewinne zu machen.

Die Grundlage für diesen Menschenhandel bieten Fußball-Akademien in Afrika. Die Schweizer Zeitschrift Beobachter schreibt dazu: „Verschiedene europäische Klubs haben in Afrika regelrechte ‚Fussball-Plantagen’ eingerichtet, etwa Ajax Amsterdam im südafrikanischen Cape Town oder der französische Verein SC Bastia in Senegal. Afrikanische Klubs und Akademien wiederum sind Partnerschaften mit europäischen Vereinen eingegangen, etwa mit solchen aus Belgien, wo die Einwanderungsbestimmungen für Fussballer [sic!] lockerer gehandhabt werden als in anderen Ländern“ (4).

So ist es möglich, junge Nachwuchstalente preiswert einzukaufen und bei hervorragender fußballerischer Entwicklung zu hohen Preisen weiterzuverkaufen. Keine Frage: Das ist und bleibt Menschenhandel im großen Stil.“

Quelle: Aus www.rubikon.news  Ergänzend dokumentiert im Nachgang zum Bericht „Menschenhandel im Fußball“

Christian Zschiedrich

Handelfmeter und falsche Entscheidungen

Christian Zschiedrich  Foto: Hans-Peter Becker

Es wird höchste Zeit, von den fatalen Entscheidungen bei Handelfmetern wegzukommen. Hier möchte ich nicht etwa eine Diskussion verstanden wissen, ob Schiedsrichter, die selbst kaum Fußball gespielt haben, auch gute Unparteiische werden können. In welcher Beziehung, wo auch immer, scheint mir der- oder diejenige benachteiligt, wo praktische Erfahrung fehlt. Aber selbst in der Theorie müsste Allen daran gelegen sein, Klarheit bei Handspiel in seinen Entscheidungen zu haben, statt immer wieder strittige, irrige Situationen und viel Unbehagen – wie auch beim letzten aktuellen Spieltag – herbei zu “pfeifen“. Um ganz natürliche Vorgänge beurteilen zu können, sollte man alle Referees einfach einen Sprint ohne Armeinsatz machen lassen. Ich wette, alle noch so ehrgeizigen SR werden, um schnell laufen zu können, ihren Körpereinsatz, ihre Körperfläche  mittels kräftigen Arm-einsatz vergrößern. Wer den Sprint mit angelegtem Armeinsatz praktiziert, das ist dann die Lachnummer der Nation. Wie kommt der voran? Also, was soll bei natürlichem Armeinsatz der Quatsch mit der Vergrößerung der Körperfläche. Vielmehr sollten sich die Unparteiischen immer wieder Spielszenen vor Augen führen, bei den zu entscheiden ist, liegt Absicht oder nicht vor, den Ball mit der Hand zu spielen. Das allein muss das Kriterium dann auch für die oft spielentscheidenden Handelfmeter und auch per Freistoß im Feld sein. Übrigens, ebenso ist es mit den Kopfball-Zweikampfbeurteilungen und mit angeblichen Ellenbogeneinsatz. Da muss das Auge schon geschult werden. Und wenn mir ein SR erzählen will, er springt ohne Armeinsatz ordentlich hoch, den würd ich in der Praxis immer wieder zum Hochsprung antreten lassen.

Christian Zschiedrich

Menschenhandel im Fußball

So allmählich kommt das schockierende Thema Menschenhandel im Fußball mehr und mehr ans Tageslicht.  Es wurde bisher gar nicht so diskutiert und behandelt, ist demzufolge der breiten Öffentlichkeit gar nicht so zugänglich und geläufig. Diesmal kam es auf der Fachtagung des Berliner Fußballverbandes zur Sprache. Vielleicht auch deshalb, weil der Landessportbund Berlin (LSB) sowie die dem Fußball gegenüber unterstützungsfreudige Allgemeine Ortskrankenkasse (AOK) Mitausrichter waren, dazu im Podium prominente Persönlichkeiten wie der Staatssekretär für Sport in Berlin Aleksander Dzembritzki und der seit vergangenem Wochenende gewählte Präsident des LSB Thomas Härtel. Von der Sportjugend brachte sich Iris Jensen engagiert ein. Der BFV war durch Vizepräsident Gerd Liesegang vertreten.

Mit Spannung erhofften sich die Besucher, Näheres über aktuelle Vorgänge bei Manipulationen und Erschleichung der Spielerlaubnis beim Berliner Fußballverband zu erfahren. Der Traum ausländischer junger Fußballer verspricht ein Leben in Wohlstand in Europa zu führen. Bekanntlich haben es etliche afrikanische Profis bereits geschafft. Die Verlockung ist also groß und gegenwärtig, insbesondere 14-, 15-jährige Brasilianer seien mit falschen Anmeldungen und ohne Schutz in Privatwohnungen mit dem Ziel untergebracht, um bei der später erhofften Vermittlung großes Geld zu kassieren. Bei den Flüchtlingen sind es die Schlepper und die Bezeichnung für dieses gierige Tun findet hier noch gar keinen Namen.  Gerd Liesegang berichtete, dass seit eineinhalb Jahren diesbezüglich Strafverfahren anstünden. Wegen des Verzichtes auf Namen konnte bisher die Wahrheit in vollem Ausmaß nicht bekannt gemacht werden. Die Dunkelziffer sei entsprechend hoch.

Der Referent für Afrika und Mitorganisator der 1. Straßenfußball-WM 2006, Ian Mengel und der sach- und fachkundige Gerd Liesegang berichteten zum Thema Menschenhandel im Fußball, dass die Erwartungen erdrückend seien. Wenn hier bald ein Durchbruch erzielt werden könnte, werde man auch Ross und Reiter nennen. Warum bloß wurde das Thema bisher nur unterm Tisch behandelt?

Christian Zschiedrich

Ohne Chance in Österreich

0:3 (19:25, 22:25, 16:25) – so deutlich wie das Ergebnis war auch der Spielverlauf. Am Sonntagabend mussten die BR Volleys bei den Hypo Tirol AlpenVolleys Haching die dritte Niederlage der noch jungen Saison 18/19 einstecken. Der „Dämpfer“ in der Innsbrucker Olympiahalle deckte erneut die Baustellen im Spiel der Hauptstädter auf und lässt die Männer von Cheftrainer Cedric Enard auf Rang fünf der Bundesligatabelle abrutschen.

Die BR Volleys begannen in der Olympiahalle von Innsbruck zunächst konzentriert und nahezu fehlerfrei. Samuel Tuia, Moritz Reichert und Libero Dustin Watten hielten die Annahme zusammen und so konnte Jan Zimmermann seine weiteren Angreifer Nicolas Le Goff, Jeffrey Jendryk und Benjamin Patch immer wieder variabel in Szene setzen (4:2, 10:7). Ein erster Ball ins Aus von Reichert und ein Angriff von Tuia in den Block ließen die Gastgeber aber ins Spiels kommen (16:15). Plötzlich lief bei den Hauptstädtern nichts mehr zusammen und die selbstbewussten Alpenvolleys nutzten nun jede sich bietende Chance zu punkten (17:19, 18:22). Der bis dato sehr treffsichere Patch blieb im Hachinger Dreierblock hängen (19:24) und die Gastgeber legten vor (19:25).

Der Tabellenführer hatte auch im zweiten Satz weiter Oberwasser und mit Kirill Klets einen kaum zu stoppenden Diagonalangreifer (2:5, 7:12). Enard reagierte mit der Einwechslung von Georg Klein und Kapitän Sebastian Kühner. Ein Reichert-Ass und ein Le Goff-Block machten Hoffnung und mit nun besserer Block-Abwehr gelang kurzzeitig der Ausgleich (14:14). Aber das Heimteam von Cheftrainer Stefan Chrtiansky ließ sich nicht aus der Ruhe bringen und hatte in Danilo Gelinski einen raffinierten Ballverteiler, der auch im Service seine Klasse zeigte (19:22). Mit ihrer emotionalen Spielweise gewannen die Österreicher auch den zweiten Durchgang verdient (22:25).

Der mittlerweile wackelnden Annahme sollte im dritten Satz Adam White (für Reichert) Sicherheit geben. Mit dem Australier hielt man noch einmal dagegen (9:9), doch wieder musste Enard mit ansehen, wie sein Team den Faden verlor (10:16). Die Berliner fanden weiter kein Mittel, um die Hachinger entscheidend unter Druck zu setzen. 13 Fehlaufschläge zu nur einem Ass spiegelten eines der Probleme im BR Volleys Spiel wider. Einem letzten Aufbäumen von Kühner & Co (16:20) nahm Chrtiansky mit einer Auszeit den Wind aus den Segeln und ohne weiteren Punktgewinn nahmen die Dinge ihren Lauf. Der Matchball stand schließlich sinnbildlich für das gesamte Spiel: Außenangreifer De Leon legte den Ball abgezockt longline am Berliner Block vorbei und die Abwehr streckte sich vergebens (16:25).

„Uns hat es heute vielleicht an der letzten Aggressivität gefehlt. Haching hatte diesen Siegeswillen. Außerdem haben wir Diagonalangreifer Klets kaum in den Griff bekommen, zu viele leichte Fehler gemacht und ihr Zuspieler war ebenfalls sehr gut“, analysierte Mittelblocker Georg Klein das eindeutige Ergebnis. Vor den Berlinern liegen nun zehn spielfreie Tage, um die Niederlage aufzuarbeiten: „Wir müssen uns weiter alles im Training hart erarbeiten – an unserer Technik und dem Zusammenspiel feilen.“ Nachdem die BR Volleys in der Bundesliga nun die Spitzengruppe ziehen lassen mussten, möchte man am 13. Dezember in Hamburg gegen die SVG Lüneburg unbedingt ins Pokalfinale einziehen.

Stefan Bernier

Wasserball-Gipfel: Spandau verliert gegen Hannover

Am 5. Spieltag der A-Gruppe der Deutschen Wasserball-Liga (DWL) hat Rekordmeister Spandau 04 im Heimbecken der Schwimmhalle Schöneberg die Revanche gegen den aktuellen Champion W98 Waspo Hannover für die jüngsten Niederlagen verpasst. Am Samstagnachmittag siegten die Niedersachsen, die in der Vorsaison die Berliner auch im Pokal und im Supercup schlugen, vor 250 Zuschauern nach 0:3-Rückstand noch mit 6:5. Auch das erste Aufeinandertreffen des laufenden Spieljahres Anfang November hatte Waspo im Supercup mit 11:8 für sich entschieden und galt diesmal als Favorit. Zumal die Hauptstädter ohne den verletzten Kapitän Marko Stamm antreten mussten, der nach einem Muskelfaserriss im Bauchbereich noch ungefähr weitere drei Wochen ausfällt. Spandau präsentierte sich hochmotiviert und top vorbereitet, spielte vor allem in der ersten Halbzeit eine exzellente Defensive, mit der die Balkan-Topstars von Hannover aus dem Match genommen wurden.

Durch Tore von Lukas Gielen (2) und Stefan Pjesivac (1) führten die Gastgeber bereits mit 3:0, ehe Julian Real 20 Sekunden vor der Pause der 1:3-Anschluss gelang. In der zweiten Hälfte konnte Spandau trotz der Roten Karte für Waspos Montenegro-Star Darko Brguljan den Druck auf Hannover nicht mehr durchgängig so hoch halten, sodass zu Beginn des Schlussviertels gegen die zunehmend Spielsicherheit findenden Gäste bereits mit 3:3 unentschieden stand.

Im turbulenten Finale der Partie waren Ausgänge für beide Seiten möglich, aber am Ende machte Waspo in den letzten 70 Sekunden aus dem 4:4 den 6:5-Auswärtssieg – begünstigt auch durch einige strittige Schiedsrichterentscheidungen. „Ein Remis wäre absolut gerecht gewesen, auch ein knapper Sieg für Spandau. Alles in allem aber war es, über die bisherige Saison betrachtet, sicher einer unserer stärksten Auftritte“, befand Präsident Hagen Stamm.

Sowohl bei Spandau als auch Hannover gab es mit Lukas Gielen und Marin Restovic sowie Wolf Moog und Julian Real je zwei doppelte Torschützen: L. Gielen, M. Restovic 2, S. Pjesivac 1, 5:6 (1:0, 2:1, 0:2, 2:3).

Peter Röhle

Die Trauben hängen hoch

Foto: Eckhard Herfet

Für die BR Volleys geht es an diesem Wochenende sowohl sportlich als auch geografisch hoch hinaus. Zum zweiten Mal in der Geschichte der Volleyball Bundesliga trägt der Hauptstadtclub ein Punkspiel in Österreich aus. Am Sonntag (02. Dez um 18.00 Uhr) wollen die Berliner beim bislang ungeschlagenen Tabellenführer Hypo Tirol AlpenVolleys Haching in der Olympiahalle Innsbruck bestehen.

Der kommende Gegner aus dem Alpenraum hat jüngst die „Wochen der Wahrheit“ ausgerufen. Der Start in jene ist den Österreichern, die mit der Lizenz des Traditionsclubs aus Haching in der VBL antreten, bereits geglückt. Am Donnerstagabend siegte man im CEV-Cup gegen Novi Sad (SRB) mit 3:2. Der serbische Meister scheiterte erst in der letzten Qualifikationsrunde zur CEV Champions League, war also weitaus mehr als nur ein Gradmesser. Nicht nur international konnten die AlpenVolleys im bisherigen Saisonverlauf überzeugen. Die Mannschaft von Trainer Stefan Chrtiansky gewann bislang alle fünf Bundesligaspiele der Normalrunde ohne Punktverlust. Einzig im DVV-Pokal-Achtelfinale musste man das Ausscheiden auswärts bei den starken Powervolleys in Düren verschmerzen.

Diese Ergebnisse zeigen eindrucksvoll: Manager Hannes Kronthaler hat seinen Ankündigungen Taten folgen lassen und das Team gegenüber der Vorsaison noch einmal verstärkt. Das Konzept der Innsbrucker, auf eine Riege brasilianischer Legionäre zu setzen, findet in dieser Spielzeit eine Fortsetzung. Gleich vier Akteure mit südamerikanischem Feuer stehen im Kader der AlpenVolleys. Zwei, die dabei besonders herausstechen, sind Außenangreifer Hugo de Leon (aktuell zweitbester Scorer der Liga / 92 Punkte) und Zuspieler Danilo Gelinski (drittbester Aufschläger / 13 Asse). Überhaupt kommen die Hachinger mit sehr hohem Druck im Aufschlag daher, das weiß auch BR Volleys Cheftrainer Cedric Enard: „Sie verfügen über viele Spieler mit erstklassigen Sprungaufschlägen. Darauf müssen wir gefasst sein.“

Die jüngsten Leistungen seines Teams (Maaseik 3:1 / Netzhoppers 3:0) waren für den Franzosen „Ok“ und „speziell unter dem Gesichtspunkt, dass wir vier schwierige Spiele in zwei Wochen hatten“, könne man mit den Ergebnissen durchaus zufrieden sein. Mit Blick auf das tabellarisch richtungsweisende Match am Inn wünscht sich 42-Jährige nun hohe Konzentration von seiner Mannschaft: „Gegen diese Qualität am Service müssen wir die Annahme zusammenhalten.“ Wenn dann Benjamin Patch so ins Fliegen kommt wie jüngst beim Pokalspiel in Bestensee (85% Angriffsquote), sollte für das BR Volleys Team auch in Tirol etwas möglich sein. „Man spürt bei Ben, dass er sein Talent hier unbedingt zeigen möchte. Das Spiel bei den Netzhoppers wird ihm hoffentlich wichtiges Selbstvertrauen geben. Aber auch Kyle genießt mein komplettes Vertrauen und hat das bisher oft zurückgezahlt“, kann sich der Headcoach auf seine zwei Diagonalangreifer verlassen.

Enard sieht ähnliche Qualitäten beim Tabellenführer: „Auch Haching verfügt über zwei gleichwertige Spieler auf der Position und ist auf dem Court in Gänze sehr gut organisiert. Ich glaube, diese Mannschaft und der Standort tun der Bundesliga gut. Völlig zurecht befinden sich die AlpenVolleys in der Spitzengruppe.“ – und in dieser wollen auch die Berliner nach dem Auswärtsspiel in Österreich weiterhin vertreten sein.

Stefan Bernier

EHF-Cup Gruppenphase: Neuauflage des Vorjahresfinals

Nachdem die Füchse am vergangenen Sonntag den Einzug in die Gruppenphase des EHF-Cups mit einem 28:23-EHF-Cup Gruppenphase: Neuauflage perfekt gemacht haben, wurden heute die kommenden Gruppengegner in Wien ausgelost. Die Füchse Berlin treffen in der Gruppe A auf den Dauerrivalen und Vorjahresfinalisten Saint-Raphael Var Handball aus Frankreich, BM Logroño La Rioja aus Spanien und Balatonfüredi KSE aus Ungarn.

In der vergangenen Saison wurden die Füchse Berlin bei den Ottostadt Magdeburg EHF-Cup Finals Europapokalsieger. Mit dem Gewinn des internationalen Titels und dem dritten Platz in der DKB Handball-Bundesliga legte das Team von Velimir Petkovic die beste Saison der Vereinsgeschichte hin. Seit Mitte November läuft für die Füchse im EHF-Cup die anspruchsvolle Mission Titelverteidigung.

Gegen Aalborg Handbold konnten die Füchse in zwei dramatischen Spielen die Oberhand behalten und qualifizierten sich so für die Gruppenphase. Die vier Vierergruppen wurden am heutigen Vormittag in Wien ausgelost. Auf die Füchse wartet je ein Vertreter aus Frankreich, Spanien und Ungarn.

„Wir haben eine hochattraktive Gruppe erwischt. Im EHF-Cup messen wir uns mit den stärksten Ligen der Welt“, sagt Geschäftsführer Bob Hanning. Zunächst erwischten die Füchse BM Logroño La Rioja. Die Spanier besiegten in der dritten Qualifikationsrunde die Kadetten Schaffhausen und setzten dadurch bereits ein erstes Ausrufezeichen. Zudem bekommt es der Titelverteidiger mit Balatonfüredi KSE aus Ungarn zu tun.

Als dritter Gegner in der Gruppenphase erwartet den Hauptstadtclub Saint-Raphael Var Handball. „Das ist die Wiederaufnahme des Duells mit dem Dauerrivalen aus Frankreich“, gibt sich Bob Hanning wenig überrascht. Dieses Aufeinandertreffen sah man in den letzten Jahren im EHF-Cup häufiger als jedes andere. In der letzten Saison traf man zunächst in der Gruppenphase aufeinander, um anschließend im Finale den Titel unter sich auszumachen.

Anfang Februar startet die Gruppenphase für die Füchse Berlin. In der attraktiven Gruppe A ist das Ziel der Füchse das Viertelfinale zu erreichen, um auch diese Saison ein Wort um die Titelvergabe mitreden zu können.

Quelle: Füchse Berlin Handball

BR Volleys intensivieren Talentsichtung

Mit der Entwicklung der BR Volleys zu einem europäischen Spitzenklub wurden parallel immer wieder Konzepte zur Talentgewinnung in Berlin realisiert und sukzessive verbessert. Gegenwärtig wird gemeinsam mit Berliner Vereinen an einem Nachwuchskonzept gearbeitet, dass in einer Zwischenebene den Aufbau sogenannter Talente-Nester vorsieht. Dafür sollen nun Untersuchungen genutzt werden, die im Rahmen von BERLIN HAT TALENT stattfinden. In diesem Projekt wurden im Schuljahr 2017/18 mehr als 7.000 Berliner Drittklässler bezüglich ihrer motorischen Begabung mit Hilfe des Deutschen-Motorik-Tests untersucht. Initiatoren des Projektes sind der Landessportbund Berlin und der Berliner Senat, die wissenschaftliche Begleitung realisiert die Deutsche Hochschule für Gesundheit und Sport (DHGS). Die implizierten Analyseverfahren des Projektes bieten Möglichkeiten, zuverlässig diejenigen Schülerinnen und Schüler zu erkennen, die entweder motorisch sehr begabt sind oder deutliche motorische Defizite aufweisen. Für beide Gruppen werden gleichermaßen individualisierte Förderungen realisiert.

Mit einem Modellversuch im Sommer dieses Jahres wurden in Zusammenarbeit mit den BR Volleys zwei Zielstellungen bearbeitet:

1) Strategische Weiterentwicklung eines Talente-Nests
(z. B. in Charlottenburg-Wilmersdorf):
Im Rahmen von BERLIN HAT TALENT wurden in 2018 insgesamt auch 1.069 Drittklässler von 18 Schulen dieses Bezirks bezüglich ihrer Fitness untersucht und die Besten entsprechend ihrer motorischen Begabung in eine valide Rangfolge gebracht. Dadurch entsteht ein sehr konkretes Bild der Verteilung motorisch begabter Drittklässler über die verschiedenen Schulen des Stadtbezirks: So gehören etwa 200 Drittklässler dieses Bezirks  zu den Besten der mehr als 7.000 insgesamt in Berlin untersuchten Drittklässlern, etwa die Hälfte davon besucht eine von fünf Schulen des Stadtbezirks. Das ermöglicht einerseits eine hohe Treffsicherheit der Talentsichtung und zeigt die strategischen Eckpunkte zum künftigen Vorgehen in diesem Bezirk auf.

2) Lokale Optimierung des Talente-Nests (z. B. in Lichtenberg):
Analog zu Charlottenburg-Wilmersdorf wurde 2018 eine Verteilung motorisch begabter Drittklässler in Lichtenberg ermittelt. Dort ist der Trainingsstandort des BV Vorwärts, einem Kooperationspartner der BR Volleys. Aus der Verteilung wurde nun ersichtlich, dass in den sechs Schulen, mit denen dieses Talente-Nest zusammenarbeitet, 83 der motorisch begabtesten Berliner Drittklässler unterrichtet werden. Gleichzeitig wurde aber auch erkennbar, dass sich in den Schulen in unmittelbarer Nachbarschaft weitere 125 (!) der motorisch begabtesten Berliner Drittklässler befinden. Dieses Talente-Nest könnte also künftig aus einem weit höherem Potential motorisch Begabter „schöpfen“ als bisher.

„Durch die Zusammenarbeit mit BERLIN HAT TALENT“,  betont der Sprecher der Berliner Profisportvereine, Kaweh Niroomand, „sind beachtenswerte Verbesserungen in der Talentsichtung für Volleyball – und darüber hinaus ganz generell  für den Berliner Sport – möglich. Insbesondere müssen nun aber Konzepte des aufeinander abgestimmten Vorgehens zwischen Sportverbänden und Schulen entwickelt  und die Herausforderungen der strengen Datenschutzbestimmungen erfüllt werden“.  Prof. Dr. Jochen Zinner, Vorsitzender des Akademischen Senats der DHGS unterstreicht: „Unser Modellversuch ist eine starke Ermutigung, Bewegung und Sport in der Sport- und Gesundheitsstadt Berlin noch breiter zu verankern und in diesem Rahmen dann künftig auch sportliche Begabungen umfassender und gezielter zu finden und zu fördern. Das Berliner Vorgehen wird bereits bundesweit aufmerksam verfolgt.“
Christof Bernier

Spandau und Hannover vor dem zweiten Saison-Duell

Deutsche Wasserball-Liga (DWL) 5. Spieltag: Jahrelang war der ASC Duisburg der Stammpartner der Wasserfreunde Spandau 04 in den Finals um die Deutsche Meisterschaft. 2013 konnten die Westdeutschen sogar den Titel gewinnen. Anschließend holten die Hauptstädter sich bis 2017 viermal in Folge die Meisterschaften (Nummer 34, 35, 36 und 37). 2017 kosteten die 3:1 Siege im Best-of-Five-Finale gegen Waspo 98 Hannover das Berliner Team allerdings einige Mühe. Waspo war auch in den 90ern und zu Anfang dieses Jahrtausends der Rivale der Spandauer gewesen.

In der Saison 2017/18 trug Hannovers massive personelle Aufrüstung mit Stars vom Balkan und Topakteuren der nationalen Konkurrenz Früchte. Die Niedersachsen gewannen – jeweils gegen Spandau – den Supercup (9:8), den Pokal (12:8) und mit 3:2 Siegen auch die Meisterschaft. Nimmt man die beiden vergangenen Spieljahre zusammen, ergibt sich eine Bilanz von 9:7 Erfolgen für Waspo in den gespielten Partien aller Wettbewerbe.

In der aktuellen Saison konnte Waspo bereits wieder einen Erfolg erzielen: Im Supercup am 10. November in Hannover besiegten die Hannoveraner die Wasserfreunde mit 11:8. Die nächste Begegnung beider Teams folgt bereits am kommenden Samstag in der Schwimmhalle Schöneberg. Dann empfängt der DWL-Spitzenreiter Spandau (10:0 Punkte, dank einer mehr ausgetragenen Partie) Waspo (8:0) im eigenen Becken.

„Unser Team muss seine eigene Leistungsbereitschaft aktivieren und die Herausforderungen eines Spiels gegen das stark besetzte Top-Team annehmen, um so das eigene Leistungsniveau zu steigern“, sagt Trainer Petar Kovacevic vor der Partie, an der der verletzte Kapitän Marko Stamm nicht teilnehmen wird. Dieses Spiel werde mental sehr wichtig für die restlichen Partien des Jahres sein. In der Champions League werden die Wasserfreunde in Heimpartien noch auf die Ungarn aus Szolnok (5.12.) und die Kroaten von Jadran Split (19.12.) sowie national im Pokal-Achtelfinale auf Esslingen (Heimspiel am 8.12.) und in der Liga auf Duisburg 98 (Auswärts am 15.12.18) treffen.

Für dieses Programm ist das Spiel gegen Waspo so etwas wie der Türöffner. „Wir wollen mit Energie und Zuversicht in die Weihnachtsferien gehen“, gibt Kovacevic vor. Insbesondere was das Verhältnis zu Waspo 98 Hannover angeht. Bis zu elfmal kann es das Duell zwischen den beiden deutschen Topvereinen in dieser Saison geben. Und sogar noch öfter, sollte Spandau wie im Vorjahr das Final 8 der Champions League, das im Frühjahr 2019 an der Leine stattfinden wird, erreichen.

Wasserfreunde Spandau 04 – Waspo 98 Hannover
01. Dezember 2018, Spielbeginn: 16:00 Uhr,
Spielort: Sport- und Lehrschwimmhalle Schöneberg, Sachsendamm 11, 10829 Berlin

Peter Röhle