Playoff Warm-Up

Es war das ewig junge Duell zwischen den Adlern Mannheim und den Eisbären Berlin am vorletzten Spieltag der Hauptrunde der Corona-Saison 2020/21. Beide hatten sich dank der bis dahin erzielten Ergebnisse in eine komfortable Situation gebracht. Der jeweilige Spitzenplatz war ihnen vor dem Spiel nicht mehr zu nehmen. Was lag da näher, als den einen oder anderen zu schonen und dafür den Nachwuchs DEL-Luft schnuppern zu lassen. So saß Gion Ulmer als Backup Goalie auf der Bank und Korbinian Geibel durfte als Verteidiger in der vierten Reihe ran. Im Anfangsdrittel hatte er eine knappe Minute Eiszeit bei zwei Wechseln. Es blieb torlos.

Dafür ging es im Mittelabschnitt los. Ganz schnell lagen die Eisbären mit 0:2 hinten. Erst landete ein von Sinan Akdag abgefeuerter Schuss, als Abfälscher im Tor und der Verteidiger gab nur wenig später erneut die Vorlage für einen Mannheimer Treffer. Es sah nach einer klaren Angelegenheit für die Gäste aus. Die Eisbären konnten in der 36. Minute zurückschlagen. Darin Olver gelang der Anschlusstreffer. Mit einem 1:2 Rückstand gingen die Eisbären in das Schlussdrittel.

Darin Olver erzielte das einzige Tor für die Eisbären Foto:© Hans-Peter Becker

Im Schlussdrittel gewannen zunächst die Adler die Oberhand und in der 47. Minute ihre zwei Tore Führung zurück. Das erste Powerplay-Tor im Spiel, der Torschütze war David Wolf. Als der Hallensprecher die letzten zwei Spielminuten ankündigte, stand es immer noch 3:1 für die Gäste. Für eine empty-net Situation blieb keine Zeit, weil den Eisbären ein Wechselfehler unterlief und sie die Schlussminuten in Unterzahl absolvieren mussten.

Die Mannheimer revanchierten sich für die Heimniederlage. Sollte es in dieser Saison zu einem erneuten Aufeinandertreffen kommen, es wäre das Finale der Deutschen Meisterschaft. Mal sehen, ob das was werden kann. Am Sonntag, 18.04. müssen die Eisbären zum letzten Spiel der Hauptrunde nach Augsburg reisen. Ein weiteres Spiel, wo es für beide um nichts mehr geht.

Pavel Gross, der Mannheimer Trainer sah ein interessantes Eishockeyspiel. Es war über weite Strecken ausgeglichen. Wir wussten, dass wir von Anbeginn an sehr wach sein mussten. Der Eisbären Trainer sah ein gutes erstes Drittel und lobte die Leistung von Korbinian Geibel, der es immerhin auf 3:36 Minuten Eiszeit brachte.

Hans-Peter Becker

Serge Aubin (Trainer Eisbären Berlin):„Es war ein interessantes Spiel. Mit dem Startdrittel bin ich zufrieden. Wir sind gut ins Spiel gekommen und die Partie war ausgeglichen. Im zweiten Spielabschnitt haben uns die beiden schnellen Gegentore ein bisschen zu schaffen gemacht. Ich bin aber zufrieden, dass wir uns zurückgekämpft und auch zum Ende des Spiels gut gespielt haben. Wir hatten im Schlussdrittel viele Chancen, die wir leider nicht verwerten konnten. Mit Korbinian Geibels Leistung im ersten DEL-Spiel bin ich sehr zufrieden.“

Simon Després (Verteidiger Eisbären Berlin):„Unser Einsatz hat mir heute gefallen. Wir hatten einige Chancen, wenn die ein oder andere davon reingeht, kann das Spiel in eine ganz andere Richtung gehen. Die Partie hatte schon was von Playoffs. Es wurden viele Schüsse geblockt und jeder hat alles gegeben. Korbinian Geibel hat ein sehr gutes erstes DEL-Spiel gespielt. Ich bin stolz auf ihn. “

Parker Tuomie (Stürmer Eisbären Berlin): „Wir wollen natürlich jedes Spiel gewinnen. Aber es war heute trotzdem ein guter Test für uns vor den Playoffs. Mannheim hat eine starke Partie abgeliefert. Sie haben ihre Chancen genutzt und deswegen verdient gewonnen. An unserem Powerplay können wir noch etwas arbeiten, aber das Unterzahlspiel der Mannheimer war auch sehr gut. Wir hatten einige gute Chancen und Pfostenschüsse. Wenn die reingehen, kann es ein anderes Spiel werden. Wir werden in den Playoffs durchstarten.“

DEL 41. Spieltag 16.04.2021 19:30 Uhr MB-Arena Berlin

EHC Eisbären Berlin – Adler Mannheim 3:1 (0:0/1:2/3:1/)

Aufstellungen:

Eisbären Berlin: Ancicka (Ulmer)–Mik, Wissmann (A); Müller, McKiernan; Després, Ramage (A); Geibel–Olver, Streu, Tuomie; Noebels, Reichel, Foucault; Labrie (C), Kinder, Dietz; White, Boychuk, Fiore –Trainer: Serge Aubin

Adler Mannheim: Endras (Brückmann) –Katic, Schira; Akdag, Reul(A); Krupp, Larkin; Wirth –Elias, Loibl, Huhtala(A); Eisenschmid, Smith(C), Shinnimin; Bast, Collins, Krämmer; Wolf, Desjardins, Plachta –Trainer: Pavel Gross

Torfolge:

0:1– 21:55 – Larkin (Akdag, Desjardins) – EQ

0:2 – 2 2:13 – Shinnimin (Akdag, Smith) – EQ

1:2 – 35:02 –Olver (Ramage, Tuomie) – EQ

1:3 – 46:02 –Wolf (Katic, Desjardins) – PP1

Strafen:

Eisbären Berlin: 14(4, 4, 6) Minuten – Adler Mannheim: 14 (6, 8, 0) Minuten

Schiedsrichter:

Sirko Hunnius, Markus Schütz (Maksim Cepik, Jonas Merten)

Hertha BSC in Quarantäne – zunächst drei Spiele abgesetzt

Ein weiterer positiver Test auf das Corona-Virus zwingt die Lizenzspielermannschaft und den Trainerstab von Hertha BSC mit sofortiger Wirkung in eine 14-tägige häusliche Quarantäne.

Die heutige (15.04.2021) PCR-Testung wies bei Marvin Plattenhardt einen positiven Befund auf. Er ist symptomfrei und wurde umgehend von der Gruppe separiert.

Nachdem aufgrund der positiven Testungen bei Cheftrainer Pál Dárdai, Co-Trainer Admir Hamzagic und Spieler Dodi Lukebakio eine heutige (15.04.2021) beginnende 14-tägige Isolation der Mannschaft, des Trainerstabes und enger Mitarbeiter um die Mannschaft vereinbart war, sah sich das für Hertha BSC zuständige Gesundheitsamt Charlottenburg-Wilmersdorf nach diesem weiteren positiven Befund nun zu dieser verschärften Maßnahme gezwungen.

Daraus resultiert, dass Hertha BSC bei der DFL die Absetzung der Spiele beim FSV Mainz 05, gegen den SC Freiburg und beim FC Schalke 04 beantragen musste.

Arne Friedrich: „Wir hatten nach Rücksprache mit unserem Hygienebeauftragen bereits in der letzten Länderspielpause die Hygienemaßnahmen nochmal verschärft und damit auch die Hoffnung, dass der positive Corona-Test von Rune Jarstein ein Einzelfall bleibt. Leider hat sich das nicht bestätigt. Aufgrund der aufgetretenen Fälle sind wir nun zu einer 14-tägigen häuslichen Quarantäne gezwungen. Das ist aus gesundheitlicher Sicht der absolut richtige Schritt. Aus sportlicher Sicht trifft uns das natürlich, denn wir haben nun im Kampf, um den Klassenerhalt im Mai sechs Bundesligaspiele bis zum Saisonende am 22. Mai 2021 zu absolvieren. Die Mannschaft wird sich während der häuslichen Quarantäne unter Anleitung des Trainerteams mit virtuellen Trainingseinheiten fit halten. Wir nehmen die Situation trotz der schwierigen Umstände an und werden alles in unserer Macht Stehende für ein erfolgreiches Saisonfinale in die Waagschale werfen.“

Quelle: Hertha BSC

Elfter Meistertitel für die BR Volleys

Die BR Volleys haben ihr Meisterstück vollbracht: Mit 3:0 (25:21, 25:18, 25:21) gewann der alte und neue Deutsche Meister das dritte Finalspiel gegen den VfB Friedrichshafen. Damit haben die Berliner eine turbulente Saison erfolgreich abgeschlossen und sich den elften Titel der Vereinsgeschichte gesichert.

Während die BR Volleys in diesem dritten Finale aus dem Vollen schöpfen konnten, ging Friedrichshafen arg gebeutelt in das Match. Martti Juhkami und Avery Aylsworth standen nicht im Kader, Nehemiah Mote wurde angeschlagen nur als Libero aufgeboten und Kapitän Dejan Vincic nahm ebenfalls auf der Bank Platz.  Die Vorzeichen sprachen nach dem 3:0-Erfolg am Sonntag also deutlich für den Hauptstadtclub. Und so eröffnete Sergey Grankin das Finale auch direkt mit einem „Ass für den Nachwuchs“, denn für jeden Berliner Servicewinner spendet Berlin Recycling 100 Euro. Insgesamt fanden aber die Gastgeber etwas besser ins Spiel und diktierten die Anfangsphase unter anderem mit einem Block gegen Samuel Tuia (5:8). Aber der gebürtige Insulaner ließ sich davon nicht aus der Ruhe bringen und servierte bereits das dritte Berliner Ass zum Ausgleich (12:12). Der VfB brachte die Hauptstädter in Zugzwang (14:17), bis Benjamin Patch den Finger gnadenlos in die VfB-Annahme-Wunde hielt. Eine Aufschlagserie des Amerikaners (inklusive drei weiteren Assen) katapultierte die BR Volleys zu einer 23:17-Führung. So konnte Tuia wenig später den ersten Satzgewinn für die Männer in Schwarz erschmettern (25:21).

Mit dem Gewinn des Auftaktdurchgangs hatten die Berliner das Zepter in der Zeppelin-Halle übernommen. In Satz zwei führte die Mannschaft von Cedric Enard durchgängig und wieder war es Patch, der das nächste Ausrufezeichen (diesmal per Singleblock) setzte (14:9). Friedrichshafen war dem Aufschlagdruck der Gäste ohne wichtige Wechseloptionen nicht konstant gewachsen und so blieben die BR Volleys das dominierende Team (19:13, 22:15). Satz zwei durfte Cody Kessel per Angriff die Linie herunter in trockene Tücher packen (25:18). Wie schon in Spiel zwei folgte auch diesmal das Aufbäumen des nie aufsteckenden VfB, bei dem nun Spielführer Vincic auf der Platte stand (10:12, 12:15). Aber der Titelverteidiger blieb selbstbewusst und hatte diesmal in Anton Brehme die nötige Power von der Serviceline (18:17). Der eingewechselte Denys Kaliberda hatte maßgeblichen Anteil daran, dass die Berliner sich drei Matchbälle erspielten (24:21) und den letzten Punkt der Saison 20/21 setzte Linus Weber zum grenzenlosen Berliner Jubel ins Aus (25:21).

Stimmen zum Spiel
Anton Brehme: „Ich bin einfach überglücklich, mit diesem Team nach dieser schwierigen Saison Deutscher Meister zu sein. Wir haben uns im ersten Spiel dieser Serie zurückgekämpft und es danach zwei Spiele brillant durchgezogen.  Jetzt wird gefeiert und dann werden die Füße hochgelegt.“
Cody Kessel: „Mir fehlen die Worte. Ich spiele jetzt fünf Jahre in der deutschen Liga und bin endlich Champion. Ich bin überzeugt, wir hätten uns auch im letzten Jahr diesen Titel geholt, und deshalb fühlt es sich wie ein doppelter Lohn an. Wir haben gute Netzhoppers, ganz starke Dürener und am Ende den bis zu diesem Finale dominanten VfB besiegt. Wir dürfen stolz auf uns sein. Wir hätten all das so gern mit unseren Fans durchlebt. Aber ich hoffe, wir konnten ihnen heute etwas zurückgeben.“

BR Volleys Formation
Cody Kessel und Samuel Tuia (AA), Éder und Anton Brehme (MB), Sergey Grankin (Z), Benjamin Patch (D) und Julian Zenger (L) | Eingewechselt: Denys Kaliberda

Topwerte
Patch 18 Punkte, 4 Asse, 2 Blocks | Kessel 8 Punkte, 2 Blocks | Tuia 7 Punkte

Quelle: BR Volleys

Weitere Corona-Fälle bei Hertha BSC – Trainings- und Spielbetrieb geht weiter

Das liest man gar nicht gerne, Hertha BSC verbreitete am 15.04.2021 folgende Pressemitteilung:

In der Lizenzspielermannschaft und dem Trainerteam von Hertha BSC sind drei weitere Personen positiv auf das Corona-Virus getestet worden.

Die Personen wurden umgehend separiert und befinden sich in häuslicher Quarantäne. Alle sind symptomfrei. Es handelt sich um Cheftrainer Pál Dárdai, Co-Trainer Admir Hamzagic und Spieler Dodi Lukebakio.

Da Co-Trainer Andreas Neuendorf als Kontaktperson 1.Grades gilt, befindet auch er sich in häuslicher Quarantäne. Auch er ist symptomfrei.

Die Mannschaft wird übergangsweise von Sportdirektor Arne Friedrich betreut, der im Besitz einer Trainer-A-Lizenz des DFB ist.

Nach unmittelbarer Rücksprache mit dem Gesundheitsamt Charlottenburg-Wilmersdorf begeben sich Mannschaft, Trainerteam und enge Mitarbeiter um die Mannschaft ab heute (15.05.21) in eine behördlich angeordnete Isolation. Alle beteiligten Personen werden zunächst bis zum 28.04.21 ein gemeinsames Quartier beziehen, welches lediglich zu den Trainingseinheiten und den Spielen verlassen wird. Der Trainings- und Spielbetrieb kann somit weiterlaufen.

Arne Friedrich, Sportdirektor Hertha BSC: „Wir hatten nach Rücksprache mit unserem Hygienebeauftragen in der zurückliegenden Länderspielpause die Hygienemaßnahmen bereits nochmal verschärft, haben beispielsweise tägliche Schnelltests umgesetzt, bevor sie zur Pflicht im DFL Hygienekonzept wurden. Jetzt sind wir aufgrund der aufgetretenen Fälle zu dieser Isolations-Maßnahme gezwungen. Mit maximalen Kontaktbeschränkungen und täglichen PCR-Testungen werden wir größtmögliche Sicherheit schaffen. Wir werden diese herausfordernde Situation als Team annehmen und gemeinsam alles dafür tun, die nächsten Spiele erfolgreich zu bestreiten.“

Quelle: Hertha BSC/Presse

Shootout Sieg gegen Nürnberg – zwei Punkte für die Moral

Der 40. Spieltag hatte es für die Eisbären nicht mehr wirklich in sich. Egal wie die restlichen Spiele ausgehen sollten, die Tabellenführerschaft der Gruppe Nord ist den Berlinern nicht mehr zu nehmen. Für den Gegner sah es umgekehrt genauso aus. Die Playoffs unerreichbar und der letzte Tabellenplatz der Süd-Gruppe fest abonniert. Umso bemerkenswerter war der Fight den sich beide auf dem Eis in der Arena am Ostbahnhof lieferten.

Den besseren Start erwischten die Franken, die bereits nach 19 Sekunden durch Thomas Gilbert in Führung gingen. Die Gäste lagen bereits mit 3:1 in Front, die Eisbären schafften den Ausgleich. Mit der letzten Aktion in der regulären Spielzeit wäre Sebastian Streu fast der Siegtreffer gelungen. Er schlug über den Puck. Die Overtime blieb torlos und im Penaltyschiessen hatten die Eisbären das bessere Ende für sich.

Frank Hördler im Club der 900er Foto: © Stephan Wenske

Vor dem Spiel wurde Eisbären-Kapitän für 900 Spiele in der DEL geehrt, samt und sonders im Trikot der Hauptstädter. Seit 2003 gehört er zum Kader des EHC Eisbären und entwickelte sich zu einem der besten deutschen Verteidiger, zudem trug er 66-mal das Trikot der Nationalmannschaft. Das Spiel gegen Nürnberg war bereits sein 902. Spiel in der Deutschen Eishockey Liga. Das 900. Spiel hatte er in Schwenningen absolviert. Er sieht nach eigener Aussage immer noch jung aus, wenn auch der eine oder andere Zahn fehlt. Das lässt sich nach so vielen Jahren Profi-Eishockey kaum vermeiden.

Hans-Peter Becker

DEL 40. Spieltag 14.04.2021 18:30 Uhr MB-Arena Berlin

EHC Eisbären Berlin – Nürnberg Ice Tigers 4:3 SO (1:1/0:1/2:1/0:0)

Aufstellungen:

Eisbären Berlin: Niederberger (Ancicka) –Després, Ramage (A); Müller, McKiernan; Hördler (C), Wissmann (A); Mik – Noebels, Boychuk, White; Foucault, Reichel, Fiore; Olver, Streu, Tuomie; Labrie, Kinder, Dietz – Trainer: Serge Aubin Nürnberg

Ice Tigers: Treutle (Lausch) –Gilbert(A), Trinkberger; Mebus(A), Weber; Karrer, Kulda; Bires –Brown, Adam, Schmölz; Reimer (C), Cornel, Pollock; Kislinger, McLellan, Fox; Walther, Kurth, Lobach – Trainer: Frank Fischöder

Tore:

0:1– 00:19 –Gilbert (Trinkberger, Brown)–EQ

1:1 – 16:01 –McKiernan (Müller, Foucault) –PP2

1:2 – 30:15 –Reimer (Gilbert) –EQ

1:3 – 45:31 –Walther (Weber) –EQ

2:3 – 46:02 –Streu (Després, Tuomie) –EQ

3:3 – 47: 33 –Reichel (Foucault) –EQ

4:3 – 65:00 – Foucault -GWS

Strafen:

Eisbären Berlin: 6 (2, 4, 0) Minuten – Nürnberg Ice Tigers: 8 (6, 2, 0) Minuten

Schiedsrichter:

Lasse Kopitz, Bastian Steingross (Wayne Gerth, Marcus Höfe)

Überzeugend zur 2:0-Führung

Mit einem ebenso konzentrierten wie selbstbewussten Heimauftritt haben sich die BR Volleys in der Finalserie um die Deutsche Meisterschaft einen 2:0-Vorsprung erspielt. In der Max-Schmeling-Halle wiesen die Berliner den VfB Friedrichshafen mit 3:0 (25:22, 25:17, 25:23) in die Schranken und sind nun noch einen Sieg vom elften Titelgewinn entfernt. Dank der geschlossenen Mannschaftsleistung haben die Hauptstädter am Donnerstag (15. Apr um 18.00 Uhr) in Friedrichshafen ihr erstes Matchball-Spiel.

Außenangreifer Cody Kessel hatte sich mit seinem starken Auftritt am Bodensee einen Startplatz für Spiel zwei verdient und ersetzte in der Startformation Timothée Carle. Auch Gästecoach Michael Warm gab seiner Starting-Six mit David Fiel und Martti Jukhami zwei neue Impulse. Anders als noch beim Auftaktspiel am Bodensee waren die BR Volleys dieses Mal aber von Beginn an gut im Spiel. Während sowohl Grankin als auch Vincic sehr darauf bedacht waren, das schnelle Spiel über die Mittelblocker zu etablieren, wog der Auftaktdurchgang direkt hin und her (6:4, 8:9, 14:13).  Ein Ass von Benjamin Patch brachte den Männern in Orange zur Crunchtime das wichtige Break ein (21:19) und dieses verteidigten Grankin & Co, bis Éder den Block zum Satzball setzte (25:22).

Dieser erste Satzgewinn war ein Wirkungstreffer auf Häfler Seite und die Hauptstädter gaben im nächsten Durchgang früh den Ton an. Angeführt vom verlässlich punktenden Patch gab Berlin den Takt vor (7:4, 12:7). Mit einem bestens eingestellten Block machte man den Friedrichshafenern das Leben schwer, so stand der Dreierblock auch gegen den eingewechselten Rares Balean (18:12). Grankin wickelte den Ball zum Ass auf den vierten Meter ein (22:15) und Samuel Tuia beendete Satz zwei per Hinterfeldangriff aus dem Lehrbuch (25:17).

Die BR Volleys erlaubten sich weiter wenig leichte Fehler, doch der VfB bäumte sich in Satz drei noch einmal auf (4:6). Die Mannschaft von Cedric Enard blieb ruhig und konnte dann in Person des späteren MVP Éder wieder zulegen. Ein weiterer Block des Brasilianers brachte die Berliner wieder in die Spur (12:8) und nach einer Aufschlagserie des “Altmeisters“ war eine Vorentscheidung gefallen (17:10). Friedrichshafen hatte im Zuspiel zu Joseph Worsley gewechselt, aber die BR Volleys machten auch davon unbeirrt weiter (19:14, 23:17). Nach gutem Service von Worsley bekamen die Hausherren dann aber doch noch einmal Nervenflattern (24:23), bis ein Fehlaufschlag des US-Amerikaners die Berliner schließlich erlöste (25:23). Michael Warm wählte als logische Konsequenz Éder zum MVP, während Cedric Enard Linus Weber mit MVP-Silber auszeichnete.

Stimmen zum Spiel
Anton Brehme: „Das war eine sehr geschlossene Teamleistung. Ich fand insbesondere unsere Blockarbeit heute sehr gut. Wir haben das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben: Genau dort weiterzumachen, wo wir Donnerstag aufgehört haben. Das Spiel war vielleicht weniger emotional, weil wir immer die Kontrolle hatten und es weniger strittige Situationen gab.“
Kaweh Niroomand: „Das war heute eine richtig gute, konzentrierte Leistung. Wir haben in allen Elementen Druck gemacht. Es fällt schwer, aus dieser hervorragenden Teamleistungen jemanden hervorzuheben, aber Sergey hat das Spiel erstklassig gelenkt. Er hat die Last von Bens Schultern genommen und perfekt verteilt. Dazu ist die “Kampfsau“ Samuel Tuia einfach nicht zu ersetzen. Wir haben heute Donnerstag veredelt, aber das ist nichts wert, wenn wir nun nicht auch dieses Spiel veredeln.“

BR Volleys Formation
Cody Kessel und Samuel Tuia (AA), Éder und Anton Brehme (MB), Sergey Grankin (Z), Benjamin Patch (D) und Julian Zenger (L) | Eingewechselt: Robin Baghdady, Denys Kaliberda

Topwerte
Patch 15 Punkte, 3 Ass | Éder 12 Punkte, 4 Blocks | Cody Kessel, 11 Punkte, 2 Blocks

Christof Bernier

BBSC Berlin erfolgreich gegen Emlichheim

Mit einem Sieg gegen Emlichheim gelang den Berlinerinnen eine nicht unbedingt erwartete Revanche gegen den jetzigen Tabellenvierten. Auswärts hatte der BBSC noch mit 1:3 den Kürzeren gezogen.

Von Beginn an entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe beider Teams. Die Zuschauer am heimischen PC hatten die Gelegenheit, im kommentierten Livestream außerordentlich viele sehenswerte und lange Ballwechsel zu genießen. Hoffentlich sind sie gerade wegen der attraktiven Aktionen animiert, bei später (in der nächsten Saison?) zugelassenem Publikumsbesuch wieder die Hämmerlinghalle zu bevölkern.

Dabei spielte der BBSC verletzungsbedingt in einer Aufstellung, wie sie zu Anfang der Saison eher unwahrscheinlich erschienen wäre. Aber die jetzt mit mehr Einsatzzeit versorgten  Spielerinnen aus der „nur“ 2. Reihe haben sich fantastisch geschlagen. Nachwuchstalent Friderike Rupf spielte gar im Aufgebot von Anfang an, zeigte eine gute Leistung und wurde erst Mitte des 3. Satzes durch Laura Walsh ersetzt, um dem Team neue Impulse zu geben. Laura hat die Mannschaft durch ihre emotionale Art zusätzlich gepusht. Lea Thurm zeigte ihr bisher bestes Spiel in den Farben des BBSC und brachte viele Schnellangriffe in das Ziel, gab dem Gegner aber auch durch das starke Blockverhalten viele Rätsel auf. Und nicht zuletzt soll erwähnt werden, dass mit Johanna Bock (Jahrgang 2002) ein echtes Eigengewächs des BBSC die Zweitligapremiere feiern konnte. Sie kam mehrere Male als Diagonalangreiferin über Doppelwechsel in das Spiel, zeigte ein mutiges und diszipliniertes Spiel.

Kurz vor Ende des Tie-Breaks konnte sie einige spielentscheidende Punkte beitragen: “Ein rundum gelungenes Zweitligadebut für sie“, lobte Trainer Robert Hinz. Drei Sätze lang war es ein sehr enges Spiel mit ganz leichten Vorteilen für die Gäste, ehe die Berlinerinnen mit zwei weiteren Satzerfolgen den Sack zumachten. „Letzten Endes ein Sieg des kämpferischen und dabei disziplinierten Teams, in dem jeder für den anderen da war und sein Können für die Mannschaft einbrachte“ strahlte Trainer Hinz zufrieden.

Zum MVP wurden Annika Kummer (Berlin) und Jana Brüning (Emlichheim) gewählt.

Auf den BBSC wartet noch einmal ein hoch anstrengendes Wochenende: Am kommenden Samstag 18:00 Uhr ist Fortuna Bonn zu Gast in der Hämmerlinghalle. Am nächsten Morgen muss sich das Team auf den Weg nach Köln machen, um nach langer Autobahnfahrt schon 15:00 Uhr gegen DSHS anzutreten.

Für den BBSC am Wochenende im Einsatz: Isabel Böttcher, Paula Morgenroth, Katharina Kummer, Roxana Vogel, Johanna Bock, Annalena Grätz, Annika Kummer, Stephanie Utz, Lea Katharina Thurm, Alina Gottlebe-Fröhlich, Friderike Rupf, Laura Walsh

Burkhard Kroll

 

Finalspektakel jetzt in Berlin

Mit einem Volleyball-Feuerwerk haben der VfB Friedrichshafen und die BR Volleys die Endspiele um die Deutsche Meisterschaft eröffnet. Das Match eins der „best of five“-Serie bot alles, was sich die Fans der Sportart am hohen Netz davon erhoffen konnten. Letztlich waren die Berliner der glückliche Sieger und haben nun am Sonntag (11. Apr um 17.00 Uhr) in der heimischen Max-Schmeling-Halle eine Möglichkeit, ihre Führung auszubauen.

„Wir haben erst ab dem dritten Satz an diesem Finale teilgenommen“, bringt Cheftrainer Cedric Enard den Start des BR Volleys Teams in die Endspiele gegen den VfB Friedrichshafen auf den Punkt. „Deutlich zu viele Fehler in Annahme, Aufschlag und Angriff“ sowie „eine Art Spiegelbild unserer Saison“ hatte der Franzose gesehen. Denn erst nach großen Anlaufschwierigkeiten und einer Stunde Spielzeit zeigte sein Team, was es zu leisten im Stande ist. In allen Elementen konnte sich der Titelverteidiger steigern und legte auswärts eine furiose Aufholjagd hin. Dabei gaben auch die Wechsel von Enard wichtige Impulse. „Pierre hat das sehr gut gemacht und Cody konnte insbesondere in der Blockarbeit gegen Linus Weber immens helfen“, verteilt der Trainer noch zwei Tage später ein Sonderlob. Schlüssel zum ersten Sieg war auch, dass Benjamin Patch das Duell der beiden Diagonalangreifer gegen den bärenstarken Weber mit vier Punkten mehr und vier Fehlern weniger für sich entschied.

Obwohl sich das Blatt noch zum Guten wendete, gab es auch schlechte Nachrichten: Nachdem die Berliner im Verlauf der Hauptrunde immer wieder von Verletzungssorgen geplagt waren, blieb man davon während der Playoffs zum Glück nahezu verschont. Am Donnerstag holte die BR Volleys das alte Leid jedoch wieder ein. Inzwischen wurde bei Renan Michelucci eine Außenbandverletzung diagnostiziert, bei Pierre Pujol gab es nach muskulären Problemen hingegen Entwarnung. „Ich bin erleichtert, dass es bei Beiden nicht ganz so schlecht aussieht. Wir brauchen jeden Spieler im Kader, das hat man Donnerstag deutlich gesehen.“ Gegen einen stark aufspielenden Gegner und viele Widerstände haben sich Sergey Grankin und Co die 1:0-Führung in der Finalserie erkämpft und dieses “Break“ will man nun auf heimischem Boden verteidigen. Enard macht deutlich: „Jetzt, wo wir Match eins geholt haben, wollen wir unseren Vorteil natürlich nicht wieder abgeben. Dafür müssen wir jedoch von Beginn an so auftreten, wie wir das erste Duell beendet haben.“

Beim Endspielauftakt wurde ein ums andere Mal deutlich, wie sehr beide Mannschaften diesen Titel wollen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Fortsetzung am Sonntag in Berlin dem zweieinhalbstündigen Marathon-Match in nichts nachsteht. Maximale Intensität und hohes Niveau wird es auch im Volleyballtempel geben, in den an einem solchen Tag außerhalb der Pandemiezeit wohl bis zu 8.000 Zuschauer strömen würden. Ein Spektakel erwartet Cedric Enard trotzdem: „Es ist ein Finale und das spürt man bei jedem Ballwechsel, bei jeder Aktion, bei jedem Punkt.“

Christof Bernier

Eisbären verlieren in Schwenningen

Nach dem Sieg am vergangenen Mittwoch haben die Eisbären Berlin das zweite Spiel innerhalb von drei Tagen gegen die Schwenninger Wild Wings verloren. Die Berliner unterlagen am 38. Spieltag der PENNY DEL Saison 2020/21 auswärts in Schwenningen mit 2:4. Mit einem Punktequotienten von 2,06 bleiben die Eisbären aber weiterhin Tabellenführer der Gruppe Nord. Kapitän Frank Hördler bestritt sein 900. Spiel in Deutschlands höchster Spielklasse. Bereits Sonntag, am 11. April 2021 treten die Eisbären bei den Adler Mannheim an. Spielbeginn ist um 14:30 Uhr.Im Startdrittel brachte Thuresson die Gastgeber in der 18. Spielminute in Führung. Jonas Müller (23./PP1) glich im zweiten Spielabschnitt im Powerplay für die Eisbären aus, jedoch stellten Fischer (31.) sowie Bourke (35./SH1) in Unterzahl noch vor der Pause auf 3:1 für Schwenningen. Im Schlussdrittel verkürzte Matt White (49.)noch auf 2:3, Turnbull (59./EN) traf aber ins leere Berliner Tor zum 4:2-Sieg der Heimmannschaft.

Endergebnis:

Schwenninger Wild Wings –Eisbären Berlin 4:2 (1:0, 2:1,1:1)

Aufstellungen: Schwenninger Wild Wings: Eriksson(Benzing) –Robak (A), Möchel; Fischer, Brückner;Huß, Kristensen–MacQueen, D. Olver, Turnbull (C); Bassen, Bourke, Thuresson; Tyson Spink, Tylor Spink,Cerny;A. Weiß (A), D. Weiß,Pfaffengut; Schiemenz –Trainer: Niklas Sundblad

Eisbären Berlin: Ancicka (Babulis) –Müller, Ramage (A); Hördler (C),Wissmann (A); Després, McKiernan; Mik–White, Boychuk, Fiore; Noebels, Reichel, Pföderl; Tuomie, Streu, Foucault; Kinder, M. Olver, Dietz –Trainer: Serge Aubin

Tore:

1:0 –17:29 –Thuresson (Bourke, Fischer)–EQ

1:1 – 22:06 – Müller (Pföderl, Noebels) –PP1

2:1 – 30:25 – Fischer (Pfaffengut, D. Weiß) –EQ

3:1 – 34:46 – Bourke – SH1

3:2 – 48:11 – White (Tuomie) –EQ

4:2 – 58:41 – Turnbull – EQ, EN

Strafen:

Schwenninger Wild Wings: 10 (0, 10, 0) Minuten – Eisbären Berlin: 6 (2, 2, 2) Minuten

Schiedsrichter:Marc Iwert, Lasse Kopitz (Gabriel Gaube, Andreas Hofer)

Quelle: Medieninformation EHC Eisbären Berlin

BR Volleys – Hoffnung bei Michelucci, Entwarnung bei Pujol

Zwei Schockmomente mussten die BR Volleys beim emotionalen Auftaktsieg im Playoff-Finale gegen den VfB Friedrichshafen verkraften: Zunächst wurde Renan Michelucci mit schmerzverzerrtem Gesicht von seinen Teamkollegen vom Spielfeld getragen, dann signalisierte auch Zuspieler Pierre Pujol muskuläre Probleme. Bei beiden Akteuren stellten sich die Verletzungen nach den Untersuchungen am Freitag als weniger schwerwiegend, als zunächst befürchtet, heraus.

Ein MRT-Termin bei Mannschaftsarzt PD Dr. Oliver Miltner ergab beim Mittelblocker Renan Michelucci eine Außenbandverstauchung im rechten Sprunggelenk. „Es ist glücklicherweise nicht ganz so dramatisch, wie es aussah. Sein Einsatz am Sonntag ist aber fraglich“, erklärt BR Volleys Geschäftsführer Kaweh Niroomand und ergänzt: „Es war natürlich sehr hilfreich, dass unser Teamarzt Dr. Oliver Miltner direkt vor Ort war und so die optimale Erstversorgung sichergestellt wurde.“ Der 27-jährige Brasilianer war im dritten Satz nach einem Blockversuch auf dem Fuß eines Mitspielers umgeknickt.

Auch Pierre Pujol musste im Laufe des Spiels mit muskulären Beschwerden an der Quadrizepssehne (rechts) den Court verlassen, nachdem er zuvor für Sergey Grankin eingewechselt worden war. Beim französischen Zuspieler kann Niroomand sogar eine erste Entwarnung geben: „Wir gehen davon aus, dass er am Sonntag wieder auflaufen kann.“ Wie wichtig der 37-Jährige für das BR Volleys Team ist, bewies Pujol nach seiner Hereinnahme, als mit ihm die Wende zum Auswärtserfolg eingeleitet wurde.

Die Finalserie wird am Sonntag (11. Apr um 17.00 Uhr) live auf SPORT1 fortgesetzt.

Quelle: BR Volleys/Christof Bernier