Nur der BFC ist raus – Hertha und Union weiter

Union besiegt den 1.FC Saarbrücken in der Verlängerung 2:1, musste also nachsitzen. Saarbrückens Trainer Dirk Lottner bekam für die überaus guten Leistungen seiner Regionalligamannschaft viele Komplimente, doch weiter ist das Team von Jens Keller. Schönheim 0:1 (23.) brachte die Berliner in Front, noch vor der Pause glich K. Behrens (40.) zum 1:1 aus – nachdem Zeitz (30.) einen Foulelfmeter nicht im Gehäuse des 1.FC Union unterbringen konnte. Hedlund (101.) gelang der Siegtreffer, weil sich Torwart Mesenhöler wiederholt auszeichnete und mit seinen Paraden den Gästen den Sieg sicherte.

Komplimente bekam auch Trainer Rene‘ Rydlewicz für sein Regionalligateam, das nach imponierender Leistung vor über 14.000 Zuschauer im Jahnstadion letztendlich gegen Schalke 04 ausschied. Bis zur 78. Minute hielt der BFC gegen den Bundesligisten famos mit, dann aber war es der eingewechselte Goretzka der den Ukrainer Konoplyanka bediente und es hieß 0:1(78.), Per Doppelpack gelang Konoplyanka das 0:2(91.), als ihn Mayer, ebenfalls eingewechselt, das Leder genau in den Lauf legte.

Drittligist Hansa Rostock verlor ebenfalls 0:2 vor 22.400 Zuschauer im Ostseestadion gegen Hertha BSC. Sportlich war es ein gutes Spiel. Trainer Dolchev wird der Verdienst zugesprochen, seine Rostocker sehr gut auf den Bundesligisten eingestellt zu haben. Die Berliner benötigten bis zur 86. Minute allerdings am Montagabend einen Sonntagschuss von Mitchell Weiser, ehe der Ball im Netzt des Gastgebers zum 0:1 zappelte. Bei aller Überlegenheit fanden Dardais Spieler keine sogenannten Schnittstellen in der Abwehr der Rostocker, in die hätte gespielt werden müssen, um das Hansa-Bollwerk aufzureißen. Und den Ball in die Schnittstellen zu spielen, ist nicht jedermanns Sache. Erst als der Bann gebrochen war, öffneten sich entsprechende Räume. Ibisevic erhöhte auf Zuspiel von Leckie auf 0:2(92.). Über chaotische Zustände in den Fanblöcken während des Spiels, das 20 Minuten unterbrochen werden musste, wird noch zu reden sein.

Christian Zschiedrich

1. FC Union holt sich nur ein blaues Auge – Sieg in Völklingen

Ja der Pokal, die „Großen“ haben es oft schwer, da wollen die „Kleinen“ es den „Bundesligisten“ mal so richtig zeigen. Mit 10 Leuten wird verteidigt und sollte das nicht reichen, muss der Platzwart zusätzlich das Tor zu nageln. Solange die Kondition reicht, kann der Höherklassige – zumindest phasenweise – ganz alt aussehen. Die Eisernen bekamen in der 1. Pokalrunde den Viertligisten 1. FC Saarbrücken zugelost. Von Papier her eine klare Sache. Saarbrücken spielt in der 4. Liga, ist in der laufenden Saison ungeschlagen und führt als Spitzenreiter die Tabelle an, fast so wie die Eisernen in der 2. Bundesliga. So klein ist der Traditionsverein aus dem Saarland nicht und ein Blick in die Kaderliste verrät, diese Mannschaft sollte man nicht unterschätzen. Gearbeitet wird unter Profibedingungen und der Kader ist gespickt mit Spielern, die Zweit- und Drittligaerfahrung haben. Einige von den jüngeren Spielern haben die Nachwuchsabteilungen von Proficlubs durchlaufen und können auf Einsätze in diversen U- Auswahlmannschaften verweisen.

Das Trainer-Team der Eisernen hat darauf hingewiesen. Jens Keller schickte bis auf 4 Stammspieler die „Ersatzleute“ auf das Feld im Herrmann-Neuberger-Stadion in Völklingen. Der Ludwigspark in Saarbrücken wird gerade umgebaut, so dass der Verein seine Heimspiele im 14 Kilometer entfernten Völklingen austrägt, im Stadion des Lokalrivalen, den Röchling Völklingen spielt ebenso in der Regionaliga Südwest.

Während des gesamten Spiels war von einem Klassenunterschied wenig bis nichts zu merken. Nichts war es mit hinten rein stellen, Saarbrücken spielte nicht nur mit, sie machten das Spiel wie man so sagt. Früh wurde der Spielaufbau der Eisernen gestört, erst in der 48. Minute kamen sie zu einem Torabschluss. Damir Kreilach traf nur den Pfosten, stand es bereits 1:1. Die Führung für die Hauptstädter fiel aus dem „Nichts“. Fabian Schönheim wuchtete einen Eckball per Kopf in das Tor. Anschließend verschossen die Saarländer einen Foulelfmeter und vergaben mehrere Großchancen. Man rieb sich schon verwundert die Augen, welch schwachen Auftritt die Unioner hier ablieferten.

Die Entscheidung fiel in der Verlängerung, der fleißig spielende Simon Hedlund konnte eine Unsicherheit in der Saarbrücker Abwehr ausnutzen. In der verbleibenden Zeit waren die Profis aus der 2. Liga clever genug, den kostbaren Vorsprung über die Ziellinie zu bringen. Erleichterung im Lager der Eisernen, 2:1 in der Verlängerung gewonnen. Der Mannschaft aus Saarbrücken um ihren Trainer Dirk Lottner bleiben nur Komplimente, auf die sie gern verzichtet hätten.

Hans-Peter Becker

Rückblende – 999. Sendung TV Sport in Berlin

Christian Zschiedrich Foto: Sportick

Im Jahre 2007,  vor 10 Jahren, fieberten wir unserer stolzen 1000. Sendung entgegen und kündigten das runde Jubiläum für Sonntag, den 21.10.2007 eine Woche zuvor in der 999. am 14.10.2007 groß an. Schließlich waren viele prominente Gäste aus der Wirtschaft, der Politik und dem Sport bereit zu kommen. Eindrücke von der 1000. haben wir in Ausschnitten auf YouTube gestellt. Die Entwicklung geht mehr denn je Richtung Internet. In ein paar Jahren soll es ja Fernsehen in der heutigen Form kaum noch geben. Wir haben uns entschlossen mit Video-Beiträgen weiter aktuell zu sein, vieles aus unserer Erfahrung zu erklären und unter „So war es früher“ eben mittels Rückblenden ins Netz zu stellen: www.sportick.eu heißt der kurze Name, vormals „TV Sport in Berlin“. Wir müssen uns an die Entwicklung anpassen. Hintergrundinformationen haben noch mehr Gewicht. Bei vielen Vorteilen ist aber zu beachten, dass Internetrechte für Bewegtbilder aus dem Bereich des Profifußballs nicht mehr zu finanzieren sind. Da behelfen wir uns mit Pressekonferenzen, Trainingsbesuchen, Test- und Freundschaftsspielen. Es gibt ja genug andere Sportarten von denen berichtet werden kann. An dieser Stelle ist es auch angebracht, Euch dafür zu danken, dass Ihr so zahlreich mit uns ins Internet gewechselt seid – wohlwissend, dass keine überlangen Berichte oder komplette Sendungen mehr gefragt sind. Schließlich ist das zur Verfügung stehende Datenvolumen auf dem Smartphon zu beachten.  Das ist der Grund dafür, weshalb die 999. hier auf 20 Minuten gekürzt wurde.

Christian Zschiedrich

 

DFB Pokal – Saisonstart für die Erstligisten

Christian Zschiedrich Foto: Sportick

Freitagabend (Anpfiff  19.00 Uhr) in Zwickau wird das Pokal-Heimspiel der TuS Koblenz  ausgetragen, im heimischen Stadion wurden Bauarbeiten nicht termingemäß beendet. Bevor es in der Elite-Liga mit der  Meisterschafts-Saison losgeht, wird traditionell die erste Runde im DFB-Pokal ausgetragen.32 Begegnungen werden in der ersten Hauptrunde ausgetragen. Die Aufgaben für die drei Berliner Clubs scheinen, bis auf die Partie des BFC Dynamo gegen Schalke 04, lösbar zu sein. So genau weiß man es trotzdem nicht. Unter Pal Dardai scheint die alte Dame aber auf dem Weg der Besserung zu sein. Hansa Rostock, aktuell auf Platz 8 in der 3.Liga, müsste schon eine kleine Sensation vollbringen.  Das trifft natürlich auch auf die Begegnung – tags zuvor – in Saarbrücken, im Hermann-Neuberger-Stadion, zu. Der Regionalligist 1.FC Saarbrücken hat schon bessere Zeiten erlebt. Union ist unter Jens Keller so richtig in Fahrt gekommen, alle Spiele in der Vorbereitung wurden gewonnen, ebenso die ersten beiden Pflichtspiele.

Fr 11.8. 19.00 Uhr
Koblenz – Dynamo Dresden
20.45 Uhr
RW Essen – Bor. M‘ Gladbach
Karlsruhe – Leverkusen
Holst. Kiel – Braunschweig

Sa 12.8. 15.30 Uhr
Halberstadt – SC Freiburg
Chemnitz – Bayern München
LSK Hansa – Mainz 05
Leher TS – 1.FC Köln
Haching – Heidenheim
Emdtebrück – E. Frankfurt
Rielasingen – Bor. Dortmund
Eichede – Kaiserslautern
Erfurt – Hoffenheim
Regensburg – Darmstadt
Bielefeld – Fort. Düsseldorf
20.45 Uhr
Würzburg – Werder Bremen

So 13.8. 15.30 Uhr
TSV 1860 M. – Ingolstadt
Osnabrück – Hamburger SV
Bonn – Hannover 96
Dorfmerkingen – RB Leipzig
Schweinfurt – Sandhausen
SV Morlautern – Gr. Fürth
Saarbrücken – 1.FC Union
Nöttingen – VfL Bochum
Norderstedt – VfL Wolfsburg

18.30 Uhr
Magdeburg – Augsburg
Cottbus – VFB Stuttgart
Wehen – Erzgebirge Aue

Mo 14.8. 18.30 Uhr
Duisburg – 1.FC Nürnberg
Paderborn – FC St. Pauli
BFC Dynamo – Schalke 04
20.30 Uhr
Hansa Rostock – Hertha BSC

Mitunter beherrschen bereits Negativschlagzeilen das Mediengeschehen in der Vorbereitungsphase, da ist die Rede von Wahnsinnssummen auf dem Transfermarkt und Verletzungsausfällen wichtiger Spieler, bevor es richtig losgeht. Im Profi-Fußball geht es um Geld, das muss verdient werden. Schon aus diesem Grund ist der Pokal ernst zu nehmen. Er bietet den schnellsten Weg zum Prämien-Geld und einen möglichen Titel. In der Meisterschaft sind 34 Pflichtspiele zu absolvieren. Der Pokal seine eigenen Gesetzmäßigkeiten. Der Reiz liegt mit darin, dass sogenannte Kleine Favoriten straucheln lassen können. Hertha und Union können ein Lied davon singen. Borussia Mönchengladbach hat am Freitagabend noch lange nicht an der Hafenstraße gegen RW Essen gewonnen. Das lässt sich fortsetzen, unwahrscheinlich ist allerdings, dass der BFC Dynamo am Montagabend -paralell zum Herthaspiel – Schalke 04 bezwingen und aus dem Pokal kippen wird. Für den ehemaligemn Serienmeister der DDR ist die Antrittsprämie bereits ein Gewinn. Die eine oder andere Überraschung wird es trotzdem geben.

Bereits eine Woche darauf beginnt die Meisterschaft in der Elite-Liga. Hertha empfängt am 1. Spieltag den VfB Stuttgart im Berliner Olympiastadion und ich tippe voller Überzeugung auf einen Heimsieg. Bleiben wir in Berlin: Bereits vor zwei Wochen begannen die Spiele in Liga Zwei. Der 1.FC Union hat den Aufstieg nur knapp verpasst. Unserem Berlin stünden zwei Erstligisten gut zu Gesicht, so wie absehbar zwei Flughäfen. Hertha BSC muss in der kommenden Saison neben der Meisterschaft und hoffentlich vielen Pokalspielen zusätzlich in der Euroleague ran. Das Trainer-Team um Pal Dardai arbeitet professionell an der Vorbereitung. Nach der Heimaufgabe gegen Stuttgart wartet Borussia Dortmund auf die Hertha. Erstaunlicherweise sahen sie in Dortmund oft sehr gut aus. Die ersten Pflaumen sind madig, so sagt man. Das war vielleicht früher so. Heutzutage ist dieser Spruch eine eine schlechte Ausrede, wenn’s nicht so laufen sollte.

Christian Zschiedrich

1. FC Union Berlin – Start geglückt

„Die erste Halbzeit war schlecht von uns, die zweite Halbzeit war besser.“ Diese Aussage stammt vom Geburtagskind des Spieltages, Unions linken Außenverteidiger Kristian Pedersen. Die Stimmung nach dem Sieg gegen Aufsteiger Holstein Kiel war entsprechend gelöst. Ein Start mit 6 Punkten, letztmalig war den Eisernen solche Ausbeute im Jahr des letzten Aufstiegs, im Jahre 2009 gelungen. Seitdem galten sie als notorische Schlechtstarter.

Das Spiel selbst – torreich und somit sehr unterhaltsam – bietet sehr viel Stoff zur Auswertung. Die Videoanalysten beider Vereine könnten in die Überstunden gerutscht sein. Fangen wir von hinten an: Die Abstimmung in der 4er Abwehrkette hatte in Ingolstadt besser funktioniert. Kiel wurden 8 gefährliche Flanken gestattet. Zum Vergleich Union kam zu 5 Flanken. Im defensiven Mittelfeld braucht es eine sogenannte Doppelsechs, wenn Stephan Fürstner nicht fit ist. An der Offensive gibt es wenig zu kritisieren. Mit Simon Hedlund und Steven Skrzybski trafen Stürmer und Damir Kreilach ist einer der kopfballstärksten Mittelfeldspieler der Liga. Sebastian Polter hat zwar noch nicht getroffen, allein seine Präsenz auf dem Platz schafft Räume für die Sturmkollegen.

Es sind noch 32 Spieltage, die Saison steht im Neugeborenenalter, niemand weiß genau was die Ergebnisse in der Endabrechnung bedeuten könnten. Das Transferfenster ist zudem weiter geöffnet. Im Kader des 1. FC Union könnte sich, trotz weitgehend abgeschlossener Kaderplanung, was tun. So wird Mittelfeld-Spieler Andreas Görlitz (zuletzt Arminia Bielefeld) in den nächsten Tagen zum Probetraining erwartet, während Matthias Stingl, (ehemaliger Kapitän der U 19 des FC Bayern) keinen Vertrag erhält. Der Rechtsverteidiger hätte es schwer gehabt, auf seiner Position spielt Christopher Trimmel. Sollte er mal nicht spielen können braucht es einen Ersatz, der Probespieler Andreas Görlitz, ein Rechtsfuß könnte so einer sein.

Ein Blick voraus, am 3. Spieltag muss der 1. FC Union nach Nürnberg, dazwischen liegt die Pokalaufgabe beim Regionalligisten 1. FC Saarbrücken.

Hans-Peter Becker

Verbandsdialog – Berliner Fußballvereine im Gespräch

Im Rahmen des Verbandsdialogs suchte der BFV am 8. Juli in der Sporthalle des Landesleistungszentrums LLZ das Gespräch mit Vertreter und Vertreterinnen der Berliner Fußballvereine.

DFB Vize Dr. Rainer Koch stellte sich den Fragen Foto: Konstantin Bahnsen

Trotz ausbaufähiger Teilnahmequote entpuppte sich das Zusammentreffen als gelungene Veranstaltung, in der Wünsche und Kritik geäußert, aber auch gemeinsam Ideen und Lösungsansätze gesammelt wurden. Zu den Gästen zählte der Präsident des Bayrischen Fußballverbands und 1. DFB-Vizepräsident Dr. Rainer Koch, dessen Rede mit Spannung erwartet wurde.

Bereits um 9:30 Uhr am Samstagmorgen begann der Verbandsdialog unter Moderation des BFV-Geschäftsführers Kevin Langner. Begrüßen durfte er insgesamt knapp 50 Vertreter von 30 Vereinen. Die Zusammenkunft sollte dazu dienen, die Interessen der Klubs aufzudecken und Unklarheiten aus dem Weg zu schaffen.

Koch fordert Zusammenhalt

Eröffnet wurde die Veranstaltung durch den BFV-Präsidenten Bernd Schultz. Er bedankte sich bei den Gästen für die Anwesenheit und übergab das Wort an Dr. Rainer Koch. Dieser betonte in seiner Rede mehrfach, dass Probleme, wie der enge finanzielle Spielraum der Amateurvereine, am besten gemeinsam zu lösen seien. Geschlossenheit entstehe erst, „wenn sich 21 Landesverbände trotz Meinungsverschiedenheiten untereinander verständigen.“

„Futsal stößt auf riesiges Interesse“

Neben dem schwierigen Thema der wirtschaftlichen Situation des Amateurfußballs kam Koch auch auf die Chancen des Futsal zu sprechen, der seiner Ansicht nach auf „riesiges Interesse“ stößt. Um das Potenzial des Futsal ausschöpfen zu können, müsse man zusammen „anfangen, den Sport Grundschulkindern nahezubringen und die wenigen zur Verfügung stehenden Hallen zu füllen.“ Man stehe „schließlich in Konkurrenz zu anderen Wintersportarten.“ Auf den Einwand von Vereinsvertretern, dass der Futsal das Training für Fußballmannschaften erschweren würde, entgegnete Koch, dass „alles, bei dem mit dem Fuß gegen einen Ball getreten wird“  in den Fußball integriert werden müsse.

Scharfe Kritik am Aufstiegssystem

Im Anschluss an seine Rede stellte sich Koch den Fragen der Zuhörer. Diese kritisierten besonders das derzeitige Aufstiegssystem in die 3. Liga, in dem fünf Regionalligameister und der Zweitplatzierte der Regionalliga Südwest in Relegationsspielen um den Aufstieg spielen. Nur drei von 91 Viertligateams schaffen demnach den Sprung in die höhere Klasse. Die Vereinsvertreter waren sich in dieser Sache einig: „Meister müssen aufsteigen!“ Koch lenkte ein und nannte das Aufstiegssystem „schlecht“, gab jedoch an, ein sicherer Aufstieg eines Regionalligameisters sei „nicht realisierbar“.  Stattdessen gelte es, den Relegationsmodus zeitnah aufzubessern.

Schultz macht auf Infrastrukturproblem aufmerksam

Auf den Beitrag von Dr. Rainer Koch folgte Bernd Schultz mit seiner Rede. In dieser brachte er vor allem die Probleme um die sportliche Infrastruktur zu Sprache: „Wir brauchen mehr Sportstätten.“ Auch hier müsse man mit den Schulen kooperieren. Zudem sei zu prüfen, inwieweit die Möglichkeit besteht, Sportanlagenbau auf freien Flächen zu realisieren.

Ähnlich wie Koch steht auch Schultz dem Futsal positiv gegenüber. Seiner Ansicht nach ist es von Bedeutung, die Entwicklung des Futsal zu fördern und „Angebote zu schaffen, keine Verbote“.

Gemeinsame Lösungssuche

Anschließend erhielten die Vereinsvertreter im Rahmen von Workshops die Chance, persönliche Anliegen auszusprechen und gemeinsam mögliche Lösungsansätze abzuleiten. Vorbereitet wurden zwei Gesprächsrunden, eine mit dem Titel „Spielbetrieb – Wie organisieren wir den Berliner Amateurfußball in der Zukunft?“ (Moderation: Carsten Voss), die andere betraf das Thema „Qualifizierung, Vereinsberatung und Soziale Verantwortung“ (Moderation: Jan Scharlowsky). Schnell brachten sich die Gäste aktiv ein und es entstanden rege Diskussionen. Im Bereich des Spielbetriebs kam man u.a. zum Ergebnis, dass die Regelung des Auf- und Abstiegs in den unteren Ligen durch das Heranziehen eines Koeffizienten erfolgen könnte. Zudem wurde der Wunsch geäußert, den Frauen- und Mädchenfußball durch finanzielle Förderungen oder die Einführung des zweimal im Jahr stattfindenden „Tag des Mädchenfußballs“ in jedem der zwölf Berliner Bezirke zu unterstützen. Im zweiten Workshop standen vor allem eine verbesserte Qualifizierung für Trainer und Funktionäre und die Entwicklung einer BFV-App im Vordergrund. Schließlich wurden die Ergebnisse von ausgewählten Teilnehmern in großer Runde präsentiert.

Im Anschluss an die Workshop-Phase wurden in einer offenen Fragerunde mit dem BFV-Präsidium weitere Themen besprochen, dazu zählten u.a. die Personalplanung beim BFV hinsichtlich des kommenden Verbandstags, digitalisierte Spielerpässe und die Transparenz der Abläufe beim DFB.

Abgerundet wurde die Veranstaltung mit einem Grillbuffet auf der Terrasse des LLZ. Der BFV bedankt sich bei seinen Gästen für die aktive Beteiligung, aus der viele wertvolle Erkenntnisse hervorgingen sowie bei Dr. Rainer Koch für seinen umfänglichen Beitrag zum BFV-Verbandsdialog.

Quelle: Berliner Fußballverband BFV

Rückblende – So war es zur 1000. Sendung von TV Sport in Berlin

Vater & Sohn Christian und Florian Zschiedrich

SportickTV erinnert sich gern – an TV Sport in Berlin -, wie es im Zusammenschnitt zu den jeweiligen – 250. 500. 750. und 1000.  – Jubiläumssendungen war. Wie war es möglich, ununterbrochen, 25 Jahre lang – geboren aus einer Privatinitiative – eine eigene Sportsendung  zu produzieren und auszustrahlen. Und sie zu dem zu machen, was nach eintausend Sendungen hier zurückschauend deutlich wird.

Aktuell ist die 1. Bundesliga noch in der Sommerpause. Die Zweite Liga startete früher und die Berliner staunten nicht schlecht über zwei Siege des 1. FC Union, beim Absteiger in Ingolstadt und gegen Aufsteiger Holstein Kiel. Die Eisernen verpassten in der letzten Saison knapp den Aufstieg, sind jetzt mit sechs Punkten mit an der Tabellenspitze. Der RBB hat die Sendung Sportplatz eingestellt. Und das in unserer Welt-, Haupt- und Sportstadt. Vom 1. FC Union haben wir eine Saison-Akkreditierung bekommen. Unser Hans-Peter Becker hat sich der Dinge in Köpenick angenommen.  Seine Berichte sind hier bei www.sportick.eu abrufbar und zeugen von der Fachkompetenz eines anerkannt objektiven und ehrenwerten Journalisten. Schließlich war er von Anfang an in unserem Redaktionsteam, eine Hauptstütze unserer regelmäßigen Sendung. Schauen Sie bzw. schaut doch einmal ins Video.

Foto: Sportick

Christian Zschiedrich

1. FC Union vor erstem Heimspiel

Hans-Peter Becker Foto: Sportick

Der 1. FC Union empfängt am 2. Spieltag Aufsteiger Holstein Kiel. Seit 1981 war die Mannschaft aus der Landeshauptstadt von Schleswig-Holstein nicht mehr Zweitklassig. 2015 waren sie in der Relegation in letzter Minute am TSV 1860 München gescheitert. In diesem Jahr hat es mit dem direkten Aufstieg geklappt. Am 1. Spieltag wurde ein Punkt gegen den SV Sandhausen erkämpft. Die Kieler treten ohne Illusionen die Reise in die Hauptstadt an. Die Rollen sind klar verteilt. Die Eisernen sind der haushohe Favorit. Alles andere als erneut 3 Punkte wäre eine Überraschung. „Wir wollen gleich im ersten Spiel anfangen das Union-Stadion zu einer Festung zu machen und 3 Punkte holen.“, eine deutliche Ansage von Trainer Jens Keller in der Pressekonferenz zum bevorstehenden Spieltag. Die Kieler sind hoch motiviert, leben von ihrer mannschaftlichen Geschlossenheit, viel Räume werden sie nicht bieten. Eher werden sie versuchen das Aufbauspiel der Eisernen zu stören. Kiels Trainer Markus Anfang zollt den Berlinern großen Respekt. „Es ist eine tolle Herausforderung für uns, auf solche Spiele freust du dich in der 2. Liga. Wir werden versuchen alles abzurufen, möglichst da weitermachen, wo in der 2. Halbzeit gegen Sandhausen aufgehört haben. Sollte sich dann herausstellen, dass der Gegner auf Grund seiner individuellen Klasse besser war, dann ist das eben so.“
Bis auf Neuzugang Akaki Gogia stehen alle anderen im Kader für einen Startelf-Einsatz zur Verfügung. Jens Keller hat wieder die Qual der Wahl. Welche taktischen Umstellungen wird er vornehmen ? In Ingolstadt war es ein defensiver ausgelegtes 4-3-3 System, gegen Kiel wird das Spiel offensiver ausgerichtet sein. Auf Seiten der Kieler steht mit Abwehrspieler Christopher Lenz eine Leihgabe vom 1. FC Union Union und es könnte ein Wiedersehen mit Dominic Peitz geben, der immerhin 2 Jahre (2009-2011) die Töppen auch in der Wuhlheide schnürte. Die Fans fiebern dem Heimspielauftakt entgegen, der Heimbereich wird ausverkauft sein, so zwischen 1.000 bis 1.500 Fans der Störche werden erwartet, so dass der Kassierer sich über eine Einnahme aus etwas 21.000 verkauften Eintrittskarten freuen kann. Wie gewohnt gibt es wieder einige Probleme bei der Anreise. Die S-Bahn pendelt auf der Strecke nach Köpenick. Nach Lage der Dinge kann der Sieger nur 1. FC Union heißen, trotzdem, wie äußerte sich einst Sepp Herberger: „Die Leute gehen ins Stadion, weil sie nicht wissen, wie es ausgeht.“
Hans-Peter Becker