Siebtes Spiel-siebter Sieg: Füchse gewinnen gegen Eisenach

Füchse Berlin – ThSv Eisenach 37:29(20:13)

Überzeugend – souverän – hoch konzentriert. Diese Schlagworte beschreiben den Auftritt des Berliner Handball-Teams gegen Aufsteiger ThSv Eisenach. Die Füchse bleiben damit in der Erfolgsspur. Vom Anwurf an begeisterten die Gastgeber die 9000 Zuschauer in der ausverkauften Max-Schmeling-Halle mit hohem Tempo und enormer Spielfreude. Vier Tore Vorsprung nach zehn Minuten (6:2), plus sechs nach 20 Minuten (14:8) – der „Füchse-Motor“ liefen ohne Stottern. Besonders das skandinavische Trio Gidsel-Andersson-Lindberg präsentierte sich in Torwurf-Laune. 14 Treffer steuerten sie in der ersten Hälfte bei, wobei Routinier Hans Lindberg mangels Gelegenheit nur ein Mal vom 7-Meter-Punkt aus, die anderen Treffer aus dem Spiel heraus erzielte. „Wir hatten von Anfang an alles im Griff, haben den Gegner bereits früh im Spiel dominiert“, fand der 42-Jährige nach der Partie. „Wir konnten uns zügig einen Fünf-, Sechs-Tore-Vorsprung erarbeiten.“ Der wuchs bis zur Halbzeit auf sieben an (20:13).

Der Aufsteiger aus Thüringen, der überraschend gut in die Saison gestartet war (2 Siege) versuchte im Rahmen seiner Möglichkeiten dagegenzuhalten und überraschte die Füchse nach der Pause mit einer offensiven Deckungsvariante (3-3), wo-bei die vorgerückten Spieler die Berliner bereits kurz hinter der Mittellinie zu attackieren versuchten. Für zehn Minuten funktionierte diese Variante. Dieser Phase ging nur mit 6:5 an die Gastgeber, die sich jedoch mit ihrem weiterhin hohen Tempospiel immer wieder Räume schufen und Mitte der zweiten Hälfte sogar auf zehn Tore davon gezogen waren (33:23/47.).

Als der deutliche Erfolg nicht mehr infrage stand, gab Trainer Jaron Siewert den Nachwuchsspielern die Chance auf Spielzeit. Diese nutzten Matthes Langhoff, Max Beneke und Bundesliga-Debütant Max Günther sogar zu Toren. Der sogenannte zweite Anzug passte also an diesem Tag auch hervorragend, was auch Trainer Jaron Siewert glücklich machte. „Die jungen Spieler haben es auch klasse gemacht, mit dem heutigen Spiel bin ich rundum zufrieden. Mit dem 37:29 feierten die Berliner nicht nur den siebten Sieg im siebten Saison-Spiel, sondern verteidigten auch den zweiten Tabellenplatz hinter der nur torverhältnisbesseren MT Melsungen. In den nächsten Wochen warten auf die Füchse anspruchsvolle Aufgaben. Dem Auswärtsspiel bei de HC Erlangen folgen die Heimspiele gegen die Rhein Neckar Löwen (12. Oktober) und gegen MT Melsungen (19. Oktober). Außerdem startet der Titelverteidiger aus Berlin am 17. Oktober gegen das französische Team Chambery Savoie in die European League.

Für die Füchse erfolgreich: Gidsel 9, Andersson 8, Lindberg 7/1, Marsenic 4, Lichtlein 3, Tollbring 2, Langhoff 1, Günther 1/1, Beneke 1, Freihöfer 1

Herbert Schalling

Hertha II verliert Nachbarschaftsderby und der BAK holt ersten Saisonsieg

Der 9. Spieltag in der Regionalliga Nordost begann am Freitag, 29. September 2023 aus Berliner Sicht mit einem Sieg und einer Niederlage. Herthas Nachwuchs musste sich gegen die etwas abgezockteren Akteure aus Babelsberg knapp mit 1:2 geschlagen geben. Im Amateur-Stadion auf dem Olympia-Gelände sahen die 1.732 Zuschauer unter Flutlicht zunächst die Führung der Gastgeber durch Myziane Maolida nach 10. Minuten. Der Ausgleich gelang den Babelsbergern noch vor dem Pausentee. Der Ex-BFCer Andreas Pollasch traf für die Mannschaft von Markus Zschiesche. Kurz nach Wiederbeginn brachte Tahsin Cakmak die Babelsberger in Front und dabei blieb es bis zum Schlusspfiff des Rostocker Schiedsrichters Christoph Dallmann. Die 03er ziehen damit fürs Erste an den Hertha Bubis vorbei.

Zeitgleich traten die „Volkssportler“ aus Altglienicke im Alfred-Kunze-Sportpark in Leipzig.Leutzsch an. Zweimal traf Tolcay Cigerci und ein Mal der zur Halbzeit eingewechselte Cemal Sezer, da die Chemiker mit Toren geizten und gar nichts auf die Anzeigetafel brachten, durften sich die Schützlinge von Trainer Karsten Heine über drei Auswärtspunkte freuen. Sie pirschen sich in der Tabelle weiter nach vorn. Der nächste Gegner am kommenden Samstag, 7.10. im Jahnsportpark wird der BAK sein. Die Athleten dürften mit neuem Selbstbewusstsein das Derby angehen. Ihnen gelang am Sonntag, 1.10. ein nicht unbedingt erwarteter Erfolg gegen Drittligaabsteiger FSV Zwickau. Vor 622 Zuschauer im Poststadion brachte Shinji Yamada die Gastgeber in Führung, Zwickau konnte in der 67. Minute ausgleichen. Postwendend gelang Ufumwen Osawe das 2:1 und das konnten sie bis zum Schlusspfiff verteidigen. Mit dem ersten Saisonsieg verlassen der BAK den letzten Tabellenplatz und gaben die rote Laterne an Aufsteiger Hansa Rostock II ab. Es sieht wieder etwas freundlicher aus rund um das Poststadion.

Am Samstag, 30.09. sahen in Lichterfelde und nicht im Jahnsportpark (der Kicker hat es immer noch nicht mitbekommen) 752 Zuschauer ein beachtliches 2:2 der Viktoria gegen den Tabellenführer Greifswalder FC. Zunächst gingen die Gäste in Führung. Innerhalb von zwei Minuten drehte Viktoria das Spiel. (21. und 23. Minute). Noch in der Nachspielzeit der 1. Halbzeit glichen die Greifswalder aus. Die 2. Halbzeit verlief torlos. Den Punktverlust des Tabellenführers werden sie in Cottbus wohlwollend zur Kenntnis genommen haben. Die Cottbuser gewannen zu Hause gegen Meuselwitz und konnten so den Abstand zu dem direkten Aufstiegsplatz bis auf einen Punkt verkürzen.

Hans-Peter Becker

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BBSC Damen müssen die Basics trainieren

Blau-Weiß Dingden – BBSC Berlin            3:2 (24, -20, 19, -10, 7)

Am Samstag, 30.09.2023 brachten die BBSC-Volleyballerinnen nach einigen Schwächen in Aufschlag und Annahme nur einen Punkt aus Dingden mit an die Spree.

Der BBSC tat sich gegen die Mannschaft aus dem Volleyballdorf recht schwer, denn die eigene Fehlerquote machte den Ambitionen des Teams von Trainer Jens Tietböhl einen Strich durch die Rechnung. Jens Tietböhl gab im Spielverlauf auch den nachrückenden jungen Wilden wie Angelina Meyer, Jovana Dordevic und Daniela Ligacheva sowie Emely Radügge längere Einsatzzeiten und diese machten ihre Sache zeitweise wirklich gut, wenngleich die notwendige Stabilität wie üblich noch nicht zu erwarten war.

So ging Dingden als verdienter Sieger vom Feld. BBSC-Libera Annika Kummer wurde zum silbernen MVP des Abends gewählt.

Tietböhl resümierte: „Ein typisches Aufschlag-Annahmespiel mit besserem Ende für den Gastgeber, bei dem der BBSC im ganzen Spiel Probleme mit der Annahme hatte und selbst im Service zu viele Fehler machte und nicht genug Druck entwickelte. Aufschlag und Annahme sind nun mal die Basics, ohne die kein Spiel gelingen kann. Wir haben uns zwar mehr erhofft, aber wissen jetzt, welche Trainingsschwerpunkte wir bis zum nächsten Ligavergleich in 2 Wochen legen müssen.“

Am kommenden Wochenende (7./8.2023wird das Training freilich durch das Finale im Regionalpokal in Cottbus unterbrochen. Im Halbfinale steht der BBSC zunächst gegen Halle auf dem Parkett und will sich nachfolgend den Pokal holen.

Für den BBSC am Wochenende im Einsatz: Marie Dreblow, Rebekka Hauri, Leni Kirchhoff, Angelina Meyer, Katharina Kummer, Roxana Vogel, Annalena Grätz, Annika Kummer, Antonia Heinze, Jovana Dordevic, Antonia Lutz, Alina Gottlebe-Fröhlich, Daniela Ligaschewa, Emely Radügge

Quelle: Burkhard Kroll/BBSC Berlin

Eisbären ziehen den Tigers das Fell über die Ohren

EHC Eisbären Berlin – Nürnberg Ice Tigers 5:0(1:0/3:0/1:0)

Am 6. Spieltag der DEL gaben die Eisbären nach vier Auswärtspartien in Folge ein Heimintermezzo, bevor es erneut dreimal nacheinander in fremden Hallen um Punkte geht. Zu Gast waren die Nürnberg Ice Tigers, die Mannschaft um Trainer Tom Rowe und Sportdirektor Stefan Ustorf, ist gut in die Saison gestartet, konnte allerdings in den bisherigen zwei Auswärtspartien noch keine Punkte an die Noris holen.

Nervöser Beginn der Eisbären, die im Monat Oktober wieder in pinkfarbenen Trikots in der Arena spielen, als Unterstützung der Aktion „Pink in the Rink“, eine Charity-Aktion für mehr Aufmerksamkeit im Kampf gegen die Krankheit Krebs. In der 12. Minute gingen die Eisbären in Führung und das Tor erzielte Leo Pföderl, ausgerechnet der Spieler mit Nürnberger Vergangenheit. In der aktuellen Saison hatte bis hierhin noch kein Tor erzielen können. Anschließend mussten die Eisbären zwei Unterzahlsituationen überstehen und konnten die 1:0 Führung mit in die erste Pause nehmen.

Das Führungstor tat seine Wirkung, fungierte als Dosenöffner. Im Mitteldrittel fielen die Tore für die Eisbären, wie herbstreife Äpfel. Die Gäste verloren ihre Linie und kassierten drei Gegentore in der 28., 35. und 37. Minute. Den Treffer zum 2:0 markierte erneut Pföderl, die anderen Tore erzielten Blaine Byron und Tobias Eder. Die Gäste erst kein Glück und dann kam das Pech dazu, sie trafen nur den Pfosten. Zudem zeigte sich Torwart Jake Hildebrand voll auf der Höhe seiner Aufgaben.

Beim Stand von 4:0 für die Hausherren ging es in die letzte Drittelpause. Die Gäste gaben sich nicht auf. Die Hypothek eines 0:4 Rückstandes erwies als zu hoch. In der 48. Spielminute vergab Nürnbergs Charlie Gerad einen Penalty, so blieb auch hier die Initialzündung aus. Die Spieluhr lief runter, an einem Sieg für die Eisbären gab es keinen Zweifel mehr. Es blieb lediglich die Frage zu klären, bleiben die Eisbären erstmals in einem Punktspiel ohne Gegentreffer, feiert Jake Hildebrand seinen ersten Shutout? In der 58. Minute hatten die Eisbären das Ergebnis auf 5:0 geschraubt, Zachary Boychuk und die Null hatte Bestand. Die 14.030 Zuschauer hatten Grund zum Feiern, das nächste Heimspiel erst am Freitag, 13.10.2023 gegen die Tigers aus Straubing.

Fotos:© 2023 Stephan Wenske

Hans-Peter Becker

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Spieldaten

DEL 6. Spieltag 01.10.2023 14:00 Uhr MB-Arena Berlin
Eisbären Berlin – Nürnberg Ice Tigers 5:0 (1:0, 3:0, 1:0)

Aufstellungen
Eisbären Berlin: Hildebrand (Quapp) – Melchiori, Finkelstein; Müller, Wissmann (C); Geibel, Ellis (A); Nowak – Tiffels, Byron, Ronning; Noebels (A), Boychuk, Pföderl; Bergmann, Eder, Heim; Hördler, Wiederer, Veilleux – Trainer: Serge Aubin

Nürnberg Ice Tigers: Treutle (Hungerecker) – Byström, Shaw; Weber, Karrer; Böttner, Braun, Ustorf – Schmölz, Barratt, Gerard; Fox, Stoa, Fleischer; Hede, Leonhardt, Lobach; Kislinger, Maier, Kechter – Trainer: Tom Rowe

Tore
1:0 – 11:32 – Pföderl (Noebels, Müller) – EQ
2:0 – 27:42 – Pföderl (Noebels, Boychuk) – EQ
3:0 – 34:24 – Byron (Pföderl, Finkelstein) – PP1
4:0 – 36:45 – Eder (Wiederer, Ellis) – EQ
5:0 – 57:43 – Boychuk (Veilleux, Ellis) – EQ

Strafen
Eisbären Berlin: 10 (4, 2, 4) Minuten – Nürnberg Ice Tigers: 10 (0, 8, 2) Minuten 

Schiedsrichter

André Schrader, Lasse Kopitz (Maksim Cepik, Tobias Treitl)

Zuschauer
14.030

Der BAK hat einen neuen Präsidenten, ein Sieg und drei Niederlagen in der Regionalliga für Berlin

Fangen wir mit dem Berliner Blick auf die Fußball-Regionalliga Nordost ganz unten an. Das Tabellenende ziert der BAK 07, nach acht Spieltagen, mit ganzen drei Punkten, erst ein einziges Saisontor erzielt und als einziges Team in dieser Saison noch ohne Sieg. Nach fast 22 Jahren hat sich die türkische Familie Han aus dem Verein zurückgezogen. Seit dem Juni 2023, der Präsident Ebubekir Han hatte sein Amt niedergelegt, führte der Jugendleiter Burak Isikdaglioglu den Verein provisorisch. Jetzt wurde mit Arthur Taubert, einem Berliner Unternehmer, ein neuer Präsident gewählt. Er möchte den Verein wieder stabilisieren. Der BAK ist seit Gründung der Regionalliga Nordost ununterbrochen dabei, übrigens als einziger Verein aus dem aktuellen Teilnehmerfeld. Das Ziel heißt Klassenerhalt und das bleibt ein anspruchsvolles Vorhaben. Mit ähnlichen Problemen wie der BAK hat auch der Gegner des vergangenen 8. Spieltags, der Chemnitzer FC zu kämpfen. Der BAK unterlag am Freitagabend, 22. September 2023 vor 365 Zuschauern im Poststadion zwar knapp, aber verdient mit 0:1. Bereits in der 4. Minute brachte Dejan Bozic die Himmelblauen Sachsen in Front und danach hätte sich die Truppe von Christian Tiffert nur selbst schlagen können. Selbst eine über zehnminütige Überzahl, nach der Roten Karte für Roman Eppendorfer in der 81. Minute nach einer Notbremse, reichte nicht für einen BAK-Treffer. So bleibt es bei der Horrorbilanz. Da kann man dem neuen Präsidenten und Trainer Jeffrey Seitz nur alles Gute wünschen.

Am darauffolgenden Samstag mussten der BFC Dynamo und der FC Viktoria auswärts antreten. Es wurde ein Sieg und eine Niederlage. Viktoria gewann in Jena beim FC Carl-Zeiss und schaffte es in dieser Saison doch tatsächlich, mal mehr als nur ein Tor im Spiel zu erzielen. Kapitän Berk Inaler brachte Viktoria in Front und Elias Löder konnte für Jena ausgleichen. Diren Günay erzielte in der 65. Minute das 2:1 und dabei blieb es bis zum Schlusspfiff vor 3.969 meist enttäuschten Zuschauern im Ernst-Abbe-Sportfeld. Eine Bestnote verdiente sich der 19-jährige Torhüter Maximilian Kinzig.

In Leipzig beim 1. FC Lok holte sich der BFC Dynamo einen Punkt ab. Vasileios Dedidis brachte die Weinroten in der 69. Minute in Front, mehr als den Ausgleich in der 81. Minute durch Abwehrspieler Jesse Sierck ließen sie nicht zu. Der BFC verlor in der Schlussphase Mc Moordy King Hüther mit Rot-Gelb nach einer vermeintlichen Tätlichkeit. Beide haben jetzt 15 Punkte auf dem Konto und bleiben in Tuchfühlung mit den Spitzenteams.

Am Sonntag empfing die VSG Altglienicke den FC Energie. Der Endstand von 2:1 für die Gäste aus der Lausitz stand bereits zur Halbzeitpause fest. Tim Heike traf zum 1:0 und zum 2:1, zwischenzeitlich hatte der Ex-Cottbusser Ali Abu-Alfa ausgeglichen. Für die Volkssportler war mehr drin. Cottbus bleibt dem Spitzenreiter Greifswalder FC auf den Fersen. Die Greifswalder überrollten Herthas Zweite mit 5:2. Zur Halbzeitpause hielten die Herthaner noch ein 1:1, dann kam der Einbruch, bis zur 78. Spielminute schraubten die Norddeutschen das Ergebnis auf 5:1, ehe in der 90. Minute durch den Treffer von Mustafa Abdullatif das Endergebnis etwas freundlicher gestalten konnte.

Hans-Peter Becker

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Sieg und Niederlage für die Berliner Profimannschaften

Ist das jetzt eine Krise? Die Situation zumindest ungewohnt, wettbewerbsübergreifend kassierte der 1. FC Union die vierte Niederlage in Folge. Am 5. Spieltag der Bundesliga entführte die TSG Hoffenheim die Siegpunkte aus der Alten Försterei. Die TSG Hoffenheim wirkte abgeklärter und der Sieg war keinesfalls glücklich. Für den Verein aus dem Südwesten war es der Sieg Nummer Fünf hintereinander.

“In der ersten Halbzeit war es eine Nicht-Leistung – in der zweiten Halbzeit war es so, wie es eigentlich sein soll. Da hat die Mannschaft gezeigt, wozu sie fähig ist. Diese Bereitschaft haben wir im ersten Durchgang leider nicht an den Tag gelegt”, so Union-Cheftrainer Urs Fischer. Er fügte hinzu: “Auch solche Phasen gehören zur Entwicklung einer Mannschaft dazu, damit muss man umgehen können. Es wäre schön, wenn es immer nur bergauf gehen würde, aber manchmal muss man einen Schritt zurück gehen, um zwei nach vorne zu machen.”

Urs Fischer hat hier die richtigen Worte gefunden. Einer seiner Vorgänger im Amt des Union-Cheftrainers, Sascha Lewandowski, hatte in einem Pressegespräch mal geäußert, dass egal wie gut du ein Spiel planst, deine Möglichkeiten zu einem Matchplan zusammenfasst, am Ende gehört auch immer eine Portion Matchglück dazu. Dieses erwähnte Matchglück wollte sich an diesem Samstagnachmittag in dem wie immer vollbesetzten Stadion in der Wuhlheide einfach nicht einstellen. Die Steigerung in der zweiten Halbzeit war beachtlich. Fischer wechselte zur Halbzeit Brendan Aronson aus. Für ihn kam David Datro Fofana, der sichtlich mit seinen Dribblings für Belebung sorgte. Im Abschluss fehlte das Glück. In der 59. Minute hatte Kevin Behrens die Riesenchance auf den Anschlusstreffer. Er traf das leere Tor nicht, halt fehlendes Matchglück. Alles andere als glücklich agierte Leonardo Bonucci, er wurde in der 81. Minute ausgewechselt.

Am nächsten Spieltag geht es zum Aufsteiger nach Hoffenheim, sollte auch das in die Hose gehen, darf von einer Krise gesprochen werden. Bis hierher ist noch nichts passiert.

Bei der Hertha darf man sich die Augen reiben, der erste Auswärtssieg war zugleich der Dritte in Folge. Sie wundern sich, warum es in Kiel wieder zwei so völlig unterschiedlich Halbzeiten gegeben hat. Was den Eisernen fehlte, in Kiel konnte sich Hertha über fehlendes Matchglück nicht beklagen. Pikant, ausgerechnet der Kieler Junge Fabian Reese, sorgte mit seinem erfolgreich verwandelten Elfer in der Nachspielzeit für die Entscheidung.

Hans-Peter Becker

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Volleyball 2.Bundesliga Damen: BBSC Berlin fährt doppelte Punkte ein

VC Olympia Berlin – BBSC Berlin                         0:3

BBSC Berlin – RC Sorpesee                                     3:0

Doppelspieltag in der Hauptstadt für den BBSC – zunächst am Samstagnachmittag beim VC Olympia. Die Talente aus Hohenschönhausen taten sich schwer gegen die Köpenickerinnen, produzierten viel zu häufig durchaus vermeidbare Fehler und dem Team von VCO-Trainer Manuel Hartmann gelang es nicht, die Lokalrivalen ernsthaft in Bedrängnis zu bringen. Beim BBSC lief es auch noch nicht ganz rund, aber die Erfahrung des Stammsechsers – bis auf Neuzugang Emily Radügge schon in der vergangenen Saison gemeinsam auf dem Feld – zahlte sich letztlich aus. Youngster Radügge, frisch von der 2. Mannschaft des SC Potsdam in Berlin eingeflogen, überzeugte Trainer und Publikum zudem mit einem sehr konzentrierten Angriffsspiel auf der Mittelblockposition und wurde völlig zu Recht zur MVP des Samstags gewählt.

21 Stunden später wartete der RC Sorpesee in der Hämmerlinghalle auf die Gastgeberinnen. Der BBSC startete mit dem Schwung des Vortags in die Partie. Bei den Berlinerinnen griffen die aus den Vorjahren bekannten Abläufe schon etwas besser, während die Sauerländerrinnen immer nur bis Satzmitte mithielten. Dann wechselten sich eigene Fehler der Gäste und das zeitweise überzeugende Angriffsspiel der Berlinerinnen ab – der BBSC holte sich drei ungefährdete Satzgewinne.

Zur BBSC-MVP des Sonntags wählte Trainer Julian Schallow Zuspielerin und Kapitänin Katharina Kummer. Bei den Gästen erhielt Michelle Henkies die Ehrung.

So blieben die sechs Punkte des Wochenendes in Köpenick. Trotzdem zeigte sich Trainer Jens Tietböhl realistisch: „Wir sind spielerisch noch nicht weit, wie ich mir das vorstelle, wir machen zu viele eigene Fehler und haben in der Organisation und in der Abstimmung auf dem Spielfeld noch ganz schön Reserven. Die sechs Punkte sind gut für die Seele, dürfen aber den Blick darauf nicht verstellen, dass auf uns noch eine Menge Arbeit wartet, um das notwendige Niveau zu erreichen. Und dazu gehört natürlich auch das Ziel, die anderen Neuzugänge schrittweise an das Niveau der zweiten Liga heranzuführen.“

Am nächsten Wochenende tritt der BBSC auswärts in Dingden an, ehe 14 Tage später am Samstag, dem 14.10.2023 um 18:00 Uhr das Heimspiel gegen Emlichheim auf dem Programm steht.

Für den BBSC am Wochenende im Einsatz: Marie Dreblow, Rebekka Hauri, Angelina Meyer, Katharina Kummer, Stephanie Utz, Roxana Vogel, Annalena Grätz, Annika Kummer, Antonia Heinze, Jovana Dordevic, Antonia Lutz, Alina Gottlebe-Fröhlich, Daniela Ligaschewa, Kristina Bognar, Emely Radügge, Leni Kirchhoff

Burkhard Kroll/BBSC Berlin

Foto: © 2023 Mimoza Veliu/Jammin-Photostudio&Gallery

Regionalliga Nordost – BFC siegt mit neuem Trainer, BAK mit Teilerfolg

In der Regionalliga sorgte ein Trainerwechsel für Aufregung. Überraschend hatte beim BFC Dynamo Trainer Heiner Backhaus um Entlassung aus seinem Vertrag gebeten. Er wollte unbedingt wechseln und wurde als neuer Trainer von Alemania Aachen vorgestellt. Der Neue ist in Berlin kein Unbekannter und sogar in der Hauptstadt bzw. in West-Berlin geboren. Dirk Kunert beendete im Jahr 2000 seine Spielerkarriere bei Hertha II und betreute anschließend die U 17 und U 19 im selben Verein. Zuletzt hatte Ihn der FC Carl-Zeiss Jena verpflichtet. Sein Einstand kann durchaus als gelungen bezeichnet werden. Der BFC besiegte am Freitagabend, 15.09.2023 im Sportforum im Berlin-Brandenburg Derby den SV Babelsberg 03 mit 3:0. Die Tore erzielten vor 2.721 Zuschauern Tobias Stockinger sowie Amar Suljic, der zweifach traf. In einem hart umkämpften Spiel fiel die endgültige Entscheidung erst in der Schlussphase der Partie. Schiedsrichter Hannes Ventzke verteilte insgesamt acht gelbe Karten, davon sechs für Babelsberger Akteure.

Viktoria Berlin spielte im Stadion Lichterfelde (der Kicker verortet als Spielstätte immer noch den Jahnsportpark) gegen Aufsteiger FC Eilenburg 0:0. Die überlegenen Himmelblauen vergaben zahlreiche Chancen und hatten in der Schlussphase Glück, den Eilenburgern wäre fast fast der Lucky Punch geglückt. Am Ende feierten die Gäste den Punktgewinn, wie einen Sieg und blieben so zum dritten Mal in Folge ungeschlagen. Viktoria hat jetzt nach sieben Spieltagen 12 Punkte.

Herthas Zweite, erstaunlich gut in die Saison gestartet, lief gegen den FC Carl-Zeiss Jena lange einem Rückstand hinterher. In der 86. Minute konnte der eingewechselte Myziane Maolida zum 1:1 Endstand ausgleichen.Wohl dem Regionalligisten, der so einen Spieler auf der Bank hat. Sein Tor war sehenswert, Dribbling in den Strafraum, fünf Verteidiger umkurvt und erfolgreich abgeschlossen. Eigentlich ist er für diese Liga überqualifiziert.

Die VSG Altglienicke kehrte mit einem 2:1 Auswärtssieg aus dem Rostocker Ostseestadion zurück. In der Tabelle holen sie weiter auf und empfangen am Sonntag, 24.09.2023 im Jahnsportpark den FC Energie Cottbus.

Weiter auf dem Wege der Besserung scheint der BAK 07 zu sein. In Leipzig, bei der BSG Chemie holten sie immerhin einen Punkt. Sie bleiben als einzige Mannschaft der Regionalliga Nordost weiter sieglos und sind Tabellenletzter. Nach dem Rückzug von Hauptsponsor Han fehlen doch finanzielle Mittel. Im Poststadion hoffen sie, dass es trotzdem am Ende reichen wird, die Klasse zu halten. Der Tabellenletzte steigt am Ende auf jeden Fall ab.

An der Tabellenspitze marschiert der Greifswalder FC, als einzige Mannschaft in der Liga noch ungeschlagen, aktuell mit 17 Punkten.

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Hans-Peter Becker

© 2023 Foto: Becker

Union verliert erneut und Hertha holt sich den zweiten Saisonsieg

Bisher hatte in der Wertung des Spieltages unserer Berliner Proficlubs vor allem der 1. FC Union für Freude gesorgt. Der gerade zurückliegende Spieltag brachte mal ein umgedrehtes Resultat. Am 4. Spieltag der Bundesliga am Samstag, 16. September 2023 unterlagen die Eisernen in Wolfsburg mit 1:2. Das Ergebnis kurz auf einen Nenner gebracht, Wolfsburger Effizienz schlug Köpenicker Fleiß. Zudem war es der berühmte Fehler zu viel. Die Gäste aus der Hauptstadt versuchten ein schnelles Führungstor zu erzielen. Der Spieler, der für bisher für Tore der Eisernen sorgte, ermöglichte durch seinen Ballverlust und Fehlabspiel den Wolfsburger Führungstreffer nach nur 12 Spielminuten. Zwar gelang durch Gosens der Ausgleich. Fast postwendend gingen die Wolfsburger wieder in Führung. Union betrieb großen Aufwand, es fehlte die Präzision und so praktizierten sie schlussendlich brotlose Kunst und kassierten die zweite Niederlage in Folge. „Nach der Pause hatten wir viel Ballbesitz und haben uns einige gute Gelegenheiten erspielt, die wir leider nicht genutzt haben. Da müssen wir einfach effizienter sein. Das ist sicherlich ein Vorwurf, den wir uns heute gefallen lassen müssen. Am Ende des Tages war es eine unnötige Niederlage”, analysierte Cheftrainer Urs Fischer die Partie. Für die einen war es eine unnötige Niederlage und für die anderen eine hervorragende Verteidigungsleistung. Egal wie gut du spielst, eine Portion Matchglück gehört immer dazu und das hat die Eisernen gerade verlassen.

Einen Tag später mussten die Profis von Hertha BSC ran. Der Gegner aus Braunschweig ist ähnlich schlecht in die Saison gestartet. Braunschweigs Trainer Jens Härtel hatte sich mit seiner taktischen Aufstellung für die erste Halbzeit völlig vercoacht. Das 3-4-1-2 sollte das Mittelfeld verdichten, ein hohes Gegenpressing ermöglichen und so den Spielaufbau erschweren. Pal Dardai vertraute auf ein 4-2-3-1 und seine Flügelzange Marten Winkler und Fabian Reese. Es war erstaunlich, wie viel Flankenbälle die Braunschweiger Abwehr zuließ. Zur Pause lagen die Gäste mit 0:2 hinten durch Tore von Haris Tabakovic. Mit Beginn der zweiten Halbzeit stellte Braunschweig um, taktisch wurde es ein 4-3-3 und die Gäste wurden gefährlicher. Der dritte Treffer von Tabakovic machte alles klar und sorgte für Jubel nach dem Schlusspfiff. Bemerkenswert war die Zuschauerzahl, es passierten offiziell 43.528 Zahlende die Stadiontore. Leider verletzte sich Marton Dardai und fällt länger aus. Im Tor gab Robert Kwasigroch sein Debüt in der zweiten Bundesliga. Ein Torwartproblem hat die Hertha wohl nicht.

Hans-Peter Becker

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Aufholjagd erfolgreich: Füchse gewinnen gegen Hannover-Burgdorf 34:33

Die Dramatik des Spiels kulminierte in der Schlussminute. Beim Stand von 33:33 trugen die Füchse ihren letzten Angriff vor. Fabian Wiede wurde am Kreis hart bedrängt. Hannover wollte in den Gegenangriff starten. Die Aktion wurde jedoch durch einen Pfiff unterbrochen. Der ballführende Hannoversche Spieler stoppte und warf den Ball leicht in Richtung Mitte. Die sogenannte „30-Sekunden“-Regel, die kurz vor Schluss gilt, verlangt jedoch, das ABLEGEN des Balles. Die Folge: Rot gegen ihn und 7 Meter für die Gastgeber – sechs Sekunden vor dem Schlusspfiff. Hans Lindberg verwandelte zum glücklichen 34:33-Sieg.

Zuvor hatten die 8419 Zuschauer ein Füchse-Spiel mit Licht und Schatten erlebt. Zwar lagen die Berliner nach fünf Minuten mit 3:2 in Führung, doch bereits in der Anfangsphase wurden die Probleme in ihrem Spiel sichtbar. Fehlwürde, schlechte Zuspiele, Ballverluste, Unkonzentriertheiten und nur durchschnittliche Leistungen der Torhüter Kirejew und Milosavljev (ab 15. Minute) ermöglichten den vom ehemaligen Bundestrainer Christian Prokop hervorragend eingestellten Gästen aus Niedersachsen ihr Tempospiel aufzuziehen. Dabei erwiesen sich besonders die U-21-Weltmeister Uscins und Fischer zwei Monate nach ihrem Triumph in der Max-Schmeling-Halle als treffsichere Schützen. Sechs Treffer steuerten sie in den ersten 20 Minuten zur Führung ihrer Mannschaft bei. „Über weite Strecken haben wir nicht zu unserem Abwehrspiel gefunden“, räumte Füchse-Trainer Jaron Siewert nach der Partie ein. Mit drei Toren Rückstand (18:21) gingen die Gastgeber in die Pause.

Der verheißungsvolle Wiederbeginn mit zwei Toren verpuffte, weil sich das Füchse-Spiel erneut als zu fehlerhaft erwies. Bei sechs Toren Rückstand (39.) schien sich eine Heimniederlage abzuzeichnen. Mit einer Umstellung in der Deckung (vom 6:0-Riegel auf ein 5:1 mit Fabian Wiede in der Spitze) schien ein Ruck durch die Reihen der Berliner zu gehen. Angeleitet vom Spielmacher Nils Lichtlein holten der treffsichere Lasse Andersson, Mathias Gidsel mit sichtbarer Steigerung und Linksaußen Tim Freihöfer (erst ab zweiter Hälfte im Einsatz) Tor um Tor auf. Nach 55. Minuten lagen die Füchse erstmals wieder in Führung – 33:32. In der dramatischen Endphase verwarfen beide Mannschaften einige Bälle, sodass es in der letzten Minute des Spiels zum dramatischen Showdown kam.

Auf die Füchse warten jetzt die beiden Aufsteiger. Am Freitag, 22. September 2023 sind sie beim HBW Balingen-Weilstetten zu Gast und am Sonntag, dem 1. Oktober 2023 kommt der ThSV Eisenach in den Fuchsbau.

Für die Füchse erfolgreich: Gidsel 8, Lindberg 7/4, Andersson 7, Lichtlein 4, Freihöfer 3, Marsenic 2, Wiede 2, Tollbring 1

Herbert Schalling