Saisonende in der Oberliga

Christian Zschiedrich. Foto: Sportick

Energie Cottbus schaffte den Aufstieg in die 3.Liga und rettete die VSG Altglienicke mit dem Trainergespann Torsten Mattuschka und Lothar Haman vor dem Abstieg. Optik Rathenow kehrt nach zweijähriger Abstinenz in die Regionalliga zurück.

Der letzte Spieltag bescherte zwei Berliner Derbys und ein Heimspiel der Rathenower gegen den Malchower SV. Die Kahlisch-Schützlinge machten ihre Hausaufgaben und siegten standesgemäß 3:1, während der Verfolger Tennis Borussia beim Aufsteiger SC Staaken, der eine erstaunlich gute Saison hinlegte, Tabellenplatz 5, mit 2:0 unter die Räder kam. Aus der Sicht der Berliner Vereine ist der Einlauf von TeBe (2.), Lichtenberg 47 (3.), Hertha 03 (4.) und dem SC Staaken (5.) insgesamt (von Hertha 06 mal abgesehen) doch recht ordentlich.

Mit Optik Rathenow gibts es nur einen Aufsteiger, dazu vier feststehende Absteiger, evtl. sogar fünf, wenn Hertha 06 die zwei Relegationsspiele um den Ligaverbleib gegen Einheit Kamenz (Süd-Staffel) am Mittwoch, 06.06. auswärts und das Rückspiel in Berlin am Sonntag, 10.06. nicht erfolgreich bestreiten kann. Nicht unbedingt hilfreich, ist der Rücktritt von Trainer Sedat Akova vor einer Woche. Ex-Coach Murat Tik wird das Team für die beiden Duelle verantwortlich betreuen. Das Sagen bei 06 hat offensichtlich der Vorsitzende Cakir, er faltete nach der 1:3-Niederlage gegen Hertha 03 die Spieler gewaltig zusammen. Sollte sich Hertha 06 kämpferischer Tugenden besinnen und sich durchsetzen, wären in der nächsten Saison sechs Hauptstadtclubs in der Oberliga, da ja ein alter Bekannter, Blau-Weiß 90, aus der Berlin-Liga aufsteigt.

Wenn von Trainerwechseln die Rede ist, muss auch TeBe erwähnt werden. Tomas Brdaric geht nach Erfurt. Zwar unzufrieden mit dem letzten Spiel, blickte Brdaric insgesamt auf eine schöne Zeit in Charlottenburg zurück. Hätte sich wohl einen Verbleib vorstellen können, offenbar wollte der die Vereinsführung die Zusammenarbeit nicht fortsetzen.

Unsere Wertung über den Ausgang in der Berlin-Liga, es sind noch zwei Spieltage zu absolvieren, gibt es hier in Kürze. Zwei der drei Absteiger stehen bereits fest, Türkspor oder gar die Reinickendorfer Füchse könnte es noch erwischen. Allerdings hat die DJK SW Neukölln in der Endphase besonders schlechte Karten.

Christian Zschiedrich

ALBA will gewinnen

Nachdem ALBA-Coach Aito und sein Team am Sonntag in einem spannenden ersten Finale in München 1:0 in Führung gegangen sind, kämpfen sie nun am kommenden Donnerstag vor den eigenen Fans um das 2:0 in der „best of five“-Serie um die Deutsche Meisterschaft 2018. Zu Spiel zwei in Berlin erwartet alle Besucher eine richtige Final-Atmosphäre in der Mercedes-Benz Arena: Am Dienstag waren für die Partie bereits über 11.000 Tickets vergriffen.

Marius Grigonis (ALBA-Guard/-Forward): „Durch unseren Auswärtssieg lastet der größere Druck jetzt auf den Bayern. Sie sind immer noch der Favorit in der Serie, aber sie müssen das jetzt am Donnerstag auswärts beweisen. Wir hingegen sind nicht nur 1:0 vorne, sondern haben auch unsere Fans im Rücken. Wenn du eine große Kulisse im Rücken hast, beflügelt das enorm. Es ist dann in eigener Halle viel leichter, auch schwierige Phasen zu überstehen.“

Aito Garcia Reneses (ALBA-Cheftrainer): „Es ist ein sehr guter Start in die Serie, in München gewonnen zu haben, aber es steht trotzdem nur 1:0. Wir werden am Donnerstag alles für den zweiten Sieg geben und hoffen dabei auf die Unterstützung unserer tollen Fans. Wahrscheinlich werden wir unsere Dreier nicht noch einmal so hochprozentig treffen. Umso mehr müssen wir auf die Verteidigung, unsere Fastbreaks und auf die Rebounds achten.“ Am Dienstag bereits über 11.000 Tickets verkauft.

Am Donnerstag werden in der Mercedes-Benz Arena 10.000 kostenlose gelbe Final-Shirts für die Besucher ausgelegt, um die Arena in strahlendes ALBA-Gelb zu tauchen. Die Shirts werden in den Größen M-XL auf den Plätzen ausgelegt und tragen den Schriftzug „Mit Leib und Seele – Finale 2018“ auf der Brust.

ALBA BERLIN ist der erste Club, der in einer Saison gleichzeitig Deutscher Meister in der U19 (NBBL), U16 (JBBL) und U14 geworden ist. Das NBBL- und das JBBL-Team der Albatrosse haben beim TOP4 in Quakenbrück vorgelegt und am vergangenen Sonntag hat ALBAs U14-Mannschaft das Triple perfekt gemacht. Die Wege zu allen drei Titeln führten dabei ausgerechnet jeweils über Bayern München (JBBL und U14 im Finale, NBBL im Halbfinale), das den ALBA-Profis auch gerade im easyCredit-BBL-Finale gegenübersteht. Die drei Jugend-Meisterteams werden in der Halbzeit von Finale zwei auf dem Parkett der Mercedes-Benz Arena offiziell geehrt und vorgestellt.

Quelle: ALBA BERLIN Basketballteam

Im sechsten Jahr „Gemeinsam Druck machen“

LASERLINE-Geschäftsführer Dr. Christian Ahlers, BRV-Geschäftsführer Kaweh Niroomand. Foto: LASERLINE

Die Berlin Recycling Volleys und LASERLINE setzen ihre Kooperation auch zur Saison 2018/2019 fort. Das Unternehmen unterstützt den Deutschen Volleyball Meister bereits seit fünf Jahren mit Druckmaterialen aller Art und wird dies getreu dem Motto „Gemeinsam Druck machen“ auch in Zukunft als Exklusivpartner des Hauptstadtclubs tun. Bei der Vertragsunterzeichnung zeigte sich LASERLINE-Geschäftsführer Dr. Christian Ahlers erfreut über die Fortsetzung der Kooperation: „Wir freuen uns sehr, dass wir die Partnerschaft zwischen den BR Volleys und LASERLINE verlängern und wir also auch 2018/19 gemeinsam Druck machen werden. Wir gehen mit unserer Zusammenarbeit bereits in die sechste Saison. Für uns ist dies eine langjährige Partnerschaft, die sich durch gegenseitige Wertschätzung und Freundschaft auszeichnet.“

Auch BR Volleys Geschäftsführer Kaweh Niroomand ist froh, einen wichtigen Partner weiterhin an der Seite von Berlins Volleyballteam Nr. 1 zu wissen: „Gerade einmal 1,5 Kilometer liegen zwischen dem LASERLINE Druckzentrum und unserem Volleyballtempel Max-Schmeling-Halle. Mehr lokale Verbundenheit geht kaum. Wir freuen uns, ein starkes, stetig wachsendes Unternehmen der Hauptstadt als Unterstützer zu haben und wissen das breitgefächerte Engagement von LASERLINE im Berliner Sport sehr zu schätzen.“

Das Berliner Druckzentrum LASERLINE feierte 2017 sein 20-jähriges Firmenjubiläum.

Christof Bernier

Tumulte im Abstiegsduell der Berlin-Liga

Woran kann es gelegen haben, was war der Funke der alles entzündete ? Gründe, wie die schwüle Witterung oder der Ramadan mit Verzicht auf Speisen und Trank sowie der damit verbundene Schlafentzug ließen sich zahlreiche anführen. Beim türkischen Derby zwischen Al-Dersimspor und Berlin Türkspor in der Verbandsliga hatten sich einige der etwa 140 Zuschauer und selbst Vorstandsmitglieder jedenfalls nicht unter Kontrolle. Nach einer Rangelei an der Außenlinie kam es nicht nur zu einer Gelb-Roten Karte und körperlichen Attacken, sondern zu einer fast halbstündigen Unterbrechung der Partie. Einige Besucher erzählten, dass sie soetwas erwartet hatten, andere waren nur entsetzt. Der Sport war der Verlierer an diesem Sonntag. Schiedsrichter Rasmus Jessen (Berolina Stralau), mit Erfahrung aus höheren Klassen, hatte aber beim 2:0-Erfolg der Gastgeber alles im Griff und das Spiel konnte durch seine Besonnenheit zu Ende geführt werden.

Torschützen: 1:0 Önder Senkaya (40.) und 2:0 Metin Aktürk (72.)

Zwischendurch blieb alles friedlich, denn die Zuschauer waren nicht im Käfig des Lilli-Henoch-Sportplatzes am Anhalter Bahnhof eingesperrt, sondern  hatten diesen verlassen müssen. Sie verfolgten das Spiel durch die Zaunmaschen. Das hatte natürlich großen Seltenheitswert, wobei das Wort Wert in diesem Zusammenhang nicht der richtige Ausdruck ist. Der UNparteiische hatte das zur Bedingung gemacht. Trotz der drei Punkte konnte sich der Gastgeber ein wenig Luft im Abstiegskampf verschaffen. Der Sieg war dem Spielverlauf nach kaum gefährdet. Türkspor hat an der Niederlage zu knabbern, muss im kommenden Spiel gegen gegen TSV Rudow auf zwei gesperrte Stammkräfte verzichten. Neben dem früh (34.) vom Platz gestellten Hassan Salhab hatte sich Stürmer Kemal Akar (89.) spuckend über den Platz bewegt. Er musste daher noch vor Abpfiff vom Feld.

Frank Toebs

Interview mit Cedric Enard

Foto: CEV

Abseits des Courts ist er locker und freundschaftlich, doch auf dem Spielfeld fordert er Höchstleistung von seiner Mannschaft, sagt Moritz Reichert über seinen alten und neuen Übungsleiter Cedric Enard, der zur Saison 2018/2019 neuer Cheftrainer der BR Volleys wird. „Auch wenn ich mich mit ihm meistens auf Französisch unterhalten habe, kann ich sagen: Sein Englisch ist sehr ordentlich.“ – Das erste Interview mit dem neuen BR Volleys Headcoach wurde dennoch ins Deutsche übersetzt: „Ich liebe es, eine Mannschaft zu formen.“

Cedric, wie hast Du Dein erfolgreiches Jahr mit Tours VB erlebt?

Cedric Enard: Es war eine schöne und wichtige Erfahrung. Ich habe Toulouse nach 15 Jahren als Spieler und Trainer auf der Suche nach einer neuen Herausforderung verlassen. Tours war dafür eine ideale Möglichkeit, weil dort sehr professionell gearbeitet wird. Diesen Topclub, bei dem nach der letzten Meisterschaft im Jahr 2015 der Titel erwartet wurde, zu coachen, empfand ich als Ehre. Die Mannschaft hat sich im Saisonverlauf kontinuierlich entwickelt und war zu den Playoffs eine eingeschworene Gemeinschaft. Am Ende haben wir uns mit dem Finalsieg in Paris belohnt.

Unter anderem mit Moritz Reichert im Kader …

Enard: Moritz ist ein sehr talentierter, junger Spieler mit stabiler Annahme und einem starken Arm in Angriff und Aufschlag. Ich mag seine Einstellung, Disziplin und den Drang nach stetiger Verbesserung. Es freut mich ungemein, mit ihm in Berlin weiterarbeiten zu können.

Warum hast Du Dich nun für Deine erste Auslandsstation entschieden?

Enard: Ich bin ehrgeizig und strebe nach Erfolgen und Titeln – das hat in Tours zuletzt gut funktioniert. Nun erhielt ich die Möglichkeit, beim größten Verein in Deutschland zu arbeiten. Die BR Volleys sind sogar einer der professionellsten Volleyballclubs in ganz Europa, haben stets anspruchsvolle Ambitionen und bieten mir optimale Arbeitsbedingungen. Außerdem spielt der Club in einer immer stärker werdenden Liga und in der CEV Champions League. Ich weiß, dass es hier in Berlin immer auch um Titel geht und darum, die Besten in Europa zu schlagen. Ich selbst kenne die besondere Atmosphäre der Max-Schmeling-Halle zwar noch nicht aus eigener Erfahrung, aber meine Freunde aus Toulouse haben mir davon vorgeschwärmt. Ich kann es also kaum erwarten, dort zu spielen.

Was hat Dich als Sportler bzw. Trainer besonders geprägt?

Enard: Als ich ein Kind war, begleitete ich meinen Vater jedes Wochenende zum Rugby. Damals bin ich der Sportwelt, den damit verbundenen Werten und dem Teamgedanken verfallen. Ich wusste schon als Spieler, dass mein Weg mich später auf eine Trainerlaufbahn führen wird. Ich liebe es, eine Mannschaft zu formen, den Zusammenhalt zu fördern und die einzelnen Spieler an ihr Leistungslimit zu bringen. Erfolg im Sport löst in mir unvergleichliche Glücksgefühle aus. Dafür arbeite ich. Ich durfte in meiner bisherigen Trainerkarriere von vielen Kollegen lernen und halte den stetigen Austausch untereinander für existenziell.

Was schaut man sich von jemandem wie Laurent Tillie (französischer Nationaltrainer, Anm. d. Red.) ab?

Enard: Laurent war ein überragender Spieler und ist nun auch als Trainer sehr erfolgreich. Es ist die Art, wie er Volleyball neu denkt, von der ich viel lernen kann. Er ist immer ganz dicht an der Mannschaft und fordert die Spieler täglich mit seinen hohen Erwartungen. Laurent gab mir die Chance, bei der Nationalmannschaft als sein Assistent zu arbeiten. Darauf bin ich sehr stolz.

Auch in diesem Sommer habt Ihr mit dem Team viel vor, oder?

Enard: Natürlich. Wir spielen jetzt die neue „Volleyball Nations league“ und sind dort als Gastgeber für das Finalturnier der besten sechs Nationen gesetzt. Wir werden unser Bestes geben, das Format zu gewinnen – wie es uns bereits mit dem Vorgänger, der Weltliga, gelungen ist. Noch wichtiger ist die Weltmeisterschaft im September. Frankreich hat diesen Titel noch nie gewonnen. Das ist Ansporn genug. Außerdem geht es um wichtige Punkte zur Qualifikation für die nächsten Olympischen Spiele. Es gibt viele Nationen, die dort Titelambitionen haben, deshalb werden wir hart dafür kämpfen müssen.

Im Anschluss beginnt Deine Tätigkeit in Berlin. Was sind Deine Erwartungen?

Enard: Ich hoffe, dass wir alle zusammen, also die Mannschaft, Mitarbeiter und Fans eine großartige Saison teilen und erleben werden, an deren Ende hoffentlich auch ein Titel herausspringt. Mit unserem Team will ich an jedem einzelnen Tag das Maximum abrufen. Nach allem, was ich mir im Internet anschauen konnte, ist meine Vorfreude auf den Start in Berlin und das erste Heimspiel einfach riesig.

Christof Bernier

Alba Berlin könnte am Sonntag bereits das Finale erreichen

Zum Auftakt des Halbfinales um die Deutsche Meisterschaft wurde gegen Ludwigsburg mit 102:87 in Berlin gewonnen und auswärts im zweiten Spiel vor 4.024 Zuschauer der Best-of-five-Serie Ludwigsburg überzeugend mit 100:74 das Fürchten gelehrt. Bereits am Sonntag, 27.Mai 2018, zu Hause kann, ein Sieg vorausgesetzt, Alba die Serie mit 3:0 für sich entscheiden. Während im ersten Spiel Albas „Lange“ (Luke Sikma 2,03 m und Bogdan Radosavljevic, 2,13 m) den Ludwigsburgern die größten Probleme bereitete, waren zwei „Kleine“ Spencer Butterfield (1.91) und Joshiko Saibou (1,88) die erfolgreichsten Berliner Werfer. Von Saibou’s imponierenden Saisonleistungen waren viele überrascht. Butterfield dagegen war der vielen Verletzungen wegen mehrfach ausgefallen und kämpfte sich verbissen wieder heran. Nach dem Training nahm er noch 200 bis 300 Würfe, um den sicheren Rhythmus vor allem für Dreierwürfe wieder zu bekommen.  „Noch sind wir nicht im Finale, man braucht drei Erfolge“, so  Manager Baldi  „Wir benötigen alle die maximale Konzentration und Leistungsbereitschaft“.

Christian Zschiedrich

 

Ein Meister-Trainer für den Meister

Cedric Enard, 42-jähriger Volleyball-Lehrer aus Frankreich. Foto: CEV

Cedric Enard, 42-jähriger Volleyball-Lehrer aus Frankreich, ist der neue Cheftrainer der Berlin Recycling Volleys. Enard wurde vor kurzem, vier Tage bevor der Hauptstadtclub seinen nationalen Titel verteidigte, französischer Meister mit Tours VB. Nun wird der frühere Mittelblocker, der außerdem Assistenztrainer der Nationalmannschaft seines Heimatlandes ist, als Nachfolger von Stelian Moculescu die sportliche Verantwortung für das BR Volleys Team übernehmen. 15 Jahre lang war Enard für die Spacer’s Toulouse aktiv – erst als Spieler (2002-2004), danach als Co-Trainer (2007-2011) und schließlich als Cheftrainer (2011-2017). Als solcher führte er seinen Herzensclub im letzten Jahr sogar erstmals in die CEV Champions League. In der europäischen Königsklasse mussten die Franzosen (in der gleichen Gruppe wie die BR Volleys) dann jedoch ohne ihre prägende Trainerfigur auskommen, denn in der abgelaufenen Saison sicherte sich der Top-Club Tours VB die Dienste des Familienvaters, der nun mit seiner Frau und seinen drei Töchtern erstmals den Schritt ins Ausland und in die Volleyball Bundesliga wagt.

Mit Tours wurde Cedric Enard auf Anhieb französischer Meister: „Für mich war es eine Ehre, dieses Topteam zu coachen. Die Mannschaft hat sich im Saisonverlauf kontinuierlich entwickelt und am Ende haben wir das Finale gegen Chaumont in einer großartigen Atmosphäre 3:1 gewonnen. Es war wundervoll, diesen Moment mit unseren vielen Fans zu teilen“, berichtet Enard von seinem ersten Meisterschaftsgewinn als Cheftrainer. 3.100 Zuschauer erlebten das große Finale in Paris, in dem auch BR Volleys Neuzugang Moritz Reichert unter seinem alten und jetzt neuen Coach aufschlug. Gut also, dass der Co-Trainer der französischen Auswahl eine solche Kulisse gewohnt ist, bevor er im Oktober erstmals Europas Volleyballtempel betritt: „Ich selbst kenne die besondere Atmosphäre der Max-Schmeling-Halle noch nicht aus eigener Erfahrung, aber meine Freunde aus Toulouse haben mir davon in den höchsten Tönen vorgeschwärmt. Ich fiebere diesem Moment bereits jetzt entgegen. Außerdem sind die BR Volleys einer der professionellsten Vereine in ganz Europa und Berlin für mich und meine Familie ein schöner Ort zum Leben. Das Gesamtpaket stimmt.“

Die jüngsten Erfolge des Franzosen, der als Spieler auch für Poitiers und Avignon ans Netz ging, überzeugten Manager Kaweh Niroomand: „Cedric ist ein Trainer, der sich in den letzten Jahren stetig weiterentwickelte und zuletzt bei einem europäischen Topclub gezeigt hat, dass er höchsten Ansprüchen gerecht wird. Ich bin mir sicher, er brennt für unser Projekt hier in Berlin und ist der richtige Mann für den sportlichen Neuanfang, vor dem wir stehen.“ Sprachschwierigkeiten sollte es dabei nicht geben, denn neben seiner Muttersprache beherrscht die 1,97 Meter Erscheinung gutes Englisch. Für Enard von großer Bedeutung ist seine Tätigkeit als Assistent von Coaching-Legende Laurent Tillie in der französischen Nationalmannschaft, die er im vergangenen Sommer begann: „Laurent war ein überragender Spieler und ist nun auch als Trainer sehr erfolgreich. Es ist die Art, wie er unseren Sport neu denkt, von der ich sehr viel lernen kann und möchte.“ Was ihm in den Vertragsverhandlungen mit Tour VB verwehrt blieb, fand er in Berlin: „Mit Kaweh konnte ich den Kompromiss schließen, auch für die Nationalmannschaft tätig zu bleiben.“ Denn mit der „Grande Nation“ hat Cedric Enard in der morgen beginnenden Volleyball Nations League und besonders bei der Weltmeisterschaft im September viel vor. In der VNL sind die Franzosen als Gastgeber für das Final-Turnier gesetzt und bei der WM soll dem Team um Star Earvin N´Gapeth endlich der erste Titelgewinn gelingen.

Aufgrund dieser internationalen Herausforderungen im Sommer kommt der neue Cheftrainer zwar erst spät in der Vorbereitung zum BR Volleys Team, doch seine Passion für die Aufgabe beim Hauptstadtclub ist schon jetzt spürbar: „Ich bin bereit, mit dem Verein und seinen Fans eine großartige Saison zu teilen und zu erleben. Ich freue mich ungemein auf diese Herausforderung.“

Christof Bernier

40. Geburtstag – ein Festtag für Türkiyemspor

Ausländer rein! So antworteten türkische Besucher eines Pokalspiel zwischen Türkiyemspor und FC Union Berlin auf damals übliche Anfeindungen der Union-Anhänger. Das war 1992, und Union verlor das Entscheidungsschießen an diesem Tag. Die Szenen sind auf der größten Videoplattform in einem etwa fünfminütigen Beitrag dokumentiert und noch heute erschreckend. Nun hatten die Kreuzberger einen Grund, ihren 40. Geburtstag im Willy-Kressmann-Stadion gebührend zu feiern. Denn Türkiyemspor, als Izmirspor gegründet, gibt es bereits seit 1978. Dabei gab es am Pfingstsonntag an diesem Festtag für die Kreuzberger eine Revanche für die Köpenicker. Ohne glitzerndes Konfetti und nur mit wenig Gesängen auf beiden Seiten war vom alten Hass zum Glück nichts mehr zu spüren. Auch durch die heute anderen sportlichen Verhältnisse (Türkiyem spielt nur noch in der Landesliga) war der Spielverlauf entsprechend einseitig zugunsten des Zweitligisten. Die 1:9-Niederlage fiel etwas zu hoch aus, war aber auch unbedeutend. Viel wichtiger war den meisten unter den beinahe 1800 Besuchern der Festakt, das Gedenken an kürzlich verstorbene Mitglieder und die Partie Türkiyem-Allstars gegen „Legenden“. Die Ehemaligen blieben von Verletzungen verschont, das stand beim 8:6 für die Legenden im Vordergrund.
Ob Norbert Henkel, der frühere Torwart, Taskin Aksoy, Goran Markov, Fatih Aslan, Metin Acar, die Trainer Bülent Gündogdu und Thomas Herbst oder die einstigen Torjäger Michael Fuß und Kemal Eraslan, der alle damaligen Aufstiege mitgemacht hat, viele zeigten ihre Verbundenheit zu Türkiyem durch ihren Auftritt. Alle kann man hier leider nicht nennen.
Türkiyemspor hätte eine Kraft im alten Westberlin werden können, versagte aber im entscheidenden Moment zum Beispiel 1991im Duell gegen TeBe (0:5). Da ging es um den Zweitliga-Aufstieg. Die Gemeinde war aber auch oft zu sehr gespalten, Eitelkeiten spielten wohl eine Rolle. „Man dachte nicht mittelfristig, wollte nur schnellen Erfolg“, glaubt Taskin Aksoy. Er war bis zuletzt in der der U 23 bei Fortuna Düsseldorf tätig und glaubt noch heute, dass „genug Potential da war“. Aktuell ist die Mannschaft von der Katzbachstraße auf Tabellenrang zwei der Landesliga I, hat berechtigte Hoffnungen demnächst wieder in der höchsten Berliner Spielklasse vertreten zu sein. Nach dem 2017 überwundenen Insolvenzverfahren eine Perspektive. Nur die alten Zeiten kommen nicht wieder, sind doch mittlerweile zahlreiche andere Vereine, die sich der Türkei schon im Namen verbunden fühlen, in Berlin etabliert. Türkiyemspor ist und bleibt aber der bekannteste Klub türkischer Einwanderer in Deutschland.

Frank Toebs

Reinickendorf feiert seine Handball-Füchse

Die Deutschen A-Jugend-Meister mit Bezirksbürgermeister Frank Balzer, Füchse-Manager Bob Hanning sowie Vereinspräsident Frank Steffel. Foto: BA R’dorf.
So sehen Sieger aus: Die Europapokalgewinner der Füchse Berlin nach der Eintragung ins Goldene Buch des Bezirks Reinickendorf. Foto: BA R’dorf

Rund 300 Fans der Füchse Berlin bereiteten ihren Handball-Helden am Dienstagnachmittag einen begeisterten Empfang auf dem Antonyplatz vor dem historischen Rathaus in Reinickendorf. Zwei Tage nach dem Gewinn des EHF-Pokals in Magdeburg feierten die Füchse gemeinsam mit ihren Anhängern den Europapokal, den sie nach 2015 bereits zum zweiten Mal gewonnen haben. .Angeführt von Kapitän und Torwart Petr Stochl, der nach der Saison seine Karriere beendet, präsentierten die Füchse ihre Trophäe und trugen sich in das Goldene Buch des Bezirks Reinickendorf ein.

Bezirksbürgermeister Frank Balzer (CDU): „Wie dieses Team fünf schwere Spiele in zehn Tagen meisterte und sich am Ende mit dem Europapokalsieg belohnte, das ist bewundernswert und Ausdruck wahren Mannschaftsgeistes. Reinickendorf ist stolz auf seine Füchse, die in unserem Bezirk ihre Heimat haben.“

Frank Balzer beglückwünschte gleichzeitig das Jugend-Team zum Gewinn der Deutschen Meisterschaft. Auch die Jugendlichen trugen sich ins Goldene Buch des Bezirks ein.

Quelle: Bezirksamt Reinickendorf

BFC Dynamo – Berliner SC Bildergalerie

Fachmännisch hat Euch Hans-Peter Becker ja aus dem Jahnstadion berichtet. Wir lassen „tausend“ Bilder folgen. Bekanntlich sagt ja ein Bild mehr als tausend Worte. Bewegte Bilder haben wir für eine Nachschau zu gegebener Zeit auch noch auf Lager. Hier zunächst der Friedrich-Ludwig-Jahnsportpark in seinen Facetten.

Christian Zschiedrich