Er kann von sich mit Fug und Recht behaupten, immer ein Leben für und durch den Sport geführt zu haben. Er spielte Fußball, nicht mal untalentiert, brachte es dabei zu einigen Ehren, studierte Sport in Leipzig, arbeitete als Sportlehrer und trainierte Fußballmannschaften. Zwischendurch erwarb er beim DFB seine Trainerlizenz. Nach und nach entdeckte er dabei sein Herz für den Sportjournalismus, schrieb Artikel für verschiedene Zeitungen und hob in Berlin eine eigene Sportsendung im Lokal-TV aus der Taufe. Über 2.000 Sendungen wurden unter seiner Leitung produziert. An`s Aufhören verschwendet er keinen Gedanken, schließlich bietet das Internet viele neue Möglichkeiten.
Völlig ebenbürtig präsentierte sich im ersten Playoff-Halbfinalspiel die United Volleys Rhein-Main mit Trainer Michael Warm in Berlin. Die Mannen um Coach Roberto Serniotti spielten, wie drei Tage zuvor gegen Dynamo Moskau, sehr effektiv. Unverändert die Startformation mit Carroll, Kromm, Schott, Okolic, Vigrass, Zhukouski und Libero Perry. Nach Rückstand 5:8 und 10:11 im ersten Satz war bei 24:24 keineswegs absehbar, dass die Berliner letztendlich mit 33:31 1:0 in Führung gingen. Die Mannschaften lieferten sich ein packendes Duell; die Zuschauer bekamen wieder sehenswerten Volleyball in der Max-Schmeling-Halle zu sehen.
Foto Headlight Pictures – Sportfotografie – Andreas Bock
Das Endergebnis sagt überhaupt nichts über den spannenden Spielverlauf auf Augenhöhe aus. Die Ebenbürtigkeit der Gäste setzte sich auch im zweiten Satz fort. Beim Stand von 21:21 erwies sich die Einwechslung von Steven Marshall als goldrichtig. Sein Aufschlag bescherte das Break (23:21). Erst verwandelte Carroll, dann vollstreckte Schott mit 25:23 zur umjubelten 2:0-Satzführung. Im 3. Satz bekam Libero Perry für seine Abwehraktionen sehr häufig Szenenapplaus. Die 8:4-Führung schmolz auf 11:9. Der Serbe Okolic , der sich beim amtierenden Deutschen Meister unverzichtbar zur tragenden Säule entwickelt hat, blockte dann gleich zweifach zur Vorentscheidung, brach den Wiederstand der Gastmannschaft zum 3:0 (33:31, 25:23, 25:17) Endergebnis. United, insbesondere Zuspieler Jan Zimmermann haderte nach dem Spiel mit den verpassten Gelegenheiten. Nur zu gern würde der Deutsche Meister auf dem Weg zur Titelverteidigung schon am Ostersonntag in Frankfurt diese „Best of Three“-Serie für sich entscheiden. Das Finale winkt, vorausgesetzt, Robert Kromm und Co. bleiben weiter so stabil und effektiv.
Foto Headlight Pictures – Sportfotografie – Andreas Bock
Nach dem sensationellen Comeback-Sieg gegen die russische Starauswahl von Dynamo Moskau gilt die volle Konzentration der BR Volleys für das folgende Wochenende wieder dem Kampf um den nationalen Titel: Am Samstagabend (08. April um 18.30 Uhr) starten die Champions-League-Helden in die im Modus „best of three“ auszutragende Halbfinalserie gegen die United Volleys Rhein-Main. Zum Auftakt wollen Kapitän Robert Kromm und Co. möglichst an die grandiose Leistung aus der Königklasse anknüpfen und mit einem Erfolg in das Duell mit den Hessen starten. Sie hoffen auf eine ähnlich gute Stimmung in der Max-Schmeling Halle.
Nationalspielerin Anna Gasper (1. FFC Turbine Potsdam) Foto Headlight Pictures – Sportfotografie – Andreas Bock
Ehemals spielten echte Fußball-Größen wie Jerôme Boateng, Kevin Prince Boateng, Pierre Littbarski, Thomas Häßler und Christian Ziege als völlig unbekannte Grundschüler mit um den Pokal. Genau genommen, seit 1975. Diesmal beim 43. Drumbo-Cup 2017 sahen etwa insgesamt 1000 Zuschauer in der Charlottenburger Sömmering-Halle technisch erstaunlich versierte Einzelkönner, die zielstrebig dem Tor zusteuerten und die auch wussten, wohin sie schießen müssen. Das sah gut aus. Von wem man in ein paar Jahren sagen kann, der war beim Drumbo-Cup auch dabei, das konnte man seinerzeit von den Boatengs auch noch nicht erahnen, aber man staunte eben über Talente und Veranlagung. Die meisten, nicht alle, schätzungsweise 85 Prozent der in der Schulauswahl nominierten Mädchen und Jungen spielen natürlich Fußball im Verein. Die muss man fördern. Die Verbindung Schule und Verein ist ein oft sehr gutes Ineinandergreifen von sportfördernden Maßnahmen. Und die 15 Prozent noch nicht vereinsmäßig integrierten Schüler dürfen nicht verloren gehen. Um sie muss auch mit solchen Events und Trainingseinheiten unter Freunden geworben werden.
393 Berliner Mannschaften haben sich zu Europas größtem Hallenfußballturnier für Grundschülerinnen und Grundschüler angemeldet. 282 Jungenmannschaften und 111 Mädchen-Mannschaften aus allen Bezirken der Stadt nahmen am 43. Drumbo Cup teil, seit 43 Jahren über 100.000 Schülerinnen und Schüler. Selbstverständlich wurden auch die diesjährigen Teilnehmer alle zu Siegern erklärt. Teilnehmen ist also das Wichtigste. Dennoch Im Fußball geht es um Tore. Sie entscheiden über Sieg und Niederlage, um das Weiterkommen oder Ausscheiden. Bei pari gibt es das Entscheidungsschießen. Glaubt nicht, dass es ohne Emotionen in diesem Alter geht. Da fließen mitunter Tränen der Trauer und der Freude. Am Finaltage trafen die besten 4 Mädchen- und die besten 4 Jungen-Mannschaften aufeinander. In den Halbfinalspielen wurden die Endspielteilnehmer ermittelt. Sogar die Plätze 5 und 6 sowie 3 und 4 wurden ausgespielt.
Foto Headlight Pictures – Sportfotografie – Andreas Bock
Nennen wir doch wenigstens die Endspielpaarungen und erinnern noch einmal an die Werte Fairplay, Toleranz und Leistungswillen: Bei den Mädchen gewann die Schule am Falkplatz aus Pankow mit 2:0 über die Mary-Poppins-Grundschule aus Spandau. Und bei den Jungen siegte die Grundschule im Beerwinkel aus Spandau 2:0 über die Mendel-Grundschule aus Pankow.
Im Siegerfoto (siehe Fotogalerie) sind die Endspielsieger der Mädchen und Jungen aus Pankow und Spandau vereint. Den 3. Platz belegten bei den Jungen die Grundschule am Fließtal in Reinickendorf und bei den Mädchen die Werbelinsee-Grundschule Tempelhof-Schöneberg.
BFV-Präsident Bernd Schulz: „Der Berliner Sport ist ohne den Drumbo Cup kaum mehr vorstellbar. Das Turnier steht für Werte wie Fairplay, Toleranz und Leistungswillen. Gedankt wurde immer wieder dem Organisator und Sponsor, der – sage und schreibe – 43 Mal sowohl in guten als auch in schlechten Zeiten zuverlässig sein beherztes Engagement zeigte und beibehielt. Das ist einfach bewundernswert. André Nogat, Niederlassungsleiter für Privat- und Geschäftskunden der Commerzbank Berlin, übergab bei der offiziellen Preisverleihung einen Scheck in Höhe von 5.000 Euro zu Gunsten des Berliner Schulsports an Sandra Scheeres, Senatorin für Bildung, Jugend und Familie.
Traditionell wurde außerdem von der Deutschen Olympischen Gesellschaft der Fair-Play-Preis vergeben. Die Schülerinnen der Mary-Poppins-Grundschule sowie die Schüler der Mendel-Grundschule freuten sich über diese ganz besondere Auszeichnung. Diese wurde ihnen von Renate Bartsch, Witwe des Drumbo-Cup-Gründers und ehemaligen BFV-Vizepräsidenten Hans-Jürgen Bartsch, überreicht. Neben dem Pokal und einer Goldmedaille erhielten beide Siegermannschaften ein Trainingswochenende im Landesleistungszentrum des Berliner Fußball-Verbandes (BFV) am Kleinen Wannsee.
Christian Zschiedrich
Fotos und Galerie Foto Headlight Pictures – Sportfotografie – Andreas Bock
Nationalspielerin Anna Gasper (1. FFC Turbine Potsdam)
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Wer hätte das für möglich gehalten? Erst besiegen die Berliner in einem mitreißenden 5-Satz-Sieg Istanbul und nun bieten Berlins Volleyballer ihren Anhänger in einem Wochentagspiel vor 5.311 Zuschauern eine Verlaufs-Wiederholung und einen 3:2-Sieg ebenfalls im Tiebreak gegen die Weltklassemannschaft von Dynamo Moskau. Der Berliner Volleyballtempel stand förmlich Kopf. So eine Steigerung des Serniotti-Teams, da sprang der Funke aufs Publikum über. Da ging jeder in der Halle bei allen Aktionen begeistert mit, denn die Angriffe der körperlich großen und robusten Russen mit enormer Schlaghärte, gegen diese Schmetterschläge setzte der amtierende Deutsche Meister stets einen Dreierblock entgegen und dennoch war oft kein Kraut dagegen gewachsen.
Entsprechend gingen die ersten beiden Sätze verloren und selbst die Fans schienen sich beim Stande von 0:2 nach Sätzen mit einer Niederlage abzufinden. Auch wenn es verdammt eng war in den ersten beiden Sätzen. Bei einem Sieg darf vor Freude ein wenig humorvoll formuliert werden. BR Volleys Trainer Serniotti schrieb das Drehbuch, was nicht spannender hätte sein können. In der Endphase der beiden ersten Sätze nahm der Coach Robert Kromm und auch Paul Carroll vom Feld. „Roberto Serniotti will es doch nur spannend machen“, äußerte ich laut am Pressetisch und mein Nachbar Herbert Schalling meinte: „Der denkt schon an Samstag, an das nächste Playoff-Match gegen United Volleys Rhein-Main um die Deutsche Meisterschaft“. Es wurde wieder ein spannender, langer Volleyballabend. Nach 23:25 und 22:25 bauten die Russen ab und die BR Volleys gingen noch entschlossener und angespannt konzentriert von den Fußspitzen bis zu den Finger- und Haarspitzen ins Spielgeschehen, holten Bälle im Flug kurz vor Bodenberührung, sie gaben keinen Ball verloren, erkämpften die Führung 16:12 und 17:13.
Zwei benötigte Matchbälle, was soll’s, fünf hätten es bei der Führung von 24:17 werden können. Mit 25:19, viele glaubten an einen Achtungserfolg, verkürzten das Berliner Team auf 1:2. Von wegen 0:3, von wegen Achtungserfolg, im vierten Satz waren Paul Carroll und Co. gar nicht mehr aufzuhalten. Serniotti brachte Publikumsliebling Felix Fischer und mit ihm lief es noch besser als zuvor. Über die Zwischenstände 17:11, 19:12, 22:14 endete Satz 4 letztendlich 25:18 wieder zugunsten der Berliner, die das Match damit 2:2 ausglichen. Der fünfte Satz musste also im Tiebreak (bis 15) die Entscheidung bringen. Robert Kromm und Co hatten die weitaus bessere Aufschlagqualität, während Dynamo Moskau natürlich auch volles Risiko ging, so manchen Aufschlag aber ins Netz schlug.
Robert Kromm leistete sich beim Stande von 7:3 den Fehler, beim Aufschlag überzutreten, steckte das aber sofort weg. Seitenwechsel bei Acht, die Heimmannschaft führte mit drei Zählern 8:5. Enorme, ja frenetische Unterstützung der Berliner Volleyballanhänger, Stimmung hoch 3. Weitere zwei Zähler folgten, die Berliner erhöhten auf 10:5. Über 13:9 erzielten die Schützlinge von Serniotti den Matchball bei 14:10. Und diesmal saß gleich der erste zum 15:10, anhaltender, frenetischer Jubel, überschäumende Stimmung beim kaum erwarteten, sensationellen 3:2-Sieg. Diesem Bericht folgt in Kürze der Videobeitrag „Best of Five“ und in Anbetracht der besonders guten Leistung ein zweiter Videobeitrag mit dem Interview mit Manager Kaweh Niroomand und Kapitän Robert Kromm.
Laut neuester Jahresstatistik: 642.225 Berliner sind in den Vereinen organisiert, dieser stolze Rekord ist umso bemerkenswerter, weil über 100 Vereine von Einschränkungen betroffen waren oder aktuell noch sind, die durch die Unterbringung geflüchteter Menschen in Sporthallen entstanden.
Die Steigerung in den letzten 10 Jahren betrug rund 95.000 Mitglieder. Die LSB-Mitgliedsverbände mit den größten Mitgliederzuwächsen waren der Fußball-Verband (+4.516), der Turn- und Freizeitsport-Bund (+3.152), der Landesverband Berlin des Deutschen Alpenvereins (+1.775), der Basketball-Verband (+1.242) sowie der Behinderten- und Rehabilitations-Sportverband (+1.131). Es folgen die Leichtathleten (+983), Schwimmer (+637) und Tennisspieler (+488).
Das deutliche Plus fällt in eine Zeit zunehmender Finanzierungsprobleme des Berliner Vereinssports. Wachsende Mitgliederzahlen bedeuten eine höhere Förderung durch den Landessportbund für seine Mitgliedsorganisationen. Demgegenüber stehen Einnahmeverluste des LSB aufgrund der sinkenden Lotto-Mittel. Es treiben so viele Berlinerinnen und Berliner Sport in den Vereinen wie noch nie. Rund 60.000 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Vereinen und Verbänden leisten Großartiges. Dazu LSB-Präsident Klaus Böger: „Das Engagement der Ehrenamtlichen darf nicht überstrapaziert werden. Der Sport hat Anspruch auf eine angemessene finanzielle Förderung“. Mehr Sporttreibende in dieser großen Anzahl bedeutet mehr Arbeit.
Der LSB-Präsident „Der Vereinssport ist auch im Online-Zeitalter hochmodern.” Wir fügen hinzu: Zum Glück, weg von der sitzenden Tätigkeit – Bewegung ist gefragt. Fußball, Turnen, Tennis, Schwimmen und Klettern bzw. Bouldern sind die fünf beliebtesten Sportarten in den Berliner Vereinen. Über 10.000 neue Mitglieder in den letzten zwölf Monaten heißt: Die rund 2.400 Sport-Vereine in Berlin haben an Attraktivität nichts eingebüßt.
In der NOFV Oberliga Nord spielten mit unterschiedlichem Erfolg die Berliner Vereine entsprechend der Tabellenqualifizierung: VSG Altglienicke (2.), Lichtenberg 47 (3.), Tennis Borussia (4.), FC Hertha 03 (6.) und CFC Hertha 06 (11.). Es wird nur einen Aufsteiger geben und der heißt entweder Optik Rathenow (42 P.), VSG Altglienicke (42. P.) oder Lichtenberg 47 (39 P.).
In der vergangenen Woche kam es infolge des Berlin-Pokals nur zu dem torlosen Nachholspiel SV Altlüdersdorf (9.) gegen Tennis Borussia (4.). Der Borusse Sakran musste mit einer Roten Karte – Notbremse – bereits in der 24. Minute den Rasen verlassen. So gesehen war der Punkt für TeBe in Unterzahl, auch den letzten Ergebnissen nach, ein Erfolg. Ich erwähnte den Berlin-Pokal. Das Finale haben zwei Regionalligisten erreicht: Der BFC Dynamo trifft auf den FC Viktoria 89. Dynamo schaffte das mit einem 3:0 über SD Croatia, Tabellendritter der Berlin-Liga. Viktoria 89 schlug die ambitionierte VSG Altglienicke sogar deutlich 4:0. Mit Altglienicke sind wir wieder in der Oberliga. Am Mittwoch kann die VSG sogar mit einem Sieg im Nachholspiel bei den abstiegsgefährdeten Germanen in Schöneiche Tabellenführer werden und die Rathenower überflügeln. Der 21. Spieltag bescherte Siege für die drei führenden Mannschaften: Optik Rathenow – Hansa Rostock II 7:1, VSG Altglienicke – FC Strausberg 5:1 und einen Derby-Sieg von Lichtenberg 47 über Tennis Borussia mit 3:2. Hertha 06 und Hertha 03 spielten gegen 1. FC Frankfurt und den SV Altlüdersdorf beide Begegnungen endeten 2:2.
Bis auf Hertha 03 haben die anderen Berliner Mannschaften am kommenden 22. Spieltag Auswärtsbegegnungen. Hertha 03 empfängt am Freitag, 19.45 Uhr, den Tabellenvierten Anker Wismar. Der Präsident von Hertha 03, Kamyar Niroomand, Bruder von Kaweh Niroomand, in dieser Eigenschaft bei den BR-Volleys tätig, wurde von den Zehlendorfer Mitgliedern für die nächsten zwei Jahre im Amt bestätigt und obendrein erhielt er aus den Händen von Uwe Hammer die DFB-Verdienstnadel. Niroomand kündigte in seiner nächsten Amtszeit große Ziele mit den Zehlendorfern an. Die Rede ist nicht nur vom Aufstieg, sondern Hertha 03 möchte sich zu Berlins Amateurverein Nr.1 entwickeln. Wir werden das Ganze aufmerksam verfolgen
Aus der Regionalliga in die 3. Liga aufzusteigen bedarf es konstanter Leistungen. Der Meister steigt ja nicht direkt auf, muss durch eine Relegation. SV Meppen, Viktoria Köln, Waldhof Mannheim oder die SpVgg. Unterhaching, aus der Regionalliga-Südwest der SV Elversberg, könnten mögliche Gegener sein.
Am 26.Spieltag der Regionalliga Nordost kam es zum Aufeinandertreffen Energie Cottbus – Carl Zeiss Jena, vor 13.290 Zuschauern. Ja, Sie haben richtig gelesen, so viele waren dabei, und das bei einem Regionalligaspiel. Für die Pele Wollitz-Truppe war das die letzte Chance, um das Titelrennen spannend zu halten. Jena ging in Führung – 1:0 (13.) Kühne. Der Ausgleich fiel durch Stein (34.). Energies Führung besorgte Ziegenbein (62.) und Mamba (86.) machte den Deckel drauf. Ein 3:1 für Cottbus, die in der Tabelle fünf Punkte auf Jena hinterherhinkt. Beide Vereine haben noch acht Spiele zu bestreiten. Geht Jena etwa in der Endphase die Luft aus? Cottbus hofft darauf. Jena – bisher sehr beständig – hat das bessere Torverhältnis. So erfolgsorientiert spielt Cottbus auch nicht immer. Im Nachholspiel am vergangenen Mittwoch im Stadion Lichterfelde, Zuschauer 1.588, kam Energie über ein 0:0 gegen Viktoria 89 nicht hinaus. Die gereiften und sehr stabilen 89er hatten sogar die besseren Möglichkeiten in einem ansehnlichen Spiel. Infolge der Cottbusser Aufholbemühungen ging das Berlin-Derby BFC Dynamo – Hertha BSC II am Mittwoch vor 668 Zuschauern im Jahn-Sportpark fast unter. Hertha gewann beim BFC Dynamo 3:0 und Dynamo holte sich am Wochenende gleich die nächste Niederlage beim 2:3 gegen 1.FC Lok Leipzig ab.
Ab in die Niederungen, Platz 11, bis zu den Abstiegsplätzen sind es noch sechs Punkte Vorsprung. Hertha besiegt also den BFC und verliert daraufhin zu Hause im Amateurstadion 2:3 gegen Union Fürstenwalde (Tabellen 15.). Da lob ich doch den Berliner AK. Zwar nur 125 Zuschauer gegen den abgeschlagenen Tabellenletzten TSG Neustrelitz, Zimmer (51.) und Kahlert (82.) waren die Torschützen beim 2:0-Sieg. BAK hat nunmehr 44 Punkte und rangiert auf Platz 4.
Christian Zschiedrich
Die Wasserfreunde Spandau 04 haben nur wegen des besseren Torverhältnisses gegenüber Waspo Hannover die Hauptrunde nach 14 Spielen auf Platz 1 beendet. Im letzten Spiel der Hauptrunde gewannen die Spandauer 18:6 bei der SG Neukölln durch Tore von L. Gielen(4), N. Dedovic(3), M. Cuk, T. Preuß, P. Gottfried, M Stamm, S. Hamby (je 2) und L. Küppers(1). Während die Hannoveraner mit 9:4 im Halbfinale des Pokals über die Wasserfreunde Spandau triumphierten, hatten sie jetzt punktgleich das Nachsehen gegenüber den Berlinern. Gegen die ausgebuffte, mit Stars vom Balkan besetzte Truppe aus Hannover so viele Tore wettzumachen, das war keineswegs selbstverständlich. Jetzt haben die 04er auf jeden Fall den Heimbonus in allen folgenden Runden bis zum Best-of-Five-Finale. Trainer Petar Kovacevic: „Daraus müssen wir etwas machen.“ Bisher waren die Leistungen nicht immer konstant. Doch der Rekordmeister scheint nun richtig in Fahrt gekommen zu sein. Das gesteigerte Leistungsniveau jedenfalls beeindruckte. In Neukölln ließen die Spandauer beim 6:18 im ersten(0:5) und im vierten Viertel(0:3) kein Gegentor zu. Der Spieler des Tages wurde Tobias Preuß.
Christian Zschiedrich
Wir sind geneigt, heutzutage alle Schiedsrichterentscheidungen als Tatsachen-Entscheidungen – vor allem bei Foulspiel – hinzunehmen. Selbst wenn Mittelstädt den Ball gar nicht mit der Hand berührt hätte, der Elfmeterpfiff wäre eine Tatsachenentscheidung gewesen. Zum Glück gibt es entgegen der Tatsachenentscheidung, den Regelverstoß bei der Ausführung. Der ist im Freitagabendspiel so offenkundig zu Tage getreten, dass er keineswegs anders gedeutet oder wegdiskutiert werden kann. Eindeutiger und klarer kann ein Regelverstoß gar nicht sein, auch wenn Benjamin Brand aus Bamberg die Partie sonst fast fehlerfrei leitete. Man stelle sich vor, bei Abseitsentscheidungen sind Schiedsrichter-Teams Zentimeter und Millimeter genau. Bei der Strafstoßausführung übersahen die Unparteiischen, dass gleich sieben Feldspieler zu früh, ja sogar wesentlich zu früh in den Strafraum gelaufen waren. Hätte Rune Jarstein den Ball gehalten, hätte es bestimmt eine Wiederholung gegeben. Drei Gästespieler waren mit Hertha-Abwehrspielern fast gleichzeitig mit dem Schützen mitgestartet und beim Elfmeterstoß ganz nah an den Elfmeterpunkt gekommen. Die Regel besagt, beim Elfmeter hat, bis auf den Schützen, kein anderer Spieler im Strafraum zu sein. Das gilt natürlich auch für Angreifer und nicht nur für Abwehrspieler. Der Strafstoß hätte, so wie im Fernsehen dokumentiert, wiederholt werden müssen – ein klarer Regelverstoß und nicht etwa eine Tatsachenentscheidung. Der DFB straft ja auch im Nachhinein Taten von Spielern, die dem Referee entgangen waren, die er mitunter nicht sehen kann. Es bedarf in diesem Falle auch gar keines Einspruches von Hertha BSC. Der Manager wird bestimmt in Kenntnis der Regel den Schiedsrichter gebeten haben, den Protest im Spielberichtsbogen zu vermerken; er kann auch im Nachhinein noch erfolgen. Noch einmal: Drei Hoffenheimer waren bei der Ausführung mit in den Strafraum gelaufen. Was einfach nicht sein darf.
Christian Zschiedrich
Hoffenheim setzte sich am 26. Spieltag entscheidend von Hertha in Richtung Champions-League ab. Im Vergleich zur 2:4-Niederlage in Köln wechselte Pal Dardai zweimal: Esswein und Mittelstädt ersetzten Haraguchi (Bank) und Plattenhardt, der wegen einer Mittelohrentzündung fehlte. Hertha begann gut und ging sogar in Führung (32.). Pekarik hämmerte einen von Esswein abgefälschten Kalou-Pass in den unteren rechten Winkel. Es war sein erstes Tor im 151. Bundesliga-Spiel.
Der Ausgleich ließ nur fünf Minuten auf sich warten. Mittelstädt hatte bis dahin beeindruckend gut gespielt. Dem Youngster sprang der Ball im Strafraum unglücklich an die Hand – ein Reflex, der ausgerechnet ihm passieren musste. Schiedsricher Benjamin Brand zeigte auf den Punkt und Kramaric, der kurz vor dem 1:0 den Ball verloren hatte, glich die Partie aus elf Metern wieder aus (38.). Das Handspiel hatte übrigens noch die Gelbe Karte zur Folge. Und was überhaupt nicht sein darf, insgesamt standen während der Ausführung des Elfmeters gleich sieben Feldspieler im Strafraum; ein eindeutiger, klarer Regelverstoß! Mit 1:1 ging es auch in die Pause. In der 58. Minute hatte Hertha das Spiel bereits verloren. Ein Zweikampf Mittelstädt gegen Amiri hatte die Gelb-Rote Karte für den Berliner zur Folge, allerdings klar zu erkennen, Mittelstädt spielte und traf eindeutig nur den Ball. Den Schiedsrichter störte das gestreckte Bein (gefährliches Spiel Gelb). Kann man so sehen. Wozu auch Milde wahren, Ibisevic hatte den Referee bereits mehrmals angemeckert und mit abfälligen Gesten bedacht. Doch zu diesem Platzverweis darf auch angeführt werden, dass in hochklassigen Zweikampfführungen der Ball nur mit einem gestreckten Bein erreicht werden kann. Also Herthas Dezimierung eine Vorgeschichte. In Unterzahl entwickelte sich ein Spiel auf ein Tor. Hoffenheim war klar besser. Es war ein Leidensweg für die Mannschaft, die aufopferungsvoll das 1:1 über die Runden bringen wollte und ebenso für Herthas Anhänger. Das 1:2 (76.) beendete den Leidensweg für die Hertha-Fans. Gut 42.000 Zuschauern waren am Freitagabend im Olympiastadion. Ein Gewaltschuss aus vollem Lauf, Entfernung 25 m, Süle traf in seinem 100. Spiel genau unter die Latte. Wenn ein Team zurückliegt, wird in der Regel der Angriff verstärkt. Pal Dardai standen die Verstärkungen nicht zur Verfügung. Im Gegenteil, er nahm Ibisevic und Kalou und zum Schluss sogar noch Esswein vom Feld. Ibisevic kann nicht runterschlucken, wenn der Unparteiische seiner Meinung nach falsch entscheidet; hat es im Laufe der Jahre nicht gelernt, den Mund zu halten und auf abwertende Gesten zu verzichten. Er holte sich die 5. Gelbe Karte ab und wird nun in Gladbach fehlen. Damit erweist er als Kapitän seiner Mannschaft einen Bärendienst. Und rein sportlich gesehen, mir imponiert die Entwicklung von Sandro Wagner. Wir tun – glaube ich – gut daran, das zu akzeptieren und anzuerkennen, auch wenn die Jahre in Berlin leider nicht gerade von Erfolg gekrönt waren. Durch seinen Einsatz und der Vorarbeit des Sandro Wagner machte der Elfmeterschütze Kramaric mit seinem zweiten Tor in der 86.Minute den Deckel drauf. Für Hertha und vor allem für Youngster Mittelstädt ein rabenschwarzer Tag.
Christian Zschiedrich