Füchse gewinnen Final-Rückspiel und verlieren trotzdem Meistertitel

Die A-Jugend der Füchse Berlin hat am Samstagabend mit 27:24 gegen die HSG Dutenhofen/Münchholzhausen, also die Jugendmannschaft der HSG Wetzlar, gewonnen. Dies reichte nach der 27:30-Niederlage im Hinspiel jedoch nicht zum Gewinn des Deutschen Meistertitels, da die Jungfüchse mehr Auswärts-Gegentore kassiert hatten. In einem wahren Krimi hatte die HSG am Ende das nötige Quäntchen Glück.
Die erste Halbzeit verlief bis zum 6:6 auf Augenhöhe. Dann übernahmen die Gäste das Kommando und warfen sich über die Stationen 7:6, 8:6 und 11:8 erstmals mit drei Treffern ihn Front. Der Rückstand aus dem Hinspiel war somit erstmals egalisiert. Vor allem die Paraden von Mark Ferjan sowie eine immer besser stehende Defensive ermöglichten den Füchsen die Drei-Tore-Führung. Torben Waldgenbach, im Hinspiel noch ein Aktivposten der HSG, vergab in dieser Phase zudem einige freie Möglichkeiten. Insgesamt blieben die Füchse sieben Minuten ohne Gegentor, ehe Henrik Schreiber beim 12:09 diese Flaute beendete. Mit 13:10 für die Füchse wurden die Seiten gewechselt.

Nach der Pause erwischte die HSG den besseren Start in den zweiten Durchgang. Innerhalb weniger Minuten war der Rückstand aufgeholt. Vor allem Waldgenbach führte zum Ausgleich. Aber die Füchse bissen im Stile einer Spitzenmannschaft zurück. Mex Raguse warf sein Team mit 14:13 wieder zur Führung und stoppte somit den Lauf der Mittelhessen. Kreisläufer Rolando Urios legte noch das 15:13 nach, wenig später erhöhte Raguse wieder auf 17:14.

Doch die HSG blieb dran, verkürzte durch den fünften Treffer des Rechtsaußen Tim Rüdiger auf 17:16 in der 40. Minute. Wenig später nahm Hanning seine zweite Auszeit. Und als Waldgenbach zum 17:17 (43.) ausglich, stand die mit knapp 1.500 Zuschauern besetzte Halle Kopf. Beim Stand von 19:18 scheiterte HSG-Rechtsaußen mit einem Heber an Ferjan, auf der Gegenseite sorgten Raguse und Tim Rozman für die 21:18-Führung.

Das Finale startete in seine dramatische Schlussphase. Der für den Strafwurf ins Tor der Berliner eingewechselte Joshua Rau nahm Rüdiger beim Stand von 23:21 den Wurf weg. Hanning nahm sofort danach seine dritte Auszeit, um die letzten rund neun Minuten zu besprechen. Wenige Augenblicke später nutzte Jakob Knauer eine Schwäche der HSG auf der halblinken Deckungsseite zu seinem sechsten Treffer und warf die Hauptstädter zur 24:21-Führung.

Beim Stand von 25:23 aus Sicht der Füchse musste Maduwuike Okpara auf die Strafbank. Den Freiraum nutzte Frederik Simak zum 26:23 (55.). Nach einer Rau-Parade gegen Rüdiger bewies auf der anderen Seite Rozmann von der Strafwurflinie Nerven wie Drahtseile und warf sein Team mit 27:23 in Führung. Der Krimi nahm nun richtig Fahrt auf. Rüdiger verwandelte zum 27:24, Raguse beging ein Stürmerfoul und kassierte rund zwei Minuten vor dem Ende eine Zeitstrafe.

Anschließend parierte Klimke im Tor der Wetzlarer Jungs eine Hundert-Prozent-Chance. Wenige Sekunden vor Abpfiff gewannen die Jungfüchse trotzdem nochmal den Ball und liefen auf Halblinks einen Konter, die Chance zum Vier-Tore-Sieg und damit zum Gewinn des Titels war greifbar. Doch der Versuch wurde ruppig gestoppt – durchaus nach mehr als einem Freiwurf aussehend, aber die Schiedsrichter hatten das Ganze wohl besser im Blick.

Als Hanning den Torwart herausnahm, um mit sieben Feldspielern zu agieren, waren keine zehn Sekunden mehr zu spielen. Seine Jungs verfransten sich in Kreuzungen und bekamen am Ende lediglich einen finalen Freiwurf nach dem Abpfiff zugesprochen, den Frederik Simak, vor einer Sechs-Mann-Mauer stehend, nicht verwandeln konnte. Die 1.500 HSG-Fans und die Heimmannschaft waren aus dem Häuschen, da sie die erste A-Jugend-Meisterschaft der Vereinshistorie feiern durften.

Den Füchsen bleibt nun das Finale der B-Jugend, dessen Hinspiel am Sonntag ab 16:00 Uhr in der Berliner Lilli-Henoch-Halle angepfiffen wird. Auch dieses Endspiel wird live auf Sportdeutschland.tv gestreamt, kommentiert von Sport1-Kommentator Uwe Semrau sowie Bob Hanning, der bis vor fünf Jahren mit ihm Handballspiele im DSF kommentiert hatte.

Aufruf zur Wahl der besten Fußballerinnen und Fußballer der Hauptstadt

In den folgenden vier Kategorien läuft die Abstimmung vom 29. Mai bis 30. Juni 2017 und ist über die Internetseite des Berliner Fußball-Verbandes möglich.

John Anthonie Brooks geht nach Wolfsburg.

Kategorie Profifußballer
John Anthony Brooks (Hertha BSC)
Vedad Ibisevic (Hertha BSC)
Rune Jarstein (Hertha BSC)
Damir Kreilach (1. FC Union)
Toni Leistner (1. FC Union)
Marvin Plattenhardt (Hertha BSC)
Steven Skrzybski (1. FC Union)
Christopher Trimmel (1. FC Union)

Kategorie Amateurtrainer
Kenan Arayici (SpVgg Hellas-Nordwest)
Torsten Boer (Eintracht Mahlsdorf)
Hassan Chaabo (FSV Spandauer Kickers)
Dennis Kutrieb/Simon Rösner (VSG Altglienicke)
Uwe Lehmann (SV Lichtenberg 47)
Ersan Parlatan (FC Viktoria 89)
Jeffrey Seitz (SC Staaken)
Marco Wilke (SD Croatia)

Hertha-Trainer Ante Covic steht nicht zur Wahl. Foto: Christian Zschiedrich

Kategorie Fußballerin
Nicole Bartholdi (SFC Stern 1900)
Anja Kähler (FC Viktoria 89)
Sarah Kollek (BW Hohen Neuendorf)
Dina Orschmann (1. FC Union)
Erika Szuh (BW Hohen Neuendorf)
Charly Thomas (1. FC Union II)
Lavinia Timme (BSC Marzahn)
Marie Weidt (1. FC Union)

Kategorie Amateurfußballer
Erhan Bahceci (SC Staaken)
Thomas Brechler (SV Lichtenberg 47)
Ümit Ergirdi (FC Viktoria 89)
Sebastian Huke (Tennis Borussia)
Dennis Srbeny (BFC Dynamo)
Louis Stüwe (VSG Altglienicke)
Maximilian Zimmer (Berliner AK 07)
Christoph Zorn (Eintracht Mahlsdorf)

Unter allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern werden jeweils fünf Jahreskarten für Hertha BSC oder den 1. FC Union, 100 Abonnements der Fußball-Woche sowie verschiedene Nike-Artikel verlost.

Große Sportmeile zu Pfingsten am Brandenburger Tor

Eine LSB-Veranstaltung im Rahmen des Turnfests 2017 „Sportmetropole aktiv” heißt es am 4. und 5. Juni zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule. Der LSB und rund 50 Vereine und Verbände laden am Pfingstsonntag von 11 bis 20 Uhr und am Pfingstmontag von 10 bis 17 Uhr zum Mitmachen und Ausprobieren der unterschiedlichsten Sportarten ein: Basketball, Base- und Softball, Bogenschießen, Bungee-Trampolinspringen, BMX-Parcours, Fechten, Fußball, Gleitboard, Golf, Handball, Hockey, Hurling, Karate, Kendo, Kart- und Quad-Fahren, Klettern, Leichtathletik, Reiten, Rudern, Rhythmische Sportgymnastik, Radsport, Schach, Slackline, Streetball, Tanzen, Taekwondo und Volleyball.

Außerdem stehen verschiedene Gesundheitssportangebote auf dem Programm. Es können Lungenkapazität, Körperfett und Koordinationsfähigkeit gemessen werden und im Kariestunnel wird überprüft, ob die Zähne gesund sind. Zum Mitnehmen liegt Informationsmaterial über Sport, Bewegung und gesunde Ernährung bereit.  Kinder kommen bei zahlreichen Spiel- und Sportstationen auf ihre Kosten. Außerdem können Disziplinen des Sportabzeichens abgelegt werden. Die großen Berliner Profiklubs Alba, Füchse, Eisbären, Hertha und BR Volleys sind ebenfalls mit von der Partie und bringen ihre Maskottchen mit.

Auf zwei Bühnen gibt es nonstop Musik und Tanz, Shows und Mitmach-Aktionen. „Ich verspreche nicht zu viel, wenn ich sage: Für jeden ist etwas dabei, für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit oder ohne Handicap, Anfänger genauso wie sportlich ambitionierte Besucher”, so LSB-Präsident Klaus Böger.

Eintritt und sämtliche Angebote sind kostenfrei. Speisen und Getränke können auf dem Gelände erworben werden. Das Areal zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule ist gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Die Besuchereingänge befinden sich wenige Gehminuten entfernt vom Hauptbahnhof, vom S-Bahnhof Friedrichstraße oder vom Bahnhof Potsdamer Platz.

Der LSB hat das zweitägige Sport-Programm gemeinsam mit der Senatsverwaltung für Inneres und Sport und dem Berliner Turn- und Freizeitsport-Bund auf die Beine gestellt. Über 400 ehrenamtliche Mitarbeiter tragen zum Gelingen der Veranstaltung bei.

Das Saisonende im Berliner Fußball

Grafik: Sportick

In der Bundesliga schaffte Hertha BSC mit 49 Punkten den 6.Platz, der dank Borussia Dortmund die direkte Teilnahme an der Europa League. Glückwunsch. Der 1.FC Union schaffte in der 2.Liga mit 60 Punkten Platz 4, der leider zum Aufstieg nicht reichte. Das Torverhältnis 51:39 ist positiv (+12). Im Vergleich zur Hertha 43:47 (-4). Braunschweig scheiterte in der Relegation an Wolfsburg.

Der Meister in der Regionalliga Nordost heißt mit 75 Punkten Carl Zeiss Jena. Immerhin ein souveräner Zieleinlauf, neun Punkte vor Energie

Cottbus. Für den ersehnten Drittliga-Aufstieg hat sich Jena eine vielversprechende Ausgangsposition im Hin- und Rückspiel gegen Viktoria Köln geschaffen. In Köln wurde 3:2 gewonnen. In der vergangenen letzten Saison hatte Viktoria 89 noch gegen den Abstieg zu kämpfen. Jetzt beendeten die Südberliner die Saison als bester Berliner Vertreter mit 56 Punkten (63:47) auf Platz 4. Doch das Trainerduo Parlatan/Thurau verlässt Viktoria 89.

BAK 07 brachte 55 Punkte (54:42) ins Ziel, Platz 6 hinter Babelsberg 03. Herthas Zweite wurde 9. Von 18 Mannschaften, 48 Punkte (46:48). Als schwächster Berliner Vertreter endeten die 34 Saisonspiele für den BFC Dynamo, Platz 15 (44 P., 51:54). Das schlechte Abschneiden in der Meisterschaft kompensierten die Dynamos mit dem Berliner Pokalsieg, 3:1 nach Verlängerung gegen Viktoria 89 (Bericht Hans-Peter Becker). Na dann lost mal für die erste DFB-Pokalhauptrunde dem BFC einen attraktiven Gegner zu.

In der NOFV Oberliga Nord gewannen beide führenden Mannschaften ihre Heimspiele. Altglienicke 4:1 über Germania Schöneiche und Optik Rathenow 3:1 über Hertha 06. Am kommenden Samstag ist noch ein Spieltag (alle 14.00 Uhr) auszutragen. Der Meister steht noch nicht fest. Die TSG Altglienicke führt mit 70 Punkten vor Optik Rathenow mit 67. Doch Altglienicke muss beim Tabellendritten Lichtenberg 47 antreten und Rathenow hat das weitaus bessere Torverhältnis. Verliert Altglienicke und gewinnt Optik Rathenow bei Germania Schöneiche(14.), dann stößt Optik Altglienicke im letzten Spiel noch vom Sockel. Wie stark legt sich Lichtenberg gegen Altglienicke ins Zeug? Germania Schöneiche zieht die Mannschaft am Saisonende zurück.

In der Berlin-Liga stehen sogar noch zwei Spieltage aus. Dennoch Meisterschaft und Abstieg stehen fest. Glückwunsch dem SC Staaken zur Meisterschaft. Die Mannschaft von Jeffrey Seitz düst bereits am Donnerstag nach Mallorca. Der TSV Hürtürkel (durchgereicht), 1.FC Wilmersdorf und BFC Dynamo II steigen ab. Die Leistungsunterschiede und auch das Zuschauerinteresse sind in der Berlin-Liga arg unterschiedlich. In den unteren Klassen sind ab der Landesliga durchweg noch zwei Spieltage zu bestreiten.

Christian Zschiedrich

Tennis Neuling SV Reinickendorf etabliert sich in der Ost-Liga

Foto: SV Reinickendorf Tennis Herren 30 – Sportick

Ost-Liga Herren 30: SV Reinickendorf – TC Wernigerode 5:4. Damit ist der SV Reinickendorf drei Spieltage vor Saisonschluss bei zwei Siegen und zwei Niederlagen gegen Zehlendorf Wespen und SCC im gesicherten Mittelfeld. Die SV Reinickendorf, die in ihrer 120jährigen Geschichte überhaupt erstmals in der Ost-Liga spielt,, scheint sich gleich in der Premieren-Saison in dieser hochklassigen Liga zu etablieren. Nach sechs Einzeln stand es 4:2. Die SV R. benötigte also nur ein erfolgreiches Doppel, was John Lambrecht und Timo Pohle gegen Michal Raab (CZE) Jiri Supol (CZE) dann auch mit 7:6 und 7:6 erfolgreich beibrachten. Die Partie Florian Zschiedrich gegen Daniel Mlynek wurde erst im Tiebreak mit 10:6 zugunsten von Florian Zschiedrich entschieden. SportickTV konzentrierte sich auf das Match der Beiden.

Spieler des SVR auf dem Foto von links nach rechts: Timo Fleischfresser, Burkhard Buck, Florian Zschiedrich, Richard Lieberenz, Timo Pohle, John Lambrecht.

Christian Zschiedrich

Füchse Berlin vs. Saint-Raphael: Duell Nummer drei entscheidet um Finaleinzug

Nachdem die Füchse Berlin bereits zwei Mal gegen die Franzosen aus Saint-Raphael gespielt haben, treffen sie nun im EHF-Cup Halbfinale ein drittes Mal aufeinander. In der Gruppenphase des Turniers gewannen die Berliner zu Hause 33:31, verloren an der Côte d’Azur jedoch mit 21:27.

Einstellung und Körpersprache müssen die Füchse Berlin am Samstag um 17:45 Uhr auf die Platte bringen, um in Göppingen gegen Saint-Raphael zu gewinnen. „Französische Teams sind traditionell sehr athletisch, da muss man die ganze Zeit auf der Hut sein“, sagt Paul Drux. Das wird allerdings keine leichte Aufgabe, auch, wenn Berlin als Gruppensieger wohl als Favorit in die Partie geht. Dennoch: Wer die MT Melsungen im Viertelfinale deklassierend aus dem Pokal schmeißt, der muss sehr ernst genommen werden. „Wir haben aus der Niederlage in Frankreich gelernt, zudem sind wir gewarnt durch deren Halbfinaleinzug gegen die MT Melsungen. Wir werden auf jeden Fall mit der richtigen Einstellung in die Partie gehen“, so Drux.

Saint-Raphaël steht derzeit auf dem vierten Rang der französischen Liga, der Lidl Star Ligue, in Schlagdistanz zu Platz drei. Nur die Topteams aus Paris, Nantes und Montpellier liegen vor den Südfranzosen, gegen Nantes gewannen sie jedoch mit 23:21.

Zum Kader von Saint-Raphaël gehört mit Adrien Dipanda einer der Weltmeister 2017, Toptorschütze des Teams und des diesjährigen EHF-Cups ist Raphaël Caucheteux mit bisher 76 Treffern, dicht gefolgt von Hans Lindberg mit 74 Toren. Die Franzosen sind mit Mihai Popescu auch im Tor sehr gut aufgestellt, der Rumäne hat in der aktuellen Saison in der französischen Liga eine Quote von mehr als 36% gehaltener Bälle.

Füchse-Coach Velimir Petkovic ist heiß auf seinen dritten EHF-Pokal: „Gegen Saint-Raphael haben wir jetzt einmal gewonnen, einmal verloren, jetzt gewinnen wir wieder. So werden wir das machen“, sagt er mit einem Lachen.

„Ich muss sagen, dass wir es mit der besten nicht-deutschen Mannschaft dieses Wettbewerbs zu tun bekommen, das kann Melsungen bestätigen. Diese Franzosen werden auf kurz oder lang Champions League spielen. Gegen das Weltklasseteam Paris Saint-Germain haben sie in der Liga zuletzt nur knapp verloren, das ist aber mittlerweile keine Überraschung mehr. Vor uns steht eine sehr sehr schwere Aufgabe, aber wir sind in einer guten Verfassung, die Stimmung bei uns im Training und in der Kabine ist hervorragend. Die haben sicherlich genauso viel Respekt vor uns, wie wir vor denen. Das würde mich zumindest nicht wundern. Wir sind auf Augenhöhe und die Tagesform entscheidet. Ich freue mich auf Samstag!“

Hertha gegen finanziell bessergestellte Bayer 04 Leverkusener

Grafik: Sportick

Unser armer Hauptstadtclub wird dennoch gewinnen. Leverkusen kann nicht mehr absteigen, bei und trotz schlechter Leistungen seit Jahren. Da läuft mannschaftlich und spielerisch in dieser Saison wenig zusammen.  Hertha aber kann und sollte auch noch im letzten Heimspiel sich das internationale Geschäft, die Euro-League, nicht entgehen lassen, kann also noch einiges im Vergleich zu den Gästen erreichen. Hinzu kommt, dass Trainer Pal Dardai aus dem vollen schöpfen kann. Das gesamte Mittelfeld sowie Brooks, Lustenberger und Langkamp sind gesundet. Die Konstellation spricht eindeutig für die Platzherren. Alles andere als ein Sieg der Berliner wäre eine Riesenenttäuschung. Zum letzten Heimspiel, wo es für die Hertha in der Tat um einiges geht, wird das Zuschauerinteresse groß und damit die Fan-Unterstützung im weiten Rund bravourös sein. Selten war ich von einem Hertha-Sieg so überzeugt, wie am Samstag.

Christian Zschiedrich

Meisterlicher Empfang im Roten Rathaus

Nach dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft sind die BR Volleys am Montagnachmittag von Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller im Roten Rathaus empfangen worden. In seiner Laudatio sprach Müller von einem „Zeichen des Danks und der Anerkennung für eine herausragende Saison.“ Mit Blick auf die dramatische Finalserie gegen den VfB Friedrichshafen lobte der Regierende Bürgermeister den „unbändigen Kampgeist des Teams“, blickte aber auch auf die anderen Erfolge des Spieljahres zurück: „Nach dem Pokalfinale und der Teilnahme am Final Four der Champions League in Rom war der Gewinn der Meisterschaft nun der krönende Abschluss einer großartigen Saison. Die Sportmetropole Berlin ist stolz auf ihre erfolgreichen Botschafter.“

Vor knapp einer Woche verteidigten die Berlin Recycling Volleys dank eines 3:1-Auswärtserfolgs gegen den VfB Friedrichshafen die begehrte Meisterschale und feierten den achten Meistertitel der Vereinsgeschichte. Nachdem die Mannschaft das Auftaktmatch der Playoff-Finalserie am Bodensee klar verloren hatte, gelang dem Hauptstadtclub ein unglaubliches Comeback mit zwei eindrucksvollen 3:1-Siegen, zunächst im Berliner Volleyballtempel, dann in der „Höhle des Löwen“.

Auch BR Volleys Manager Kaweh Niroomand richtete einige offizielle Worte an die Anwesenden und dankte dem Einladenden und der Stadt Berlin für ihre Unterstützung: „Ich möchte mich bei Ihnen persönlich, aber auch bei der Senatsverwaltung für die treue Wertschätzung unserer Arbeit bedanken, genauso bei unseren zahlreichen Sponsoren, von denen heute einige Vertreter hier sind. Ohne Ihre Hilfe wäre Spitzensport auf diesem Niveau nicht möglich“. Gleichzeitig betonte Niroomand den „Vorbildcharakter des Spitzensports für den Breiten- und Nachwuchssport“ und damit dessen „Bedeutung für die Gesellschaft im allgemeinen sowie unsere Stadt in speziellen“. Am Ende der Ehrung trugen sich Spieler und Offizielle des Vereins ins „Buch der Stadt Berlin“ ein.

Luke Reynolds neuer BR Volleys-Trainer

Foto: Eckhard Herfet

Jung, dynamisch und innovativ – Luke Reynolds ist der neue Cheftrainer der Berlin Recycling Volleys und bringt ein erfrischendes Konzept mit an die Spree. Neun Tage nach dem Gewinn der achten Deutschen Meisterschaft läutete der Hauptstadtclub mit der Vorstellung des Australiers im Partnerhotel „Park Inn Alexanderplatz“ bereits die Saison 2017/2018 ein. Zuletzt war der 31-Jährige als Assistenz- und Athletiktrainer des ehemaligen Berliner Erfolgscoaches Mark Lebedew bei Jastrzebski Wegiel tätig und tritt nun die Nachfolge von Roberto Serniotti an, der in der kommenden Saison Asseco Resovia Rzeszow trainieren wird.

„Zuallererst möchte ich mich bedanken, hier in Berlin sein zu dürfen und nun Teil der BR Volleys-Familie zu werden. Ich empfinde große Vorfreude, mit einer der besten Mannschaften Europas zu arbeiten“, richtete Reynolds seine ersten Worte an die Berliner Medienlandschaft. Der „Man from Downunder“ versteht sich selbst als „kommunikativen Motivator und Lehrer“, der an die große Vielfalt an Ideen und Möglichkeiten zur Weiterentwicklung des Volleyballs glaubt: „Wir wollen mit Leidenschaft und Begeisterung spielen. In unserem Sport sollte man risikofreudig sein. Das möchte ich mit der Mannschaft verkörpern und so unsere Fans mitreißen“, fasste Reynolds seine Coaching-Philosophie zusammen.

BR Volleys Manager Kaweh Niroomand begründete den mit dem Australier eingeschlagenen Weg mit dem Wunsch nach Innovation: „Mit der Verpflichtung von Luke wollen wir neue Reize setzen und versprechen uns eine Aufbruchstimmung in der Mannschaft. Er steht für eine andere Art der Kommunikation, die vom Standard der vielen renommierten Trainer in Europa abweicht. Wir wollten vom Mainstream abweichen, neue Impulse für das Team setzen und die Spieler mit einem jungen Trainer mit in die Verantwortung holen. Deshalb gehen wir dieses Risiko ganz bewusst ein.“

Seinen bisher größten Erfolg errang Reynolds in der vergangenen Saison als Assistenz-Trainer von Lebedew mit Wegiel, als man in der starken polnischen Liga den 3. Platz belegte und sich damit direkt für die Champions League qualifizierte. In Schweden erreichte der Australier zuvor als Cheftrainer von Svedala Volley die Vize-Meisterschaft und das Pokalfinale.

Während Reynolds somit noch eher geringe Erfahrung als Cheftrainer mitbringt, soll der Australier mit seinen Kenntnissen aus College-Zeiten in Kanada auch die Jugendarbeit des Hauptstadtclubs beleben, beschreibt Niroomand das Anforderungsprofil: „Mit Luke wollen wir unseren verstärkten Fokus auf den Nachwuchsbereich untermauern. Seine Erfahrungen aus Kanada und Australien werden uns dabei helfen. Die Verknüpfung der Jugendarbeit mit der Profiabteilung wird eines der zentralen Themen in den kommenden Jahren. Die aktuellen Zuwachszahlen bestätigen uns auf diesem Weg und mit Luke haben wir eine Persönlichkeit, die uns dabei sicher helfen wird.“ Reynolds sprüht jedenfalls vor Tatendrang: „Ich bin voller Energie und bereit für die großen Herausforderungen mit den BR Volleys!“ Diese wird er nach dem Sommer mit der australischen Nationalmannschaft, wo er unter Lebedew Co-Trainer ist, angreifen.

Wasserfreunde erreichen ungefährdet das Finale gegen W98 Waspo Hannover

Wasserfreunde Spandau 04 – OSC Potsdam 20:12 (5:1, 7:1, 4:6, 4:4)

Wasserfreunde Spandau 04 – OSC Potsdam 18:10 (5:1, 4:2, 5:4, 4:3)

Im Halbfinale der Deutschen Wasserballmeisterschaft setzten sich die Berliner in 3 Spielen der “Best-of-Five“-Serie gegen den OSC Potsdam durch und qualifizierten sich damit schnellstmöglich für das Finale. In den beiden Heimspielen der Berliner fiel eine stattliche Anzahl von insgesamt 60 Toren. Das Team von Petar Kovacevic startete in beiden Begegnungen gut und hatte sich bereits jeweils zur Halbzeit eine komfortable Führung erarbeitet. In den zweiten Hälften beider Spiele war bei den Berlinern allerdings streckenweise eine verminderte Konzentration zu erkennen. Viele individuelle Fehler konnten daher von den niemals aufsteckenden Potsdamern rigoros in Tore umgewandelt werden. – Petar Kovacevic nutze die Halbfinalspiele auch, um seine Spieler vor dem Finale noch ausgiebig zu testen.

Im Finale erwartet den amtierenden Deutschen Meister die Mannschaft von W98 Waspo Hannover, die ebenfalls in 3 Spielen den ASC Duisburg besiegen konnte. Die Finalspiele Spandau gegen Hannover werden in der Wasserballszene mit Spannung erwartet. Die Niedersachsen, die in dieser Saison so wie auch die Spandauer in der Champions League viel Spielpraxis sammeln konnten, haben vorab rasante Spiele angekündigt.

Die Finalserie wird mit dem 1. Spiel am 03. Juni 2017 in Hannover starten. Die Wasserfreunde, die mit einem Heimspiel-Bonus in die Serie starten, werden die Niedersachsen zum 2. und 3. Spiel am 10. und 11. Juni 2017 in Berlin empfangen.