Persönliche Grüsse an unsere Leser

Christian Zschiedrich Foto: Hans-Peter Becker

Die Mecklenburgische Seenplatte gehört einfach zu Deutschlands Naturschönheiten. Allerdings läd die Jahreszeit nicht unbedingt zum Baden ein. Das kostete ich intensiv als Jugendlicher mit 18 Jahren aus. Von Grünau Schmöckwitz aus paddelte ich der Spree entlang nach Mitte durch die Schleusen nach Spandau in die Havel. Dann die Havel hoch bis zum Plauer See und schließlich bis zur Müritz. Die Gegend, wo ich jetzt zur Reha bin, kenne ich also mehr vom Wasser her. Die nach der Wende neu gebaute und 1994 eröffnete Klinik Plau am See ist modern eingerichtet und medizinisch auf dem neuesten Stand. Man kann sich, die Gesundheit stets im Visier, sehr wohlfühlen. Ich rase von Anwendung zu Anwendung, versuche, etwas abzuschalten.

Kann man das als engagierter Sportjournalist überhaupt? Zu Zeiten von TV Sport in Berlin konnte ich nach meinen vielen Operationen das in Berlin nicht. Erinnere mich, dass Sebastian Bruch mit der Kamera in die Klinik kam und ich vom Krankenbett aus meine Berichte und Kommentare sprach. Das muss ich zum Glück nicht mehr. Hans-Peter Becker und Frank Toebs legen sich ordentlich ins Zeug, um unser Internetportal weiterhin aktuell zu gestalten. Und ich habe mir einen Internetzugang in einem diesbezüglich vernachlässigten Gebiet verschafft.

Heute bringe ich meine Gedanken – Hertha BSC und dem 1.FC Union betreffend – zu Papier. Bald rollt in der Bundesliga der Ball wieder. Die Aussichten für beide Berliner Clubs sind ja gar nicht unübel. Ach wäre das wunderbar, hätte Berlin in der nächsten Saison zwei Bundesligaclubs in der Eliteliga. Und wenn Hertha BSC wieder im Internationalen Geschäft mitmischen könnte, das wäre für unsere Hauptstadt sehr zu begrüßen.

RB Leipzig brauchte letzte Saison 53 Punkte für die Europa League. Hertha hat derzeit 24 Zähler. Pal Dardai wäre in der Rückrunde ebenso mit 24 Punkten zufrieden. Die dann 48 Punkte werden vermutlich in der Endabrechnung nicht reichen. Aber, warum nicht einmal anders als gewohnt die Rückrunde bestreiten. Die Spieler wissen angeblich, worum es geht. Am 20. Januar ist Rückrundenstart in Nürnberg. Außerdem wird das Pokalspiel gegen die Bayern in einem vollen Stadion zum Saisonhöhepunkt.

Der 1. FC Union könnte den Aufstieg schaffen. Ja, die Eisernen gehen mit Aufstiegschancen ins Jahr 2019. Bis zum 18. Spieltag blieben sie ungeschlagen. Ausgerechnet in Aue riss die Erfolgsserie. Sieben Siege, eben diese einzige Niederlage und zehn (10) Unentschieden bescheren 31 Punkte, Tabellenplatz vier. Die unverhältnismäßig vielen Unentschieden sind gleichzeitig der Grund für nur 15 Gegentore. Der Verein vollbrachte den größten Umbruch seit dem Abschied von Trainer Uwe Neuhaus.

Trainer Urs Fischer gelang der Erfolg mit neun Neuzugängen und zwei Rückkehrern, von denen oft fünf bis sieben Neuzugänge in der Startelf standen. Voll eingeschlagen haben Torwart Rafal Gikiewicz aus Freiburg und die beiden aus Hannover kommenden Innenverteidiger Florian Hübner und auf der Sechserposition Manuel Schmiedebach (aus dem Nachwuchs von Hertha BSC). Die Defensive wurde beachtlich stabilisiert, wurde beste Abwehr der Liga. Der Ex-Lauterer Sebastian Andersson macht mit sechs Toren im Sturm auf sich aufmerksam.

Am Donnerstag, 31. Januar, 20.30 Uhr kommt zum Start nach der Winterpause der 1. FC Köln, ein Publikumsmagnet in die Alte Försterei. Der geschilderten Konstellation wegen hat die Partie diesmal besondere Anziehungskraft und Bedeutung. Bis dahin dürfte auch ich wieder auf den Damm sein. Euch sendet beste Grüße

Christian Zschiedrich

Keine Punkte an Spieltag drei

Im dritten Champions-League-Spiel der Saison kassierten die Berlin Recycling Volleys am Mittwochabend vor 4.252 Zuschauern die zweite Niederlage. Das „Duell der Meister“ in der Max-Schmeling-Halle ging mit 0:3 (21:25, 22:25, 23:25) deutlich an den polnischen Champion PGE Skra Belchatow. So bleiben die Hauptstädter mit drei Punkten Letzter in der Gruppe B der Königsklasse.

Cedric Enard sah nach dem deutlichen 3:0-Erfolg in der Bundesliga gegen Bühl zunächst keinen Grund für Veränderungen und begann deshalb mit Georg Klein, Nicolas Le Goff, Sebastian Kühner, Kyle Russell, Samuel Tuia, Adam White und Libero Dustin Watten. Dem französischen Headcoach stand nach überstandener Fingerverletzung auch sein Landsmann Nicolas Rossard wieder zur Verfügung.

Im dritten Saisonspiel auf europäischer Bühne begann Berlins Volleyballteam Nr. 1 wenig fokussiert. Mit leichten Fehlern spielte man dem polnischen Meister in die Karten, der seinerseits souverän agierte (5:7, 7:10).  Die Annahme der BR Volleys war im ersten Satz wenig champions-league-würdig (nur 36 % positiv) und so hatten es die Angreifer äußerst schwer. Kühner suchte häufig White, der aber erst zum 16:18 das zweite Mal am Skra-Block vorbeikam. Die Gäste antworteten prompt mit einem weiteren Break (16:20) und Weltmeister Kochanowski beendete schließlich den ersten Satz per Schnellangriff (21:25).

Die Berliner kämpften weiter mit ihrem eigenen Spiel. Zu selten konnte mit dem Service Druck ausgeübt werden. Wenn es dann doch einmal gelang, fehlte die letzte Gier in den Blockaktionen (5:8). Erst durch Fehler der Gäste und einen knallharten Breakpunkt von Russell gelang der Ausgleich (11:11). Tuia ließ das erste Ass der Männer in Orange folgen und endlich griff auch der Block in Person von Russell und wenig später Klein zu (17:14). Als Belchatow sich aufbäumte, brachte Enard Jeffrey Jendryk für Klein und Jan Zimmermann für Kühner (17:18). Es half nichts, White kassierte den entscheidenden Servicewinner (20:23) und Belchatow zog auf 2:0 davon (22:25).

Für einen guten Start in den dritten Durchgang sorgte Tuia, der beste Berliner Service-Spieler an diesem Tag (9:4). Aber es folgte die nächste Schwächephase des Heimteams und Enard versuchte mit der Einwechslung von Linus Weber auf Außen-Annahme einen neuen Impuls zu setzen (10:10). Gemeinsam mit ihren mehr als 4.000 Zuschauern kämpften die BR Volleys nun um eine Spielverlängerung (17:17). Jendryks Block wähnten die Fans schon auf dem Hallenboden, doch eine Fußabwehr von Belchatow hielt den Gast im Spiel (19:19). Zwar brachte speziell Weber den Volleyballtempel noch zweimal zum Beben, aber dann war es der Mann des Tages, Jakub Kochanowski, der die Berliner Annahme doppelt kalt erwischte (22:24). Mit dem zweiten Matchball waren die Messen gesungen (23:25).

Belchatows Cheftrainer Roberto Piazza war entsprechend erleichtert: „Jedes Spiel in der Champions League ist schwer. Ich bin glücklich, wie mein Team aufgetreten ist, besonders weil uns mit Wlazly und Szalpuk zwei wichtige Spieler gefehlt haben. Es ist immer ein Vergnügen vor dieser Kulisse zu spielen.“ Kaweh Niroomand, Geschäftsführer der BR Volleys, fand hingegen klare Worte: „Es wurde heute wieder deutlich. Wir schaffen es nicht, konstant und ruhig unser Spiel aufzuziehen. Uns fehlt Gelassenheit und Geduld. Wir waren heute nicht unbedingt schlechter als der Gegner, legen uns aber immer wieder selbst Steine in den Weg. Theoretisch ist in der Gruppe noch alles drin, doch jetzt wird es natürlich ungleich schwerer.“

Quelle: Christof Bernier /BR Volleys

Berliner Fans mit Vorfreude auf das Lokalderby

Nach Jahren der Lokalderby-Abstinenz freuen sich die Fans beider Vereine auf den Vergleich am Sonntag, den 20. Januar 2019 um 15:00 Uhr in der Köpenicker Hämmerlinghalle. Die leicht ungewöhnliche Anpfiffzeit ist dem vorherigen Samstagspiel des RPB beim Tabellenletzten VC Olympia Schwerin geschuldet. So darf die 2. Mannschaft des BBSC am Samstag Abend zu gewohnter Stunde um 19:00 Uhr in der Hämmerlinghalle gegen den Tabellenzweiten der Dritten Liga, Nord Havel Oranienburg antreten. Die Havelstädterinnen kommen mit drei früheren BBSC-Athletinnen der letzten Saison und noch dazu einigen Erstligaerfahrenen(!) nach Köpenick – schon dieses Spiel am Samstag verspricht aus dieser Konstellation heraus beste Volleyballkost. .

Am Sonntag geht es dann in der 2. Bundesliga um Punkte. Das letzte echte Lokalderby in der Zweiten Bundesliga Nord vor sieben Jahren bestritten noch der TSV Rudow und Rotation Prenzlauer Berg –  in den Jahren danach war mit Ausnahme des Sonderspielrechts des VC Olympia jeweils nur noch ein Berliner Verein in der Bundesliga Nord vertreten. In dieser Saison treffen endlich wieder zwei ambitionierte Berliner Zweitligisten aufeinander. Freilich macht der jeweilige aktuelle Tabellenplatz beiden Teams und gleichzeitig Tabellennachbarn leichte Sorgenfalten: Sowohl RPB wie auch der BBSC finden sich nach der Hälfte der Saison ungewollt in der Abstiegszone der Liga. Beide Vereine hatten sich das wohl etwas anders vorgestellt – auch bei RPB würde ein Abstieg die Erreichung des nach Managementbekundungen angestrebten Ziels eines mittelfristigen Aufstiegs in die 1. Bundesliga konterkarieren.

Rotation Prenzlauer Berg war in den vergangenen Jahrzehnten regelmäßig eine der besten Berliner Adressen, wenn es um leistungsbetonte Nachwuchsentwicklung im Volleyballbereich ging. Regelmäßige Medaillen bei Deutschen Jugend-Meisterschaften geben ein beredtes Zeugnis von der sehr guten Trainingsarbeit mit den Jugendlichen. Dabei profitierte der Verein auch von der guten Zusammenarbeit mit dem VC Olympia: Ein stattlicher Teil des jungen RPB-Aufgebots erhielt seine Ausbildung auch unter den Fittichen der bestens ausgebildeten VCO-Trainer.

Dies allein sollte allerdings für das bisherige Spielgeschehen in der 2. Bundesliga noch nicht ganz ausreichend sein. Zu instabil präsentierte sich das Team aus dem Berliner Osten, zu häufig verhinderten auch personelle Ausfälle durch Krankheiten, Verletzungen oder die Ausbildung der Spielerinnen mehr Erfolge in der Liga. Bei dem breiten Aufgebot (bis zur früheren A-Nationalspielerin Dominice Steffen) konnten zwar die Ausfälle grundsätzlich kompensiert werden, doch war der nominell „erste Sechser“ nicht allzu oft im Einsatz.

Zum Saisonbeginn schickte das Team aus Hohenschönhausen die Gäste aus Köpenick im Hinspiel mit einem klaren 3:0 nach Hause – mit einem gleichen Ergebnis am Sonntag würde Rotation in der Tabelle mit dem BBSC wieder gleichziehen. BBSC-Trainer Robert Pultke ist sich darüber klar, „dass die Hohenschönhauser Gäste alles in ihrer Macht Stehende versuchen werden, um die Punkte mitzunehmen. Das wird definitiv ein Kampfspiel, in dem beide Seiten an ihre Grenzen gehen werden. Das betrifft  nicht nur die kämpferische Aufgabenstellung, sondern auch spielerisch und von der Konzentration her werden Höchstleistungen verlangt.“ Ein harter Weg liegt also vor dem BBSC-Team – der angestrebte Sieg gegen die Lokalnachbarn könnte die Südostberlinerinnen ein deutliches Stück auf dem Weg Richtung Tabellenmittelfeld vorwärts bringen. Dazu ist es aber erstmal erforderlich, den Kampf gegen die Gäste aufzunehmen, selbst Akzente zu setzen und dem Spiel den eigenen Stempel aufzudrücken. Die Mannschaft hat genug Motivation, die Aufgabe am kommenden Sonntag mit Konzentration und Kampfgeist zu lösen. Wir sehen uns in der Hämmerlinghalle!

Quelle: Burkhard Kroll /BBSC

ALBA BERLIN zu Gast beim litauischen Vizemeister Rytas Vilnius

Nach dem 93:84 im Bundesliga-Spitzenspiel in Oldenburg fahren die Basketballer von ALBA BERLIN mit gestärktem Selbstvertrauen zum vierten Auswärtsspiel in Folge ins litauische Vilnius. Dort soll am Mittwochabend (16. Januar, 18 Uhr, live auf MagentaSport) im Duell mit Rytas Vilnius nun auch im 7DAYS EuroCup ein Auswärtssieg her. An den ersten beiden Spieltagen hatte es in der engen Berliner Gruppe E nur Heimsiege gegeben, sodass alle vier Teams mit je 1:1 Siegen gleichauf in den dritten von sechs Spieltagen gehen.

Stimmen
Aito Garcia Reneses (Headcoach ALBA): „Dies ist ein sehr wichtiges Spiel in einer sehr engen Gruppe, die bisher nur Heimsiege gesehen hat. Auswärts zu gewinnen könnte der Schlüssel sein, um sich für die nächste Runde zu qualifizieren. Früh unseren Rhythmus zu finden wird für uns der Schlüssel für einen Sieg in Vilnius sein gegen ein Team, das gut verteidigt und in der Offensive viele Optionen hat. Zwei wichtige Spieler wie Chris Kramer und Margiris Normantas nach ihren Verletzungspausen wieder dabei zu haben wird Rytas zusätzliche Energie geben.“

Rokas Giedraitis (Forward ALBA): „Für mich wird es sicherlich ein bisschen komisch, dieses Mal als Gast in die Halle zu kommen, die bis zum Sommer noch meine Heimhalle war. Nichtsdestotrotz will ich das Spiel natürlich gewinnen. Letzte Woche gegen Belgrad haben wir nicht zu unserem typischen schnellen Spiel gefunden. Um dies erneut zu tun, müssen wir vor allem in der Defensive auch wieder besser stehen, da uns eine gute Verteidigung die Möglichkeit gibt, ins Laufen zu kommen und einfache Punkte zu machen. Das ist unser Spiel.“

Infos
Die Vorfreude auf das ALBA-Gastspiel ist in der litauischen Hauptstadt riesig. Zum einen freuen sich die Fans in der 11.000 Zuschauer fassenden Siemens Arena auf das Wiedersehen mit dem Nationalspieler Rokas Giedraitis, der bis zu seinem Wechsel nach Berlin drei Jahre für Rytas spielte. Zum anderen werden gegen ALBA mit US-Point Guard Chris Kramer und dem jungen Shooting Guard Margiris Normantas zwei wichtige Rytas-Spieler nach langer Verletzungspause aufs Parkett zurückkehren.

Vor allem der Ausfall von Kramer im November mit einer komplizierten Knöchelverletzung tat Rytas in den vergangenen Wochen und Monaten weh. Zwar sprangen der Kroate Rok Stipcevic und Nationalspieler Mindaugas Girdziunas stark in die Bresche, aber voll ersetzen konnten sie den von 2012 – 2017 mit Oldenburg auch in der Bundesliga erfolgreichen US-Guard, der Vilnius in der vergangenen Saison in Meisterschaft und Pokal ins Finale geführt hatte, nicht.

Neben den zurückkehrenden Spielern macht vor allem eine gut organisierte und harte Verteidigung Rytas zu einem unangenehmen Gegner. Trainer Dainius Adomaitis setzt dabei zum Aufrechterhalten der hohen Intensität, genau wie ALBA-Trainer Aito, nicht selten auf eine Zwölfer-Rotation. Die korbgefährlichsten Akteure sind dabei D.J. Seeley (spielte 2015/16 unter Coach Aito für Gran Canaria) und der trotz seiner nur 1,96 Meter mit eindrucksvoller Athletik auf der Position vier startende Dominique Sutton.

Das Manko, dass man auf Center nach einer Verletzung des erfahrenen Evaldas Kairys mit dem zwar sehr talentierten, aber noch jungen Nationalspieler Martynas Echodas etwas dünn besetzt war, hat Rytas zum Jahreswechsel mit der Nachverpflichtung des weißrussischen Nationalcenters Artsiom Parakhouski beseitigt. Der kräftige Center, der im Vorjahr für Maccabi Tel Aviv spielte, glänzte am Samstag in der litauischen Liga beim 82:75 in Siauliai mit 20 Punkten und 11 Rebounds.


ALBA-Bilanz gegen Rytas Vilnius
5 Siege – 3 Niederlagen (in Vilnius 2:2)
Europaliga 2:0 / EuroCup 2:3
Höchster Sieg: 95:70 am 19. Oktober 2000 in Berlin
Höchste Niederlage: 73:94 am 20. Dezember 2017 in Vilnius

Quelle: ALBA Berlin

BR Volleys – Wiedersehen weckt Erinnerungen

Mit dem Namen des kommenden Champions-League-Gegners verbindet man bei den BR Volleys Großes: Wenn am Mittwochabend (16. Jan um 20.00 Uhr) PGE Skra Belchatow zum dritten Spiel der Gruppenphase 2018/2019 in der Max-Schmeling-Halle aufschlägt, werden aber nicht nur Erinnerungen an die historische Bronzemedaille beim Heim-Final-Four 2015 geweckt, es geht auch um viel für die aktuelle Spielzeit.

Nervenaufreibende sieben Matchbälle wurden im Spiel um Bronze beim unvergessenen „Games4Giants“-Turnier 2015 in der Max-Schmeling-Halle bereits vergeben, dann trat der Mann mit dem prächtigen Haar, Francecso De Marchi, an die Aufschlaglinie und hielt drauf. Ferdinand Tille im Skra-Trikot patzte und beim 23:21-Tiebreakerfolg der BR Volleys brachen alle Dämme. Bis heute einer der emotionalsten Momente aus „10 Jahre Volleyballtempel“.

Dank des ersten offiziellen Wiedersehens mit PGE Skra Belchatow seit jenem 29. März 2015 kehrt morgen ein Stück der Königsklassen-Magie von damals zurück in die Arena in Prenzlauer Berg. „Ohne Frage war das eines der größten Spiele unserer Vereinsgeschichte. Das morgige Duell besitzt zwar nicht diese Tragweite, doch es treffen zwei amtierende Meister aufeinander“, betont BR Volleys Manager Kaweh Niroomand und ergänzt: „Wie zuvor vermutet, ist das jeweilige Heimrecht in dieser ausgeglichenen Gruppe D von enormer Bedeutung.“ Der 66-Jährige weiß, die Ausgangslage könnte spannender kaum sein. Alle vier Mannschaften aus Berlin, Belachtow, Danzig und Maaseik haben vor dem dritten Spieltag drei Punkte auf dem Konto, weil man das jeweilige Heimspiel deutlich gewinnen konnte.

„Belchatow hat für mich leicht die Nase vorn, allein schon, weil der Verein Polnischer Meister ist. Das Team hat sich nach der WM in der heimischen Liga schwergetan, aber ist nun schon Fünfter und die Tendenz zeigt klar nach oben“, warnt der Geschäftsführer vor einer zu großen Erwartungshaltung, zeigt sich aber dennoch optimistisch: „Unsere drei Siege zuletzt waren gut und wichtig. Gegen Bühl haben mir vor allem die Gegner-unabhängigen Elemente wie Aufschlag und Spielintensität gefallen. Aber wir sind noch lange nicht dort, wo wir hinwollen. Das morgige Match ist ein wichtiger Gradmesser.“ Beim Hauptstadtclub werden die beiden Außenangreifer Moritz Reichert und Egor Bogachev weiterhin schmerzlich vermisst, ein Einsatz von Libero Nicolas Rossard bleibt fraglich. Dafür funktionierte zuletzt die Achse Kühner-Russell hervorragend, doch das allein wird gegen eine europäische Spitzenmannschaft nicht ausreichen. Die BR Volleys müssen der Athletik des Gegners mit großer Variabilität im Angriff entgegentreten.

Über einen waschechten „Go-to-Guy“ verfügt hingegen Belchatow. Der hieß schon beim CL Final Four 2015 Mariusz Wlazly. Der mittlerweile 35-Jährige prägt seit 2003 eine eindrucksvolle Ära des Clubs. Mit seinem Herzensverein gewann der Diagonalangreifer sagenhafte neun Meisterschaften in einer der stärksten Ligen der Welt und auch in der aktuellen Saison ist er für die Mannschaft von Trainer Robert Piazza unverzichtbar (CL-Topscorer mit 35 Punkten). Außerdem wartet der amtierende polnische Champion mit drei aktuellen Weltmeistern auf. Jakub Kochanowski, Grzegorz Lomacz und Artur Szalpuk holten im September 2018 unter Coach Vital Heynen WM-Gold für das Nachbarland.

Doch den BR Volleys braucht weder Angst noch Bange sein, denn Niroomand sieht sein Team mittlerweile im heimischen Volleyballtempel angekommen: „Ich habe den Eindruck, dass unser Heimvorteil inzwischen auch für die neuen Spieler zu einem wird und den benötigen wir in diesem wegweisenden Match. Ich hoffe auf eine Initialzündung!“

Eurosport 1 zeigt das „Duell der Meister“ ab 20.00 Uhr im Free-TV.

Quelle: Christof Bernier / BR Volleys

BBSC Berlin holt Punkte in Niedersachsen

Glatte fünf Spiele über fünf Sätze hatten die BBSC-Mädels vor dem Auswärtsvergleich in Lehrre gegen Aligse absolviert und tatsächlich fünf verloren. Nun endlich gelang es im sechsten Fünfsatzspiel, den Bock umzustoßen und als Sieger das Parkett zu verlassen.

Weiter ohne Marie Holstein (verletzt), aber auch ohne Caroline Eggert (Prüfungsvorbereitung ) trafen die Berlinerinnen im ersten Rückrundenspiel auf einen Aufsteiger, der seit dem Hinspiel im September deutlich an Fähigkeiten und Zweitligaerfahrung gewonnen hatte. Die Randhannoveranerrinnen zeigten im ersten Satz gleich einmal, dass sie sich für die zweite Halbserie ein paar Siege mehr vorgenommen haben. Perfekt harmonierte das Zuspiel mit der 1,93-Mittelblockerin Gesa von Harlessem. Der BBSC agierte dagegen zu ängstlich und mit zu vielen eigenen Fehlern – klare Sache – der Satz ging an Aligse. Mit deutlich konzentrierterem Spiel der Gäste ging dafür der zweite Satz nach Berlin. 

Die folgende 10 Minuten-Pause bekam allerdings nur den Gastgeberinnen. Zunächst überhaupt nicht in den Rhythmus kommend, fanden die Berlinerinnen keine Mittel gegen die Aufschläge der früheren Emlichheimerin Lena Onnen (neun Punkte Rückstand). So gelang es lediglich noch, wieder ein wenig Schwung für den nächsten Satz aufzubauen. Der vierte Satz ging dann auch nach Berlin. Gerade Josephine Suhr (später zum MVP gewählt) überzeugte hier mit vielen guten Aktionen. Also musste wieder einmal der Tiebreak die Entscheidung bringen: Herzklopfen auf der Bank – das konnte doch nur ein schlechtes Omen sein? Und tatsächlich begannen die Niedersachsenmit einer 8:5 -Führung, ehe Katharina Kummer zum Aufschlag schritt. 8:12 zugunsten des BBSC hieß es nachfolgend – der Rest müsste doch auch noch zu machen sein? Denkste – trotz einer 10:14 Führung für die Gäste stand es kurze Zeit später 14:14. Die Anspannung auf der Bank war fast physisch spürbar – die Erlösung brachte ein Netzroller zum 17:15 zugunsten der Berlinerinnen.

Megaglücklich  zeigte sich danach BBSC-Trainer Robert Pultke: „Nach diesem Spielverlauf können wir zufrieden sein, zwei Punkte nach Berlin mitzunehmen. Ein schöner Start in das neue Jahr, aber mehr auch nicht, denn unser Fokus liegt bereits auf dem Vergleich gegen Rotation Prenzlauer Berg am kommenden Sonntag um 15:00 Uhr.“ Im Lokalderby in der heimischen Hämmerlinghalle geht es schon um die Weichenstellung, ob es dem BBSC gelingt, sich ein wenig von der Abschiedszone der Liga absetzen zu können.

Burkhard Kroll /BBSC Berlin

SV Buchholz Sieger beim Bezirksliga-Hallenturnier

Der Autor in der Fußball-Woche erwartete „Budenzauber“ beim Hallenturnier der Bezirksliga-AG in der Sporthalle Schöneberg. Wie schon letztens auf höherer Ebene bei den Turnieren im Regio-Cup und in den Partien der Berlin-Liga war auch hier aber ein wenig zuviel Bolzerei im Spiel.

Auf jeden Fall gaben die 17 Mannschaften am Sonnabend immer ihr Bestes und die Begegnungen im Halbfinale sowie das Endspiel FC Internationale II gegen SV Buchholz steigerten die Lust beim Publikum.

Unter den zeitweise über 200 Besuchern stieg die Stimmung besonders an, wenn TSV Mariendorf 97 II am Ball war. Wichtig erschien vor allem, dass alles friedlich blieb, was beim Hallenfußball in den unteren Ligen in der Vergangenheit nicht immer der Fall war. Gewinner SV Buchholz wurde von Vereinsmitgliedern nach dem glücklichen Sieg im Entscheidungsschießen sogar mit einem kühlen Bier noch auf dem Spielfeld begrüßt. Also keine scheinbar obligatorische Sektdusche, sondern echter Genuss und Freude unter Amateursportlern. Toll!
Frank Toebs

Winterabgänge bei den Eisernen

© Grafik Hans-Peter Becker

Die Mannschaft des 1. FC Union Berlin fliegt am Samstag, 12. Januar nach Spanien um in Jerez de la Frontera, bei gewiss angenehmeren Temperaturen als zur Zeit in Berlin, die Vorbereitung auf die entscheidende Phase der Saison zu beginnen. Drei Spieler aus dem Kader werden nicht mehr dabei sein. Simon Hedlund, Christoph Schösswendter und Kenny Prince Redondo werden zukünftig für andere Vereine spielen.

Bereits unter Dach und Fach sind die Wechsel von Stürmer Simon Hedlund zu Bröndby IF nach Dänemark und von Innenverteidiger Christoph Schösswendter, der seinen Vertrag bei den Eisernen auflöste, um zukünftig für Admira Wacker Mödling in Österreich zu spielen. Schösswendter spielte bereits von 2013 bis 2016 für die Admira. Bei den Eisernen kam er lediglich zu drei Einsätzen. „Auch wenn ich mir meine sportliche Situation natürlich anders vorgestellt habe, hatte ich in Berlin und bei Union eine super Zeit. Ich habe mich von Anfang an mit dem Verein identifiziert und mich sehr wohlgefühlt, das familiäre Umfeld und unsere unglaublichen Fans hatten daran einen großen Anteil. Jetzt geht es für mich persönlich aber darum, noch einmal einen neuen Weg zu gehen. Ich möchte wieder regelmäßig auf dem Platz stehen und bin in vielversprechenden Verhandlungen mit einem neuen Verein. Der Mannschaft, dem Staff und allen Fans wünsche ich weiterhin viel Erfolg und alles Gute für die Rückrunde, die ich natürlich mit Spannung verfolgen werde“, verabschiedete sich Christoph Schösswendter beim 1. FC Union Berlin.

Kenny Prince Redondo verlässt den 1. FC Union Berlin und schließt sich ab sofort dem Ligakonkurrenten Spielvereinigung Greuther Fürth an. Der Transfer erfolgt unter Vorbehalt eines erfolgreich vollzogenen Medizinchecks, den Redondo in Fürth absolvieren wird. Der heute 24-jährige Münchner kam im Sommer 2015 von der SpVgg Unterhaching zu Union und absolvierte insgesamt 73 Spiele für den Verein, dabei gelangen ihm 10 Scorerpunkte. Sein neuer Arbeitgeber, die Spielvereinigung Greuther Fürth, belegt derzeit den elften Tabellenplatz der 2. Bundesliga.

„Ich freue mich, dass der Verein meinem Wechselwunsch entspricht und bin den Verantwortlichen sehr dankbar. Ich hatte eine tolle Zeit bei Union und habe mich sowohl sportlich als auch persönlich in den letzten Jahren weiterentwickelt. Trotzdem möchte ich nun einen neuen Schritt wagen, um in Zukunft mehr Spielzeit zu bekommen. Vielen Dank an alle Unioner die mich in den letzten Jahren so unterstützt haben, ich wünsche euch und dem Verein alles Gute und eine erfolgreiche Saison“, kommentierte Kenny Prince Redondo seinen Wechsel.

Die jetzt realisierten Wechselwünsche kommen nicht überraschend. Hedlund, in der vergangenen Saison mit 33 Einsätzen in der Liga und im Pokal eine Stammkraft, war zuletzt mit seiner Rolle im Kader unzufrieden. Es reichte lediglich zu 11 Einsätzen in der Liga und zwei im Pokal. Besonders gewurmt haben dürfte ihn, dass er in der aktuellen Saison sechs Mal von der Tribüne aus zu sehen musste.

Christoph Schösswendter hatte bereits unter Jens Keller keine guten Karten, verhielt sich dabei stets professionell. „Christoph ist ein toller Charakter, der sich immer einwandfrei verhalten hat. Auch wenn er nicht regelmäßig gespielt hat, hat er die Mannschaft immer unterstützt und im Training einwandfrei gearbeitet. Deshalb haben wir nun seinem Wunsch entsprochen, im Winter den Verein zu verlassen. Wir wünschen Christoph viel Erfolg“, so Oliver Ruhnert, Geschäftsführer Profifußball, zum Transfer.

Der schnelle und sehr wendige Redondo, der neben der deutschen auch die kolumbianische Staatsbürgerschaft besitzt, war wie Hedlund mit seiner Rolle zuletzt nicht zufrieden. Seine Stärken liegen im Konterspiel, eine Tugend, die unter dem neuen Trainer nicht mehr so gefragt war. In der laufenden Saison brachte er es auf insgesamt 7 Einsätze. „Ich freue mich, dass der Verein meinem Wechselwunsch entspricht und bin den Verantwortlichen sehr dankbar. Ich hatte eine tolle Zeit bei Union und habe mich sowohl sportlich als auch persönlich in den letzten Jahren weiterentwickelt. Trotzdem möchte ich nun einen neuen Schritt wagen, um in Zukunft mehr Spielzeit zu bekommen. Vielen Dank an alle Unioner die mich in den letzten Jahren so unterstützt haben, ich wünsche euch und dem Verein alles Gute und eine erfolgreiche Saison“, kommentierte Kenny Prince Redondo seinen Wechsel.

Hans-Peter Becker


Es „russellt“ im Volleyballtempel

Angeführt von Diagonalangreifer Kyle Russell bezwangen die BR Volleys die Volleyball Bisons Bühl zum Auftakt ins Jahr 2019 mit 3:0 (25:18, 25:21, 25:16). 17 Punkte steuerte der US-Amerikaner und MVP zum nie gefährdeten Heimsieg der Berliner bei, die damit schwungvoll in den wichtigen Monat Januar starten. Schon am Mittwoch (16. Jan um 20.00 Uhr) schlagen die Hauptstädter wieder daheim, dieses Mal in der CEV Champions League gegen PGE Skra Belchatow, auf.

Zum Start ins neue Jahr begannen die BR Volleys mit Samuel Tuia anstelle des verletzten Moritz Reichert. Ihm zur Seite standen der zweite Außenangreifer Adam White, Zuspieler Sebastian Kühner, Diagonalangreifer Kyle Russell, die Mittelblocker Georg Klein und Nicolas Le Goff sowie Libero Dustin Watten.

Der erfahrene US-Amerikaner war sofort gefordert und gab der BR Volleys Annahme die nötige Stabilität. Nach gutem Start der Gäste (0:2) übernahmen Kapitän Kühner & Co früh das Zepter und legten dank der Durchschlagskraft von Tuia und Aufschlagstärke von Russell vor (11:6). Wattens „Pancake-Abwehr“ war das Highlight des ersten Satzes und verzückte die 4.387 Zuschauer (16:10). Der Bühler Felix Orthmann zeigte mehrfach spektakuläre Angriffsschläge, doch Russell wusste den Blondschopf im entscheidenden Moment per Block zu stoppen (23:17). Im Anschluss bescherte White seinem Team sechs Satzbälle und Tuia überraschte die „Bisons“ mit einem kurzen Aufschlag (25:18).

Im zweiten Satz suchten die Berliner zunächst ihre Konstanz im Sideout. Das wusste vor allem der umsichtig agierende Bühler Zuspieler Mario Schmidgall zu nutzen, der seine Mitspieler mustergültig bediente (5:7) oder sogar selbst raffiniert punktete (7:8). Neu-Stirnbandträger Russell brachte dann die Wende. Erst legte er den Ball am Bühler Block vorbei, dann ging der Diagonale wieder an die Aufschlaglinie und steuerte zwei Servicewinner bei (14:10). Punktgenau ins Eck ließ „Captain Kühner“ wenig später das nächste Ass folgen (18:14). Die Badener blieben zwar auf Tuchfühlung (22:20), doch die BR Volleys gaben die Führung nicht aus der Hand. Wattens starke Abwehr bereitete den Weg für den nächsten Satzgewinn (25:21).

Zu Beginn des dritten Satzes meldete sich auch Le Goff per krachendem Block im Spiel an (4:2). Russell hatte beim nächsten Ass das Netz auf seiner Seite und wieder zog der Deutsche Meister davon (12:8). Die BR Volleys ließen nun nicht mehr locker und gaben den Gästen klar den Takt vor (19:12). Youngster Linus Weber bekam von Cedric Enard gegen Spielende seine aufgrund der guten Trainingsleistungen verdiente Einsatzzeit und zahlte das Vertrauen mit gewohnt krachendem Service beim Matchball zurück. So konnte White die Vorlage veredeln und die drei Punkte blieben in Berlin (25:16).

Mit 17 Punkten, davon vier Asse und zwei Blocks, war Kyle Russell der unumwundene MVP des Spiels und zeigte sich zufrieden: „Wir haben heute ein konstantes Level gespielt, so hatte der Gegner keine Chance, entscheidend Druck auszuüben.“ Sein Trainer Cedric Enard pflichtete ihm bei: „Der Aufschlag war heute unser Trumpf und hat Bühl wehgetan. So müssen wir weitermachen. Belchatow ist schon der stärkste Gegner in der Gruppe, deshalb dürfen wir uns keine Schwächephasen leisten. Das wird von den Polen sofort bestraft“, schaut der Franzose bereits auf das nächste Heimspiel in der Königsklasse am Mittwoch.
Quelle: Christoph Bernier/BR Volleys

Spitzenspiel im Oldenburg

Dank eines dicht getakteten Spielplans geht es für die Basketballer von ALBA BERLIN dieser Tage Schlag auf Schlag. Am Sonntag (13. Januar, 15 Uhr, live auf MagentaSport sowie auf SPORT1) bestreitet das Team von Coach Aito in Oldenburg das dritte von fünf schweren Auswärtsspielen in Serie. Das Gastspiel bei den EWE Baskets ist dabei vielleicht sogar das schwerste aller fünf. Die Oldenburger sind nämlich nicht nur Tabellenzweiter der easyCredit BBL, sondern schwimmen nach zuletzt acht Siegen in Folge auf einer Erfolgswelle. Die Berliner hingegen wollen nach zuletzt zwei Niederlagen zurück auf die Siegerstraße.

Aito Garcia Reneses (Headcoach ALBA):
„Das ist gerade eine schwere Saisonphase für uns. Wir müssen in nicht optimaler Verfassung derzeit viele Auswärtsspiele bestreiten und treffen dabei auf durchweg sehr gute Gegner wie Oldenburg, das derzeit Tabellenzweiter ist und davon profitiert, dass es bei nur einem Spiel pro Woche ausgeruhter in die Spiele geht. Wir müssen das akzeptieren und das Beste daraus machen. Generell bin ich nicht beunruhigt, weil die Einstellung bei meinen Spielern stimmt. Aber auch bei guter Einstellung kommen eben manchmal schlechtere Spiele heraus.“

JohannesThiemann (Center ALBA):
„Oldenburg spielt sicher momentan sehr gut, hat auch mehr Zeit, um sich auf das Spiel vorzubereiten und wir haben jetzt ein paar Spiele verloren. Trotzdem sehe ich uns dort nicht in einer Außenseiterrolle. Natürlich haben die Oldenburger unsere Spiele in Braunschweig und Belgrad gesehen und werden versuchen, uns in ähnlich harter Gangart aus unserem Spiel zu drängen. Aber ich denke, dass wir gut genug sind, um am Sonntag besser dagegen zu bestehen.“

Die letzten ALBA-Spiele in Oldenburg sind noch gar nicht so lange her, denn beide Teams standen sich im letztjährigen Playoff-Viertelfinale gegenüber. Mit 3:2 gewann ALBA dieses nach fünf intensiven Spielen. Für die Oldenburger war das nicht nur das Aus im Rennen um den Meistertitel, sondern verbaute ihnen auch die sportliche Qualifikation für den avisierten europäischen Wettbewerb, die Basketball Champions League.

Da die Bemühungen um eine Wild Card sich zerschlugen und die Oldenburger auch nicht im viertklassigen FIBA Europe Cup antreten wollten, spielen sie in dieser Saison erstmals seit zehn Jahren nicht europäisch. Doch der ruhigere Saisonmodus mit weniger Spielen und mehr Training scheint dem Team von Trainer Mladen Drijencic gutzutun. Mit erst zwei Niederlagen (in München und in Gießen) sind die zuletzt achtmal in Folge siegreichen Oldenburger Tabellenzweiter.

Hinter den guten Resultaten steht auch die Kontinuität, die das Oldenburger Team auszeichnet. Rickey Paulding spielt schon seine zwölfte Saison für die Oldenburger, Ex-Nationalspieler Philipp Schwethelm seine vierte und US-Guard Frantz Massenat seine dritte. Aus dem letztjährigen Team geblieben sind zudem Nationalspieler Karsten Tadda und der österreichische Nationalcenter Rasid Mahalbasic, der in dieser Saison um einige Kilos erschlankt als Topscorer, bester Rebounder und zweitbester Passgeber im Team glänzt. Neu hinzugekommen sind lediglich drei Spieler, die alle schnell ihre Rolle im Oldenburger Team gefunden haben. Im von Darüssafaka Istanbul gekommenen US-Amerikaner Will Cummimgs haben die EWE Baskets einen sehr umsichtigen Spielmacher dazugewonnen, der Mazedonier Vojdan Stojanovski agiert in Oldenburg genauso abgezockt wie einst bei ALBA und der US-Amerikaner Nathan Boothe verkörpert als guter Rebounder und Dreierschütze perfekt den modernen Power Forward.
Quelle: ALBA Berlin