Beginnen wir mit dem 1. FC Union, die stoppten die Siegesserie des Stadtteilclubs aus Sinsheim. Die Hoffenheimer Führung schoss Union selbst, dann der etwas glückliche Ausgleich und schließlich der Führungstreffer durch den zum Abstauberspezialisten avancierten Grischa Prömel. Man gewinnt manchmal auch Spiele mit Fleiß und Beharrlichkeit. Zu den Union Tugenden gesellen meist kluge Entscheidungen des Trainers. Urs Fischer hat es da seinem jungen Kollegen von der TSG mal so richtig gezeigt. Mit der Einwechselung von Sheraldo Becker und einer Veränderung der Taktik gelang ein nicht unbedingt erwarteter Sieg. Die Eisernen standen für eine Nacht auf einem Champions-League Platz und sind jetzt vor dem Pokalknaller gegen den Rivalen aus Charlottenburg auf Platz fünf der Tabelle.
Ob das Achtelfinale gegen die Hertha allerdings ein Knaller wird, ist angesichts der stark schwankenden Leistungen der „Alten Dame“ zweifelhaft. Das einzig positive am Auftritt in Wolfsburg war der Punktgewinn. Der VfL Wolfsburg und die Hertha, was geben diese beiden den Fans und Experten für Rätsel auf. Das Spiel war die blanke Not gegen das grassierende Elend. Ein 0:0 der eben nicht besseren Sorte, sogar der Schiedsrichter passte sich dem über weite Strecken unterirdischem Milieu an. Er gab einen glasklaren Foul-Elfmeter für die Wolfsburger nicht und ein regelgerechte erzieltes Tor der Hertha fand keine Anerkennung. Im Endeffekt war es egal, einen Sieg in diesem Spiel hätte beiden mehr als geschmeichelt. Zudem war dieses Spiel eine regelrechte Folter. Im Hertha-Forum wurde gewitzelt, dass die CIA ab sofort statt auf Waterboarding jetzt auf das Schauen von Herthaspielen als Foltermethode setzen will. Mal Spaß beiseite, warum geht es bei der „Alten Dame“ einfach nicht voran? Der Kader birgt einiges an Potenzial, eine funktionierende Einheit ist daraus bisher nicht entstanden. Die Blicke gehen wohl ein bisschen neidisch nach Köpenick, wo aus weniger mehr gemacht wurde. Die Hoffnung stirbt zuletzt und das Spiel gegen den 1. FC Union ist eine weitere Chance, die Misere zu überwinden.
Der dritte Berliner Proficlub, der FC Viktoria, musste den Start in das neue Fußballjahr wegen mehrerer positiver Corona-Tests verschieben. Der Rasen im Jahnsportpark blieb unberührt. Das Spiel gegen Eintracht Braunschweig wird nachgeholt.
Hans-Peter Becker
