Erstes Bundesligator und Punkt

In der 80. Minute war es soweit, der kurz zuvor zusammen mit Sebastian Polter eingewechselte Sebastian Anderson erzielte das erste Bundesligator für den 1. FC Union. Es war der Ausgleich zum 1:1 und bis zum Schlusspfiff änderte sich an dem Spielstand nichts mehr. Ein Riesenklops im Aufbauspiel der Augsburger war der Torpremiere vorausgegangen. Jetzt hat der fünfmalige Nationalspieler Schwedens einen Ehrenplatz in der Vereinschronik der Eisernen sicher. Großen Anteil an dem Treffer hat auch Sebastian Polter, der zusammen mit Andersson in der 71. Minute eingewechselt wurde. Augsburgs Tin Jedvaj spielte den Fehlpass, Polter lief allein auf den Torwart zu und legte quer auf seinen Sturmpartner, der dann keine Mühe hatte, erfolgreich abzuschliessen.

Freudige Gesichter, das Unentschieden ist ein gefühlter Sieg für die Unioner. In der ersten Halbzeit war auf beiden Seiten die Verunsicherung nach den Klatschen zum Auftakt zu bemerken. Urs Fischer brachte vier Spieler in der Startaufstellung. In der Innenverteidigung spielte Neven Subotic für Marvin Friedrich, im offensiven Mittelfeld begannen Marcus Ingvartsen und Sheraldo Becker, zunächst als einzige Sturmspitze durfte sich Anthony Ujah versuchen. Christian Gentner konnte wegen einer Verletzung nicht spielen. Bei Ballbesitz sortierte sich die taktische Formation in einem 4-2-3-1 und gegen den Ball versuchten Ujah und je nach Situation einer der drei offensiven Mittelfeldspieler den ballführenden Augsburger anzulaufen, dahinter formierten sich zwei Viererketten. In der ersten Halbzeit wirkte Union in der Abwehr sehr kompakt, allerdings gab es kaum nennenswerte Aktionen vor dem Augsburger Tor. Die erste halbwegs brauchbare Torchance hatten die Berliner in der 27. Minute durch Ujah und in der 35. Minute verfehlte ein Schuss Marius Bülter nur knapp das Ziel.

Augsburg hatte bis zur Pause mehr vom Spiel. Insgesamt hielt sich spielerische Niveau im unteren Wertungsbereich auf. In der zweiten Hälfte stieg wenigstens der Unterhaltungswert. In der 48. Minute kam Union zu einer Konterchance, allerdings war der entscheidende Pass von Sheraldo Becker zu unsauber. Das erste Tor im Spiel fiel dann in der nach knapp einer Stunde Spielzeit durch den Schweizer U-21 Nationalspieler und Augsburger Neuzugang Ruben Vargas, der von der Vorarbeit durch Florian Niederlechner profitieren konnte. In der Abwehre konnte Keven Schlotterbeck das entscheidende Zuspiel von seinem ehemaligen Freiburger Mannschaftskollegen nicht verhindern.

Sebastian Andersson – Schütze des ersten Bundeligatores © Foto: Hans-Peter Becker

Die Berliner Bank reagierte auf den Rückstand. Zunächst kam Suleiman Abdullahi für den eher enttäuschenden Sheraldo Becker und ab der 71. Minute stellte Fischer im Angriff auf ein 4-2-2 um. Für Ujah kam Sebastian Polter und für Ingvartsen spielte Sebastian Andersson. Die Maßnahme wäre fast ins Auge gegangen. Eigentlich hätte Niederlechner in der 73. Minute für die Entscheidung des Spiels sorgen müssen. Wieder verliert Schlotterbeck den Zweikampf, doch Niederlechner trifft zum großen Glück für die Eisernen das Tor nicht. Der Ausgang ist bekannt. Christopher Lenz traf zunächst in 78. Minute mit einer eher verunglückten Flanke den Pfosten und 80. Minute, nach 170 Bundeliga-Minuten folgte die Torpremiere.

Leider verloren in der 83. Minute die Eisernen Innenverteidiger Schlotterbeck durch eine glatt rote Karte. Es war die negative Krönung der vielen Zweikämpfe zwischen den beiden Ex-Freiburgern. Die Entscheidung des Schiedsrichters Robert Schröder war hart, aber vertretbar. So musst du in der Mittelzone nicht einsteigen, dazu, wenn auch nicht in voller Absicht, mit der offenen Sohle auf die Wade des Gegenspielers. Für die restlichen Minuten rückte Grischa Prömel in die Innenverteidigung. In der Nachspielzeit versuchte Polter einen Elfer zu schinden. Es war es „Trikotzupfer“, aber kein 100%iger Strafstoß, das Spiel lief weiter und mit der letzten Angriffsaktion hätten die Eisernen das Spiel noch unglücklich verlieren können.

Das Unentschieden war dem Spielverlauf entsprechend, der 1. FC Union ist mehr als nur ein Punktelieferant. Nach dem Schlusspfiff konnten sich die Profis zu Recht feiern lassen.

Hans-Peter Becker

Spieldaten: Fußball-Bundesliga 2. Spieltag

FC Augsburg: Koubek – Lichtsteiner, Jedvaj, Khedira, Max – Baier, Gruezo (74. Oxford) – Vargas (66. Richter), Hahn, Gregoritsch – Niederlechner (88. Finnbogason)

1. FC Union Berlin: Gikiewicz – Trimmel, Subotic, Schlotterbeck, Lenz – Prömel, Andrich – Becker (68. Abdullahi), Ingvartsen (71. Andersson), Bülter – Ujah (71. Polter)

Zuschauer: 27.703

Tore: 1:0 Vargas (59.), 1:1 Andersson (80.)

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