Meine lebenslange Sperre bei Hertha BSC

Auch für diese Saison habe ich keine Presseanerkennung seitens Hertha. Ich mach es nur deshalb öffentlich, weil sich Berlins Bundesligist angeblich vorgenommen hat, sein Image bei den Berlinern aufzupolieren und Fehler aus der Vergangenheit abzustellen. Vielleicht hat Hertha inzwischen mitbekommen, wie andere Clubs, z.B. Werder Bremen, um jeden Zuschauer kämpfen. Nicht so in Berlin, Hertha sitzt weiter auf hohem Ross!  Zu vielen Berliner Medienvertretern, zu sogenannten Multiplikatoren, kann insgesamt kein gutes Einvernehmen und Miteinander hergestellt werden.

Mit folgenden Fakten sei es belegt: Hertha kennt mich und meine Vita genau. Bis vor kurzem begleitete ich das Team in jedes Trainingslager und ich durfte mich über ein gutes Verhältnis zu Werner Gegenbauer freuen. Mitunter lehnte er zwar Interviewwünsche anderer Journalisten ab, bei mir nicht. Über 25 Jahre lang bekam ich Saison für Saison meine Akkreditierungen. Mein Antrag für diese Saison ging selbstverständlich vollständig und fristgemäß bei Hertha BSC ein.

Wer mich nicht kennt, hier der Hinweis: Natürlich habe ich einen gültigen Presseausweis, bin Mitglied im Deutschen Sportjournalisten-Verband VDS, schreibe und berichte aktuell unter anderem als Bundesliga-Kommentator sehr intensiv, obwohl ich kein junger „Spunt“ mehr bin. Ich möchte also keine Gefälligkeits-Akkreditierung, sondern habe einen Leistungsnachweis und damit wohl einen Anspruch darauf. Gewichtig kann ich dazu eine gültige TV-Lizenz der Medienanstalt Berlin-Brandenburg einbringen.

Zu denken gibt mir außerdem, ein gutes Vernehmen zu allen anderen führenden Berliner Vereinen, Institutionen und Verbänden in den verschiedensten Sportarten zu haben. Vom DFB wurde mir sogar eine Ehrung zuteil. Es scheinen also ausschließlich persönliche Gründe zu sein, weshalb ich bei Hertha in Ungnade gefallen bin. Selbst wenn ich Fehler gemacht und zu „dumme Fragen“ gestellt haben sollte, rechtfertigt das dieses Ergebnis, In den letzten Jahren weggesperrt, ignoriert zu werden (zu den anfangs verbesserungswürdig beschriebenen Image-Bemühungen) – der Zschiedrich nun lebenslang. Mir wurde geraten zu klagen und ich entgegnete: „Ist es das wert“?

Mit Sicherheit gibt es Schlimmeres im Leben. Ich weiß, es gibt jedoch Berliner, die den Stil nun gar nicht gutheißen und an Anstand, Würde und Kinderstube erinnern, wenn ein Antragsteller totgeschwiegen wird und keine Antwort, keine Zu- oder Absage erhält, moralisch die unterste Kategorie. Zumindest hätte man schreiben können; „Wir haben keinen Platz für Sie“. Das geht aber auch nicht, wäre eine Lüge, Hertha ist mit einer großen Anzahl an Presseplätzen im Olympiastadion begünstigt. Selbst bei Spielen gegen Bayern München bleiben viele Presseplätze unbesetzt. Da ist der 1. FC Union in seiner, der Alten Försterei wesentlich schlechter dran.

Dabei erwische ich mich immer wieder, mich von Herzen zu freuen, wenn Hertha ein wichtiges Tor gelingt und gewinnt.

Christian Zschiedrich

Veröffentlicht von

Christian Zschiedrich

Er kann von sich mit Fug und Recht behaupten, immer ein Leben für und durch den Sport geführt zu haben. Er spielte Fußball, nicht mal untalentiert, brachte es dabei zu einigen Ehren, studierte Sport in Leipzig, arbeitete als Sportlehrer und trainierte Fußballmannschaften. Zwischendurch erwarb er beim DFB seine Trainerlizenz. Nach und nach entdeckte er dabei sein Herz für den Sportjournalismus, schrieb Artikel für verschiedene Zeitungen und hob in Berlin eine eigene Sportsendung im Lokal-TV aus der Taufe. Über 2.000 Sendungen wurden unter seiner Leitung produziert. An`s Aufhören verschwendet er keinen Gedanken, schließlich bietet das Internet viele neue Möglichkeiten.

Kommentar verfassen