„Als Preuße wolltest du nie ein Eisbär sein“, so wurde Andre Rankel in einem Interview zitiert. Die Eishockey-Preussen sind nur noch Erinnerung und Rankel, der dort seine Schritte als Eishockeyspieler machte, ist jetzt fast so etwas wie eine Eisbärenlegende. Nach seinem Wechsel 2003 von den Berlin Capitals absolvierte er 865 Spiele in der Deutschen Eishockey Liga DEL und nur für die Eisbären. Geboren 1985 gehörte er bei den Eisbären zu dem goldenen 85er-Jahrgang. Im selber Jahr wurden seine späteren Mannschaftskameraden Frank Hördler, Florian Busch und Jens Baxmann geboren. Alle waren bereits 2005 am ersten Titelgewinn in der DEL beteiligt.

Am 30. November 2020 wurde offiziell, was bereits vermutet wurde. Andre Rankel muss seine Karriere beenden. Die 17 Jahre Profi-Eishockey haben ihre Spuren hinterlassen. Ausschlaggebend war eine Schulterverletzung, gern hätte er noch ein paar Jahre weitergemacht. Die Eisbären hatten zu einer coronabedingt, virtuellen Pressekonferenz eingeladen. In der Kabine der Eisbären hatten vor der Kamera, neben Rankel, auch der Geschäftsführer Peter John Lee und Des Squire, der die Moderation übernahm, Platz genommen. Man merkte es dem nun ehemaligen Mannschaftskapitän während seiner Ansprache an, dass ihm der Abschied schwerfiel.
Eishockey war bisher sein Leben und er wird diesem Sport weiter verbunden bleiben. Er will studieren und daneben ein Praktikum in der Organisation der Eisbären absolvieren. Seine Karriere kann mit beeindruckenden Zahlen aufwarten. Er hat insgesamt 517 Scorerpunkte in der Liga gesammelt und dabei 247 Tore erzielt. Sein Schlagschuss war gefürchtet. Für die Nationalmannschaft wurde 77 Mal nominiert. Er stand 2010 bei Olympia in Vancouver für Deutschland auf dem Eis.
Mit Beginn der Saison 2012/13 übernahm er von Stefan Ustorf das Kapitänsamt. Es klappte in diesem Jahr erneut mit dem Meistertitel, es war der Hattrick, nach den Meisterschaften 2011 und 2012. Das C auf dem Trikot wechselte von der Nummer 14 auf die 24. Zukünftig wird das Trikot mit der 24 zusammen der 14 unter dem Dach der MB-Arena hängen. Rankel bisherige Nummer ist nunmehr die insgesamt sechste, die auf Wettkampf-Trikots der Eisbären nicht mehr vergeben wird. Die Ehre eine gesperrte Nummer zu haben ist vor Rankel, den Eisbärenspielern Sven Felski (11), Stefan Ustorf (14), Mark David Beaufait (19), Denis Pederson (20) und Steve Walker (27) zuteil geworden. Jetzt wird diese Weise Andre Rankel geehrt.
Hans-Peter Becker


