Unterschiedlicher konnten die Bewertungen der Leistungen der Berliner Profifußballteams vom 27. Spieltag nicht ausfallen. Systemausfall beim 1. FC Union und eine „bitterschöne“ Leistung von Hertha BSC in Düsseldorf. Bitter und schön, das trifft es, der 5:2 Erfolg zeigt, was in dieser Saison möglich gewesen wäre. Ein sehr ernstes Wörtchen im Aufstiegskampf, leider wurde die Tür zu Beletage nur vorübergehend einen spaltbreit geöffnet. In Düsseldorf, vor 38.391 Zuschauern, ging Kapitän Fabian Reese mit gutem Beispiel voran und steuerte selbst drei Tore zum Endergebnis bei. Hätte, hätte, ja zwei unglückliche Unentschieden weniger, spontan fällt mir das Heimspiel gegen Bielefeld ein, und die Chancen für den direkten Aufstieg wären noch intakt gewesen. Jetzt bleibt den Anhängern der „Alten Dame“ nur noch die Hoffnung auf ein Wunder. Ein weiteres Jahr in der Zweitklassigkeit ist so gut wie sicher. Wieder müssen Leistungsträger abgegeben werden, die Lasten aus der Vergangenheit (Lizenzauflagen zum Schuldenabbau) weiter bewältigt und dabei die Rückkehr in die Bundesliga im Blick behalten werden.
Die Eisernen sind trotz der desolaten Vorstellung in der Münchener Arena fast im sicheren Bundesligahafen. Sieben Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz sind zwar kein Ruhekissen, schlaflose Nächte an der Wuhle sind trotzdem nicht angesagt. Am kommenden Wochenende, 28./29. März 2026, wird wieder an der Uhr gedreht und es ist Länderspielpause. Vorbereitung auf den Saisonendspurt, sieben Spiele und ergo 21 Punkte warten auf mögliche Gutschriften.
Vor der Brust haben die Berliner Kandidaten, die einen Abstieg vermeiden wollen. Die Hertha muss nach Dresden, die sich stabilisiert haben, zuletzt aber in Paderborn eine unglückliche Niederlage hinnehmen mussten. Die Eisernen empfangen den stärker abstiegsgefährdeten FC St. Pauli. Der Verein vom Heiligengeistfeld braucht dringend Punkte, ein bisschen dringender als Union. Das Hinspiel konnten die Eisernen knapp gewinnen. Soweit alles im Lot im Berliner Profifußball. Ansonsten die übliche Nervosität kurz vor der Crunchtime der Saison. Der 1. FC Köln hat den Trainer entlassen und Hannover 96 schickt nach nur drei Monaten Sportdirektor Jörg Schmadtke wieder weg.
Hans-Peter Becker
