Für die „kleine“ Hertha zu wenig im Abstiegskampf

Für die „kleine“ Hertha war im Kellerduell endlich wieder einmal ein Dreier fällig – bei drei Unentschieden innerhalb der letzten drei Wochen. Das Bemühen war am Sonntag, 22.03.2026 vor 365 zahlenden Besuchern keinem Akteur abzusprechen, allein die Fähigkeit, die Kugel einfach mit Willenskraft hinter die Torlinie zu bringen, war erneut nicht vorhanden. „Man muss ehrlich sagen, die Mannschaft ist einfach am Limit. Mehr ist ohne richtig torhungrige Stürmer nicht drin“, sagte ein langjähriges Mitglied der Zehlendorfer bereits beim Halbzeitpfiff.
Chancen für die Hausherren gab es in beiden Hälften mehr als für die Gäste. Allerdings waren halbhohe Hereingaben und zu kraftlose hohe Torschüsse nicht das rechte Mittel, um den großen Torwart der Eilenburger zu überwinden. In den letzten fünf Minuten der Begegnung hatten die Sachsen nach einer glatten Roten Karte mit neun Feldspielern kaum Nachteile im Spielaufbau. Zwei Möglichkeiten aus dem Regal „Den-muss er-machen“ kurz vor dem Abpfiff ließen die Zehlendorfer Anhänger verzweifeln. Ein wenig Regionalliga-Flair brachten einzig die etwa 60 Gästeanhänger mit Bannern und Trommelwirbel in diese Partie. Die Punkteteilung: eher ein Erfolg für die Gäste. Das Torverhältnis ist bei beiden Teams kein Glanzstück. Eilenburg hat die meisten Treffer (44) bekommen, Hertha 03 kassierte ähnlich viele Tore (40). Die zählbaren eigenen Treffer sind bei der „kleinen“ Hertha aber nur ganze 17!
Die einfache Rechnung ist: bei sieben verbleibenden Spieltagen sind – ohne die Nachholspiele – noch 21 Punkte zu vergeben. Dann müsste aber jeweils ein Sieg her, was nicht sehr wahrscheinlich ist. Die Verantwortlichen im Verein würden bei einem Abstieg nicht verzweifeln, aber die Chance wieder einmal in dieser Spielklasse anzutreten, wäre vermutlich auf Jahre nicht sehr hoch. Dabei ist nach unglaublich langer Zeit nun der für die Regionalliga erforderliche separate Gästeblock im heimischen Ernst-Reuter-Stadion fertiggestellt. Es fehlen hier nur noch mobile Toiletten, stationäre sind in diesem hinteren Teil des Platzes wegen fehlender Anschlüsse nicht möglich. Wenigstens scheint so endlich der ungeliebte Umzug ins Lichterfelder Stadion am Ostpreussendamm für die letzten (Heim-) Begegnungen vermeidbar. Eine amtliche Prüfung der Lichtintensität der Zehlendorfer Flutlichtanlage steht allerdings ebenfalls noch aus. Nicht nur von der Infrastruktur her erscheint bei beiden Vereinen der Tabellenrang wohl nicht zufällig.
Nun geht es bereits am nächsten Mittwoch von Zehlendorf zum Tabellenprimus Lok Leipzig. Eine kaum lösbare Aufgabe! Auch das Nachholspiel am 1. April gegen Carl Zeiss Jena, den Tabellenzweiten, hat es in sich. Wunder soll es aber immer wieder einmal geben.
Frank Toebs

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