Meteor lässt Stern verglühen

Drei Anläufe hatte es gebraucht. Das Topspiel der Berliner Landesliga war wegen Eis und Schnee immer wieder abgesagt worden. Endlich konnte die Nachholpartie zwischen Primus Meteor 06 und Stern Marienfelde am Dienstagabend angepfiffen werden. Und schon der Beginn hatte vor etwa 120 Besuchern hohen Unterhaltungswert: Steilpass, Flanke, Tor, das war die Reihenfolge bereits in Minute eins. Meteors Demba Mendy traf per Kopf zur Führung.

Weitere Treffer fielen bis zur 80. Minute keine. Dann wurde es – die Gäste wegen einer Ampelkarte in Unterzahl auf dem Feld – noch ein überraschend deutlicher Sieg für die Weddinger. Sie ließen die Sterne in der Endphase verglühen. 4:0 hieß es am Ende in einer Begegnung, die bei acht Gelben Karten sowie zweimal Gelb-Rot (für Stern Marienfelde) Schiedsrichter Frank Tallner kaum Zeit zum Atmen ließ. Eine der Hinausstellungen verdiente sich dabei der Co-Trainer der Gäste. Er hatte zu heftig reklamiert.

Meteor, der Aufstiegsfavorit in dieser Klasse, ließ vor dem 2:0 durch Torgarant Simon Böhm noch dreimal Latte und Pfosten wackeln, ließ einfach zu viele Möglichkeiten in vielversprechender Position liegen. Die Gäste blieben vorn zu passiv. Nur das Mittelfeld gut zu bespielen, reichte nicht für zumindest einen Zähler. Meteor-Torwart Selvedin Begzadic verlebte so einen ruhigeren Abend als gedacht – ohne selbst schweigsam geblieben zu sein…. Pech hatte Innenverteidiger Lennart Nerlich. Bereits mit einer leichten Verletzung angetreten, war nach 21 Minuten für ihn Schluss, der Oberschenkel-Muskel! Einen weiteren langfristigen Ausfall wird Abwehrgröße Tim Riese vom Tabellenführer nicht vermeiden können: Das Kreuzband riss im Freitagspiel gegen Türkiyemspor (1:1).

Bei nun neun Punkten Vorsprung gegenüber Stern und sieben Zählern vor SSC Teutonia sieht es gut aus für das Team von der Ungarnstraße. In der vergangenen Saison war man knapp in der Relegation zur Berlin-Liga am Steglitzer SC Südwest gescheitert. Nun im 120. Jahr der Gründung – also einem kleinen Jubiläum – ist das Team von Trainer Demircan Dikmen der höchsten Berliner Spielklasse so nah wie seit den 70er-Jahren (damals sogar in der West-Berliner Regionalliga) nicht mehr. Allerdings sind noch zwölf Partien auszutragen.

Frank Toebs

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