Perfektes Spiel und Gruselkick – Berliner Profifußball im Überblick

Beginnen wir mit dem Erfreulichen. Hertha BSC ließ sich auch in Kaiserslautern, im gefürchteten Fritz-Walter-Stadion, nicht aus der Ruhe bringen. Es war ausverkauft und beide konnten mit viel Selbstvertrauen in die Partie gehen. Der FCK wollte die Siegesserie (zuletzt drei in Folge) fortsetzen, ja, und die Hertha? Einen Sieg hatten sie sich schon vorgenommen, ein Unentschieden wohl auch unterschrieben. Lauterns Keeper Julian Krahl, musste in neun Ligaspielen nur viermal den Ball aus seinem Tor holen. Das ist Ligabestwert und Hertha tat sich mit dem Erzielen von Toren zuletzt etwas schwer.

Nach 59 Minuten stand es 3:0 für den Tabellenführer aus der Hauptstadt. Das Stadion verstummte und ab der 75. Minute begann ein Großteil der Zuschauer abzuwandern. Die Fans der „Roten Teufel“ spürten: Hier geht nichts mehr. Diesen Eindruck bestätigte der Kapitän des FCK. „Wir wollten nicht noch höher verlieren.“ Im Boxsport wäre das Handtuch in den Ring geflogen. Kompliment an Hertha, besser kannst du es auswärts nicht ausspielen. Als Nächster wird der VfL Wolfsburg die Niederlagenresilienz der „Alten Dame“ testen. Zur Entschuldigung für Lautern sei angemerkt, dass Trainer Torsten Lieberknecht Verletzungssorgen in seinem Kader plagten, kurzfristig kam noch eine Krankmeldung dazu, eben ein gebrauchter Tag.

Einen Tag später bot unser Bundesligist aus Köpenick einen weiteren mauen Auftritt. Der Ausdruck Gruselkick aus der Überschrift stammt aus dem Fachmagazin „Kicker“ In Köln, im Pokal, waren die Eisernen in der Schlussphase wieder auseinandergefallen. Positiv gesehen: Schonung für das Punktspiel gegen Köln? Das konnte Union höchstens in der Anfangsphase bestätigen, folgerichtig dann die 1:0‑Führung. Über den anschließend folgenden Spielverlauf decken wir höflich den Mantel des Schweigens. Ich verweise auf den Kicker. Am Ende stand ein für beide wertvoller Punkt. Auf die Dauer könnte es für beide nicht reichen. Union muss vor der nächsten Länderspielpause noch in Freiburg antreten. Der Pokal ist in Köpenick abgehakt. Hertha hatte Pech mit der Auslosung: Wenn schon gegen die Bayern, dann doch wenigstens zu Hause.

Hans-Peter Becker

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