Um 16:18 Uhr war es vorbei, den Eisbärenfans war der zweite Adventssonntag gründlich verdorben. Ein gellendes Pfeifkonzert begleitete die Mannschaft vom Eis. Das erste Drittel war noch in Ordnung. Es fielen zwar keine Tore, doch ließen die Eisbären erkennen, dass sie vor hatten, als Sieger das Spiel zu beenden. In der ersten Spielminute traf Micky DuPont nur den Pfosten und Florian Busch hätte fast bei Unterzahl getroffen.
Die Führung gelang Jonas Müller in der 23. Minute. Am Abend zuvor war er zum Sportler des Jahres gekürt worden, zusammen mit seinen Mannschaftskollegen Marcel Noebels und Frank Hördler. Warum ging nichts mehr bei den Eisbären ? Selbst das zuletzt so gut funktionierende Überzahlspiel funktionierte nicht. Für 38 Sekunden waren sie mit zwei Spielern in Überzahl. Insgesamt agierten die Eisbären im Mittelabschnitt über fünf Minuten im Power Play. Durch Treffer in der 27. und 36. Spielminute drehten die Gäste aus Wolfsburg das Spiel. Ein 1:2 Rückstand ist im Eishockey durchaus zu korrigieren.
Die Gäste kamen mit mehr Elan aus der Kabine. In der 42. Minute legten sie das dritte Tor nach. Die Bemühungen der Eisbären wirkten immer verzweifelter. Es gelang immer weniger. Als in der 49. Minute, nach einer turbulenten Szene, vor dem Eisbärentor unglücklich das 4:1 für die Wolfsburger fiel, war der Drops gelutscht. Das Tor wurde vorsichtshalber von den Schiedsrichtern im Video überprüft. Es war alles den Regeln entsprechend.
Das Spiel gegen Wolfsburg war Spiel Nummer 26 der Hauptrunde, die erste Hälfte ist absolviert. Die Zwischenbilanz ist gemessen an den Ansprüchen der Eisbären nicht zufriedenstellend. Halb gut und halb schlecht, so stellen sich die Dinge dar, 11 Siege stehen genauso viele Niederlagen gegenüber. Aus den direkten Playoff-Rängen sind die Eisbären aktuell rausgerutscht. Sie starten von Platz 8 der Tabelle in die zweite Hälfte und die beginnt am kommenden Freitag, 14. Dezember mit dem Spiel gegen die Schwenninger Wild Wings.
Es bewegt auch ein anderes Thema die Anhänger der Eisbären. Unter der Brücke an der Warschauer Straße steht ein mit Eishockeymotiven bemalter Container. Er ist ein Treffpunkt der aktiven Fanszene der Eisbären. Vor und nach den Heimspielen kann man dort für kleines Geld mit Gleichgesinnten ein oder mehrere Getränke genießen. Alles steht dort auf sehr teuren Grund und Boden. Inzwischen ist sogar die Kommunalpolitik auf das Thema aufmerksam geworden. „Der Fanbogen bleibt“, es bleibt zu hoffen, dass die Forderung Realität wird. Rings um die MB Arena ist eine schöne bunte Welt entstanden. Die Eisbären waren ein Schlüssel für den Immobilien-Deal. Da sollte es doch möglich sein, eine kleine soziale Tat folgen zu lassen und sich ein Flecken finden lassen, wo die Eisbärenfans sich treffen können.
Hans-Peter Becker
Deutsche Eishockey Liga
26. Spieltag 09.12.2018 14:00 MB-Arena Berlin
EHC Eisbären Berlin – Grizzlys Wolfsburg 1:4 (0:0/1:2/2:2)
Zuschauer: 13.418
Torfolge:
1:0 23.Min Jonas Müller (Jamie MacQueen) EQ
1:1 27.Min Wade Bergmann (Sebastian Furchner/Nicolas Latta) EQ
1:2 36.Min Cole Cassels Penalty
1:3 36.Min Nicolas Latta (Brent Aubin/Jeremy Dehner) EQ
1:4 49.Min Jason Jaspers SH1
Strafen:
EHC 4
Wolfsburg 10






