Hertha BSC startet erstmals in der Blindenfußball-Bundesliga

Endlich rollt der Ball wieder – doch nicht nur in der Fußball-Bundesliga, auch die Blindenfußball-Bundesliga startet in die neue Saison! Hertha BSC stellt in diesem Jahr zum ersten Mal eine eigene Mannschaft in diesem Wettbewerb, in dem acht Vereine um den Titel, aber auch um jede Menge Spaß und schöne Momente spielen. „Die Vorfreude ist riesig. Als eigene Hertha-Mannschaft auflaufen zu dürfen, ist natürlich etwas ganz Besonderes“, fiebert Spieler Patrick Küppers dem Auftakt entgegen. Gemeinsam mit seinen Teamkollegen hat sich der 40-Jährige mit mindestens zwei Trainingseinheiten pro Woche vorbereitet. „Dass wir einen Trainingsplatz zur Verfügung haben und die Rahmenbedingungen stimmen, ist ein riesengroßer Schritt für uns. Alle geben ihr Bestes – das ist ein großes Vergnügen. Wir wurden super von allen im Verein aufgenommen und fiebern den Spielen entgegen“, verrät Küppers.

Der erste von fünf Spieltagen ist ein Heimspiel und steigt am Wochenende am Nordufer in Berlin, der neuen Heimat der blau-weißen Blindenfußballer. Die Hauptstädter messen sich am Samstag (21.08.21; 16:00 Uhr) mit SF BG Blista Marburg, am Sonntag (22.08.21; 15:00 Uhr) mit Borussia Dortmund. „Auf der eigenen Anlage zu spielen, ist ein großer Vorteil für uns. So können unsere Freunde, Verwandte und auch einige Fans aus unserer Hertha-Familie zuschauen und uns unterstützen, das macht uns natürlich sehr stolz. Wir freuen uns über jeden, der sich für unsere Geschichte und für unseren Sport interessiert“, so Küppers weiter. Gespielt wird zweimal 20 Minuten auf einem 20 x 40 Meter großem Platz. Ein Teil von uns ist vollständig blind, manche können noch ein bisschen sehen. Um die Chancengleichheit herzustellen, spielen wir alle mit abgeklebten Augen und Dunkelbrillen“, erklärt Küppers das Spiel und ergänzt: „Deswegen müssen wir uns ausschließlich auf unser Raumgefühl und unser Gehör verlassen, das ist eine nicht zu unterschätzende Konzentrationsleistung. Glücklicherweise sind in unseren Bällen Rasseln integriert, so dass wir den Spieler, der im Ballbesitz ist, identifizieren können. Die anderen Mitspieler, aber auch die Torhüter und Guides machen sich durch akustische Signale bemerkbar.“

Kaum eine Sportart bringt Menschen näher zusammen als Fußball und schafft so eine gesellschaftliche Integration, die für blinde Menschen immens wichtig ist. Aber Blindenfußball ist noch so viel mehr als sportliche Betätigung, ein Hobby oder eine Leidenschaft. Ein erfolgreiches Blindenfußballspiel lebt – wie so vieles im Leben – von der Kommunikation im Team. Die Spieler untereinander orientieren und warnen sich mit dem spanischen Ausruf „Voy“, was übersetzt heißt „ich komme/gehe“. Zudem dirigieren sehende Torhüter, Guides und Trainer die Spieler mit Zurufen. „Gerade im Blindenfußball, wo sehende und blinde Menschen zusammen in einem Team spielen, bewegt und verbindet Sport auf natürliche Weise und ermöglicht Integration und Teilhabe am Erlebnis Fußball“, sagt Dr. Andreas Zachmann, Country Manager Germany von VANDA Pharmaceuticals. Als Hauptsponsor der Blindenfußballabteilung von Hertha BSC setzt sich VANDA nicht nur dafür ein, dass der Blindenfußball eine noch größere Aufmerksamkeit in der Gesellschaft erfährt, sondern auch dafür, dass eine breite Öffentlichkeit Freude an den Spielen hat und neue Fans gewonnen werden.

Wer live beim Auftakt der Blindenfußball-Bundesliga dabei sein möchte, ist herzlich am Nordufer eingeladen. Insgesamt 100 Personen sind zugelassen, der Eintritt ist frei. Vor Ort müssen alle Fans ihre Kontaktdaten hinterlassen, die 3G-Regel greift nicht. Das Mitbringen von alkoholfreien Getränken (keine Glasflaschen!) ist erlaubt. Eine WC-Anlage für alle Besucherinnen und Besucher steht zur Verfügung.

Quelle: Hertha BSC Berlin/Fotocredits: Hertha BSC

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