Der Geisterkulisse getrotzt

Die Berlin Recycling Volleys feierten am Samstag (14. No.) den vierten Saison-Erfolg in der Volleyball-Bundesliga.  Bei ungewohnter Atmosphäre – Fans konnten im Volleyballtempel erstmals nicht dabei sein – siegten die Hauptstädter ungefährdet mit 3:0 (25:15, 25:21, 25:21) gegen die Helios Grizzlys Giesen. Jeweils 17 Punkte sammelten MVP Timothée Carle und Benjamin Patch, für Giesen war Magloire Mayaula Nzeza elfmal erfolgreich.

Noch vor Beginn des ersten Geister-Heimspiels der Geschichte mussten die BR Volleys eine bittere Nachricht verkraften: Zuspieler Sergey Grankin verletzte sich im Abschlusstraining an der Wade, eine MRT-Untersuchung soll am Montag Aufschluss über die Schwere der Verletzung geben. Doch auch ohne ihren Kapitän fanden die Männer in Orange gegen die Gäste aus Giesen bestens in die Partie und bewiesen dabei vollen Körpereinsatz: Für Pierre Pujol, der die Lücke von Grankin zu füllen wusste, war eine Werbebande nur ein kleines Hindernis auf dem Weg zum Ball – dieser Ballwechsel ging am Ende, ebenso wie der erste Satz, an den Hauptstadtclub (25:15).

Giesen kam nun besser im Spiel an, auch weil sich die Fehlerquote auf Seiten der Gastgeber erhöhte. Erst zur Mitte des Durchgangs konnten sich die Berliner absetzen, weil Timothée Carle und Benjamin Patch viel Cleverness im Angriff bewiesen (19:15). Dem starken Carle blieb es dann auch überlassen, nach aufmerksamer Abwehr von Samuel Tuia den Satzball zur 2:0-Führung zu verwerten (25:21). Ein enger Schlagabtausch entwickelte sich dagegen bis kurz vor Schluss im dritten Durchgang, ehe ein Block von Éder und Patch der Partie den Deckel aufsetzte (25:21).

Für die BR Volleys geht es in der kommenden Woche mit dem Spitzenspiel gegen den VfB Friedrichshafen weiter. Die Partie am Bodensee beginnt bereits um 14.00 Uhr, Sport1 überträgt live im Free-TV.

Stimmen zum Spiel
Kaweh Niroomand: „Das ist ein gutes Ergebnis, aber das Spiel läuft weiterhin nicht wirklich rund. Wir sind etwas vom Pech verfolgt, jede Woche fällt ein neuer Spieler aus. Mir macht es Sorgen, dass wir nie über mehrere Wochen hinweg mit dem kompletten Kader trainieren konnten. Deswegen sind wir noch lange nicht im gewünschten Rhythmus. Der müsste aber langsam kommen, um das schwere Programm der kommenden Wochen gut bewältigen zu können. Die komplette Situation zerrt zusätzlich an den Nerven. Da auch mental immer 100 Prozent abrufen zu können, ist eine große Herausforderung. Deswegen glaube ich, dass es eine Saison der Zufälle wird.“

Pierre Pujol: „Ich halte mich immer bereit zu spielen, das ist mein Job. Wir haben in der Liga bereits ein Spiel verloren, deswegen wollten wir heute unbedingt gewinnen. Die Motivation kommt da auch ohne Fans ganz von alleine. Letztlich sind wir froh, überhaupt spielen zu dürfen. Aber für diejenigen, die die normale Atmosphäre kennen, war es sicherlich seltsam – da hat die bekannte Musik geholfen. Ich hoffe, dass bald wieder Fans dabei sein können.“

Anton Menner (Giesen): „Heute Morgen habe ich die Beine nach zwei Spielen in dieser Woche schon gemerkt. Trotzdem habe ich mich auf das Spiel gefreut, weil es mein erstes Mal in der Max-Schmeling-Halle war. Da hat der Rest dann auch keine Rolle mehr gespielt. Wenn wir einen Satz gegen Berlin holen wollen, müssen wir konstant Servicedruck ausüben. Letztlich haben da die vielen Fehler das Spiel entschieden.“

BR Volleys Formation
Timothée Carle und Samuel Tuia (AA), Éder und Renan Michelucci (MB), Pierre Pujol (Z), Benjamin Patch (D) und Julian Zenger (L) | Eingewechselt: Cody Kessel

Topwerte
Carle 17 Punkte, 2 Asse, 2 Blocks | Patch 17 Punkte, 2 Asse| Tuia 10 Punkte
Quelle: BR Volleys/Christof Bernier

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