Wer hat die bessere Zukunftsperspektive, Hertha oder Union?

Beide Hauptstadtclubs beendeten die letzte Saison punktgleich mit je 41 Punkten. Ganze sechs Tore trennte Platz 10 (Hertha) von Platz 11 (Union). Jetzt darf man gespannt sein, wie der Wettstreit für eine weitere erfolgreiche Zukunftsplanung ausgeht. Unions Manager Oliver Ruhnert und Trainer Urs Fischer arbeiten gut abgestimmt und beachtlich erfolgreich zusammen. Der Coach meint sogar, überhaupt keine Probleme mit Typen wie Max Kruse zu haben. Bei Hertha kann Michael Preetz von großem Glück sprechen, das ist meine Meinung, planerisch Bruno Labbadia  an der Seite zu haben.

Unter Labbadia – nach dem Re-Start in Hoffenheim (Mitte Mai) mit einer Oldi-Mannschaft (durchschnittlich 28,1 Jahren) – setzte eine Verjüngungskur von jetzt 23,7 Jahren im Schnitt ein. Per Skjelbred (33), Vedad Ibisevic (35) und  Salomon Kalou (34) stehen als Abgänge fest. Zugänge haben dem Alter nach Perspektive, auch wenn, so jedenfalls urteilt Labbadia , die jungen Neuverpflichteten Zeit brauchen. Mit Lucas Tousart (23), Deyovaisio Zeefuik (22), kam mit Matheus Cunja (21) ein noch jüngerer dazu. Aus Freiburg kam Torwart Alexander Schwolow, mit 28 Jahren ein erfahrener Akteur.

Konkurrenz belebt garantiert das Geschäft. Außerdem währt Transferperiode diesmal besonders lang, bis 5. Oktober. Da kann sich noch viel tun. Der nach Berlin zurückgekehrte Ronny wird es trotz aller Entschlossenheit wahrscheinlich nicht in der Eliteliga schaffen. Anders verhält es sich bei dem Noch-Schalker Weston McKennie. Bis zur Stunde laufen da noch Verhandlungen mit Schalke.

Wie kann man Hertha nur mit Union vergleichen. Natürlich ist ein neuer Trikotsponsor für Hertha ein wesentlicher Teil für die Saisonkalkulation. Im Verhältnis zu Union scheint bei Hertha der Geldfluss schier grenzenlos zu sein. Werner Gegenbauer verkündete: „Wirtschaftlich stand unser Verein in seiner Geschichte nie besser da“. Investor Lars Windhorst hielt bisher 49,9% der Anteile an der Hertha BSC GmbH & Co. KGaA, die Quote beläuft sich nunmehr mit weiteren 150 Mio mit seiner Tennor Holding auf 66,6 Prozent. Das sind 374 Mio Euro in Herthas Kasse. Was ist eigentlich mit der 50+1 Regelung? Die Verantwortlichen fanden dafür ein passendes Konstrukt. „Gegen die 50+1-Regel, die besagt, dass nur Kapitalgesellschaften am Spielbetrieb teilnehmen können, an denen der Verein die Mehrheit der Stimmanteile hält, verstößt dieses Konstrukt nicht. Die Anteile der Komplementär-GmbH werden weiter von Herthas Geschäftsführung gehalten.“

Einen solchen Handlungsspielraum wünscht sich jetzt zu Corona-Zeiten so mancher Club, um aus dem Vollen schöpfen zu können. Der 1. FC Union muss da wesentlich kleinere Brötchen backen und weiß, dass das zweite Jahr für Aufsteiger oft das schwerste ist.

Was macht Torjäger Sebastian Andersson ? Vielleicht bleibt er trotz Ausstiegsklausel, so hoffen die Eisernen, weil Max Kruse auch einer fürs  Tore-Vorbereiten ist. Mit Kruse zusammen auf Torejagd zu gehen fördert nicht nur die Spielfreue, Andersson könnte von Kruse profitieren und damit seinen Marktwert erhöhen.

Im Fußball ist zwar alles möglich. Ob allerdings Union wieder pari mit Hertha aus der neuen Saison gehen wird, dem Kapital, den wirtschaftlichen Gegebenheiten nach, wird’s schwer.

Bei der Zusammenstellung des Kader, macht Union eher das Gegenteil. Mit Julius Kade, Lennard Maloney und Florian Flecker gehen jüngere Spieler. Mit Robin Knoche, VfL Wolfsburg und eben Max Kruse kommen ältere, erfahrene Spieler neu hinzu. Der von Fans geliebte Torsteher Rafal Gikiewicz wird von Andreas Luthe (Augsburg) ersetzt. Philipp Hofmann aus Karlsruhe steht auf der Liste der Köpenicker und ist dem Lebensalter nach in die Kategorie Erfahrung einzuordnen. Beim 1. FC Union ist demzufolge noch nicht aller Tage Abend in der Kaderplanung. Wir drücken dem Club die Daumen, wünschen uns Union weiter in der 1. Bundesliga. Berlin tun zwei Hauptstadtclubs gut.

Christian Zschiedrich

Veröffentlicht von

Christian Zschiedrich

Er kann von sich mit Fug und Recht behaupten, immer ein Leben für und durch den Sport geführt zu haben. Er spielte Fußball, nicht mal untalentiert, brachte es dabei zu einigen Ehren, studierte Sport in Leipzig, arbeitete als Sportlehrer und trainierte Fußballmannschaften. Zwischendurch erwarb er beim DFB seine Trainerlizenz. Nach und nach entdeckte er dabei sein Herz für den Sportjournalismus, schrieb Artikel für verschiedene Zeitungen und hob in Berlin eine eigene Sportsendung im Lokal-TV aus der Taufe. Über 2.000 Sendungen wurden unter seiner Leitung produziert. An`s Aufhören verschwendet er keinen Gedanken, schließlich bietet das Internet viele neue Möglichkeiten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert