Trainerentlassung und eine deftige Niederlage

Hertha 03 taumelt dem Abstieg in der Regionalliga Nordost entgegen

Im fünften Anlauf gab’s endlich grünes Licht: Die junge Regionalliga-Truppe des FC Hertha 03 konnte gegen den Konkurrenten aus der Regionalliga Nordost antreten. Das Spiel gegen BSG Chemie Leipzig – wie der Tabellenletzte aus der Hauptstadt stark abstiegsgefährdet – war zuvor wegen tatsächlicher oder scheinbarer Unbespielbarkeit des Platzes mehrmals abgesagt worden.

ES war erst die zweite Partie mit gefülltem Gästeblock auf dem heimischen Ernst-Reuter-Sportplatz. Sie versprach am Dienstag einiges. Schließlich hatte die „kleine“ Hertha noch weitere Nachholpartien zu absolvieren. Eine Resthoffnung den niedrigen Punktestand durch weitere Dreier auffüllen zu können war durchaus realistisch.

Am Spieltag waren die Verantwortung und die Last punkten zu müssen für die junge Zehlendorfer Truppe zu viel. Der Tag begann mit einem Eklat: Zehlendorfs Trainer Tilman Käpnick muss sich irgendeinen Ausrutscher geleistet haben. Schiedsrichter Henry Müller hatte wohl gehört, dass Offizielle von unangemessenem Auftreten gesprochen hatten. Was immer das heißen mag, Käpnick war kurz vor Beginn seinen Posten los. Offizieller Interimstrainer war Rainer Meitzner, derweil Marco Böning und Niko Klarkowski an der Linie coachten.

Der Rest ist aus Sicht der Heimmannschaft ein Trauerspiel. Die Partie vor etwa 1.300 Zuschauern (davon mehr als 600 aus der sächsischen Metropole) ging mit 0:5 verloren. In über 90 Minuten gelang es den Spielern des überforderten Schlusslichtes ganze fünfmal das Tor anzupeilen. Als dann noch Torwart Alexios Dedidis außerhalb des Strafraumes durch Handspiel eine Torchance (53.) vereitelte, war beim Stand von 0:3 jede Hoffnung verflogen. Zwar ist und bleibt wohl die „kleine“ Hertha ein guter Ausbildungsverein, der nun anstehende Abstieg in die Oberliga bedeutet aber auch einen massiven Schritt zurück. Es sei denn, es geschieht noch ein Wunder am Siebenendenweg.

Die Leipziger haben sich auf jeden Fall gut für die anstehende Partie gegen den Stadtrivalen Lok eingeschossen. Gegen die hatten die Zehlendorfer auswärts auch überraschend (2:0) bestanden. Eigentlich hätte das ein gutes Omen für die Partie gegen Chemie sein sollen. Die Trainerentlassung zum ungünstigsten Zeitpunkt war aber kein guter Start in den Tag.

Frank Toebs

Text und Fotos: Frank Toebs

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